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Rechtsprechung
   OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2026,21478
OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26 (https://dejure.org/2026,21478)
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 30.06.2026 - 4 U 215/26 (https://dejure.org/2026,21478)
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 30. Juni 2026 - 4 U 215/26 (https://dejure.org/2026,21478)
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Volltextveröffentlichungen (3)

  • Entscheidungsdatenbank Niedersachsen

    Schadensersatzansprüche eines Käufers eines Gebrauchtfahrzeugs gegen den Hersteller in Spanien wegen Einbaus einer unzulässigen Abschalteinrichtung

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Abgasskandal; Abschalteinrichtung; Abschaltvorrichtung; Aussetzung; Beweislast; Dieselskandal; Darlegungslast; deutsches Sachrecht; engere Verbindung; Erfahrungssatz; ex re ipsa; gewöhnlicher Aufenthalt; Hersteller; Herstellergarantie; immaterieller Schaden; ...

  • rechtsportal.de

    Abgasskandal; Abschalteinrichtung; Abschaltvorrichtung; Aussetzung; Beweislast; Dieselskandal; Darlegungslast; deutsches Sachrecht; engere Verbindung; Erfahrungssatz; ex re ipsa; gewöhnlicher Aufenthalt; Hersteller; Herstellergarantie; immaterieller Schaden; ...

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Wird zitiert von ...Zitiert selbst (37)

  • OLG Braunschweig, 26.05.2025 - 2 U 10/24

    Diesel; Dieselskandal; spanisches Recht; internationales Privatrecht; …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Bei einem geltend gemachten Anspruch gegen den Hersteller des Motors des klägerischen Fahrzeugs handelt es sich um einen außervertraglichen Anspruch in diesem Sinne, weil die Parteien keine vertragliche Verpflichtung miteinander eingegangen sind (vgl. OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 99, juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 96, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 32, juris).

    Die Regelung in Art. 6 Abs. 1 Rom II-VO führt zur Anwendung spanischen Rechts (so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 141, juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 140, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 37, juris).

    Die Voraussetzungen des vorrangig anzuwendenden Art. 7 Rom II-VO sind nicht gegeben (vgl. OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 142ff., juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 141ff., juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 39, juris).

    Eine Abwägung der Gesamtumstände im Rahmen der Ausweichklausel des Art. 4 Abs. 3 Rom II-VO führt nicht zu einer offensichtlich engeren Verbindung mit dem deutschen Staat und damit in das deutsche Sachrecht, sondern belässt es bei dem gemäß Art. 4 Abs. 1 Rom II-VO zur Anwendung berufenen spanischen Sachrecht (so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 126ff., juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 118ff., juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 34f., juris).

    Denn dabei handelt es sich nur um Vor- und Nachbereitungshandlungen zu dem schadensbegründenden Ereignis des Inverkehrbringens des Motors, ebenso wie des anschließenden Inverkehrbringens des Fahrzeuges, dem nach der Bewertung durch den Verordnungsgeber grundsätzlich ein geringeres Gewicht beizumessen ist als dem Ort des Schadenseintritts (vgl. OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 126, juris).

    Daher hat das Kassationsgericht die zuvor in Frankreich geltenden kollisionsrechtlichen Regelungen für anwendbar erklärt, sodass sich die Ausführungen des Gerichts auf die entsprechende Rechtslage beziehen und für den vorliegenden Fall nicht herangezogen werden können (vgl. OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 133, juris).

    Danach ist derjenige, der in irgendeiner Weise gegen die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen verstößt, zum Ersatz der entstandenen Schäden verpflichtet (…vgl. Gutachten v. S. G. vom 11. Oktober 2022, S. 69;… Gutachten S. vom 14. Mai 2021, S. 43; so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 240ff., juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 209 ff., juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 76 ff., juris).

    Dass die Beklagte nicht die Vertragspartnerin des Klägers war, hindert die Anspruchsentstehung trotz der Vorschrift des Art. 1257 CC nicht, wonach "Verträge nur zwischen den Parteien, welche sie abschließen, wirken" (…vgl. Gutachten v. S. G. vom 11. Oktober 2022, S. 22; so auch OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 213, juris).

    Insoweit reicht nach dem oben Gesagten ein irgendwie gearteter Verstoß gegen die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen (so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 250 ff., juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 222 ff., juris;… Gutachten v. S. G. vom 11. Oktober 2022, S. 69;… Gutachten S. vom 14. Mai 2021, S. 43).

    Die Nichterfüllung des Vertrags selbst stellt keinen ersatzfähigen Schaden dar (vgl. OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 248, juris;… Gutachten S. vom 14. Mai 2021, S. 43 unter Hinweis auf Urteile des TS vom 15. Juni 2010 (RJ\2010\51515) und 8. Juni 2004 (RJ\2004\3629);… Ergänzungsgutachten S. vom 24. Februar 2023, S. 24).

    Sie ist dem in der Sache anwendbaren materiellen Recht - der lex causae - zuzuordnen (so auch OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 84, juris; offen lassend OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 253) und nicht dem Prozessrecht (Verfahrensrecht) des angerufenen Gerichts - der lex fori.

    Der Kläger hat mit der Kenntnisnahme davon, dass sein Fahrzeug von dem sogenannten Abgasskandal betroffen ist, nach diesem Erfahrungssatz eine Verunsicherung und Unruhe erlitten, weil nicht absehbar war, mit welchen behördlichen Beschränkungen, steuerlichen Sanktionen und Fahrzeugeingriffen er rechnen musste (so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 274 ff., juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 294 ff., juris).

