Rechtsprechung
| BGH, 24.11.2021 - XI ZR 461/20 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Mit KI-Zusammenfassung und KI-Dialogfeld, um Fragen zur Entscheidung stellen.
Doctrine ist die neue umfassende Rechts-KI-Plattform in Kooperation mit dejure.org. Mehr Informationen - bundesgerichtshof.de
- IWW
§ 606 ZPO, Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB, § 308 Nr. 4 BGB, §§ 133, 157 BGB, § 271 Abs. 2 BGB, § 563 Abs. 3 ZPO, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO
- Wolters Kluwer
Feststellungen zu den Voraussetzungen für das Bestehen von Ansprüchen von Verbrauchern auf weitere Zinsbeträge aus Prämiensparverträgen; Fälligkeit der Ansprüche der Verbraucher auf das Sparguthaben einschließlich der weiteren Zinsbeträge frühestens ab dem Zeitpunkt der ...
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Feststellungen zu den Voraussetzungen für das Bestehen von Ansprüchen von Verbrauchern auf weitere Zinsbeträge aus Prämiensparverträgen; Fälligkeit der Ansprüche der Verbraucher auf das Sparguthaben einschließlich der weiteren Zinsbeträge frühestens ab dem Zeitpunkt der ...
- rechtsportal.de
Feststellungen zu den Voraussetzungen für das Bestehen von Ansprüchen von Verbrauchern auf weitere Zinsbeträge aus Prämiensparverträgen; Fälligkeit der Ansprüche der Verbraucher auf das Sparguthaben einschließlich der weiteren Zinsbeträge frühestens ab dem Zeitpunkt der ...
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Verfahrensgang
- OLG Dresden, 09.09.2020 - 5 MK 2/19
- BGH, 24.11.2021 - XI ZR 461/20
- OLG Dresden, 31.01.2024 - 5 MK 2/19
- BGH, 01.07.2025 - XI ZR 16/24
Wird zitiert von ... (15) Zitiert selbst (3)
- BGH, 06.10.2021 - XI ZR 234/20
Revisionen im Musterfeststellungsverfahren zu Prämiensparverträgen
Auszug aus BGH, 24.11.2021 - XI ZR 461/20
Denn wie der Senat mit Urteil vom 6. Oktober 2021 (XI ZR 234/20, WM 2021, 2234 Rn. 20 ff., zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen) bereits erkannt hat, ist das Feststellungsziel 1 zulässig und begründet.Insoweit die Klausel danach die Variabilität der Verzinsung ausgestaltet, ist sie einer AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle unterworfen (…vgl. Senatsurteil vom 21. April 2009 - XI ZR 78/08, BGHZ 180, 257 Rn. 17) und hält dieser wegen eines Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB nicht stand, weil sie nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen aufweist (vgl. Senatsurteil vom 6. Oktober 2021, aaO Rn. 29 mwN).
Wie der Senat in seinem Urteil vom 6. Oktober 2021 (XI ZR 234/20, WM 2021, 2234 Rn. 32) erkannt hat, hat das Feststellungsziel weder ausdrücklich noch verdeckt die Feststellung eines Leistungsanspruchs der Verbraucher gegen die Musterbeklagte zum Gegenstand.
Wie der Senat nach Verkündung des Urteils des Oberlandesgerichts entschieden hat, ist diese Feststellung nicht klärungsbedürftig und verkennt den Kern des Rechtsschutzbegehrens des Musterklägers (Senatsurteil vom 6. Oktober 2021 - XI ZR 234/20, WM 2021, 2234 Rn. 36 f.).
Rn. 21 3. Zu Recht ist das Oberlandesgericht hinsichtlich des Hauptantrags zum Feststellungsziel 3 im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung (§§ 133, 157 BGB) davon ausgegangen, dass die Zinsanpassungen in den Sparverträgen von der Musterbeklagten monatlich vorzunehmen und jährlich gutzuschreiben sind (Senatsurteil vom 6. Oktober 2021 - XI ZR 234/20, WM 2021, 2234 Rn. 38 ff.).
