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Rechtsprechung
   OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2024,2579
OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23 (https://dejure.org/2024,2579)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 07.02.2024 - 5 U 9/23 (https://dejure.org/2024,2579)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 07. Februar 2024 - 5 U 9/23 (https://dejure.org/2024,2579)
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Volltextveröffentlichung

Kurzfassungen/Presse

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)

    Auskunftserteilung über alle Beitragsanpassungen einer privaten Krankheitskostenversicherung im Wege der Stufenklage

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Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (2)Zitiert selbst (54)

  • BGH, 27.09.2023 - IV ZR 177/22

    Zum Auskunftsanspruch über frühere Prämienanpassungen in der privaten …

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Weil im Rahmen der Stufenklage die Auskunft lediglich ein Hilfsmittel ist, um die (noch) fehlende Bestimmbarkeit des Leistungsanspruchs herbeizuführen, steht die der Stufenklage eigene Verknüpfung von unbestimmtem Leistungs- und vorbereitendem Auskunftsanspruch nicht zur Verfügung, wenn die Auskunft nicht dem Zweck einer Bestimmbarkeit des Leistungsanspruchs dienen, sondern dem Kläger sonstige mit der Bestimmbarkeit als solcher nicht im Zusammenhang stehende Informationen über seine Rechtsverfolgung verschaffen soll (BGH, Urteil vom 2. März 2000 - III ZR 65/99, NJW 2000, 1645; Urteil vom 29. März 2011 - IV ZR 117/10, BGHZ 189, 79; Urteil vom 17. Oktober 2012 - XII ZR 101/10, NJW 2012, 3722; Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514).

    Rn. 60 Hieran gemessen, kann der Stufenklage vorliegend die Zulässigkeit nicht abgesprochen werden; insbesondere liegt angesichts der schlüssigen Behauptung des Klägers, der Beklagte habe in den Jahren 2012 bis 2019 unwirksame Beitragserhöhungen vorgenommen, kein Fall vor, in dem die beantragte Auskunft erst Klarheit darüber schaffen soll, ob ein Leistungsanspruch dem Grunde nach besteht (ebenso u.a. Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris; zur abweichenden Behandlung einer unter solchen - im vorliegenden Einzelfall nicht gegebenen - Voraussetzungen unzulässigen Stufenklage etwa: BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514, m. zahlr.

    Dieser Anspruch folgt - worauf der Senat die Parteien in der mündlichen Verhandlung aufmerksam gemacht hat - im vorliegenden Fall, ungeachtet von ihnen erörterter, nicht einschlägiger anderer Rechtsgrundlagen (§ 3 Abs. 3 VVG, §§ 808, 242 BGB, Artikel 15 Abs. 1 und 3 DSGVO; dazu BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514), aus § 7 Abs. 4 VVG (Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Senat, Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris; im Ansatz auch OLG Naumburg, VersR 2023, 436);… er kann durch - ggf. kostenpflichtige - Übersendung der Vertragsdokumente oder entsprechender, diese Informationen beinhaltender Unterlagen erfüllt werden.

    Im Gegensatz zu der - dies ergänzenden, BT-Drucks. 16/3945, S. 61 - Regelung in § 3 Abs. 3 und 4 VVG, die der Informations-, Legitimierungs- und Beweisfunktion des Versicherungsscheins Rechnung tragen will (vgl. BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514;… BT-Drucks. 16/3945, S. 57), besteht der Sinn und Zweck des § 7 Abs. 4 VVG darin, dem Versicherungsnehmer eine effektive Wahrnehmung seiner vertraglichen Rechte zu ermöglichen (Rudy, in: Prölss/Martin, a.a.O., § 7 Rn. 36;… Ebers, in: Schwintowski/Brömmelmeyer/Ebers, a.a.O., § 7 Rn. 73;… vgl. auch BT-Drucks. 16/3945, S. 61: "wenn der Versicherungsnehmer die Unterlagen für die Abwicklung des Vertrages benötigt").

    Weil diese Pflicht des Versicherers auch nach der Vertragsbeendigung bzw. - wie hier - nach Umstellung in den Standarttarif fortbesteht, wenn der Versicherungsnehmer die Unterlagen für die Abwicklung des Vertrages benötigt (BT-Drucks. 16/3945 S. 61;… Pohlmann, in: Looschelders/Pohlmann, a.a.O., § 7 Rn. 135), werden - anders als bei § 3 Abs. 3 VVG, vgl. BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514 - auch frühere, durch nachfolgende Vertragsänderungen ggf. überholte Informationen von ihr erfasst.

