Rechtsprechung
| BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24 |
Volltextveröffentlichungen (8)
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- rechtsinformationen.bund.de
Pflicht zur elektronischen Kommunikation auch bei Klageanbringung beim FA
- rechtsprechung-im-internet.de
Art 19 Abs 4 S 1 GG, § 47 Abs 1 S 1 FGO, § 47 Abs 2 FGO, § 52a Abs 4 S 1 Nr 2 FGO, § 52d S 1 FGO
Pflicht zur elektronischen Kommunikation auch bei Klageanbringung beim FA - IWW
§ ... 52d Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO), § 47 Abs. 2 FGO, § 52d FGO, § 52a FGO, § 126 Abs. 2 FGO, § 52d Satz 3 FGO, § 56 FGO, § 47 Abs. 1 Satz 1 FGO, § 64 Abs. 1 Satz 1 FGO, § 52d Satz 1 FGO, § 52d Satz 2 FGO, § 52a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FGO, § 155 Satz 1 FGO, § 253 Abs. 4 der Zivilprozessordnung (ZPO), § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO, § 47 Abs. 2 Satz 1 FGO, § 47 Abs. 2 Satz 1 Alternative 2 FGO, § 47 Abs. 2 Satz 1 Alternative 1 FGO, § 64 Abs. 1 FGO, § 52d Satz 1 und 2 FGO, Art. 19 Abs. 4 Satz 1 des Grundgesetzes (GG), Art. 19 Abs. 4 GG, § 56 Abs. 1 FGO, § 56 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 1 FGO, § 85 Abs. 2 ZPO, § 56 Abs. 2 FGO, § 234 Abs. 2 ZPO, § 56 Abs. 2 Satz 1 und 3 FGO, § 135 Abs. 2 FGO
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Pflicht zur elektronischen Kommunikation auch bei Klageanbringung beim FA
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Pflicht zur elektronischen Kommunikation auch bei Klageanbringung beim FA
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Pflicht zur elektronischen Kommunikation auch bei Klageanbringung beim FA
Sonstiges (4)
- Bundesfinanzhof (Verfahrensmitteilung)
FGO § 52d S 2
- IWW (Verfahrensmitteilung)
FGO § 52d S 2
Klage, Einreichung, Elektronischer Rechtsverkehr, Steuerberater - nwb.de (Verfahrensmitteilung)
FGO § 52d S 2
Einreichung; Elektronischer Rechtsverkehr; Klage; Steuerberater - Bundesfinanzhof (Terminmitteilung)
Verfahrensgang
- FG Berlin-Brandenburg, 20.03.2024 - 9 K 9108/23
- BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (20)
- BFH, 06.08.2025 - X R 13/23
Zumindest Gewährung von Wiedereinsetzung bei Klageerhebung per Telefax vor Zugang …
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
An den geäußerten Zweifeln hält der X. Senat des BFH im Übrigen nicht mehr fest (s. Urteil vom 06.08.2025 - X R 13/23, BStBl II 2025, 942).Die Frist beginnt vielmehr schon dann, wenn das Weiterbestehen des Hindernisses nicht mehr als unverschuldet angesehen werden kann; also nicht erst mit dem (späteren) Wegfall des Hindernisses, sondern bereits mit dem (früheren) Zeitpunkt, zu dem die Verhinderung im Sinne des § 56 Abs. 1 FGO als verschuldet anzusehen ist (BFH-Urteil vom 06.08.2025 - X R 13/23, BStBl II 2025, 942, Rz 20, m.w.N.; Brandis in Tipke/Kruse, § 56 FGO Rz 17; Söhn in HHSp, § 56 FGO Rz 464).
Ist schließlich das Hindernis weggefallen, muss er die versäumte Rechtshandlung innerhalb der von diesem Zeitpunkt an gerechneten Wiedereinsetzungsfrist nachholen (BFH-Urteil vom 06.08.2025 - X R 13/23, BStBl II 2025, 942, Rz 21).
- BFH, 11.08.2023 - VI B 74/22
Übermittlung elektronischer Dokumente durch Steuerberater ab dem 01.01.2023
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Rn. 15 b) Für die in § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO genannten Steuerberater steht seit dem 01.01.2023 mit dem beSt ein sicherer Übermittlungsweg im Sinne des § 52a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FGO zur Verfügung (ebenso BFH-Beschluss vom 08.05.2024 - II R 3/23, Rz 16; ausführlich Senatsbeschluss vom 11.08.2023 - VI B 74/22, Rz 6 ff.).§ 52d Satz 3 FGO ist nur bei (vorübergehenden) technischen Problemen bei Verwendung des vollständig eingerichteten beSt, nicht hingegen bei Verzögerungen bei dessen Einrichtung anwendbar (Senatsbeschluss vom 11.08.2023 - VI B 74/22, Rz 24, m.w.N.; BFH-Beschluss vom 16.01.2024 - VIII B 141/22, Rz 12).
