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Rechtsprechung
   BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2004,127
BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02 (https://dejure.org/2004,127)
BFH, Entscheidung vom 11.03.2004 - VII R 52/02 (https://dejure.org/2004,127)
BFH, Entscheidung vom 11. März 2004 - VII R 52/02 (https://dejure.org/2004,127)
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Volltextveröffentlichungen (11)

  • Simons & Moll-Simons

    AO 1977 §§ 34, 35, 69; FGO § 102 Satz 2

  • Wolters Kluwer

    Haftung eines faktischen Geschäftsführers bzw. Gesellschafters einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) - Ermessenserwägungen bei der Inanspruchnahme eines Haftungsschuldners - Einstandspflicht eines nominell bestellten Geschäftsführers (Strohmann) - ...

  • Deutsche Zeitschrift für Wirtschafts- und Insolvenzrecht (Volltext/Leitsatz/Auszüge)

    Haftung des als Strohmann eingesetzten Geschäftsführers für die Steuerschulden der GmbH

  • Owlit(Abodienst, Leitsatz frei)

    AO 1977 §§ 34; AO 1977 35; AO 1977 69; FGO § 102 Satz 2
    Ermessen bei Haftungsbescheiden gegen Geschäftsführer

  • Owlit(Abodienst, Leitsatz frei)

    AO 1977 § 34; AO 1977 § 35; AO 1977 § 69; FGO § 102 Satz 2
    "Rechtzeitige" Ermessenserwägungen bei Haftungsbescheiden

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    AO (1977) §§ 34 35 69 ; FGO § 102 S. 2
    Haftung des "Strohmann-Geschäftsführers"

  • datenbank.nwb.de

    Haftung eines nominell bestellten Geschäftsführers neben der Haftung sog. "faktischer Geschäftsführer"

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse

  • gesellschaftsrechtskanzlei.com (Leitsatz/Kurzinformation)

    Begründung Ermessensausübung, Entschließungs- Auswahlermessen, Haftung für Steuerschulden, Nachschieben, Strohmann, Vollstreckung

Besprechungen u.ä.

  • IWW (Entscheidungsbesprechung)

    Haftung - Haftung eines "Strohmann"-Geschäftsführers

Sonstiges

  • nwb.de (Verfahrensmitteilung)

    AO 1977 § 69, AO 1977 § 35, FGO § 102 S 2, AO 1977 § 126 Abs 2
    Ermessen; Faktischer Geschäftsführer; Lohnsteuerhaftung

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BFHE 205, 14
  • NJW 2004, 3061
  • BB 2004, 1092
  • DB 2004, 1134
  • BStBl II 2004, 579
 
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Wird zitiert von ... (202)Zitiert selbst (20)

  • BFH, 09.08.2002 - VI R 41/96

    Auswahlermessen bei mehreren Haftungsschuldnern

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Gründe der Vorentscheidung und tragen ergänzend vor, nach der Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. August 2002 VI R 41/96 (BFHE 200, 200, BStBl II 2003, 160) müsse die Finanzbehörde in Haftungsfällen spätestens in der Einspruchsentscheidung die Gründe ihrer Entscheidung abschließend darstellen.

    Vielmehr haftet sie gemäß § 44 Abs. 1 AO 1977 zusammen mit den in Anspruch genommenen Klägern gegenüber der Finanzbehörde als Gesamtschuldnerin (vgl. BFH-Urteil in BFHE 200, 200, BStBl II 2003, 160).

    § 191 Abs. 1 AO 1977 als eine allgemeine den Erlass von Haftungsbescheiden regelnde Verfahrensvorschrift betrifft nämlich alle Haftungsvorschriften, wobei unter den einzelnen Haftungstatbeständen grundsätzlich keine Rangordnung besteht (BFH-Urteil in BFHE 200, 200, BStBl II 2003, 160, m.w.N.).

