Rechtsprechung
| OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Justiz Baden-Württemberg
§ 818 Abs 4 BGB, § 707 Abs 1 ZPO, § 717 Abs 2 ZPO, § 719 Abs 1 ZPO, § 116 Abs 3 S 2 FamFG
Kindes-und Trennungsunterhalt: Schadensersatzanspruch des Unterhaltsschuldners bei ungerechtfertigter Vollstreckung aus einen familiengerichtlichen Beschluss; Einstellung der Vollstreckung laufender Unterhaltsforderungen aus einem mit der Beschwerde angefochtenen ... - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- AG Offenburg, 18.08.2017 - 4 F 153/16
- OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Papierfundstellen
- NJW 2018, 1409
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (15)
- OLG Hamburg, 26.04.2012 - 2 UF 48/12
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Die Zulässigkeit eines an das Beschwerdegericht gerichteten Antrags auf Einstellung der Vollstreckung setzt nicht voraus, dass zuvor ein Antrag nach § 120 Abs. 2 Satz 2 FamFG beim erstinstanzlichen Gericht gestellt wurde (so auch OLG Hamburg vom 26.04.2012 - 2 UF 48/12, juris; OLG Düsseldorf vom 28.01.2013 - II-7 UF 230/12, FamRZ 2014, 870 m.w.N.;… Keidel/Weber, FamFG, 19. Auflage 2017, § 120 Rn. 14, 18;… Musielak/Borth/Grandel, FamFG, 5. Auflage 2015, § 120 Rn. 3 ; a.A. OLG Frankfurt vom 12.08.2014 - 6 UF 205/14, FamRZ 2015, 1223; vgl. auch OLG Frankfurt vom 15.06.2015 - 6 UF 105/15, FamRZ 2016, 76).Dies muss grundsätzlich auch in Unterhaltssachen gelten; denn das Tatbestandsmerkmal des unersetzlichen Nachteils ist für sich genommen unabhängig von der zu vollstreckenden Forderung (vgl. OLG Rostock vom 07.03.2011 - 10 UF 219/10, FamRZ 2011, 1679;… OLG Stuttgart vom 20.11.2014 - 18 UF 239/14 , FamRZ 2015, 777 , juris Rn. 8 ; OLG Frankfurt vom 12.03.2010 - 2 UF 362/09, FamRZ 2010, 1370; OLG Bremen vom 21.09.2010 - 4 UF 94/10, FamRZ 2011, 322; a.A. etwa OLG Hamburg vom 26.4.2012 - 2 UF 48/12, juris).
Rn. 18 Mit Blick darauf wird in Rechtsprechung und Literatur vielfach die Auffassung vertreten, das Risiko der Nichtrealisierbarkeit eines späteren Rückforderungsanspruchs reiche im Fall der Vollstreckung (jedenfalls) laufender Unterhaltsforderungen ausnahmsweise nicht aus, um die Einstellungsvoraussetzung des nicht ersetzbaren Nachteils zu begründen (…so OLG Hamm a.a.O.;… OLG Brandenburg a.a.O.; OLG Hamburg vom 26.04.2012 - 2 UF 48/12, juris Rn. 16;… Zöller/Lorenz bzw. Herget, ZPO, 31. Auflage 2016, § 120 FamFG Rn. 3 sowie § 707 ZPO Rn. 13 a.E.;… Keidel/Weber, FamFG, 19. Auflage 2017, § 120 Rn. 17; entsprechend bereits zum früheren Recht: OLG Koblenz vom 29.07.2004 - 11 UF 387/04, FamRZ 2005, 468).
