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Rechtsprechung
   OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2025,32130
OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24 (https://dejure.org/2025,32130)
OVG Saarland, Entscheidung vom 09.09.2025 - 2 C 139/24 (https://dejure.org/2025,32130)
OVG Saarland, Entscheidung vom 09. September 2025 - 2 C 139/24 (https://dejure.org/2025,32130)
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Volltextveröffentlichungen (3)

  • Rechtsprechungsdatenbank Saarland

    Art 12 Abs 1 GG, Art 14 Abs 1 GG, Art 20 Abs 3 GG, Art 3 Abs 1 GG, § 28 Abs 1 S 1 IfSG
    Beschränkung von Einzelhandel anlässlich der Corona-Pandemie

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    2G-Nachweis; Berufsfreiheit; Bestimmheitsgrundsatz; Corona; Einschätzungsspielraum; Einzelhandel; Feststellungsinteresse; Gewerbebetrieb; Gleichheitssatz; Mischsortimentsklausel; Robert-Koch-Institut; Verhältnismäßigkeit

  • rechtsportal.de

    2G-Nachweis; Berufsfreiheit; Bestimmheitsgrundsatz; Corona; Einschätzungsspielraum; Einzelhandel; Feststellungsinteresse; Gewerbebetrieb; Gleichheitssatz; Mischsortimentsklausel; Robert-Koch-Institut; Verhältnismäßigkeit

 
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Wird zitiert von ... (3)Zitiert selbst (55)

  • BVerwG, 22.11.2022 - 3 CN 1.21

    Corona-Verordnungen: Sächsische Kontaktbeschränkungen waren verhältnismäßig

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Rn. 43 2. Dass die angegriffene Rechtsvorschrift bereits mit Ablauf des 30.12.2021 außer Kraft getreten ist, hat die Anträge nicht unzulässig werden lassen.[vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 8 ff. m. w. N.][vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 8 ff. m. w. N.].

    Darüber hinaus muss er ein berechtigtes Interesse an der Feststellung haben, dass die Rechtsvorschrift unwirksam war (vgl. b.).[stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 10, unter Hinweis auf das Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 - NVwZ 2023, 1000, Rn. 9 m. w. N.][stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 10, unter Hinweis auf das Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 - NVwZ 2023, 1000, Rn. 9 m. w. N.] Hiervon ist vorliegend auszugehen.

    Ein Rechtsschutzbedürfnis besteht trotz Erledigung u. a. dann fort, wenn ein gewichtiger Grundrechtseingriff geltend gemacht wird, gegen den gerichtlicher Rechtsschutz typischerweise nicht vor Erledigungseintritt erlangt werden kann.[stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 3.3.2004 - 1 BvR 461/03 - BVerfGE 110, 77, 85 f. m. w. N., Kammerbeschlüsse vom 11.4.2018 - 2 BvR 2601/17 -, juris, Rn. 32 ff., und vom 26.1.2021 - 2 BvR 676/20 -, juris, Rn. 30 f.; BVerwG, Urteile vom 12.11.2020 - 2 C 5/19 -, juris, Rn. 15, und vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 13 m. w. N.][stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 3.3.2004 - 1 BvR 461/03 - BVerfGE 110, 77, 85 f. m. w. N., Kammerbeschlüsse vom 11.4.2018 - 2 BvR 2601/17 -, juris, Rn. 32 ff., und vom 26.1.2021 - 2 BvR 676/20 -, juris, Rn. 30 f.; BVerwG, Urteile vom 12.11.2020 - 2 C 5/19 -, juris, Rn. 15, und vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 13 m. w. N.].

    Rn. 67 Eine übertragbare Krankheit ist gemäß § 2 Nr. 3 IfSG eine Krankheit, die durch Krankheitserreger (§ 2 Nr. 1 IfSG) verursacht wird, die unmittelbar oder mittelbar auf den Menschen übertragen werden.[vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 20][vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 20] Bei derCoronavirus-Krankheit (COVID-19) - die durch den SARS-CoV-2-Virus (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2) ausgelöst und hauptsächlich durch respiratorische Aufnahme virushaltiger Partikel, die beim Atmen, Sprechen, Niesen oder Husten entstehen, übertragen wird -[vgl. "Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu akuten Atemwegserkrankungen und COVID-19", abrufbar unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/COVID-19/FAQ-gesamt.html#entry_16869910, zuletzt besucht am 11.9.2025][vgl. "Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu akuten Atemwegserkrankungen und COVID-19", abrufbar unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/COVID-19/FAQ-gesamt.html#entry_16869910, zuletzt besucht am 11.9.2025] handelt es sich um eine übertragbare Krankheit im Sinne des § 2 Nr. 3 IfSG.[vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 20.][vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 20.] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte COVID-19 am 11.3.2020 zur Pandemie erklärt.[vgl. hierzu Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19), Stand: 20.4.2020, abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/C/COVID-19-Pandemie/Situationsberichte/Maerz-Aug_2020/2020-04-20-de.pdf?*blob=publicationFile&v=1, zuletzt besucht am 11.9.2025][vgl. hierzu Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19), Stand: 20.4.2020, abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/C/COVID-19-Pandemie/Situationsberichte/Maerz-Aug_2020/2020-04-20-de.pdf?*blob=publicationFile&v=1, zuletzt besucht am 11.9.2025].

    Kranker im Sinne des Infektionsschutzgesetzes ist eine Person, die an einer übertragbaren Krankheit erkrankt ist (§ 2 Nr. 4 IfSG).[vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 20][vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 20] Auch diese Voraussetzungen lagen zweifelsfrei vor.

    14/2530 S. 43 zu § 1 Abs. 1 IfSG] jedenfalls ein Indikator für die Dringlichkeit des Ziels, die Verbreitung der übertragbaren Krankheit zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen.[vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 50][vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 50].

    Rn. 87 Die Annahme des Verordnungsgebers, dass die angestrebten Ziele ohne die erlassenen Verbote gefährdet und überdies die Gefahr - insbesondere wegen einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems - dringlich war, hatte eine tragfähige tatsächliche Grundlage.[vgl. zu diesem Erfordernis BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 177; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 52][vgl. zu diesem Erfordernis BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 177; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 52].

    Das RKI verfügt durch seine Aufgabe, die Erkenntnisse zu einer übertragbaren Krankheit durch Erhebung, Auswertung und Veröffentlichung der Daten zum Infektionsgeschehen in Deutschland und durch die Auswertung verfügbarer Studien aus aller Welt fortlaufend zu aktualisieren, über eine besondere fachliche Expertise bei der Risikoeinschätzung und -bewertung einer übertragbaren Krankheit, sodass der Verordnungsgeber die vom RKI zur Verfügung gestellten Erkenntnisse und Bewertungen zu SARS-CoV-2 und COVID-19 gleich einem Sachverständigengutachten bei seiner Entscheidung berücksichtigen und den erlassenen Ge- und Verboten zugrunde legen durfte.[vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 55 ff.][vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 55 ff.].

    Die sachliche Gleichwertigkeit der alternativen Maßnahme zur Zweckerreichung muss dafür in jeder Hinsicht eindeutig feststehen.[stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 203 m. w. N.; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 63][stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 203 m. w. N.; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 63] Dient der Eingriff dem Schutz gewichtiger verfassungsrechtlicher Güter und ist es dem Gesetzgeber angesichts der tatsächlichen Unsicherheiten nur begrenzt möglich, sich ein hinreichend sicheres Bild zu machen, ist die verfassungsgerichtliche Prüfung auf die Vertretbarkeit der gesetzgeberischen Eignungsprognose beschränkt.[vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 204][vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 204].

    Dabei ist ein angemessener Ausgleich zwischen dem Gewicht des Eingriffs und dem verfolgten Ziel sowie der zu erwartenden Zielerreichung herzustellen.[stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 75 m. w. N.][stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 75 m. w. N.].

    Rn. 130 Die mit der kontrollpflichtigen 2G-Zugangsbeschränkung des Einzelhandels einhergehenden Eingriffe in die Berufsausübungsfreiheit der betroffenen Grundrechtsträger (Art. 12 Abs. 1 i. V. m. Art. 19 Abs. 3 GG) hatten Gewicht.[vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1.21 -, juris, Rn. 82 f. (zur Schließung von Gastronomiebetrieben); zu den Schadensberechnungen der Antragstellerinnen vgl. etwa den Schriftsatz ihres Prozessbevollmächtigten vom 7.7.2022, S. 4 f. in der Gerichtsakte 2 C 294/21][vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1.21 -, juris, Rn. 82 f. (zur Schließung von Gastronomiebetrieben); zu den Schadensberechnungen der Antragstellerinnen vgl. etwa den Schriftsatz ihres Prozessbevollmächtigten vom 7.7.2022, S. 4 f. in der Gerichtsakte 2 C 294/21] Sie wurden durch die - auch die Antragstellerinnen betreffenden - vorangegangenen phasenweisen Betriebsschließungen und -beschränkungen im Zuge der ersten, zweiten und dritten Welle der Corona-Pandemie (additiv) verstärkt, zumal die Antragstellerinnen zwischenzeitlich in Hygienemaßnahmen investiert hatten.

