Rechtsprechung
| BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Ordnungsgemäße Unterschrift der Revisionsschrift - Verspätete Einlegung eines Einspruchs gegen einen Haftungsbescheid - Bekanntgabe eines Haftungsbescheides an den Haftungsschuldner oder an dessen Bevollmächtigten
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ... (26) Zitiert selbst (14)
- BFH, 30.05.1984 - I R 2/84
Revision - Form - Schriftlich eingelegte Revision - Unterschrift - Willkürliche …
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Dazu gehört, daß mindestens einzelne Buchstaben zu erkennen sind, weil es sonst an dem Merkmal einer Schrift überhaupt fehlt (Beschlüsse des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 25. März 1983 III R 64/82, BFHE 138, 151, BStBl II 1983, 479; vom 8. März 1984 I R 50/81, BFHE 140, 424, BStBl II 1984, 445; vom 30. Mai 1984 I R 2/84, BFHE 141, 223, BStBl II 1984, 669, jeweils m. w. N. und Hinweisen auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - BGH -).Willkürliche Linien und Striche genügen nicht; es ist ein Schriftzug erforderlich, dessen Entstehung aus einer Schrift in Buchstaben jedenfalls noch wahrnehmbar ist (BFHE 141, 223, BStBl II 1984, 669; BGH-Beschluß vom 24. Februar 1983 I ZB 8/82, Versicherungsrecht -VersR - 1983, 555).
Eine Paraphe anstelle der erforderlichen Unterschrift genügt nicht (BFHE 140, 424, BStBl II 1984, 445; BFHE 141, 223, BStBl II 1984, 669, m. w. N.).
- BFH, 30.07.1980 - I R 148/79
Steuerberater - Steuerbescheide - Mitteilungspflicht
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Es steht demnach bei der Bestellung eines Bevollmächtigten grundsätzlich im Ermessen der Behörde, ob sie einen Steuer- oder Haftungsbescheid dem Steuerpflichtigen oder Haftungsschuldner oder dessen Bevollmächtigten bekanntgibt (vgl. BFH-Urteil vom 30. Juli 1980 I R 148/79, BFHE 131, 270, BStBl II 1981, 3, und Tipke / Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 12. Aufl., § 122 AO 1977 Tz. 21).Desgleichen sind - unabhängig von der Form der Bekanntgabe - die Verwaltungsakte dann dem Bevollmächtigten bekanntzugeben, wenn dieser dem FA gegenüber ausdrücklich als Empfangsbevollmächtigter benannt worden ist (vgl. § 123 AO 1977; BFH-Urteile vom 1. August 1975 III R 58/74, BFHE 116, 467, BStBl II 1975, 894, und in BFHE 131, 270, BStBl II 1981, 3, 4;… Tipke / Kruse, a. a. O., § 122 AO 1977 Tz. 22).
- BFH, 08.03.1984 - I R 50/81
Rechtsanwalt - Revisionsbegründung - Begründung der Revision - Formerfordernis …
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Dazu gehört, daß mindestens einzelne Buchstaben zu erkennen sind, weil es sonst an dem Merkmal einer Schrift überhaupt fehlt (Beschlüsse des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 25. März 1983 III R 64/82, BFHE 138, 151, BStBl II 1983, 479; vom 8. März 1984 I R 50/81, BFHE 140, 424, BStBl II 1984, 445; vom 30. Mai 1984 I R 2/84, BFHE 141, 223, BStBl II 1984, 669, jeweils m. w. N. und Hinweisen auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - BGH -).Eine Paraphe anstelle der erforderlichen Unterschrift genügt nicht (BFHE 140, 424, BStBl II 1984, 445; BFHE 141, 223, BStBl II 1984, 669, m. w. N.).
