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   BGH, 11.01.1977 - VI ZR 268/74   

Volltextveröffentlichungen (3)

  • JLaw (App) | www.prinz.law PDF
  • Jurion

    Mitverursachung einer Körperverletzung durch einen Unfall - Schuldhaftes Verhalten trotz rechtmäßiger Nutzung eines Vorfahrtsrechts - Notwendigkeit der Berücksichtigung von unzureichenden Sichtverhältnissen - Rechtswidriges Überholen eines unbeteiligten Fahrzeugs als pflichtwidriges Vorverhalten - Voraussetzungen für die Beendigung eines Überholvorgangs - Schutzzweck des Rechtsfahrgebotes - Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit vor Eintritt der Unfallsituation als zurechenbarer Ursachenzusammenhang

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)

    StVO (a.F.) §§ 8, 37, § 9 Abs. 1; ZPO § 286
    Kausalzusammenhang zwischen zu schneller Fahrweise und Unfall; Benutzung der rechten Fahrbahnseite

Papierfundstellen

  • VersR 1977, 524



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Wird zitiert von ... (24)  

  • BGH, 25.03.2003 - VI ZR 161/02  

    Begriff der kritischen Verkehrssituation; Haftunsgverteilung bei Kollision

    Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, daß der Beklagte, für dessen Haftpflicht die Beklagte zu 2 einzustehen hat, den Verkehrsunfall und den daraus entstandenen Schaden des Klägers schuldhaft dadurch verursacht hat, daß er entgegen § 9 Abs. 3 Satz 1 StVO nach links abbog, ohne den entgegenkommenden Kläger durchfahren zu lassen, der sein Vorrecht nicht deshalb verloren hatte, weil er mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr (Senatsurteile vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - VersR 1977, 524, 525 und vom 21. Januar 1986 - VI ZR 35/85 - VersR 1986, 579).

    Der rechtliche Ursachenzusammenhang zwischen Geschwindigkeitsüberschreitung und Unfall ist zu bejahen, wenn bei Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Eintritts der kritischen Verkehrssituation der Unfall vermeidbar gewesen wäre (vgl. Senatsurteile vom 22. Dezember 1959 - VI ZR 215/58 - VersR 1960, 183, 184; vom 27. November 1962 - VI ZR 240/61 - VersR 1963, 165, 166; vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - aaO und vom 7. April 1987 - VI ZR 30/86 - VersR 1987, 821, 822; vgl. auch BGHSt 33, 61, 63 f. m.w.N.).

    b) Die kritische Verkehrslage beginnt für einen Verkehrsteilnehmer dann, wenn die ihm erkennbare Verkehrssituation konkreten Anhalt dafür bietet, daß eine Gefahrensituation unmittelbar entstehen kann (vgl. Senatsurteile vom 27. November 1962 - VI ZR 240/61 - aaO; vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - aaO; vom 25. September 1990 - VI ZR 19/90 - VersR 1990, 1366, 1367 und vom 5. Mai 1992 - VI ZR 262/91 - VersR 1992, 890; vgl. auch VGS BGHZ 14, 232, 239 = BGHSt 7, 118, 124; BGH, Urteil vom 26. Juli 1963 - 4 StR 258/63 - VRS 25, 262, 263 f.; BGHSt 24, 31, 34 m.w.N.; BGH, Urteil vom 21. März 1978 - 4 StR 683/77 - VRS 54, 436, 437; BGHSt 33, 61, 63 ff.; OLG Celle VRS 63, 72, 73; OLG Köln VRS 70, 373, 374 f.; OLG Frankfurt JR 1994, 77, 78 m. Anm. Lange; OLG Düsseldorf VRS 88, 268 f.; OLG Köln VersR 2001, 1577, 1578; OLG Karlsruhe VRS 100, 460, 461).