    Rn. 69 Ein Auskunftsanspruch nach § 242 BGB besteht bei jedem Rechtsverhältnis, dessen Wesen es mit sich bringt, dass der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen oder Umfang seines Rechts im Ungewissen und der Verpflichtete in der Lage ist, unschwer die zur Beseitigung dieser Ungewissheit erforderlichen Auskünfte zu erteilen (BGH, Urteil vom 7. Juni 2023 - IV ZR 252/22, VersR 2023, 977; Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514; vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 1985 - I ZR 35/83, BGHZ 95, 285; RGZ 158, 377, 379).

    Danach kommt ein solcher Auskunftsanspruch auch im Verhältnis des Versicherungsnehmers zu seinem Krankenversicherer grundsätzlich in Betracht (BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514).

    Der Kläger ist Versicherungsnehmer des Beklagten; beide verbindet damit ein Vertragsverhältnis, das allgemein in ganz besonderem Maße von Treu und Glauben beherrscht wird (vgl. BGH, Urteil vom 14. Januar 2015 - IV ZR 43/14, VersR 2015, 230; Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514; RG, Urteil vom 23. August 1935 - VII 24/35, RGZ 148, 298, 301; Senat, Urteil vom 16. Juni 2021 - 5 U 57/20, VersR 2021, 1223).

  • OLG Saarbrücken, 29.11.2023 - 5 U 6/23

    Private Krankenversicherung: Zulässigkeit einer Stufenklage; Anspruch eines …

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Die gesetzliche Pflicht des privaten Krankenversicherers aus § 7 Abs. 4 VVG zur jederzeitigen Übermittlung der Vertragsbestimmungen - bzw. Mitteilung der darin enthaltenen Informationen - erstreckt sich auch auf die zum Zwecke einer Beitragsanpassung übermittelten Begründungen, gleichviel ob diese im Nachtrag zum Versicherungsschein selbst oder in gesonderten Dokumenten enthalten sind (Fortführung von Senat, Urteile vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris = BeckRS 2023, 34213 und vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris = BeckRS 2024, 689).

    Diese ist nach den hier vorliegenden Umständen, entgegen der Ansicht des Landgerichts, nicht aus prozessualen Gründen unzulässig (vgl. hierzu - u.a. - Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Senat, Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris).

    Rn. 60 Hieran gemessen, kann der Stufenklage vorliegend die Zulässigkeit nicht abgesprochen werden; insbesondere liegt angesichts der schlüssigen Behauptung des Klägers, der Beklagte habe in den Jahren 2012 bis 2019 unwirksame Beitragserhöhungen vorgenommen, kein Fall vor, in dem die beantragte Auskunft erst Klarheit darüber schaffen soll, ob ein Leistungsanspruch dem Grunde nach besteht (ebenso u.a. Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris; zur abweichenden Behandlung einer unter solchen - im vorliegenden Einzelfall nicht gegebenen - Voraussetzungen unzulässigen Stufenklage etwa: BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514, m. zahlr.

    Dieser Anspruch folgt - worauf der Senat die Parteien in der mündlichen Verhandlung aufmerksam gemacht hat - im vorliegenden Fall, ungeachtet von ihnen erörterter, nicht einschlägiger anderer Rechtsgrundlagen (§ 3 Abs. 3 VVG, §§ 808, 242 BGB, Artikel 15 Abs. 1 und 3 DSGVO; dazu BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514), aus § 7 Abs. 4 VVG (Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Senat, Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris; im Ansatz auch OLG Naumburg, VersR 2023, 436); er kann durch - ggf. kostenpflichtige - Übersendung der Vertragsdokumente oder entsprechender, diese Informationen beinhaltender Unterlagen erfüllt werden.

    Eine Auskunftspflicht des Beklagten ist hier jedenfalls nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) anzunehmen (ebenso u.a. Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris):.