- BFH, 09.12.1980 - VIII R 122/78
Empfangsberechtigter - Zwangsvollstreckung - Zustellung - Zustellungsmangel
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Empfangsberechtigter i. S. dieser Vorschrift ist jedoch, wie das FG zutreffend ausgeführt hat, nicht der materiell von dem Bescheid Betroffene, sondern derjenige, an den die Zustellung des Bescheides nach dem Gesetz zu richten war, das heißt, im Falle des Vorliegens einer Vollmacht wie im Streitfalle der Bevollmächtigte (BFH-Urteil vom 9. Dezember 1980 VIII R 122/78, BFHE 132, 380, BStBl II 1981, 450; Urteil in EFG 1982, 216).Die fehlerhafte Zustellung des Haftungsbescheids an den Kläger (Vertretenen) ist aber gemäß § 9 Abs. 1 VwZG in dem Zeitpunkt geheilt worden, in dem der Empfangsberechtigte, der auch der Prozeßbevollmächtigte des vorliegenden gerichtlichen Verfahrens ist, den Bescheid nachweislich erhalten hat (vgl. BFH-Urteile vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367; ebenso wohl auch in BFHE 132, 380, BStBl II 1981, 450; a. A. FG Berlin in EFG 1982, 216).
- BFH, 01.08.1975 - III R 58/74
Ausfertigung - Steuerbescheid - Ausfertigungsmerkmale - Bescheid an …
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Desgleichen sind - unabhängig von der Form der Bekanntgabe - die Verwaltungsakte dann dem Bevollmächtigten bekanntzugeben, wenn dieser dem FA gegenüber ausdrücklich als Empfangsbevollmächtigter benannt worden ist (vgl. § 123 AO 1977; BFH-Urteile vom 1. August 1975 III R 58/74, BFHE 116, 467, BStBl II 1975, 894, und in BFHE 131, 270, BStBl II 1981, 3, 4;… Tipke / Kruse, a. a. O., § 122 AO 1977 Tz. 22).Die mittels Ersatzzustellung durch Übergabe des Haftungsbescheids an die Ehefrau (§ 3 Abs. 3 VwZG, § 181 Abs. 1 ZPO) bewirkte Zustellung an den Kläger wäre in diesem Falle unwirksam (BFHE 116, 467, BStBl II 1975, 894, m. w. N.; Urteil des FG Berlin vom 23. September 1981 II 391/80, Entscheidungen der Finanzgerichte - EFG - 1982, 216).
- BFH, 08.02.1974 - III R 27/73
Einheitlicher Feststellungsbescheid - Betriebsvermögen - KG - …
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Die fehlerhafte Zustellung des Haftungsbescheids an den Kläger (Vertretenen) ist aber gemäß § 9 Abs. 1 VwZG in dem Zeitpunkt geheilt worden, in dem der Empfangsberechtigte, der auch der Prozeßbevollmächtigte des vorliegenden gerichtlichen Verfahrens ist, den Bescheid nachweislich erhalten hat (vgl. BFH-Urteile vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367; ebenso wohl auch in BFHE 132, 380, BStBl II 1981, 450; a. A. FG Berlin in EFG 1982, 216).Da es im Streitfall um die Einspruchsfrist geht, die mit der Zustellung des Haftungsbescheids in Lauf gesetzt wird, schließt § 9 Abs. 2 VwZG die Heilung des Zustellungsmangels nicht aus (BFH-Urteile vom 8. Februar 1972 VIII R 14/68, BFHE 105, 85, BStBl II 1972, 506, und in BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367).