  • BVerwG, 14.01.1999 - 6 B 133.98

    Darlegungsanforderungen an die Bezeichnung eines Verfahrensmangels; Verstoß gegen …

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    § 114 Satz 2 VwGO schaffe die prozessualen Voraussetzungen lediglich dafür, dass defizitäre Ermessenserwägungen ergänzt werden, nicht hingegen, dass das Ermessen erstmals ausgeübt oder die Gründe einer Ermessensausübung (komplett oder doch in ihrem Wesensgehalt) ausgewechselt werden (BVerwG-Beschluss vom 14. Januar 1999 6 B 133.98, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1999, 2912;… vgl. auch Kopp/ Schenke, Verwaltungsgerichtsordnung, Kommentar, 13. Aufl., § 114 Rz. 50).
  • BFH, 29.09.1987 - VII R 54/84

    Zur Begründung der Ermessensentschädigung der Verwaltung bei der Inanspruchnahme …

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Die Behörde muss insbesondere zum Ausdruck bringen, warum sie den Haftungsschuldner anstatt des Steuerschuldners oder anstelle anderer ebenfalls für die Haftung in Betracht kommender Personen in Anspruch nimmt --Auswahlermessen-- (vgl. Senatsurteil vom 29. September 1987 VII R 54/84, BFHE 151, 111, BStBl II 1988, 176).
  • BFH, 03.02.1981 - VII R 86/78

    Ermessensentscheidung - Verwaltung

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Dabei müssen die bei der Ausübung des Verwaltungsermessens angestellten Erwägungen --die Abwägung des Für und Wider der Inanspruchnahme des Haftungsschuldners-- aus der Entscheidung erkennbar sein (Senatsurteile vom 3. Februar 1981 VII R 86/78, BFHE 133, 1, BStBl II 1981, 493, und vom 30. April 1987 VII R 48/84, BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170).
  • BFH, 21.12.1998 - VII B 175/98

    Lohnsteuerhaftung des GmbH-Geschäftsführers

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Zahlungsschwierigkeiten oder Zahlungsunfähigkeit der GmbH ändern nach dieser Rechtsprechung weder etwas an jener Pflicht des GmbH-Geschäftsführers, noch schließen sie sein Verschulden bei Nichterfüllung der steuerlichen Pflichten der GmbH aus (Senatsbeschluss vom 21. Dezember 1998 VII B 175/98, BFH/NV 1999, 745, m.w.N.).
  • BFH, 13.04.1978 - V R 109/75

    Haftungsbescheid - Zweigliedrige Entscheidung - Umfang der gerichtlichen …

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ist die Entscheidung über die Inanspruchnahme eines Haftungsschuldners zweigliedrig (vgl. BFH-Urteil vom 13. April 1978 V R 109/75, BFHE 125, 126, BStBl II 1978, 508, und Senatsurteil vom 4. Oktober 1988 VII R 53/85, BFH/NV 1989, 274, 275).
  • BFH, 23.03.1993 - VII R 38/92

    - Ablaufhemmung der Festsetzungsfrist für den Haftungsanspruch nach Aufhebung …

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Ist der Geschäftsführer nicht in der Lage, sich innerhalb der Gesellschaft durchzusetzen und seiner Rechtsstellung gemäß zu handeln, so muss er als Geschäftsführer zurücktreten und darf nicht im Rechtsverkehr den Eindruck erwecken, als sorge er für die ordnungsgemäße Abwicklung der Geschäfte (…vgl. Senatsurteile vom 16. Juli 1985 VII R 185/82, BFH/NV 1987, 210, und vom 23. März 1993 VII R 38/92, BFHE 171, 10, BStBl II 1993, 581, m.w.N.).
  • BFH, 13.02.1996 - VII B 245/95

    Haftung des Geschäftsführers als "Strohmann"