    Dies zu Grunde gelegt, bedarf es aber unabhängig von einem bestehenden Einverständnis des Klägers nicht dessen Vernehmung (vgl. OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 274, juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 306, 307, juris).

    Sie ist nicht als Vermutungsregel im Sinne von Art. 22 Abs. 1 Rom II-VO zu qualifizieren (vgl. OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 276, juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 253, juris;… MüKoBGB/Junker, 9. Aufl. 2025, Rom II-VO Art. 22 Rn. 10, beck-online;… Ludwigs EUWirtschaftsR-HdB/Wagner/Reder, 64. EL August 2025, § 74 Rn. 139, beck-online;… NK-BGB/Limbach, 4. Aufl. 2024, Rom II Art. 22 Rn. 4, beck-online).

    Schon aus diesem Grund verbietet sich an dieser Stelle die Zugrundelegung der Entscheidung für die vorliegend maßgebliche Schätzung (so im Ergebnis auch OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 292, juris).

    Er hat damit das Alter des Fahrzeuges als Zumessungsfaktor anerkannt (vgl. OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 296 ff., juris) und den Zeitablauf zwischen dem Kaufvertragsabschluss und der Entdeckung des Dieselskandals berücksichtigt (vgl. Erläuterung v. S. G., Protokoll der mündlichen Verhandlung des Landgerichts Braunschweig vom 28. September 2023, 11 O 7364/19 (1114), S. 9).

    Der Tribunal Supremo hat keine Obergrenze des immateriellen Schadens statuiert (vgl. OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 298 ff., juris).

    Letzteres aber kann einen Neuwagenkäufer gleichermaßen hart treffen, wie denjenigen, der sich von vornherein für den Erwerb eines gebrauchten Fahrzeuges entschieden hat bzw. entscheiden musste (anders OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 296, juris).

    Er hat weder vorgetragen, dass er das Software-Update aufgespielt habe, noch stützt er seinen Anspruch gegen die Beklagte auf diesen Sachverhalt (so auch OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 302, juris).

    In größtmöglicher Annäherung an den spanischen Rechtszustand (vgl. BGH…, Urteil vom 23. Dezember 1981 - IVb ZR 643/80 -, Rn. 19, juris;… Zöller/Hau, Zivilprozessordnung, 36. Auflage, 10/2025, § 293 ZPO, Rn. 22;… MüKoZPO/Prütting, 7. Aufl. 2025, ZPO § 293 Rn. 57, beck-online), ist der Kläger nicht deshalb von konkreterem Sachvortrag seine materiellen Schäden betreffend befreit, weil unter Anwendung der "ex re ipsa" - Regel ein Erfahrungssatz für eine solche Kaufpreisüberzahlung oder einen solchen Wertverlust streiten würde (so auch die überwiegende spanische Instanzrechtsprechung sowie OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 289, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 86, juris; nicht geprüft: OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 253, juris).

    Soweit einzelne Gutachten von einem fehlenden Nachweis des Schadens und nicht ausdrücklich von der fehlenden Darlegung sprechen (…vgl. Gutachten G. / S. vom 1. Oktober 2021 Rn. 46 und 58;… Ergänzungsgutachten P. vom 21. August 2025, S. 7 und 10), kann das nicht zum Anlass genommen werden, die Darlegungslast durch die pauschale Behauptung eines Minderwerts als erfüllt anzusehen (so indes OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 231 ff., juris, wonach es für die Geltendmachung einer bestimmten "negativen Beeinflussung (des) Vermögens durch das Schadensereignis" ausreicht, die Kaufpreisüberzahlung lediglich pauschal und losgelöst von dem konkreten Fahrzeug zu behaupten).

    Wegen der Einzelheiten wird auf die Ausführungen des Landgerichts im angefochtenen Urteil sowie die Ausführungen des 2. Zivilsenats des hiesigen Oberlandesgerichtes verwiesen (vgl. OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 310 - 312, juris).

    Das gilt auch für einen Schadensersatzanspruch aus Art. 32 Nr. 5 LDC (OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 325, juris).

    Aus diesem Grund ist eine Anknüpfung an das Prozessrecht des Gerichtsortes nicht gerechtfertigt; der Zinsanspruch folgt vielmehr dem auf den Hauptanspruch anwendbaren Sachrecht, vorliegend dem spanischen Recht (so OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 312, juris; im Ergebnis auch OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 310 ff., juris).

    Die Zinspflicht beginnt gemäß Art. 133 LEC mit dem Tag, der auf den Tag der Verkündung des Urteils folgt (so auch OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 314, juris), sodass die Anschlussberufung der Beklagten auch insoweit Erfolg hat.

    Die Rechtsverfolgung war vor diesem Hintergrund weder geeignet noch verhältnismäßig (so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 317 ff., juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 330, juris).

    Eine Aussetzung des Verfahrens unter Einleitung eines Vorabentscheidungsverfahrens gemäß Art. 267 AEUV ist weder aufgrund der von dem Kläger formulierten Anträge hinsichtlich der Anwendung des Art. 4 Abs. 3 Rom II-VO, des Art. 7 Rom II-VO, der Prüfung der Angemessenheit des zugesprochenen Schadens oder der Pflicht zur Tragung von Verfahrenskosten durch den Fahrzeugkäufer noch aus sonstigen Gründen geboten (vgl. dazu übereinstimmend: OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 336 - 342, juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 348 - 351, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 133 - 139, juris).

