Rechtsprechung
| OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
BGB § 134, BGB § 280 Abs. 1; BGB § 312b, BGB § 312g; SchwarzArbG § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 5
Stundenlohn, unwirtschaftliche Betriebsführung, Schwarzarbeit, Handwerksrolle, Meisterzwang, Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz, gesetzliches Verbot - IWW
BGB § 134, BGB § 280 Abs. 1; BGB § 312b, BGB § 312g; SchwarzArbG § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 5
BGB, SchwarzArbG
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Stundenlohn; unwirtschaftliche Betriebsführung; Schwarzarbeit; Handwerksrolle; Meisterzwang; Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz ; gesetzliches Verbot
- rechtsportal.de
Stundenlohn; unwirtschaftliche Betriebsführung; Schwarzarbeit; Handwerksrolle; Meisterzwang; Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz ; gesetzliches Verbot
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Wie kann sich der Auftraggeber gegen überhöhte Stundenlohnabrechnungen verteidigen?
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- datenbank.nwb.de (Kurzinformation)
Wirksamer Vertrag trotz Verstoßes gegen das SchwarzArbG
Besprechungen u.ä. (2)
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Fehlende Meistereigenschaft ist keine Schwarzarbeit! (IBR 2022, 112)
- ibr-online (Entscheidungsbesprechung)
Wie kann sich der Auftraggeber gegen überhöhte Stundenlohnabrechnungen verteidigen? (IBR 2022, 115)
Verfahrensgang
- LG Köln, 17.12.2019 - 4 O 77/19
- OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Papierfundstellen
- NJW 2022, 1693
- NZBau 2022, 222
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (9)
- BGH, 01.08.2013 - VII ZR 6/13
Keine Mängelansprüche bei Werkleistungen in Schwarzarbeit
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Rn. 41 Darüber hinaus ziehen einseitige Verstöße des Unternehmers gegen das SchwArbG nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in der Regel ohnehin nicht die Nichtigkeit des Vertrages nach sich (vgl. BGH NJW 2013, 3167, 3169 Rn. 22 ff.); ein solcher einseitiger Verstoß liegt auch hier vor, nachdem die Klägerin unwidersprochen vorträgt, erst später von der fehlenden Meistereigenschaft der Beklagten erfahren zu haben. - BGH, 28.05.2009 - VII ZR 74/06
Darlegungslast und Beweislast eines Unternehmers für die inhaltliche Richtigkeit …
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Dafür reicht es aus, dass der Besteller im ihm möglichen Umfang Anhaltspunkte darlegt, nach denen der vom Unternehmer für die feststellbar erbrachten Leistungen abgerechnete Zeitaufwand nicht den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Leistungsausführung entspricht (vgl. BGH, Urteil vom 28.05.2009, VII ZR 74/06 Rn. 19 f. - juris = BauR 2009, 1291). - BGH, 15.04.2010 - III ZR 218/09
Partnervermittlungsvertrag: Widerruf eines in einer Haustürsituation …
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Bereits dies schließt die Anwendung der vorgenannten Vorschriften aus, weil sich die Klägerin dann gerade nicht in der typischen Überrumpelungssituation befand, vor der die Vorschriften schützen sollen (vgl. BGH NJW 2010, 2868 Rn. 13 zu § 312 Abs. 3 Nr. 1 BGB).