- BFH, 18.07.1967 - GrS 5/66
Kostenentscheidung nach der notwendigen Zuziehung eines Bevollmächtigten oder …
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Die Entscheidung nach § 139 Abs. 3 Satz 3 FGO gehört sachlich zum Kostenfestsetzungsverfahren, für das das FG als Gericht erster Instanz zuständig ist (Beschluß des Großen Senats des BFH vom 18. Juli 1967 GrS 5-7/66, BFHE 90, 150, 156, BStBl II 1968, 56). - BFH, 11.02.1981 - I R 13/77
Auslegung von Verträgen - Vertragstext - Auslegung
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Denn die Überprüfung der vom FG vorgenommenen Auslegung von Willenserklärungen und Vertragsbeziehungen ist ein Teil der dem Revisionsgericht obliegenden Rechtskontrolle (vgl. BFH-Urteile vom 30. November 1977 I R 27/75, BFHE 124, 56, BStBl II 1978, 149, 151; vom 11. Februar 1981 I R 13/77, BFHE 133, 3, BStBl II 1981, 475, m. w. N.; Beschluß des Bundesverfassungsgerichts - BVerfG - vom 13. November 1984 1 BvR 485/82, 1 BvR 501/82, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung - HFR - 1985, 283; Gräber, Finanzgerichtsordnung, § 118 Anm. 4 A I). - BFH, 30.11.1977 - I R 27/75
Ausscheiden eines Gesellschafters - OHG - Negatives Kapitalkonto - Freistellung …
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Denn die Überprüfung der vom FG vorgenommenen Auslegung von Willenserklärungen und Vertragsbeziehungen ist ein Teil der dem Revisionsgericht obliegenden Rechtskontrolle (vgl. BFH-Urteile vom 30. November 1977 I R 27/75, BFHE 124, 56, BStBl II 1978, 149, 151; vom 11. Februar 1981 I R 13/77, BFHE 133, 3, BStBl II 1981, 475, m. w. N.; Beschluß des Bundesverfassungsgerichts - BVerfG - vom 13. November 1984 1 BvR 485/82, 1 BvR 501/82, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung - HFR - 1985, 283; Gräber, Finanzgerichtsordnung, § 118 Anm. 4 A I). - BFH, 11.10.1977 - VII R 73/74
Verwerfung eines verspäteten Einspruchs - Unzulässigkeit - Klage - …
Auszug aus BFH, 02.10.1986 - VII R 58/83
Denn der Kläger hat im Verfahren vor dem FG und dem BFH zur materiellen Richtigkeit des Haftungsbescheids nicht Stellung genommen (vgl. Urteil des erkennenden Senats vom 11. Oktober 1977 VII R 73/74, BFHE 124, 1, BStBl II 1978, 154). - BFH, 25.03.1983 - III R 64/82
Unterschrift - Revisionsschrift - Schriftbild
- BFH, 08.02.1972 - VIII R 14/68
Zustellung - Geschäftsnummer - Steuernummer des Empfängers - Mangelnde Gewähr - …
- BGH, 24.02.1983 - I ZB 8/82
Anwaltliche Urschrift - Unterzeichnung einer Berufungsschrift - Anforderungen an …
- BVerfG, 13.11.1984 - 1 BvR 485/82
- BFH, 18.01.2007 - IV R 53/05
Zeitliche Geltung der Empfangsvollmacht eines gemeinsamen …
Er ist dem Bevollmächtigten bekannt zu geben, wenn dieser dem FA gegenüber ausdrücklich als Empfangsbevollmächtigter benannt worden ist (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 2. Oktober 1986 VII R 58/83, BFH/NV 1987, 482, …und vom 9. Juni 2005 IX R 25/04, BFH/NV 2006, 225; Tipke in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 122 AO Rz 46).a) Die dem FA gegenüber erklärte Bestellung des Empfangsbevollmächtigten B und der damit verbundene Widerruf der Empfangsvollmacht des A bedürfen als verfahrensrechtliche Willenserklärungen im Einzelfall der Auslegung durch die Tatsacheninstanz (BFH-Urteile vom 19. Oktober 1994 II R 131/91, BFH/NV 1995, 475, und in BFH/NV 1987, 482; Rüsken in Beermann/Gosch, AO § 80 Rz 45).
Sie können revisionsrechtlich nur daraufhin überprüft werden, ob die gesetzlichen Auslegungsregeln der §§ 133, 157 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) beachtet worden sind und nicht gegen Denkgesetze oder Erfahrungssätze verstoßen wurde (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile in BFH/NV 1987, 482, und in BFH/NV 2006, 225;… Gräber/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., § 118 Rz 24).
