Rechtsprechung
| OVG Berlin-Brandenburg, 21.04.2010 - 9 S 121.09 |
Volltextveröffentlichungen (6)
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Art 2 Abs 2 S 1 GG, § 92 Abs 3 VwGO, § 161 Abs 2 VwGO, § 166 VwGO, § 173 S 1 VwGO
Trinkwasser; Miete: drohende Sperrung der Trinkwasserversorgung wegen Zahlungsverzugs des Vermieters; kein eigenständiger Trinkwasserbelieferungsanspruch des Mieters gegenüber dem Zweckverband
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Art 2 Abs 2 S 1 GG, § ... 92 Abs 3 VwGO, § 161 Abs 2 VwGO, § 166 VwGO, § 173 S 1 VwGO, § 12 Abs 1 BbgKVerfG, § 8 Abs 1 GKG, § 242 BGB, § 273 BGB, § 320 BGB, § 114 ZPO, § 119 Abs 1 S 1 ZPO, § 119 Abs 1 S 2 ZPO, § 269 Abs 3 S 1 ZPO, § 33 Abs 1 AVBWasserV, § 33 Abs 2 AVBWasserV
Einstweilige Anordnung; Beschwerde; Prozesskostenhilfe; drohende Sperrung der Trinkwasserversorgung wegen Zahlungsverzugs des Vermieters; kein eigenständiger Trinkwasserbelieferungsanspruch des Mieters gegenüber dem Zweckverband - ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Kein Anspruch des Mieters auf Wasserversorgung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Besprechungen u.ä.
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Androhung der Einstellung der Wasserversorgung: Kein Unterlassungsanspruch des Mieters gegen Zweckverband! (IMR 2011, 385)
Verfahrensgang
- VG Frankfurt/Oder, 04.12.2009 - 5 L 264/09
- OVG Berlin-Brandenburg, 21.04.2010 - 9 S 121.09
Wird zitiert von ... (10) Zitiert selbst (2)
- BGH, 26.04.1989 - VIII ZR 12/88
Verjährung von Ansprüchen auf Rückzahlung zuviel entrichteter Leistungsentgelte; …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 21.04.2010 - 9 S 121.09
Angesichts dessen stellt § 33 Abs. 1 und 2 AVBWasserV bereits eine Konkretisierung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit und Erforderlichkeit dar (siehe zu den vergleichbaren Vorschrift der AVBFernwärmeV BGH, Urteil vom 26. April 1989 - VIII ZR 12/88 -, juris) und schützt insoweit mittelbar auch die Mieter. - OVG Berlin-Brandenburg, 10.09.2008 - 2 B 17.07
Inanspruchnahme nach dem Wohnungsaufsichtsgesetz Berlin wegen unterlassener …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 21.04.2010 - 9 S 121.09
Die zuständige Ordnungsbehörde kann in einem solchen Fall eine entsprechende ordnungsrechtliche Verfügung an den Vermieter als Störer richten und diese unter Einschaltung des Wasserversorgers im Wege der Ersatzvornahme vollstrecken, um eine Fortdauer der Wasserversorgung zu sichern (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 10. September 2008 - 2 B 17.07 -, juris).
