Rechtsprechung
| BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22 |
Volltextveröffentlichungen (10)
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- Bundesfinanzhof
AO § 152 Abs 2, MRK Art 6 Abs 2
Verspätungszuschlag nach § 152 Abs. 2 AO
- rechtsinformationen.bund.de
Verspätungszuschlag nach § 152 Abs. 2 AO
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 152 Abs 2 AO, Art 6 Abs 2 MRK
Verspätungszuschlag nach § 152 Abs. 2 AO - IWW
§ 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § ... 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO, § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, § 152 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO), Art. 97 § 8 des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung, Art. 6 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), § 152 Abs. 2 AO, Art. 6 Abs. 2 EMRK, § 152 Abs. 1 Satz 1 AO, § 152 Abs. 5 Satz 2 AO, § 152 Abs. 10 AO, Art. 6, 7 EMRK, § 152 AO, § 370 AO, § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO, § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO, Art. 6 EMRK, § 116 Abs. 5 Satz 2 Halbsatz 2 FGO, § 135 Abs. 2 FGO
- Betriebs-Berater
Verspätungszuschlag nach § 152 Abs. 2 AO
- Owlit(Abodienst, Leitsatz frei) (Volltext und Entscheidungsanmerkung)
Verspätungszuschlag nach § 152 Abs. 2 AO
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
AO § 152 Abs. 2 ; MRK Art. 6 Abs. 2
Finanzbehördliche Festsetzung eines Verspätungszuschlags; Verinbarkeit des § 152 Abs. 2 der AO mit der Unschuldsvermutung aus Art. 6 Abs. 2 EMRK - datenbank.nwb.de
Verspätungszuschlag nach § 152 Abs. 2 AO
Kurzfassungen/Presse (2)
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Verspätungszuschlag - und die Unschuldsvermutung
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Anforderungen an die Einordnung einer Tätigkeit als selbständig
Besprechungen u.ä.
Verfahrensgang
- FG Niedersachsen, 20.07.2022 - 4 K 212/20
- BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Papierfundstellen
- BB 2024, 1494 (Ls.)
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (15)
- BFH, 20.02.2019 - X R 32/17
Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20. Februar 2019 X R 28/17 - …
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Dennoch hat die Europäische Menschenrechtskonvention mittelbar verfassungsrechtliche Bedeutung, indem sie die Auslegung der Grundrechte und rechtsstaatlichen Grundsätze des Grundgesetzes beeinflusst (vgl. BFH-Urteil vom 20.02.2019 - X R 32/17, BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438, Rz 37; Urteil des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- vom 19.05.2023 - 2 BvR 78/22, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 2023, 2632, Rz 28 ff., m.w.N.).Grund hierfür ist, dass die Reichweite der fundamentalen Bestimmungen der Art. 6 und 7 EMRK dem freien Willen der Vertragsstaaten unterläge, wenn diese nach Belieben eine Verfehlung als nichtstrafrechtlichen Verstoß definieren könnten (EGMR-Urteile vom 08.06.1976 - 5100/71 --Engel u.a./Niederlande--, Rz 81 und vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 49; vgl. auch BFH-Urteil vom 20.02.2019 - X R 32/17, BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438, Rz 39).
Im umgekehrten Fall ist die vom nationalen Recht vorgenommene Einordnung hingegen nicht bindend (BFH-Urteil vom 20.02.2019 - X R 32/17, BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438, Rz 41).
Typische strafrechtliche Sanktionen wie die Freiheitsentziehung oder die Eintragung ins Strafregister (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 20.02.2019 - X R 32/17, BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438, Rz 51) sieht die Norm nicht vor.
Rn. 28 Zwar hat der EGMR nationale pauschale Steuerzuschläge in Fällen falscher oder unterbliebener Angaben in Steuererklärungen in Einzelfällen dem Bereich des Strafrechts zugerechnet (vgl. die Nachweise in Rz 51 des BFH-Urteils vom 20.02.2019 - X R 32/17, BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438).