- OLG Frankfurt, 15.06.2015 - 6 UF 105/15
Zeitpunkt für Grundentscheidung über Vollstreckungsschutz
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Die Zulässigkeit eines an das Beschwerdegericht gerichteten Antrags auf Einstellung der Vollstreckung setzt nicht voraus, dass zuvor ein Antrag nach § 120 Abs. 2 Satz 2 FamFG beim erstinstanzlichen Gericht gestellt wurde (so auch OLG Hamburg vom 26.04.2012 - 2 UF 48/12, juris; OLG Düsseldorf vom 28.01.2013 - II-7 UF 230/12, FamRZ 2014, 870 m.w.N.;… Keidel/Weber, FamFG, 19. Auflage 2017, § 120 Rn. 14, 18;… Musielak/Borth/Grandel, FamFG, 5. Auflage 2015, § 120 Rn. 3 ; a.A. OLG Frankfurt vom 12.08.2014 - 6 UF 205/14, FamRZ 2015, 1223; vgl. auch OLG Frankfurt vom 15.06.2015 - 6 UF 105/15, FamRZ 2016, 76).Jedenfalls in diesen Fällen hat die vom Gesetzgeber - gegen die Stellungnahme des Bundesrats (BT-Drucksache 16/6308 S. 373) - vorgenommene Ausgestaltung die Bedeutung des Unterhalts zur Sicherung des Lebensbedarfs des Unterhaltsgläubigers klar zum Ausdruck gebracht (vgl. BT-Drucksache 16/6308 S. 412 sowie OLG Frankfurt vom 15.06.2015 - 6 UF 105/15, FamRZ 2016, 76, juris - Rn. 3).
- OLG Bremen, 21.09.2010 - 4 UF 94/10
Einstellung der Zwangsvollstreckung aus einem Unterhaltstitel; Begriff des nicht …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Dies muss grundsätzlich auch in Unterhaltssachen gelten; denn das Tatbestandsmerkmal des unersetzlichen Nachteils ist für sich genommen unabhängig von der zu vollstreckenden Forderung (vgl. OLG Rostock vom 07.03.2011 - 10 UF 219/10, FamRZ 2011, 1679;… OLG Stuttgart vom 20.11.2014 - 18 UF 239/14 , FamRZ 2015, 777 , juris Rn. 8 ; OLG Frankfurt vom 12.03.2010 - 2 UF 362/09, FamRZ 2010, 1370; OLG Bremen vom 21.09.2010 - 4 UF 94/10, FamRZ 2011, 322; a.A. etwa OLG Hamburg vom 26.4.2012 - 2 UF 48/12, juris).Andere Oberlandesgerichte und Literaturstimmen lehnen dies ausdrücklich ab (…etwa OLG Düsseldorf vom 28.01.2013 - II-7 UF 230/12, juris Rn. 20; OLG Bremen vom 21.09.2010 - 4 UF 94/10, FamRZ 2011, 322, juris Rn. 12;… Prütting/Helms, FamFG, 4. Auflage 2018, § 120 Rn. 7).
- OLG Düsseldorf, 28.01.2013 - 7 UF 230/12
Einstellung der Zwangsvollstreckung aus einem Unterhaltstitel in der …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Die Zulässigkeit eines an das Beschwerdegericht gerichteten Antrags auf Einstellung der Vollstreckung setzt nicht voraus, dass zuvor ein Antrag nach § 120 Abs. 2 Satz 2 FamFG beim erstinstanzlichen Gericht gestellt wurde (so auch OLG Hamburg vom 26.04.2012 - 2 UF 48/12, juris; OLG Düsseldorf vom 28.01.2013 - II-7 UF 230/12, FamRZ 2014, 870 m.w.N.;… Keidel/Weber, FamFG, 19. Auflage 2017, § 120 Rn. 14, 18;… Musielak/Borth/Grandel, FamFG, 5. Auflage 2015, § 120 Rn. 3 ; a.A. OLG Frankfurt vom 12.08.2014 - 6 UF 205/14, FamRZ 2015, 1223; vgl. auch OLG Frankfurt vom 15.06.2015 - 6 UF 105/15, FamRZ 2016, 76).Andere Oberlandesgerichte und Literaturstimmen lehnen dies ausdrücklich ab (etwa OLG Düsseldorf vom 28.01.2013 - II-7 UF 230/12, juris Rn. 20;… OLG Bremen vom 21.09.2010 - 4 UF 94/10, FamRZ 2011, 322, juris Rn. 12;… Prütting/Helms, FamFG, 4. Auflage 2018, § 120 Rn. 7).