Der System-Rollout für das beSt war bereits am 17.03.2023 (s. Senatsbeschluss vom 11.08.2023 - VI B 74/22, Rz 12) abgeschlossen.
- BVerfG, 23.06.2025 - 1 BvR 1718/24
Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde betreffend die Nutzungspflicht des besonderen …
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den Beschlüssen des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 20.08.2024 - 1 BvR 1409/24 und vom 23.06.2025 - 1 BvR 1718/24.Die dahingehenden Gründe, insbesondere die zum Jahreswechsel 2022/2023 vom BVerfG festgestellte komplexe Übergangssituation betreffend die Nutzung des beSt (BVerfG-Beschluss vom 23.06.2025 - 1 BvR 1718/24) oder zum Beispiel im Einzelfall fehlerhaft erteilte Auskünfte von Mitarbeitern der Bundessteuerberaterkammer, Irrtümer betreffend den zeitlichen, sachlichen und personellen Anwendungsbereich von § 52d FGO, mangels Hinweis auf § 52d FGO vermeintlich rechtsfehlerhafte Rechtsbehelfsbelehrungen sowie technische und organisatorische Schwierigkeiten bei der Einrichtung des beSt, berühren die Unwirksamkeit der Rechtshandlung nicht.
- BFH, 22.10.2024 - VIII R 19/22
Benutzungspflicht des beSt für Steuerberatungsgesellschaften ab dem 01.01.2023; …
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Rn. 16 Der Senat teilt zudem nicht die im Beschluss des X. Senats des BFH vom 17.04.2024 - X B 68, 69/23 (BFHE 284, 237, BStBl II 2025, 932, Rz 17 ff.) --in einem nicht tragenden Teil der Entscheidung-- geäußerten Zweifel zu der Frage, ob zum 01.01.2023 ein auf gesetzlicher Grundlage wirksam errichteter sicherer Übermittlungsweg im Sinne des § 52d Satz 2 i.V.m. § 52a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FGO bestand und schließt sich insoweit den Ausführungen des VIII. Senats des BFH an (hierzu ausführlich BFH-Urteil vom 22.10.2024 - VIII R 19/22, Rz 24 ff.).Rn. 17 c) Die Nutzungspflicht ab dem 01.01.2023 wird auch nicht davon berührt, ob das beSt zu diesem Datum tatsächlich freigeschaltet ist, ob dem Inhaber des beSt die für dessen Nutzung vorzuhaltenden erforderlichen technischen Einrichtungen zur Verfügung stehen oder ob er das beSt in die Kanzleisoftware implementiert hat (BFH-Urteil vom 22.10.2024 - VIII R 19/22, Rz 23; BFH-Beschlüsse vom 23.01.2024 - IV B 46/23, Rz 5, und vom 11.04.2024 - XI B 59/23, Rz 8 ff.).
- BFH, 08.05.2024 - II R 3/23
Verpflichtung zur Nutzung des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfachs
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Rn. 15 b) Für die in § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO genannten Steuerberater steht seit dem 01.01.2023 mit dem beSt ein sicherer Übermittlungsweg im Sinne des § 52a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FGO zur Verfügung (ebenso BFH-Beschluss vom 08.05.2024 - II R 3/23, Rz 16; ausführlich Senatsbeschluss vom 11.08.2023 - VI B 74/22, Rz 6 ff.).Der Formverstoß führt zur Unwirksamkeit und schließt damit insbesondere eine Fristwahrung aus (z.B. Senatsbeschluss vom 02.02.2024 - VI S 23/23, Rz 10, und BFH-Beschluss vom 08.05.2024 - II R 3/23, Rz 14).