In Bezug auf das BFH-Urteil vom 20.02.2019 - X R 32/17 (BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438) ist der Vortrag zur behaupteten Divergenz unschlüssig, weil die Kläger zum einen eine Abweichung des angegriffenen Urteils behaupten, aber andererseits ausführen, die Fälle seien nicht vergleichbar (S. 10 und S. 5 der Beschwerdebegründung).
- EGMR, 23.11.2006 - 73053/01
JUSSILA v. FINLAND
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Rn. 15 (2) Die Art der Zuwiderhandlung spricht vor allem dann für einen strafrechtlichen Charakter der sie sanktionierenden Norm, wenn die betreffende Tat ihrer Natur nach als strafbar angesehen wird (EGMR-Urteil vom 23.11.2006 - 73053/01 --Jussila/Finnland--, Rz 31).In diesem Zusammenhang hat die Europäische Menschenrechtskonvention einen Steuerzuschlag, dessen Anwendungsbereich sich auf umsatzsteuerpflichtige Unternehmer beschränkte, noch als hinreichend allgemein angesehen (EGMR-Urteil vom 23.11.2006 - 73053/01 --Jussila/Finnland--, Rz 38).
Rn. 18 (3) Das dritte "Engel-Kriterium" ist erfüllt, wenn die Tat eine Sanktion nach sich zieht, die aufgrund ihrer Art und Schwere in den strafrechtlichen Bereich fällt (EGMR-Urteil vom 23.11.2006 - 73053/01 --Jussila/Finnland--, Rz 31).
Wenn allerdings die Einzelbetrachtung der Kriterien noch keine eindeutigen Schlussfolgerungen zulässt, kann auch eine kumulative Würdigung geboten sein (EGMR-Urteile vom 23.07.2002 - 34619/97 --Janosevic/Schweden--, Rz 67 und vom 23.11.2006 - 73053/01 --Jussila/Finnland--, Rz 31).
Rn. 24 Im Rahmen der vorzunehmenden Gesamtabwägung (vgl. hierzu EGMR-Urteil vom 23.11.2006 - 73053/01 --Jussila/Finnland--, Rz 31) gibt jedenfalls der eindeutige Normzweck des § 152 Abs. 2 AO den Ausschlag dafür, dass die Norm auch im Hinblick auf die Art des Verstoßes keinen strafrechtlichen Charakter hat.
- EGMR, 08.06.1976 - 5100/71
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Grund hierfür ist, dass die Reichweite der fundamentalen Bestimmungen der Art. 6 und 7 EMRK dem freien Willen der Vertragsstaaten unterläge, wenn diese nach Belieben eine Verfehlung als nichtstrafrechtlichen Verstoß definieren könnten (EGMR-Urteile vom 08.06.1976 - 5100/71 --Engel u.a./Niederlande--, Rz 81 und vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 49; vgl. auch BFH-Urteil vom 20.02.2019 - X R 32/17, BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438, Rz 39).Er hat dazu drei --auch als "Engel-Kriterien" bezeichnete-- Merkmale entwickelt, anhand derer zu prüfen ist, ob eine Sanktion strafrechtlicher Natur ist (EGMR-Urteile vom 31.08.2021 - 12951/18 --BRAGI GUMUNDUR KRISTJÁNSSON v. ICELAND--, Rz 49; vom 08.06.1976 - 5100/71 --Engel u.a./Niederlande--, Rz 82 und vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 48).
Rn. 14 (1) Das erste Kriterium der Einordnung nach der Rechtstechnik des nationalen Rechts hat nur "formellen und relativen Wert" (so EGMR-Urteil vom 08.06.1976 - 5100/71 --Engel u.a./Niederlande--, Rz 82); es ist in der bisherigen Rechtsprechung des EGMR nur insoweit von Bedeutung gewesen, als eine Norm, die schon nach nationalem Recht dem Strafrecht angehört, stets auch strafrechtlicher Natur im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention ist.