- BSG, 06.10.2011 - B 14 AS 66/11 R
Arbeitslosengeld II - Einkommensberücksichtigung - Überbrückungsdarlehen bzw …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Rn. 15 Für einen "nachträglichen" Anspruch ab Antragstellung könnte zwar anzuführen sein, dass nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts als Einkommen im Sinne des § 11 Abs. 1 SGB II nur solche Einnahmen in Geld oder Geldeswert anzusehen sind, die eine Veränderung des Vermögensstandes dessen bewirken, der solche Einkünfte hat; der Zuwachs muss dem Leistungsberechtigten zur endgültigen Verwendung verbleiben, denn nur dann lässt er seine Hilfebedürftigkeit in Höhe der Zuwendungen dauerhaft entfallen (BSG vom 06.10.2011 - B 14 AS 66/11 R, juris Rn. 17;… ebenso Hengelhaupt in: Hauck/Noftz, SGB, § 11 SGB II, Rn. 225 [Stand 01/2015]). - BGH, 27.10.1999 - XII ZR 239/97
Zuvielzahlung von Unterhalt aufgrund einer einstweiligen Anordnung zur …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Rn. 10 Die Problematik des Entreicherungseinwands stellt sich jedenfalls nach früherem Recht im Fall der Vollstreckung aus einstweiligen Anordnungen, weil der - vermeintliche - Unterhaltsschuldner in dieser Konstellation bei späterem Obsiegen in einem Hauptsacheverfahren Rückzahlungsansprüche lediglich auf § 812 BGB stützen kann (vgl. zu den Anspruchsgrundlagen eingehend BGH vom 27.10.1999 - XII ZR 239/97, BGHZ 143, 65, juris Rn. 15 ff.). - BGH, 30.01.2007 - X ZR 147/06
Einstellung der Zwangsvollstreckung wegen eines nicht zu ersetzenden Nachteils; …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Rn. 16 bb) Allgemein steht außer Frage, dass die Zwangsvollstreckung zu einem nicht zu ersetzenden Nachteil führt, wenn ein ernstzunehmendes Risiko besteht, dass der Titelgläubiger im Falle einer Abänderung des Vollstreckungstitels wegen Mittellosigkeit nicht in der Lage wäre, beigetriebene oder zur Abwendung der Vollstreckung gezahlte Geldbeträge zurückzuerstatten (vgl. BGH vom 30.01.2007 - X ZR 147/06, NJW-RR 2007, 1138). - OLG Karlsruhe, 20.08.2013 - 18 UF 151/13
Familienstreitsache: Aufhebung der Anordnung der sofortigen Wirksamkeit einer …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Die §§ 714 bis 720 ZPO sind von der Globalverweisung des § 120 Abs. 1 FamFG umfasst, soweit sie nicht mit vorrangigen Regelungen des FamFG in Konflikt geraten (vgl. Senatsbeschluss vom 20.08.2013 - 18 UF 151/13 , FamRZ 2014, 869 , juris Rn. 7 m.w.N.), was hier nicht der Fall ist. - OLG Frankfurt, 12.08.2014 - 6 UF 205/14
Grundentscheidung über den Vollstreckungsschutz
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Die Zulässigkeit eines an das Beschwerdegericht gerichteten Antrags auf Einstellung der Vollstreckung setzt nicht voraus, dass zuvor ein Antrag nach § 120 Abs. 2 Satz 2 FamFG beim erstinstanzlichen Gericht gestellt wurde (so auch OLG Hamburg vom 26.04.2012 - 2 UF 48/12, juris; OLG Düsseldorf vom 28.01.2013 - II-7 UF 230/12, FamRZ 2014, 870 m.w.N.;… Keidel/Weber, FamFG, 19. Auflage 2017, § 120 Rn. 14, 18;… Musielak/Borth/Grandel, FamFG, 5. Auflage 2015, § 120 Rn. 3 ; a.A. OLG Frankfurt vom 12.08.2014 - 6 UF 205/14, FamRZ 2015, 1223; vgl. auch OLG Frankfurt vom 15.06.2015 - 6 UF 105/15, FamRZ 2016, 76). - OLG Koblenz, 29.07.2004 - 11 UF 387/04