    Die vom Kläger übertretene allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen schützt jeden Verkehrsteilnehmer; sie dient insbesondere auch dazu, Quer- und Kreuzungsverkehr ohne die aus hohen Geschwindigkeiten drohenden besonderen Gefahren zu ermöglichen (vgl. Senatsurteile vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - aaO; vom 14. Februar 1984 - VI ZR 229/82 - VersR 1984, 440 und vom 25. September 1990 - VI ZR 19/90 - aaO; vgl. auch VGS BGHZ 14, 232, 234 und 238 = BGHSt 7, 118, 120 f. und 126; BGHSt 33, 61, 65; OLG Koblenz VersR 1990, 1021 mit Nichtannahmebeschluß des Senats vom 20. März 1990 - VI ZR 204/89).

    Deswegen besteht für diesen das rechtmäßige Alternativverhalten, welches (fiktiv) der Kausalitätsprüfung zugrunde zu legen ist, nicht in einem sofortigen Abbremsen auf die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit, sondern in der Einhaltung dieser Geschwindigkeit bereits bei Beginn der kritischen Verkehrslage (vgl. Senatsurteil vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - aaO; BGHSt 33, 61, 63 f.).

  • BGH, 11.01.2005 - VI ZR 352/03  

    Pflichten eines Kraftfahrers beim Linksabbiegen in der Dämmerung; Betriebsgefahr

    Demgegenüber darf der Geradeausfahrende, sofern nicht Anzeichen für eine bevorstehende Vorfahrtsverletzung sprechen, darauf vertrauen, daß der Linksabbieger sein Vorrecht beachten werde (BGHZ - VGS - 14, 232 ff.; Senatsurteil vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - VersR 1977, 524, 525; vom 25. März 2003 - VI ZR 161/02 - VersR 2003, 783, 785 m.w.N.).
  • BGH, 20.09.2011 - VI ZR 282/10  

    Verkehrsunfall bei Einfahren aus einem Grundstück auf die Straße: Mithaftung des

    Der aus einem Grundstück kommende Fahrzeugführer hat sich grundsätzlich darauf einzustellen, dass der ihm gegenüber Vorfahrtsberechtigte in diesem Sinne von seinem Recht Gebrauch macht (vgl. Senatsurteile vom 13. November 1990 - VI ZR 15/90, aaO; vom 19. Mai 1981 - VI ZR 8/80, VersR 1981, 837; vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74, VersR 1977, 524, 526; BGH, Urteil vom 19. September 1974 - III ZR 73/72, aaO mwN; OLG Bamberg, VersR 1987, 1137).
  • BGH, 26.09.1995 - VI ZR 151/94  

    Sorgfaltspflichten eines Verkehrsteilnehmers beim Überholen; Zulässigkeit des

    Diese Vorschrift bezweckt lediglich den Schutz des Gegenverkehrs (amtliche Begründung zu § 5 StVO, abgedruckt bei Jagusch/Hentschel, Straßenverkehrsrecht 33. Aufl. , StVO § 5 Rdn. 3 und 4; Senatsurteil vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - VersR 1977, 524, 525; BGH, Urteil vom 19. September 1974 - III ZR 73/72 - VersR 1975, 37, 39).
  • BGH, 06.11.1984 - 4 StR 72/84  

    Höchstgeschwindigkeit - § 229 StGB, Schutzzweckzusammenhang

    Es kommt danach insbesondere nicht darauf an, ob der Fahrzeugführer irgendwann vor dem Eintritt der kritischen Verkehrslage eine Geschwindigkeitsüberschreitung begangen hatte, welche überhaupt erst dazu beigetragen hat, daß er im Unfallzeitpunkt am Unfallort war (BGH [4. Strafs.] VRS 23, 369, 370; BGH [VI. Zivils.] VRS 18, 180; VersR 1963, 165; 1977, 524; OLG Hamm VRS 10, 459; ZfS 1983, 91 f; Jagusch/Hentschel, Straßenverkehrsrecht 27. Aufl. Einl. Rdn. 101; StVO § 3 Rdn. 67; Jescheck, Lehrb. d. StrafrAllg. Teil 3. Aufl. S. 474 f; Cramer, Lenckner in Schönke/Schröder StGB 21. Aufl. Vorbem. §§ 13 ff Rdn. 101 f; § 15 Rdn. 165 ff; Samson in SK Anh. zu § 16 Rdn. 28; Schünemann, JA 1975, 715; Weiter, Objektive und personale Zurechnung von Verhalten, Gefahr und Verletzung in einem funktionalen Straftatsystem [1981] S. 342).

