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Rechtsprechung
   OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2023,24900
OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22 (https://dejure.org/2023,24900)
OLG Naumburg, Entscheidung vom 04.08.2023 - 7 U 77/22 (https://dejure.org/2023,24900)
OLG Naumburg, Entscheidung vom 04. August 2023 - 7 U 77/22 (https://dejure.org/2023,24900)
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Volltextveröffentlichung

  • Rechtsprechungsdatenbank Sachsen-Anhalt

    § 31 BGB, § 276 Abs 2 BGB, § 823 Abs 2 BGB, § 826 BGB, § 6 Abs 1 EG-FGV
    Erwerb eines Diesel-Gebrauchtwagens: Schadensersatzanspruch wegen einer Schutzgesetzverletzung bei Verwendung eines Thermofensters; Unvermeidbarkeit eines Verbotsirrtums

Kurzfassungen/Presse

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)

    Geltendmachung eines Anspruchs auf Schadensersatz wegen des Erwerbs eines PKW mit einer widerrechtliche eingebauten Abgasabschalteinrichtung

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Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (12)Zitiert selbst (81)

  • BGH, 26.06.2023 - VIa ZR 335/21

    "Dieselverfahren"; Tatbestandswirkung der Typgenehmigung; unionsrechtliche …

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Rn. 11 Der Kläger hat seine Berufungsanträge im Hinblick auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in den Urteilen vom 26. Juni 2023 zu den Rechtssachen VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21 umgestellt und beantragt zuletzt,.

    Rn. 25 Soweit der Kläger seine Sachanträge mit Blick auf die am 26. Juni 2023 verkündeten Urteile des Bundesgerichtshofes in den Rechtssachen VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/26 im Termin der mündlichen Verhandlung angepasst hat und nunmehr nicht mehr den großen Schadensersatz, sondern Ersatz des Differenzschadens verlangt, handelt es sich hierbei um eine nach Maßgabe der §§ 525, 264 Nr. 2, Nr. 3 ZPO ohne weiteres zulässige Antragänderung.

    Denn damit hat er seinem Klagebegehren lediglich eine andere Methode der Schadensberechnung zugrunde gelegt, die im Kern ebenfalls an die Vertrauensinvestition des Käufers bei Abschluss des Kaufvertrages anknüpft (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 45).

    Denn er kann sich im Ergebnis nur auf vermutete Tatsachen stützen, weil er mangels eigener Sachkunde und Einblick in die Produktion des von der Gegenseite hergestellten und verwendeten Fahrzeugmotors einschließlich des Systems der Abgasrückführung oder -verminderung keine gesicherte, unmittelbare Kenntnis von Einzeltatsachen haben kann (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 53; BGH, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19; BGH…, Urteil vom 18. Mai 2021 - VI ZR 401/19, Rdn. 19; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 21, BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 22; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41004, Rdn. 11).

    Vom Kläger ist zumindest zu verlangen, dass er hinreichend konkrete, greifbare Umstände bzw. Anhaltspunkte anführt, auf die er seinen Verdacht gründet, sein Fahrzeug weise eine oder mehrere unzulässige Abschalteinrichtungen auf (vgl. BGH…, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, ZIP 2020, 486, Rdn. 8; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 22 zitiert nach juris; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 23/b 24; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41003 Rdn. 12; BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 53).

    Die bloße Prüfstanderkennung, insbesondere wenn es für diese nachvollziehbare motortechnische Gründe gibt, genügt zur Begründung einer sittenwidrigen Schädigung nach § 826 BGB mithin jedenfalls so lange nicht, wie dies keine unterschiedlichen Auswirkungen auf das Emissionsverhalten des Motors im Prüfstand einerseits und im realen Fahrbetrieb andererseits hat (vgl. nur: BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 48).

    Die Tatbestandswirkung der EG-Typengenehmigung kann einem Anspruch des Fahrzeugkäufers auf Schadensersatz wegen unerlaubter Handlung vielmehr nicht entgegen gehalten werden (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 10 ff; auch bereits: BGH…, Beschluss vom 26. April 2022 - VIII ZR 19/21 Rn. 24; BGH, Beschluss vom 14. Dezember 2021 - VIII ZR 386/20 Rn 34; BGH, Beschluss vom 09. Mai 2022 - VIa ZR 312/21).

    Insoweit kann dem Käufer eines mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgestatteten Fahrzeuges im Falle der Enttäuschung seines auf die Richtigkeit der Übereinstimmungsbescheinigung gestützten Vertrauens ein Schadensersatzanspruch gemäß § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 2 EG-FGV gegen den Fahrzeughersteller zustehen, sofern ihm aufgrund des Vertragsschlusses ein Vermögensschaden nach Maßgabe der Differenzhypothese entstanden ist (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Weiter muss der konkret Geschädigte vom persönlichen Schutzbereich der verletzten Norm erfasst sein und zum Kreis derjenigen Personen gehören, deren Schutz die verletzte Norm bezweckt (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 20; BGH…, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, Rdn. 73; BGH…, Urteil vom 23. Juli 2019 - VI ZR 307/18, NJW 2019, 3003 Rn. 14 mwN; BGH…, Urteil vom 27. Februar 2020 - VII ZR 151/18, juris Rn. 34 mwN).

    Außerdem muss die Schaffung eines individuellen Schadensersatzanspruchs sinnvoll und im Lichte des haftungsrechtlichen Gesamtsystems tragbar erscheinen, wobei in umfassender Würdigung des gesamten Regelungszusammenhangs, in den die Norm gestellt ist, zu prüfen ist, ob es in der Tendenz des Gesetzgebers liegen konnte, an die Verletzung des geschützten Interesses die deliktische Einstandspflicht des dagegen Verstoßenden mit allen damit zugunsten des Geschädigten gegebenen Haftungs- und Beweiserleichterungen zu knüpfen (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 - Rdn. 20 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, Rdn. 73; BGH…, Urteil vom 23. Juli 2019 - VI ZR 307/18, NJW 2019, 3003 Rn. 12 f. mwN; BGH…, Urteil vom 27. Februar 2020 - VII ZR 151/18, juris Rn. 34 mwN).

    Das demnach unionsrechtlich geschützte Interesse, durch den Abschluss eines Kaufvertrages über ein Kraftfahrzeug nicht wegen eines Verstoßes des Fahrzeugherstellers gegen das europäische Abgasrecht eine Vermögenseinbuße im Sinne der Differenzhypothese zu erleiden, ist demnach über § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 GG-FGV haftungsrechtlich abgedeckt (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 32).

    Rn. 59 Auch wenn die hier verletzten europarechtlichen Normen in persönlicher Hinsicht auch den Fahrzeugkäufer im Blick haben (vgl. EuGH…, Urteil vom 21. März 2023 - C-100/21, Rn. 85) und § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FVG im Lichte der Art. 3 Nr. 36, Art. 18 Abs. 1, Art. 26 Abs. 1 und Art. 46 der Richtlinie 2007/46/EG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 unionsrechtskonform auszulegen sind, verlangt das Unionsrecht, was aufgrund des Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 21. März 2023 geklärt ist, indessen nicht, dass diese Normen den Käufer eines mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehenen Kraftfahrzeuges in sachlicher Hinsicht so zu stellen haben, als habe er den Kaufvertrag nicht abgeschlossen, also das Interesse auf Rückabwicklung des Kaufvertrages in den sachlichen Schutzbereich der § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FGV einzubeziehen (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 in den Rechtssachen VIa ZR 335/21, Rdn. 22; VIa ZR 533/21, VIa ZR 1031/21; so bereits BGH…, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19 Rn. 72 ff., BGHZ 225, 316; BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20 Rn. 10 ff., ZIP 2020, 1715; BGH…, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 1279/21, Rdn. 28; BGH…, Beschluss vom 12. Januar 2022 - VII ZR 391/21, Rdn. 15; BGH…, Beschluss vom 10. Februar 2022 - III ZR 87/21 Rn. 8 ff, juris; BGH…, Beschluss vom 04. Mai 2022 - VII ZR 733/21, Rdn. 14; BGH…, Beschluss vom 04. Mai 2022 - VII ZR 656/21, Rdn. 3).

    Denn aus der Verpflichtung des Herstellers zur Einhaltung des europäischen Abgasrechts und einer auch darauf bezogenen, dem Käufer ausgehändigten Bescheinigung ergibt sich nicht automatisch ein neben die kaufrechtliche Sachmängelgewährleistung des Verkäufers und die deliktische Haftung des Herstellers für Vermögensschäden nach der Differenztheorie tretender Anspruch des Käufers auf eine vom Vorliegen eines Vermögenschadens nach der Differenztheorie unabhängige, wirtschaftliche Rückabwicklung des Kaufvertrages im Verhältnis zum Hersteller bei einem Verstoß gegen Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 und der Erteilung einer unrichtigen Übereinstimmungsbescheinigung (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 23).

    Dieser Anspruch auf Ersatz des Differenzschadens erfüllt die unionsrechtlichen Vorgaben einer effektiven Sanktionierung fahrlässiger Verstöße gegen unionsrechtliche Vorgaben einer zulässigen Gestaltung von Abschalteinrichtungen (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Unzutreffend ist eine Übereinstimmungsbescheinigung, wenn das betreffende Kraftfahrzeug mit einer gemäß Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 unzulässigen Abschalteinrichtung ausgerüstet ist, weil die Bescheinigung in diesem Fall eine tatsächlich nicht gegebene Übereinstimmung des konkreten Fahrzeuges mit Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 ausweist (vgl. hierzu: BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rn. 34).

