Rechtsprechung
| BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Bestimmung einer Leistung i.S.v. einer ungerechtfertigten Bereicherung - Anfechtung einer Wechselbegebung und eines Kaufvertrages wegen arglistiger Täuschung - Möglichkeit einer Aufrechnung mit einer Wechselforderung bei Rechtshängigkeit der Forderung im Nachverfahren ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- NJW 1977, 1687
- MDR 1977, 1013
- DB 1977, 2439
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (8)
- BGH, 17.02.1970 - III ZR 139/67
Anastasia - Anforderungen an die Überzeugungsbildung des Gerichts
Auszug aus BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76
Die Erwägung des Berufungsgerichts, daß "alle Umstände des Falles" und besonders die Quittung vom 20. Dezember 1972 gegen die Behauptung der Beklagten sprächen und daß die Vernehmung von Zeugen daher nicht erforderlich sei, nimmt die Beweiswürdigung vorweg und verstößt damit gegen das aus § 286 ZPO hergeleitete Gebot, grundsätzlich alle angebotenen Beweise zu erschöpfen (st.Rspr., vgl. BGHZ 53, 245, 259).Gründe, die ausnahmsweise die Ablehnung des Beweisangebots rechtfertigen könnten (BGHZ 53, 245, 259 f), liegen nicht vor.
- BGH, 11.11.1971 - VII ZR 57/70
Rechtsfolgen der Prozeßaufrechnung
Auszug aus BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76
Die vom Beklagten im Prozeß erklärte Hilfsaufrechnung mit einer Wechselforderung ist auch dann zulässig, wenn über diese bereits anderweitig ein rechtskräftiges Wechselvorbehaltsurteil ergangen und die Forderung im Wechsel-Nachverfahren noch anhängig ist (Ergänzung zu BGHZ 57, 242 ff).Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs steht die Rechtshängigkeit einer Forderung ihrer Aufrechnung in einem anderen Prozeß nicht entgegen, weil die Aufrechnung die Forderung nicht rechtshängig oder anhängig macht und deshalb von § 263 Abs. 2 Nr. 1 ZPO nicht erfaßt wird (BGHZ 57, 242; in der Frage mangelnder Rechtshängigkeit eine Aufrechnungsforderung ebenso BGHZ 60, 85, 87 und Senatsurteil v. 20. Dezember 1972 - VIII ZR 113/71 = LM ZPO § 38 Nr. 18 = WM 1973, 174).
- RG, 13.01.1939 - III 89/38
1. In welchem Umfange sind Vorbehaltsurteile des Urkundenprozesses für die …
Auszug aus BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76
Es steht nach § 599 Abs. 3 ZPO nur hinsichtlich der Rechtsmittel und der Zwangsvollstreckung einem Endurteil gleich und schafft - als Zwischenurteil - keine innere Rechtskraft für den zuerkannten Anspruch (RGZ 159, 173, 175).Das Wechselvorbehaltsurteil bindet nach anerkannter Rechtsprechung nur soweit, als die in ihm getroffene Entscheidung nicht gerade auf der eigentümlichen Beschränkung des Urkundenprozesses beruht (RGZ 159, 173 ff; BGH, Urteil v. 30. September 1968 - II ZR 32/66 = LM ZPO § 599 Nr. 3 = MDR 1969, 34), also gerade nicht für die im Nachverfahren noch zulässigen Einwendungen.