Dabei zählen nach der Rechtsprechung des EGMR zum Strafrecht --unabhängig von ihrer Einordnung im nationalen Recht-- zwingend alle Freiheitsentziehungen, die über unwesentliche Nachteile hinausgehen (EGMR-Urteil vom 08.06.1976 - 5100/71 --Engel u.a./Niederlande--, Rz 82); ebenso Geldzahlungen, die sehr hoch ausfallen und bei Nichtzahlung zu einer Ersatzhaft führen können (EGMR-Urteil vom 24.02.1994 - 12547/86 --Bendenoun/Frankreich--, Rz 47).
- EGMR, 21.02.1984 - 8544/79
Öztürk ./. Deutschland
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Grund hierfür ist, dass die Reichweite der fundamentalen Bestimmungen der Art. 6 und 7 EMRK dem freien Willen der Vertragsstaaten unterläge, wenn diese nach Belieben eine Verfehlung als nichtstrafrechtlichen Verstoß definieren könnten (EGMR-Urteile vom 08.06.1976 - 5100/71 --Engel u.a./Niederlande--, Rz 81 und vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 49; vgl. auch BFH-Urteil vom 20.02.2019 - X R 32/17, BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438, Rz 39).Er hat dazu drei --auch als "Engel-Kriterien" bezeichnete-- Merkmale entwickelt, anhand derer zu prüfen ist, ob eine Sanktion strafrechtlicher Natur ist (EGMR-Urteile vom 31.08.2021 - 12951/18 --BRAGI GUMUNDUR KRISTJÁNSSON v. ICELAND--, Rz 49; vom 08.06.1976 - 5100/71 --Engel u.a./Niederlande--, Rz 82 und vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 48).
Rn. 16 Ein Indiz für eine Strafnorm im Sinne von Art. 6 Abs. 2 EMRK ist nach der Rechtsprechung des EGMR darin zu sehen, dass die Norm allgemein gilt und nicht nur für eine einzelne Personengruppe (EGMR-Urteile vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 53 und vom 24.02.1994 - 12547/86 --Bendenoun/Frankreich--, Rz 47).
Rn. 17 Des Weiteren spricht für den strafrechtlichen Charakter einer Norm, wenn sie nicht in erster Linie einen finanziellen Ausgleich für einen Schaden gewähren soll, sondern sowohl abschreckende (präventive) als auch bestrafende (repressive) Zwecke verfolgt, weil dies die üblichen Merkmale strafrechtlicher Sanktionen sind (EGMR-Urteile vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 53; vom 24.02.1994 - 12547/86 --Bendenoun/Frankreich--, Rz 44 und vom 23.07.2002 - 34619/97 --Janosevic/Schweden--, Rz 68).
- EGMR, 19.02.2013 - 47195/06
[ENG]
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Dabei ist weniger auf die im konkreten Einzelfall verhängte Sanktion abzustellen, sondern auf die im Gesetz angedrohte Höchstsanktion (EGMR-Urteil vom 19.02.2013 - 4795/06 --Müller-Hartburg/Österreich--, NJW 2014, 1791, Rz 46).In Abgrenzung dazu hat der EGMR zu einem berufsgerichtlichen Disziplinarverfahren entschieden, in dem eine Geldbuße von maximal 36.000 EUR (im Jahr 1995) verhängt werden konnte, dass allein die Schwere dieser Sanktion sie noch nicht in den Bereich des Strafrechts bringt (EGMR-Urteil vom 19.02.2013 - 4795/06 --Müller-Hartburg/Österreich--, NJW 2014, 1791, Rz 47).