Voraussetzungen der einstweiligen Einstellung der Zwangsvollstreckung ohne …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.11.2017 - 18 UF 227/17
Rn. 18 Mit Blick darauf wird in Rechtsprechung und Literatur vielfach die Auffassung vertreten, das Risiko der Nichtrealisierbarkeit eines späteren Rückforderungsanspruchs reiche im Fall der Vollstreckung (jedenfalls) laufender Unterhaltsforderungen ausnahmsweise nicht aus, um die Einstellungsvoraussetzung des nicht ersetzbaren Nachteils zu begründen (…so OLG Hamm a.a.O.;… OLG Brandenburg a.a.O.;… OLG Hamburg vom 26.04.2012 - 2 UF 48/12, juris Rn. 16;… Zöller/Lorenz bzw. Herget, ZPO, 31. Auflage 2016, § 120 FamFG Rn. 3 sowie § 707 ZPO Rn. 13 a.E.;… Keidel/Weber, FamFG, 19. Auflage 2017, § 120 Rn. 17; entsprechend bereits zum früheren Recht: OLG Koblenz vom 29.07.2004 - 11 UF 387/04, FamRZ 2005, 468). - OLG Stuttgart, 20.11.2014 - 18 UF 239/14
Zwangsvollstreckung in Unterhaltssachen: Darlegungslast bei Antrag auf vorläufige …
- OLG Rostock, 07.03.2011 - 10 UF 219/10
Einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung aus einem Unterhaltsbeschluss; …
- OLG Frankfurt, 12.03.2010 - 2 UF 362/09
Einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung aus einem Beschluss über …
- OLG Hamm, 30.09.2011 - 10 UF 196/11
Einstellung der Zwangsvollstreckung aus einem Unterhaltstitel wegen eines nicht …
- OLG Brandenburg, 24.04.2014 - 13 UF 26/14
- OLG Frankfurt, 29.06.2018 - 1 UF 11/18
Vollstreckungsschutz gegen Unterhaltsforderungen
Die Zulässigkeit des Antrags nach § 120 Abs. 2 S. 3 FamFG setzt nicht voraus, dass bereits in der ersten Instanz Vollstreckungsschutz erstrebt wurde (OLG Frankfurt, NZFam 2015, 426; OLG Frankfurt MDR 2015, 1078; OLG Bremen, Beschluss FamRZ 2011, 322; OLG Hamm FamRZ 2011, 1678; OLG Hamburg, Beschluss FamRB 2012, 279; OLG Düsseldorf FamRZ 2014, 870; OLG Brandenburg FamRZ 2014, 866; OLG Karlsruhe NJW 2018, 1409;… Keidel/Weber, FamFG, 19. Aufl., § 120 Rn. 14;… Bahrenfuss/Blank, FamFG, 3. Aufl., § 120 Rn. 7;… MüKo/Fischer, FamFG, 2. Aufl., § 120 Rn. 15;… Musielak/Borth/Grandel, 6. Aufl., FamFG, § 120 Rn. 3;… a.A. Bumiller/Harders/Schwamb, FamFG, 11. Aufl.;… § 120 Rn. 6).Nur ausnahmsweise wird der Gläubiger auf die Nachzahlung sofort angewiesen sein, etwa wenn er zum Bestreiten des Lebensunterhalts aufgenommene Schulden sofort zurückzuzahlen hat (OLG Brandenburg FamRZ 2014, 866, zitiert nach juris Rn.18;… Musielak/Borth/Borth/Grandel, FamFG, 6. Aufl., § 120 Rn. 4; vgl. für die Würdigung auf der Ermessensebene OLG Karlsruhe NJW 2018, 1409, zitiert nach juris Rn. 17; a.A. OLG Düsseldorf FamRZ 2014, 870, zitiert nach juris Rn.20).
Für die Einstellung der Vollstreckung von Unterhaltsrückständen im obigen Sinne reicht die - unwidersprochene - Darlegung des endgültigen Verlustes an den nach Verbrauch zur Rückerstattung unfähigen Gläubiger deshalb grundsätzlich aus, um einen nicht zu ersetzenden Nachteil geltend zu machen (OLG Brandenburg FamRZ 2014, 866, zitiert nach juris Rn.18; OLG Karlsruhe NJW 2018, 1409, zitiert nach juris Rn.16).