Erst zu diesem Zeitpunkt wird daher der aus dem Sparguthaben und den Zinsen bestehende Anspruch des Kunden auf Zahlung fällig (§ 271 Abs. 2 BGB), was Voraussetzung für die Ingangsetzung des Verjährungslaufs ist (Senatsurteil vom 6. Oktober 2021 - XI ZR 234/20, WM 2021, 2234 Rn. 65).
Rn. 30 Wie der Senat nach Verkündung des Urteils des Oberlandesgerichts erkannt und eingehend begründet hat, hätte das Oberlandesgericht einen Referenzzinssatz für die variable Verzinsung des Sparguthabens im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung bestimmen müssen (Senatsurteil vom 6. Oktober 2021 - XI ZR 234/20, WM 2021, 2234 Rn. 81 ff.).
Sollte das Oberlandesgericht zu dem Ergebnis kommen, dass dieser Zinssatz den an ihn als Referenzzinssatz zu stellenden Anforderungen nicht genügt, wird es - ebenfalls sachverständig beraten - über den ersten Hilfsantrag zum Feststellungsziel 2 zu entscheiden haben und dabei klären müssen, welcher konkrete, in den Zinsstatistiken der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Zinssatz als Referenzzinssatz heranzuziehen ist (Senatsurteil vom 6. Oktober 2021 - XI ZR 234/20, WM 2021, 2234 Rn. 86).
Rn. 33 Wie der Senat nach Verkündung des Urteils des Oberlandesgerichts für vergleichbare Sparverträge erkannt hat, muss bei den von der Musterbeklagten vorzunehmenden Zinsanpassungen das Verhältnis des konkret vereinbarten Zinssatzes zum Referenzzinssatz gewahrt bleiben und nicht eine gleich bleibende absolute Gewinnmarge (Senatsurteil vom 6. Oktober 2021 - XI ZR 234/20, WM 2021, 2234 Rn. 95 ff.).
- BGH, 21.04.2009 - XI ZR 78/08
BGH erklärt Nr. 17 Abs. 2 Satz 1 der AGB-Sparkassen für unwirksam
Auszug aus BGH, 24.11.2021 - XI ZR 461/20
Insoweit die Klausel danach die Variabilität der Verzinsung ausgestaltet, ist sie einer AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle unterworfen (vgl. Senatsurteil vom 21. April 2009 - XI ZR 78/08, BGHZ 180, 257 Rn. 17) und hält dieser wegen eines Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB nicht stand, weil sie nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen aufweist (…vgl. Senatsurteil vom 6. Oktober 2021, aaO Rn. 29 mwN). - BGH, 14.03.2017 - XI ZR 508/15
Sparvertrag: Ergänzende Vertragsauslegung bei fehlender Einbeziehung oder …
Auszug aus BGH, 24.11.2021 - XI ZR 461/20
Das Oberlandesgericht wird erneut über die in einem Eventualverhältnis stehenden Anträge des Musterklägers zum Feststellungsziel 2 zu entscheiden und dabei mit sachverständiger Hilfe im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung einen Referenzzinssatz gemäß den Ausführungen unter C. II. 1. zu bestimmen haben (vgl. Senatsurteil vom 14. März 2017 - XI ZR 508/15, WM 2017, 808 Rn. 27 ff.).
- BayObLG, 28.02.2024 - 101 MK 1/20
Zwei Musterfeststellungsverfahren - Zinsanpassungsklauseln in …
Rn. 170 b) Die Klausel, die Sp. zahle den "jeweils gültigen Zinssatz, z. Zt. … %", beinhaltet nach der gebotenen objektiven Auslegung die Vereinbarung eines variablen Zinssatzes als Gegenleistung der Musterbeklagten und im Zusammenhang mit Ziffer 3.1 der Bedingungen für den Sparverkehr ein Zinsänderungsrecht der Musterbeklagten, nach dem diese den Zinssatz durch die Änderung eines Aushangs in ihrem Kassenraum ändern kann (vgl. BGH, Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 461/20, juris Rn. 18;… Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 310/20, juris Rn. 21).Eine Klausel dieses Inhalts weist nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen auf und ist deshalb wegen Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB unwirksam (BGH, Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 461/20, juris Rn. 18;… Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 310/20, juris Rn. 21;… BGHZ 231, 215 Rn. 29 m. w. N. zu vergleichbaren Klauseln;… auch BGH, Urt. v. 21. April 2009, XI ZR 78/08, BGHZ 180, 257 Rn. 25 ff.).