Denn die vom FG vorgenommene Auslegung von Willenserklärungen ist ein Teil der dem Revisionsgericht obliegenden Rechtskontrolle (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 1987, 482, unter 2.b der Gründe, m.w.N.).
b) Der Umfang der Empfangsvollmacht ist so zu bestimmen wie ein objektiver, mit allen näheren Umständen, unter denen die Vollmachtserklärung abgegeben worden ist, vertrauter Empfänger sie verstehen musste (vgl. BFH-Urteile in BFH/NV 1995, 475, und in BFH/NV 1987, 482).
- BFH, 08.12.1988 - IV R 24/87
Bekanntgabe - Unwirksamkeit - Heilung
Da als Empfangsberechtigter im Sinne des § 9 VwZG (auch) der Bevollmächtigte anzusehen ist (vgl. BFH-Urteil vom 9. Dezember 1980 VIII R 122/78, BFHE 132, 380, BStBl II 1981, 450), ist ein Zustellungsmangel danach in dem Zeitpunkt geheilt, in dem er den Bescheid nachweislich erhalten hat (vgl. BFH-Urteile vom 2. Oktober 1986 VII R 58/83, BFH/NV 1987, 482, und vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367; ebenso wohl auch Urteil in BFHE 132, 380, BStBl II 1981, 450; im gleichen Sinne auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG - vom 15. Januar 1988 8 C 8.86, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 1988, 1612, und für den § 9 VwZG entsprechende Vorschrift des § 187 der Zivilprozeßordnung - ZPO - Beschluß des Bundesgerichtshofs - BGH - vom 21. Dezember 1983 IVb ZB 29/82, NJW 1984, 926). - VG Cottbus, 12.08.2026 - 6 L 380/26
Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes erfolglos, Antrag wegen …
Ebenso ist der Fall zu behandeln, dass der Beteiligte selbst der Behörde gegenüber seinen Vertreter schriftlich eindeutig und unmissverständlich auch zur Entgegennahme von Zustellungen ermächtigt hat, dieser also als Empfangsbevollmächtigter benannt wurde (vgl. BFH…, Urteil vom 5. Oktober 2000, a.a.O.; Urteil vom 2. Oktober 1986 - VII R 58/83 -, juris; FG Münster Urteil vom 7. September 2023 - 5 K 2915/22 -, juris).Anhaltspunkte dafür, dass der Bevollmächtigte sich damit in Widerspruch zu seinem intern erteilten Auftrag setzte, waren dem Antragsgegner jedenfalls zum Zeitpunkt der Zustellung nicht erkennbar (vgl. FG Münster, Urteil vom 28. Februar 20009 - 9 K 3175/99 K -, juris, wonach ein Finanzamt einen Steuerbescheid für ein bestimmtes Kalenderjahr auch dann dem Steuerpflichtigen selbst wirksam zustellen könne, wenn dieser einem Steuerberater eine in zeitlicher Hinsicht uneingeschränkte Empfangsvollmacht erteilt habe, der Steuerberater die Vollmacht dem Finanzamt jedoch mit dem Zusatz übersandt hat, die vorgelegte Vollmacht gelte erst ab einem späteren Zeitpunkt; vgl. auch BFH, Urteil vom 20. September 2000 - II R 65/98 -, juris, wonach die für einen Steuerpflichtigen vergebene Steuernummer nur einen Ausschnitt möglicher abgaberechtlicher Verfahren betreffe und keine für sämtliche möglichen Rechtsbeziehungen mit der Behörde geltende Ordnungsnummer darstelle, unter der durchgängig von allen Stellen der Finanzbehörde zu beachtende Grunddaten abgelegt würden; demgegenüber Urteil vom 2. Oktober 1986, a.a.O. zu einer für die Dauer eines Auslandsaufenthalts ausdrücklich schriftlich erteilten, unbeschränkten Empfangsvollmacht, die hier gerade nicht vorliegt; FG Niedersachsen, Urteil vom 18. März 2022 - 7 K 272/20 -, EFG 2022, 899, wonach nur dann, wenn ein Steuerberater ohne Einschränkung als Empfangsbevollmächtigter bestellt werde, die Empfangsvollmacht auch für neue Steuernummern gelte).
