Rechtsprechung
| BFH, 29.07.2004 - III B 155/03 |
Volltextveröffentlichungen (5)
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FGO § 116 Abs. 5 Satz 2; ; FGO § 105 Abs. 2 Nr. 5; ; FGO § 119 Nr. 6; ; EStG § 33; ; EStG § 33b Abs. 6; ; EStG § 33 Abs. 2; ; StPO § 119 Abs. 3; ; GG Art. 6 Abs. 1; ; GG Art. 6
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
FGO § 105 Abs. 2 Nr. 5 § 119 Nr. 6
NZB: nicht mit Gründen versehenes Urteil - datenbank.nwb.de
Aufwendungen für Besuchsfahrten zu erkrankten nahen Angehörigen als agw. Bel.
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- FG Brandenburg, 15.05.2003 - 5 K 62/01
- BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (10)
- BFH, 22.10.1996 - III R 265/94
Aufwendungen zur Betreuung kranker Angehöriger als außergewöhnliche Belastung
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
a) Die Kläger behaupten zwar, das FG sei von der BFH-Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen für Besuchsfahrten zu nahen Angehörigen als unmittelbare Krankheitskosten (BFH-Urteile vom 2. März 1984 VI R 158/80, BFHE 140, 556, BStBl II 1984, 484; vom 6. April 1990 III R 60/88, BFHE 161, 432, BStBl II 1990, 958, und vom 22. Oktober 1996 III R 265/94, BFHE 182, 352, BStBl II 1997, 558) abgewichen.Zudem behaupten die Kläger, das FG habe entgegen der eindeutigen höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteile vom 29. August 1996 III R 4/95, BFHE 181, 441, BStBl II 1997, 199, und in BFHE 182, 352, BStBl II 1997, 558) unberücksichtigt gelassen, dass der BFH den Tatbestand der außergewöhnlichen Belastung nach § 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und nach § 33b Abs. 6 EStG einheitlich auslege.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass angesichts des u.U. sehr persönlichen Charakters der Pflegeleistungen selbst bei einem nahen Verwandten nicht ohne weiteres vom Bestehen einer solchen sittlichen Pflicht ausgegangen werden kann (BFH-Urteile vom 24. Mai 1991 III R 28/89, BFH/NV 1992, 96, und in BFHE 182, 352, BStBl II 1997, 558).
- BFH, 28.07.2003 - III B 125/02
NZB: Einheitlichkeit der Rspr.
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
Für eine zulässige Rüge der Divergenz im engeren Sinne fehlt es indes bereits an der Gegenüberstellung tragender, sich widersprechender abstrakter Rechtssätze im angefochtenen Urteil des FG einerseits und in den angeblichen Divergenzentscheidungen des BFH andererseits (vgl. BFH-Beschluss vom 28. Juli 2003 III B 125/02, BFH/NV 2003, 1445, m.w.N.).Rügen die Kläger jedoch --wie hier-- eine unzutreffende Anwendung der Rechtsprechungsgrundsätze insbesondere im Lichte der verfassungsrechtlichen Gewährleistung aus Art. 6 Abs. 1 GG in ihrem konkreten Fall, so liegt darin allenfalls ein grundsätzlich nicht zur Zulassung führender materiell-rechtlicher Fehler vor, es sei denn, es handelte sich um offensichtliche Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht im Sinne einer willkürlichen oder greifbar gesetzwidrigen Entscheidung (Beschluss des BFH in BFH/NV 2003, 1445, m.w.N.).
- BFH, 06.04.1990 - III R 60/88
Außergewöhnliche Belastungen - Arzneimittel - Fachliteratur - Schuldzinsen - …
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
a) Die Kläger behaupten zwar, das FG sei von der BFH-Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen für Besuchsfahrten zu nahen Angehörigen als unmittelbare Krankheitskosten (BFH-Urteile vom 2. März 1984 VI R 158/80, BFHE 140, 556, BStBl II 1984, 484; vom 6. April 1990 III R 60/88, BFHE 161, 432, BStBl II 1990, 958, und vom 22. Oktober 1996 III R 265/94, BFHE 182, 352, BStBl II 1997, 558) abgewichen.
