Rechtsprechung
| BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15 |
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AO § 124 Abs 2, AO § 168, UStG § 16 Abs 2, InsO § 96 Abs 1 Nr 3, InsO § 55 Abs 4, UStG VZ 2011, EGRL 112/2006 Art 90 Abs 1, GG
Saldierung nach § 16 UStG im Insolvenzverfahren - rechtsinformationen.bund.de
Saldierung nach § 16 UStG im Insolvenzverfahren
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 124 Abs 2 AO, § 168 AO, § 16 Abs 2 UStG 2005, § 96 Abs 1 Nr 3 InsO, § 55 Abs 4 InsO
Saldierung nach § 16 UStG im Insolvenzverfahren - Betriebs-Berater
Saldierung nach § 16 UStG im Insolvenzverfahren
- Owlit(Abodienst, Leitsatz frei) (Volltext und Entscheidungsanmerkung)
Saldierung nach § 16 UStG im Insolvenzverfahren
- datenbank.nwb.de
Saldierung nach § 16 UStG im Insolvenzverfahren
Kurzfassungen/Presse
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Umsatzsteuer, Vorsteuer - und die Saldierung nach § 16 UStG im Insolvenzverfahren
Besprechungen u.ä.
Sonstiges (4)
- IWW (Verfahrensmitteilung)
InsO § 130 Abs 1 Nr 2, InsO § 131 Abs 1 Nr 1, InsO § 96 Abs 1 Nr 3, InsO § 55 Abs 4, UStG § 16 Abs 2, AO § 218 Abs 2
Abrechnungsbescheid, Insolvenz, Anfechtung - nwb.de (Verfahrensmitteilung)
Abrechnungsbescheid; Anfechtung; Insolvenz
- Bundesfinanzhof (Verfahrensmitteilung)
InsO § 130 Abs 1 Nr 2 ; InsO § 131 Abs 1 Nr 1 ; InsO § 96 Abs 1 Nr 3 ; InsO § 55 Abs 4 ; UStG § 16 Abs 2 ; AO § 218 Abs 2
- juris(Abodienst) (Verfahrensmitteilung)
Verfahrensgang
- FG Baden-Württemberg, 29.05.2015 - 9 K 76/14
- BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (9)
- BFH, 25.07.2012 - VII R 44/10
Erledigung einer Aufrechnungserklärung durch Möglichkeit der Saldierung nach § 16 …
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Rn. 12 1. Nach der Senatsrechtsprechung ist der Jahressteuerbescheid vom Zeitpunkt seines Ergehens alleinige Grundlage für die Verwirklichung des Anspruchs auf die mit Ablauf des Veranlagungszeitraums entstandene Steuer sowie für die Einbehaltung der als Vorauszahlung für den Veranlagungszeitraum entrichteten bzw. für die Vergütung der die positiven Umsatzsteuern übersteigenden (Vorsteuer-)Beträge (Senatsurteil vom 25. Juli 2012 VII R 44/10, BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33).Die in § 16 Abs. 2 UStG angeordnete Rechtsfolge verwirklicht sich in diesem Fall gleichsam automatisch, weil die für den Inhalt des Steuerschuldverhältnisses jetzt maßgebliche Jahressteuer nur insoweit besteht, als der berechneten Steuer (§ 16 Abs. 1 UStG) keine abziehbaren Vorsteuerbeträge gegenüberstehen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 21. November 2013 V R 21/12, BFHE 244, 70, BStBl II 2016, 74, und Senatsurteil in BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33).
Rn. 13 2. Der Saldierung nach § 16 UStG steht nicht § 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO entgegen (BFH-Urteile in BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33, und vom 24. November 2011 V R 13/11, BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298).
Nach der gefestigten Rechtsprechung des BFH ist die Saldierung keine Aufrechnung im Sinne dieser Vorschrift (BFH-Urteile in BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298, und in BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33).
Rn. 14 3. Die Steuerberechnung nach §§ 16 ff. UStG ist auch keine anfechtbare Rechtshandlung i.S. der §§ 129 ff. InsO (vgl. BFH-Urteil in BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298; ebenso Senatsurteil in BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33).
- BFH, 24.11.2011 - V R 13/11
Steuerberechnung und Wirkung des Tabelleneintrags im Insolvenzverfahren - …
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Rn. 13 2. Der Saldierung nach § 16 UStG steht nicht § 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO entgegen (BFH-Urteile in BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33, und vom 24. November 2011 V R 13/11, BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298).Nach der gefestigten Rechtsprechung des BFH ist die Saldierung keine Aufrechnung im Sinne dieser Vorschrift (BFH-Urteile in BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298, und in BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33).