    Gleichwohl verminderten Hilfsprogramme die Wahrscheinlichkeit einer existenzbedrohenden Lage und unterstützten die Betroffenen darin, die ausgeübte Tätigkeit künftig weiterhin wirtschaftlich ausüben zu können.[vgl. BVerwG, Urteile vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 - juris, Rn. 82 f., und vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 69, jeweils m. w. N.; siehe hierzu auch: Bundesministerium der Finanzen, Monatsbericht Februar 2021, abrufbar unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Monatsberichte/2021/02.pdf?*blob=publicationFile&v=1, zuletzt besucht am 11.9.2025][vgl. BVerwG, Urteile vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 - juris, Rn. 82 f., und vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 69, jeweils m. w. N.; siehe hierzu auch: Bundesministerium der Finanzen, Monatsbericht Februar 2021, abrufbar unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Monatsberichte/2021/02.pdf?*blob=publicationFile&v=1, zuletzt besucht am 11.9.2025] In die Abwägung war zudem einzustellen, dass der überwiegende Anteil der potentiellen Kunden weiterhin zum Betreten der Verkaufsstätten des nicht privilegierten Einzelhandels berechtigt war, was die wirtschaftlichen Folgen der Zugangsbeschränkungen zusätzlich erheblich abgemildert haben dürfte.

  • OVG Bremen, 04.01.2022 - 1 B 479/21

    Normenkontrolleilantrag - 2-G-Zugangsbeschränkungen im Einzelhandel - …

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Dass dies zugleich Kontrollpflichten des jeweiligen Betreibers beinhaltete, ist der Vorschrift immanent.[vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 19 m. w. N.][vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 19 m. w. N.].

    Ausbrüche träten in vielen verschiedenen Umfeldern auf; SARS-CoV-2 verbreite sich überall dort, wo Menschen zusammenkämen, insbesondere in geschlossenen Räumen.[vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 38, unter Verweis auf RKI, Risikobewertung, Stand: 8.12.2021, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html][vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 38, unter Verweis auf RKI, Risikobewertung, Stand: 8.12.2021, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html] Demgegenüber waren die in diesem Zusammenhang durch die Antragstellerinnen angeführten RKI-Strategiepapiere "ControlCOVID - Optionen zur stufenweisen Rücknahme der COVID-19-bedingten Maßnahmen bis Ende des Sommers 2021 (Stand: 01.06.2021)" und "Aktualisierung der ControlCOVID-Strategie zur Vorbereitung auf den Herbst/Winter 2021/22 (Stand: 22.09.2021)" sowie die "ControlCOVID - Strategie und Handreichung zur Entwicklung von Stufenkonzepten bis Frühjahr 2021 (Stand: 18.02.2021)", die im Grundsatz von einem niedrigen Infektionsrisiko im Einzelhandel ausgingen, zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr aktuell.

    Darüber hinaus sei die Virusausscheidung bei Personen, die trotz Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion haben, kürzer als bei ungeimpften Personen mit SARS-CoV-2-Infektion.[vgl. RKI (Stand: 21.12.2021), https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Transmission.html, zitiert bei OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 36][vgl. RKI (Stand: 21.12.2021), https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Transmission.html, zitiert bei OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 36] Auch aus der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante ergibt sich nichts anderes.

    Vielmehr war nach der benannten Stellungnahme des Expertenrats der Bundesregierung davon auszugehen, dass die Immunisierung auch im Falle einer Infektion mit der Omikron-Variante jedenfalls teilweise Schutz vor schwerer Erkrankung mit COVID-19 bieten würde.[vgl. "Erste Stellungnahme des Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19 - Einordnung und Konsequenzen der Omikronwelle" vom 19.12.2021, S. 1, a. a. O.][vgl. "Erste Stellungnahme des Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19 - Einordnung und Konsequenzen der Omikronwelle" vom 19.12.2021, S. 1, a. a. O.] Hiervon ausgehend trugen die streitgegenständlichen Maßnahmen zu einer Schonung der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten bei.[vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 37; OVG Thüringen, Beschluss vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 96; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 31 ff.][vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 37; OVG Thüringen, Beschluss vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 96; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 31 ff.].

    Bei dem in der streitgegenständlichen Verordnung geregelten Maßnahmenpaket handelt es sich um ein Gesamtkonzept, dessen Effizienz von der Funktionsfähigkeit aller Bestandteile, einschließlich der hier angegriffenen Maßnahmen abhängt, selbst wenn das Infektionsrisiko in einigen der betroffenen Bereiche geringer gewesen sein mag als in anderen.[vgl. bereits OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 40][vgl. bereits OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 40] Dies gilt auch in Anbetracht des von den Antragstellerinnen monierten Umstands, dass nach § 6 Abs. 1 Nr. 7 Satz 2 lit. a bis n VO-CP weitere "Ladenlokale der Grundversorgung" vom 2G-Erfordernis ausgenommen wurden, wodurch der Beitrag der Maßnahmen zur Eindämmung von Kontakten so weit relativiert worden sei, dass die Eignung des 2G-Modells für den Einzelhandel insgesamt in Frage stehe.

    Insbesondere ist bereits fraglich, ob es sich bei dem von den Antragstellerinnen angeführten verpflichtenden Tragen von (qualifizierten) FFP2- oder KN95-Masken in Innenräumen des Einzelhandels (ggf. in Verbindung mit einem strengen Hygienekonzept) tatsächlich um ein milderes Mittel handelt, da hierdurch implizit auch der bereits immunisierte Bevölkerungsanteil zum Erwerb teurer FFP2- oder KN95-Masken verpflichtet gewesen wäre.[vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 45; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 73][vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 45; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 73] Jedenfalls wäre eine Pflicht zum Tragen dieser Masken nicht in gleicher Weise zur Zweckerreichung geeignet gewesen.

    Dies ist jedoch durch die Beschäftigten der Einzelhandelsbetriebe kaum zuverlässig kontrollierbar und wäre zudem mit einem erheblich höheren Zeitaufwand und Konfliktpotential einhergegangen als die einmalige Unterscheidung von immunisierten und nicht immunisierten Personen im Rahmen der Zugangskontrolle.[vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 45][vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 45] Der Verweis der Antragstellerinnen auf eine Studie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation vom 2.12.2021, wonach das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz nur etwa vier Prozent betrage, wenn sowohl die infizierte als auch die nicht infizierte Person schlecht sitzende FFP2-Masken trügen,[Original abrufbar unter: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2110117118, zuletzt besucht am 11.9.2025][Original abrufbar unter: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2110117118, zuletzt besucht am 11.9.2025] führt insofern zu keinem anderen Ergebnis, als dass sich diese (jedenfalls vor dem 1.6.2021 erstellte) Studie offensichtlich nicht auf die sich effizienter verbreitende und erst im November 2021[vgl. hierzu etwa WHO, "Classification of Omicron (B.1.1.529): SARS-CoV-2 Variant of Concern" vom 26.11.2021, abrufbar unter: https://www.who.int/news/item/26-11-2021-classification-of-omicron-(b.1.1.529)-sars-cov-2-variant-of-concern, zuletzt besucht am 11.9.2025][vgl. hierzu etwa WHO, "Classification of Omicron (B.1.1.529): SARS-CoV-2 Variant of Concern" vom 26.11.2021, abrufbar unter: https://www.who.int/news/item/26-11-2021-classification-of-omicron-(b.1.1.529)-sars-cov-2-variant-of-concern, zuletzt besucht am 11.9.2025] entdeckte Omikron-Variante bezog.

    Der Anteil der tatsächlich vom Zugang zu Geschäften des nicht privilegierten Einzelhandels ausgeschlossenen Personen dürfte damit insgesamt erheblich reduziert gewesen sein.[vgl. bereits OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 34; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 98 ff.; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 52][vgl. bereits OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 34; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 98 ff.; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 52] Ihre Geschäftstätigkeit war den Antragstellerinnen jedenfalls keineswegs in Gänze entzogen.

    Hinzu kommt, dass den Betroffenen weiterhin die Möglichkeit des Erwerbs von Waren im Rahmen des - auch von den Antragstellerinnen angebotenen - Onlinehandels oder im Rahmen von Abhol- und Lieferdiensten eröffnet war.[so bereits OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 53; siehe hierzu auch OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 101 ff.][so bereits OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 53; siehe hierzu auch OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 101 ff.].