  • OLG Saarbrücken, 10.01.2024 - 5 U 26/23

    Auskunftsanspruch bei einer Stufenklage über die Beitragserhöhung einer privaten …

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Die gesetzliche Pflicht des privaten Krankenversicherers aus § 7 Abs. 4 VVG zur jederzeitigen Übermittlung der Vertragsbestimmungen - bzw. Mitteilung der darin enthaltenen Informationen - erstreckt sich auch auf die zum Zwecke einer Beitragsanpassung übermittelten Begründungen, gleichviel ob diese im Nachtrag zum Versicherungsschein selbst oder in gesonderten Dokumenten enthalten sind (Fortführung von Senat, Urteile vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris = BeckRS 2023, 34213 und vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris = BeckRS 2024, 689).

    Diese ist nach den hier vorliegenden Umständen, entgegen der Ansicht des Landgerichts, nicht aus prozessualen Gründen unzulässig (vgl. hierzu - u.a. - Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Senat, Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris).

    Rn. 60 Hieran gemessen, kann der Stufenklage vorliegend die Zulässigkeit nicht abgesprochen werden; insbesondere liegt angesichts der schlüssigen Behauptung des Klägers, der Beklagte habe in den Jahren 2012 bis 2019 unwirksame Beitragserhöhungen vorgenommen, kein Fall vor, in dem die beantragte Auskunft erst Klarheit darüber schaffen soll, ob ein Leistungsanspruch dem Grunde nach besteht (ebenso u.a. Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris; zur abweichenden Behandlung einer unter solchen - im vorliegenden Einzelfall nicht gegebenen - Voraussetzungen unzulässigen Stufenklage etwa: BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514, m. zahlr.

    Dieser Anspruch folgt - worauf der Senat die Parteien in der mündlichen Verhandlung aufmerksam gemacht hat - im vorliegenden Fall, ungeachtet von ihnen erörterter, nicht einschlägiger anderer Rechtsgrundlagen (§ 3 Abs. 3 VVG, §§ 808, 242 BGB, Artikel 15 Abs. 1 und 3 DSGVO; dazu BGH, Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514), aus § 7 Abs. 4 VVG (Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Senat, Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris; im Ansatz auch OLG Naumburg, VersR 2023, 436); er kann durch - ggf. kostenpflichtige - Übersendung der Vertragsdokumente oder entsprechender, diese Informationen beinhaltender Unterlagen erfüllt werden.

    Eine Auskunftspflicht des Beklagten ist hier jedenfalls nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) anzunehmen (ebenso u.a. Senat, Urteil vom 29. November 2023 - 5 U 6/23, juris; Urteil vom 10. Januar 2024 - 5 U 26/23, juris):.

  • BGH, 21.01.2011 - V ZR 243/09

    Nutzungsherausgabe für ein restituiertes Grundstück: Anspruch des Berechtigten …

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Rn. 72 Soweit die Stufenklage mithin auf der Auskunftsstufe begründet ist, war darüber durch Teilurteil zu befinden; wegen der weiteren Stufen (Klageanträge zu 5 bis 7) war die Sache in entsprechender Anwendung des § 538 Abs. 1 Nr. 4 ZPO unter Aufhebung des angefochtenen Urteils an das Landgericht zurückzuverweisen, damit dieses die erforderlichen Feststellungen zur Höhe des geltend gemachten Anspruchs treffen kann (vgl. BGH, Urteil vom 21. Januar 2011 - V ZR 243/09, NJW 2011, 1436).

    Diese Vorschrift ist entsprechend anzuwenden, wenn der dem Ausnahmetatbestand vergleichbare Fall gegeben ist, dass das erstinstanzliche Gericht - wie im vorliegenden Fall - eine Stufenklage insgesamt abgewiesen hat, das Berufungsgericht hingegen dem Rechnungslegungs- oder Auskunftsanspruch stattgibt (vgl. BGH, Urteil vom 3. Mai 2006 - VIII ZR 168/05, NJW 2006, 2626; Urteil vom 21. Januar 2011 - V ZR 243/09, NJW 2011, 1436).

    Eines besonderen Antrags nach § 538 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 2 ZPO bedarf es dafür in der vorliegenden Konstellation richtigerweise nicht (BGH, Urteil vom 21. Januar 2011 - V ZR 243/09, NJW 2011, 1436); ein solcher wurde hier vom Kläger aber ohnehin hilfsweise gestellt.