- BGH, 27.03.2003 - V ZR 291/02
Anforderungen an die Begründung einer Nichtzulassungsbeschwerde wegen …
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Eine fehlerhafte, die Grundsätze der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht beachtende Rechtsanwendung begründet insofern keine Divergenz, die die Zulassung der Revision rechtfertigt (BGH, Beschluss vom 27.03.2003, V ZR 291/02, juris). - BGH, 22.09.1983 - VII ZR 43/83
Nichtigkeit eines Werkvertrages wegen fehlender Eintragung des Unternehmers in …
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Insoweit hat der Bundesgerichtshof jedoch bereits im Jahre 1984, worauf das Landgericht ebenfalls zutreffend hingewiesen hat, ausgeführt, dass dem Verstoß gegen ein solches Verbot mit berufsrechtlichen Maßnahmen oder öffentlich-rechtlichen Sanktionen hinreichend Rechnung getragen werden könne, ohne dass es erforderlich wäre, einem einzelnen, im Rahmen des verbotenen Handwerksbetriebes zustande gekommenen Rechtsgeschäft die zivilrechtliche Wirksamkeit zu versagen (BGH NJW 1984, 230, 231). - OLG Frankfurt, 24.05.2017 - 4 U 269/15
Unwirksamkeit einer Vergütungsabrede zum Werkvertrag wegen Schwarzarbeit
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Die gegenteilige Auffassung des Oberlandesgerichts Frankfurt (Urteil vom 24.05.2017, 4 U 269/15 Rn. 18) hält der Senat ebenso wie das Landgericht nicht für überzeugend. - BGH, 14.12.1999 - X ZR 34/98
Beschenkter Sparkassenangestellter
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Dies erfordert eine normbezogene Abwägung, ob es mit dem Sinn und Zweck des Verbots vereinbar oder unvereinbar wäre, die durch das Rechtsgeschäft getroffene Regelung hinzunehmen bzw. bestehen zu lassen (vgl. BGH NJW 2000, 1186, 1187, st. Rspr.). - OLG Düsseldorf, 05.02.2016 - 23 U 110/15
Rechtsfolgen der Beschäftigung von Schwarzarbeitern durch einen Bauunternehmer …
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Die Annahme der Nichtigkeit im Falle eines einseitigen Verstoßes würde zudem zu der nicht hinnehmbaren Konsequenz führen, dass der Besteller einer Werkleistung weder Erfüllungs- noch Gewährleistungsansprüche geltend machen könnte, wenn sich - wie hier - nachträglich ein Verstoß des Unternehmers gegen das SchwarzArbG herausstellt (vgl. OLG Düsseldorf, Beschluss vom 05.02.2016, 23 U 110/15 Rn. 7 - juris). - LG Köln, 17.12.2019 - 4 O 77/19
Auszug aus OLG Köln, 16.12.2021 - 7 U 12/20
Auf die Berufung der Klägerin und unter Zurückweisung des weitergehenden Rechtsmittels wird das Urteil der Einzelrichterin der 4. Zivilkammer des Landgerichts Köln vom 17.12.2019 (4 O 77/19) teilweise abgeändert und insgesamt wie folgt neu gefasst:.
- BGH, 06.07.2023 - VII ZR 151/22
Vertragsschluss außerhalb von Geschäftsräumen
Ein Vertragsschluss bei gleichzeitiger Anwesenheit der Parteien außerhalb von Geschäftsräumen liegt danach nicht vor, wenn der Verbraucher ein vom Unternehmer am Vortag unterbreitetes Angebot am Folgetag außerhalb von Geschäftsräumen lediglich annimmt (vgl. auch OLG Köln, Urteil vom 16. Dezember 2021 - 7 U 12/20, BauR 2022, 1358 = NZBau 2022, 222, juris Rn. 40;… Grüneberg/Grüneberg, BGB, 82. Aufl., § 312b Rn. 6;… Staudinger/Thüsing (2019) BGB, § 312b Rn. 19;… Maume in: BeckOK BGB Hau/Poseck, Stand: 1. Mai 2023, § 312b Rn. 17). - OLG Frankfurt, 06.03.2023 - 29 U 115/22
Keine Kenntnis des Vertragspartners von Verstoß gegen Schwarzarbeitergesetz
Dieser Verstoß gegen § 1 Abs. 2 Nr. 5 SchwarzArbG führt jedoch nicht zur Nichtigkeit des Vertrags gemäß § 134 BGB, wenn der Vertragspartner - wie hier der Beklagte - davon keine Kenntnis hatte (OLG Köln, Urt. v. 16.12.2021 - 7 U 12/20, NZBau 2022, 222 Rn. 25 f.; Hanseatisches OLG, Urt. v. 14.9.2018 - 11 U 138/17, BeckRS 2018, 49605 Rn. 34; KG, Urt. v. 5.9.2017 - 7 U 136/16, NJW-RR 2018, 890 Rn. 24 f.; OLG Düsseldorf Urt. v. 16.12.2016 - I-22 U 76/16, BeckRS 2016, 137597 Rn. 23; von Rintelen, in: Messerschmidt/Voit, 4. Aufl. 2022, BGB § 631 Rn. 43; Bayer/Hoffmann, NJW 2021, 2926; Kniffka, in: Kniffka/Koeble/Jurgeleit/Sacher, Kompendium des Baurechts, 5. Aufl. 2020, 4. - LG Cottbus, 10.07.2024 - 6 O 175/23 OLG Köln, Urteil vom 16.12.2021 - 7 U 12/20, Rn. 28, beck-online (Ablehnung eines Widerrufsrechts).