    Schließlich muss auch eine Aussetzung des Verfahrens gemäß Art. 30 EuGVVO wegen dem vor dem Tribunal Supremo anhängigen Verfahren 7992/22 unterbleiben (vgl. OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 343, juris; OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 357, juris).

    Er unterscheidet vielmehr zwischen dem materiellen Schaden, der in einem "überzahlten Kaufpreis" liege (vgl. OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 232, juris) und dem immateriellen Schaden, der die "Unsicherheit und Unruhe der Käufer" beschreibe, die wiederum auf "der Ungewissheit beruhe, ob und inwieweit die betroffenen Fahrzeuge behördlichen Maßnahmen ausgesetzt" seien (vgl. OLG Braunschweig, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 293, juris).

  • OLG München, 30.01.2026 - 36 U 4799/23

    Produkthaftung, Deliktsrecht, Verbraucherschutz, Rückabwicklung, Schadensersatz, …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Bei einem geltend gemachten Anspruch gegen den Hersteller des Motors des klägerischen Fahrzeugs handelt es sich um einen außervertraglichen Anspruch in diesem Sinne, weil die Parteien keine vertragliche Verpflichtung miteinander eingegangen sind (vgl. OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 99, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 96, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 32, juris).

    Die Regelung in Art. 6 Abs. 1 Rom II-VO führt zur Anwendung spanischen Rechts (so auch OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 141, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 140, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 37, juris).

    Die Voraussetzungen des vorrangig anzuwendenden Art. 7 Rom II-VO sind nicht gegeben (vgl. OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 142ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 141ff., juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 39, juris).

    Eine Abwägung der Gesamtumstände im Rahmen der Ausweichklausel des Art. 4 Abs. 3 Rom II-VO führt nicht zu einer offensichtlich engeren Verbindung mit dem deutschen Staat und damit in das deutsche Sachrecht, sondern belässt es bei dem gemäß Art. 4 Abs. 1 Rom II-VO zur Anwendung berufenen spanischen Sachrecht (so auch OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 126ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 118ff., juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 34f., juris).

    Danach ist derjenige, der in irgendeiner Weise gegen die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen verstößt, zum Ersatz der entstandenen Schäden verpflichtet (…vgl. Gutachten v. S. G. vom 11. Oktober 2022, S. 69;… Gutachten S. vom 14. Mai 2021, S. 43; so auch OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 240ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 209 ff., juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 76 ff., juris).

    Insoweit reicht nach dem oben Gesagten ein irgendwie gearteter Verstoß gegen die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen (so auch OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 250 ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 222 ff., juris;… Gutachten v. S. G. vom 11. Oktober 2022, S. 69;… Gutachten S. vom 14. Mai 2021, S. 43).

    Der Kläger hat mit der Kenntnisnahme davon, dass sein Fahrzeug von dem sogenannten Abgasskandal betroffen ist, nach diesem Erfahrungssatz eine Verunsicherung und Unruhe erlitten, weil nicht absehbar war, mit welchen behördlichen Beschränkungen, steuerlichen Sanktionen und Fahrzeugeingriffen er rechnen musste (so auch OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 274 ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 294 ff., juris).

    Dies zu Grunde gelegt, bedarf es aber unabhängig von einem bestehenden Einverständnis des Klägers nicht dessen Vernehmung (vgl. OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 274, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 306, 307, juris).

    Sie ist nicht als Vermutungsregel im Sinne von Art. 22 Abs. 1 Rom II-VO zu qualifizieren (vgl. OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 276, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 253, juris;… MüKoBGB/Junker, 9. Aufl. 2025, Rom II-VO Art. 22 Rn. 10, beck-online;… Ludwigs EUWirtschaftsR-HdB/Wagner/Reder, 64. EL August 2025, § 74 Rn. 139, beck-online;… NK-BGB/Limbach, 4. Aufl. 2024, Rom II Art. 22 Rn. 4, beck-online).

    In größtmöglicher Annäherung an den spanischen Rechtszustand (vgl. BGH…, Urteil vom 23. Dezember 1981 - IVb ZR 643/80 -, Rn. 19, juris;… Zöller/Hau, Zivilprozessordnung, 36. Auflage, 10/2025, § 293 ZPO, Rn. 22;… MüKoZPO/Prütting, 7. Aufl. 2025, ZPO § 293 Rn. 57, beck-online), ist der Kläger nicht deshalb von konkreterem Sachvortrag seine materiellen Schäden betreffend befreit, weil unter Anwendung der "ex re ipsa" - Regel ein Erfahrungssatz für eine solche Kaufpreisüberzahlung oder einen solchen Wertverlust streiten würde (so auch die überwiegende spanische Instanzrechtsprechung sowie OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 289, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 86, juris; nicht geprüft: OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 253, juris).

    Die Fahrzeuge stehen den Käufern unstreitig bis heute uneingeschränkt zur Verfügung, ohne dass es zu behördlichen Zwangsmaßnahmen gekommen ist (so OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 289, juris).

    Die Frage, welches Recht auf Zinsansprüche anwendbar ist, deren Entstehung an ein prozessuales Ereignis anknüpft, ist umstritten (vgl. zum Meinungsbild: OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 311, 312, juris).

    Aus diesem Grund ist eine Anknüpfung an das Prozessrecht des Gerichtsortes nicht gerechtfertigt; der Zinsanspruch folgt vielmehr dem auf den Hauptanspruch anwendbaren Sachrecht, vorliegend dem spanischen Recht (so OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 312, juris; im Ergebnis auch OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 310 ff., juris).