Vor allem der Höchstbetrag für den Verspätungszuschlag von 25.000 EUR liegt noch innerhalb des Rahmens bis 36.000 EUR, den der EGMR im Jahr 1995 nicht als in den Bereich des Strafrechts fallend eingeordnet hat (vgl. Urteil vom 19.02.2013 - 4795/06 --Müller-Hartburg/Österreich--, NJW 2014, 1791, Rz 47).
- EGMR, 29.01.2013 - 4795/06
ALEKSENKO v. RUSSIA
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Dabei ist weniger auf die im konkreten Einzelfall verhängte Sanktion abzustellen, sondern auf die im Gesetz angedrohte Höchstsanktion (EGMR-Urteil vom 19.02.2013 - 4795/06 --Müller-Hartburg/Österreich--, NJW 2014, 1791, Rz 46).In Abgrenzung dazu hat der EGMR zu einem berufsgerichtlichen Disziplinarverfahren entschieden, in dem eine Geldbuße von maximal 36.000 EUR (im Jahr 1995) verhängt werden konnte, dass allein die Schwere dieser Sanktion sie noch nicht in den Bereich des Strafrechts bringt (EGMR-Urteil vom 19.02.2013 - 4795/06 --Müller-Hartburg/Österreich--, NJW 2014, 1791, Rz 47).
Vor allem der Höchstbetrag für den Verspätungszuschlag von 25.000 EUR liegt noch innerhalb des Rahmens bis 36.000 EUR, den der EGMR im Jahr 1995 nicht als in den Bereich des Strafrechts fallend eingeordnet hat (vgl. Urteil vom 19.02.2013 - 4795/06 --Müller-Hartburg/Österreich--, NJW 2014, 1791, Rz 47).
- EGMR, 24.02.1994 - 12547/86
BENDENOUN c. FRANCE
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Rn. 16 Ein Indiz für eine Strafnorm im Sinne von Art. 6 Abs. 2 EMRK ist nach der Rechtsprechung des EGMR darin zu sehen, dass die Norm allgemein gilt und nicht nur für eine einzelne Personengruppe (EGMR-Urteile vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 53 und vom 24.02.1994 - 12547/86 --Bendenoun/Frankreich--, Rz 47).Rn. 17 Des Weiteren spricht für den strafrechtlichen Charakter einer Norm, wenn sie nicht in erster Linie einen finanziellen Ausgleich für einen Schaden gewähren soll, sondern sowohl abschreckende (präventive) als auch bestrafende (repressive) Zwecke verfolgt, weil dies die üblichen Merkmale strafrechtlicher Sanktionen sind (EGMR-Urteile vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 53; vom 24.02.1994 - 12547/86 --Bendenoun/Frankreich--, Rz 44 und vom 23.07.2002 - 34619/97 --Janosevic/Schweden--, Rz 68).
Dabei zählen nach der Rechtsprechung des EGMR zum Strafrecht --unabhängig von ihrer Einordnung im nationalen Recht-- zwingend alle Freiheitsentziehungen, die über unwesentliche Nachteile hinausgehen (EGMR-Urteil vom 08.06.1976 - 5100/71 --Engel u.a./Niederlande--, Rz 82); ebenso Geldzahlungen, die sehr hoch ausfallen und bei Nichtzahlung zu einer Ersatzhaft führen können (EGMR-Urteil vom 24.02.1994 - 12547/86 --Bendenoun/Frankreich--, Rz 47).
- EGMR, 23.07.2002 - 34619/97
JANOSEVIC c. SUEDE
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Rn. 17 Des Weiteren spricht für den strafrechtlichen Charakter einer Norm, wenn sie nicht in erster Linie einen finanziellen Ausgleich für einen Schaden gewähren soll, sondern sowohl abschreckende (präventive) als auch bestrafende (repressive) Zwecke verfolgt, weil dies die üblichen Merkmale strafrechtlicher Sanktionen sind (EGMR-Urteile vom 21.02.1984 - 8544/79 --Öztürk/Deutschland--, NJW 1985, 1273, Rz 53; vom 24.02.1994 - 12547/86 --Bendenoun/Frankreich--, Rz 44 und vom 23.07.2002 - 34619/97 --Janosevic/Schweden--, Rz 68).Wenn allerdings die Einzelbetrachtung der Kriterien noch keine eindeutigen Schlussfolgerungen zulässt, kann auch eine kumulative Würdigung geboten sein (EGMR-Urteile vom 23.07.2002 - 34619/97 --Janosevic/Schweden--, Rz 67 und vom 23.11.2006 - 73053/01 --Jussila/Finnland--, Rz 31).
