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Rechtsprechung
   OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2022,43241
OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22 (https://dejure.org/2022,43241)
OLG Hamm, Entscheidung vom 20.12.2022 - 26 U 15/22 (https://dejure.org/2022,43241)
OLG Hamm, Entscheidung vom 20. Dezember 2022 - 26 U 15/22 (https://dejure.org/2022,43241)
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Volltextveröffentlichungen (4)

Kurzfassungen/Presse

  • Wolters Kluwer (Kurzinformation)

    Grober ärztlicher Behandlungsfehler bei vorschneller Aufgabe der Diagnose einer akuten Siuzidalität

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Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (4)Zitiert selbst (30)

  • BGH, 12.03.2019 - VI ZR 278/18

    Bestehen eines Schadensersatzanspruchs aufgrund des Versterbens der Mutter des …

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    Da die Frage, ob ein Arzt seine berufsspezifischen Sorgfaltspflichten verletzt hat, nach medizinischen Maßstäben zu beurteilen ist, darf der Tatrichter den medizinischen Standard nicht ohne Einholung eines Sachverständigengutachtens ermitteln (BGH, z.B. Urteil vom 29. November 1994, VI ZR 189/93, juris; BGH, Beschluss vom 12. März 2019, VI ZR 278/18, juris).

    So kann - als Ausdruck der Waffengleichheit zwischen dem Patienten als Laien und dem sachkundigen Behandler - die Beiziehung von Krankenunterlagen und die Einholung eines Sachverständigengutachtens auch ohne entsprechenden Antrag geboten sein (§§ 142 Abs. 1, 144 Abs. 1 ZPO) (BGH, Beschluss vom 12. März 2019, VI ZR 278/18, Rn. 8-9, juris; BGH, Urteil vom 19. Februar 2019, VI ZR 505/17, juris).

  • BGH, 31.10.2013 - III ZR 388/12

    Amtshaftung des Trägers einer Städtischen Klinik: Fenstersturz eines Patienten …

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    Rn. 78 Begibt sich ein Patient wegen einer möglichen latenten oder akuten Suizidgefahr in Behandlung oder wird eine solche Gefahr im Rahmen einer Behandlung offenbar, so gilt: Ein Suizid ist nicht absolut vorherseh- oder vermeidbar (vgl. auch: BGH, Urteil vom 31. Oktober 2013, III ZR 388/12, juris).

    Soweit nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs das Sicherheitsgebot stets abzuwägen ist gegen Gesichtspunkte der Therapiegefährdung durch allzu strikte Verwahrung (vgl. BGH, Urteil vom 31. Oktober 2013, III ZR 388/12, juris; BGH, Urteil vom 20. Juni 2000, VI ZR 377/99, juris), genießt die Patientensicherheit bei akuter Selbstmordgefahr den Vorrang und gebietet - unter Beachtung der Menschenwürde - angemessene Maßnahmen, zu denen auch die Versagung einer Beurlaubung und die Beantragung einer geschlossenen Unterbringung nach dem PsychkG gehören kann.

  • BGH, 20.06.2000 - VI ZR 377/99

    Sorgfaltspflichten in psychiatrischer Klinik

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    Rn. 105 Die akute Suizidgefahr begründete das Erfordernis einer fachgerechten Behandlung verbunden mit einer gesteigerten Sicherungspflicht des behandelnden Krankenhauses (zu letzterem vgl. BGH, Urteil vom 20. Juni 2000, VI ZR 377/99, juris, mit Verweis auf die entspr. OLG-Rechtsprechung).

    Soweit nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs das Sicherheitsgebot stets abzuwägen ist gegen Gesichtspunkte der Therapiegefährdung durch allzu strikte Verwahrung (vgl. BGH, Urteil vom 31. Oktober 2013, III ZR 388/12, juris; BGH, Urteil vom 20. Juni 2000, VI ZR 377/99, juris), genießt die Patientensicherheit bei akuter Selbstmordgefahr den Vorrang und gebietet - unter Beachtung der Menschenwürde - angemessene Maßnahmen, zu denen auch die Versagung einer Beurlaubung und die Beantragung einer geschlossenen Unterbringung nach dem PsychkG gehören kann.

  • OLG Dresden, 02.11.2021 - 4 U 1646/21

    Ansprüche wegen eines vermeintlichen Behandlungsfehlers; Inkaufnahme des Risikos …

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    Insoweit verweist er auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Dresden, wonach bei suizidgefährdeten Patienten die Inkaufnahme des Risikos einer Selbstschädigung therapeutisch geboten sein könne und der Umstand, dass ein Patient Suizidgedanken äußert, für sich genommen noch nicht den Schluss auf einen Behandlungsfehler zulasse, wenn er im Anschluss hieran einen Suizidversuch unternimmt (OLG Dresden, Beschluss vom 2. November 2021, 4 U 1646/21, juris).

    Anderes ergibt sich auch nicht aus der vom Beklagten zitierten Rechtsprechung (OLG Dresden, Beschluss vom 2. November 2021, 4 U 1646/21, Rn. 7, juris; vgl. auch OLG Naumburg, Urteil vom 08.02.2000, 1 U 140/99, juris).