- VG Freiburg, 04.09.2014 - 4 K 1748/14
Einstellung der Wasserversorgung wegen rückständiger Gebühren
Dieser Antrag ist statthaft, weil es sich bei der (schlichten) Einstellung der Wasserlieferung nicht um einen Verwaltungsakt, sondern um einen Realakt handelt (vgl. OVG NRW, Urteil vom 05.02.1992, NJW 1993, 414; vgl. auch OVG Berl.-Brandenb., Beschluss vom 21.04.2010 - 9 S 121.09 -, juris; VG Lüneburg, Beschluss vom 10.06.2003 - 3 B 43/03 -, juris), und auch im Übrigen zulässig; insbesondere ist der Verwaltungsrechtsweg gegeben (vgl. hierzu ausführlich VG Lüneburg…, Beschluss vom 10.06.2003, a.a.O.). - VG Berlin, 17.09.2010 - 1 L 174.10
Wasserbetriebe müssen Tacheles-Nutzer nicht mit Trinkwasser versorgen
Besitzer eines Grundstückes, wie vorliegend insbesondere der Antragssteller zu 3), können auch nicht mit Blick auf das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG) sowie den Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) vom Wasserversorger verlangen, dass er die Wasserversorgung nicht unterbricht (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss v. 21. April 2010 - 9 S 121.09, juris).Führt die Unterbrechung der Wasserversorgung infolge Kündigung des Versorgungsvertrages zur Unbenutzbarkeit einer Wohnung und droht deshalb die Obdachlosigkeit, kann darüber hinaus ein ordnungsrechtliches Einschreiten auf der Grundlage der polizeirechtlichen Generalklausel gerechtfertigt sein (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 10. September 2008 - 2 B 17.07 -, juris und Beschluss vom 21. April 2010 - 9 S 121.09, juris).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 22.03.2017 - 15 B 286/17
Wasserversorgung; Daseinsvorsorge; Grundstückseigentümer
Rn. 24 Vgl. OVG Berl.-Bbg., Beschluss vom 21. April 2010- OVG 9 S 121.09 -, juris Rn. 4 f.; VG Stade, Beschluss vom 10. Januar 2013 - 1 B 2772/12 -, juris Rn. 28; VG Berlin, Beschluss vom 17. September 2010 - 1 L 174.10 -, juris Rn. 20 und 29; VG Frankfurt (Oder), Beschluss vom 4. Dezember 2009 - 5 L 264/09 -, juris Rn. 9.
- VG Potsdam, 09.03.2023 - 8 L 132/23 Soweit in der Rechtsprechung (VG Leipzig…, Beschluss vom 10. November 2011 - 6 L 676/11 -, juris Rn. 21 f.; VG Frankfurt (Oder)…, Beschluss vom 4. Dezember 2009 - 5 L 264/09 -, juris Rn. 16 f., vgl. dazu aber nachgehend OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21. April 2010 - OVG 9 S 121.09 -, juris Rn. 4) verschiedentlich für die hier nicht vorliegende Fallkonstellation der Wassersperrung gegenüber den Mietern eines in Zahlungsverzug geratenen Vermieters vertreten worden ist, der Wasserversorger sei nach den Grundsätzen von Treu und Glauben bzw. durch den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gehalten, bei der Einstellung der Wasserversorgung gegenüber den Mietern die Folgen der Wassersperre für die Mieter bzw. Grundstücksnutzer zu berücksichtigen und diesen ausreichend Zeit einzuräumen, die drohende Sperre abzuwenden oder sich darauf einzustellen, kann die Kammer ebenfalls dahingestellt sein lassen, ob sie sich dieser Rechtsauffassung anschließt.
Soweit die Antragstellerin schließlich vorbringt, dass ihre Pferde gesundheitlichen Schaden nehmen oder sogar verenden könnten, weil sie nicht in der Lage sei, deren Versorgung mit Trinkwasser anderweitig sicherzustellen, ist sie gehalten, sich an die Ordnungs- bzw. Tierschutzbehörden zu wenden (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21. April 2010 - OVG 9 S 121.09 -, juris Rn. 5;… Urteil vom 10. September 2008 - OVG 2 B 17.07 -, juris Rn. 22).