    Die Rechtsverfolgung war vor diesem Hintergrund weder geeignet noch verhältnismäßig (so auch OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 317 ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 330, juris).

    Eine Aussetzung des Verfahrens unter Einleitung eines Vorabentscheidungsverfahrens gemäß Art. 267 AEUV ist weder aufgrund der von dem Kläger formulierten Anträge hinsichtlich der Anwendung des Art. 4 Abs. 3 Rom II-VO, des Art. 7 Rom II-VO, der Prüfung der Angemessenheit des zugesprochenen Schadens oder der Pflicht zur Tragung von Verfahrenskosten durch den Fahrzeugkäufer noch aus sonstigen Gründen geboten (vgl. dazu übereinstimmend: OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 336 - 342, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 348 - 351, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 133 - 139, juris).

    Schließlich muss auch eine Aussetzung des Verfahrens gemäß Art. 30 EuGVVO wegen dem vor dem Tribunal Supremo anhängigen Verfahren 7992/22 unterbleiben (vgl. OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 343, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 357, juris).

    Der Kläger hat bislang nur die Absicht formuliert, beim Bundesgerichtshof anzuregen, das gegen das Urteil des Oberlandesgerichts München vom 30. Januar 2026 (Az. 36 U 4799/23 e) eingeleitete Revisionsverfahren (Az.: VIa ZR 19/26) zum Leitentscheidungsverfahren gemäß § 552b ZPO zu bestimmen.

    Denn der 2. Zivilsenat hat nicht denselben Schaden zweimal zugesprochen und insoweit den Kläger überkompensiert (so indes OLG München, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 350, 353, juris).

  • OLG München, 03.04.2025 - 9 U 4642/23

    Haupt- und Hilfsanträge, Außervertragliche Schuldverhältnisse, Klageerweiterung …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Bei einem geltend gemachten Anspruch gegen den Hersteller des Motors des klägerischen Fahrzeugs handelt es sich um einen außervertraglichen Anspruch in diesem Sinne, weil die Parteien keine vertragliche Verpflichtung miteinander eingegangen sind (vgl. OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 99, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 96, juris; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 32, juris).

    Die Regelung in Art. 6 Abs. 1 Rom II-VO führt zur Anwendung spanischen Rechts (so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 141, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 140, juris; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 37, juris).

    Die Voraussetzungen des vorrangig anzuwendenden Art. 7 Rom II-VO sind nicht gegeben (vgl. OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 142ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 141ff., juris; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 39, juris).

    Eine Abwägung der Gesamtumstände im Rahmen der Ausweichklausel des Art. 4 Abs. 3 Rom II-VO führt nicht zu einer offensichtlich engeren Verbindung mit dem deutschen Staat und damit in das deutsche Sachrecht, sondern belässt es bei dem gemäß Art. 4 Abs. 1 Rom II-VO zur Anwendung berufenen spanischen Sachrecht (so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 126ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 118ff., juris; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 34f., juris).

    Danach ist derjenige, der in irgendeiner Weise gegen die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen verstößt, zum Ersatz der entstandenen Schäden verpflichtet (…vgl. Gutachten v. S. G. vom 11. Oktober 2022, S. 69;… Gutachten S. vom 14. Mai 2021, S. 43; so auch OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 240ff., juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 209 ff., juris; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 76 ff., juris).

    Sie ist dem in der Sache anwendbaren materiellen Recht - der lex causae - zuzuordnen (so auch OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 84, juris; offen lassend OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 253) und nicht dem Prozessrecht (Verfahrensrecht) des angerufenen Gerichts - der lex fori.

    Bei der "ex re ipsa" - Regel handelt es sich um eine richterrechtlich entwickelte tatsächliche Vermutung (vgl. dazu OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 84 mit Verweis auf das Urteil Nr. 692/2008 des Tribunal Supremo;… Gutachten P. vom 10. März 2021, S. 31 Rn. 79, der den Vergleich zum Anscheinsbeweis zieht, ebenso Erläuterung v. S. G., Protokoll der mündlichen Verhandlung des Landgerichts Braunschweig vom 28. September 2023, 11 O 7364/19 (1114), S. 12).

    Zwar ist das Bestehen eines Erfahrungssatzes auch eng mit der freien richterlichen Beweiswürdigung verknüpft, jedoch erschöpfen sich der Anscheinsbeweis oder die tatsächliche Vermutung gerade nicht in der Beweiswürdigung im konkreten Fall, sondern beinhalten - wie die gesetzliche Vermutung auch - eine abstrakte Regelbildung (vgl. Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken…, Urteil vom 6. Februar 2020 - 4 U 33/18 -, Rn. 48, juris; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 84, juris;… Zöller/Greger, ZPO, 36. Auflage 2025, Vorbem. zu § 284, Rn. 29a;… MüKo-BGB/Junker, 9. Auflage 2025, Art. 22 Rom II-VO, Rn. 9;… Engel in: Herberger/Martinek/Rüßmann/Weth/Würdinger, jurisPK-BGB, 10. Aufl., Art. 22 Rom II-VO (Stand: 01.07.2023), Rn. 5).