  • OLG Naumburg, 08.02.2000 - 1 U 140/99
    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    Die Verwirklichung der Selbsttötung oder der Versuch dessen ist nicht schon ein Indiz für eine Pflichtverletzung des behandelnden Arztes (vgl. Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 8. Februar 2000, 1 U 140/99, juris).

    Anderes ergibt sich auch nicht aus der vom Beklagten zitierten Rechtsprechung (OLG Dresden…, Beschluss vom 2. November 2021, 4 U 1646/21, Rn. 7, juris; vgl. auch OLG Naumburg, Urteil vom 08.02.2000, 1 U 140/99, juris).

  • BGH, 25.10.2011 - VI ZR 139/10

    Arzthaftung: Vorliegen eines groben Behandlungsfehlers

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    Rn. 79 Kommt der Sachverständige zu dem Ergebnis, dass eindeutig und in besonderem Maße gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen wurde, weil zum Beispiel zwingend gebotene Befunde nicht erhoben wurden oder auf Befunde nicht nach gefestigten und bekannten Regeln der ärztlichen Kunst reagiert wurde oder sonst eindeutig gebotene Maßnahmen zu Bekämpfung eines erkannten Risikos unterblieben, kann dies die Behandlung als grob fehlerhaft erscheinen lassen (st. Rspr. BGH, Beschluss vom 7. November 2017, VI ZR 173/17; BGH, Urteil vom 25. Oktober 2011,VI ZR 139/10; BGH, Urteil vom 21. Januar 2014, VI ZR 78/13, jeweils juris).

    Die Beurteilung obliegt insoweit dem Tatrichter unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls (BGH, Urteil vom 25. Oktober 2011, VI ZR 139/10, juris).

  • BGH, 14.06.2018 - III ZR 54/17

    Zur Amtshaftung bei Brandbekämpfung

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    Rn. 191 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ( Art. 103 Abs. 1 GG) gebietet es, im Anschluss an die Beweisaufnahme analog § 283 ZPO eine Frist zur schriftlichen Stellungnahme zum Beweisergebnis zu gewähren, wenn von einer Partei eine umfassende sofortige Stellungnahme nicht erwartet werden kann, weil sie Zeit braucht, um - in Kenntnis der Sitzungsniederschrift - angemessen vortragen zu können (vgl. BGH, Urteil vom 14. Juni 2018, III ZR 54/17, juris).
  • BGH, 15.02.2022 - VI ZR 937/20

    BGH verwirft sog. "taggenaue Berechnung" des Schmerzensgeldes

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    Dabei geht es nicht um eine isolierte Schau auf einzelne Umstände des Falles, sondern um eine Gesamtbetrachtung aller Umstände des Einzelfalles (st. Rspr. des BGH, zuletzt: Urteile vom 15. Februar 2022, VI ZR 937/20, und vom 22. März 2022, VI ZR 16/21, beide juris).
  • BGH, 19.02.2019 - VI ZR 505/17

    Arzthaftungsprozess: Erweiterte sekundäre Darlegungslast der Behandlungsseite; …

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    So kann - als Ausdruck der Waffengleichheit zwischen dem Patienten als Laien und dem sachkundigen Behandler - die Beiziehung von Krankenunterlagen und die Einholung eines Sachverständigengutachtens auch ohne entsprechenden Antrag geboten sein (§§ 142 Abs. 1, 144 Abs. 1 ZPO) (BGH…, Beschluss vom 12. März 2019, VI ZR 278/18, Rn. 8-9, juris; BGH, Urteil vom 19. Februar 2019, VI ZR 505/17, juris).
  • BGH, 30.11.2010 - VI ZR 25/09

    Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung im Arzthaftungsprozess: Nicht …

    Auszug aus OLG Hamm, 20.12.2022 - 26 U 15/22
    So ist in Arzthaftungssachen unter dem Blickpunkt des rechtlichen Gehörs auch der Behandlungsseite Gelegenheit zu geben, nochmals Stellung zu nehmen, wenn der medizinische Sachverständige in seinen mündlichen Ausführungen neue und ausführlichere Beurteilungen gegenüber dem bisherigen Gutachten abgegeben hat (BGH, Beschluss vom 30. November 2010, VI ZR 25/09, juris; BGH, Urteil vom 13. Februar 2001, VI ZR 272/99, juris).
  • BVerfG, 03.07.2019 - 1 BvR 2811/18

    Stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör …

  • BGH, 12.01.2011 - IV ZR 190/08

    Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung: Berücksichtigung eines von dem Gutachten …

