Rechtsprechung
| BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23 |
Volltextveröffentlichungen (9)
- Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)
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- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
Persönlichkeitsrechtsverletzung: Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen von Feriendomizilen Prominenter ohne deren Zustimmung
- rechtsprechung-im-internet.de
Art 1 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 5 Abs 1 GG, § 823 Abs 1 BGB, § 1004 Abs 1 S 2 BGB
Persönlichkeitsrechtsverletzung: Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen von Feriendomizilen Prominenter ohne deren Zustimmung - IWW
§ 1004 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB, § ... 823 Abs. 1 BGB, Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG, Art. 5 Abs. 1 GG, § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB, Art. 8 Abs. 1 EMRK, Art. 10 Abs. 1 EMRK, §§ 22, 23 KUG, § 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG, § 563 Abs. 3 ZPO
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Voraussetzungen für die Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen von Feriendomizilen Prominenter ohne deren Zustimmung; Bestimmung der Reichweite des Persönlichkeitsrechts durch eine Abwägung der widerstreitenden grundrechtlich geschützten Belange
- rechtsportal.de
Voraussetzungen für die Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen von Feriendomizilen Prominenter ohne deren Zustimmung; Bestimmung der Reichweite des Persönlichkeitsrechts durch eine Abwägung der widerstreitenden grundrechtlich geschützten Belange
- datenbank.nwb.de
Persönlichkeitsrechtsverletzung: Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen von Feriendomizilen Prominenter ohne deren Zustimmung
Kurzfassungen/Presse (7)
- ferner-alsdorf.de (Kurzinformation)
Schutz der Privatsphäre Prominenter konkretisiert.
- beckmannundnorda.de (Kurzinformation)
Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen von Feriendomizilen Prominenter im Rahmen der Presseberichterstattung kann ohne Zustimmung zulässig sein
- lto.de (Kurzinformation)
Prominente Familie unterliegt: Klatschpresse darf Bild von Schumis Ferienvilla veröffentlichen
- beck-aktuell.de (Kurzinformation)
BGH erlaubt Luftbildaufnahmen von Michael Schumachers Ferienvilla
- otto-schmidt.de (Kurzinformation)
Zur Zulässigkeit der Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen von Feriendomizilen Prominenter
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen von Feriendomizilen Prominenter ohne Zustimmung
- dr-bahr.com (Kurzinformation)
Luftbild-Veröffentlichung von Privatgrundstück eines Prominenten kann zulässig sein
Verfahrensgang
Papierfundstellen
- NJW 2025, 288
- GRUR 2025, 96
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (9)
- BGH, 09.12.2003 - VI ZR 373/02
Luftbildaufnahmen ja, Wegbeschreibung nein
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Rn. 15 Nach der Senatsrechtsprechung ist ein umfriedetes Grundstück jedenfalls dann - räumlich - der Privatsphäre zuzurechnen, wenn es dem Nutzer die Möglichkeit gibt, frei von öffentlicher Beobachtung zu sein (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121, juris Rn. 13;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 117, juris Rn. 15).Die Einordnung des Grundstücks als räumlicher Schutzbereich der Privatsphäre besagt aber noch nichts darüber, ob bzw. inwieweit dieser Bereich selbst - neben dem Grundrechtsträger - am Grundrechtsschutz teilhat (Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121, juris Rn. 15;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 18).
Ob die Veröffentlichung von Fotos umfriedeter Außenanlagen gegen den Willen des Grundstücksbesitzers einen Eingriff in dessen Privatsphäre darstellt, lässt sich nur unter Berücksichtigung der konkreten Umstände für den Einzelfall beantworten (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121, juris Rn. 16;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 19).
Dabei kann eine Rolle spielen, ob die Eignung des Grundstücks als Rückzugsort durch die Veröffentlichung der Bilder unter Berücksichtigung der begleitenden Wortberichterstattung gefährdet wird, die Berichterstattung einem breitem Publikum Einblicke in Lebensbereiche des Betroffenen gewährt, die sonst einem beschränkten Personenkreis vorbehalten sind, und ob durch die Veröffentlichung der fraglichen Aufnahmen Schutzmaßnahmen des Betroffenen zur Sicherung der Privatheit des Anwesens umgangen werden (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121 f., juris Rn. 18 f.;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 21 f.;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 10 f.).