    Denn bei einer Stufenklage, bei der die erste Stufe - wie hier - durch die Entscheidung des Berufungsgerichts erledigt ist, die Voraussetzungen für die weiteren Stufen aber noch nicht eingetreten sind, ist eine Entscheidung über die weiteren Stufen in der zweiten Instanz auch dann nicht erreichbar, wenn die Klage zunächst insgesamt abgewiesen worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 21. Januar 2011 - V ZR 243/09, NJW 2011, 1436).

  • BGH, 25.07.2017 - VI ZR 222/16

    Allgemeiner Auskunftsanspruch: Verjährung vor dem Hauptanspruch

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Voraussetzung ist vielmehr, dass zwischen dem Berechtigten und dem Verpflichteten eine besondere rechtliche Beziehung besteht (BGH, Urteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 222/16, NJW 2017, 2755; Urteil vom 7. Juni 2023 - IV ZR 252/22, VersR 2023, 977).

    Nach gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung verjähren Hilfsansprüche, wie insbesondere Auskunftsansprüche, grundsätzlich selbständig und unabhängig vom Hauptanspruch nach der allgemeinen Verjährungsfrist (§ 195 BGB; vgl. BGH, Urteil vom 4. Oktober 1989 - IVa ZR 198/88, BGHZ 108, 393, 399; Urteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 222/16, VersR 2017, 1160;… Ellenberger, in: Grüneberg, a.a.O., § 195 Rn. 15); der Verjährungsbeginn richtet sich nach § 199 Abs. 1 BGB, setzt mithin das Entstehen des Anspruchs sowie die Kenntnis oder grobfahrlässige Unkenntnis des Versicherungsnehmers von den den Anspruch begründenden Tatsachen und der Person des Schuldners voraus.

    Allerdings kann der Auskunftsanspruch nicht vor dem Hauptanspruch verjähren, dessen Durchsetzung er dient (BGH, Urteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 222/16, VersR 2017, 1160).

  • BGH, 16.12.2020 - IV ZR 294/19

    Begründung einer Prämienanpassung in der privaten Krankenversicherung

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Diese sind Teil der - einheitlichen - Vertragserklärung des Versicherers, über die der Versicherungsnehmer jederzeit vollständig zu informieren ist; von ihnen hängt die (formelle) Wirksamkeit der jeweiligen, auf einseitige Neufestsetzung der Prämie gerichteten Vertragserklärung des Versicherers ab (§ 203 Abs. 2 und 5 VVG), und der Versicherungsnehmer benötigt diese Informationen u.a. dazu, um sich auf die Vertragsänderung einstellen zu können und sich darüber klar zu werden, ob er innerhalb der zeitgleich ausgestalteten Frist des § 205 Abs. 4 VVG sein Kündigungsrecht ausübt oder die Prämienänderung zum Anlass nimmt, von seinem Tarifwechselrecht nach § 204 VVG Gebrauch zu machen (BGH, Urteil vom 16. Dezember 2020 - IV ZR 294/19, BGHZ 228, 56, 66 = Rn. 34).

    Es liegt auf der Hand, dass er ohne Mitwirkung des Beklagten nicht in der Lage ist, sich die erbetenen Informationen über die Höhe der auslösenden Faktoren auf zumutbare Weise selbst zu beschaffen, die nicht allgemein zugänglich sind, zumal wenn der Beklagte - weil dies keine zwingende Voraussetzung für die Wirksamkeit der Beitragsanpassung ist; vgl. BGH, Urteil vom 16. Dezember 2020 - IV ZR 294/19, VersR 2021, 240; Urteil vom 14. April 2021 - IV ZR 36/20, NLPrax 2021, 95 - diesen in ihren Beitragserhöhungsschreiben nicht mitgeteilt hat.

  • BGH, 06.04.2016 - VIII ZR 143/15

    Entstehung eines Vorkaufsrechts des Mieters durch Begründung von …

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Eine Stufenklage scheidet aber dann nicht aus, wenn nur ein Teil der für die Bezifferung benötigten Informationen im Weg der Auskunftsklage zu erlangen ist; vielmehr ist eine Stufenklage nur dann ausgeschlossen, wenn der in erster Stufe verfolgte Auskunftsanspruch in keiner Weise der näheren Bestimmung eines noch nicht hinreichend bestimmten, in einer nachfolgenden Stufe geltend gemachten Leistungsbegehrens, sondern anderen Zwecken dient (BGH, Urteil vom 6. April 2016 - VIII ZR 143/15 Rn. 15, NJW 2017, 156).