Rn. 252 Für vergleichbare Prämiensparverträge hat der Bundesgerichtshof mit entsprechenden Argumenten eine ergänzende Vertragsauslegung in diesem Sinne vorgenommen (vgl. BGH, Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 461/20, juris Rn. 21;… BGHZ 231, 215 Rn. 57, 59 m. w. N.).
Rn. 255 1. Der Antrag III. 6 a) orientiert sich an der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu vergleichbaren Prämiensparverträgen, in der die Maßgeblichkeit des relativen Verhältnisses anerkannt (…WM 2011, 306 Rn. 25;… BGHZ 185, 166 Rn. 26 f.) und seither unter Auseinandersetzung mit den in der juristischen Fachliteratur geäußerten Meinungen bestätigt worden ist (…BGH, Urt. v. 25. April 2023, XI ZR 225/21, juris Rn. 22;… WM 2023, 326 Rn. 23 ff.; Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 461/20, juris Rn. 33;… Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 310/20, juris Rn. 43;… BGHZ 231, 215 Rn. 94 ff.).
Anders als die Differenzmethode gewährleiste sie, dass der anfängliche relative Abstand des Vertragszinses zum Referenzzinssatz konstant und damit das Grundgefüge der Vertragskonditionen über die gesamte Laufzeit der Sparverträge erhalten bleibe (…BGH, Urt. v. 25. April 2023, XI ZR 225/21, juris Rn. 22;… WM 2023, 326 Rn. 22 ff.; Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 461/20, juris Rn. 33;… Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 310/20, juris Rn. 43;… BGHZ 231, 215 Rn. 95 ff.;… WM 2011, 306 Rn. 25;… BGHZ 185, 166 Rn. 26 f.).
Kraft Vereinbarung beinhaltet der Anspruch auf das Kapital den aufgelaufenen Zins- und Zinseszins unabhängig von einer korrekten Gutschrifterteilung (BGH, Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 461/20, juris Rn. 23;… Urt. v. 24. November 2021, XI ZR 310/20, juris Rn. 26;… BGHZ 231, 215 Rn. 67;… auch Urt. v. 4. Juni 2002, XI ZR 361/01, BGHZ 151, 47 [53, juris Rn. 20]).
- OLG Naumburg, 09.02.2023 - 5 MK 1/20
Prämiensparvertrag: Unwirksamkeit der Zinsänderungsklausel und Schließung der …
Erst zu diesem Zeitpunkt wird daher der aus dem Sparguthaben und den Zinsen bestehende Anspruch des Kunden auf Zahlung fällig im Sinne von § 271 Abs. 2 BGB (BGH, Urteil vom 24. November 2021, XI ZR 461/20, Rn. 23, juris). - OLG München, 21.07.2025 - 17 U 5659/21
Prämiensparvertrag, Prämienstaffel, Zinsanspruch, Sparzinsanpassung, ergänzende …
Rn. 23 IV. Aus den nachfolgenden Gründen vermag sich der Senat den Urteilen des BGH vom 13.04.2010 (XI ZR 197/09, WM 2010, 933, 937, Randziffer 26), vom 21.12.2010 (XI ZR 52/08, WM 2011, 306, 309, Randziffer 25), vom 06.10.2021 (XI ZR 234/20, WM 2021, 2234, 2246, Randziffer 96), vom 24.11.2021 (XI ZR 461/20, Randziffer 33 - nach juris), vom 24.11.2021, (XI ZR 310/20, Randziffer 43 - nach juris), vom 24.01.2023 (XI ZR 257/21, WM 2023, 326, 327, Randziffer 21) und vom 25.04.2023 (XI ZR 225/21, Randziffer 22 - nach juris) hinsichtlich der monatlichen Zinsanpassung nach der relativen (Verhältnis-) Methode nicht anzuschließen, sondern nimmt diese nach der absoluten (Differenz-) Methode vor:.Rn. 25 2. In den eingangs zitierten (sieben) BGH-Entscheidungen, die die relative Methode als die richtige annehmen, zieht der Bundesgerichtshof im Wesentlichen das Äquivalenzprinzip (vgl. BGH, Urteil vom 13.04.2010, XI ZR 197/09, WM 2010, 933, 937, Randziffer 26; vom 06.10.2021, XI ZR 234/20, WM 2021, 2234, 2246, Randziffer 96; vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Randziffer 33 - nach juris) heran, sieht bei einem absoluten Differenzabstand einen einseitigen Vorteil der Bank bzw. Sparkasse (vgl. BGH, Urteil vom 13.04.2010, XI ZR 197/09, WM 2010, 933, 937, Randziffer 27; Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Randziffer 33 - nach juris) und geht bei der absoluten Methode von einem Nachteil für den Sparer aus, weil dann der an ihn zu zahlende Zins negativ werden könnte (vgl. BGH, Urteil vom 13.04.2010, XI ZR 197/09, WM 2010, 933, 937, Randziffer 27; Urteil vom 21.12.2010, XI ZR 52/08, WM 2011, 306, 309, Randziffer 25; Urteil vom 06.10.2021, XI ZR 234/20, WM 2021, 2234, 2246, Randziffer 96).