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Rechtsprechung
| OLG Hamm, 12.03.2021 - 7 U 12/20 |
Volltextveröffentlichungen (6)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
§ 17 Abs. 3 StVG
Manipulierter Unfall; instabiler Fahrvorgang; überregionales Restwertangebot - IWW
§ 17 Abs. 3 StVG
- rechtsportal.de
StVG § 17 Abs. 3
Manipulierter Unfall; instabiler Fahrvorgang; überregionales Restwertangebot - rechtsportal.de
StVG § 17 Abs. 3
Manipulierter Unfall; instabiler Fahrvorgang; überregionales Restwertangebot - juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Gesichtspunkte gegen die Annahme eines manipulierten Verkehrsunfalles
Verfahrensgang
- LG Bochum, 11.12.2019 - 3 O 288/17
- OLG Hamm, 12.03.2021 - 7 U 12/20
Papierfundstellen
- NJW-RR 2021, 1188
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (6)
- BGH, 01.10.2019 - VI ZR 164/18
Tatrichterliche Überzeugungsbildung beim Verdacht eines manipulierten …
Auszug aus OLG Hamm, 12.03.2021 - 7 U 12/20
Rn. 10 Soweit die Beklagten zu 2) und 3) prozessual zulässig (vgl. hierzu OLG Hamm…, Beschluss vom 22. Dezember 2020 - I-9 U 123/20 -, Rn. 4, juris) auf Rechtswidrigkeitsebene einwenden, der Kläger sei mit dieser Verletzung seines Rechtsguts einverstanden und der Unfall manipuliert gewesen, haben sie den Beweis dafür nach dem strengen Maßstab des § 286 ZPO (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 01. Oktober 2019 - VI ZR 164/18 -, Rn. 7 ff., juris) nicht erbracht.Der Beweis der Unfallmanipulation ist regelmäßig durch den Nachweis einer ungewöhnlichen Häufung typischer Umstände geführt, wenn diese in ihrem Zusammenwirken vernünftigerweise nur den Schluss zulassen, der geschädigte Anspruchsteller habe in die Beschädigung seines Fahrzeugs eingewilligt (vgl. zur Beweislast und zum Beweismaßstab: BGH, Urteil vom 01. Oktober 2019 - VI ZR 164/18 - Rn. 7, juris m. w. N.).
Ein Verstoß gegen die Denkgesetze liegt u. a. dann vor, wenn der Tatrichter Indiztatsachen, die sich zwanglos mit dem gegensätzlichen Vortrag beider Parteien vereinbaren lassen, nur als mit dem Vortrag einer Partei für vereinbar hält, also in ihrer Ambivalenz nicht erkennt oder ihnen Indizwirkungen zuerkennt, die sie nicht haben können (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 01. August 2017 - 9 U 59/16 -, Rn. 21 ff. juris; siehe auch zuletzt BGH, Urteil vom 01. Oktober 2019, - VI ZR 164/18 - juris, Rn. 9).
- BGH, 25.06.2019 - VI ZR 358/18
Schadensersatz bei Kfz-Unfall: Veräußerung des beschädigten Fahrzeugs zu einem …
Auszug aus OLG Hamm, 12.03.2021 - 7 U 12/20
Veräußert der Geschädigte das Unfallfahrzeug unter Zugrundelegung eines von ihm eingeholten Schadensgutachtens, muss er sich ein zeitlich nachfolgendes (überregionales) Restwertangebot des Haftpflichtversicherers nicht nach § 254 Abs. 2 Satz 1 BGB entgegenhalten lassen (im Anschluss an BGH Urt. v. 25.6.2019 - VI ZR 358/18, r+s 2019, 539 Rn. 10, 14).Rn. 34 Soweit der Privatsachverständige der Beklagten mit Gutachten vom 21.08.2017 ein überregionales Restwertangebot von 6.700,- EUR ermittelt hat, muss der Kläger sich dieses im Wege seiner Schadenminderungspflicht gemäß § 254 Abs. 2 BGB hingegen nicht entgegenhalten lassen, da er den SUV bereits am 09.08.2017 veräußert hatte, und zwar rechtlich zulässig unter Zugrundelegung des Schadensgutachtens (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 25. Juni 2019 - VI ZR 358/18 -, Rn. 10, juris).