  • BGH, 22.03.2022 - VI ZR 16/21

    Keine taggenaue Berechnung des Schmerzensgeldes

  • OLG Dresden, 14.09.2017 - 4 U 975/17

    Anforderungen an den Nachweis der Durchführung einer nicht dokumentierten …

  • BGH, 13.02.2001 - VI ZR 272/99

    Mündliche Ergänzung des medizinischen Sachverständigengutachtens im …

  • OLG Hamm, 02.02.2021 - 26 U 54/19

    Chirotherapeutische Manipulation an der Wirbelsäule

  • BGH, 10.05.1978 - VIII ZR 166/77

    Vermögensübernahme durch Factoring

  • OLG Naumburg, 16.11.2015 - 1 U 96/14

    Haftung eines niedergelassenen Chirurgen: Anforderungen an die Dokumentation …

  • BGH, 16.05.1977 - VIII ZR 311/75

    Nichtgewährung rechtlichen Gehörs - Gebot der sofortigen Stellungnahme der …

  • BGH, 16.04.2013 - VI ZR 44/12

    Arzthaftungsprozess wegen Querschnittlähmung nach Bandscheibenoperation: Grenzen …

  • BGH, 21.01.2014 - VI ZR 78/13

    Arzt- und Krankenhaushaftung: Amtshaftungsanspruch gegen einen Arzt; Abgrenzung …

  • BGH, 11.11.2014 - VI ZR 76/13

    Arzthaftungsprozess: Anforderungen an die tatrichterliche Auseinandersetzung mit …

  • BGH, 22.10.2019 - VI ZR 71/17

    Schließen eines Verstoßes gegen die Pflicht zur Erhebung und Sicherung …

  • BGH, 29.11.1994 - VI ZR 189/93

    Anforderungen an die Sorgfaltspflicht eines Arztes; Verjährung der …

  • BGH, 07.11.2017 - VI ZR 173/17

    Arzthaftungsprozess: Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bei …

  • BGH, 10.05.1983 - VI ZR 270/81

    Schadenersatz bei Erblindung aufgrund Sauerstoffüberdosierung eines Frühgeborenen …

  • BGH, 19.05.1987 - VI ZR 147/86

    Beweis durch Begutachtung durch eine Gutachter- und Schlichtungsstelle im …

  • OLG Jena, 31.05.2011 - 4 U 635/10

    Zur Verwertung/Nichtverwertung eines (früheren) Gutachtens

  • OLG Hamm, 27.01.1999 - 3 U 26/98

    Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeldansprüche wegen einer laparoskopischen …

  • OLG Hamm, 13.03.2006 - 3 U 239/05
  • OLG Hamm, 02.02.2024 - 26 U 36/23

    Arzthaftung - Aufklärung über Behandlungsalternativen

    Rn. 228 Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes sind die Schwere der Verletzungen, das dadurch bedingte Leiden, dessen Dauer, das Ausmaß der Wahrnehmung der Beeinträchtigung durch den Verletzten und der Grad des Verschuldens des Schädigers in Betracht zu ziehen, wobei der Grad des Verschuldens in Arzthaftungssachen regelmäßig nicht entscheidend ins Gewicht fällt (OLG Hamm, Urteil vom 20.12.2022, 26 U 15/22, zit. nach juris Rn. 155;… Urteil vom 16.12.2014, 26 U 81/14, zit. nach juris Rn. 34).
  • OLG Hamm, 13.09.2024 - 26 U 183/23

    Blasenstörung als Hinweis auf ein Cauda-equina-Syndrom

    Rn. 122 Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes sind die Schwere der Verletzungen, das dadurch bedingte Leiden, dessen Dauer, das Ausmaß der Wahrnehmung der Beeinträchtigung durch den Verletzten und der Grad des Verschuldens des Schädigers in Betracht zu ziehen, wobei der Grad des Verschuldens in Arzthaftungssachen regelmäßig nicht entscheidend ins Gewicht fällt (OLG Hamm, Urteil vom 20.12.2022, 26 U 15/22, zit. nach juris Rn. 155;… Urteil vom 16.12.2014, 26 U 81/14, zit. nach juris Rn. 34).
  • OLG Frankfurt, 22.04.2025 - 17 W 17/24

    Hinterbliebenengeld nach Suizid

    Nach dem für die Bediensteten der Antragsgegnerin zugrunde zu legenden fachärztlichen Standard gemäß § 630a Abs. 2 BGB (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 20. Dezember 2022 - 26 U 15/22 -, Rn. 70, juris) wird der Umfang der Überwachungs- und Vorsorgepflichten der Pflegekräfte und ärztlichen Mitarbeiter der Antragsgegnerin danach bestimmt, ob während des stationären Aufenthalts der Ehefrau des Antragstellers ex ante von einer akuten oder latenten Gefahr der Selbsttötung auszugehen war, wobei nur bei Akutfällen eine verstärkte Sicherungspflicht anzunehmen ist (BGH…, Urteil vom 20. Juni 2000 - VI ZR 377/99 -, Rn. 16, juris; BGH…, Urteil vom 31. Oktober 2013 - III ZR 388/12 -, Rn. 10, juris).
  • LG Lüneburg, 04.09.2024 - 2 O 246/23

    Anspruch auf Schadensersatz wegen eines behaupteten ärztlichen Behandlungsfehlers …

    Auch in den Fällen des Suizids ist der volle Nachweis eines schadenskausalen Behandlungsfehlers zu führen (vgl. OLG Hamm, 20.12.2022, 26 U 15/22, juris).
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