Außerdem hält er entgegenstehende Überlegungen der Finanzaufsicht mangels Einflusses auf die Vertragsparität für nicht relevant (vgl. BGH, Urteil vom 06.10.2021, XI ZR 234/20, WM 2021, 2234, 2246, Randziffer 100; Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Randziffer 33 - nach juris).
Rn. 27 a) Soweit die Bankenaufsicht (BaFin) hinsichtlich der relativen Methode Bedenken geäußert hat, hält dies der Senat im Gegensatz zum Bundesgerichtshof (vgl. Urteil vom 06.10.2021, XI ZR 234/20, WM 2021, 2234, 2246, Randziffer 100; Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Randziffer 33 - nach juris; Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 310/20, Randziffer 43 - nach juris; Urteil vom 24.01.2023, XI ZR 257/21, WM 2023, 326, 327, Randziffer 21; Urteil vom 25.04.2023, XI ZR 225/21, Randziffer 22 - nach juris; a. A. möglicherweise Urteil vom 23.11.2021, II ZR 315/19, NZG 2022, 276, 278, Randziffer 18) für ein wesentliches Kriterium bei der ergänzenden Vertragsauslegung schon im Hinblick auf die Einheitlichkeit der Rechtsordnung.
Rn. 49 VII. Bei der Ermittlung des/der am besten zu den abgeschlossenen Prämiensparverträgen passenden Referenzzinssatzes/Referenzzinssätze kommt nach Ansicht des Senats keine Zinsreihe von Bundesanleihen mit Restlaufzeiten von 8 bis 15 Jahren in Betracht, sei es Zinsstrukturkurven oder Umlaufrenditen inländischer Inhaberschuldverschreibungen höchster Bonität, sondern für den ersten Vertrag (Laufzeit ab Februar 1997) die Umlaufrenditen inländischer Inhaberschuldverschreibungen höchster Bonität mit Restlaufzeiten von 5 bis 8 Jahren und für den zweiten Vertrag (Laufzeit ab Januar 1998) eine (Durchschnitts-) Mischung der Zinsstrukturkurven für börsennotierte Bundeswertpapiere mit Restlaufzeiten zwischen 15 Jahren und einem Jahr (a.A. wohl BGH, Urteil vom 13.04.2010, XI ZR 197/09, WM 2010, 933, 936, Randziffer 22; Urteil vom 21.12.2010, XI ZR 52/08, WM 2011, 306, 308, Randziffer 22; Urteil vom 06.10.2021, XI ZR 234/20, WM 2021, 2234, 2244, Randziffer 85; Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Randziffer 21 - nach juris; Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 310/20, Randziffer 24 - nach juris; Urteil vom 25.04.2023, XI ZR 225/21, Randziffer 19 - nach juris; Urteil vom 09.07.2024, XI ZR 44/23, WM 2024, 1503, 1505, Randziffer 29; Urteil vom 09.07.2024, XI ZR 40/23, BKR 2024, 780, 782, Randziffer 25).