- VG Magdeburg, 13.11.2014 - 9 B 415/14
Vorläufiger Rechtschutz gegen die Einstellung der Wasserversorgung aufgrund …
Rn. 5 Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung ist auch im Übrigen zulässig, insbesondere statthaft, weil es sich bei der (schlichten) Einstellung der Wasserlieferung/der Wiederaufnahme der Lieferung nicht um einen Verwaltungsakt, sondern um einen Realakt handelt (vgl. OVG NRW, Urteil vom 05.02.1992, NJW 1993, 414; vgl. auch OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21.04.2010 - 9 S 121.09 -, juris; VG Lüneburg, Beschluss vom 10.06.2003 - 3 B 43/03 -, juris); mithin die Antragstellerin keinen Rechtsschutz über § 80 VwGO erreichen kann (§ 123 Abs. 5 VwGO). - VG Bayreuth, 29.07.2025 - B 4 E 25.716
Kein Anspruch des Mieters auf Wiederherstellung der Wasserversorgung nach …
Angesichts dessen stellen § 33 Abs. 1 und 2 AVBWasserV ebenso wie § 23 Abs. 1 und Abs. 2 WAS bereits eine Konkretisierung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit und Erforderlichkeit dar und schützen insoweit mittelbar auch Mieter (vgl. OVG Berlin-Bbg, B.v. 21.4.2010 - OVG 9 S 121.09 - juris Rn. 4;… VG Potsdam, B.v. 29.4.2022 - 8 L 125/22 - juris Rn. 12).Die zuständige Ordnungsbehörde kann in einem solchen Fall eine entsprechende ordnungsrechtliche Verfügung an den Vermieter als Störer richten und diese unter Einschaltung des Wasserversorgers im Wege der Ersatzvornahme vollstrecken, um eine Fortdauer der Wasserversorgung zu sichern (vgl. OVG Berlin-Bbg, B.v. 21.4.2010 - OVG 9 S 121.09 - juris Rn. 5).
- VG Magdeburg, 22.06.2012 - 9 A 166/11
Sperrung eines Trinkwasseranschlusses
Davon zu unterscheiden sind die rechtlichen Möglichkeiten des Mieters bei einer Trinkwassersperrung (vgl. dazu OVG A-Stadt-Brandenburg, Beschl. v. 21.04.2010, OVG 9 S 121.09; VG Frankfurt (Oder), Beschl. v. 04.12.2009, 5 L 264/09; beide juris). - VG Cottbus, 19.12.2019 - 6 K 965/16 Der Mieter oder Pächter kann und muss sich insofern an den Vermieter oder Verpächter, d. h. in der Regel den Grundstückseigentümer, als Kunden des Versorgungsunternehmens halten (Vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 21. April 2010 - OVG 9 S 121.09 -, juris Rn. 4 f.; VG Stade…, Beschluss vom 10. Januar 2013 - 1 B 2772/12 -, juris Rn. 28; VG Berlin…, Beschluss vom 17. September 2010 - 1 L 174.10 -, juris Rn. 20 und 29; VG Frankfurt (Oder)…, Beschluss vom 4. Dezember 2009 - 5 L 264/09 -, juris Rn. 9).
- VG Potsdam, 27.10.2021 - 8 L 674/21 Hierbei hat der Wasserversorger die Folgen der Versorgungseinstellung für den Anschlussnehmer, die Schwere der Zuwiderhandlung gegen seine Pflichten aus dem Versorgungsverhältnis und die Aussicht auf künftige Erfüllung der ihm obliegenden Pflichten zu berücksichtigen und abzuwägen (vgl. OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 1. November 2011 - OVG 9 S 40.11 -, juris Rn. 6; Beschluss vom 21. April 2010 - OVG 9 S 121.09 -, juris Rn. 4; vgl. auch VG Cottbus…, Beschluss vom 31. Juli 2020 - 6 L 364/20 -, juris Rn. 17; zur vergleichbaren Vorschrift der AVBFernwärmeV BGH…, Urteil vom 26. April 1989 - VIII ZR 12/88 -, juris Rn. 13, 18).
- VG Leipzig, 23.04.2015 - 6 L 439/14
Anspruch eines Grundstückseigentümers auf Weiterversorgung mit Trinkwasser für …
Bei der (schlichten) Einstellung der Wasserlieferung handelt es sich nicht um einen Verwaltungsakt, sondern um einen Realakt (vgl. OVG NRW, Urt. v. 5.2.1992 - 22 A 1832/90 - , OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 21.4.2010 - 9 S 121.09 - VG Lüneburg, Beschl. v. 10.6.2003 - 3 B 43/03 - beide ).
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