    Unabhängig davon, dass deren Angebote häufig unter freiem Himmel stattfinden, so dass insoweit schon kein wesensgleicher Sachverhalt zu den Elektronikfachmärkten der Antragstellerinnen vorliegen dürfte, ist für diesen Bereich ein saisonal neu entstehender Bedarf anzuerkennen, für den - anders als bei Elektronikartikeln - nicht auf Anschaffungen aus dem Vorjahr zurückgegriffen werden kann.[vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 56; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 118 und 112 (unter Verweis auf die Ausnahmeregelungen der sog. Bundesnotbremse); siehe hierzu auch VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 125 f.][vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 56; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 118 und 112 (unter Verweis auf die Ausnahmeregelungen der sog. Bundesnotbremse); siehe hierzu auch VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 125 f.] Von der Schließungsanordnung ausgenommen waren auch "Abholangebote und Lieferdienste einschließlich solcher des Online-Handels" (vgl. § 6 Abs. 1 Nr. 7 Satz 1 Halbsatz 2 VO-CP), bei denen Kontakte und die damit zusammenhängende Ansteckungsgefahr minimiert waren.

    Dies wäre jedenfalls anders, wenn nicht geimpfte oder genesene Personen für derartige Besorgungen eine weitere Verkaufsstelle des nicht privilegierten Einzelhandels aufsuchen würden.[vgl. bereits OVG Thüringen, Beschlüsse vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 123, und vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 95; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 43; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 58; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 128 f.; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 121][vgl. bereits OVG Thüringen, Beschlüsse vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 123, und vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 95; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 43; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 58; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 128 f.; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 121].

  • BVerwG, 18.04.2024 - 3 CN 8.22

    2G-Zugangsbeschränkungen für nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dienende …

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Rn. 30 Mit Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 - hat das Bundesverwaltungsgericht das Urteil des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes vom 21.7.2022 teilweise aufgehoben - soweit es feststellt, dass § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP vom 22.12.2021 unwirksam gewesen sei - und die Sache insoweit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zurückverwiesen.

    Diesbezügliche Bedenken im Hinblick auf die rechtlichen Anforderungen an den Parlamentsvorbehalt und den Wesentlichkeitsgrundsatz bestünden nicht, wie das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 - bestätigt habe.

    Rn. 48 Von Letzterem ist - wie das Bundesverwaltungsgericht fallbezogen mit Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 - festgestellt hat - hier auszugehen, weil § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP lediglich eine Geltungsdauer vom 23.12.2021 bis zum 30.12.2021 hatte, innerhalb derer gerichtlicher Rechtsschutz in einem Hauptsacheverfahren nicht erlangt werden konnte, und die Antragstellerinnen Beeinträchtigungen ihres Grundrechts aus Art. 12 Abs. 1 i. V. m. Art. 19 Abs. 3 GG geltend machen, die ein Gewicht haben, das die nachträgliche Klärung der Rechtmäßigkeit der angegriffenen Verordnungsregelung rechtfertigt.[vgl. BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 14][vgl. BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 14] Weder aus der Möglichkeit des Onlinehandels noch den möglichen Entschädigungszahlungen folgt etwas anderes.

    Rn. 52 1. Die sich aus § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP ergebenden und zu kontrollierenden 2G-Zugangsbeschränkungen zu Ladenlokalen, die - wie diejenigen der Antragstellerinnen - nicht zur Grundversorgung im Sinne des § 6 Abs. 1 Nr. 7 Satz 1 Halbsatz 2 und Satz 2 VO-CP zählten, konnten auf § 32 Satz 1 und 2, § 28 Abs. 1 Satz 1 und § 28a Abs. 7 Satz 1 Nr. 4 IfSG gestützt werden.[vgl. BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 28, mit weiterem Hinweis auf § 28a Abs. 8 IfSG und § 1 Abs. 1 des saarländischen COVID-19-Maßnahmengesetzes vom 22.1.2021 (Amtsbl. I S. 220) i. d. F. des Gesetzes vom 29.11.2021 (Amtsbl. I S. 2487_2)][vgl. BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 28, mit weiterem Hinweis auf § 28a Abs. 8 IfSG und § 1 Abs. 1 des saarländischen COVID-19-Maßnahmengesetzes vom 22.1.2021 (Amtsbl. I S. 220) i. d. F. des Gesetzes vom 29.11.2021 (Amtsbl. I S. 2487_2)].

    Entsprechende Anhaltspunkte gegen die Heranziehung der genannten Gesetzesvorschriften als Grundlage für den Erlass des § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP sind weder vorgetragen noch ersichtlich.[vgl. BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 28][vgl. BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 28].

    I S. 2740 ff.] und begründet[vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 25][vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 25].

    Es genügt, wenn sich mithilfe der anerkannten Auslegungsregeln feststellen lässt, unter welchen tatbestandlichen Voraussetzungen die Rechtsfolge eintreten soll.[stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 27.4.2022 - 1 BvR 2649/21 - BVerfGE 161, 299, Rn. 142 m. w. N.; BVerwG, Urteile vom 15.2.2024 - 3 CN 17/22 -, juris, Rn. 21, und vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 40][stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 27.4.2022 - 1 BvR 2649/21 - BVerfGE 161, 299, Rn. 142 m. w. N.; BVerwG, Urteile vom 15.2.2024 - 3 CN 17/22 -, juris, Rn. 21, und vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 40].

    Einzelne soziale, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Bereiche, die für die Allgemeinheit von besonderer Bedeutung sind, können dabei von den Schutzmaßnahmen ausgenommen werden, soweit ihre Einbeziehung zur Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-2019) nicht zwingend erforderlich ist (vgl. § 28a Abs. 7 Satz 3 i. V. m. Abs. 6 Satz 3 IfSG).[siehe hierzu auch BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 21][siehe hierzu auch BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 21].

    Soweit die Antragstellerinnen eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung darin erblicken, dass Einzelhandelsgeschäfte mit Mischsortiment - wie SB-Warenhäuser, Vollsortimentgeschäfte, Discounter und Supermärkte -, in deren gesamtem Warenangebot der von der 2G-Regelung ausgenommene (privilegierte) Sortimentsteil wesentlich überwog, von der 2G-Zugangsbeschränkung ausgenommen waren und auch die nicht von der Ausnahme erfassten Sortimentsteile (einschließlich Elektronikartikel) ohne Zugangsbeschränkung anbieten durften, während Mischsortimenter oder spezialisierte Fachgeschäfte - wie die der Antragstellerinnen - ohne einen überwiegenden privilegierten Sortimentsteil nicht von der 2G-Regelung ausgenommen waren und damit solche Sortimentsteile nur mit 2G-Zugangsbeschränkung anbieten durften, kann dem nicht gefolgt werden.[zur Vergleichbarkeit der beiden Ladengeschäfte (des Einzelhandels) siehe bereits BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 17 f.][zur Vergleichbarkeit der beiden Ladengeschäfte (des Einzelhandels) siehe bereits BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 17 f.] Diese Differenzierung findet ebenfalls eine sachliche - infektiologisch bedeutsame[vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 22][vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 22] - Rechtfertigung.

    Dass bei einer späteren gerichtlichen Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Vorschriften allein die "allgemeine Begründung" heranzuziehen sein sollte, sei fernliegend.[vgl. hierzu ausführlich BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 25][vgl. hierzu ausführlich BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 25] In der Gesetzesbegründung ist hierzu ausgeführt, es sei zu erläutern, in welcher Weise die Schutzmaßnahmen im Rahmen eines Gesamtkonzepts der Infektionsbekämpfung dienten; eine empirische und umfassende Erläuterung sei nicht geschuldet.[vgl. BT-Drs.

    Auf der einen Seite berücksichtigt sie den Umstand, dass das Bundesverwaltungsgericht die Revision des Antragsgegners betreffend § 6 Abs. 1 Nr. 7 VO-CP vom 30.12.2021 und § 6 Abs. 1 Nr. 6 VO-CP vom 12.1.2022 als unbegründet zurückgewiesen hat, so dass die Antragstellerinnen diesbezüglich erstinstanzlich obsiegt haben, sie aber auf der anderen Seite im hiesigen, § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP betreffenden Verfahren unterlegen sind.[vgl. BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 44, wonach die Kostenentscheidung insgesamt der Schlussentscheidung vorbehalten war][vgl. BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 8/22 -, juris, Rn. 44, wonach die Kostenentscheidung insgesamt der Schlussentscheidung vorbehalten war].

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 28.12.2021 - 13 B 1928/21

    Verhältnismäßigkeit der Beschränkung des Zugangs zu Ladengeschäften und Märkten …

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Die Infektionsgefährdung wurde für die Gruppe der Ungeimpften als sehr hoch, für die Gruppen der Genesen und Geimpften mit Grundimmunisierung (zweimalige Impfung) als hoch und für die Gruppe der Geimpften mit Auffrischimpfung (dreimalige Impfung) als moderat eingestuft.[vgl. RKI, Risikobewertung zu COVID-19 (Stand: 20.12.2021), zitiert bei OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 93 f.][vgl. RKI, Risikobewertung zu COVID-19 (Stand: 20.12.2021), zitiert bei OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 93 f.] Dies entspricht der Risikoeinschätzung des RKI im Wöchentlichen Lagebericht zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) vom 30.12.2021.[vgl. Anlage B1 des Schriftsatzes des Prozessbevollmächtigten des Antragsgegners vom 31.7.2025][vgl. Anlage B1 des Schriftsatzes des Prozessbevollmächtigten des Antragsgegners vom 31.7.2025].