Rn. 19 Da die angegriffene Berichterstattung der Beklagten die Privatsphäre der Kläger betrifft, ist von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122 f., juris Rn. 22 ff.;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118 f., juris Rn. 25 ff.;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 13 ff.;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 32;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 13;… vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 36; jeweils mwN).
Unterhaltende Beiträge, etwa über das Privat- und Alltagsleben prominenter Personen, nehmen grundsätzlich an diesem Schutz teil, ohne dass dieser von der Eigenart oder dem Niveau der Berichterstattung abhängt (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 22;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 25;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 33;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 14; jeweils mwN).
Umgekehrt wiegt aber auch der Schutz der Persönlichkeit des Betroffenen umso schwerer, je geringer der Informationswert für die Allgemeinheit ist (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 22;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 25;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 34;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 15 mwN).
Bei der Abbildung eines Grundstücks kann die Intensität des Eingriffs dadurch erhöht werden, dass sie - gegebenenfalls im Zusammenspiel mit der begleitenden Wortberichterstattung - die Auffindbarkeit des Anwesens erleichtert und durch die damit verbundene Anlock- und Anreizwirkung für Neugierige dessen Eignung als Rückzugsort für den Betroffenen gefährdet (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 24;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 28;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 11 f.).
Die in dem streitgegenständlichen Artikel enthaltene und durch die angegriffene Aufnahme illustrierte Beschreibung der Lebensgewohnheiten und Wohnverhältnisse der prominenten Kläger auf der beliebten Ferieninsel Mallorca bedient demnach ein berechtigtes öffentliches Informationsinteresse (vgl. auch Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 23;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 26).
- BGH, 09.12.2003 - VI ZR 404/02
Luftaufnahmen von Prominentenvillen
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Rn. 15 Nach der Senatsrechtsprechung ist ein umfriedetes Grundstück jedenfalls dann - räumlich - der Privatsphäre zuzurechnen, wenn es dem Nutzer die Möglichkeit gibt, frei von öffentlicher Beobachtung zu sein (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121, juris Rn. 13; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 117, juris Rn. 15).Die Einordnung des Grundstücks als räumlicher Schutzbereich der Privatsphäre besagt aber noch nichts darüber, ob bzw. inwieweit dieser Bereich selbst - neben dem Grundrechtsträger - am Grundrechtsschutz teilhat (…Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121, juris Rn. 15; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 18).
Ob die Veröffentlichung von Fotos umfriedeter Außenanlagen gegen den Willen des Grundstücksbesitzers einen Eingriff in dessen Privatsphäre darstellt, lässt sich nur unter Berücksichtigung der konkreten Umstände für den Einzelfall beantworten (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121, juris Rn. 16; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 19).
Dabei kann eine Rolle spielen, ob die Eignung des Grundstücks als Rückzugsort durch die Veröffentlichung der Bilder unter Berücksichtigung der begleitenden Wortberichterstattung gefährdet wird, die Berichterstattung einem breitem Publikum Einblicke in Lebensbereiche des Betroffenen gewährt, die sonst einem beschränkten Personenkreis vorbehalten sind, und ob durch die Veröffentlichung der fraglichen Aufnahmen Schutzmaßnahmen des Betroffenen zur Sicherung der Privatheit des Anwesens umgangen werden (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121 f., juris Rn. 18 f.; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 21 f.;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 10 f.).
Rn. 19 Da die angegriffene Berichterstattung der Beklagten die Privatsphäre der Kläger betrifft, ist von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122 f., juris Rn. 22 ff.; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118 f., juris Rn. 25 ff.;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 13 ff.;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 32;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 13;… vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 36; jeweils mwN).
Unterhaltende Beiträge, etwa über das Privat- und Alltagsleben prominenter Personen, nehmen grundsätzlich an diesem Schutz teil, ohne dass dieser von der Eigenart oder dem Niveau der Berichterstattung abhängt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 22; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 25;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 33;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 14; jeweils mwN).
Umgekehrt wiegt aber auch der Schutz der Persönlichkeit des Betroffenen umso schwerer, je geringer der Informationswert für die Allgemeinheit ist (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 22; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 25;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 34;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 15 mwN).