- BGH, 31.10.1963 - VII ZR 285/61
Elektroherde - §§ 951, 812 BGB, Dreiecksverhältnis, Empfängerhorizont, …
Auszug aus BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76
Für die Frage, wer durch die Übergabe einer Geldsumme bereichert ist, kommt es nicht auf den äußeren Vorgang an, sondern - nach ganz herrschender neuerer Auffassung in Rechtsprechung und Literatur - auf den erkennbaren Willen der Beteiligten, in wessen Person der Leistungserfolg eintreten soll; nur deren Vermögen wird bewußt und zweckgerichtet vermehrt, wie es für eine "Leistung" i.S. von § 812 Abs. 1 BGB erforderlich ist (BGHZ 40, 272, 277; ferner - für den Fall des Leistungsboten - Senatsurteil vom 2. Dezember 1964 - VIII ZR 88/63 = WM 1965, 124 zu II;… Heimann-Trosien in RGRK BGB, 12. Aufl., § 812, Rdn. 16-18 und 24 m.w.N. auch für die im Ergebnis gleiche ältere Rechtsprechung). - BGH, 20.12.1972 - VIII ZR 186/70
Aufrechnung und internationale Zuständigkeit
Auszug aus BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs steht die Rechtshängigkeit einer Forderung ihrer Aufrechnung in einem anderen Prozeß nicht entgegen, weil die Aufrechnung die Forderung nicht rechtshängig oder anhängig macht und deshalb von § 263 Abs. 2 Nr. 1 ZPO nicht erfaßt wird (BGHZ 57, 242; in der Frage mangelnder Rechtshängigkeit eine Aufrechnungsforderung ebenso BGHZ 60, 85, 87 und Senatsurteil v. 20. Dezember 1972 - VIII ZR 113/71 = LM ZPO § 38 Nr. 18 = WM 1973, 174). - BGH, 20.12.1972 - VIII ZR 113/71
Anforderungen an die Auslegung eines Handelsvertretervertrages - Voraussetzungen …
Auszug aus BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs steht die Rechtshängigkeit einer Forderung ihrer Aufrechnung in einem anderen Prozeß nicht entgegen, weil die Aufrechnung die Forderung nicht rechtshängig oder anhängig macht und deshalb von § 263 Abs. 2 Nr. 1 ZPO nicht erfaßt wird (BGHZ 57, 242; in der Frage mangelnder Rechtshängigkeit eine Aufrechnungsforderung ebenso BGHZ 60, 85, 87 und Senatsurteil v. 20. Dezember 1972 - VIII ZR 113/71 = LM ZPO § 38 Nr. 18 = WM 1973, 174). - BGH, 30.09.1968 - II ZR 32/66
Bindungsumfang eines Vorbehaltsurteils im Wechselprozess für das Nachverfahren - …
Auszug aus BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76
Das Wechselvorbehaltsurteil bindet nach anerkannter Rechtsprechung nur soweit, als die in ihm getroffene Entscheidung nicht gerade auf der eigentümlichen Beschränkung des Urkundenprozesses beruht (RGZ 159, 173 ff; BGH, Urteil v. 30. September 1968 - II ZR 32/66 = LM ZPO § 599 Nr. 3 = MDR 1969, 34), also gerade nicht für die im Nachverfahren noch zulässigen Einwendungen. - BGH, 02.12.1964 - VIII ZR 88/63
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 15.06.1977 - VIII ZR 20/76
Für die Frage, wer durch die Übergabe einer Geldsumme bereichert ist, kommt es nicht auf den äußeren Vorgang an, sondern - nach ganz herrschender neuerer Auffassung in Rechtsprechung und Literatur - auf den erkennbaren Willen der Beteiligten, in wessen Person der Leistungserfolg eintreten soll; nur deren Vermögen wird bewußt und zweckgerichtet vermehrt, wie es für eine "Leistung" i.S. von § 812 Abs. 1 BGB erforderlich ist (BGHZ 40, 272, 277; ferner - für den Fall des Leistungsboten - Senatsurteil vom 2. Dezember 1964 - VIII ZR 88/63 = WM 1965, 124 zu II;… Heimann-Trosien in RGRK BGB, 12. Aufl., § 812, Rdn. 16-18 und 24 m.w.N. auch für die im Ergebnis gleiche ältere Rechtsprechung).