    Dabei ist bei der Subsumtion unter Art. 3 Nr. 10 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union auf die Verwendung des Fahrzeugs unter Fahrbedingungen abzustellen, wie sie im gesamten Unionsgebiet üblich sind (vgl. EuGH…, Urteil vom 14. Juli 2022 - C-128/20, NJW 2022, 2605, Rdn. 40; EuGH, Urteil vom 14. Juli 2022 - V-134/20; EuGH, Urteil vom 14. Juli 2022 - C-145/22, EuZW 2022, 1080; BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 50).

    Wie der Bundesgerichtshof in seinem Grundsatzurteil vom 26. Juni 2023 zur Rechtssache VIa ZR 335/21 klargestellt hat, ist Maßstab für die Frage der Zulässigkeit einer Funktionsveränderung in Abhängigkeit von bestimmten Parametern nach Art. 3 Nr. 10 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 insoweit nicht etwa die Einhaltung der Grenzwerte, sondern die Wirksamkeit des unverändert funktionierenden Emissionskontrollsystems unter den Bedingungen des normalen Fahrbetriebs (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 51).

    Rn. 64 Die ausnahmsweise Zulässigkeit einer festgestellten Abschalteinrichtung - etwa aus Motorschutzgründen - muss aufgrund des Regel-Ausnahme-Verhältnisses in Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 der Fahrzeughersteller darlegen und beweisen (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 54; VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Rn. 67 aa) Auch eine unionrechtskonforme Auslegung erfordert nicht etwa die Ableitung einer verschuldensunabhängigen Haftung aus § 823 Abs. 2 BGB (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 37).

    Rn. 68 Derjenige, der objektiv ein Schutzgesetz verletzt hat, muss dabei die Umstände darlegen und erforderlichenfalls beweisen, die geeignet sind, die daraus folgende Annahme seines Verschuldens in Form einer Fahrlässigkeit auszuräumen (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 59 m.w.N.).

    Denn es besteht eine von der objektiven Schutzgesetzverletzung ausgehende Verschuldensvermutung, die der Fahrzeughersteller, wenn er eine Übereinstimmungsbescheinigung trotz der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgegeben und dadurch § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FGV verletzt hat, bezogen auf den Zeitpunkt des Fahrzeugerwerbs durch den Käufer widerlegen muss (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 61).

    Rn. 69 Beruft sich der Fahrzeughersteller - hier die Beklagte - für den hier maßgeblichen Zeitpunkt des Vertragsschlusses zu seiner Entlastung auf einen haftungsausschließenden unvermeidbaren Verbotsirrtum im Sinne des § 17 StGB, gelten hierfür die vom Bundesgerichtshof allgemein entwickelten Grundsätze (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 62 ff):.

    Nur ein auch bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt unvermeidbarer Verbotsirrtum kann nämlich entlastend wirken (vgl. BGH…, Urteil vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16 Rdn. 18; BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 63 m.w.N.).

    Ein solch entlastend wirkender Verbotsirrtum setzt voraus, dass der Schädiger die Rechtslage unter Einbeziehung der höchstrichterlichen Rechtsprechung sorgfältig geprüft hat und er bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt mit einer anderen Beurteilung durch die Gerichte nicht zu rechnen brauchte (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 63 m.W.N.).

    Steht insoweit fest, dass eine ausreichende Erkundigung des einem Verbotsirrtum unterliegenden Schädigers bei der zuständigen Aufsichtsbehörde dessen Fehlvorstellung bestätigt hätte, so scheidet seine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. dem entsprechenden Schutzgesetz infolge eines unvermeidbaren Verbotsirrtums mithin selbst dann aus, wenn der Täter eine entsprechende Erkundigung über Bestand und Umfang seiner Verpflichtung nicht eingeholt hat (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 65; BGH…, Urteil vom 27. Juli 2017, VI ZR 424/16, Rn. 16 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 10. Juli 2018 - VI ZR 263/17 -, juris, Rdn. 28; siehe hierzu auch: OLG Frankfurt…, Urteil vom 22. September 2022 - 4 U 230/20, Rdn. 35; OLG Frankfurt…, Urteil vom 10. November 2022 - 16 U 53/21, Rdn. 89/90 zitiert nach juris; OLG München…, Beschluss vom 05. Mai 2023 - 27 U 1464/23, Rdn. 14; OLG München…, Beschluss vom 12. Oktober 2022 - 27 U 5002/22, Rdn. 32; OLG Hamm…, Beschluss vom 4. August 2022 - 21 U 106/21 -, juris, Rdn. 11; OLG Stuttgart…, Urteil vom 21. Dezember 2022 - 23 U 492/21, Rdn. 51; OLG Dresden…, Urteil vom 22. Dezember 2022 - 4 U 1415/22, Rdn. 38, zitiert nach juris;… Seichter in: Herberger/Martinek/Rüßmann/Weth/Würdinger, jurisPK-BGB, 10. Aufl., § 276 BGB (Stand: 21.07.2023), Rdn. 23.1).

    Rn. 76 Eine Entlastung auf dieser Grundlage setzt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 66) allerdings voraus, dass der Fahrzeughersteller nicht nur allgemein darlegt, dass die Behörde Abschalteinrichtungen der verwendeten Art genehmigt hätte, sondern dass ihm dies auch unter Berücksichtigung der konkret verwendeten Abschalteinrichtung in allen für die Beurteilung nach Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 maßgebenden Einzelheiten gelingt (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 66).

    Da der Vorwurf einer zumindest fahrlässigen Inverkehrgabe einer unzutreffenden Übereinstimmungsbescheinigung für den Zeitpunkt des Abschlusses des Kaufvertrages widerlegt werden muss (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 61), kommt es darauf an, ob die Beklagte die Voraussetzungen einer hypothetischen Genehmigung für die hier maßgebliche Zeit des Fahrzeugerwerbs am 10. Oktober 2016 dargelegt hat.

    Neben anderen Indizien kann insoweit auch aufgrund einer bestimmten, hinreichend konkreten Verwaltungspraxis auf eine hypothetische Genehmigung gemäß § 286 Abs. 1 ZPO geschlossen werden (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 67).

    Rn. 79 Der Senat verkennt in diesem Zusammenhang nicht, dass allein der Umstand, dass der Verwendung von Thermofenstern ein allgemeiner Industriestandard zugrunde lag und dass nach den Angaben des KBA nahezu jedes Kraftfahrzeug mit einem Dieselmotor mit einer Abgasrückführung über ein Thermofenster verfügt, zu einer Entlastung der Beklagten allein noch nicht zu genügen vermag (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 70).

    Klärungsbedürftige Rechtsfragen, die sich im Zusammenhang mit einer Inanspruchnahme der Beklagten als Fahrzeugherstellerin aus §§ 826, 31 BGB oder im Hinblick auf eine Haftung aus einer Schutzgesetzverletzung nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGV ergeben, hat der Bundesgerichtshof in den Urteilen vom 26. Juni 2023 zu den Rechtssachen VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21 zwischenzeitlich grundlegend entschieden.

  • BGH, 16.09.2021 - VII ZR 190/20

    "Dieselverfahren": Daimler-Thermofenster

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Vielmehr muss eine besondere Verwerflichkeit seines Verhaltens hinzutreten, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben kann (st. Rspr., vgl. BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20, ZIP 2020, 1715 Rn. 29; BGH…, Urteil vom 08. Dezember 2020 - VI ZR 244/20, Rdn. 12 ff; BGH…, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, ZIP 2020, 1179 Rdn. 15; BGH…, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, Rdn. 12 ff; BGH, Urteil vom 23. März 2021 - VI ZR 1180/20, 10 ff; BGH…, Urteil vom 13. April 2021 - VI ZR 276/20, Rdn. 7 ff; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 13; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, BeckRS 2021, 33038).

    Aus diesen muss sich jedenfalls ergeben, dass die handelnden Personen bei der Entwicklung und/oder Verwendung des Aggregats in dem Bewusstsein handelten, eine unzulässige Abschalteinrichtung zu verwenden und den darin liegenden Gesetzesverstoß billigend in Kauf nahmen (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, BeckRS 2021, 4148; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 13 zitiert nach juris; BGH…, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, Rdn. 12; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 16; BGH…, Urteil vom 23. September 2021 - III ZR 200/20, Rdn. 22; BGH…, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, Rdn. 12; BGH, Beschluss vom 21. November 2021 - III ZR 202/20).

    Denn er kann sich im Ergebnis nur auf vermutete Tatsachen stützen, weil er mangels eigener Sachkunde und Einblick in die Produktion des von der Gegenseite hergestellten und verwendeten Fahrzeugmotors einschließlich des Systems der Abgasrückführung oder -verminderung keine gesicherte, unmittelbare Kenntnis von Einzeltatsachen haben kann (vgl. BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 53; BGH, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19; BGH…, Urteil vom 18. Mai 2021 - VI ZR 401/19, Rdn. 19; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 21, BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 22; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41004, Rdn. 11).

    Vom Kläger ist zumindest zu verlangen, dass er hinreichend konkrete, greifbare Umstände bzw. Anhaltspunkte anführt, auf die er seinen Verdacht gründet, sein Fahrzeug weise eine oder mehrere unzulässige Abschalteinrichtungen auf (vgl. BGH…, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, ZIP 2020, 486, Rdn. 8; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 22 zitiert nach juris; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 23/b 24; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41003 Rdn. 12; BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 53).

    Soweit er sich in diesem Zusammenhang auf die mediale Berichterstattung stützt (z.B. Bericht von www.....de, Stand 04. Dezember 2019) und diverse Instanzenentscheidungen zitiert, genügt dies jedenfalls nicht (vgl. ähnlich: BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 28).

