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Rechtsprechung
   BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/1972,184
BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70 (https://dejure.org/1972,184)
BGH, Entscheidung vom 02.03.1972 - VII ZR 143/70 (https://dejure.org/1972,184)
BGH, Entscheidung vom 02. März 1972 - VII ZR 143/70 (https://dejure.org/1972,184)
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Volltextveröffentlichungen (3)

  • JLaw (App) | www.prinz.law PDF
  • Wolters Kluwer

    Wirksamkeit eines öffentlich-rechtlichen Werkvertrags über den Bau einer Kläranlage - Wirksame Vertretung einer Gemeinde - Vertretung durch den Gemeindedirektor ohne den Ratsvorsitzenden - Verstoß gegen Treu und Glauben bei Berufung auf den Vertretungsmangel - Ersatz der ...

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)

    BGB § 177
    Rechtsmißbräuchlichkeit der Berufung einer öffentlichen Körperschaft auf die Nichteinhaltung der gesetzlichen Vertretungsvorschriften

Papierfundstellen

  • NJW 1972, 940
  • MDR 1972, 596
  • WM 1972, 61
  • WM 1972, 616
  • DVBl 1972, 778
  • DB 1972, 1112
  • DÖV 1972, 717
 
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Wird zitiert von ... (54)Zitiert selbst (16)

  • BGH, 14.06.1956 - II ZR 167/54

    Protokollierung eines Gutachtens

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Das hat das Berufungsgericht für ein Bauvorhaben in der Größenordnung von über 6.000 DM in einer nur kleinen Gemeinde wie der Beklagten in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verneint (vgl. BGHZ 14, 89, 92 ff [BGH 23.06.1954 - II ZR 91/53] ; 21, 59, 63 [BGH 14.06.1956 - II ZR 167/54] ; 32, 375, 378) [BGH 15.06.1960 - V ZR 191/58] .

    Durch eine ausdrückliche Billigung des in Frage stehenden Rechtsgeschäfts durch das andere Gesamtvertretungsorgan wären öffentlich-rechtliche Zuständigkeitsregelungen sicher nicht verletzt worden (vgl. BGHZ 21, 59, 64) [BGH 14.06.1956 - II ZR 167/54] .

    Der Bundesgerichtshof hat freilich in diesem Zusammenhang den Gedanken von Treu und Glauben insofern zur Geltung gebracht, als er beim Handeln Dritter die von der Rechtsprechung für die Haftung aus einer Duldungsvollmacht entwickelten Grundsätze auch gegenüber einer Körperschaft des öffentlichen Rechts anwendet (BGH LM Nr. 7 zu § 167 BGB; vgl. a. BGHZ 21, 59, 65) [BGH 14.06.1956 - II ZR 167/54] .

    Schließlich können öffentlich-rechtliche Körperschaften für das Verhalten verhandlungsberechtigter Organe auch aus dem Gesichtspunkt des Verschuldens bei Vertragsschluß haften (BGHZ 6, 330 [BGH 20.06.1952 - V ZR 34/51] ; 21, 59, 65 [BGH 14.06.1956 - II ZR 167/54] ; BGH LM Nr. 11 zu § 276 (Pa) BGB).

  • BGH, 07.01.1971 - VII ZR 9/70

    Flugreise - § 818 BGB, erlangte Dienstleistung, ersparte Aufwendungen, …

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Hält sich der Geschäftsführer zur Geschäftsführung für verpflichtet, so schließt dies eine Geschäftsführung ohne Auftrag nicht aus (der erkennende Senat a.a.O. und NJW 1971, 609, insoweit in BGHZ 55, 128 nicht abgedruckt).

    Selbst wenn die Klägerin damit eigene Belange wahrgenommen hat, hindert das die Annahme nicht, daß sie zugleich ein Geschäft der Beklagten besorgt hat (BGH NJW 1971, 609 mit weiteren Nachweisen).

    Da die Geschäftsbesorgung in einer von der Klägerin im Rahmen ihres Gewerbebetriebs entfalteten Tätigkeit besteht, kann die Klägerin die übliche Vergütung für die von ihr erbrachten Leistungen verlangen (BGH NJW 1971, 609).