    Dieser immaterielle Schaden des Klägers ist nach der Rechtsprechung des Tribunal Supremo in der vorliegenden Fallkonstellation "die Ungewissheit und das Unbehagen, die sich daraus ergeben, dass im Rahmen eines schweren öffentlichen Skandals festgestellt worden ist, dass das von ihm gekaufte Fahrzeug mit einer illegalen Vorrichtung ausgestattet war, die die Ergebnisse der Typgenehmigungsprüfung des Fahrzeugs hinsichtlich der Schadstoffemissionen verfälschte, mit ungewissen Folgen (Auswirkungen des am Fahrzeug vorzunehmenden Eingriffs, steuerliche Sanktionen, Möglichkeit der Entziehung der Betriebserlaubnis, weil das Fahrzeug aufgrund der nach Artikel 5.1 der Verordnung 715/2007 verbotenen Abschalteinrichtung nicht dem genehmigten Typ entspricht., die Möglichkeit, den Zugang zu bestimmten städtischen Gebieten zu beschränken usw.), wobei zu berücksichtigen ist, dass es für einen Autokäufer wichtig ist, sicher zu sein, dass er nicht - auch nicht vorübergehend - seiner Nutzung beraubt oder auf bestimmte Gebiete beschränkt wird" (vgl. TS, Entscheidung vom 23. Juli 2021 - 561/2021 -, Roj: STS 3068/2021; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 121, juris).

    Diese sind nicht geeignet, das seitens der spanischen Käufer verspürte, anerkannte und vorliegend ausgeglichene Unbehagen derart zu erhöhen, dass es eines weitergehenden Ausgleichs bedürfte (so auch OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 125, juris).

    In größtmöglicher Annäherung an den spanischen Rechtszustand (vgl. BGH…, Urteil vom 23. Dezember 1981 - IVb ZR 643/80 -, Rn. 19, juris;… Zöller/Hau, Zivilprozessordnung, 36. Auflage, 10/2025, § 293 ZPO, Rn. 22;… MüKoZPO/Prütting, 7. Aufl. 2025, ZPO § 293 Rn. 57, beck-online), ist der Kläger nicht deshalb von konkreterem Sachvortrag seine materiellen Schäden betreffend befreit, weil unter Anwendung der "ex re ipsa" - Regel ein Erfahrungssatz für eine solche Kaufpreisüberzahlung oder einen solchen Wertverlust streiten würde (so auch die überwiegende spanische Instanzrechtsprechung sowie OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 289, juris; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 86, juris; nicht geprüft: OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 253, juris).

    Der Effektivitätsgrundsatz erfordert es indes nicht, zu Gunsten des Klägers mittels der "ex re ipsa" - Regel einen nicht sicher bestehenden materiellen Schaden zu fingieren (vgl. OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 100, juris).

    Das Fahrzeug des Klägers war unstreitig nicht Gegenstand dieser Vereinbarung (so auch OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 107, juris), die sich ausdrücklich an Kunden richtete, die zum Zeitpunkt des Fahrzeugerwerbes ihren Wohnsitz in Deutschland hatten.

    Eine Aussetzung des Verfahrens unter Einleitung eines Vorabentscheidungsverfahrens gemäß Art. 267 AEUV ist weder aufgrund der von dem Kläger formulierten Anträge hinsichtlich der Anwendung des Art. 4 Abs. 3 Rom II-VO, des Art. 7 Rom II-VO, der Prüfung der Angemessenheit des zugesprochenen Schadens oder der Pflicht zur Tragung von Verfahrenskosten durch den Fahrzeugkäufer noch aus sonstigen Gründen geboten (vgl. dazu übereinstimmend: OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 336 - 342, juris; OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 348 - 351, juris; OLG München, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 133 - 139, juris).

  • BGH, 26.06.2023 - VIa ZR 335/21

    "Dieselverfahren"; Tatbestandswirkung der Typgenehmigung; unionsrechtliche …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Mit der Einräumung der Befugnis der Schadensschätzung nimmt das Gesetz in Kauf, dass das Ergebnis der Schätzung die Wirklichkeit nicht vollständig abbildet, solange sie nur möglichst nahe an diese heranführt (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, Rn. 72, juris).

    Aus diesem Grund wendet der Senat nicht die vom Bundesgerichtshof entwickelten Grundsätze zum Differenzschadensersatz an, wonach der geschätzte Schaden nicht geringer als 5 % des gezahlten Kaufpreises sein kann, und sich das Schätzungsermessen innerhalb einer Bandbreite von 5 % und 15 % des gezahlten Kaufpreises bewegt (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, Rn. 73 f., juris).

    Denn dadurch wiederum - so der Bundesgerichtshof - werde der objektive Wert des Kaufgegenstands im maßgeblichen Zeitpunkt der Vertrauensinvestition bei Abschluss des Kaufvertrags herabgesetzt, weil schon in der Gebrauchsmöglichkeit als solcher ein geldwerter Vorteil liege (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, Rn. 41, juris).

    Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Differenzschadensersatz aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGVV (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, BGHZ 237, 245-280, Rn. 40 ff., 71 ff.).

    Dadurch wiederum werde der objektive Wert des Kaufgegenstands im maßgeblichen Zeitpunkt der Vertrauensinvestition bei Abschluss des Kaufvertrags herabsetzt, weil schon in der Gebrauchsmöglichkeit als solcher ein geldwerter Vorteil liege (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, Rn. 41, juris).

    Auf die Eintrittswahrscheinlichkeit komme es nicht an (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, Rn. 42).

    Der Käufer habe den Kaufgegenstand mit Rücksicht auf die mit der unzulässigen Abschalteinrichtung verbundenen Risiken zu teuer erworben (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, BGHZ 237, 245-280, Rn. 40).