Rn. 14 3. Die Steuerberechnung nach §§ 16 ff. UStG ist auch keine anfechtbare Rechtshandlung i.S. der §§ 129 ff. InsO (vgl. BFH-Urteil in BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298; ebenso Senatsurteil in BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33).
- BFH, 24.09.2014 - V R 48/13
Umsatzsteuer im Insolvenzeröffnungsverfahren
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Die Wirkungen des § 55 Abs. 4 InsO verstoßen auch nicht gegen Art. 90 Abs. 1 der Mehrwertsteuersystem-Richtlinie (vgl. BFH-Urteil vom 24. September 2014 V R 48/13, BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506;… ebenso BFH-Beschluss vom 11. März 2014 V B 61/13, BFH/NV 2014, 920).
- BFH, 02.11.2010 - VII R 6/10
Unzulässigkeit der Aufrechnung in kritischer Zeit vor Eröffnung eines …
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Unter Berücksichtigung zweier Senatsurteile vom 2. November 2010 VII R 6/10 (BFHE 231, 488, BStBl II 2011, 394) und VII R 62/10 (BFHE 232, 290, BStBl II 2011, 439) sei eine Verrechnung der Insolvenzforderungen des Finanzamts mit einem Vorsteuervergütungsanspruch unzulässig, sofern bei der Erbringung der Leistung die Voraussetzungen des § 130 InsO oder des § 131 InsO vorgelegen hätten. - BFH, 02.11.2010 - VII R 62/10
Unzulässigkeit der Aufrechnung gegen in kritischer Zeit vor Eröffnung eines …
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Unter Berücksichtigung zweier Senatsurteile vom 2. November 2010 VII R 6/10 (BFHE 231, 488, BStBl II 2011, 394) und VII R 62/10 (BFHE 232, 290, BStBl II 2011, 439) sei eine Verrechnung der Insolvenzforderungen des Finanzamts mit einem Vorsteuervergütungsanspruch unzulässig, sofern bei der Erbringung der Leistung die Voraussetzungen des § 130 InsO oder des § 131 InsO vorgelegen hätten. - BFH, 21.11.2013 - V R 21/12
Bankenhaftung im Insolvenzfall
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Die in § 16 Abs. 2 UStG angeordnete Rechtsfolge verwirklicht sich in diesem Fall gleichsam automatisch, weil die für den Inhalt des Steuerschuldverhältnisses jetzt maßgebliche Jahressteuer nur insoweit besteht, als der berechneten Steuer (§ 16 Abs. 1 UStG) keine abziehbaren Vorsteuerbeträge gegenüberstehen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 21. November 2013 V R 21/12, BFHE 244, 70, BStBl II 2016, 74, und Senatsurteil in BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33). - BFH, 01.03.2016 - XI R 9/15
Zur (zweifachen) Berichtigung der Umsatzsteuer bei und nach der Bestellung eines …
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Rn. 16 Wie bereits der XI. Senat mit Urteil vom 1. März 2016 XI R 9/15 (BFH/NV 2016, 1310) entschieden hat, bewirkt die Regelung des § 55 Abs. 4 InsO keine verfassungswidrige Privilegierung des Fiskus, sondern beseitigt eine vom Gesetzgeber gesehene Benachteiligung. - BFH, 11.03.2014 - V B 61/13
Steuerberichtigung im Insolvenzfall
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Die Wirkungen des § 55 Abs. 4 InsO verstoßen auch nicht gegen Art. 90 Abs. 1 der Mehrwertsteuersystem-Richtlinie (vgl. BFH-Urteil vom 24. September 2014 V R 48/13, BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506; ebenso BFH-Beschluss vom 11. März 2014 V B 61/13, BFH/NV 2014, 920). - FG Baden-Württemberg, 29.05.2015 - 9 K 76/14
Umsatzsteuerberechnung bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens - Sachlicher …
Auszug aus BFH, 01.08.2017 - VII R 16/15
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 29. Mai 2015 - 9 K 76/14 wird als unbegründet zurückgewiesen.