  • BGH, 10.03.1959 - VIII ZR 44/58
    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Es ist in der Rechtsprechung seit langem anerkannt, daß die im öffentlichen Interesse zum Schutz öffentlich-rechtlicher Körperschaften und ihrer Mitglieder geschaffenen gesetzlichen Regelungen über die Vertretungsmacht der jeweils vertretungsberechtigten Organe durch die Berufung auf Treu und Glauben nicht außer Kraft gesetzt werden können (so im Anschluß an die Rechtsprechung des RG und des OGH der BGH LM Nr. 1 zu § 36 DGO; Nr. 2 zu § 242 (Cd) BGB; WM 1959, 672; BGHZ 6, 330, 333 [BGH 20.06.1952 - V ZR 34/51] ; 47, 30, 39 [BGH 30.01.1967 - III ZR 35/65] ;… vgl. zum Schrifttum Reinicke, Rechtsfolgen formwidrig abgeschlossener Verträge, 1969, S. 134 ff, 144, 148; teilweise kritisch Soergel/Siebert/Schultze v. Lasaulx (10.) Anm. 39; Staudinger/Coing (11.) Anm. 10-10 d je zu § 167 BGB; Soergel/Siebert/Knopp (10.) Anm. 87; Staudinger/Weber (11.) Anm. 84-89 je zu § 242 BGB mit weiteren Nachweisen).

    Voraussetzung ist jedoch stets, daß die jeweils zuständigen Organe den Zustand geduldet bzw. nicht verhindert haben, durch den der Anschein der Vollmacht erweckt wurde (BGH WM 1959, 672;… Reinicke a.a.O. S. 149/150).

    In Wahrheit besteht kein ins Gewicht fallender Unterschied gegenüber Handelsgesellschaften oder anderen juristischen Personen des Privatrechts mit Gesamtvertretungsorganen (vgl. BGH WM 1959, 672; LM Nr. 8 zu § 242 (E) BGB).

  • BGH, 20.06.1952 - V ZR 34/51

    Haftung einer Gemeinde aus c.i.c.

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Es ist in der Rechtsprechung seit langem anerkannt, daß die im öffentlichen Interesse zum Schutz öffentlich-rechtlicher Körperschaften und ihrer Mitglieder geschaffenen gesetzlichen Regelungen über die Vertretungsmacht der jeweils vertretungsberechtigten Organe durch die Berufung auf Treu und Glauben nicht außer Kraft gesetzt werden können (so im Anschluß an die Rechtsprechung des RG und des OGH der BGH LM Nr. 1 zu § 36 DGO; Nr. 2 zu § 242 (Cd) BGB; WM 1959, 672; BGHZ 6, 330, 333 [BGH 20.06.1952 - V ZR 34/51] ; 47, 30, 39 [BGH 30.01.1967 - III ZR 35/65] ;… vgl. zum Schrifttum Reinicke, Rechtsfolgen formwidrig abgeschlossener Verträge, 1969, S. 134 ff, 144, 148; teilweise kritisch Soergel/Siebert/Schultze v. Lasaulx (10.) Anm. 39; Staudinger/Coing (11.) Anm. 10-10 d je zu § 167 BGB; Soergel/Siebert/Knopp (10.) Anm. 87; Staudinger/Weber (11.) Anm. 84-89 je zu § 242 BGB mit weiteren Nachweisen).

    Schließlich können öffentlich-rechtliche Körperschaften für das Verhalten verhandlungsberechtigter Organe auch aus dem Gesichtspunkt des Verschuldens bei Vertragsschluß haften (BGHZ 6, 330 [BGH 20.06.1952 - V ZR 34/51] ; 21, 59, 65 [BGH 14.06.1956 - II ZR 167/54] ; BGH LM Nr. 11 zu § 276 (Pa) BGB).

  • BGH, 28.09.1966 - Ib ZR 141/64

    Genehmigung eines augrund kommunalrechtlicher Vorschriften unwirksamen Geschäfts …

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Daß der Gemeinderat der Beklagten als das für die Willensbildung der Gemeinde in erster Linie maßgebende Organ (§ 40 NGO) der Vergabe der Arbeiten an die Klägerin tatsächlich zugestimmt hat, was ausgereicht hätte (vgl. BGH NJW 1966, 2402; VR 1957, 228; Schäfer/Finnern Z 3.00 Bl. 117), vermag das Berufungsgericht nicht festzustellen.

    Sie hätten die zunächst vom Gemeindedirektor allein abgegebenen Erklärungen auch nachträglich genehmigen können (BGH NJW 1966, 2402).