- OLG Brandenburg, 26.03.2025 - 4 MK 2/21
Musterfeststellungsklage auf Feststellungen der Voraussetzungen für das Bestehen …
Eine Klausel des Inhalts "Die ("Bank 02") zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz, z. Zt. [...] %, am Ende eines Kalender-/Sparjahres [...]" oder "Die Spareinlage wird variabel, z. Zt mit [...] % p.a. verzinst", enthält bei der gebotenen objektiven Auslegung ein Zinsänderungsrecht der Musterbeklagten, nach dem diese den Zinssatz ändern kann, und ist, weil sie nicht das gebotene Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen aufweist, wegen Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB unwirksam (BGH, Urteile vom 06.10.2021, XI ZR 234/20, Rn 20ff, und vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn 18, und XI ZR 310/20, Rn 21, juris). - OLG Brandenburg, 30.10.2024 - 4 U 56/22
Wirksamkeit der Kündigung von Sparverträgen "S-Prämiensparen flexibel"; …
Die Klausel, die Spareinlage werde "variabel, z.Zt. mit ...% verzinst", beinhaltet ebenso wie die Klausel, "Die Sparkasse zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz, z.Zt. ... %" nach der gebotenen objektiven Auslegung die Vereinbarung eines variablen Zinssatzes und im Zusammenhang mit Ziffer 3.1 der Bedingungen für den Sparverkehr ein Zinsänderungsrecht der Beklagten, nach dem diese den Zinssatz durch die Änderung eines Aushangs in ihrem Kassenraum ändern kann (vgl. BGH, Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 18, juris).Eine Klausel dieses Inhalts weist nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen auf und ist deshalb wegen Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB unwirksam (vgl. BGH, Urteile vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 18, und XI ZR 310/20, Rn. 21, juris).
Da sich aus dem Prämiensparvertrag keine Voraussetzungen oder Hürden für die Änderung des variablen Vertragszinses ergeben, ist es ohne Weiteres möglich ist, jede Veränderung des Referenzzinssatzes exakt für den Vertragszins nachzuvollziehen (vgl. BGH, Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 21, juris).
- OLG Brandenburg, 03.05.2024 - 4 MK 1/21
Verbraucherschutzrechtlicher Unterlassungsanspruch gegen die Verwendung von …
a) Nach der gebotenen objektiven Auslegung beinhalten die verwendeten Klauseln, "Die Sparkasse zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz, z. Zt. [...] %, am Ende eines Kalender-/Sparjahres [...]" oder "Die Spareinlage wird variabel, z. Zt mit [...] % p.a. verzinst", die Vereinbarung eines variablen Zinssatzes als Gegenleistung der Musterbeklagten und ein Zinsänderungsrecht der Musterbeklagten (vgl. BGH, Urteile vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn 18, und XI ZR 310/20, Rn 21, juris).Eine Klausel des Inhalts "Die Sparkasse zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz, z. Zt. [...] %, am Ende eines Kalender-/Sparjahres [...]" oder "Die Spareinlage wird variabel, z. Zt mit [...] % p.a. verzinst", enthält bei der gebotenen objektiven Auslegung - auch im Zusammenhang mit Ziffer 3.1 der Bedingungen für den Sparverkehr - ein Zinsänderungsrecht der Musterbeklagten, nach dem diese den Zinssatz durch die Änderung eines Aushangs in ihrem Kassenraum ändern kann, und ist, weil sie nicht das gebotene Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen aufweist, wegen Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB unwirksam (BGH, Urteile vom 06.10.2021, XI ZR 234/20, Rn 20ff, und vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn 18, und XI ZR 310/20, Rn 21, juris).
- OLG Brandenburg, 27.03.2024 - 4 U 91/22
Anspruch des Versicherten auf Nachzahlung von Zinsen aus einem gekündigten …
Die Klausel, die Spareinlage werde "variabel, z.Zt. mit 3 % verzinst", beinhaltet nach der gebotenen objektiven Auslegung die Vereinbarung eines variablen Zinssatzes und im Zusammenhang mit Ziffer 3.1 der Bedingungen für den Sparverkehr ein Zinsänderungsrecht der Beklagten, nach dem diese den Zinssatz durch die Änderung eines Aushangs in ihrem Kassenraum ändern kann (vgl. BGH, Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 18, juris).Eine Klausel dieses Inhalts weist nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen auf und ist deshalb wegen Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB unwirksam (vgl. BGH, Urteile vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 18, und XI ZR 310/20, Rn. 21, juris).