- GemSOGB, 27.04.1993 - GmS-OGB 1/92
Absoluter Revisionsgrund bei unvollständig abgefaßtem Urteil
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
Seit der Entscheidung des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes vom 27. April 1993 GmS-OGB 1/92 (Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1993, 2603), der sich der BFH in ständiger Rechtsprechung angeschlossen hat, gilt ein bei Verkündung noch nicht vollständig abgefasstes Urteil als i.S. des § 119 Nr. 6 FGO nicht mit Gründen versehen, wenn Tatbestand, Entscheidungsgründe und Rechtsmittelbelehrung nicht binnen fünf Monaten nach dessen Verkündung schriftlich niedergelegt, von den Richtern besonders unterschrieben und der Geschäftsstelle übergeben worden sind (…BFH-Urteil vom 7. November 2002 VII R 38/02, BFH/NV 2003, 626, m.w.N.). - BFH, 29.08.1996 - III R 4/95
Eine sittliche Verpflichtung zur Pflege ist im Rahmen von § 33b Abs. 6 EStG …
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
Zudem behaupten die Kläger, das FG habe entgegen der eindeutigen höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteile vom 29. August 1996 III R 4/95, BFHE 181, 441, BStBl II 1997, 199, und in BFHE 182, 352, BStBl II 1997, 558) unberücksichtigt gelassen, dass der BFH den Tatbestand der außergewöhnlichen Belastung nach § 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und nach § 33b Abs. 6 EStG einheitlich auslege. - BVerfG, 05.02.1981 - 2 BvR 646/80
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Kontrolle des Briefverkehrs von …
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
Der von den Klägern zitierte Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 5. Februar 1981 2 BvR 646/80 (BVerfGE 57, 170, 176) betrifft einen völlig anderen Regelungsbereich, nämlich die Kontrolle von Briefen in der Untersuchungshaft befindlicher, volljähriger Kinder an ihre Eltern nach § 119 Abs. 3 der Strafprozessordnung. - BFH, 02.03.1984 - VI R 158/80
Aufwendungen für Besuchsfahrten zum Ehegatten auch bei längerem …
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
a) Die Kläger behaupten zwar, das FG sei von der BFH-Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen für Besuchsfahrten zu nahen Angehörigen als unmittelbare Krankheitskosten (BFH-Urteile vom 2. März 1984 VI R 158/80, BFHE 140, 556, BStBl II 1984, 484; vom 6. April 1990 III R 60/88, BFHE 161, 432, BStBl II 1990, 958, und vom 22. Oktober 1996 III R 265/94, BFHE 182, 352, BStBl II 1997, 558) abgewichen. - BFH, 24.05.1991 - III R 28/89
Voraussetzung für die Anrechnung von Fahrtkosten bei Festsetzung der …
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
Dabei ist zu berücksichtigen, dass angesichts des u.U. sehr persönlichen Charakters der Pflegeleistungen selbst bei einem nahen Verwandten nicht ohne weiteres vom Bestehen einer solchen sittlichen Pflicht ausgegangen werden kann (BFH-Urteile vom 24. Mai 1991 III R 28/89, BFH/NV 1992, 96, und in BFHE 182, 352, BStBl II 1997, 558). - BFH, 07.11.2002 - VII R 38/02
Nicht mit Gründen versehenes Urteil
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
Seit der Entscheidung des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes vom 27. April 1993 GmS-OGB 1/92 (Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1993, 2603), der sich der BFH in ständiger Rechtsprechung angeschlossen hat, gilt ein bei Verkündung noch nicht vollständig abgefasstes Urteil als i.S. des § 119 Nr. 6 FGO nicht mit Gründen versehen, wenn Tatbestand, Entscheidungsgründe und Rechtsmittelbelehrung nicht binnen fünf Monaten nach dessen Verkündung schriftlich niedergelegt, von den Richtern besonders unterschrieben und der Geschäftsstelle übergeben worden sind (BFH-Urteil vom 7. November 2002 VII R 38/02, BFH/NV 2003, 626, m.w.N.). - BFH, 04.09.2002 - II B 107/01
NZB; Verfahrensmängel
Auszug aus BFH, 29.07.2004 - III B 155/03
Ein Verfahrensmangel ist schlüssig gerügt, wenn die zu seiner Begründung vorgetragenen Tatsachen, ihre Richtigkeit unterstellt, den Mangel ergeben und die zur Begründung des Mangels erforderlichen Tatsachen lückenlos vorgetragen worden sind (Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 4. September 2002 II B 107/01, BFH/NV 2003, 182).