- BGH, 05.04.2011 - VIII ZB 81/10
Beginn der Wiedereinsetzungsfrist bei krankheitsbedingter Hinderung an der …
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Maßgebend für den Fristbeginn ist damit der Zeitpunkt, in dem der Verantwortliche bei Anwendung der unter den gegebenen Umständen von ihm zu erwartenden Sorgfalt die eingetretene Säumnis hätte erkennen müssen, also der Irrtum darüber nicht mehr unverschuldet ist, beziehungsweise er das Hindernis hätte beheben können und müssen (vgl. z.B. Beschlüsse des Bundesgerichtshofs vom 05.04.2011 - VIII ZB 81/10, Rz 9, und vom 19.06.2008 - V ZB 29/08, Rz 5, jeweils zu § 234 Abs. 2 ZPO; BVerfG-Beschluss vom 02.06.1992 - 2 BvR 1401/91, 2 BvR 254/92, BVerfGE 86, 280, unter B.2.a). - BVerfG, 02.06.1992 - 2 BvR 1401/91
Wiedereinsetzung - Fristversäumung - Ausländer - Sprachunkundiger Asylbewerber
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Maßgebend für den Fristbeginn ist damit der Zeitpunkt, in dem der Verantwortliche bei Anwendung der unter den gegebenen Umständen von ihm zu erwartenden Sorgfalt die eingetretene Säumnis hätte erkennen müssen, also der Irrtum darüber nicht mehr unverschuldet ist, beziehungsweise er das Hindernis hätte beheben können und müssen (vgl. z.B. Beschlüsse des Bundesgerichtshofs vom 05.04.2011 - VIII ZB 81/10, Rz 9, und vom 19.06.2008 - V ZB 29/08, Rz 5, jeweils zu § 234 Abs. 2 ZPO; BVerfG-Beschluss vom 02.06.1992 - 2 BvR 1401/91, 2 BvR 254/92, BVerfGE 86, 280, unter B.2.a). - BFH, 09.04.2018 - X R 9/18
Anforderungen an einen auf Krankheit bzw. Handlungsunfähigkeit gestützten …
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Wer geschäftsmäßig fremde Rechtsangelegenheiten besorgt, muss --zur Vermeidung eines Organisationsverschuldens-- überdies grundsätzlich dafür Vorkehrungen treffen, dass auch bei einer nicht vorhergesehenen Erkrankung Fristen in den Verfahren gewahrt werden, deren Betreuung er im Rahmen des betreffenden Geschäftsbetriebes übernommen hat (ständige Rechtsprechung, s. z.B. BFH-Beschluss vom 09.04.2018 - X R 9/18, Rz 15, m.w.N.). - BFH, 22.01.2025 - IX B 71/24
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Fehlern des Gerichts
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Die Tatsachen, die eine Wiedereinsetzung rechtfertigen können, sind innerhalb dieser Frist vollständig, substantiiert und in sich schlüssig darzulegen (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 22.01.2025 - IX B 71/24, Rz 15, m.w.N.). - BFH, 13.06.2013 - VIII B 99/12
Wiedereinsetzung - Tod einer nahestehenden Person
Auszug aus BFH, 19.02.2026 - VI R 17/24
Beim plötzlichen Tod eines nahen Angehörigen kommt es darauf an, ob die Fristwahrung nach den Umständen des konkreten Einzelfalls zumutbar war (s. BFH-Beschluss vom 13.06.2013 - VIII B 99/12, Rz 2, m.w.N.). - BGH, 19.06.2008 - V ZB 29/08
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumung der …
- BFH, 27.04.2022 - XI B 8/22
Zu den Folgen einer unterlassenen elektronischen Übermittlung einer …
- BFH, 15.05.2024 - VII R 26/22
Revisionseinlegung per Telefax durch eine Behörde
- BFH, 23.01.2024 - IV B 46/23
Pflicht zur Nutzung des beSt für Steuerberatungsgesellschaften ab dem 01.01.2023 …
- BFH, 16.01.2024 - VIII B 141/22
Übermittlung elektronischer Dokumente durch Steuerberater ab dem 01.01.2023
- BFH, 02.02.2024 - VI S 23/23
Übermittlung elektronischer Dokumente durch einen Steuerberater und …
- BFH, 07.10.2025 - IX R 7/24
Pflicht zur elektronischen Kommunikation auch bei Klageanbringung beim Finanzamt
- BFH, 11.04.2024 - XI B 59/23
Zur Nutzungspflicht des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfachs (beSt)
- BVerfG, 20.08.2024 - 1 BvR 1409/24
Nichtannahmebeschluss: Einordnung des besonderen elektronischen …
- FG Berlin-Brandenburg, 20.03.2024 - 9 K 9108/23
Anbringen einer Klage in Papierform beim Finanzamt durch einen Steuerberater
- BFH, 17.09.2025 - X R 11/24
Verhältnis zwischen § 47 Abs. 2 und § 52d FGO
Die ersten instanzgerichtlichen Entscheidungen sind erst mehrere Monate später getroffen worden (vgl. neben den im vorliegenden Verfahren angegriffenen Urteilen des Niedersächsischen FG vom 16.04.2024 auch die Urteile des FG München vom 29.02.2024 - 13 K 1318/23, EFG 2024, 1695, Revision anhängig unter IX R 7/24, und des FG Berlin-Brandenburg vom 20.03.2024 - 9 K 9108/23, EFG 2024, 1601, Revision anhängig unter VI R 17/24. - FG Hessen, 10.10.2024 - 10 K 1032/23
Rollenbezogenes Verständnis der Pflicht zur Nutzung des elektronischen …
Dabei berührt die Möglichkeit der Fristwahrung durch Anbringung der Klage beim FA nach § 47 Abs. 2 FGO die Formanforderungen nach § 52d FGO nicht (Niedersächsisches FG, Urteil vom 16.04.2024 - 13 K 114/23, EFG 2024, 1420, Rev. BFH X R 11/24; FG München, Urteil vom 29.02.2024 - 13 K 1318/23, nv., zitiert nach juris, Rev. BFH XI R 7/24; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20.03.2024 - 9 K 9108/23, EFG 2024, 1601, Rev. BFH VI R 17/24).
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