Bei der Abbildung eines Grundstücks kann die Intensität des Eingriffs dadurch erhöht werden, dass sie - gegebenenfalls im Zusammenspiel mit der begleitenden Wortberichterstattung - die Auffindbarkeit des Anwesens erleichtert und durch die damit verbundene Anlock- und Anreizwirkung für Neugierige dessen Eignung als Rückzugsort für den Betroffenen gefährdet (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 24; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 28;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 11 f.).
Die in dem streitgegenständlichen Artikel enthaltene und durch die angegriffene Aufnahme illustrierte Beschreibung der Lebensgewohnheiten und Wohnverhältnisse der prominenten Kläger auf der beliebten Ferieninsel Mallorca bedient demnach ein berechtigtes öffentliches Informationsinteresse (…vgl. auch Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 23; vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 26).
- BGH, 14.03.2023 - VI ZR 338/21
Persönlichkeitsrechtsverletzung: Berichterstattung über den Gesundheitszustand …
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Thematisch umfasst der Schutz der Privatsphäre insbesondere Angelegenheiten, die wegen ihres Informationsinhalts typischerweise als "privat" eingestuft werden, etwa weil ihre öffentliche Erörterung oder Zurschaustellung als unschicklich gilt, das Bekanntwerden als peinlich empfunden wird oder nachteilige Reaktionen der Umwelt auslöst (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteil vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 13 mwN).Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteil vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 31 mwN).
Rn. 19 Da die angegriffene Berichterstattung der Beklagten die Privatsphäre der Kläger betrifft, ist von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122 f., juris Rn. 22 ff.;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118 f., juris Rn. 25 ff.;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 13 ff.; zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 32;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 13;… vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 36; jeweils mwN).
Unterhaltende Beiträge, etwa über das Privat- und Alltagsleben prominenter Personen, nehmen grundsätzlich an diesem Schutz teil, ohne dass dieser von der Eigenart oder dem Niveau der Berichterstattung abhängt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 22;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 25; zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 33;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 14; jeweils mwN).
Umgekehrt wiegt aber auch der Schutz der Persönlichkeit des Betroffenen umso schwerer, je geringer der Informationswert für die Allgemeinheit ist (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 22;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 25; zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 34;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 15 mwN).
Eine in der Öffentlichkeit unbekannte Privatperson kann einen besonderen Schutz ihres Privatlebens beanspruchen, nicht aber eine Person des öffentlichen Lebens (vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 35;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 16 mwN).
Diese kann bei einer Bildberichterstattung - wie bei einer Wortberichterstattung - als gering zu werten sein, wenn sie keinen tieferen Einblick in die persönlichen Lebensumstände des Betroffenen vermittelt (vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 36;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 17 mwN).
- BGH, 02.08.2022 - VI ZR 26/21
Anspruch auf Unterlassung einer Berichterstattung über Spekulationen betreffend …
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Rn. 19 Da die angegriffene Berichterstattung der Beklagten die Privatsphäre der Kläger betrifft, ist von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122 f., juris Rn. 22 ff.;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118 f., juris Rn. 25 ff.;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 13 ff.;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 32; vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 13;… vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 36; jeweils mwN).Unterhaltende Beiträge, etwa über das Privat- und Alltagsleben prominenter Personen, nehmen grundsätzlich an diesem Schutz teil, ohne dass dieser von der Eigenart oder dem Niveau der Berichterstattung abhängt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 22;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 25;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 33; vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 14; jeweils mwN).
Umgekehrt wiegt aber auch der Schutz der Persönlichkeit des Betroffenen umso schwerer, je geringer der Informationswert für die Allgemeinheit ist (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 22;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 25;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 34; vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 15 mwN).
Eine in der Öffentlichkeit unbekannte Privatperson kann einen besonderen Schutz ihres Privatlebens beanspruchen, nicht aber eine Person des öffentlichen Lebens (…vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 35; vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 16 mwN).
Diese kann bei einer Bildberichterstattung - wie bei einer Wortberichterstattung - als gering zu werten sein, wenn sie keinen tieferen Einblick in die persönlichen Lebensumstände des Betroffenen vermittelt (…vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 36; vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 17 mwN).