- BGH, 07.12.2004 - VI ZR 119/04
Anrechnung eines überdurchschnittlichen Erlöses für den Unfallwagen; …
Auszug aus OLG Hamm, 12.03.2021 - 7 U 12/20
Ein vom Geschädigten tatsächlich erzielter, über dem vom Sachverständigen ermittelten Restwert liegender Mehrerlös ist, damit der Geschädigte nicht an dem Unfall "verdient", zu berücksichtigen, wenn ihm - wie hier - keine überobligationsmäßigen Anstrengungen des Geschädigten zugrunde liegen, was der Schädiger zu beweisen hat (im Anschluss an BGH Urt. v. 7.12.2004 - VI ZR 119/04, r+s 2005, 124 Rn. 17;… BGH Urt. v. 15.6.2010 - VI ZR 232/09, r+s 2010, 348 Rn. 10, 9).Rn. 33 Ein vom Geschädigten tatsächlich erzielter, über dem vom Sachverständigen ermittelten Restwert liegender Mehrerlös ist zu berücksichtigen, wenn ihm - wie hier - keine überobligationsmäßigen Anstrengungen des Geschädigten zugrunde liegen (BGH, Urteil vom 07. Dezember 2004 - VI ZR 119/04 -, juris, Rn. 17), damit der Geschädigte nicht an dem Unfall "verdient" (s. BGH, Urteil vom 07. Dezember 2004 - VI ZR 119/04 -, a. a. O).
- OLG Hamm, 01.08.2017 - 9 U 59/16
Kriterien für die Feststellung eines gestellten Unfallgeschehen
Auszug aus OLG Hamm, 12.03.2021 - 7 U 12/20
Ein Verstoß gegen die Denkgesetze liegt u. a. dann vor, wenn der Tatrichter Indiztatsachen, die sich zwanglos mit dem gegensätzlichen Vortrag beider Parteien vereinbaren lassen, nur als mit dem Vortrag einer Partei für vereinbar hält, also in ihrer Ambivalenz nicht erkennt oder ihnen Indizwirkungen zuerkennt, die sie nicht haben können (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 01. August 2017 - 9 U 59/16 -, Rn. 21 ff. juris; siehe auch zuletzt BGH…, Urteil vom 01. Oktober 2019, - VI ZR 164/18 - juris, Rn. 9). - BGH, 15.06.2010 - VI ZR 232/09
Schadensabrechnung nach Verkehrsunfall: Anzusetzender Restwert bei unreparierter …
Auszug aus OLG Hamm, 12.03.2021 - 7 U 12/20
Ein vom Geschädigten tatsächlich erzielter, über dem vom Sachverständigen ermittelten Restwert liegender Mehrerlös ist, damit der Geschädigte nicht an dem Unfall "verdient", zu berücksichtigen, wenn ihm - wie hier - keine überobligationsmäßigen Anstrengungen des Geschädigten zugrunde liegen, was der Schädiger zu beweisen hat (…im Anschluss an BGH Urt. v. 7.12.2004 - VI ZR 119/04, r+s 2005, 124 Rn. 17; BGH Urt. v. 15.6.2010 - VI ZR 232/09, r+s 2010, 348 Rn. 10, 9). - OLG Hamm, 22.12.2020 - 9 U 123/20
Auszug aus OLG Hamm, 12.03.2021 - 7 U 12/20
Rn. 10 Soweit die Beklagten zu 2) und 3) prozessual zulässig (vgl. hierzu OLG Hamm, Beschluss vom 22. Dezember 2020 - I-9 U 123/20 -, Rn. 4, juris) auf Rechtswidrigkeitsebene einwenden, der Kläger sei mit dieser Verletzung seines Rechtsguts einverstanden und der Unfall manipuliert gewesen, haben sie den Beweis dafür nach dem strengen Maßstab des § 286 ZPO (vgl. hierzu BGH…, Urteil vom 01. Oktober 2019 - VI ZR 164/18 -, Rn. 7 ff., juris) nicht erbracht.