    Was die Entwicklung und Implementierung der temperaturabhängigen Steuerung des Emissionskontrollsystems (sog. Thermofenster) anbelangt, entspricht es der mittlerweile gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. BGH, Grundsatzurteil vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/19; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, zitiert nach juris; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 72/21; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 179/21, zitiert nach juris; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20), dass der unstreitige Einsatz eines sog. Thermofensters nicht ohne Hinzutreten weiterer Umstände auf ein sittenwidriges Handeln der Beklagten schließen lässt.

    Aus einer etwaig unterbliebenen Offenlegung der genauen Wirkungsweise des Thermofensters gegenüber der zuständigen Typengenehmigungsbehörde folgen jedenfalls noch keine Anhaltspunkte, die auf eine bewusste und gewollte Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung schließen lassen (vgl. BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 26; BGH…, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, Rdn. 20; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41003).

    Im Hinblick auf die seinerzeit bestehende unsichere Rechtslage bei der Beurteilung der Zulässigkeit des Thermofensters kann zumindest ein besonders verwerfliches Verhalten nicht festgestellt werden (vgl. hierzu nur: BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 29/31; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 202/20, Rdn. 15).

    Die Interpretation der Beklagten und anderer Automobilhersteller zur Zulässigkeit von Thermofenstern unter dem Aspekt des Motorschutzes wurde danach aber von offizieller Stelle zumindest zu jener Zeit für vertretbar gehalten (vgl. BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 29/31; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 202/20, Rdn. 15).

  • BGH, 25.11.2021 - III ZR 202/20

    Anspruch auf Schadensersatz wegen Verwendung unzulässiger Abschalteinrichtungen …

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Aus diesen muss sich jedenfalls ergeben, dass die handelnden Personen bei der Entwicklung und/oder Verwendung des Aggregats in dem Bewusstsein handelten, eine unzulässige Abschalteinrichtung zu verwenden und den darin liegenden Gesetzesverstoß billigend in Kauf nahmen (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, BeckRS 2021, 4148; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 13 zitiert nach juris; BGH…, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, Rdn. 12; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 16; BGH…, Urteil vom 23. September 2021 - III ZR 200/20, Rdn. 22; BGH…, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, Rdn. 12; BGH, Beschluss vom 21. November 2021 - III ZR 202/20).

    Auch wenn es einer Partei grundsätzlich nicht verwehrt ist, Tatsachen zu behaupten, über die sie selbst kein zuverlässiges Wissen besitzt und auch nicht erlangen kann, muss sie diese dennoch auf Grundlage greifbarer Gesichtspunkte für wahrscheinlich oder möglich halten (st. Rspr., vgl. BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, Rdn. 12 zitiert nach juris; BGH…, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, Rdn. 8).

    Denn er kann sich im Ergebnis nur auf vermutete Tatsachen stützen, weil er mangels eigener Sachkunde und Einblick in die Produktion des von der Gegenseite hergestellten und verwendeten Fahrzeugmotors einschließlich des Systems der Abgasrückführung oder -verminderung keine gesicherte, unmittelbare Kenntnis von Einzeltatsachen haben kann (vgl. BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 53; BGH, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19; BGH…, Urteil vom 18. Mai 2021 - VI ZR 401/19, Rdn. 19; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 21, BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 22; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41004, Rdn. 11).

    Vom Kläger ist zumindest zu verlangen, dass er hinreichend konkrete, greifbare Umstände bzw. Anhaltspunkte anführt, auf die er seinen Verdacht gründet, sein Fahrzeug weise eine oder mehrere unzulässige Abschalteinrichtungen auf (vgl. BGH…, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, ZIP 2020, 486, Rdn. 8; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 22 zitiert nach juris; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 23/b 24; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41003 Rdn. 12; BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 53).

    Was die Entwicklung und Implementierung der temperaturabhängigen Steuerung des Emissionskontrollsystems (sog. Thermofenster) anbelangt, entspricht es der mittlerweile gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. BGH, Grundsatzurteil vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/19; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, zitiert nach juris; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 72/21; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 179/21, zitiert nach juris; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20), dass der unstreitige Einsatz eines sog. Thermofensters nicht ohne Hinzutreten weiterer Umstände auf ein sittenwidriges Handeln der Beklagten schließen lässt.

    Aus einer etwaig unterbliebenen Offenlegung der genauen Wirkungsweise des Thermofensters gegenüber der zuständigen Typengenehmigungsbehörde folgen jedenfalls noch keine Anhaltspunkte, die auf eine bewusste und gewollte Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung schließen lassen (vgl. BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 26; BGH…, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, Rdn. 20; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41003).

    Im Hinblick auf die seinerzeit bestehende unsichere Rechtslage bei der Beurteilung der Zulässigkeit des Thermofensters kann zumindest ein besonders verwerfliches Verhalten nicht festgestellt werden (vgl. hierzu nur: BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 29/31; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 202/20, Rdn. 15).

    Die Interpretation der Beklagten und anderer Automobilhersteller zur Zulässigkeit von Thermofenstern unter dem Aspekt des Motorschutzes wurde danach aber von offizieller Stelle zumindest zu jener Zeit für vertretbar gehalten (vgl. BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 29/31; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 202/20, Rdn. 15).

  • BGH, 26.06.2023 - VIa ZR 533/21

    Zum Differenzschaden in "Dieselverfahren" nach dem Urteil des EuGH vom 21. März …

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Rn. 11 Der Kläger hat seine Berufungsanträge im Hinblick auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in den Urteilen vom 26. Juni 2023 zu den Rechtssachen VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21 umgestellt und beantragt zuletzt,.

    Rn. 25 Soweit der Kläger seine Sachanträge mit Blick auf die am 26. Juni 2023 verkündeten Urteile des Bundesgerichtshofes in den Rechtssachen VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/26 im Termin der mündlichen Verhandlung angepasst hat und nunmehr nicht mehr den großen Schadensersatz, sondern Ersatz des Differenzschadens verlangt, handelt es sich hierbei um eine nach Maßgabe der §§ 525, 264 Nr. 2, Nr. 3 ZPO ohne weiteres zulässige Antragänderung.

    Insoweit kann dem Käufer eines mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgestatteten Fahrzeuges im Falle der Enttäuschung seines auf die Richtigkeit der Übereinstimmungsbescheinigung gestützten Vertrauens ein Schadensersatzanspruch gemäß § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 2 EG-FGV gegen den Fahrzeughersteller zustehen, sofern ihm aufgrund des Vertragsschlusses ein Vermögensschaden nach Maßgabe der Differenzhypothese entstanden ist (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Rn. 59 Auch wenn die hier verletzten europarechtlichen Normen in persönlicher Hinsicht auch den Fahrzeugkäufer im Blick haben (vgl. EuGH…, Urteil vom 21. März 2023 - C-100/21, Rn. 85) und § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FVG im Lichte der Art. 3 Nr. 36, Art. 18 Abs. 1, Art. 26 Abs. 1 und Art. 46 der Richtlinie 2007/46/EG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 unionsrechtskonform auszulegen sind, verlangt das Unionsrecht, was aufgrund des Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 21. März 2023 geklärt ist, indessen nicht, dass diese Normen den Käufer eines mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehenen Kraftfahrzeuges in sachlicher Hinsicht so zu stellen haben, als habe er den Kaufvertrag nicht abgeschlossen, also das Interesse auf Rückabwicklung des Kaufvertrages in den sachlichen Schutzbereich der § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FGV einzubeziehen (…vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 in den Rechtssachen VIa ZR 335/21, Rdn. 22; VIa ZR 533/21, VIa ZR 1031/21; so bereits BGH…, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19 Rn. 72 ff., BGHZ 225, 316; BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20 Rn. 10 ff., ZIP 2020, 1715; BGH…, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 1279/21, Rdn. 28; BGH…, Beschluss vom 12. Januar 2022 - VII ZR 391/21, Rdn. 15; BGH…, Beschluss vom 10. Februar 2022 - III ZR 87/21 Rn. 8 ff, juris; BGH…, Beschluss vom 04. Mai 2022 - VII ZR 733/21, Rdn. 14; BGH…, Beschluss vom 04. Mai 2022 - VII ZR 656/21, Rdn. 3).

    Dieser Anspruch auf Ersatz des Differenzschadens erfüllt die unionsrechtlichen Vorgaben einer effektiven Sanktionierung fahrlässiger Verstöße gegen unionsrechtliche Vorgaben einer zulässigen Gestaltung von Abschalteinrichtungen (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Rn. 64 Die ausnahmsweise Zulässigkeit einer festgestellten Abschalteinrichtung - etwa aus Motorschutzgründen - muss aufgrund des Regel-Ausnahme-Verhältnisses in Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 der Fahrzeughersteller darlegen und beweisen (…vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 54; VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Klärungsbedürftige Rechtsfragen, die sich im Zusammenhang mit einer Inanspruchnahme der Beklagten als Fahrzeugherstellerin aus §§ 826, 31 BGB oder im Hinblick auf eine Haftung aus einer Schutzgesetzverletzung nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGV ergeben, hat der Bundesgerichtshof in den Urteilen vom 26. Juni 2023 zu den Rechtssachen VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21 zwischenzeitlich grundlegend entschieden.

  • BGH, 29.09.2021 - VII ZR 126/21

    Schadensersatzanspruch eines Käufers eines Gebrauchtfahrzeugs wegen …

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Vielmehr muss eine besondere Verwerflichkeit seines Verhaltens hinzutreten, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben kann (st. Rspr., vgl. BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20, ZIP 2020, 1715 Rn. 29; BGH…, Urteil vom 08. Dezember 2020 - VI ZR 244/20, Rdn. 12 ff; BGH…, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, ZIP 2020, 1179 Rdn. 15; BGH…, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, Rdn. 12 ff; BGH, Urteil vom 23. März 2021 - VI ZR 1180/20, 10 ff; BGH…, Urteil vom 13. April 2021 - VI ZR 276/20, Rdn. 7 ff; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 13; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, BeckRS 2021, 33038).