    Rn. 62 Ausgehend vom Vorbringen des Klägers, liegt hier jedoch kein Fall vor, in dem der in erster Stufe verfolgte Auskunftsanspruch "in keiner Weise" (vgl. BGH, Urteil vom 6. April 2016 - VIII ZR 143/15, NJW 2017, 156 Rn. 15) bzw. "überhaupt nicht" (vgl. BGH…, Urteil vom 29. März 2011 - VI ZR 117/10, BGHZ 189, 79 Rn. 8) der näheren Bestimmung eines noch nicht hinreichend bestimmten, in einer nachfolgenden Stufe geltend gemachten Leistungsbegehrens, sondern anderen Zwecken diente, und deshalb aus prozessualen Gründen ausgeschlossen wäre.

  • BGH, 02.12.2015 - IV ZR 28/15

    Kapitalbildende Lebensversicherung: Auskunftsanspruch des Versicherungsnehmers …

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Auch ein Versicherer kann unter diesen Voraussetzungen seinem Versicherungsnehmer zur Auskunft verpflichtet sein; so insbesondere, wenn dieser einen Anspruch geltend macht, für dessen Voraussetzungen er darlegungs- und beweisbelastet ist, und zu dessen Durchsetzung er die geforderten Auskünfte benötigt (vgl. BGH, Urteil vom 2. Dezember 2015 - IV ZR 28/15, VersR 2016, 173; Beschluss vom 1. Juni 2016 - IV ZR 507/15, VersR 2016, 1236, jeweils zur Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung).

    Die Zubilligung des Auskunftsanspruchs hat unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände des Einzelfalles und unter Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit zu erfolgen (BGH, Urteil vom 2. Dezember 2015 - IV ZR 28/15, VersR 2016, 173).

  • BGH, 07.06.2023 - IV ZR 252/22

    Auskunftsanspruch eines Gebäudeversicherers gegen Mieter bezüglich …

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Rn. 69 Ein Auskunftsanspruch nach § 242 BGB besteht bei jedem Rechtsverhältnis, dessen Wesen es mit sich bringt, dass der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen oder Umfang seines Rechts im Ungewissen und der Verpflichtete in der Lage ist, unschwer die zur Beseitigung dieser Ungewissheit erforderlichen Auskünfte zu erteilen (BGH, Urteil vom 7. Juni 2023 - IV ZR 252/22, VersR 2023, 977; Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514; vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 1985 - I ZR 35/83, BGHZ 95, 285; RGZ 158, 377, 379).

    Voraussetzung ist vielmehr, dass zwischen dem Berechtigten und dem Verpflichteten eine besondere rechtliche Beziehung besteht (BGH, Urteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 222/16, NJW 2017, 2755; Urteil vom 7. Juni 2023 - IV ZR 252/22, VersR 2023, 977).

  • BGH, 02.03.2000 - III ZR 65/99

    Rechtschutzbedürfnis für Stufenklage

    Auszug aus OLG Saarbrücken, 07.02.2024 - 5 U 9/23
    Abweichend von der Regel des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO ist es deswegen zulässig, einen insoweit noch unbestimmten Leistungsantrag zu stellen (BGH, Urteil vom 3. Juli 2003 - III ZR 109/02, NJW 2003, 2748; Urteil vom 2. März 2000 - III ZR 65/99, NJW 2000, 1645, 1646).

    Weil im Rahmen der Stufenklage die Auskunft lediglich ein Hilfsmittel ist, um die (noch) fehlende Bestimmbarkeit des Leistungsanspruchs herbeizuführen, steht die der Stufenklage eigene Verknüpfung von unbestimmtem Leistungs- und vorbereitendem Auskunftsanspruch nicht zur Verfügung, wenn die Auskunft nicht dem Zweck einer Bestimmbarkeit des Leistungsanspruchs dienen, sondern dem Kläger sonstige mit der Bestimmbarkeit als solcher nicht im Zusammenhang stehende Informationen über seine Rechtsverfolgung verschaffen soll (BGH, Urteil vom 2. März 2000 - III ZR 65/99, NJW 2000, 1645; Urteil vom 29. März 2011 - IV ZR 117/10, BGHZ 189, 79; Urteil vom 17. Oktober 2012 - XII ZR 101/10, NJW 2012, 3722; Urteil vom 27. September 2023 - IV ZR 177/22, VersR 2023, 1514).