    Vielmehr war nach der benannten Stellungnahme des Expertenrats der Bundesregierung davon auszugehen, dass die Immunisierung auch im Falle einer Infektion mit der Omikron-Variante jedenfalls teilweise Schutz vor schwerer Erkrankung mit COVID-19 bieten würde.[vgl. "Erste Stellungnahme des Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19 - Einordnung und Konsequenzen der Omikronwelle" vom 19.12.2021, S. 1, a. a. O.][vgl. "Erste Stellungnahme des Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19 - Einordnung und Konsequenzen der Omikronwelle" vom 19.12.2021, S. 1, a. a. O.] Hiervon ausgehend trugen die streitgegenständlichen Maßnahmen zu einer Schonung der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten bei.[vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 37; OVG Thüringen, Beschluss vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 96; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 31 ff.][vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 37; OVG Thüringen, Beschluss vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 96; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 31 ff.].

    Insbesondere ist bereits fraglich, ob es sich bei dem von den Antragstellerinnen angeführten verpflichtenden Tragen von (qualifizierten) FFP2- oder KN95-Masken in Innenräumen des Einzelhandels (ggf. in Verbindung mit einem strengen Hygienekonzept) tatsächlich um ein milderes Mittel handelt, da hierdurch implizit auch der bereits immunisierte Bevölkerungsanteil zum Erwerb teurer FFP2- oder KN95-Masken verpflichtet gewesen wäre.[vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 45; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 73][vgl. OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 45; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 73] Jedenfalls wäre eine Pflicht zum Tragen dieser Masken nicht in gleicher Weise zur Zweckerreichung geeignet gewesen.

    Hierdurch ließe sich die Gefahr der Virusübertragung auf nicht immunisierte Personen (jedenfalls nach damaligem Kenntnisstand) zwar vermindern, aber - anders als bei der durch die Zugangsbeschränkung bewirkten vollständigen Kontaktvermeidung - nicht ausschließen.[vgl. OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 75 ff.; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 29][vgl. OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 75 ff.; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 29] Das diesem Unterschied innewohnende Risiko konnte der Verordnungsgeber angesichts der gefährdeten Rechtsgüter als erheblich einstufen.

    Dasselbe gilt hinsichtlich der von ihnen eingereichten MODUS-COVID Berichte vom 11.9.2020, vom 5.2.2021 und vom 19.3.2021 oder der von ihnen erwähnten Stellungnahme von Nagel und Müller (Teil des MODUS-COVID Teams), die diese im Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht zur sog. Bundesnotbremse eingereicht haben.[vgl. hierzu OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 55 ff. und 77][vgl. hierzu OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 55 ff. und 77] Wenn die Antragstellerinnen auf den MODUS-COVID Bericht vom 17.12.2021 verweisen, wonach abermals auf den erhöhten Schutzfaktor von FFP2-Masken hingewiesen worden sei, die 80 % des viralen Materials auch bei Verwendung durch Laien filterten und Infektionen nahezu um den Faktor 10 reduzierten, ergibt sich bereits aus diesen Ausführungen, dass das Tragen von solchen Masken jedenfalls keine gleiche Eignung wie der durch die 2G-Regelung bewirkte vollständige Kontaktausschluss nicht geimpfter und/oder genesener Kunden im Einzelhandel aufweist.

    Der Anteil der tatsächlich vom Zugang zu Geschäften des nicht privilegierten Einzelhandels ausgeschlossenen Personen dürfte damit insgesamt erheblich reduziert gewesen sein.[vgl. bereits OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 34; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 98 ff.; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 52][vgl. bereits OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 34; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 98 ff.; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 52] Ihre Geschäftstätigkeit war den Antragstellerinnen jedenfalls keineswegs in Gänze entzogen.

    Wie gesehen schätzte das RKI die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein.[vgl. RKI, Risikobewertung zu COVID-19 (Stand: 20.12.2021), zitiert bei OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 93 f., sowie S. 3 des Wöchentlichen Lageberichts des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) vom 30.12.2021, a. a. O.][vgl. RKI, Risikobewertung zu COVID-19 (Stand: 20.12.2021), zitiert bei OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 93 f., sowie S. 3 des Wöchentlichen Lageberichts des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) vom 30.12.2021, a. a. O.] Hierauf basierend hat der Verordnungsgeber mit den Regelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP einen angemessenen Ausgleich zwischen dem Gewicht der benannten Grundrechtseingriffe und den besonders bedeutsamen Gemeinwohlbelangen gefunden.

    Hinzu kommt, dass den Betroffenen weiterhin die Möglichkeit des Erwerbs von Waren im Rahmen des - auch von den Antragstellerinnen angebotenen - Onlinehandels oder im Rahmen von Abhol- und Lieferdiensten eröffnet war.[so bereits OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 53; siehe hierzu auch OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 101 ff.][so bereits OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 53; siehe hierzu auch OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 101 ff.].

    Unabhängig davon, dass deren Angebote häufig unter freiem Himmel stattfinden, so dass insoweit schon kein wesensgleicher Sachverhalt zu den Elektronikfachmärkten der Antragstellerinnen vorliegen dürfte, ist für diesen Bereich ein saisonal neu entstehender Bedarf anzuerkennen, für den - anders als bei Elektronikartikeln - nicht auf Anschaffungen aus dem Vorjahr zurückgegriffen werden kann.[vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 56; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 118 und 112 (unter Verweis auf die Ausnahmeregelungen der sog. Bundesnotbremse); siehe hierzu auch VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 125 f.][vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 56; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 118 und 112 (unter Verweis auf die Ausnahmeregelungen der sog. Bundesnotbremse); siehe hierzu auch VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 125 f.] Von der Schließungsanordnung ausgenommen waren auch "Abholangebote und Lieferdienste einschließlich solcher des Online-Handels" (vgl. § 6 Abs. 1 Nr. 7 Satz 1 Halbsatz 2 VO-CP), bei denen Kontakte und die damit zusammenhängende Ansteckungsgefahr minimiert waren.

    Dies wäre jedenfalls anders, wenn nicht geimpfte oder genesene Personen für derartige Besorgungen eine weitere Verkaufsstelle des nicht privilegierten Einzelhandels aufsuchen würden.[vgl. bereits OVG Thüringen, Beschlüsse vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 123, und vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 95; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 43; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 58; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 128 f.; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 121][vgl. bereits OVG Thüringen, Beschlüsse vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 123, und vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 95; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 43; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 58; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 128 f.; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 121].

  • BVerfG, 19.11.2021 - 1 BvR 781/21

    Verfassungsbeschwerden betreffend Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Vierten …

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Rn. 87 Die Annahme des Verordnungsgebers, dass die angestrebten Ziele ohne die erlassenen Verbote gefährdet und überdies die Gefahr - insbesondere wegen einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems - dringlich war, hatte eine tragfähige tatsächliche Grundlage.[vgl. zu diesem Erfordernis BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 177; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 52][vgl. zu diesem Erfordernis BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 177; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 52].

    Die sachliche Gleichwertigkeit der alternativen Maßnahme zur Zweckerreichung muss dafür in jeder Hinsicht eindeutig feststehen.[stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 203 m. w. N.; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 63][stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 203 m. w. N.; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 -, juris, Rn. 63] Dient der Eingriff dem Schutz gewichtiger verfassungsrechtlicher Güter und ist es dem Gesetzgeber angesichts der tatsächlichen Unsicherheiten nur begrenzt möglich, sich ein hinreichend sicheres Bild zu machen, ist die verfassungsgerichtliche Prüfung auf die Vertretbarkeit der gesetzgeberischen Eignungsprognose beschränkt.[vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 204][vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 204].

    Rn. 122 Angesichts der auch im hier maßgeblichen Zeitraum noch fehlenden (weitergehenden) Erfahrungen mit dem SARS-CoV-2-Virus und den Wirkungen von Schutzmaßnahmen stand dem Verordnungsgeber bei der Beurteilung der Erforderlichkeit von Schutznahmen ein tatsächlicher Einschätzungsspielraum zu, der sich darauf bezog, die Wirkung der von ihm gewählten Maßnahmen im Vergleich zu anderen, weniger belastenden Maßnahmen zu prognostizieren.[vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 204][vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 204] Die Einschätzung des Verordnungsgebers muss indes auf ausreichend tragfähigen Grundlagen beruhen, wobei das Ergebnis der anzustellenden Prognose - das der gerichtlichen Überprüfung unterliegt - einleuchtend begründet und plausibel sein muss.

    Rn. 128 Die Angemessenheit und damit die Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne erfordern, dass der mit der Maßnahme verfolgte Zweck und die zu erwartende Zweckerreichung nicht außer Verhältnis zu der Schwere des Eingriffs stehen.[stRspr, vgl. u. a. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 216 m. w. N.][stRspr, vgl. u. a. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 216 m. w. N.] In einer Abwägung sind Reichweite und Gewicht des Eingriffs in Grundrechte einerseits und die Bedeutung der Maßnahme für die Zweckerreichung andererseits gegenüberzustellen.