    Aus diesen muss sich jedenfalls ergeben, dass die handelnden Personen bei der Entwicklung und/oder Verwendung des Aggregats in dem Bewusstsein handelten, eine unzulässige Abschalteinrichtung zu verwenden und den darin liegenden Gesetzesverstoß billigend in Kauf nahmen (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, BeckRS 2021, 4148; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 13 zitiert nach juris; BGH…, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, Rdn. 12; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 16; BGH…, Urteil vom 23. September 2021 - III ZR 200/20, Rdn. 22; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, Rdn. 12; BGH, Beschluss vom 21. November 2021 - III ZR 202/20).

    Wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgeführt hat, ist das Kriterium der Prüfstandsbezogenheit deshalb grundsätzlich geeignet, um zwischen nur unzulässigen Abschalteinrichtungen und solchen, deren Implementierung die Kriterien einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung schon aufgrund ihrer Machart erfüllen können, zu unterscheiden (vgl. hierzu nur: BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, BeckRS 2021, 33038, Rdn. 18).

    Was die Entwicklung und Implementierung der temperaturabhängigen Steuerung des Emissionskontrollsystems (sog. Thermofenster) anbelangt, entspricht es der mittlerweile gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. BGH, Grundsatzurteil vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/19; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, zitiert nach juris; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 72/21; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 179/21, zitiert nach juris; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20), dass der unstreitige Einsatz eines sog. Thermofensters nicht ohne Hinzutreten weiterer Umstände auf ein sittenwidriges Handeln der Beklagten schließen lässt.

    Aus einer etwaig unterbliebenen Offenlegung der genauen Wirkungsweise des Thermofensters gegenüber der zuständigen Typengenehmigungsbehörde folgen jedenfalls noch keine Anhaltspunkte, die auf eine bewusste und gewollte Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung schließen lassen (vgl. BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 26; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, Rdn. 20; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41003).

    Im Hinblick auf die seinerzeit bestehende unsichere Rechtslage bei der Beurteilung der Zulässigkeit des Thermofensters kann zumindest ein besonders verwerfliches Verhalten nicht festgestellt werden (vgl. hierzu nur: BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 29/31; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 202/20, Rdn. 15).

    Die Interpretation der Beklagten und anderer Automobilhersteller zur Zulässigkeit von Thermofenstern unter dem Aspekt des Motorschutzes wurde danach aber von offizieller Stelle zumindest zu jener Zeit für vertretbar gehalten (vgl. BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 29/31; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 202/20, Rdn. 15).

  • BGH, 15.09.2021 - VII ZR 2/21

    Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs gegen den Hersteller eines mit einer …

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Aus diesen muss sich jedenfalls ergeben, dass die handelnden Personen bei der Entwicklung und/oder Verwendung des Aggregats in dem Bewusstsein handelten, eine unzulässige Abschalteinrichtung zu verwenden und den darin liegenden Gesetzesverstoß billigend in Kauf nahmen (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, BeckRS 2021, 4148; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 13 zitiert nach juris; BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, Rdn. 12; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 16; BGH…, Urteil vom 23. September 2021 - III ZR 200/20, Rdn. 22; BGH…, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, Rdn. 12; BGH, Beschluss vom 21. November 2021 - III ZR 202/20).

    Allein der Verweis auf Diskrepanzen zwischen Stickoxidemissionen unter Prüfstandbedingungen, die nach damaliger Rechtslage (bis Mai 2016) zur Erlangung der Typengenehmigung ausschließlich maßgeblich waren, und unter normalen Betriebsbedingungen auf der Straße ist als Indiz für eine Abschalteinrichtung, und noch dazu für eine Manipulationssoftware, die die Voraussetzungen des § 826 BGB erfüllen könnte, angesichts der unstreitig gravierenden Unterschiede der Bedingungen, unter denen die Messungen erfolgen, ungeeignet (vgl. BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 23; BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21; BGH…, Beschluss vom 21. April 2022 - VII ZR 70/21, Rdn. 20, zitiert nach juris).

    Die Auskunft des KBA, unzulässige Abschalteinrichtungen ließen sich bei dem Motorentyp V6 TDI nicht feststellen, schließt die Möglichkeit einer solchen noch nicht aus, begründet aber jedenfalls auch kein Indiz dafür (vgl. BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, Rdn. 30).

    Was die Entwicklung und Implementierung der temperaturabhängigen Steuerung des Emissionskontrollsystems (sog. Thermofenster) anbelangt, entspricht es der mittlerweile gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. BGH, Grundsatzurteil vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/19; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, zitiert nach juris; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 72/21; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 179/21, zitiert nach juris; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20), dass der unstreitige Einsatz eines sog. Thermofensters nicht ohne Hinzutreten weiterer Umstände auf ein sittenwidriges Handeln der Beklagten schließen lässt.

    Durfte die Beklagte nämlich - wie hier - das Thermofenster zumindest vertretbar für eine zulässige Abschalteinrichtung halten und ist auch im Übrigen die Funktionsweise des Emissionskontrollsystems nicht zu beanstanden, durfte sie auch das OBD-System so ausgestalten, dass es den Einsatz dieser Steuerungselemente nicht als Fehler anzeigt (vgl. BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, Rdn. 18; BGH…, Urteil vom 23. November 2021 - VI ZR 839/20, Rdn. 20; auch OLG Brandenburg…, Urteil vom 15. Juni 2022 - 4 U 154/21 Rdn. 68).

    Die Interpretation der Beklagten und anderer Automobilhersteller zur Zulässigkeit von Thermofenstern unter dem Aspekt des Motorschutzes wurde danach aber von offizieller Stelle zumindest zu jener Zeit für vertretbar gehalten (vgl. BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 29/31; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 202/20, Rdn. 15).

  • RG, 12.08.1921 - I 1031/21

    Zum Begriff der entgeltlichen Veräußerung von Münzen nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 …

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Rn. 11 Der Kläger hat seine Berufungsanträge im Hinblick auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in den Urteilen vom 26. Juni 2023 zu den Rechtssachen VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21 umgestellt und beantragt zuletzt,.

    Insoweit kann dem Käufer eines mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgestatteten Fahrzeuges im Falle der Enttäuschung seines auf die Richtigkeit der Übereinstimmungsbescheinigung gestützten Vertrauens ein Schadensersatzanspruch gemäß § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 2 EG-FGV gegen den Fahrzeughersteller zustehen, sofern ihm aufgrund des Vertragsschlusses ein Vermögensschaden nach Maßgabe der Differenzhypothese entstanden ist (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Rn. 59 Auch wenn die hier verletzten europarechtlichen Normen in persönlicher Hinsicht auch den Fahrzeugkäufer im Blick haben (vgl. EuGH…, Urteil vom 21. März 2023 - C-100/21, Rn. 85) und § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FVG im Lichte der Art. 3 Nr. 36, Art. 18 Abs. 1, Art. 26 Abs. 1 und Art. 46 der Richtlinie 2007/46/EG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 unionsrechtskonform auszulegen sind, verlangt das Unionsrecht, was aufgrund des Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 21. März 2023 geklärt ist, indessen nicht, dass diese Normen den Käufer eines mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehenen Kraftfahrzeuges in sachlicher Hinsicht so zu stellen haben, als habe er den Kaufvertrag nicht abgeschlossen, also das Interesse auf Rückabwicklung des Kaufvertrages in den sachlichen Schutzbereich der § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FGV einzubeziehen (…vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 in den Rechtssachen VIa ZR 335/21, Rdn. 22; VIa ZR 533/21, VIa ZR 1031/21; so bereits BGH…, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19 Rn. 72 ff., BGHZ 225, 316; BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20 Rn. 10 ff., ZIP 2020, 1715; BGH…, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 1279/21, Rdn. 28; BGH…, Beschluss vom 12. Januar 2022 - VII ZR 391/21, Rdn. 15; BGH…, Beschluss vom 10. Februar 2022 - III ZR 87/21 Rn. 8 ff, juris; BGH…, Beschluss vom 04. Mai 2022 - VII ZR 733/21, Rdn. 14; BGH…, Beschluss vom 04. Mai 2022 - VII ZR 656/21, Rdn. 3).

    Dieser Anspruch auf Ersatz des Differenzschadens erfüllt die unionsrechtlichen Vorgaben einer effektiven Sanktionierung fahrlässiger Verstöße gegen unionsrechtliche Vorgaben einer zulässigen Gestaltung von Abschalteinrichtungen (vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Rn. 64 Die ausnahmsweise Zulässigkeit einer festgestellten Abschalteinrichtung - etwa aus Motorschutzgründen - muss aufgrund des Regel-Ausnahme-Verhältnisses in Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 der Fahrzeughersteller darlegen und beweisen (…vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 54; VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21).

    Klärungsbedürftige Rechtsfragen, die sich im Zusammenhang mit einer Inanspruchnahme der Beklagten als Fahrzeugherstellerin aus §§ 826, 31 BGB oder im Hinblick auf eine Haftung aus einer Schutzgesetzverletzung nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGV ergeben, hat der Bundesgerichtshof in den Urteilen vom 26. Juni 2023 zu den Rechtssachen VIa ZR 335/21, VIa ZR 533/21 und VIa ZR 1031/21 zwischenzeitlich grundlegend entschieden.