  • BGH, 29.03.2011 - VI ZR 117/10

    Gefährdungshaftung nach dem Arzneimittelgesetz: Zulässigkeit eines Teilurteils …

  • BGH, 01.06.2016 - IV ZR 507/15

    Private Rentenversicherung/kapitalbildende Lebensversicherung: Auskunftsanspruch …

  • BGH, 24.03.2010 - IV ZR 296/07

    Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes: Anspruch der Versicherten auf …

  • OLG Saarbrücken, 28.08.2023 - 5 W 43/23

    Festsetzung des Gebührenwerts einer Stufenklage

  • OLG Köln, 28.04.2023 - 20 U 261/22

    Geltendmachung von Erstattungsansprüchen aufgrund unwirksamer Prämienanpassungen …

  • BGH, 14.04.2021 - IV ZR 36/20

    Rückforderung von unwirksamen Beitragserhöhungen in der PKV

  • BGH, 02.12.2010 - IX ZR 247/09

    Haftung wegen unerlassener Abführung von Arbeitnehmerbeiträgen zur …

  • BGH, 28.06.2017 - IV ZR 440/14

    Versicherungsvertrag: Wirksamkeit trotz unterlassener Pflichtmitteilungen des …

  • BGH, 14.02.2019 - IX ZR 149/16

    Auskunftsanspruch des Insolvenzverwalters gegen einen Gesellschafter einer …

  • BGH, 23.01.2007 - XI ZR 44/06

    Verjährungsfrist in Überleitungsfällen von subjektiven Voraussetzungen abhängig

  • BGH, 04.10.1989 - IVa ZR 198/88

    Ermittlungsanspruch des pflichtteilsergänzungsberechtigten Erben gegen den …

  • OLG Hamm, 15.11.2021 - 20 U 269/21

    Feststellung der Unwirksamkeit von noch näher zu bezeichnenden Prämienerhöhungen …

  • BGH, 06.02.2007 - X ZR 117/04

    Meistbegünstigungsvereinbarung

  • BGH, 11.05.2011 - VIII ZR 42/10

    Teilurteil: Berücksichtigung der Unzulässigkeit in der Revisionsinstanz; Erlass …

  • BGH, 13.07.2016 - IV ZR 292/14

    Krankheitskostenversicherung: Physiotherapeutische Leistungen als Behandlungen im …

  • OLG Celle, 15.12.2022 - 8 U 165/22

    Voraussetzungen und Reichweite des Auskunftsanspruchs gemäß Art. 15 DS-GVO

  • BGH, 20.12.2017 - XII ZB 333/17

    Vormundschaft für einen minderjährigen, aber über 18 Jahre alten, unbegleiteten …

  • BGH, 14.01.2015 - IV ZR 43/14

    Prämienanspruch der Krankheitskostenversicherung: Ausschluss des Einwandes einer …

  • OLG Nürnberg, 14.03.2022 - 8 U 2907/21

    Erfolglose Klage gegen PKV-Beitragserhöhungen; rechtsmissbräuchliches …

  • BGH, 26.04.1989 - IVb ZR 48/88

    Zulässigkeit eines Teilurteils; Hinzuziehung eines Sachverständigen bei der …

  • OLG Saarbrücken, 17.05.2017 - 5 U 35/16

    Kapitalbildende Lebensversicherung: Einwendung des Rechtsmissbrauchs bei …

  • BGH, 17.10.2012 - XII ZR 101/10

    Stufenklage auf Zugewinnausgleich: Rechtsschutzbedürfnis für den Auskunftsantrag; …