Da sich aus dem Prämiensparvertrag keine Voraussetzungen oder Hürden für die Änderung des variablen Vertragszinses ergeben, ist es ohne Weiteres möglich ist, jede Veränderung des Referenzzinssatzes exakt für den Vertragszins nachzuvollziehen (vgl. BGH, Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 21, juris).
- OLG Brandenburg, 20.03.2024 - 4 MK 1/21
Musterklage gegen eine Bank auf Durchführung der vertraglich vereinbarten …
a) Nach der gebotenen objektiven Auslegung beinhalten die verwendeten Klauseln, "Die Sparkasse zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz, z. Zt. [...] %, am Ende eines Kalender-/Sparjahres [...]" oder "Die Spareinlage wird variabel, z. Zt mit [...] % p.a. verzinst", die Vereinbarung eines variablen Zinssatzes als Gegenleistung der Musterbeklagten und ein Zinsänderungsrecht der Musterbeklagten (vgl. BGH, Urteile vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn 18, und XI ZR 310/20, Rn 21, juris).Eine Klausel des Inhalts "Die Sparkasse zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz, z. Zt. [...] %, am Ende eines Kalender-/Sparjahres [...]" oder "Die Spareinlage wird variabel, z. Zt mit [...] % p.a. verzinst", enthält bei der gebotenen objektiven Auslegung - auch im Zusammenhang mit Ziffer 3.1 der Bedingungen für den Sparverkehr - ein Zinsänderungsrecht der Musterbeklagten, nach dem diese den Zinssatz durch die Änderung eines Aushangs in ihrem Kassenraum ändern kann, und ist, weil sie nicht das gebotene Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen aufweist, wegen Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB unwirksam (BGH, Urteile vom 06.10.2021, XI ZR 234/20, Rn 20ff, und vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn 18, und XI ZR 310/20, Rn 21, juris).
- OLG Brandenburg, 27.03.2024 - 4 U 97/22
Anspruch gegen ein Kreditinstitut auf Nachzahlung von Zinsen aus einem …
Die Klausel, die Spareinlage werde "variabel, z.Zt. mit 4% verzinst", beinhaltet nach der gebotenen objektiven Auslegung die Vereinbarung eines variablen Zinssatzes und im Zusammenhang mit Ziffer 3.1 der Bedingungen für den Sparverkehr ein Zinsänderungsrecht der Beklagten, nach dem diese den Zinssatz durch die Änderung eines Aushangs in ihrem Kassenraum ändern kann (vgl. BGH, Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 18, juris).Eine Klausel dieses Inhalts weist nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen auf und ist deshalb wegen Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB unwirksam (vgl. BGH, Urteile vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 18, und XI ZR 310/20, Rn. 21, juris).
Da sich aus dem Prämiensparvertrag keine Voraussetzungen oder Hürden für die Änderung des variablen Vertragszinses ergeben, ist es ohne Weiteres möglich ist, jede Veränderung des Referenzzinssatzes exakt für den Vertragszins nachzuvollziehen (vgl. BGH, Urteil vom 24.11.2021, XI ZR 461/20, Rn. 21, juris).
- BGH, 01.07.2025 - XI ZR 16/24
Zur sog. Svensson-Methode
Auf die Revisionen des Musterklägers und der Musterbeklagten hat der Senat (Urteil vom 24. November 2021 - XI ZR 461/20, juris) die Entscheidung des Oberlandesgerichts in diesen Punkten aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. - OLG Brandenburg, 03.05.2024 - 4 MK 1/22
Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Spree-Neiße
- OLG Dresden, 31.01.2024 - 5 MK 2/19
- LG Dortmund, 18.02.2022 - 3 S 2/21
- OLG Brandenburg, 08.10.2025 - 4 U 7/25
- OLG Brandenburg, 06.12.2023 - 4 U 64/23
Vornahme einer Zinsänderung in einem Prämiensparvertrag; Auslegung von Verträgen …
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".