- BGH, 19.05.2009 - VI ZR 160/08
Berichterstattung über Hauskauf Joschka Fischers war zulässig
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Dabei kann eine Rolle spielen, ob die Eignung des Grundstücks als Rückzugsort durch die Veröffentlichung der Bilder unter Berücksichtigung der begleitenden Wortberichterstattung gefährdet wird, die Berichterstattung einem breitem Publikum Einblicke in Lebensbereiche des Betroffenen gewährt, die sonst einem beschränkten Personenkreis vorbehalten sind, und ob durch die Veröffentlichung der fraglichen Aufnahmen Schutzmaßnahmen des Betroffenen zur Sicherung der Privatheit des Anwesens umgangen werden (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 121 f., juris Rn. 18 f.;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 21 f.; vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 10 f.).Rn. 19 Da die angegriffene Berichterstattung der Beklagten die Privatsphäre der Kläger betrifft, ist von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122 f., juris Rn. 22 ff.;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118 f., juris Rn. 25 ff.; vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 13 ff.;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 32;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 13;… vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 36; jeweils mwN).
Bei der Abbildung eines Grundstücks kann die Intensität des Eingriffs dadurch erhöht werden, dass sie - gegebenenfalls im Zusammenspiel mit der begleitenden Wortberichterstattung - die Auffindbarkeit des Anwesens erleichtert und durch die damit verbundene Anlock- und Anreizwirkung für Neugierige dessen Eignung als Rückzugsort für den Betroffenen gefährdet (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122, juris Rn. 24;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118, juris Rn. 28; vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 11 f.).
- BGH, 17.05.2022 - VI ZR 141/21
Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Ehemanns durch eine …
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Die Zulässigkeit der Bildveröffentlichung richtet sich hier dagegen - wie vom Berufungsgericht zutreffend erkannt - nicht nach den §§ 22, 23 KUG, da es im Streitfall nicht um ein Bildnis oder Bild mit identifizierbaren Personen geht, sondern grundsätzlich nach denselben Maßstäben wie die einer Wortberichterstattung (vgl. Senatsurteile vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 50;… vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 38 mwN).Rn. 19 Da die angegriffene Berichterstattung der Beklagten die Privatsphäre der Kläger betrifft, ist von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 373/02, AfP 2004, 119, 122 f., juris Rn. 22 ff.;… vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 404/02, AfP 2004, 116, 118 f., juris Rn. 25 ff.;… vom 19. Mai 2009 - VI ZR 160/08, AfP 2009, 392 Rn. 13 ff.;… zur Wortberichterstattung vgl. Senatsurteile vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 32;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, VersR 2022, 1312 Rn. 13; vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 36; jeweils mwN).
Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die z.B. Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer Person, die keine solchen Aufgaben hat (vgl. nur Senatsurteil vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 38 mwN).
- BGH, 29.05.2018 - VI ZR 56/17
Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts bei Presseberichterstattung: …
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Rn. 20 Im Rahmen der Abwägung kommt dem Gegenstand der Berichterstattung maßgebliche Bedeutung zu, wobei der Informationsgehalt einer Bildberichterstattung im Gesamtkontext, in den das Bild gestellt ist, zu ermitteln ist, insbesondere unter Berücksichtigung der zugehörigen Textberichterstattung (vgl. zu § 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG Senatsurteil vom 29. Mai 2018 - VI ZR 56/17, VersR 2018, 1136 Rn. 16 mwN).Auch die Umstände der Gewinnung der Abbildung sind bei der Beurteilung der Intensität des Eingriffs in den Blick zu nehmen und können diese erhöhen (vgl. zu § 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG Senatsurteil vom 29. Mai 2018 - VI ZR 56/17, VersR 2018, 1136 Rn. 18).
- BGH, 10.11.2020 - VI ZR 62/17
Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presseberichterstattung: Bestimmung des …
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Die Zulässigkeit der Bildveröffentlichung richtet sich hier dagegen - wie vom Berufungsgericht zutreffend erkannt - nicht nach den §§ 22, 23 KUG, da es im Streitfall nicht um ein Bildnis oder Bild mit identifizierbaren Personen geht, sondern grundsätzlich nach denselben Maßstäben wie die einer Wortberichterstattung (…vgl. Senatsurteile vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 50; vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 38 mwN). - BGH, 01.08.2023 - VI ZR 307/21
Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Berichterstattung von …
Auszug aus BGH, 05.11.2024 - VI ZR 110/23
Bei dieser Beurteilung verkennt das Berufungsgericht - wie die Revision zu Recht rügt - den Aussagegehalt der Wortberichterstattung, was vom Revisionsgericht ohne Einschränkungen nachgeprüft werden kann (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteil vom 1. August 2023 - VI ZR 307/21, VersR 2023, 1456 Rn. 10 mwN).