    Konkrete Darlegungen zur Höhe dieser Wertdifferenz seien nicht erforderlich (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, Rn. 41, juris).

    Dabei wird dem europarechtlichen Grundsatz Genüge getan, wonach "die vorzusehenden Sanktionen nach Art. 46 der Richtlinie 2007/46/EG und Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein müssen und wonach nationale Vorschriften dem Käufer die Erlangung eines angemessenen Schadensersatzes nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren dürfen (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, Rn. 73, juris, unter Bezugnahme auf EuGH…, Urteil vom 21. März 2023 - C-100/21, NJW 2023, 1111 Rn. 90 und 93).

  • EuGH, 21.03.2023 - C-100/21

    Der Käufer eines Kraftfahrzeugs mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung hat …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Zudem habe der Europäische Gerichtshof in seiner Entscheidung vom 21. März 2023 (C-100/21) festgehalten, dass nationale Rechtsvorschriften, die es dem Käufer eines Kraftfahrzeugs praktisch unmöglich machten, einen angemessenen Ersatz des Schadens zu erhalten, der ihm durch den Verstoß des Herstellers des Fahrzeugs gegen das in Art. 5 Abs. 2 VO Nr. 715/2007 enthaltene Verbot entstanden sei, sich nicht mit dem Grundsatz der Effektivität in Einklang bringen ließen.

    Danach ist es Sache der Mitgliedstaaten, für Verstöße gegen die Vorschriften der Verordnung - hier Art. 5 Abs. 2 der Verordnung Nr. 715/2007 - wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen festzulegen (vgl. EuGH, Urteil vom 21. März 2023 - C-100/21 -, Rn. 90, juris).

    Die Mitgliedstaaten müssen vorsehen, dass der Käufer eines mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 dieser Verordnung ausgestatteten Fahrzeugs einen Anspruch auf Schadensersatz durch den Hersteller hat, wenn dem Käufer durch diese Abschalteinrichtung ein Schaden entstanden ist, wobei es Sache jedes einzelnen Mitgliedstaats ist, die Modalitäten für die Erlangung eines solchen Ersatzes festzulegen (vgl. EuGH, Urteil vom 21. März 2023 - C 100/21 -, Rn. 91 - 92, juris).

    Dem Käufer eines Kraftfahrzeugs darf es demnach nicht praktisch unmöglich gemacht oder übermäßig erschwert werden, einen angemessenen Ersatz des Schadens zu erhalten, der ihm durch den Verstoß des Fahrzeugherstellers gegen das in Art. 5 Abs. 2 VO (EG) 715/2007 enthaltene Verbot entstanden ist (vgl. EuGH, Urteil vom 21. März 2023 - C-100/21 -, Rn. 93, juris).

    Dabei wird dem europarechtlichen Grundsatz Genüge getan, wonach "die vorzusehenden Sanktionen nach Art. 46 der Richtlinie 2007/46/EG und Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein müssen und wonach nationale Vorschriften dem Käufer die Erlangung eines angemessenen Schadensersatzes nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren dürfen (vgl. BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 -, Rn. 73, juris, unter Bezugnahme auf EuGH, Urteil vom 21. März 2023 - C-100/21, NJW 2023, 1111 Rn. 90 und 93).

  • BGH, 24.03.1987 - VI ZR 112/86

    Rüge der Nichterfüllung ausländischen Rechts

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Auch wenn die lex fori die Schadensschätzung nach § 287 ZPO zulässt, ist im Rahmen dessen auch die konkrete Ausgestaltung des ausländischen Rechts in der Rechtspraxis, insbesondere die ausländische Rechtsprechung, zu berücksichtigen (vgl. BGH, Urteil vom 24. März 1987 - VI ZR 112/86 -, Rn. 13, juris, m.w.N.).

    Der Senat hat sich vielmehr an den von spanischen Gerichten in vergleichbaren Fällen für angemessen erachteten Beträgen orientiert (vgl. BGH, Urteil vom 24. März 1987 - VI ZR 112/86 -, Rn. 14, juris).

    Danach richtet sich die Beweiswürdigung auch bei Fällen mit Auslandsbezug und mit Anwendbarkeit des ausländischen Rechts nach § 286 ZPO (vgl. BGH…, Urteil vom 27. April 1977 - VIII ZR 184/75 - , Rn. 24, juris) und auch die tatrichterliche Schätzung erfolgt in diesen Fällen durch einen deutschen Richter nach § 287 ZPO (vgl. BGH, Urteil vom 24. März 1987 - VI ZR 112/86 -, Rn. 14, juris).

    Dem folgend hat auch der Bundesgerichtshof bei einem nach österreichischem Sachrecht zu beurteilenden Schmerzensgeldanspruch zwischen den der lex fori unterliegenden prozessualen Grenzen einer tatrichterlichen Schätzung nach § 287 ZPO einerseits und den Bemessungsgrundsätzen für die Schmerzensgeldhöhe, die nach dem vom deutschen Gericht zu ermittelnden ausländischen Recht einschließlich der dortigen Rechtspraxis zu beurteilen sind, andererseits unterschieden (vgl. BGH, 24. März 1987 - VI ZR 112/86 -, Rn. 14, juris).

  • BGH, 23.10.1991 - XII ZR 144/90

    Erleichterung der Beweisführung und Darlegungslast bei Anspruch auf Ersatz des …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Nach dem deutschen Rechtsverständnis erleichtert diese Vorschrift dem Geschädigten nicht nur die Beweisführung, sondern auch die Darlegungslast (vgl. BGH, Urteil vom 23. Oktober 1991 - XII ZR 144/90 -, Rn. 7, juris).