    Die Rechtsgüter Leben und Gesundheit haben eine überragende Bedeutung (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG).[stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 231 m. w. N.; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 32][stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 231 m. w. N.; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 32] In die Abwägung einzustellen sind hier auch die Interessen anderer Grundrechtsträger daran, die nicht privilegierten Einzelhandelsbetriebe in einer möglichst sicheren Umgebung in Anspruch nehmen zu können und sich dort - im eigenen Interesse und im Interesse von Angehörigen insbesondere vulnerabler Gruppen - nicht zu infizieren.[vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 98][vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 98].

    I vom 22.12.2021, S. 2755, und BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 -, juris, Rn. 228; siehe hierzu auch NdsOVG, Urteil vom 1.6.2023 - 14 KN 36/22 -, juris, Rn. 142 ff., OVG Thüringen, Beschluss vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 91 ff., und OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 183 ff.][vgl. etwa die allgemeine Begründung in Amtsbl.

    I vom 22.12.2021, S. 2755, und BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 -, juris, Rn. 228; siehe hierzu auch NdsOVG, Urteil vom 1.6.2023 - 14 KN 36/22 -, juris, Rn. 142 ff., OVG Thüringen, Beschluss vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 91 ff., und OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 183 ff.] Zu berücksichtigen war hierbei auch, dass die durch § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP vorgegebenen kontrollpflichtigen Zugangsbeschränkungen in ein plausibles Schutzkonzept eingebunden waren, das neben den Beschränkungen des Einzelhandels u. a. das Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum (§ 4 VO-CP), den Grundsatz der Kontaktbeschränkung (§ 4a VO-CP) sowie die Einführung von 2G-Plus-Zugangsbeschränkungen für das Gaststättengewerbe und Einrichtungen in den Bereichen Kultur und Freizeit (§ 6 Abs. 2 VO-CP) umfasste, wobei die streitbezogenen Maßnahmen ein wichtiges Mittel zur Zielerreichung waren.

  • BVerwG, 16.05.2023 - 3 CN 6.22

    Schließung von Einrichtungen des Freizeitsports mit zugelassener Ausnahme durch …

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Rn. 80 Eine notwendige Schutzmaßnahme liegt vor, wenn sie an dem Ziel ausgerichtet ist, die Verbreitung der Krankheit zu verhindern (vgl. aa.) und sie darüber hinaus verhältnismäßig ist, d. h. geeignet und erforderlich sowie verhältnismäßig im engeren Sinne (vgl. bb.).[vgl. u. a. BVerwG, Urteile vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 54, und vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 12 und 33; siehe bereits Urteil des Senats vom 10.7.2024 - 2 C 14/24 -, juris, Rn. 35][vgl. u. a. BVerwG, Urteile vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 54, und vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 12 und 33; siehe bereits Urteil des Senats vom 10.7.2024 - 2 C 14/24 -, juris, Rn. 35].

    Das Gericht hat nicht eigene prognostische Erwägungen anzustellen, sondern die Rechtmäßigkeit der Prognose des Verordnungsgebers zu überprüfen.[vgl. BVerwG, Urteile vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 17, und vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 63 ff.; siehe auch Urteil des Senats vom 10.7.2024 - 2 C 14/24 -, juris, Rn. 46][vgl. BVerwG, Urteile vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 17, und vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 63 ff.; siehe auch Urteil des Senats vom 10.7.2024 - 2 C 14/24 -, juris, Rn. 46].

    Gleichwohl verminderten Hilfsprogramme die Wahrscheinlichkeit einer existenzbedrohenden Lage und unterstützten die Betroffenen darin, die ausgeübte Tätigkeit künftig weiterhin wirtschaftlich ausüben zu können.[vgl. BVerwG, Urteile vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 - juris, Rn. 82 f., und vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 69, jeweils m. w. N.; siehe hierzu auch: Bundesministerium der Finanzen, Monatsbericht Februar 2021, abrufbar unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Monatsberichte/2021/02.pdf?*blob=publicationFile&v=1, zuletzt besucht am 11.9.2025][vgl. BVerwG, Urteile vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 - juris, Rn. 82 f., und vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 69, jeweils m. w. N.; siehe hierzu auch: Bundesministerium der Finanzen, Monatsbericht Februar 2021, abrufbar unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Monatsberichte/2021/02.pdf?*blob=publicationFile&v=1, zuletzt besucht am 11.9.2025] In die Abwägung war zudem einzustellen, dass der überwiegende Anteil der potentiellen Kunden weiterhin zum Betreten der Verkaufsstätten des nicht privilegierten Einzelhandels berechtigt war, was die wirtschaftlichen Folgen der Zugangsbeschränkungen zusätzlich erheblich abgemildert haben dürfte.

    Diese bedürfen jedoch stets der Rechtfertigung durch Sachgründe, die dem Differenzierungsziel und dem Ausmaß der Ungleichbehandlung angemessen sind.[vgl. BVerwG, Urteile vom 25.7.2024 - 3 CN 3/22 -, juris, Rn. 45, vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 75, und vom 18.4.2024 - 3 CN 7/22 -, juris, Rn. 14, jeweils m. w. N.][vgl. BVerwG, Urteile vom 25.7.2024 - 3 CN 3/22 -, juris, Rn. 45, vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 75, und vom 18.4.2024 - 3 CN 7/22 -, juris, Rn. 14, jeweils m. w. N.].

    Insoweit gilt ein stufenloser, am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit orientierter verfassungsrechtlicher Prüfungsmaßstab, dessen Inhalt und Grenzen sich nicht abstrakt, sondern nur nach den jeweils betroffenen unterschiedlichen Sach- und Regelungsbereichen bestimmen lassen.[vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 21.7.2010 - 1 BvR 611/07 u. a. -, juris, Rn. 78 f., vom 21.6.2011 - 1 BvR 2035/07 -, juris, Rn. 63 ff., vom 18.7.2012 - 1 BvL 16/11 -, juris, Rn. 30 f., und vom 21.7.2022 - 1 BvR 469/20 u. a. -, juris, Rn. 155 f.; BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 75][vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 21.7.2010 - 1 BvR 611/07 u. a. -, juris, Rn. 78 f., vom 21.6.2011 - 1 BvR 2035/07 -, juris, Rn. 63 ff., vom 18.7.2012 - 1 BvL 16/11 -, juris, Rn. 30 f., und vom 21.7.2022 - 1 BvR 469/20 u. a. -, juris, Rn. 155 f.; BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 75] Art. 3 Abs. 1 GG ist jedenfalls dann verletzt, wenn sich ein vernünftiger, sich aus der Natur der Sache ergebender oder sonst wie sachlich einleuchtender Grund für eine gesetzliche Differenzierung oder Gleichbehandlung nicht finden lässt.

    In diesem Zusammenhang steht ihm auch eine Typisierungsbefugnis zu.[vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 84 (zur Differenzierung von Handel auf der einen und Freizeitgestaltung auf der anderen Seite); siehe auch BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 12/22 -, juris, Rn. 18][vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 84 (zur Differenzierung von Handel auf der einen und Freizeitgestaltung auf der anderen Seite); siehe auch BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 12/22 -, juris, Rn. 18] Daraus folgt wiederum, dass der Verordnungsgeber grundsätzlich bestimmte Geschäfte des Einzelhandels privilegieren durfte.[vgl. OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 306 f. m. w. N.][vgl. OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 306 f. m. w. N.].

  • BVerwG, 16.05.2023 - 3 CN 5.22

    Schließung von Gastronomiebetrieben Ende Oktober 2020 auf der Grundlage der …

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Darüber hinaus muss er ein berechtigtes Interesse an der Feststellung haben, dass die Rechtsvorschrift unwirksam war (vgl. b.).[stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 10, unter Hinweis auf das Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 - NVwZ 2023, 1000, Rn. 9 m. w. N.][stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 10, unter Hinweis auf das Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 1/21 - NVwZ 2023, 1000, Rn. 9 m. w. N.] Hiervon ist vorliegend auszugehen.

    Auf der Grundlage ihres Vortrags erscheint es möglich, dass sie durch die in § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP angeordneten 2G-Zugangsbeschränkungen für ihre Ladengeschäfte und die damit verbundenen Kontrollpflichten jedenfalls in ihrem durch Art. 12 Abs. 1 i. V. m. Art. 19 Abs. 3 GG geschützten Recht der Berufsausübungsfreiheit verletzt wurden.[vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 12, zu § 7 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie (VO-CP) vom 30.10.2020 (Amtsbl. I S. 1049), der den Betrieb eines Gaststättengewerbes nach dem saarländischen Gaststättengesetz und den Betrieb sonstiger Gastronomiebetriebe jeder Art untersagte][vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 12, zu § 7 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie (VO-CP) vom 30.10.2020 (Amtsbl. I S. 1049), der den Betrieb eines Gaststättengewerbes nach dem saarländischen Gaststättengesetz und den Betrieb sonstiger Gastronomiebetriebe jeder Art untersagte] Ob daneben ein Verstoß gegen Art. 14 Abs. 1 GG in Gestalt des Rechts am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb denkbar sein könnte, kann hier angesichts der möglichen Verletzung der Berufsfreiheit offen bleiben.