  • BGH, 13.07.2021 - VI ZR 128/20

    Weitere Entscheidung zum Daimler-Thermofenster

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Vielmehr muss eine besondere Verwerflichkeit seines Verhaltens hinzutreten, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben kann (st. Rspr., vgl. BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20, ZIP 2020, 1715 Rn. 29; BGH…, Urteil vom 08. Dezember 2020 - VI ZR 244/20, Rdn. 12 ff; BGH…, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, ZIP 2020, 1179 Rdn. 15; BGH…, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, Rdn. 12 ff; BGH, Urteil vom 23. März 2021 - VI ZR 1180/20, 10 ff; BGH…, Urteil vom 13. April 2021 - VI ZR 276/20, Rdn. 7 ff; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 13; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, BeckRS 2021, 33038).

    Aus diesen muss sich jedenfalls ergeben, dass die handelnden Personen bei der Entwicklung und/oder Verwendung des Aggregats in dem Bewusstsein handelten, eine unzulässige Abschalteinrichtung zu verwenden und den darin liegenden Gesetzesverstoß billigend in Kauf nahmen (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, BeckRS 2021, 4148; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 13 zitiert nach juris; BGH…, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, Rdn. 12; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 16; BGH…, Urteil vom 23. September 2021 - III ZR 200/20, Rdn. 22; BGH…, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, Rdn. 12; BGH, Beschluss vom 21. November 2021 - III ZR 202/20).

    Denn er kann sich im Ergebnis nur auf vermutete Tatsachen stützen, weil er mangels eigener Sachkunde und Einblick in die Produktion des von der Gegenseite hergestellten und verwendeten Fahrzeugmotors einschließlich des Systems der Abgasrückführung oder -verminderung keine gesicherte, unmittelbare Kenntnis von Einzeltatsachen haben kann (vgl. BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 53; BGH, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19; BGH…, Urteil vom 18. Mai 2021 - VI ZR 401/19, Rdn. 19; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 21, BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 22; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41004, Rdn. 11).

    Vom Kläger ist zumindest zu verlangen, dass er hinreichend konkrete, greifbare Umstände bzw. Anhaltspunkte anführt, auf die er seinen Verdacht gründet, sein Fahrzeug weise eine oder mehrere unzulässige Abschalteinrichtungen auf (vgl. BGH…, Beschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, ZIP 2020, 486, Rdn. 8; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 22 zitiert nach juris; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 23/b 24; BGH…, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20, BeckRS 2021, 41003 Rdn. 12; BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 53).

    Allein der Verweis auf Diskrepanzen zwischen Stickoxidemissionen unter Prüfstandbedingungen, die nach damaliger Rechtslage (bis Mai 2016) zur Erlangung der Typengenehmigung ausschließlich maßgeblich waren, und unter normalen Betriebsbedingungen auf der Straße ist als Indiz für eine Abschalteinrichtung, und noch dazu für eine Manipulationssoftware, die die Voraussetzungen des § 826 BGB erfüllen könnte, angesichts der unstreitig gravierenden Unterschiede der Bedingungen, unter denen die Messungen erfolgen, ungeeignet (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, Rdn. 23; BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21; BGH…, Beschluss vom 21. April 2022 - VII ZR 70/21, Rdn. 20, zitiert nach juris).

    Was die Entwicklung und Implementierung der temperaturabhängigen Steuerung des Emissionskontrollsystems (sog. Thermofenster) anbelangt, entspricht es der mittlerweile gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. BGH, Grundsatzurteil vom 19. Januar 2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/19; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH, Beschluss vom 15. September 2021 - VII ZR 2/21, zitiert nach juris; BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 72/21; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21; BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 179/21, zitiert nach juris; BGH, Beschluss vom 25. November 2021 - III ZR 202/20), dass der unstreitige Einsatz eines sog. Thermofensters nicht ohne Hinzutreten weiterer Umstände auf ein sittenwidriges Handeln der Beklagten schließen lässt.

  • BGH, 25.05.2020 - VI ZR 252/19

    Schadensersatzklage im sogenannten "Dieselfall" gegen die VW AG überwiegend …

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Vielmehr muss eine besondere Verwerflichkeit seines Verhaltens hinzutreten, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben kann (st. Rspr., vgl. BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20, ZIP 2020, 1715 Rn. 29; BGH…, Urteil vom 08. Dezember 2020 - VI ZR 244/20, Rdn. 12 ff; BGH, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, ZIP 2020, 1179 Rdn. 15; BGH…, Beschluss vom 09. März 2021 - VI ZR 889/20, Rdn. 12 ff; BGH, Urteil vom 23. März 2021 - VI ZR 1180/20, 10 ff; BGH…, Urteil vom 13. April 2021 - VI ZR 276/20, Rdn. 7 ff; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20; BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, Rdn. 13; BGH, Beschluss vom 29. September 2021 - VII ZR 126/21, BeckRS 2021, 33038).

    Insbesondere bei mittelbaren Schädigungen kommt es ferner darauf an, dass den Schädiger das Unwerturteil, sittenwidrig gehandelt zu haben, gerade auch in Bezug auf die Schäden desjenigen trifft, der Ansprüche aus § 826 BGB geltend macht (vgl. nur: BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20, ZIP 2020, 1715 Rn. 29; BGH…, Urteil vom 08. Dezember 2020 - VI ZR 244/20, Rdn. 12 ff; BGH, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, ZIP 2020, 1179 Rn. 15).

    Davon kann ausgegangen werden, wenn ein Automobilhersteller die grundlegende strategische Frage bei der Motorenentwicklung, mit welchen Maßnahmen er auf die Einhaltung der eingeführten Stickoxidgrenzwerte reagieren würde, im eigenen Kosten- und damit auch Gewinninteresse dahingehend entscheidet, von der Einhaltung dieser Grenzwerte im realen Fahrbetrieb vollständig abzusehen und durch bewusste und gewollte Täuschung dem KBA zwecks Erlangung der EG-Typengenehmigung mittels einer eigens zu diesem Zweck entwickelten Motorsteuerungssoftware wahrheitswidrig vorzuspiegeln, dass die von ihm hergestellten Dieselfahrzeuge die neu festgelegten Grenzwerte einhalten, und dazu die Motorsteuerungssoftware bewusst und gewollt so programmiert, dass die gesetzlichen Abgasgrenzwerte mittels einer unzulässigen Abschalteinrichtung nur auf dem Prüfstand eingehalten werden (sog. Umschaltlogik, vgl. BGH, Urteil vom 25. Mai 2021 - VI ZR 252/19, NJW 2020, 1962 ff, Rdn. 16).

    Weiter muss der konkret Geschädigte vom persönlichen Schutzbereich der verletzten Norm erfasst sein und zum Kreis derjenigen Personen gehören, deren Schutz die verletzte Norm bezweckt (vgl. BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 20; BGH, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, Rdn. 73; BGH…, Urteil vom 23. Juli 2019 - VI ZR 307/18, NJW 2019, 3003 Rn. 14 mwN; BGH…, Urteil vom 27. Februar 2020 - VII ZR 151/18, juris Rn. 34 mwN).

    Außerdem muss die Schaffung eines individuellen Schadensersatzanspruchs sinnvoll und im Lichte des haftungsrechtlichen Gesamtsystems tragbar erscheinen, wobei in umfassender Würdigung des gesamten Regelungszusammenhangs, in den die Norm gestellt ist, zu prüfen ist, ob es in der Tendenz des Gesetzgebers liegen konnte, an die Verletzung des geschützten Interesses die deliktische Einstandspflicht des dagegen Verstoßenden mit allen damit zugunsten des Geschädigten gegebenen Haftungs- und Beweiserleichterungen zu knüpfen (st. Rspr., vgl. nur BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21 - Rdn. 20 m.w.N.; BGH, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, Rdn. 73; BGH…, Urteil vom 23. Juli 2019 - VI ZR 307/18, NJW 2019, 3003 Rn. 12 f. mwN; BGH…, Urteil vom 27. Februar 2020 - VII ZR 151/18, juris Rn. 34 mwN).

    Rn. 59 Auch wenn die hier verletzten europarechtlichen Normen in persönlicher Hinsicht auch den Fahrzeugkäufer im Blick haben (vgl. EuGH…, Urteil vom 21. März 2023 - C-100/21, Rn. 85) und § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FVG im Lichte der Art. 3 Nr. 36, Art. 18 Abs. 1, Art. 26 Abs. 1 und Art. 46 der Richtlinie 2007/46/EG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 unionsrechtskonform auszulegen sind, verlangt das Unionsrecht, was aufgrund des Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 21. März 2023 geklärt ist, indessen nicht, dass diese Normen den Käufer eines mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehenen Kraftfahrzeuges in sachlicher Hinsicht so zu stellen haben, als habe er den Kaufvertrag nicht abgeschlossen, also das Interesse auf Rückabwicklung des Kaufvertrages in den sachlichen Schutzbereich der § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FGV einzubeziehen (…vgl. BGH, Urteile vom 26. Juni 2023 in den Rechtssachen VIa ZR 335/21, Rdn. 22; VIa ZR 533/21, VIa ZR 1031/21; so bereits BGH, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19 Rn. 72 ff., BGHZ 225, 316; BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20 Rn. 10 ff., ZIP 2020, 1715; BGH…, Beschluss vom 13. Oktober 2021 - VII ZR 1279/21, Rdn. 28; BGH…, Beschluss vom 12. Januar 2022 - VII ZR 391/21, Rdn. 15; BGH…, Beschluss vom 10. Februar 2022 - III ZR 87/21 Rn. 8 ff, juris; BGH…, Beschluss vom 04. Mai 2022 - VII ZR 733/21, Rdn. 14; BGH…, Beschluss vom 04. Mai 2022 - VII ZR 656/21, Rdn. 3).