- OLG Düsseldorf, 13.03.2020 - 22 U 222/19
Angelieferte, aber nicht eingebaute Bauteile sind keine erbrachten Leistungen!
Da der Vollstreckungsbescheid vom 23.01.2018, der einem für vorläufig vollstreckbaren Versäumnisurteil gem. § 700 Abs. 1 ZPO gleichsteht, aus den vorstehenden Gründen aufzuheben und die Klage abzuweisen ist, ist die Klägerin verpflichtet, den Zustand vor der von ihr betriebenen Vollstreckung wiederherzustellen und an die Beklagte alles zurückzugeben, was sie in der Vollstreckung von dieser erlangt hat (vgl. OLG Karlsruhe, Urteil vom 30.11.2017, 18 UF 227/17;… Zöller-Herget, a.a.O., § 717, Rn 6 mwN). - OLG München, 07.02.2024 - 12 UF 268/23
Nachholen einer unterlassenen Anordnung der sofortigen Wirksamkeit durch das …
Einer - angesichts des einheitlichen Gesetzeswortlauts schwer zu begründenden - restriktiven Auslegung des Tatbestandsmerkmals "nicht zu ersetzender Nachteil" im Fall der Vollstreckung laufender Unterhaltsforderungen bedarf es insoweit nicht (OLG Karlsruhe NJW 2018, 1409).Atypische Sonderfälle, in denen eine Einstellung der Vollstreckung ausnahmsweise in Betracht kommen könnte, wären etwa Fälle evidenter Begründetheit der gegen den zu vollstreckenden Titel gerichteten Beschwerde oder Fälle exorbitant hoher Unterhaltsverpflichtungen (OLG Karlsruhe NJW 2018, 1409).
- OLG Karlsruhe, 26.08.2020 - 20 UF 84/20
Möglichkeit einer Vollstreckung bei absehbar zu erwartenden höheren Einkünften …
Auch setzt die Zulässigkeit eines an das Beschwerdegericht gerichteten Antrags auf Einstellung der Vollstreckung richtigerweise nicht voraus, dass zuvor beim erstinstanzlichen Gericht ein Antrag nach § 120 Abs. 2 Satz 2 FamFG gestellt wurde (OLG Frankfurt…, Beschluss vom 29.06.2018 - 1 UF 11/18 -, Rn. 5, juris; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 30.11.2017 - 18 UF 227/17 -, Rn. 7 , juris, jeweils m.w.N.).Danach muss jedenfalls für die Vollstreckung von laufendem Unterhalt die spätere Nichtrealisierbarkeit der Rückzahlung als eine normale Folge der vorläufigen Vollstreckung vom Schuldner grundsätzlich hingenommen werden (vgl. etwa OLG Brandenburg, Beschluss vom 03.06.2019 - 13 UF 71/19 -, juris; OLG Frankfurt, Beschluss vom 29.06.2018 - 1 UF 11/18 -, juris), zumindest als Ergebnis der nach § 120 Abs. 2 Satz 3 gebotenen Interessenabwägung ( OLG Karlsruhe, Beschluss vom 30.11.2017 - 18 UF 227/17 -, Rn. 12 ff.).
- OLG Rostock, 12.06.2025 - 10 UF 16/25
Vollstreckungsschutz: Geltendmachung eines nicht zu ersetzenden Nachteils gegen …
Auch setzt die Zulässigkeit eines an das Beschwerdegericht gerichteten Antrags auf Einstellung der Vollstreckung richtigerweise nicht voraus, dass zuvor beim erstinstanzlichen Gericht ein Antrag nach § 120 Abs. 2 Satz 2 FamFG gestellt wurde (OLG Frankfurt…, Beschluss vom 29.06.2018 - 1 UF 11/18 -, Rn. 5, juris; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 30.11.2017 - 18 UF 227/17 -, Rn. 7, juris, jeweils m.w.N.).
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