- OLG Hamm, 18.09.2025 - 7 U 39/25
Gestellter Unfall; Einwilligung; Zurechnung; Wissensvertretung; …
Zu den Anforderungen an die Annahme einer - hier bejahten - rechtfertigenden Einwilligung in einen Verkehrsunfall (im Anschluss an BGH…, Urteil vom 13.12.1977 - VI ZR 206/75, BGHZ 71, 339 = juris Rn. 10, 27 f.; BGH…, Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 164/18, r+s 2020, 47 Rn. 7 ff.; Senat, Urteil vom 12.03.2021 - 7 U 12/20, NJW-RR 2021, 1188; OLG Hamm…, Urteil vom 01.08.2017 - 9 U 59/16, NJW-RR 2017, 1368 = juris Rn. 20 ff.).Rn. 7 Entscheidend sind dabei im vorliegenden Einzelfall im Rahmen der erforderlichen Gesamtwürdigung (…vgl. nur BGH Urt. v. 13.12.1977 - VI ZR 206/75, BGHZ 71, 339 = juris Rn. 10, 27 f.;… BGH Urt. v. 1.10.2019 - VI ZR 164/18, r+s 2020, 47 Rn. 7 ff.; Senat Urt. v. 12.03.2021 - 7 U 12/20, NJW-RR 2021, 1188;… OLG Hamm Urt. v. 1.8.2017 - 9 U 59/16, NJW-RR 2017, 1368 = juris Rn. 20 ff.) vor allem die persönlichen Angaben des Klägers und des Fahrers des Beklagtenfahrzeugs als Zeuge beim Landgericht, deren Würdigung durch das Landgericht mit der Berufung bereits nicht angegriffen werden.
Es bedurfte deshalb im vorliegenden Einzelfall auch keiner ausdrücklichen - gutachterlichen - Feststellung eines etwa bewussten Hineinlenkens, Durchziehens oder des Fehlens einer Abwehrreaktion (vgl. dazu Senat Urt. v. 12.3.2021 - 7 U 12/20, NJW-RR 2021, 1188 Ls. 1;… OLG Hamm Beschl. v. 22.12.2020 - 9 U 123/20, BeckRS 2020, 50029 = juris Rn. 6;… OLG Hamm Beschl. v. 21.12.2018 - 26 U 172/18, BeckRS 2018, 38487 = juris Rn. 7).
- OLG Hamm, 23.09.2025 - 7 U 29/25
Einwilligung; Verkehrsunfall; Eigentumsvermutung; Indizien
Bei der nach § 286 ZPO vom Schädiger - hier erfolglos - zu beweisenden Einwilligung in einen Verkehrsunfall verbietet sich jede schematische Lösung, wobei insbesondere eine reine Anhäufung von Indizien eine Überzeugungsbildung nicht ohne Weiteres zu ermöglichen vermag, sondern es vielmehr auf das Gewicht der jeweiligen Indizien - hier u. a. lohnender Streifschaden, geringes Verletzungsrisiko, Fahrzeugtypen, Mietwagen, Ausweichen in Gegenverkehr, Hineinlenken, vorprozessuale Angaben, Vorschäden, persönliche Kontakte, Hinzuziehung Polizei, Ort und Zeit des Abstellens, Rechtsschutzversicherung - im konkreten Einzelfall ankommt (im Anschluss an BGH…, Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 164/18, r+s 2020, 47 Rn. 9; BGH…, Urteil vom 13.12.1977 - VI ZR 206/75, BGHZ 71, 339 = juris Rn. 27; OLG Hamm…, Urteil vom 01.08.2017 - 9 U 59/16, NJW-RR 2017, 1368 = juris Rn. 20 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 12.03.2021 - 7 U 12/20, NJW-RR 2021, 1188).Hält der Tatrichter ein bestimmtes Geschehen selbst nur für hinreichend oder überwiegend wahrscheinlich, ohne sich dessen gewiss zu sein, kann dies für eine Überzeugungsbildung nur im Rahmen des - hier nicht in Rede stehenden - § 287 ZPO genügen (…BGH Urt. v. 1.10.2019 - VI ZR 164/18, r+s 2020, 47 Rn. 9 m. w. N.;… siehe auch in anderen Worten OLG Hamm Urt. v. 1.8.2017 - 9 U 59/16, NJW-RR 2017, 1368 = juris Rn. 20 ff.; Senat Urt. v. 12.03.2021 - 7 U 12/20, NJW-RR 2021, 1188;… Senat Urt. v. 31.8.2018 - 7 U 33/17, BeckRS 2018, 32000 = juris Rn. 13).