- BFH, 26.06.2002 - IV R 63/00
Verspätungszuschlag in Erstattungsfällen
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Als Druckmittel eigener Art, das auf die besonderen Bedürfnisse des Steuerrechts zugeschnitten ist, hat der Verspätungszuschlag zwar repressiven und präventiven Charakter (…BFH-Urteile vom 28.03.2007 - IX R 22/05, BFH/NV 2007, 1450, Rz 9; vom 26.06.2002 - IV R 63/00, BFHE 198, 399, BStBl II 2002, 679, unter 1. [Rz 10]). - BFH, 28.03.2007 - IX R 22/05
Verspätungszuschlag
Auszug aus BFH, 04.06.2024 - VIII B 121/22
Als Druckmittel eigener Art, das auf die besonderen Bedürfnisse des Steuerrechts zugeschnitten ist, hat der Verspätungszuschlag zwar repressiven und präventiven Charakter (BFH-Urteile vom 28.03.2007 - IX R 22/05, BFH/NV 2007, 1450, Rz 9; vom 26.06.2002 - IV R 63/00, BFHE 198, 399, BStBl II 2002, 679, unter 1. [Rz 10]). - BFH, 29.11.2022 - VIII B 141/21
Zustellung eines finanzgerichtlichen Urteils an das elektronische Anwaltspostfach …
- BVerfG, 19.05.2023 - 2 BvR 78/22
Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde eines Strafgefangenen wegen Versagung einer …
- BFH, 01.09.2010 - IV B 132/09
Entgeltlichkeit des Erwerbs bei Vereinbarung eines gewinnabhängigen Kaufpreises - …
- BFH, 24.05.2022 - VIII B 53/21
Anordnung einer Außenprüfung bei Anfangsverdacht einer Steuerstraftat
- EGMR, 31.08.2021 - 12951/18
KRISTJÁNSSON v. ICELAND
- BFH, 07.05.2026 - V R 35/24
Verspätungszuschlag bei Änderung einer Umsatzsteuerfestsetzung im Klageverfahren
Dieser Zweck hat sich durch die Neufassung des § 152 AO durch das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens vom 18.07.2016 (BGBl I 2016, 1679) nicht geändert (vgl. auch BFH-Beschluss vom 04.06.2024 - VIII B 121/22, BFHE 284, 439, Rz 25).Indes ändert dies nichts daran, dass § 152 AO als zulasten des Steuerpflichtigen wirkende Eingriffsnorm seinen Druckmittelcharakter behält (vgl. auch BFH-Beschluss vom 04.06.2024 - VIII B 121/22, BFHE 284, 439, Rz 25 zu § 152 Abs. 2 AO als Sanktion einer objektiven verfahrensrechtlichen Pflichtverletzung).
- BFH, 07.05.2026 - V R 26/24
Zur Festsetzung eines Verspätungszuschlags zur Umsatzsteuer in Erstattungsfällen
Dieser Zweck hat sich durch die Neufassung des § 152 AO durch das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens vom 18.07.2016 (BGBl I 2016, 1679) nicht geändert (vgl. auch BFH-Beschluss vom 04.06.2024 - VIII B 121/22, BFHE 284, 439, Rz 25).Indes ändert dies nichts daran, dass § 152 AO als zulasten des Steuerpflichtigen wirkende Eingriffsnorm seinen Druckmittelcharakter behält (vgl. auch BFH-Beschluss vom 04.06.2024 - VIII B 121/22, BFHE 284, 439, Rz 25 zu § 152 Abs. 2 AO als Sanktion einer objektiven verfahrensrechtlichen Pflichtverletzung).