- BGH, 29.09.2026 - VI ZR 402/24
Anfertigung von Pressefotos und deren Weitergabe an Zeitschriftenredaktionen zur …
Er umfasst einen räumlich bestimmten - insbesondere häuslichen, aber auch außerhäuslichen - Bereich, in dem der Einzelne die Möglichkeit hat, frei von öffentlicher Beobachtung und der von ihr erzwungenen Selbstkontrolle zu sein, und in dem er zu sich kommen, sich entspannen oder auch gehen lassen kann, und der das Bedürfnis verwirklichen hilft, "in Ruhe gelassen zu werden" (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 5. November 2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288 Rn. 14;… vom 14. März 2023 - VI ZR 338/21, VersR 2023, 662 Rn. 13 mwN). - LG Berlin II, 09.12.2025 - 27 O 353/25
Zulässigkeit der Veröffentlichung eines Fotos des Anwesens einer Sängerin; …
Thematisch umfasst der Schutz der Privatsphäre insbesondere Angelegenheiten, die wegen ihres Informationsinhalts typischerweise als "privat" eingestuft werden, etwa weil ihre öffentliche Erörterung oder Zurschaustellung als unschicklich gilt, das Bekanntwerden als peinlich empfunden wird oder nachteilige Reaktionen der Umwelt auslöst (st. Rspr, vgl. nur BGH…, Urteil vom 14.03.2023 - VI ZR 338/21, NJW 2023, 2479 Rn. 13 m.w.N.; Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, 290 Rn. 14).Rn. 22 Zwar liegt das Anwesen nicht in einer "gated community" (vgl. dazu BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, 290 Rn. 16) und auf dem Foto sind keine Teile des von der Außenwelt abgeschirmten Lebensbereichs der Klägerin erkennbar, insbesondere ist das - noch in der Bauphase befindliche Haupthaus - nur teilweise zu sehen (…vgl. BGH, a.a.O.).
Rn. 24 Da bereits hiernach ein Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Klägerin zu bejahen ist, kann an dieser Stelle noch dahinstehen, ob durch die Berichterstattung die Auffindbarkeit des Grundstücks durch Dritte erleichtert wird (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, 290 Rn. 16).
Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (st. Rspr., vgl. nur BGH…, Urteil vom 14.03.2023 - VI ZR 338/31, NJW 2023, 2479 Rn. 31 m.w.N.; Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, 290 Rn. 18).
Die Zulässigkeit der Bildveröffentlichung richtet sich hier dagegen nicht nach den §§ 22, 23 KUG, da es sich im Streitfall nicht um ein Bildnis oder Bild mit identifizierbaren Personen handelt, sondern grundsätzlich nach denselben Maßstäben wie die einer Wortberichterstattung (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, Rn. 18 m.w.N.).
Rn. 27 Da die angegriffene Berichterstattung der Beklagten die Privatsphäre der Klägerin betrifft, ist von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288 Rn. 19 m.w.N.).
Unterhaltende Beiträge, etwa über das Privat- und Alltagsleben prominenter Personen, nehmen grundsätzlich an diesem Schutz teil, ohne dass dieser von der Eigenart oder dem Niveau der Berichterstattung abhängt (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, 291 Rn. 19 m.w.N.).
Umgekehrt wiegt aber auch der Schutz der Persönlichkeit des Betroffenen umso schwerer, je geringer der Informationswert für die Allgemeinheit ist (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, 291 Rn. 20 m.w.N.).
Eine in der Öffentlichkeit unbekannte Privatperson kann einen besonderen Schutz ihres Privatlebens beanspruchen, nicht aber eine Person des öffentlichen Lebens (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2024, a.a.O., Rn. 21).
Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die zum Beispiel Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer - auch prominenten - Person, die keine solchen Aufgaben hat (vgl. nur BGH, Urteil vom 05.11.2024, a.a.O.).
Diese kann als gering zu bewerten sein, wenn sie keinen tieferen Einblick in die persönlichen Lebensumstände des Betroffenen vermittelt (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2024, a.a.O., Rn. 22).