- BGH, 12.01.1994 - XII ZR 167/92
Zulässigkeit eines Teilurteils über eine Widerklage; Zurückverweisung durch das …
Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, daß die Rechtshängigkeit einer Forderung ihren Inhaber nicht hindert, mit dieser Forderung die Aufrechnung gegen eine Gegenforderung zu erklären, die gegen ihn einklagt wird (vgl. BGH, Urteil vom 15. Juni 1977 - VIII ZR 20/86 - NJW 1977, 1687; Urteil vom 29. Januar 1986 - VIII ZR 298/84 - NJW 1986, 2767;… MünchKomm-ZPO/Peters, § 145 Rdn. 30;… Zöller/Greger, ZPO, 18. Aufl. § 145 Rdn. 18). - BGH, 05.09.2019 - III ZR 73/18
Die wiederaufgelebte Kommanditistenhaftung - und die Belehrungspflicht des …
Die von der Revisionserwiderung in Bezug genommenen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs betreffen anders gelagerte Sachverhalte, in denen es insbesondere nicht um etwaige Widersprüche zwischen außergerichtlichem und gerichtlichem Vorbringen ging (vgl. BGH, Urteile vom 19. Dezember 1984 - I ZR 181/82, NJW 1985, 3018, 3020 und - im Ergebnis aber gerade anders - vom 15. Juni 1977 - VIII ZR 20/76, juris Rn. 19 ff, insoweit nicht abgedruckt etwa in NJW 1977, 1687). - BGH, 11.07.1979 - VIII ZR 183/78
Anspruch auf Auszahlung einer Guthabenforderung - Voraussetzungen für die …
Es ist schon zweifelhaft, ob § 325 Abs. 1 ZPO überhaupt auf Fälle der von § 322 Abs. 2 ZPO erfaßten Art anwendbar ist, weil hinsichtlich eines nur zur Aufrechnung gestellten, also verteidigungsweise geltend gemachten Anspruchs keine Rechtshängigkeit eintritt (BGHZ 57, 242 [BGH 11.11.1971 - VII ZR 57/70]; 60, 85, 87 [BGH 20.12.1972 - VIII ZR 186/70]; Senatsurteile vom 20. Dezember 1972 - VIII ZR 113/71 = WM 1973, 174 und vom 15. Juni 1977 - VIII ZR 20/76 = LM ZPO § 599 Nr. 4), § 325 Abs. 1 ZPO aber die Rechtshängigkeit des abgetretenen Anspruchs voraussetzt.
- BGH, 29.01.1986 - VIII ZR 298/84
Statthaftigkeit des Urkundenverfahrens bei Aufrechnung gegen die geltend gemachte …
Sie entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGHZ 57, 242, 243 [BGH 11.11.1971 - VII ZR 57/70]; 60, 85, 87 [BGH 20.12.1972 - VIII ZR 186/70]zu 3 a; Senatsurteil vom 15. Juni 1977 - VIII ZR 20/76 = LM ZPO § 599 Nr. 4 = NJW 1977, 1687 = WM 1977, 868 zu II 2 a) und des Bundesarbeitsgerichts (DB 1974, 1340). - BGH, 07.12.1978 - III ZR 140/76
Einstufung fällig gewordener Schuldscheine als selbstständige Schuldversprechen - …
Die Annahme einer solchen Bindung ist frei von Rechtsirrtum; sie entspricht der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH Urteil vom 15. Dezember 1959 - VIII ZR 192/58 = NJW 1960, 576; Urteil vom 17. Januar 1973 - VIII ZR 48/71 = NJW 1973, 467; Urteil vom 15. Juni 1977 - VIII ZR 20/76 = NJW 1977, 1687;… Rosenberg/Schwab, Zivilprozeßrecht, 12. Aufl. S. 304 m.w.Nachw.;… a.A. Stein/Jonas/Schlosser ZPO 20. Aufl. Rdn. 12 ff zu § 600 ZPO). - LG Darmstadt, 25.10.1994 - 18 O 848/92 Für die letztgenannte Ansicht spricht, daß gem. § 322 Abs. 2 ZPO, obwohl die Aufrechnungsforderung nicht rechtshängig wird (vgl. BGH NJW 1977, 1687), die Entscheidung über die Gegenforderung im Umfange der Aufrechnung in Rechtskraft erwächst.
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