  • EuGH, 14.07.2022 - C-128/20

    GSMB Invest - Vorlage zur Vorabentscheidung - Rechtsangleichung - Verordnung (EG) …

    Auszug aus OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
    Dies kommt mit Blick auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 14. Juli 2022 in den Rechtssachen C-128/20, C-134/20 und C-145/20 im vorliegenden Fall wegen der unstreitigen Implementierung eines Thermofensters in Betracht.

    Dabei ist bei der Subsumtion unter Art. 3 Nr. 10 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union auf die Verwendung des Fahrzeugs unter Fahrbedingungen abzustellen, wie sie im gesamten Unionsgebiet üblich sind (vgl. EuGH, Urteil vom 14. Juli 2022 - C-128/20, NJW 2022, 2605, Rdn. 40; EuGH, Urteil vom 14. Juli 2022 - V-134/20; EuGH, Urteil vom 14. Juli 2022 - C-145/22, EuZW 2022, 1080; BGH…, Urteil vom 26. Juni 2023 - VIa ZR 335/21, Rdn. 50).

    Eine Abschalteinrichtung, die unter normalen Betriebsbedingungen den überwiegenden Teil des Jahres funktionieren müsste, damit der Motor vor Beschädigung oder Unfall geschützt und der sichere Betrieb des Fahrzeuges gewährleistet wäre, würde dem mit der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 verfolgten Zweck, von dem diese Bestimmung nur unter ganz besonderen Umständen eine Abweichung zulässt, offensichtlich zuwiderlaufen und zu einer unverhältnismäßigen Beeinträchtigung des Grundsatzes der Begrenzung der Stickoxid-Emissionen von Fahrzeugen führen (vgl. EuGH, Urteil vom 14. Juli 2022 - C-134/20, zitiert nach juris, Rdn. 75).

    Rn. 87 Daran ändert sich nichts dadurch, dass das KBA mit Blick auf die eigene gegenteilige Auffassung zur Zulässigkeit von Thermofenstern angekündigt hat, Thermofenster im Hinblick auf die Entscheidung des Gerichtshofes der Europäischen Union vom 14. Juli 2022 in der Rechtssache C-134/20 bzw. auf die Entscheidung des VG Schleswig vom 20. Februar 2023 in dem Verfahren 3 A 113/18 erneut zu untersuchen.

    Rn. 88 Für die Feststellung, ob die Beklagte fahrlässig gehandelt hat, kommt es dementsprechend nicht darauf an, ob die Rechtsauffassung zur Zulässigkeit von Thermofenstern durch die jüngere Rechtsprechung des EuGH (Urteile vom 17. Dezember 2020, C-693/18 und vom 14. Juli 2022, C-134/20) in Frage gestellt wird, da zu dem für eine etwaige Schädigung des Klägers maßgebenden Zeitpunkt, als dieser den Pkw erworben hat, noch keine Rechtsprechung des EuGH bestand, aus der sich Zweifel an einer Zulässigkeit von Thermofenstern hätten ergeben können (vgl. ebenso: OLG Frankfurt…, Urteil vom 22. September 2022 - 4 U 230/20 - Rdn. 39; OLG Stuttgart…, Urteil vom 21. Dezember 2022 - 23 U 492/21, Rdn. 53 zitiert nach juris).

  • BGH, 10.07.2018 - VI ZR 263/17

    Ankauf von Lebensversicherungsverträgen von Kapitalanlegern: Deliktshaftung aus …

  • BGH, 30.07.2020 - VI ZR 5/20

    Schadensersatzklage im sogenannten "Dieselfall" gegen die VW AG bei …

  • BGH, 16.05.2017 - VI ZR 266/16

    Strafbarer Verstoß gegen das Kreditwesengesetz: Beurteilung des Vorsatzes bei …

  • OLG Frankfurt, 22.09.2022 - 4 U 230/20

    Diesel-Skandal: Keine Ansprüche für im Juli 2016 erworbenen VW Passat mit Motor …

  • BGH, 28.01.2020 - VIII ZR 57/19

    Missachtung substantiierten Vorbringens zum Sachmangel betreffend …

  • BGH, 27.06.2017 - VI ZR 424/16

    Haftung bei strafbarem Verstoß gegen das Kreditwesengesetz: Haftungsausschluss …

  • OLG Stuttgart, 21.12.2022 - 23 U 492/21

    Deliktischer Schadensersatzanspruch wegen eines etwaigen Einbaus einer …

  • BGH, 09.03.2021 - VI ZR 889/20

    Erste Entscheidung zum Software-Update der Volkswagen AG bei einem Kauf nach …

  • BGH, 08.12.2020 - VI ZR 244/20

    VW haftet nicht bei Kauf eines Gebrauchtwagens nach Aufdeckung des Dieselskandals

  • EuGH, 17.12.2020 - C-693/18

    Abgasaffäre: Diesel-Thermofenster auf dem Prüfstand des EuGH

  • BGH, 27.02.2020 - VII ZR 151/18

    Zur Haftung der "Benannten Stelle" gegenüber Patientinnen im Zusammenhang mit dem …

  • BGH, 23.07.2019 - VI ZR 307/18

    Bewertung des § 43a Abs. 5 Satz 2 BRAO als Schutzgesetz iSd § 823 Abs. 2 BGB …

  • OLG Hamm, 04.08.2022 - 21 U 106/21

    Ansprüche nach Erwerb eines vermeintlich vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeugs …

  • OLG München, 24.10.2022 - 27 U 5002/22

    Keine sittenwidrige Schädigung des Erwerbers eines Dieselfahrzeugs mit …

  • OLG Saarbrücken, 15.12.2021 - 2 U 68/21

    Zur Haftung des Automobilherstellers nach §§ 826, 31 BGB gegenüber dem Käufer des …

  • OLG Brandenburg, 15.06.2022 - 4 U 154/21

    Erwerb eines vermeintlich vom Dieselskandal betroffenen BMW 330d mit einem Motor …

  • OLG Dresden, 22.12.2022 - 4 U 1415/22

    1. Die Anforderungen an den Vortrag greifbarer Anhaltspunkte für den …

  • OLG Bamberg, 12.06.2023 - 1 U 35/23

    Keine Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit dem Motor EA 288

  • OLG München, 18.04.2023 - 3 U 3704/22

    Keine Haftung des Automobilherstellers gemäß § 823 Abs. 2 BGB wegen Verwendung …

  • OLG München, 05.05.2023 - 27 U 1464/23

    Abschalteinrichtung

  • BGH, 07.10.2025 - VIa ZR 335/22

    Inanspruchnahme des Fahrzeugherstellers wegen der Verwendung unzulässiger …

  • OLG Frankfurt, 16.08.2022 - 16 U 203/21

    Diesel-Skandal: Kein Schadensersatz für im Juli 2017 gekauften Neuwagen mit Motor …

  • BGH, 19.01.2021 - VI ZR 433/19

    Erste BGH-Entscheidung zum Daimler-Thermofenster: Zurückverweisung wegen …

  • BGH, 23.03.2021 - VI ZR 1180/20

    Ermittlung des Gesamtcharakters in einer Gesamtschau für die Bewertung eines …

  • BGH, 19.03.2004 - V ZR 104/03

    Bindung des Berufungsgerichts an die erstinstanzlich getroffenen Feststellungen; …

  • BGH, 22.04.2010 - IX ZR 160/09

    Zulässigkeit einer auf erstinstanzlichen Vortrag gestützten Klageerweiterung in …

  • VG Schleswig, 20.02.2023 - 3 A 113/18

    Emissionen von Dieselfahrzeugen Zulässigkeit von Abschalteinrichtungen …

  • BGH, 15.05.2012 - VI ZR 166/11

    Gehilfenhaftung bei unerlaubter Kapitalanlagevermittlung

  • BGH, 18.05.2021 - VI ZR 401/19

    Arzthaftungsprozess: Anforderungen an die Aufklärung des Patienten bei Anwendung …

  • BGH, 10.02.2022 - III ZR 87/21

    Keine Haftung der Bundesrepublik Deutschland im sog. Diesel-Skandal für eine …

  • BGH, 13.10.2021 - VII ZR 179/21

    Anspruch auf Schadensersatz wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung …

  • BGH, 04.05.2022 - VII ZR 733/21

    Haftung des Fahrzeugherstellers wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung …

  • EGMR, 17.11.2020 - 889/19

    Gambia: Rückführung rechtswidrig; kein staatlicher Schutz für LGTBI vor …

  • BGH, 24.02.1954 - II ZR 3/53

    Dokumentarfilm - §§ 709, 432 BGB, keine Feststellungsklage über …

  • OLG Hamm, 23.03.2023 - 7 U 113/22

    Rechte des Käufers eines vom sog. Diesel-Abgasskandal betroffenen Pkw; …

  • BGH, 14.12.2021 - VIII ZR 386/20

    Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren im Streit um kaufvertragliche Gewährleistung …

  • BGH, 04.05.2022 - VII ZR 656/21

    Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision (hier: Einordnung eines …

  • BGH, 12.01.2022 - VII ZR 391/21

    Schadensersatz wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung eines Fahrzeugs; …

  • BGH, 21.04.2022 - VII ZR 70/21

    Schadensersatz wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung

  • BGH, 14.03.1978 - VI ZR 68/76

    Sachentscheidung des Revisionsgerichts über eine vom Berufungsgericht als …

  • BGH, 23.11.2021 - VI ZR 839/20

    Herstellerhaftung bei Erwerb eines vom Dieselskandal betroffenen Gebrauchtwagens: …