    Eine finanzielle Kompensation kann für sich genommen dem Bedeutungsgehalt des Rechts aus Art. 12 Abs. 1 GG nicht gerecht werden und die Prüfung der Rechtmäßigkeit der Vorschriften nicht erübrigen.[vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 16, unter Hinweis auf BVerfG, Kammerbeschluss vom 23.3.2022 - 1 BvR 1295/21 - NJW 2022, 1672 Rn. 28][vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 16, unter Hinweis auf BVerfG, Kammerbeschluss vom 23.3.2022 - 1 BvR 1295/21 - NJW 2022, 1672 Rn. 28].

    Das Feststellungsinteresse wegen eines gewichtigen Grundrechtseingriffs und das Feststellungsinteresse wegen einer präjudiziellen Wirkung für eine beabsichtigte Schadensersatz- oder Entschädigungsklage stehen unabhängig nebeneinander.[vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 17][vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 17].

    Nutzungs- und Verfügungsbeschränkungen können daher keine Enteignung sein, selbst wenn sie die Nutzung des Eigentums nahezu oder völlig entwerten.[vgl. BVerwG, Urteile vom 16.5.2023 - 3 CN 4/22 -, juris, Rn. 63, und - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 60, jeweils m. w. N., sowie OVG NRW, Urteil vom 29.5.2024 - 13 D 238/20.NE -, juris, Rn. 211 f.][vgl. BVerwG, Urteile vom 16.5.2023 - 3 CN 4/22 -, juris, Rn. 63, und - 3 CN 5/22 -, juris, Rn. 60, jeweils m. w. N., sowie OVG NRW, Urteil vom 29.5.2024 - 13 D 238/20.NE -, juris, Rn. 211 f.].

  • OVG Schleswig-Holstein, 14.12.2021 - 3 MR 31/21

    Corona: 2G-Regelung hält gerichtlicher Überprüfung vorerst stand

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Hierdurch ließe sich die Gefahr der Virusübertragung auf nicht immunisierte Personen (jedenfalls nach damaligem Kenntnisstand) zwar vermindern, aber - anders als bei der durch die Zugangsbeschränkung bewirkten vollständigen Kontaktvermeidung - nicht ausschließen.[vgl. OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 75 ff.; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 29][vgl. OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 75 ff.; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 29] Das diesem Unterschied innewohnende Risiko konnte der Verordnungsgeber angesichts der gefährdeten Rechtsgüter als erheblich einstufen.

    Im Übrigen war der Verordnungsgeber nicht darauf beschränkt, nur in den Bereichen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen, die in der Vergangenheit eindeutig bereits als typische "Treiber" der Pandemie identifiziert wurden.[vgl. OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 30][vgl. OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 30] Insofern ist für die Erforderlichkeit der Maßnahme jedenfalls mitentscheidend, dass die Beschränkung des Kundenzugangs zu den nicht privilegierten Einzelhandelsgeschäften auf im Grundsatz geimpfte oder genesene Personen die Bewegungsströme der Ungeimpften einschränkte und somit die mit dem Aufenthalt in Geschäften in Zusammenhang stehenden Sozialkontakte reduziert wurden.[vgl. OVG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 11.1.2022 - 3 R 216/21 -, juris, Rn. 60 m. w. N.][vgl. OVG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 11.1.2022 - 3 R 216/21 -, juris, Rn. 60 m. w. N.].

    Der Anteil der tatsächlich vom Zugang zu Geschäften des nicht privilegierten Einzelhandels ausgeschlossenen Personen dürfte damit insgesamt erheblich reduziert gewesen sein.[vgl. bereits OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 34; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 98 ff.; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 52][vgl. bereits OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 34; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 98 ff.; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 52] Ihre Geschäftstätigkeit war den Antragstellerinnen jedenfalls keineswegs in Gänze entzogen.

    Ein solcher spontan auftretender Bedarf kann durch kurzfristiges Verweilen in dortigen Geschäften effektiv gedeckt werden.[vgl. OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 41][vgl. OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 41] Entsprechendes gilt für die in lit. m ausgenommenen Blumengeschäfte, Gärtnereien, Gartenmärkte, Baumschulen und Verkaufsstätten für Weihnachtsmärkte.

    Dies wäre jedenfalls anders, wenn nicht geimpfte oder genesene Personen für derartige Besorgungen eine weitere Verkaufsstelle des nicht privilegierten Einzelhandels aufsuchen würden.[vgl. bereits OVG Thüringen, Beschlüsse vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 123, und vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 95; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 43; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 58; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 128 f.; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 121][vgl. bereits OVG Thüringen, Beschlüsse vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 123, und vom 30.12.2021 - 3 EN 775/21 -, juris, Rn. 95; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 14.12.2021 - 3 MR 31/21 -, juris, Rn. 43; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.12.2021 - 11 S 109/21 -, juris, Rn. 58; OVG Bremen, Beschluss vom 4.1.2022 - 1 B 479/21 -, juris, Rn. 54; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 128 f.; OVG NRW, Beschluss vom 28.12.2021 - 13 B 1928/21.NE -, juris, Rn. 121].

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 05.03.2025 - 13 D 48/21

    Untersagung des Betriebs von nicht in § 11 Abs. 1 CoronaSchVO genannten …

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    I vom 22.12.2021, S. 2755, und BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 -, juris, Rn. 228; siehe hierzu auch NdsOVG, Urteil vom 1.6.2023 - 14 KN 36/22 -, juris, Rn. 142 ff., OVG Thüringen, Beschluss vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 91 ff., und OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 183 ff.][vgl. etwa die allgemeine Begründung in Amtsbl.

    I vom 22.12.2021, S. 2755, und BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 -, juris, Rn. 228; siehe hierzu auch NdsOVG, Urteil vom 1.6.2023 - 14 KN 36/22 -, juris, Rn. 142 ff., OVG Thüringen, Beschluss vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 91 ff., und OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 183 ff.] Zu berücksichtigen war hierbei auch, dass die durch § 6 Abs. 1 Nr. 7 und Abs. 3 VO-CP vorgegebenen kontrollpflichtigen Zugangsbeschränkungen in ein plausibles Schutzkonzept eingebunden waren, das neben den Beschränkungen des Einzelhandels u. a. das Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum (§ 4 VO-CP), den Grundsatz der Kontaktbeschränkung (§ 4a VO-CP) sowie die Einführung von 2G-Plus-Zugangsbeschränkungen für das Gaststättengewerbe und Einrichtungen in den Bereichen Kultur und Freizeit (§ 6 Abs. 2 VO-CP) umfasste, wobei die streitbezogenen Maßnahmen ein wichtiges Mittel zur Zielerreichung waren.

    Die Anforderungen an Rechtfertigungsgründe für gesetzliche Differenzierungen steigen bis hin zu einer strengen Verhältnismäßigkeitsprüfung, insbesondere wenn und soweit sich die Ungleichbehandlung von Personen oder Sachverhalten auf die Ausübung grundrechtlich geschützter Freiheiten auswirken kann.[vgl. OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 298][vgl. OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 298].

    Der Verordnungsgeber befand sich in einer komplexen Entscheidungssituation, in der eine Vielzahl von Belangen infektionsschutzrechtlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Art berührt waren und in der er zwangsläufig nur mit Prognosen dazu arbeiten konnte, welchen Einfluss Infektionsschutzmaßnahmen oder die Lockerung solcher Maßnahmen auf die genannten Bereiche haben werden.[vgl. OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 302; siehe auch NdsOVG, Urteil vom 1.6.2023 - 14 KN 36/22 -, juris, Rn. 153 f., und OVG Thüringen, Beschluss vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 100 ff.][vgl. OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 302; siehe auch NdsOVG, Urteil vom 1.6.2023 - 14 KN 36/22 -, juris, Rn. 153 f., und OVG Thüringen, Beschluss vom 30.10.2024 - 3 N 471/22 -, juris, Rn. 100 ff.].

    In diesem Zusammenhang steht ihm auch eine Typisierungsbefugnis zu.[vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 84 (zur Differenzierung von Handel auf der einen und Freizeitgestaltung auf der anderen Seite); siehe auch BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 12/22 -, juris, Rn. 18][vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 84 (zur Differenzierung von Handel auf der einen und Freizeitgestaltung auf der anderen Seite); siehe auch BVerwG, Urteil vom 18.4.2024 - 3 CN 12/22 -, juris, Rn. 18] Daraus folgt wiederum, dass der Verordnungsgeber grundsätzlich bestimmte Geschäfte des Einzelhandels privilegieren durfte.[vgl. OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 306 f. m. w. N.][vgl. OVG NRW, Urteil vom 5.3.2025 - 13 D 48/21.NE -, juris, Rn. 306 f. m. w. N.].