- BFH, 16.08.2013 - III B 28/12
Darlegungsanforderungen an die Rüge einer greifbar gesetzwidrigen Entscheidung - …
Ein bei seiner Verkündung noch nicht vollständig abgefasstes Urteil i.S. von § 105 Abs. 4 Satz 3 FGO ist als nicht mit Gründen versehen anzusehen, wenn Tatbestand und Entscheidungsgründe nicht binnen fünf Monaten nach seiner Verkündung niedergelegt, von den Richtern besonders unterschrieben und der Geschäftsstelle übergeben worden sind (Senatsbeschluss vom 29. Juli 2004 III B 155/03, BFH/NV 2004, 1646, m.w.N.). - BFH, 14.05.2008 - XI B 177/07
Fehlen von Entscheidungsgründen - Pflicht zur Abgabe monatlicher …
Ein Fehlen von Entscheidungsgründen ist deshalb dann anzunehmen, wenn dem Beteiligten die Möglichkeit entzogen ist, die getroffene Entscheidung auf ihre Richtigkeit und Rechtmäßigkeit zu überprüfen (BFH-Beschluss vom 29. Juli 2004 III B 155/03, BFH/NV 2004, 1646). - FG Bremen, 24.11.2004 - 4 K 100/04
Pflege-Pauschbetrag bei Pflege des hilflosen Vaters durch die Tochter; …
dieser von dem BFH in ständiger Rechtsprechung vertretenen (vgl. Urteile des BFH vom 29.7.2004 III B 155/03; vom 20.2.2003 III R 9/02 BFHE 201, 511 , BStBl II 2003, 476 ) und auch in der Literatur befürworteten (vgl. Oepen in Blümich EStG § 33b Anm. 84;… Glanegger in Schmidt EStG 23. Aufl. § 33b Anm. 19;… Mellinghoff in Kirchhof EStG 4. Aufl. § 33b Anm. 20) Auslegung ist deshalb im Streitfall eine sittliche Verpflichtung der Klägerin zur Pflege ihres Vaters anzuerkennen, da die Klägerin als nahe Angehörige i. S. v. § 15 Abs. 1 Nr. 3 AO anzusehen ist, zwischen ihnen enge persönliche Beziehungen bestanden und diese persönliche Beziehung für die Erbringung der Pflegeleistungen erkennbar im Vordergrund stand. - FG Münster, 16.11.2011 - 10 K 200/10
Kosten einer Diätverpflegung, Fahrkostenerstattung an Verlobte, Kosten einer …
Rn. 66 Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn den Steuerpflichtigen Aufwendungen für Besuchsfahrten zu einem kranken Angehörigen treffen (…vgl. BFH-Urteile vom 02.12.2004 III R 27/02, BFH/NV 2005, 1248, vom 22.10.1996 III R 265/94, BStBl. II 1997, 558 und vom 02.03.1984 VI R 158/80, BStBl. II 1984, 484 sowie Beschlüsse vom 29.07.2004 III B 155/03, BFH/NV 2004, 1646 …und vom 28.07.2003 III B 125/02, BFH/NV 2003, 1445;… Kanzler in: Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz, Kommentar, § 33 Rz. 300 (Besuchsfahrten, Besuchsreisen) [Stand der Kommentierung: Juni 1993];… Loschelder in: Schmidt, EStG, Kommentar, 30. Aufl. 2011, § 33 Rz. 35 (Besuchsreisen)). - SG Berlin, 07.09.2011 - S 83 KA 99/11
Vertragsärztliche Vesorgung - Zulassungsentziehung wegen Einstelllung der …
Hierbei sind das öffentliche Interesse an der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung sowie die grundrechtlich geschützte Berufsfreiheit weiterer Bewerber nach Art. 12 Abs. 1 GG gegen die ebenfalls grundrechtlich geschützte Berufsfreiheit der Klägerin sowie ihr ebenfalls grundrechtlich (über Art. 6 Abs. 1 GG, vgl. dazu BFH, Beschluss vom 29.07.2004 - III B 155/03, juris Rdnr. 16) geschütztes Recht auf Pflege ihrer Mutter gegeneinander abzuwägen.
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