- BFH, 05.10.2000 - VII R 96/99
Bekanntgabe an Bevollmächtigten
Selbst bei Vorliegen einer Vollmacht sei ein Verwaltungsakt nur dann dem Bevollmächtigten bekannt zu geben, wenn dieser ausdrücklich als Empfangsbevollmächtigter benannt worden sei (Hinweis auf das Urteil des BFH vom 2. Oktober 1986 VII R 58/83, BFH/NV 1987, 482). - VG Düsseldorf, 12.09.2014 - 13 K 8286/13
Abdullahi Entscheidung; Subjektives Recht; Ablauf der Überstellungsfrist; …
Rn. 40 vgl. BVerwG, Urteil vom 18. April 1997 - 8 C 43.95 -, BVerwGE 104, 301 und = juris, Rn. 27; Bundesfinanzhof, Urteil vom 2. Oktober 1986 - VII R 58/83 -, juris, Rn. 24,. - BFH, 19.10.1994 - II R 131/91
Auslegung einer Empfangsvollmacht hinsichtlich einer Empfangsberechtigung für …
Der Ansicht der Klägerin, wonach die Einspruchsfrist frühestens in dem Zeitpunkt zu laufen begonnen habe, in dem sie den ihr persönlich übermittelten Bescheid ihrem jetzigen Prozeßbevollmächtigten zugeleitet habe (24. September 1990), und mithin der Einspruch rechtzeitig erfolgt sei, wäre allerdings dann zu folgen, wenn sich die am 19. Mai 1988 von ihrem Prozeßbevollmächtigten dem FA vorgelegte Vollmacht, die ausdrücklich auch die Berechtigung zur Entgegennahme von Steuerbescheiden umfaßte, auch auf das hier streitige Grunderwerbsteuerverfahren erstreckt hätte (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 1. August 1975 III R 58/74, BFHE 116, 467, BStBl II 1975, 894, und vom 2. Oktober 1986 VII R 58/83, BFH/NV 1987, 482).Mit dieser Entscheidung setzt sich der Senat nicht in Widerspruch zu dem BFH- Urteil in BFH/NV 1987, 482, weil die dort gegebenen besonderen Umstände im vorliegenden Fall nicht in Betracht kommen.
- BFH, 20.09.2000 - II R 65/98
Empfangsvollmacht
Die Auslegung durch die Tatsacheninstanz kann revisionsrechtlich daraufhin überprüft werden, ob die gesetzlichen Auslegungsregeln der §§ 133, 157 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) beachtet sind und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze verstoßen wurde (vgl. BFH-Urteil vom 2. Oktober 1986 VII R 58/83, BFH/NV 1987, 482 unter 2. b).Hierin unterscheidet sich die Interessenlage des Klägers auch von derjenigen des Steuerpflichtigen, der das Urteil des BFH in BFH/NV 1987, 482 erstritten hat.