    Die Klage darf daher nicht wegen eines lückenhaften Vortrags zur Schadenshöhe abgewiesen werden, solange greifbare Anhaltspunkte für eine Schadensschätzung vorhanden sind (vgl. BGH, Urteil vom 23. Oktober 1991 - XII ZR 144/90 - , Rn. 7, juris; BGH…, Urteil vom 24. September 1986 - IVa ZR 236/84 -, Rn. 19, juris).

    Er muss danach "in irgendeiner Höhe" geschädigt sein, bevor das Feld der Schätzung eröffnet wird und der Richter nach pflichtgemäßem Ermessen zu beurteilen hat, ob nach § 287 ZPO nicht wenigstens die Schätzung eines Mindestschadens möglich ist (vgl. BGH, Urteil vom 23. Oktober 1991 - XII ZR 144/90 -, Rn. 7, juris; BGH…, Urteil vom 6. Juni 1989 - VI ZR 66/88 -, Rn. 10, juris).

  • BGH, 23.12.1981 - IVb ZR 643/80

    Internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte - Anspruch auf Unterhalt - …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Gemäß § 293 ZPO ist das anzuwendende ausländische Recht, zu dem nicht nur die positiven Gesetzesnormen gehören, sondern das Recht insgesamt, wie es aufgrund der Rechtslehre und der Rechtsprechung wirklich gestaltet ist (vgl. BGH, Urteil vom 23. Dezember 1981 - IVb ZR 643/80 -, Rn. 19, juris), vom Gericht von Amts wegen festzustellen (…vgl. Stein/Jonas/Thole, 23. Aufl. 2018, ZPO § 293 Rn. 1, beck-online).

    Wenn sich - wie vorliegend - keine eindeutige Rechtspraxis der ausländischen Gerichte ergibt, ist die Rechtsfortbildung durch den deutschen Richter nur in der Weise zulässig, wie sie von dem ausländischen Richter, hätte er den Fall zu entscheiden, vorzunehmen sein würde (vgl. BGH, Urteil vom 23. Dezember 1981 - IVb ZR 643/80 -, Rn. 19, juris).

    In größtmöglicher Annäherung an den spanischen Rechtszustand (vgl. BGH, Urteil vom 23. Dezember 1981 - IVb ZR 643/80 -, Rn. 19, juris;… Zöller/Hau, Zivilprozessordnung, 36. Auflage, 10/2025, § 293 ZPO, Rn. 22;… MüKoZPO/Prütting, 7. Aufl. 2025, ZPO § 293 Rn. 57, beck-online), ist der Kläger nicht deshalb von konkreterem Sachvortrag seine materiellen Schäden betreffend befreit, weil unter Anwendung der "ex re ipsa" - Regel ein Erfahrungssatz für eine solche Kaufpreisüberzahlung oder einen solchen Wertverlust streiten würde (so auch die überwiegende spanische Instanzrechtsprechung sowie OLG München…, Urteil vom 30. Januar 2026 - 36 U 4799/23 e -, Rn. 289, juris; OLG München…, Beschluss vom 3. April 2025 - 9 U 4642/23 e -, Rn. 86, juris; nicht geprüft: OLG Braunschweig…, Urteil vom 26. Mai 2025 - 2 U 10/24 -, Rn. 253, juris).

  • EuGH, 01.08.2025 - C-666/23

    Ein Automobilhersteller kann sich nicht deshalb von seiner Haftung für eine …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Auch eine Aussetzung des Verfahrens gemäß § 148 ZPO (analog) wegen des beim Europäischen Gerichtshof anhängigen Verfahrens C-666/23 kommt nicht in Betracht.

    Es wurde mit Urteil vom 1. August 2025 erledigt (vgl. EuGH, Urteil vom 1. August 2025 - C-666/23 -, juris).

  • EuGH, 09.07.2020 - C-343/19

    Ein Autohersteller, dessen widerrechtlich manipulierte Fahrzeuge in anderen …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 30.06.2026 - 4 U 215/26
    Die kollektiven Interessen der Verbraucher werden durch den Verkauf von Fahrzeugen mit den von der Beklagten manipulierten Motoren dort beeinträchtigt, wo die Fahrzeuge in Verkehr gebracht wurden (vgl. EuGH, Urteil vom 9. Juli 2020 - C-343/19 -, Rn. 39, juris).

    Denn insoweit hat der Europäische Gerichtshof im Hinblick auf Art. 6 Abs. 1 Rom II-VO ausgeführt, dass kollektive Interessen in jedem Mitgliedsstaat beeinträchtigt werden, "in dessen Hoheitsgebiet das mangelhafte Produkt von den Verbrauchern gekauft wird" und der Ort der Verwirklichung des Schadenserfolgs dann "gemäß der Rom-II-Verordnung der Ort (ist), an dem ein solches Produkt gekauft wird" (vgl. EuGH, Urteil vom 9. Juli 2020 - C-343/19 -, Rn. 39, juris).