Bei der Abbildung eines Grundstücks kann die Intensität des Eingriffs aber dadurch erhöht werden, dass sie - gegebenenfalls im Zusammenspiel mit der begleitenden Wortberichterstattung - die Auffindbarkeit des Anwesens erleichtert und durch die damit verbundene Anlock- und Anreizwirkung für Neugierige dessen Eignung als Rückzugsort für den Betroffenen gefährdet (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2024, a.a.O.).
Zudem ist zu berücksichtigen, ob und inwieweit sich das Anwesen in einer Wohnanlage (gated community) befindet, die durch kontrollierte Zugänge und Überwachungseinrichtungen besonders gesichert ist (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288).
Rn. 37 Auch die Umstände der Gewinnung der Abbildung sind bei der Beurteilung der Intensität des Eingriffs in den Blick zu nehmen und können diese erhöhen (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, 291 Rn. 22 m.w.N.).
- LG Frankfurt/Main, 24.09.2026 - 3 O 388/25
Keine Veröffentlichung von Bildern eines privaten Grundstücks
In der Folge zeigen die Beklagtenbilder gerade nicht nur das, was für einen vor Ort anwesenden Betrachter ohne Weiteres zu Tage läge (…vgl. insofern BVerfG, NJW 2006, 2836, Rn. 13; vgl. auch BGH, GRUR 2004, 438, 439; NJW 2025, 288, 290).Die Darstellungen in den Beklagtendiensten sind vergrößerbar und zeigen auch die Grundstücksgrenzen (vgl. insofern auch BGH, NJW 2025, 288, Rn. 25).
Ebenfalls belastungssteigernd ist, dass die den Beklagtendiensten zu Grunde liegenden Datengewinnungen heimlich unter "Ausspähung" (vgl. auch BGH, NJW 2025, 288, 290, Rn. 27) erfolgen.
5 I GG unter dem Gesichtspunkt der Meinungs- und Pressefreiheit ist ebenfalls nicht betroffen (vgl. zur Abwägung in solchen Fällen etwa BGH, NJW 2025, 288, 291).
- BGH, 31.03.2026 - VI ZR 157/24
Anforderungen an die Bestimmtheit des Klageantrags bei der Geltendmachung eines …
Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteil vom 5. November 2024 - VI ZR 110/23, AfP 2025, 42 Rn. 18 mwN). - LG Berlin II, 17.06.2025 - 27 O 163/25
Rückzugsort - Bildberichterstattung über Hauptwohnsitz eines ehemaligen …
Rn. 14 Die Aufnahme der Immobilie ist äußerungsrechtlich wie eine Textberichterstattung zu behandeln, da es sich um eine reine Sachaufnahme handelt; eine Anwendung der ausschließlich auf Bildnisse einer Person bezogene Vorschriften des KUG scheidet deshalb aus (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 05.11.2024 - VI ZR 110/23, NJW 2025, 288, Rn. 18).Das durch Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG, Art. 8 Abs. 1 EMRK gewährleistete Interesse des Antragstellers am Schutz seines Persönlichkeitsrechts ist mit dem in Art. 5 Abs. 1 GG, Art. 10 Abs. 1 EMRK verankerten Recht der Antragsgegnerin auf Meinungs- und Medienfreiheit abzuwägen (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 05.11.2024, a.a.O., Rn. 18).
Rn. 21 Zwar kann die Antragsgegnerin im Ausgangspunkt auch für die streitgegenständliche Bildveröffentlichung ein nicht unerhebliches Berichterstattungsinteresse an der Person des Antragstellers für sich in Anspruch nehmen, da dieser trotz und gerade wegen der durch äußere Umstände erzwungenen Beendigung seiner Karriere als Spitzenpolitiker und seiner mehrfach gescheiterten Beziehung zu X über eine derartige Leitbild- und Kontrastfunktion verfügt, dass Berichte über sein Alltags- und Privatleben zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen können (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2024, a.a.O., Rn. 24 m.w.N.).
Zwar verschafft das lediglich einen Ausschnitt des vom Antragsteller und seinem minderjährigen Sohn bewohnten Gebäudes betreffende Foto keinen tieferen Einblick in die persönlichen Lebensumstände des Antragstellers (vgl. dazu BGH, Urteil vom 05.11.2024, a.a.O., Rn. 25).