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Auch wenn M --wie das FA meint-- lediglich als "Strohfrau" anzusehen sein sollte und die Kläger die tatsächliche Geschäftsführung ausgeübt haben sollten, wäre sie nicht von vorneherein von der Inhaftungnahme ausgeschlossen (vgl. Senatsbeschluss vom 13. Februar 1996 VII B 245/95, BFH/NV 1996, 657).
  • BFH, 29.05.1990 - VII R 81/89

    Haftung des GmbH-Geschäftsführers wegen Nichtabführung einbehaltener und …

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats stellt die Nichtabführung einzubehaltender und anzumeldender Lohnsteuer, Kirchenlohnsteuer sowie des Solidaritätszuschlags zu den gesetzlichen Fälligkeitszeitpunkten (§ 38 Abs. 3, § 41a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes --EStG--) regelmäßig eine --wenn nicht vorsätzliche-- zumindest grob fahrlässige Verletzung der Pflichten eines GmbH-Geschäftsführers i.S. der §§ 34, 69 AO 1977 dar (so z.B. Senatsurteil vom 29. Mai 1990 VII R 81/89, BFH/NV 1991, 283).
  • FG Hamburg, 14.08.2002 - V 248/98

    Ermessensentscheidung:

    Auszug aus BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02
    Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2003, 202 veröffentlichten Gründen statt.
  • BFH, 04.10.1988 - VII R 53/85

    Haftung eines Prokuristen einer GmbH für die nicht ordnungsgemäße Abführung von …

  • BFH, 30.04.1987 - VII R 48/84

    Eine nicht begründete Ermessensentscheidung ist regelmäßig rechtsfehlerhaft; …

  • BFH, 22.09.1992 - VII R 73/91
  • FG Rheinland-Pfalz, 24.02.2003 - 5 K 2441/01

    Lohnpfändung und Anordnung gemäß § 319 AO i.V.m. §§ 850 c Abs. 4 , 850g ZPO

  • FG Niedersachsen, 16.01.2002 - 2 K 380/98

    Kein neuer Fristlauf bei Unterbrechung der doppelten Haushaltsführung um einen …

  • FG Hamburg, 07.08.2003 - VII 124/00

    Haftung für Kapitalertragsteuer, Ergänzung von Ermessenserwägungen

  • FG Münster, 03.09.2002 - 7 K 1547/02

    Ergänzung von Ermessenserwägungen i.S.d. § 102 FGO

  • FG Baden-Württemberg, 17.09.2002 - 4 K 495/01

    Keine vollständige Nachholung der wegen der Übertragung einer Außenprüfung auf …

  • FG Düsseldorf, 20.01.2003 - 17 K 6995/96

    Lohnsteuerhaftung; Nettolohnvereinbarung; Abgetretene Steuererstattung; …

  • BFH, 16.07.1985 - VII R 185/82

    Verjährung von Haftungsansprüchen gegen die Gesellschafter wegen …

  • BFH, 20.03.2017 - X R 13/15

    Gemeinnützigkeitsrecht: Gebot zeitnaher Mittelverwendung, Förderung des …

    Erst die nach § 191 AO zu treffende Entscheidung, ob bzw. gegen wen ein Haftungsbescheid ergehen soll (Entschließungs- und Auswahlermessen) unterliegt den Beschränkungen des § 102 FGO (zum Ganzen BFH-Urteile vom 13. April 1978 V R 109/75, BFHE 125, 126, BStBl II 1978, 508, unter 1.;… vom 13. Juni 1997 VII R 96/96, BFH/NV 1998, 4, unter 1.; vom 11. März 2004 VII R 52/02, BFHE 205, 14, BStBl II 2004, 579, unter II.1.a, …und vom 20. September 2016 X R 36/15, BFH/NV 2017, 593, unter II.1.a; Wernsmann in HHSp, § 5 AO Rz 59, 120).
  • BFH, 17.01.2017 - VIII R 52/14