  • BGH, 25.06.1962 - VII ZR 120/61

    Rechtsanwälte-Ausführung und Rechtsfolgen verbotener Rechtsbesorgungen

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Nach gefestigter Rechtsprechung kann bei Richtigkeit eines Auftrags oder sonst in Betracht kommenden Vertrages unbeschränkt auf die Grundsätze der §§ 677 ff BGB zurückgegriffen werden, wenn ihre sonstigen Voraussetzungen gegeben sind (BGHZ 37, 258, 263 [BGH 25.06.1962 - VII ZR 120/61] ; 39, 87, 90 [BGH 31.01.1963 - VII ZR 284/61] ; BGH WM 1967, 1217).
  • BGH, 31.01.1963 - VII ZR 284/61

    Geschäftsführung ohne Auftrag und § 817 Satz 2 BGB

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Nach gefestigter Rechtsprechung kann bei Richtigkeit eines Auftrags oder sonst in Betracht kommenden Vertrages unbeschränkt auf die Grundsätze der §§ 677 ff BGB zurückgegriffen werden, wenn ihre sonstigen Voraussetzungen gegeben sind (BGHZ 37, 258, 263 [BGH 25.06.1962 - VII ZR 120/61] ; 39, 87, 90 [BGH 31.01.1963 - VII ZR 284/61] ; BGH WM 1967, 1217).
  • BGH, 25.09.1967 - VII ZR 42/65

    Herausgabe eines Erlöses - Abschluss eines Auftragsverhältnisses und …

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Nach gefestigter Rechtsprechung kann bei Richtigkeit eines Auftrags oder sonst in Betracht kommenden Vertrages unbeschränkt auf die Grundsätze der §§ 677 ff BGB zurückgegriffen werden, wenn ihre sonstigen Voraussetzungen gegeben sind (BGHZ 37, 258, 263 [BGH 25.06.1962 - VII ZR 120/61] ; 39, 87, 90 [BGH 31.01.1963 - VII ZR 284/61] ; BGH WM 1967, 1217).
  • BGH, 15.06.1960 - V ZR 191/58

    Wirksamkeit der Erklärung einer Gemeinde, sie übe ein Vorkaufsrecht aus

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Das hat das Berufungsgericht für ein Bauvorhaben in der Größenordnung von über 6.000 DM in einer nur kleinen Gemeinde wie der Beklagten in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verneint (vgl. BGHZ 14, 89, 92 ff [BGH 23.06.1954 - II ZR 91/53] ; 21, 59, 63 [BGH 14.06.1956 - II ZR 167/54] ; 32, 375, 378) [BGH 15.06.1960 - V ZR 191/58] .
  • BGH, 30.01.1967 - III ZR 35/65

    Bayern und das Steigenberger

    Auszug aus BGH, 02.03.1972 - VII ZR 143/70
    Es ist in der Rechtsprechung seit langem anerkannt, daß die im öffentlichen Interesse zum Schutz öffentlich-rechtlicher Körperschaften und ihrer Mitglieder geschaffenen gesetzlichen Regelungen über die Vertretungsmacht der jeweils vertretungsberechtigten Organe durch die Berufung auf Treu und Glauben nicht außer Kraft gesetzt werden können (so im Anschluß an die Rechtsprechung des RG und des OGH der BGH LM Nr. 1 zu § 36 DGO; Nr. 2 zu § 242 (Cd) BGB; WM 1959, 672; BGHZ 6, 330, 333 [BGH 20.06.1952 - V ZR 34/51] ; 47, 30, 39 [BGH 30.01.1967 - III ZR 35/65] ;… vgl. zum Schrifttum Reinicke, Rechtsfolgen formwidrig abgeschlossener Verträge, 1969, S. 134 ff, 144, 148; teilweise kritisch Soergel/Siebert/Schultze v. Lasaulx (10.) Anm. 39; Staudinger/Coing (11.) Anm. 10-10 d je zu § 167 BGB; Soergel/Siebert/Knopp (10.) Anm. 87; Staudinger/Weber (11.) Anm. 84-89 je zu § 242 BGB mit weiteren Nachweisen).
  • BGH, 09.05.1960 - III ZR 32/59