  • BGH, 16.06.2010 - VIII ZR 62/09

    Provisionsrückzahlungsanspruch des Geschäftsherrn und Auskunftsanspruch des …

  • BGH, 21.06.2016 - II ZR 305/14

    Auslegung des Klagebegehrens

  • BGH, 25.11.1993 - IX ZR 32/93

    Vollstreckbarkeit eines ausländischen Urteils

  • BGH, 03.05.2006 - VIII ZR 168/05

    Pflicht des Zwangsverwalters eines vermieteten Grundstücks zur Abrechnung von …

  • BGH, 25.10.2016 - VI ZR 678/15

    Verletzung von Persönlichkeitsrechten in der Berichterstattung auf der …

  • BGH, 13.07.2011 - VIII ZR 342/09

    Berufungsentscheidung: Verfahrensfehlerhafte Zurückverweisung nur eines …

  • BGH, 27.11.1998 - V ZR 180/97

    Verfügung über ein Grundstück in Volkseigentum; Verbindung des Auskunfts- und …

  • BGH, 13.06.1985 - I ZR 35/83

    GEMA-Vermutung II; Geltung der GEMA-Vermutung für die musikalische Vertonung …

  • OLG München, 24.11.2021 - 14 U 6205/21

    Auskunftsklage wegen behauptet unwirksamer Prämienanpassungen

  • BGH, 28.11.2003 - V ZR 123/03

    Erwerb eines Grundstücks durch einen Sozialversicherungsträger; Zulässigkeit …

  • BGH, 03.07.2003 - III ZR 109/02

    Formulierung des Leistungsantrags im Rahmen einer Stufenklage; Herausgabe von …

  • BGH, 26.04.2012 - VII ZR 25/11

    Widerklage: Voraussetzungen für den Erlass eines Teilurteils

  • OLG Saarbrücken, 16.06.2021 - 5 U 57/20

    Krankentagegeldversicherung: Zulässigkeit eines sich Berufens auf eine fehlende …

  • OLG Saarbrücken, 01.12.2021 - 5 U 93/20

    Verjährung des Rückforderungsanspruchs wegen zuviel gezahlter Beiträge in der …

  • OLG Brandenburg, 08.07.2014 - 6 U 196/12

    Stufenklage: Zulässigkeit eines Teilurteils; Auskunfts- und Zahlungsanspruch …

  • RG, 19.11.1938 - II 69/38

    Besteht eine Verpflichtung zur Auskunftserteilung, wenn durch die Auskunft die …

  • BGH, 15.03.2023 - IV ZR 322/20

    Gesetzliche Anforderungen an Prämienanpassung

  • BGH, 09.11.2011 - IV ZR 171/10

    Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zu den versicherungsrechtlichen Folgen des …

  • OLG Koblenz, 20.07.2023 - 10 U 1633/22

    Auskunftsanspruch über frühere Beitraganpassungen

  • OLG Saarbrücken, 24.05.2023 - 5 U 61/22

    Widerrufsbelehrung ohne Äußerung zu Prämienerstattungspflicht

  • OLG Saarbrücken, 05.04.2023 - 5 U 54/21

    Zulässigkeit einer Klage nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens eines in …

  • RG, 23.08.1935 - VII 24/35

    1. Unter welchen Umständen darf sich der Versicherer auf eine dem …

  • LG München I, 02.12.2025 - 12 O 2366/25

    Leistungen, Rente, Erwerbsminderung, Auskunft, Versicherungsnehmer, …

    Der Kläger kann sich hierbei, wenn und weil ihm das Geschuldete nicht oder nicht hinreichend bekannt ist, die bestimmte Angabe der von ihm beanspruchten Leistungen bis zur Erteilung der geforderten Auskünfte vorbehalten (Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken Urteil vom 26. Juli 2017 - 5 U 9/23 juris. Rn. 59).
  • KG, 12.03.2024 - 14 U 57/23

    Auskunftsanspruch eines Versicherten auf Vorlage von Informationsschreiben über …

    Denn das Saarländische Oberlandesgericht stützt seine im Ergebnis abweichende Entscheidung ausdrücklich auf die Feststellung, dass im dort zu entscheidenden Einzelfall diese Voraussetzungen nicht vorgelegen hätten (vgl. Saarländisches OLG, Urteil vom 29.11.2023 - 5 U 10/22 -, Urteilsumdruck Anlage KGR B 7, dort S. 12;… ebenso in den veröffentlichten Entscheidungen des Saarländischen OLG: Urteil vom 29.11.2023 - 5 U 6/23 -, juris Rn. 47;… Teilurteil vom 10.01.2024 - 5 U 26/23 -, juris Rn. 42; Urteil vom 07.02.2024 - 5 U 9/23 -, juris Rn. 60).
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