- BFH, 11.12.2024 - XI R 1/22
Ein Vorsteuerüberhang aus dem Insolvenzeröffnungsverfahren ist mit Umsatzsteuer …
Ein sich für den Zeitraum des vorläufigen Insolvenzverfahrens ergebender Umsatzsteuer-Vergütungsanspruch ist nach allgemeinen Grundsätzen nicht in die Steuerberechnung der Insolvenzmasse einzubeziehen, sondern geht in die Steuerberechnung des vorinsolvenzlichen Bereichs ein und wird dort saldiert, ohne dass der Saldierung § 96 Abs. 1 Nr. 3 der Insolvenzordnung (InsO) entgegen stünde (Anschluss an den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 01.08.2017 - VII R 16/15, nicht veröffentlicht).Rn. 20 d) Entsprechend hat der VII. Senat des BFH zu einem mit dem Streitfall vergleichbaren Sachverhalt in seinem nicht veröffentlichten Beschluss vom 01.08.2017 - VII R 16/15 (unter II.1. und II.2.) bereits entschieden, dass Vorsteuerüberhänge aus der Zeit des vorläufigen Insolvenzverfahrens in die Jahressteuer des vorinsolvenzlichen Bereichs eingehen und dort saldiert werden, ohne dass der Saldierung § 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO entgegen stünde (vgl. dazu auch BFH-Urteil vom 25.07.2012 - VII R 44/10, BFHE 238, 302, BStBl II 2013, 33, Rz 10).
Rn. 33 aa) Der BFH hat mit dem nicht veröffentlichten BFH-Beschluss vom 01.08.2017 - VII R 16/15 (unter II.4.) in Bezug auf den im dortigen Tatbestand wiedergegebenen Vortrag, dass § 55 Abs. 4 InsO in verfassungswidriger Weise die mit Zustimmung des Insolvenzverwalters in der Zeit zwischen Anordnung der Sicherungsmaßnahmen und Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstandenen Verbindlichkeiten --und nicht auch Ansprüche-- den Masseverbindlichkeiten zuweise, entschieden, dass die Regelung des § 55 Abs. 4 InsO keine verfassungswidrige Privilegierung des Fiskus bewirke, sondern eine vom Gesetzgeber gesehene Benachteiligung beseitige, und dass die Wirkungen des § 55 Abs. 4 InsO nicht gegen Art. 90 Abs. 1 MwStSystRL verstoßen.
- FG Münster, 12.06.2019 - 5 K 166/19
Festsetzung eines Vorsteuerüberhangs zugunsten des Unternehmensteils …
Rn. 41 Daraus folgt, dass der Gesetzgeber insofern keine Gleichbehandlung von Verbindlichkeiten und Forderungen zum Regelungsziel hatte (Finanzgericht Baden-Württemberg…, Urteil vom 29. Mai 2015, 9 K 76/14, ZIP 2015, 1452-1455, Rn. 37; nachgehend bestätigt durch BFH, Beschluss gem. 126a FGO vom 01.08.2017 - VII R 16/15 n.v.; FG Münster…, Urt. vom 26.01.2017 - 5 K 3730/14 U, EFG 2017, 614 mit Anm. Schöppner; FG Niedersachsen…, Urt. vom 07.09.2017 - 11 K 10306/15, ZinsO 2018, 742, Rdn. 15; Schmidt, NZI 2017, 384, 386). - BFH, 09.12.2025 - VII R 35/22
Stromsteuerverbindlichkeiten als Masseverbindlichkeit
Rn. 17 b) Im Einklang mit der Rechtsprechung des BFH geht das FG im Ausgangspunkt zutreffend davon aus, dass keine Zweifel an der vom Kläger gerügten Verfassungs- und Unionsrechtmäßigkeit des § 55 Abs. 4 InsO a.F. bestehen (Senatsbeschluss vom 01.08.2017 - VII R 16/15, Rz 16, m.w.N.; BFH-Urteil vom 07.05.2020 - V R 14/19, BFHE 268, 512, Rz 28 ff.). - FG Rheinland-Pfalz, 06.12.2021 - 6 K 2185/20
Vorsteuerüberhänge aus der vorläufigen Insolvenzverwaltung können nicht mit …
Rn. 54 Daraus folge, dass der Gesetzgeber insofern keine Gleichbehandlung von Verbindlichkeiten und Forderungen zum Regelungsziel gehabt habe (Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 29. Mai 2015, 9 K 76/14, ZIP 2015, 1452-1455, Rn. 37; nachgehend bestätigt durch BFH, Beschluss gem. 126a FGO vom 01.08.2017-VII R 16/15 n.v.; FG Münster, Urt. vom 26.01.2017-5 K 3730/14 U, EFG 2017, 614mitAnm.
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