  • BGH, 13.09.2016 - VI ZB 21/15

    Aussetzung des Verfahrens nach EuGVVO durch das später angerufene Gericht: …

  • BVerfG, 25.03.2010 - 1 BvR 882/09

    Stattgebender Kammerbeschluss: Zurückweisung einer zivilprozessualen Berufung …

  • BGH, 27.04.1977 - VIII ZR 184/75

    Vorliegen einer internationalen Zuständigkeit der deutschen Gerichte - …

  • VG Schleswig, 20.02.2023 - 3 A 113/18

    Emissionen von Dieselfahrzeugen Zulässigkeit von Abschalteinrichtungen …

  • EuGH, 17.10.2017 - C-194/16

    Bolagsupplysningen und Ilsjan - Vorlage zur Vorabentscheidung - Justizielle …

  • OVG Schleswig-Holstein, 25.09.2025 - 4 LB 36/23

    Volkswagen verwendet unzulässige Abschalteinrichtungen

  • BGH, 09.10.2009 - V ZR 178/08

    Wucherähnliches Rechtsgeschäft und verwerfliche Gesinnung

  • BGH, 01.10.2002 - XI ZR 71/02

    Verfahrensrecht - Revision: Nichtzulassung trotz offensichtlicher Rechtsfehler

  • BGH, 22.05.1984 - III ZR 18/83

    Vorrang der Belange einer land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung …

  • BGH, 09.07.2007 - II ZR 95/06

    Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung; Begriff …

  • VG Schleswig, 17.01.2024 - 3 A 332/20

    Klage des Deutschen Umwelthilfe e.V. gegen das Kraftfahrt-Bundesamt erfolgreich

  • BGH, 06.06.1989 - VI ZR 66/88

    Ersatz für Hilfeleistungen unfallbedingter Beeinträchtigungen - Verrichtung von …

  • EuGH, 17.09.2002 - C-334/00

    Tacconi - "Brüsseler Übereinkommen - Artikel 5 Nummern 1 und 3 - Besondere …

  • BGH, 25.01.2013 - V ZR 118/11

    Gewährleistung beim Grundstückskauf: Anspruch auf Prozesszinsen bei …

  • LG Saarbrücken, 11.05.2015 - 13 S 21/15

    Haftung bei Verkehrsunfall in Frankreich: Anwendbarkeit des in Deutschland …

  • BGH, 23.04.2002 - XI ZR 136/01

    Ermittlung ausländischen Rechts; maßgebliche Rechtsbestimmungen bei …

  • BGH, 04.07.2002 - V ZR 75/02

    Voraussetzungen der Zulassung der Revision wegen eines wesentlichen …

  • OLG Saarbrücken, 06.02.2020 - 4 U 33/18

    Anzuwendendes Recht bei einem Verkehrsunfall im Ausland zwischen Personen mit …

  • LG Saarbrücken, 09.03.2012 - 13 S 51/11

    Anwendbares Recht hinsichtlich des Beweismaßes: Geltendmachung eines …

  • BGH, 21.01.2026 - IV ZR 40/25

    Wirksamkeit eines von einem ausländischen Notar auf deutschem Staatsgebiet …

  • BGH, 10.12.2003 - IV ZR 319/02

    Begriff der grundsätzlichen Bedeutung; Auslegung einer Klausel in Allgemeinen …

  • BGH, 19.06.1997 - I ZR 46/95

    Herstellergarantie - Irreführung/Beschaffenheit

  • EuGH - C-667/23 (anhängig)

    Volkswagen

  • LG Ravensburg, 27.10.2023 - 2 O 229/20

    Diesel-Problematik: Vorlage an den EuGH zum unvermeidbaren Verbotsirrtum bei …

  • BGH, 24.09.1986 - IVa ZR 236/84

    Beratungsverschulden und Schaden bei der Neuordnung der Vermögensverhältnisse von …

  • BGH, 26.01.2017 - V ZR 164/16

    Pflicht des Tatrichters zur Ermittlung des für die Entscheidung eines …

  • LG Ingolstadt, 27.10.2023 - 81 O 3625/19

    Ansprüche einer spanischen Klägerin wegen des Kaufs eines Diesel-Pkw im Rahmen …

  • OLG Braunschweig, 17.08.2026 - 7 U 101/24

    Ansprüche des Fahrzeugkäufers auf Schadensersatz im Rahmen des …

    Auch der 4. Zivilsenat des hiesigen Oberlandesgerichts wendet in einem Parallelverfahren spanisches Sachrecht an (OLG Braunschweig 30.06.2026, 4 U 215/26, juris, Rn. 99 ff.).

    Einen solchen Betrag haben auch bereits andere deutsche Senate für angemessen gehalten (…OLG München 30.01.2026, 36 U 4799/23, juris, Rn. 240 ff.; OLG München 03.04.2025, 9 U 4642/23, juris, Rn. 113 ff., OLG Braunschweig 30.06.2026, 4 U 215/26, juris, Rn. 142 ff. und 154 ff.).

    bb) Die Re-Ipsa-Regel findet wie im Hinweisbeschluss (Seiten 11 bis 14) ausgeführt auf den materiellen Schadensersatz keine Anwendung, da ihre Voraussetzungen nicht vorliegen (so inzwischen auch OLG Braunschweig 30.06.2026, 4 U 215/26, juris, Rn. 197 ff).

    Daher setzt die nach § 287 ZPO bestehende Möglichkeit zur Schätzung eines Schadens erst dann ein, wenn das Vorliegen eines wirtschaftlich messbaren Schadens "in irgendeiner Höhe" (…vgl. dazu BGH 23.10.1991, XII ZR 144/90, juris, Rn. 7) nach den Regeln der lex causae hinreichend dargelegt ist, was im vorliegenden Verfahren gerade nicht der Fall ist (so auch OLG Braunschweig 30.06.2026, 4 U 215/26, juris, Rn. 234 ff.).

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