  • BGH, 26.04.2022 - VIII ZR 19/21

    Rechtliches Gehör im Zusammenhang mit dem sog. Abgasskandal: …

  • BGH, 29.09.2021 - VII ZR 72/21

    Anspruch gegen den Verkäufer eines gebrauchten mit einer Abschalteinrichtung …

  • OLG München, 31.03.2023 - 27 U 6731/22

    Keine Haftung des Automobilherstellers gemäß § 823 Abs. 2 BGB wegen Verwendung …

  • OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
  • OLG Düsseldorf, 12.05.2021 - 18 U 526/19

    Erwerb eines vom Dieselskandal betroffenen VW Golf mit einem Motor der Baureihe …

  • BGH, 23.06.2022 - VII ZR 442/21

    Haftung des Herstellers wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung durch die …

  • OLG Hamm, 24.06.2022 - 30 U 90/21

    Fahrlässigkeit; fehlender Rückruf; Schutzzweck; unvermeidbarer Rechtsirrtum; …

  • EuGH, 17.06.2022 - C-145/22

    Lück/ EUIPO - R. H. Investment - Rechtsmittel - Unionsmarke - Zulassung von …

  • OLG Hamm, 15.09.2022 - 13 U 437/21

    Rechte des Käufers eines vom sog. Diesel-Abgasskandal betroffenen Pkw; Haftung …

  • OLG Jena, 20.04.2023 - 1 U 1472/22

    Diesel-Abgasskandal: Schadensersatzansprüche der Fahrzeugkäufer nach der …

  • OLG Frankfurt, 07.07.2021 - 17 U 63/19

    VW-Abgasskandal: Deliktische Haftung für Fahrzeugmodelle einer …

  • BGH, 15.05.2023 - VIa ZR 1023/22

    Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde

  • OLG München, 14.04.2021 - 15 U 3584/20

    Darlegungs- und Beweislast bei Schadensersatzklagen im Zusammenhang mit dem …

  • BGH, 15.05.2023 - VIa ZR 1317/22

    Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde

  • OLG Karlsruhe, 22.03.2022 - 8 U 177/20

    Schadensersatzforderung aus sittenwidriger Schädigung beim Kauf eines …

  • OLG Naumburg, 13.09.2021 - 12 U 26/21

    Erwerb eines gebrauchten Dieselfahrzeugs: Deliktische Haftung des …

  • OLG München, 18.10.2021 - 21 U 2504/21

    (Kein) Schadensersatz wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen im Zusammenhang …

  • BGH, 11.03.1952 - 1 StR 850/51

    Fahrlässige Tötung bei Verkehrsunfall - Pflichtwidrige Nichtherabsetzung der …

  • BGH, 09.05.2022 - VIa ZR 312/21

    Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde mangels grundsätzlicher Bedeutung der …

  • OLG Bamberg, 05.09.2022 - 8 U 68/22

    Keine Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit dem Motor EA 288 (hier: VW Golf …

  • OLG Karlsruhe, 17.03.2022 - 8 U 82/21

    Dieselskandal: Sittenwidrigkeit bei Geltendmachung einer "Fahrkurve"

  • OLG Dresden, 05.03.2021 - 9a U 410/20
  • OLG Bamberg, 28.07.2022 - 3 U 64/22

    Keine Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit dem Motor EA 288 (hier: VW T6 …

  • OLG Oldenburg, 19.03.2021 - 6 U 328/20

    Rückabwicklung eines Kaufvertrags über ein Kraftfahrzeug; Prüfstandserkennung und …

  • EGMR, 18.09.2025 - 42/22

    ANECULĂESEI AND OTHERS v. ROMANIA

  • BGH, 27.02.2007 - XI ZR 56/06

    Überprüfung der Zulassung der Verjährungseinrede im Revisionsverfahren; …

  • BGH, 23.09.2021 - III ZR 200/20

    Haftung für unzulässige Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung - Deliktische …

  • BGH, 08.12.2005 - VII ZR 138/04

    Rechtsfolgen einer Vereinbarung zwischen Bauherr und Architekt über den Abschluss …

  • BGH, 13.04.2021 - VI ZR 276/20

    Für die Bewertung eines schädigenden Verhaltens als sittenwidrig im Sinne von § …

  • BGH, 12.01.2022 - VII ZR 424/21

    Haftung des Herstellers wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung durch den …

  • OLG Schleswig, 10.10.2023 - 7 U 100/22

    Diesel-Abgasskandal: Schadensersatzforderung aufgrund des Kaufs eines gebrauchten …

    Auch der Sinn und Zweck des § 533 ZPO erfordert nicht dessen Anwendung auf § 264 ZPO im Berufungsverfahren (vgl. BGHZ 158, 295, 307; BGH, Urteil vom 22. April 2010 - IX ZR 160/09 -, juris; OLG Naumburg, Urteil vom 4.8.2023, 7 U 77/22, Rn. 25, juris).

    Danach genügt es, wenn die Fehlvorstellung des Schädigers durch die Auskunft der zuständigen Erlaubnisbehörde bekräftigt worden wäre, und zwar selbst dann, wenn gar kein Rat eingeholt wurde (BGH…, Urteil vom 26.6.2023, VIa ZR 335/21, Rdn. 65; Oberlandesgericht Naumburg, Urteil vom 4.8.2023, 7 U 77/22, juris Rn. 75 - 77).

    Bis zur Entscheidung des EuGH vom 17.12.2020 (Az. C-693/18) war mithin auch für die Beklagte nicht vorhersehbar, dass der Verbau eines Thermofensters möglicherweise gegen das Unionsrecht verstoßen und damit rechtswidrig sein könnte (vgl. OLG Naumburg, Urteil vom 4.8.2023, 7 U 77/22, juris Rn. 84).

    Hätte sich die Beklagte an das KBA zuständige Genehmigungsbehörde gewandt, hätte sie von dort die Auskunft erhalten, dass das im Fahrzeug verbaute Thermofenster nicht als unzulässige Abschalteinrichtungen zu qualifizieren sei (vgl. OLG Schleswig, Beschluss vom 1.8.2022, 7 U 176/21 - insoweit hat der BGH mit Beschluss vom 15.5.2023, VIa ZR 1317/22 die Nichtzulassungsbeschwerde der Klagepartei zurückgewiesen; BGH, Beschluss vom 15.5.2023, ZR 1023/22; ebenso: OLG Naumburg, Urteil vom 4.8.2023 - 7 U 77/22 -, Rn. 85, juris; OLG München…, Beschluss vom 05.5.2023 - 27 U 1464/23, Rdn. 15; OLG München, Hinweisbeschluss vom 18.4.2023 - 3 U 3704/22, BeckRS 2023, 8581; OLG Frankfurt…, Urteil vom 22.9.2022 - 4 U 230/20, Rdn. 39; OLG Frankfurt…, Urteil vom 10.11.2022 - 16 U 53/21, Rdn. 89; OLG München, Beschluss vom 12.10.2022 - 27 U 5002/22; OLG Bamberg Hinweisbeschluss v. 12.6.2023 - 1 U 35/23 e, BeckRS 2023, 13603; OLG Bamberg, Beschluss vom 28.7.2022 - 3 U 64/22 -, juris; OLG Bamberg, Beschluss vom 5.9.2022 - 8 U 68/22 -, juris; OLG Hamm…, Beschluss vom 4.8.2022 - 21 U 106/21 -, juris, Rdn. 12; OLG Hamm, Urteil vom 24.6.2022 - I-30 U 90/21 -, juris; OLG Schleswig, Beschluss vom 17.4.2023 - 12 U 42/22 -, juris; OLG Schleswig, Beschluss vom 18.7.2022 - 7 U 198/21, BeckRS 2022, 18482; OLG Dresden…, Urteil vom 22.12.2022 - 4 U 1415/22, juris Rdn. 38; Thüringer Oberlandesgericht, Beschluss vom 20.4.2023 - 1 U 1472/22 -, juris).

    Abgesehen davon, dass das Ergebnis einer solchen Untersuchung offen ist, ist eine solche, erst im Nachhinein durch die neuere Rechtsprechung des EuGH angestoßene Untersuchung ersichtlich ohne jede Relevanz dafür, wie die hypothetische Antwort im Zuge des Typgenehmigungsverfahrens bzw. zum Kaufzeitpunkt ausgefallen wäre (OLG Naumburg, Urteil vom 4.8.2023 - 7 U 77/22 -, juris Rn. 87 m.w.N.).