    Heilung eines nicht ausreichend begründeten Ermessensverwaltungsakts nach …

    Dabei müssen die bei der Ausübung des Verwaltungsermessens angestellten Erwägungen aus der Entscheidung erkennbar sein, andernfalls ist sie rechtswidrig (vgl. BFH-Urteil vom 11. März 2004 VII R 52/02, BFHE 205, 14, BStBl II 2004, 579).
  • FG Berlin-Brandenburg, 13.11.2025 - 9 K 11063/24

    Die Finanzbehörde kann in einem Änderungs- oder Ersetzungsbescheid ihre bis zum …

    Die Behörde muss insbesondere zum Ausdruck bringen, warum sie den Haftungsschuldner anstatt des Steuerschuldners oder anstelle weiterer ebenfalls für die Haftung in Betracht kommender Personen in Anspruch nimmt - sog. Auswahlermessen (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH, Urteil vom 11. März 2004 - VII R 52/02, BFHE 205, 14, BStBl II 2004, 579, m.w.N.).

    Eine insofern bestehende Einschränkung der Begründungspflicht besteht nur dann, wenn erkennbar ist, dass die Behörde eine entsprechende Ermessenentscheidung getroffen hat (BFH, Urteil vom 11. März 2004 - VII R 52/02, a.a.O.).

    Bereits der Wortlaut von § 102 Satz 2 FGO ist dahin auszulegen, dass bereits bis zum Abschluss des Einspruchsverfahrens behördliche Ermessenserwägungen hinsichtlich des Verwaltungsaktes angestellt worden sein müssen, das behördliche Ermessen also betätigt worden sein muss (so auch BFH, Urteil vom 11. März 2004 - VII R 52/02, a.a.O.).

    Eine Heilung der bis zum Abschluss des Einspruchsverfahrens unterbliebenen Ausübung des Entschließungs- oder Auswahlermessens durch erstmalige Betätigung bzw. durch vollständige Nachholung von Ermessenserwägungen im Klageverfahren ist dagegen ausgeschlossen (so auch BFH, Urteile vom 11. März 2004 - VII R 52/02, a.a.O., vom 15. Mai 2013 - VI R 28/12, BStBl II 2013, 737, für den Fall der Nachholung von Ermessenserwägungen bei der Ersetzung des ursprünglichen Haftungsbescheids im Revisionsverfahren, …und vom 24. April 2014 - IV R 25/11, BFHE 245, 499, BStBl II 2014, 819, Drüen, in Tipke/Kruse, AO/FGO, § 102 FGO Rn. 12c., Krumm, in Tipke/Kruse, AO/FGO, § 68 FGO, Rn. 4, Rauda, in Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO/FGO, Stand 11/2025, § 102 FGO Rn. 67, Stapperfend, in Gräber, FGO, a.a.O., § 102 Rn. 26).

    Demnach fällt die erstmalige Begründung der behördlichen Ermessensentscheidung im Klageverfahren weder unter die Regelung des § 114 Satz 2 VwGO noch unter die des § 102 Satz 2 FGO (siehe hierzu näher auch BFH, Urteil vom 11. März 2004 - VII R 52/02, a.a.O.).

    Diese Begründungspflicht, die nicht zuletzt dem Zweck dient, dem Adressaten des Bescheids nach Ergehen der Einspruchsentscheidung die Prüfung der Erfolgsaussichten einer etwaigen Klageerhebung anhand der dargelegten Ermessenserwägungen zu ermöglichen und unnötige Klageverfahren zu vermeiden, liefe weitgehend leer, wenn die Finanzbehörde dieser Pflicht erstmals auch noch im Klageverfahren - ggf. bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung durch Erlass eines Änderungsbescheides - nachkommen dürfte (so auch BFH, Urteil vom 11. März 2004 - VII R 52/02, a.a.O.).

    Denn die fehlende Ermessensausübung bis zum Abschluss des Einspruchsverfahrens stellt nicht nur einen Begründungsmangel i.S. des § 126 Abs. 1 Nr. 2 AO dar (so auch BFH, Urteil vom 11. März 2004 - VII R 52/02, a.a.O.).

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