    Nach dem Eintritt der kritischen Verkehrslage ist allein von Bedeutung, wie bei richtiger Fahrweise die Vorgänge, die zum Unfall geführt haben, abgelaufen wären (BGH [VI. Zivils.] VersR 1977, 524, 525).

  • BGH, 26.04.2005 - VI ZR 228/03  

    Haftungsverteilung bei Kollision eines PKW mit einem die Fahrbahn an einer

    Der rechtliche Ursachenzusammenhang zwischen Geschwindigkeitsüberschreitung und Unfall ist zu bejahen, wenn bei Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Eintritts der kritischen Verkehrssituation der Unfall vermeidbar gewesen wäre (Senat, Urteil vom 22. Dezember 1959 - VI ZR 215/58 - VersR 1960, 183, 184; Urteil vom 27. November 1962 - VI ZR 240/61 - VersR 1963, 165, 166; Urteil vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - VersR 1977, 524, 525; Urteil vom 7. April 1987 - VI ZR 30/86 - VersR 1987, 821, 822; Urteil vom 25. März 2003 - VI ZR 161/02 - aaO, 784 f. m.w.N.).
  • LG Saarbrücken, 29.04.2016 - 13 S 3/16  

    Wartepflichtiger Rechtsabbieger, Vorfahrtsberechtigter, Zusammenstoß,

    Insbesondere liegen keine beweissicheren Anhaltspunkte dafür vor, dass die Erstbeklagte mit unangepasster Geschwindigkeit gefahren ist (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 11.01.1977 - VI ZR 268/74, VersR 1977, 524; Kammer, Urteil vom 01.02.2013 - 13 S 176/12, Zfs 2013, 378).

    Solange ein Vorfahrtsberechtigter mit der zulässigen Geschwindigkeit "auf Sicht" fahren kann, besteht für ihn daher kein Grund, nur wegen der Möglichkeit, dass einfahrender Querverkehr aus der untergeordneten Straße sein Vorfahrtsrecht missachten könnte, seine Geschwindigkeit zu vermindern (vgl. BGH, Urteil vom 11.01.1977 - VI ZR 268/74, VersR 1977, 524).

  • BGH, 21.05.1985 - VI ZR 201/83  

    Geltung des Vertrauensgrundsatzes beim Einfahren in eine Straßenkreuzung;

    Dies bedeutet, daß er so langsam fahren mußte, daß er beim Ansichtigwerden eines vorfahrtsberechtigten Verkehrsteilnehmers auf der Stelle anhalten konnte (vgl. Senatsurteil vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - VersR 1977, 524, 526; vgl. ferner Jagusch/Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 27. Aufl. 1983, § 8 StVO Rdn. 58; Mühlhaus/Janiszewski, StVO, 10. Aufl. 1984, § 8 Anm. 7 b).
  • BGH, 25.09.1990 - VI ZR 19/90  

    Anforderungen an die Sorgfaltspflicht des Kraftfahrzeugführers geschützten

    So hat der Senat etwa entschieden, daß das Gebot, innerhalb der Fahrbahn möglichst weit rechts zu fahren (§ 2 Abs. 2 StVO), nur dem Begegnungsverkehr dient, der sich in Längsrichtung abwickelt, und sich deshalb auf einen Verstoß gegen dieses Gebot weder der einbiegende (Senatsurteile vom 30. Oktober 1962 - VI ZR 204/61 - VersR 1963, 163 und vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - VersR 1977, 524, 526; ebenso BGH Urteil vom 17. September 1974 - III ZR 73/72 - VersR 1975, 37, 39) noch der aus der Gegenrichtung abbiegende Kraftfahrzeugverkehr (Senatsurteil vom 19. Mai 1981 - VI ZR 8/86 - VersR 1981, 837 f..) noch auch der die Fahrbahn überquerende Fußgängerverkehr (Senatsurteile vom 16. Juni 1964 - VI ZR 98/63 - VersR 1964, 1069, 1070 und vom 11. Januar 1977 aaO.; ebenso BGH Urteil vom 17. September 1974 aaO. m.w.N.) berufen kann.