  • OLG Schleswig, 02.01.2024 - 7 U 57/23

    Der Differenzschaden für einen Mercedes-Benz Vito 220 CDI (EZ 10/2016) mit Motor …

    Danach genügt es, wenn die Fehlvorstellung des Schädigers durch die Auskunft der zuständigen Erlaubnisbehörde bekräftigt worden wäre, und zwar selbst dann, wenn gar kein Rat eingeholt wurde (BGH…, Urteil vom 26.6.2023, VIa ZR 335/21, Rdn. 65; Oberlandesgericht Naumburg, Urteil vom 4.8.2023, 7 U 77/22, juris Rn. 75 - 77).
  • OLG Schleswig, 23.01.2024 - 7 U 22/23

    Fahrzeugkaufvertrag: (Differenz-)Schadenersatzanspruch aufgrund der Verwendung …

    Danach genügt es, wenn die Fehlvorstellung des Schädigers durch die Auskunft der zuständigen Erlaubnisbehörde bekräftigt worden wäre, und zwar selbst dann, wenn gar kein Rat eingeholt wurde (BGH…, Urteil vom 26.6.2023, VIa ZR 335/21, Rdn. 65; Oberlandesgericht Naumburg, Urteil vom 4.8.2023, 7 U 77/22, juris Rn. 75 - 77).
  • OLG Brandenburg, 09.01.2025 - 10 U 110/21

    Schadensersatzanspruch eines Käufers eines Fahrzeugs gegen den Fahrzeughersteller …

    Der Senat ist daher davon überzeugt, dass das KBA - hätte die Beklagte dieses vor Abschluss des Kaufvertrages zur Zulässigkeit des Thermofensters im streitgegenständlichen Fahrzeugtyp, insbesondere zu den sich aus Art. 5 Abs. 2 der VO (EG) 715/2007 ergebenden Voraussetzungen, entsprechend befragt, - der Beklagten mitgeteilt hätte, dass das ursprünglich verbaute Thermofenster aus Gründen des Motorschutzes gerechtfertigt sei (vgl. auch Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 10. Oktober 2023 - 7 U 100/22 -, Rn. 69, juris; OLG Stuttgart, Urteil vom 28. September 2023 - 24 U 2504/22 -, Rn. 48, juris; OLG Dresden, Urteil vom 24. August 2023 - 17 U 1737/22 -, Rn. 67, juris; Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 4. August 2023 - 7 U 77/22 -, Rn. 85, juris; OLG Hamm, Urteil vom 2. August 2023 - I-30 U 23/21 -, Rn. 94 - 95, juris; OLG Zweibrücken, Beschluss vom 1. August 2023 - 1 U 24/23 -, Rn. 25, juris; siehe auch bezgl.
  • OLG Brandenburg, 25.09.2025 - 10 U 182/21

    Schadensersatzanspruch eines Käufers eines Fahrzeugs gegen den Fahrzeughersteller …

    Der Senat ist daher davon überzeugt, dass das KBA - hätte die Beklagte dieses vor Abschluss des Kaufvertrages zur Zulässigkeit des Thermofensters im streitgegenständlichen Fahrzeugtyp, insbesondere zu den sich aus Art. 5 Abs. 2 der VO (EG) 715/2007 ergebenden Voraussetzungen, entsprechend befragt, - der Beklagten mitgeteilt hätte, dass das ursprünglich verbaute Thermofenster aus Gründen des Motorschutzes gerechtfertigt sei (vgl. auch Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 10. Oktober 2023 - 7 U 100/22 -, Rn. 69, juris; OLG Stuttgart, Urteil vom 28. September 2023 - 24 U 2504/22 -, Rn. 48, juris; OLG Dresden, Urteil vom 24. August 2023 - 17 U 1737/22 -, Rn. 67, juris; Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 4. August 2023 - 7 U 77/22 -, Rn. 85, juris; OLG Hamm, Urteil vom 2. August 2023 - I-30 U 23/21 -, Rn. 94 - 95, juris; OLG Zweibrücken, Beschluss vom 1. August 2023 - 1 U 24/23 -, Rn. 25, juris; siehe auch bezgl.
  • OLG Brandenburg, 09.01.2025 - 10 U 30/21

    Schadensersatzanspruch eines Käufers eines Fahrzeugs gegen den Fahrzeughersteller …

    Der Senat ist daher davon überzeugt, dass das KBA - hätte die Beklagte dieses vor Abschluss des Kaufvertrages zur Zulässigkeit des Thermofensters im streitgegenständlichen Fahrzeugtyp, insbesondere zu den sich aus Art. 5 Abs. 2 der VO (EG) 715/2007 ergebenden Voraussetzungen, entsprechend befragt, - der Beklagten mitgeteilt hätte, dass das ursprünglich verbaute Thermofenster aus Gründen des Motorschutzes gerechtfertigt sei (vgl. auch Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 10. Oktober 2023 - 7 U 100/22 -, Rn. 69, juris; OLG Stuttgart, Urteil vom 28. September 2023 - 24 U 2504/22 -, Rn. 48, juris; OLG Dresden, Urteil vom 24. August 2023 - 17 U 1737/22 -, Rn. 67, juris; Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 4. August 2023 - 7 U 77/22 -, Rn. 85, juris; OLG Hamm, Urteil vom 2. August 2023 - I-30 U 23/21 -, Rn. 94 - 95, juris; OLG Zweibrücken, Beschluss vom 1. August 2023 - 1 U 24/23 -, Rn. 25, juris; siehe auch bezgl.
  • OLG Brandenburg, 18.12.2025 - 10 U 162/21

    Schadensersatzanspruch eines Käufers gegen den Fahrzeughersteller durch …

    Der Senat ist daher davon überzeugt, dass das KBA - hätte die Beklagte dieses vor Abschluss des Kaufvertrages zur Zulässigkeit des Thermofensters im streitgegenständlichen Fahrzeugtyp, insbesondere zu den sich aus Art. 5 Abs. 2 der VO (EG) 715/2007 ergebenden Voraussetzungen, entsprechend befragt, - der Beklagten mitgeteilt hätte, dass das ursprünglich verbaute Thermofenster aus Gründen des Motorschutzes gerechtfertigt sei (vgl. auch Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht…, Urteil vom 10. Oktober 2023 - 7 U 100/22 -, Rn. 69, juris; OLG Stuttgart…, Urteil vom 28. September 2023 - 24 U 2504/22 -, Rn. 48, juris; OLG Dresden…, Urteil vom 24. August 2023 - 17 U 1737/22 -, Rn. 67, juris; Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 4. August 2023 - 7 U 77/22 -, Rn. 85, juris; OLG Hamm…, Urteil vom 2. August 2023 - I-30 U 23/21 -, Rn. 94 - 95, juris; OLG Zweibrücken…, Beschluss vom 1. August 2023 - 1 U 24/23 -, Rn. 25, juris; siehe auch bzgl. EA 288 OLG Frankfurt…, Urteil vom 1. September 2023 - 19 U 103/22 -, Rn. 48, juris; OLG München…, Beschluss vom 11. September 2023 - 21 U 2841/23 e -, Rn. 25, juris; OLG Koblenz…, Urteil vom 31. August 2023 - 1 U 316/23 -, Rn. 73, juris; siehe zudem OLG München…, Beschluss vom 27. Juli 2023 - 35 U 5534/22 -, Rn. 62, juris).
  • OLG Schleswig, 16.07.2024 - 7 U 135/23

    Gebrauchtwagenkaufvertrag: Differenzschadenersatzanspruch aufgrund der …

    Danach genügt es, wenn die Fehlvorstellung des Schädigers durch die Auskunft der zuständigen Erlaubnisbehörde bekräftigt worden wäre, und zwar selbst dann, wenn gar kein Rat eingeholt wurde (BGH…, Urteil vom 26.6.2023, VIa ZR 335/21, Rdn. 65; Oberlandesgericht Naumburg, Urteil vom 4.8.2023, 7 U 77/22, juris Rn. 75 - 77).
  • OLG Brandenburg, 16.10.2025 - 10 U 182/21
    Der Senat ist daher davon überzeugt, dass das KBA - hätte die Beklagte dieses vor Abschluss des Kaufvertrages zur Zulässigkeit des Thermofensters im streitgegenständlichen Fahrzeugtyp, insbesondere zu den sich aus Art. 5 Abs. 2 der VO (EG) 715/2007 ergebenden Voraussetzungen, entsprechend befragt, - der Beklagten mitgeteilt hätte, dass das ursprünglich verbaute Thermofenster aus Gründen des Motorschutzes gerechtfertigt sei (vgl. auch Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 10. Oktober 2023 - 7 U 100/22 -, Rn. 69, juris; OLG Stuttgart, Urteil vom 28. September 2023 - 24 U 2504/22 -, Rn. 48, juris; OLG Dresden, Urteil vom 24. August 2023 - 17 U 1737/22 -, Rn. 67, juris; Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 4. August 2023 - 7 U 77/22 -, Rn. 85, juris; OLG Hamm, Urteil vom 2. August 2023 - I-30 U 23/21 -, Rn. 94 - 95, juris; OLG Zweibrücken, Beschluss vom 1. August 2023 - 1 U 24/23 -, Rn. 25, juris; siehe auch bezgl.
  • OLG Brandenburg, 19.06.2025 - 10 U 183/21
    Der Senat ist daher davon überzeugt, dass das KBA - hätte die Beklagte dieses vor Abschluss des Kaufvertrages zur Zulässigkeit des Thermofensters im streitgegenständlichen Fahrzeugtyp, insbesondere zu den sich aus Art. 5 Abs. 2 der VO (EG) 715/2007 ergebenden Voraussetzungen, entsprechend befragt, - der Beklagten mitgeteilt hätte, dass das ursprünglich verbaute Thermofenster aus Gründen des Motorschutzes gerechtfertigt sei (vgl. auch Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 10. Oktober 2023 - 7 U 100/22 -, Rn. 69, juris; OLG Stuttgart, Urteil vom 28. September 2023 - 24 U 2504/22 -, Rn. 48, juris; OLG Dresden, Urteil vom 24. August 2023 - 17 U 1737/22 -, Rn. 67, juris; Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 4. August 2023 - 7 U 77/22 -, Rn. 85, juris; OLG Hamm, Urteil vom 2. August 2023 - I-30 U 23/21 -, Rn. 94 - 95, juris; OLG Zweibrücken, Beschluss vom 1. August 2023 - 1 U 24/23 -, Rn. 25, juris; siehe auch bezgl.
  • OLG Naumburg, 14.12.2023 - 9 U 34/22

    Gebrauchtwagenkaufvertrag: Anspruch auf Ersatz eines Differenzschadens wegen der …

  • OLG Schleswig, 18.06.2024 - 7 U 131/23

    Diesel-Skandal: Vorteilsausgleichung bei einem Differenzschaden; Berücksichtigung …

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