  • BVerwG, 22.11.2022 - 3 CN 2.21

    Corona-Verordnungen: Ausgangsbeschränkung in Bayern war unverhältnismäßig

    Auszug aus OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24
    Rn. 80 Eine notwendige Schutzmaßnahme liegt vor, wenn sie an dem Ziel ausgerichtet ist, die Verbreitung der Krankheit zu verhindern (vgl. aa.) und sie darüber hinaus verhältnismäßig ist, d. h. geeignet und erforderlich sowie verhältnismäßig im engeren Sinne (vgl. bb.).[vgl. u. a. BVerwG, Urteile vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 54, und vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 12 und 33; siehe bereits Urteil des Senats vom 10.7.2024 - 2 C 14/24 -, juris, Rn. 35][vgl. u. a. BVerwG, Urteile vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 54, und vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 12 und 33; siehe bereits Urteil des Senats vom 10.7.2024 - 2 C 14/24 -, juris, Rn. 35].

    Maßgebend sind die Anforderungen, die sich in der konkreten Entscheidungssituation aus dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ergeben haben.[vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 12][vgl. BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 12].

    Das Gericht hat nicht eigene prognostische Erwägungen anzustellen, sondern die Rechtmäßigkeit der Prognose des Verordnungsgebers zu überprüfen.[vgl. BVerwG, Urteile vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 17, und vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 63 ff.; siehe auch Urteil des Senats vom 10.7.2024 - 2 C 14/24 -, juris, Rn. 46][vgl. BVerwG, Urteile vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 17, und vom 16.5.2023 - 3 CN 6/22 -, juris, Rn. 63 ff.; siehe auch Urteil des Senats vom 10.7.2024 - 2 C 14/24 -, juris, Rn. 46].

    Die Rechtsgüter Leben und Gesundheit haben eine überragende Bedeutung (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG).[stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 231 m. w. N.; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 32][stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u. a. -, juris, Rn. 231 m. w. N.; BVerwG, Urteil vom 22.11.2022 - 3 CN 2/21 -, juris, Rn. 32] In die Abwägung einzustellen sind hier auch die Interessen anderer Grundrechtsträger daran, die nicht privilegierten Einzelhandelsbetriebe in einer möglichst sicheren Umgebung in Anspruch nehmen zu können und sich dort - im eigenen Interesse und im Interesse von Angehörigen insbesondere vulnerabler Gruppen - nicht zu infizieren.[vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 98][vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.1.2022 - 1 S 3781/21 -, juris, Rn. 98].

  • BVerwG, 25.07.2024 - 3 CN 3.22

    Verbot der Öffnung von Einzelhandelsgeschäften mit mehr als 800 qm Verkaufsfläche …

  • OVG Niedersachsen, 01.06.2023 - 14 KN 36/22

    Einzelhandel; allgemeiner Gleichheitsgrundsatz; Infektionsschutz; Mischsortiment; …

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 29.05.2024 - 13 D 238/20

    Verhältnismäßigkeit des Verbots des Betriebs gastronomischer Einrichtungen und …

  • OVG Thüringen, 30.10.2024 - 3 N 471/22

    Corona-Pandemie: Schließung von Elektronikfachmärkten im Frühjahr 2021

  • VGH Baden-Württemberg, 11.01.2022 - 1 S 3781/21

    Normenkontrollantrag; Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie; Einzelhandel; …

  • OVG Saarland, 10.07.2024 - 2 C 14/24

    Corona-Krise; 2G-Plus-Regelung bei Friseurbesuchen im Saarland während der 5. …

  • OVG Saarland, 21.07.2022 - 2 C 294/21

    (Rechtswidrigkeit der CoronaVV SL 2021ah § 6 Abs 1 Nr 7 und der CoronaVV SL, …

  • BVerfG, 06.12.2016 - 1 BvR 2821/11

    Die Dreizehnte Novelle des Atomgesetzes ist im Wesentlichen mit dem Grundgesetz …

  • BVerwG, 16.05.2023 - 3 CN 4.22

    Schließung von Gastronomiebetrieben Ende Oktober 2020 auf der Grundlage der …

  • OVG Sachsen, 16.12.2021 - 3 C 20/20

    Corona; Versammlung; Mindestabstand; Genehmigung

  • OVG Berlin-Brandenburg, 30.12.2021 - 11 S 109.21

    Corona-Krise; 2G-Kontrollpflicht im Einzelhandel; Brandenburg

  • OVG Niedersachsen, 25.11.2021 - 13 KN 389/20

    Corona; Fitnessstudio; Maskenpflicht; Normenkontrolle

  • OVG Thüringen, 30.12.2021 - 3 EN 775/21

    2G-Plus-Zugangsbeschränkungen im Einzelhandel während der sog. 4. Welle der …

  • OVG Saarland, 21.01.2022 - 2 B 295/21

    "2G-Regel" für Einzelhandel im Saarland außer Vollzug gesetzt

  • BVerwG, 24.01.2019 - 3 C 7.17

    Zum Anspruch eines Grundstückseigentümers auf Anordnung eines Parkverbots auf der …

  • BVerfG, 27.04.2022 - 1 BvR 2649/21

    Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen die Pflicht zum Nachweis einer Impfung …

  • BGH, 17.03.2022 - III ZR 79/21

    Keine Staatshaftung für coronabedingte flächendeckende Betriebsschließungen im …

  • BVerfG, 21.07.2022 - 1 BvR 469/20

    Erfolglose Verfassungsbeschwerden gegen die Pflicht zum Nachweis einer Impfung …

  • BVerfG, 21.07.2010 - 1 BvR 611/07

    Steuerliche Diskriminierung eingetragener Lebenspartnerschaften

  • BVerwG, 12.11.2020 - 2 C 5.19

    Kopftuchverbot für Rechtsreferendarin nur auf gesetzlicher Grundlage

  • BVerfG, 03.03.2004 - 1 BvR 461/03

    Rechtsschutzinteresse

  • BVerfG, 30.06.2020 - 1 BvR 1679/17

    Verfassungsbeschwerden gegen Windenergie-auf-See-Gesetz wegen fehlender …

  • BVerfG, 21.06.2011 - 1 BvR 2035/07

    Mediziner-BAföG

  • BVerfG, 18.07.2012 - 1 BvL 16/11

    Ungleichbehandlung von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern im …

  • BVerfG, 23.03.2022 - 1 BvR 1295/21

    Verfassungsbeschwerde gegen die Gastronomiebeschränkungen durch die …

  • BVerwG, 21.06.2023 - 3 CN 1.22

    Untersagung von Versammlungen durch die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom …

  • BVerfG, 29.09.2022 - 1 BvR 2380/21

    Tierarztvorbehalt für die Anwendung nicht verschreibungspflichtiger …

  • BGH, 11.05.2023 - III ZR 41/22

    Sechswöchige Betriebsuntersagung für Frisörgeschäfte im Frühjahr 2020 ("erster …

  • BVerfG, 11.04.2018 - 2 BvR 2601/17

    Zulässigkeit der weiteren Beschwerde gegen einen aufgehobenen oder gegenstandslos …

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 22.12.2021 - 13 B 1858/21

    Eilantrag gegen 2G-Regelung im Einzelhandel ohne Erfolg

  • BVerwG, 22.08.2005 - 6 BN 1.05

    Universität; Hochschule; Hochschullehrer; Professor; emeritierter Professor; …

  • BVerwG, 17.01.2001 - 6 CN 4.00

    Antragsbefugnis; Bergrecht; Bewilligung; Kiesabbau; Landschaftsschutzverordnung; …

  • BVerfG, 26.01.2021 - 2 BvR 676/20

    Vollzug der Sicherungsverwahrung (Änderung der Aufschlusszeiten; Recht auf …

  • BVerwG, 28.07.2022 - 3 BN 8.21

    Zulässigkeit eines Normenkontrollantrags nach Außerkrafttreten der Norm

  • BVerwG, 18.04.2024 - 3 CN 7.22

    Corona-Pandemie: Oberverwaltungsgericht des Saarlandes muss erneut über die …

  • OVG Saarland, 27.12.2021 - 2 B 282/21

    Corona-Maßnahmen im Einzelhandel (2G, Mischsortimentsklausel)