- BFH, 19.02.2025 - XI R 18/23
Verfassungsmäßigkeit von Säumniszuschlägen
Grund hierfür ist, dass die Reichweite der Art. 6 und 7 EMRK dem freien Willen der Vertragsstaaten unterläge, wenn diese nach Belieben eine Verfehlung als nichtstrafrechtlichen Verstoß definieren könnten (vgl. EGMR-Urteile Engel u.a./Niederlande vom 08.06.1976 - 5100/71, juris, Rz 81 und Öztürk/Deutschland vom 21.02.1984 - 8544/79, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1985, 1273, Rz 49; vgl. auch BFH-Urteil vom 20.02.2019 - X R 32/17, BFHE 264, 184, BStBl II 2019, 438, Rz 39; BFH-Beschluss vom 04.06.2024 - VIII B 121/22, BFHE 284, 439, BFH/NV 2024, 959, Rz 11 f.).Der repressive Charakter von § 240 Abs. 1 AO, der in der Anknüpfung an einen in der Vergangenheit liegenden Vorgang (Unterlassen) zum Ausdruck kommt, ist aber --wie auch beim Verspätungszuschlag (vgl. BFH-Beschluss vom 04.06.2024 - VIII B 121/22, BFH/NV 2024, 959, Rz 25)-- nicht mit einem sozial-ethischen Unwerturteil verbunden; eine abschreckende, generalpräventive Wirkung ist nicht beabsichtigt.
- BGH, 17.06.2025 - EnVR 10/24
Pressemitteilung der Bundesnetzagentur
Auf Verwaltungsverfahren findet die Unschuldsvermutung des Art. 6 Abs. 2 EMRK keine Anwendung (vgl. BGH…, Urteil vom 17. Dezember 2019 - VI ZR 504/18, AfP 2020, 137 Rn. 19; BVerwG…, Urteil vom 2. Februar 1982 - 1 C 14/78 [juris Rn. 44]; OVG Münster…, Beschluss vom 9. November 2010 - 13 A 660/10 [juris Rn. 11 bis 17]; VG Köln…, Urteil vom 30. Mai 2017 - 7 K 1352/17 [juris Rn. 37]; BFH, Beschluss vom 4. Juni 2024 - VIII B 121/22, juris Rn. 6 und 9). - BFH, 30.07.2025 - X R 7/23
Anforderungen an die Festsetzung eines Verspätungszuschlags im Jahr 2019; …
§ 152 Abs. 2 AO ist schon grundsätzlich keine Norm mit Strafcharakter (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 04.06.2024 - VIII B 121/22, BFHE 284, 439, Rz 6). - BFH, 19.11.2025 - VI R 2/24
Festsetzung von Verspätungszuschlägen zur Einkommensteuer für 2018 und 2019
- BGH, 17.06.2025 - KVZ 35/06
Pressemitteilung der Bundesnetzagentur
Auf Verwaltungsverfahren findet die Unschuldsvermutung des Art. 6 Abs. 2 EMRK keine Anwendung (vgl. BGH…, Urteil vom 17. Dezember 2019 - VI ZR 504/18, AfP 2020, 137 Rn. 19; BVerwG…, Urteil vom 2. Februar 1982 - 1 C 14/78 [juris Rn. 44]; OVG Münster…, Beschluss vom 9. November 2010 - 13 A 660/10 [juris Rn. 11 bis 17]; VG Köln…, Urteil vom 30. Mai 2017 - 7 K 1352/17 [juris Rn. 37]; BFH, Beschluss vom 4. Juni 2024 - VIII B 121/22, juris Rn. 6 und 9).
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