    Enteignungsrecht. Unanwendbarkeit der Bereicherungsvorschriften

  • BGH, 23.10.1963 - V ZR 146/57

    Ausländischer Fiskus im Prozeß

  • BGH, 15.02.1960 - VII ZR 10/59

    Umfang der Vollmacht des Architekten zur Vergabe von Bauleistungen

  • BGH, 23.06.1954 - II ZR 91/53

    Geschäfte der laufenden Verwaltung

  • BGH, 16.11.1962 - VII ZR 99/61

    Vollmacht eines Architekten zur Vergabe einzelner Bauleistungen

  • OLG Stuttgart, 14.01.1966 - 2 U 69/65

    Anscheinsvollmacht des Architekten

  • BGH, 20.09.1984 - III ZR 47/83

    Haftung der Gemeinde bei Unwirksamkeit des abgeschlossenen Vertrages mangels …

    Vorschriften über die Vertretungsmacht der zur Vertretung berufenen Organe können (anders als Bestimmungen über reine Förmlichkeiten wie Schriftform, Angabe der Dienstbezeichnung, Beifügung des Amtssiegels) im Ergebnis nicht durch den Einwand des Verstoßes gegen Treu und Glauben außer Kraft gesetzt werden (BGHZ 6, 330, 333; 47, 30, .39; BGH Urteil vom 2. März 1972 - VII ZR 143/70 = NJW 1972, 940, 941;… vgl. ferner Senatsurteile vom 16. November 1978 und 13. Oktober 1983, jew. aaO;… BGB -RGRK 12. Aufl., § 89 Rdn. 9, § 125 Rdn. 67; Reinicke, Rechtsfolgen formwidrig abgeschlossener Verträge, 1969, 144 ff.; Boujong, WiVerw 1979, 48, 53 f m.w.Nachw.).

    Das steht jedoch der Zuerkennung eines auf Ersatz des Vertrauensschadens gerichteten Schadensersatzanspruchs aus dem Gesichtspunkt des Verschuldens bei Vertragsschluß nicht entgegen, wie das Berufungsgericht in seiner Hilfsbegründung im wesentlichen zutreffend (zu § 313 BGB vgl. allerdings unten) ausgeführt hat (vgl. BGHZ 6, 330, 333; BGH Urteil vom 22. September 1960 - II ZR 40/59 = WM 1960, 1210, 1212; BGH Urteil vom 2. März 1972 aaO;… Senatsurteil vom 13. Oktober 1983 aaO).

    Für verhandlungsberechtigte Personen muß aber die Beklagte einstehen; sie kann insoweit auf Ersatz des (hier allein begehrten) Vertrauensinteresses in Anspruch genommen werden (BGHZ 6, 330, 334 im Anschluß an RGZ 162, 129, 156 f; BGH Urteil vom 2. März 1972 aaO., m.w.Nachw.;… Reinicke aaO, S. 151;… BGB -RGRK aaO., § 177 Rdn. 19).

  • BGH, 22.01.2016 - V ZR 27/14

    Erbbaurechtsvertrag mit einer niedersächsischen Gemeinde: Unwirksamkeit wegen …

    In der Rechtsprechung ist seit langem anerkannt, dass die zum Schutz öffentlich-rechtlicher Körperschaften geschaffenen gesetzlichen Regelungen durch die Berufung auf Treu und Glauben nicht außer Kraft gesetzt werden können (BGH, Urteil vom 10. März 1959 - VIII ZR 44/58, WM 1959, 672, 673; Urteil vom 2. März 1972 - VII ZR 143/70, NJW 1972, 940, 941; Urteil vom 20. September 1984 - III ZR 47/83, BGHZ 92, 164, 174).
  • BGH, 31.01.1991 - VII ZR 291/88

    Mißbrauch der Vertretungsmacht bei der Vergabe von Zusatzaufträgen im Rahmen …

    aa) Nach der gesetzlichen Regelung kann der Auftragnehmer bei auftragslos erbrachten Leistungen Ansprüche aus Geschäftsführung ohne Auftrag (vgl. dazu Senatsurteil vom 2. März 1972 - VII ZR 143/70 = NJW 1972, 940 - insoweit dort nicht abgedruckt; Grimme, Die Vergütung beim Werkvertrag, S. 236) und ungerechtfertigter Bereicherung haben (Senatsurteil vom 23. März 1972 - VII ZR 184/70 = Schäfer/Finnern Z 2.301 - Bl. 46; vgl. auch OLG Hamm, MDR 1975, 488 Nr. 40; OLG Stuttgart, BauR 1977, 291; von Craushaar BauR 1982, 427 f.; Koller DB 1974, 2385 ff., 2458 f.).
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