  • BVerwG, 18.04.2024 - 3 CN 12.22

    Corona-Pandemie: Oberverwaltungsgericht des Saarlandes muss erneut über die …

  • BVerwG, 15.02.2024 - 3 CN 17.22

    Betriebsuntersagungen anlässlich der Corona-Pandemie

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 22.09.2022 - 13 D 38/20

    Untersagung des Betriebs von Handelseinrichtungen mit einer Verkaufsfläche von …

  • OVG Sachsen-Anhalt, 11.01.2022 - 3 R 216/21

    Vorläufiger Rechtsschutz gegen das "2-G-Zugangsmodell" für nicht privilegierte …

  • OVG Thüringen, 24.01.2022 - 3 EN 804/21

    Corona-Krise; (4. Welle/5. Welle): Pflicht zur Kontrolle der 2G-Nachweise im …

  • OVG Saarland, 15.09.2022 - 2 C 121/20

    Untersagung der Öffnung von Ladenlokalen mit mehr als 800 m² Verkaufsfläche …

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 26.11.2024 - 13 D 5/22

    Normenkontrolle auf Feststellung der Unwirksamkeit der wegen der …

  • BVerwG, 17.07.2019 - 3 BN 2.18

    Antragsbefugnis eines Waldeigentümers für einen Normenkontrollantrag; Änderung …

  • BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23

    Schließung von Einzelhandel anlässlich der Corona-Pandemie

  • VerfG Brandenburg, 20.02.2026 - VfGBbg 73/21
    Ob unter dem Aspekt des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs zugleich ein Eingriff in das Eigentumsrecht aus Art. 41 Abs. 1 LV vorlag (…ablehnend betreffend das Eigentumsrecht in der jeweiligen Landesverfassung VGH BW, Urteile vom 2. Juni 2022 - 1 S 926/20 -, Rn. 228 ff., …und vom 1. Juli 2025 - 1 S 3669/21 -, Rn. 243 m.w.N., juris; SächsOVG…, Beschluss vom 6. Januar 2022 - 3 B 454/21 -, Rn. 61, juris) konnte offenbleiben, da das Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb im Verhältnis zur Berufsfreiheit jedenfalls keinen weiterreichenden Schutz gewährleistet (vgl. BVerfG…, Urteil vom 6. Dezember 2016 - 1 BvR 2821/11 u.a. -, Rn. 240, Rn. 240 m.w.N., …und Beschluss vom 30. Juni 2020 - 1 BvR 1679/17 u.a. -, Rn. 86, juris; BVerwG…, Urteil vom 16. Mai 2023 - 3 CN 4.22 -, Rn. 65 f., juris; OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 30. Dezember 2021 - OVG 11 S 109/21 -, Rn. 50 m.w.N., juris;OVG Saarland, Urteil vom 9. September 2025 - 2 C 139/24 -, Rn. 138, juris).

    Rn. 263 Die kontrollpflichtige 2G-Zugangsregelung in § 7 Abs. 1 SARS-CoVEindV stellte sich für die betroffenen Veranstalter, Betreiber und Anbieter als eine Berufsaus- übungsregel dar (vgl. zu 2G-Regelungen im Einzelhandel OVG Saarland, Urteil vom 9. September 2025 - 2 C 139/24 -, Rn. 130, juris; OVG SH…, Beschluss vom 14. Dezember 2021 - 3 MR 31/21 -, Rn. 22, juris; vgl. auch Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags, Verfassungsmäßigkeit von sogenannten 2G-Optionsmodel- len am Beispiel der Hamburger Regelung, insbesondere mit Blick auf die Berufsfreiheit der Betreiber von Publikumseinrichtungen, WD 3151/21, S. 7).

    Um die Einhaltung der Zugangsbeschränkungen sicherzustellen, bedurfte es zudem der Einrichtung einer Zutrittskontrolle, die ggf. einen erhöhten Organisations-, Personal- und Materialeinsatz und damit weiteren finanziellen Aufwand mit sich brachte (vgl. OVG Saarland, Urteilvom 9. September 2025 - 2 C 139/24 -, Rn. 130, juris).

    Die potentiellen Teilnehmer, Besucher und Kunden wurden damit jedenfalls zu einem überwiegenden Anteil nicht von dem Zutrittsverbot der 2G-Regel erfasst und waren damit weiterhin zur Teilnahme bzw. zur Inanspruchnahme der Angebote berechtigt, was die wirtschaftlichen Folgen der Zugangsbeschränkungen bereits erheblich abmilderte (vgl. OVG Saarland, Urteil vom 9. September 2025 - 2 C 139/24 -, Rn. 131, juris; OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 30. Dezember 2021 - OVG 11 S 109/21 -, Rn. 52, juris; vgl. auch Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, Verfassungsrechtliche Bewertung des Ausschlusses Ungeimpfter von Veranstaltungen und in der Gastronomie, WD 3148/21, S. 8).

    Abwägungsrelevant sind dabei auch die Interessen anderer Grundrechtsträger daran, die von der angegriffenen Norm erfassten Veranstaltungen, Einrichtungen und Angebote in einer möglichst sicheren Umgebung in Anspruch nehmen zu können und sich dort - im eigenen Interesse und im Interesse von Angehörigen insbesondere vulnerabler Gruppen - nicht zu infizieren (vgl. OVG Saarland, Urteil vom 9. September 2025 - 2 C 139/24 -, Rn. 132, juris; VGH BW…, Beschluss vom 11. Januar 2022 - 1 S 3781/21 -, Rn. 98, juris).

    Die Beschränkung von Kontakten war dabei Ausgangspunkt und übergeordneter Modus der angeordneten Maßnahmen (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 -, Rn. 228, juris; vgl. auch OVG Saarland, Urteil vom 9. September 2025 - 2 C 139/24 -, Rn. 133, juris; NdsOVG…, Urteil vom 1. Juni 2023 - 14 KN 36/22 -, Rn. 142 ff., juris; ThürOVG…, Beschluss vom 30. Oktober 2024 - 3 N 471/22 -, Rn. 91 ff., juris; und OVG NRW…, Urteil vom 5. März 2025 - 13 D 48/21.NE -, Rn. 183 ff., juris).

    Zu berücksichtigen war hierbei auch, dass die durch § 7 Abs. 1 SARS-CoVEindV vorgegebenen kontroll- pflichtigen Zugangsbeschränkungen in ein plausibles Schutzkonzept eingebunden waren (vgl. zu diesem Aspekt OVG Saarland, Urteil vom 9. September 2025 - 2 C 139/24 -, Rn. 133, juris), das neben den Beschränkungen des verpflichtenden 2G-Modells für das Gaststätten- und Gastgewerbe sowie im Bereich Kultur und Freizeit u.a. das Tragen einer medizinischen Maske außerhalb des privaten Raums (§ 4 SARS-CoVEindV), die Begrenzung der Teilnehmerzahl von privaten Zusammenkünften (§ 11 SARS-CoVEindV), die verpflichtende Umsetzung von Hygienekon- zepten in Verkaufsstätten des Groß- und Einzelhandels (§ 12 SARS-CoVEindV) sowie optionale 2G-Zugangsregelungen in weiteren Bereichen umfasste, wobei die streitigen Maßnahmen ein wichtiges Mittel zur Zielerreichung darstellten.

    Rn. 284 (b) Bei der Gewichtung dieser Beeinträchtigung war jedoch zu berücksichtigen, dass die verpflichtende 2G-Regelung keine Bereiche betraf, die der (lebens-)notwendigen Grund- und Akutversorgung zuzuordnen waren; diese war vielmehr auch für nicht- immunisierte Personen weiterhin gewährleistet (zu diesem Aspekt vgl. OVG Saarland, Urteil vom 9. September 2025 - 2 C 139/24 -, Rn. 139, juris).

  • VG Hannover, 20.08.2026 - 15 A 4583/23

    Entschädigungszahlungen für entstandene Schäden durch Betriebsschließungen und …

    Ob darüber hinaus ein Eingriff in Art. 14 Abs. 1 GG unter dem Aspekt des verfassungsrechtlichen Schutzes des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs vorliegt (verneinend: VGH Baden-Württemberg…, Urteil vom 02.06.2022 - 1 S 926/20, Rn. 228 ff. - juris; bejahend: BGH…, Urteil vom 03.08.2023 - III ZR 54/22, Rn. 36 f. - juris; Brandenburgisches Oberlandesgericht…, Urteil vom 01.06.2021 - 2 U 13/21, Rn. 78 - juris), muss nicht abschließend entschieden werden, denn ein etwaiger Schutz des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs geht vorliegend jedenfalls nicht weiter als der durch Art. 12 Abs. 1 GG gewährleistete Schutz (Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, Urteil vom 09.09.2025 - 2 C 139/24, Rn. 138 - juris).
  • OLG Stuttgart, 20.05.2026 - 4 U 168/25

    Landesrechtliche Schließungsanordnungen im Non-Food-Einzelhandel zur …

    Ob darüber hinaus ein Eingriff in Art. 14 Abs. 1 GG unter dem Aspekt des verfassungsrechtlichen Schutzes des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs vorliegt (verneinend: VGH Baden-Württemberg…, Urteil vom 02.06.2022 - 1 S 926/20 , Rn. 228 ff. - juris; bejahend: BGH…, Urteil vom 03.08.2023 - III ZR 54/22, Rn. 36 f. - juris; Brandenburgisches Oberlandesgericht…, Urteil vom 01.06.2021 - 2 U 13/21, Rn. 78 - juris), muss nicht abschließend entschieden werden, denn ein etwaiger Schutz des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs geht vorliegend jedenfalls nicht weiter als der durch Art. 12 Abs. 1 GG gewährleistete Schutz (Oberverwaltungsgericht des Saarlandes, Urteil vom 09.09.2025 - 2 C 139/24, Rn. 138 - juris).
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