- BFH, 04.10.1989 - V R 39/84
Begriff der Sachurteilsvoraussetzungen - Anforderungen an die Bekanntgabe von …
Die Nichtbeachtung einer Bekanntgabevollmacht durch Bekanntgabe an den Steuerpflichtigen persönlich ist - auch wenn der Bescheid nicht an den Bevollmächtigten adressiert war (vgl. dazu BFH-Urteil vom 8. Februar 1974 III R 27/73, BFHE 111, 453, BStBl II 1974, 367) - ein nach dem Rechtsgedanken des § 9 Abs. 1 VwZG heilbarer Bekanntgabemangel (BFH-Urteile vom 8. Dezember 1988 IV R 24/87, BFHE 155, 472, BStBl II 1989, 346; vom 2. Oktober 1986 VII R 58/83, BFH / NV 1987, 482; vom 19. Mai 1976 I R 154/74, BFHE 119, 219, BStBl II 1976, 785). - BFH, 15.01.1991 - VII R 86/89
Zulässigkeit einer Entscheidung über die Rechtmäßigkeit eines wirksamen …
Die Heilung tritt ein, wenn der Bescheid dem Bevollmächtigten zugeht (vgl. BFH-Urteile vom 8. Dezember 1988 IV R 24/87, BFHE 155, 472, BStBl II 1989, 346; vom 2. Oktober 1986 VII R 58/83, BFH / NV 1987, 482; vom 4. Oktober 1989 V R 39/84, BFH / NV 1990, 409, 411; vom 19. Mai 1976 I R 154/74, BFHE 119, 219, BStBl II 1976, 785). - BFH, 09.06.2005 - IX R 25/04
Prozessvollmacht; Lauf der Einspruchsfrist
Sie kann revisionsrechtlich daraufhin überprüft werden, ob die gesetzlichen Auslegungsregeln der §§ 133, 157 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) beachtet sind und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze verstoßen wurde (vgl. BFH-Urteile vom 2. Oktober 1986 VII R 58/83, BFH/NV 1987, 482, unter 2. b;… vom 20. September 2000 II R 65/98, BFH/NV 2001, 732). - BFH, 28.08.1990 - VII R 59/89
Nichtigkeit eines Haftungsbescheides mangels ordnungsgemäßer Zustellung - …
- BFH, 27.07.2001 - II B 9/01
Vermögensteuerbescheid - Aussetzung der Vollziehung - Beschwerde - Ernsthafte …
- BFH, 02.04.2002 - IX B 66/01
Wiederholte Beiladung
- FG Niedersachsen, 02.09.1991 - III 28/91
Bekanntgabe eines Grunderwerbsteuerbescheides ; Grundstückschenkungen unter …
- OVG Schleswig-Holstein, 08.04.2015 - 2 LA 20/15
Asylverfahren; Bundesamtsbescheid; Zustellungsmängel; Heilung
- FG Schleswig-Holstein, 30.09.2020 - 4 K 77/19
Anwendung der Wohnsitzfiktion bei gemeinsamen Wohnsitz beider Elternteile im …
- VG Düsseldorf, 07.01.2014 - 13 L 2168/13
Dublin-II-Verfahren illegaler Grenzübertritt Zustellungsmangel Heilung
- FG München, 21.03.2002 - 14 K 4784/98
Zustellung des Bescheids an den Steuerpflichtigen persönlich nach vorheriger …
- BFH, 28.11.2001 - I B 71/00
Grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache; Auslegung von Willenserklärungen
- FG Hamburg, 02.02.2010 - 3 K 225/09
Finanzgerichtsordnung/Abgabenordnung: Klagefristbeginn bei Übersendung eines …
- FG Baden-Württemberg, 25.11.2013 - 9 K 1339/12
Keine Verpflichtung des FA zur Bekanntgabe von Steuerbescheiden an einen …
- FG München, 27.01.2009 - 6 K 4404/06
Bekanntgabe einer Einspruchsentscheidung bei mehreren Bevollmächtigten
- FG Hamburg, 20.06.1995 - V 71/92
Streit um die formelle und materielle Rechtmäßigkeit der Anordnung zur Zahlung …
- FG München, 15.05.1995 - 7 K 3644/93
Anforderungen an die Haftungsinanspruchnahme für Körperschaftsteuerschulden; …
- FG Münster, 28.02.2000 - 9 K 3175/99
Wirksamkeit der Zustellung an den früheren Bevollmächtigten
- VG Augsburg, 31.03.2014 - Au 7 S 14.30155
Rücküberstellung nach Italien; Nichteinhaltung der einwöchigen Antragsfrist; …
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