    Eine solche generelle Geschwindigkeitsbegrenzung wirkt sich losgelöst von dem Zweck, den die Straßenverkehrsbehörde in erster Linie mit ihr verfolgt haben mag, zugunsten aller Verkehrsbeteiligten aus, für die die überhöhte Geschwindigkeit in der entstandenen kritischen Verkehrslage (vgl. insoweit Senatsurteil vom 11. Januar 1977 aaO. S. 525) mit Gefahren verbunden ist, so daß die Geschwindigkeitsüberschreitung bei einem Unfall im Verhältnis zu jedem Betroffenen verschuldensbegründend oder -erhöhend ins Gewicht fällt.

  • BGH, 21.02.1985 - III ZR 205/83  

    Umfang und Drittbezogenheit von Amtspflichten bei Teilnahme am allgemeinen

    Von Bedeutung ist somit nur, wie von der Erkennbarkeit der Gefahr an, der konkreten kritischen Verkehrslage (BGHSt 24, 31, 34), bei richtiger Fahrweise die Vorgänge, die zum Unfall geführt haben, abgelaufen wären (BGH Urteil vom 11. Januar 1977 - VI ZR 268/74 - VersR 1977, 524, 525 m.w.Nachw.; BGH Beschluß vom 6. November 1984 - 4 StR 72/84 = DRiZ 1985, 60, 61).
  • OLG Jena, 09.05.2000 - 5 U 1346/99  

    Haftungsverteilung bei Kollision eines rechts auf eine Vorfahrtstraße abbiegenden

  • BGH, 07.04.1987 - VI ZR 30/86  

    Haftungsverteilung bei Massenkollision in einer Nebelbank

  • BGH, 19.05.1981 - VI ZR 8/80  

    Schutzzweck des Rotlichts

  • OLG Hamm, 19.11.2002 - 27 U 86/02  

    Haftungsverteilung bei Kollision eines Motorrollers mit einem von einem die

  • BGH, 13.11.1990 - VI ZR 15/90  

    Pflichten des Führers eines Radladers beim Einfahren auf eine Straße

  • OLG München, 22.12.2011 - 10 U 4147/11  

    Beweiserhebung im Verkehrsunfallprozess: Nichteinholung eines

  • OLG Koblenz, 01.12.2003 - 12 U 1553/02  

    Haftungsverteilung bei Kollision eines Linksabbiegers mit einem mit überhöhter

  • OLG Düsseldorf, 18.02.2002 - 1 U 91/01  

    Minderwert bei neuerem Fahrzeug und Nutzungsausfall bei gemischter Nutzung

  • OLG Köln, 19.05.2017 - 19 U 110/16  

    Haftungsverteilung bei Kollision zweier Fahrzeuge im Einmündungsbereich einer

  • OLG Celle, 09.06.2010 - 14 U 4/10  

    Haftung wegen Verkehrsunfall: Kollision eines Fußgängers mit einem auf der

  • AG Osnabrück, 07.07.2015 - 31 C 369/15  

    Unfallregulierung, Anwaltskosten

  • AG Borken, 16.06.2011 - 12 C 16/11  

    Quotenmäßige Aufteilung der Verursachungsbeiträge erfolgt wegen mangelhafter

  • OLG Frankfurt, 29.04.1994 - 10 U 82/93  

    Vorfahrtverletzung und Sorgfaltspflicht des Vorfahrtberechtigten gegenüber

  • BGH, 21.05.1985 - IV ZR 201/83  
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