Rn. 23 Die Veröffentlichung von Fotos des Hauptwohnsitzes einer - prominenten - Person ist jedenfalls dann nicht mehr durch ein ausschließlich die privaten Belange der Person betreffendes Informationsinteresse der Allgemeinheit gerechtfertigt, wenn die Bildberichterstattung - gegebenenfalls, aber nicht notwendig im Zusammenspiel mit der begleitenden Wortberichterstattung - die Auffindbarkeit des Anwesens erleichtert und durch die damit verbundene Anlock- und Anreizwirkung für Neugierige dessen Eignung als Rückzugsort für den Betroffenen gefährdet (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 05.11.2024, a.a.O., a.a.O., Rn. 22).
- LG Ellwangen/Jagst, 03.07.2025 - 6 O 125/25
Unterlassung von Äußerungen im Rahmen einer Presseberichterstattung, insbesondere …
Liegt nämlich eine Beeinträchtigung beziehungsweise ein Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht vor, ist dieser nicht ohne Weiteres rechtswidrig, da wegen der Eigenart des Persönlichkeitsrechts als Rahmenrecht seine Reichweite nicht absolut feststeht, sondern erst durch eine Abwägung der widerstreitenden grundrechtlich geschützten Belange bestimmt werden muss, bei der die besonderen Umstände des Einzelfalls sowie die betroffenen Grundrechte und Gewährleistungen der Europäischen Menschenrechtskonvention interpretationsleitend zu berücksichtigen sind, das heißt der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (vgl. zu dem Gesamten BGH, Urteil vom 05. November 2024 - VI ZR 110/23, Rn. 18; BGH…, Urteil vom 10. Dezember 2024 - VI ZR 230/23, Rn. 21; BGH…, Urteil vom 17. Dezember 2024 - VI ZR 311/23, Rn. 21; auch OLG Stuttgart…, Urteil vom 16. Oktober 2019 - 4 U 120/19 , Rn. 144 ; OLG Stuttgart…, Urteil vom 01. Februar 2023 - 4 U 144/22 , Rn. 164 ; OLG Stuttgart…, Urteil vom 24. Januar 2024 - 4 U 129/23 , Rn. 100 , jew. zit. nach juris).und I.13. dessen Schutzinteresse das Informationsinteresse der von der Verfügungsbeklagten bedienten Lokal- und Regionalöffentlichkeit überwiegt (vgl. zu der erforderlichen Abwägung bereits oben BGH, Urteil vom 05. November 2024 - VI ZR 110/23, Rn. 18; BGH…, Urteil vom 10. Dezember 2024 - VI ZR 230/23, Rn. 21; BGH…, Urteil vom 17. Dezember 2024 - VI ZR 311/23, Rn. 21; auch OLG Stuttgart…, Urteil vom 16. Oktober 2019 - 4 U 120/19 , Rn. 144 ; OLG Stuttgart…, Urteil vom 01. Februar 2023 - 4 U 144/22 , Rn. 164 ; OLG Stuttgart…, Urteil vom 24. Januar 2024 - 4 U 129/23 , Rn. 100 , jew. zit. nach juris).
- OLG Frankfurt, 27.11.2025 - 16 U 148/24
Schutz der Privatssphäre kann Veröffentlichung von Badefotos von Prominenten …
Thematisch umfasst der Schutz der Privatsphäre insbesondere Angelegenheiten, die wegen ihres Informationsinhalts typischerweise als "privat" eingestuft werden, etwa weil ihre öffentliche Erörterung oder Zurschaustellung als unschicklich gilt, das Bekanntwerden als peinlich empfunden wird oder nachteilige Reaktionen der Umwelt auslöst (st. Rspr., vgl. nur BGH, NJW 2025, 288, Rn. 14;… BGH, NJW 2023, 2479, Rn. 13 m.w.N.). - OLG Celle, 26.01.2026 - 5 U 231/25
Wahrung des Bestimmtheitsgrundsatzes bei ehrenschutzrechtlichen …
Zum Kern der Presse- und Meinungsfreiheit gehört es, dass die Medien im Grundsatz nach ihren eigenen publizistischen Kriterien entscheiden können, was sie für ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit werthalten und was nicht (aus jüngerer Zeit zum Beispiel BGH, Urteil vom 5. November 2024 - VI ZR 110/23, juris Rn. 19).
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