Rn. 21 Grundsätzlich bedarf es bei einer plausiblen Erklärung wie dem Ausweichen vor Gegenverkehr, die die Beklagte hier weder durch die Vernehmung der Zeugin in erster oder zweiter Instanz noch durch Vernehmung des Sachverständigen in zweiter Instanz widerlegen konnte, ausdrücklicher - gutachterlicher - Feststellungen zu etwa einem bewussten Hineinlenken, einem bewussten Durchziehen oder des Fehlens einer Abwehrreaktion, um daraus ein Indiz dafür ableiten zu können, dass der Unfall ein einverständliches Geschehen darstellt (vgl. dazu Senat Urt. v. 12.3.2021 - 7 U 12/20, NJW-RR 2021, 1188 Ls. 1;… OLG Hamm Beschl. v. 22.12.2020 - 9 U 123/20, BeckRS 2020, 50029 = juris Rn. 6; OLG Hamm Beschl. v. 21.12.2018 - 26 U 172/18, BeckRS 2018, 38487 = juris Rn. 7).
- OLG Hamm, 02.09.2022 - 7 U 5/21
Haftungsverteilung bei Kollision eines ein am Fahrbahnrand wartendes Fahrzeug …
Rn. 65 Soweit der Kläger das Fahrzeug nicht lediglich zu dem in dem vorgenannten E-Gutachten ausgewiesenen Netto-Restwert von 1.033,61 EUR, sondern (als Privatmann) zu einem höheren Netto-Restwert von 1.200,00 EUR veräußert hat, kann dahingestellt bleiben, ob er sich - was wohl zu bejahen wäre (…vgl. BGH Urt. v. 7.12.2004 - VI ZR 119/04, NJW 2005, 357 [unter II. 3. b.]; Senat Urt. v. 12.3.2021 - 7 U 12/20, NJW-RR 2021, 1188 Rn. 21) - diesen von ihm erzielten höheren Erlös anrechnen lassen muss, da er sich sogar weitergehend den durch die E ermittelten Brutto-Restwert von 1.230,00 EUR abziehen lässt.
- OLG Hamm, 21.10.2022 - 7 U 96/21
Befangenheit; Zuständigkeit; Verfahrensfehler; manipuliertes Unfallereignis; …
Der Tatrichter ist grundsätzlich darin frei, welche Beweiskraft er den Indizien im Einzelnen und in einer Gesamtschau für seine Überzeugungsbildung beimisst (vgl. OLG Hamm Urt. v. 12.3.2021 - I-7 U 12/20, juris Rn. 7 f.;… siehe auch BGH, Urt. v. 1.10.2019 - VI ZR 164/18, juris Rn. 9). - OLG Hamm, 16.05.2023 - 7 U 18/22
Eigentumsvermutung; Einwilligung in einen Verkehrsunfall
Nicht ausreichend ist jedoch die nur erhebliche Wahrscheinlichkeit einer Unfallmanipulation (…vgl. hierzu OLG Hamm Urt. v. 1.8.2017 - 9 U 59/16, NJW-RR 2017, 1368 = juris Rn. 20 ff.; entsprechend Senat Urt. v. 12.03.2021 - 7 U 12/20, NJW-RR 2021, 1188 = juris Rn. 7 f.;… vgl. BGH Urt. v. 1.10.2019 - VI ZR 164/18, r+s 2020, 47 Rn. 8). - OLG Hamm, 06.03.2023 - 7 U 96/22
Unfallhergang; Einwilligung; Darlegungs- und Beweislast
Der Tatrichter ist grundsätzlich darin frei, welche Beweiskraft er den Indizien im Einzelnen und in einer Gesamtschau für seine Überzeugungsbildung beimisst (vgl. OLG Hamm Urt. v. 12.3.2021 - I-7 U 12/20, juris Rn. 7 f.;… BGH Urt. v. 1.10.2019 - VI ZR 164/18, juris Rn. 9).
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