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Rechtsprechung
   EGMR, 10.07.2014 - 48311/10   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2014,16353
EGMR, 10.07.2014 - 48311/10 (https://dejure.org/2014,16353)
EGMR, Entscheidung vom 10.07.2014 - 48311/10 (https://dejure.org/2014,16353)
EGMR, Entscheidung vom 10. Juli 2014 - 48311/10 (https://dejure.org/2014,16353)
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Volltextveröffentlichungen (3)

Kurzfassungen/Presse (7)

  • wolterskluwer-online.de (Kurzinformation)

    Bild darf den FDP-Politiker Carl-Ludwig Thiele weiter mit einer bestimmten Äußerung zu Altkanzler Schröder zitieren

  • taz.de (Pressebericht, 10.07.2014)

    EGMR-Urteil zu Schröder und Gazprom: Pressefreiheit gestärkt

  • anwalt24.de (Kurzinformation)

    BILD-Berichterstattung rechtmäßig, Deutschland muss Axel Springer AG 41.338,25 Euro zahlen

  • juraforum.de (Kurzinformation)

    "Bild"-Bericht über Schröders Wechsel zu Nord Stream kein Persönlichkeitsrechtsverstoß

Sonstiges (2)

  • Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (Verfahrensmitteilung)

    AXEL SPRINGER AG c. ALLEMAGNE

    Art. 10, Art. 10 Abs. 1 MRK
    [FRA]

  • axelspringer.de (Äußerung von Verfahrensbeteiligten)

    Nach Klage von Axel Springer: Pressefreiheit in Deutschland gestärkt / Berichterstattung über Gerhard Schröders Gazprom-Engagement war zulässig

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW 2015, 1501
  • GRUR 2015, 709
  • afp 2016, 24
 
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Wird zitiert von ... (86)Zitiert selbst (16)

  • EGMR, 07.02.2012 - 40660/08

    Caroline von Hannover kann keine Untersagung von Bildveröffentlichungen über sie …

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Haben die innerstaatlichen Instanzen die Abwägung in Übereinstimmung mit den in der Rechtsprechung des Gerichtshofs niedergelegten Kriterien vorgenommen, bedarf es für den Gerichtshof gewichtiger Gründe, um die Ansicht der innerstaatlichen Gerichte durch die eigene zu ersetzen (S. AG, vorgenannt, Rdnr. 87, H../. Deutschland (Nr. 2) [GK], Nrn. 40660/08 und 60641/08, Rdnr. 106, CEDH 2012).
  • EGMR, 20.05.1999 - 21980/93
    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Andernfalls könnte die Presse ihre unabdingbare Rolle als "Wachhund" nicht spielen (Bladet Tromsø und Stensaas./. Norwegen [GK], Nr. 21980/93, Rdnrn. 59 und 62, CEDH 1999-III, und Pedersen und Baadsgaard, vorgenannt, Rdnr. 71).
  • EGMR, 29.03.2001 - 38432/97

    THOMA v. LUXEMBOURG

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Der Gerichtshof weist im Übrigen darauf hin, dass das Oberlandesgericht zwar der Meinung war, die Verwendung des Ausdrucks "ungeheuerlicher Verdacht" an der streitgegenständlichen Stelle bestätige die Schwere des Herrn Schröder gemachten Vorwurfs und daher auch die tendenziöse und parteiische Seite des Artikels, es jedoch nicht in Betracht gezogen hat, dass die Verwendung dieses Ausdrucks auch bedeuten könnte, dass die Beschwerdeführerin zeigen wollte, dass sie sich von den von Herrn T. gestellten Fragen distanzierte (vgl. mutatis mutandis, Thoma./. Luxemburg, Nr. 38432/97, Rdnr. 64, CEDH 2001-III ;… Erla HlynsdÏŒttir, vorgenannt, Rdnr. 67).
  • EGMR, 04.12.2012 - 51151/06

    [ENG]

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Dezember 2012; Küchl./. Österreich, Nr. 51151/06, Rdnr. 67, 4.
  • EGMR, 04.12.2012 - 59631/09

    [ENG]

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Juni 2012); und Verlagsgruppe News GmbH und Bobi./. Österreich, Nr. 59631/09, Rdnr. 72, 4.
  • EGMR, 10.07.2012 - 43380/10

    [ENG]

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Der Gerichtshof erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es nicht seine Aufgabe und übrigens auch nicht die der innerstaatlichen Gerichte ist, anstelle der Presse darüber zu urteilen, wie die Berichterstattung in einem gegebenen Fall zu gestalten ist (Jersild, vorgenannt, Rdnr. 31; Erla HlynsdÏŒttir./. Island, Nr. 43380/10, Rdnr.70, 10.
  • EGMR, 22.10.2009 - 25333/06

    EUROPAPRESS HOLDING D.O.O. v. CROATIA

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Angesichts der Art und Weise, auf die B. die Äußerungen von Herrn T. erlangt hat, und mit Rücksicht auf die Aktualität der Information betreffend den ehemaligen Bundeskanzler, die drei Tage vor Erscheinen des Artikels verbreitet wurde, und auch auf den allgemeinen kurzlebigen Charakter von Informationen (vgl. Europapress Holding d.o.o../. Kroatien, Nr. 25333/06, Rdnr. 69, 22. Oktober 2009) spricht in den Augen des Gerichtshofs nichts dafür, dass die Beschwerdeführerin die Äußerungen nicht ohne vorherige weitere Überprüfungen hätte veröffentlichen dürfen.
  • EGMR, 11.05.2010 - 29784/06

    [FRE]

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    (vgl. mutatis mutandis, Fleury./. Frankreich Nr. 29784/06, Rdnr. 49, 11. Mai 2010).
  • EGMR, 05.07.2011 - 38681/08

    ROBERTS AND ROBERTS v. THE UNITED KINGDOM

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Oktober 2006; Roberts und Roberts./. Vereinigtes Königreich (Entsch.), Nr. 38681/08, 5. Juli 2011).
  • EGMR, 07.02.2012 - 39954/08

    Axel Springer AG in Art. 10 EMRK (Freiheit der Meinungsäußerung) verletzt durch …

    Auszug aus EGMR, 10.07.2014 - 48311/10
    Es sei nicht Sache der Staaten, sondern der Medien, Inhalt und Form ihrer Veröffentlichungen zu wählen (S. AG./. Deutschland [GK], Nr. 39954/08, Rdnr.81, 7.
  • EGMR, 08.07.1986 - 9815/82

    Bruno Kreisky

  • BVerfG, 25.08.2005 - 2 BvE 4/05

    Bundestagsauflösung III

  • EGMR, 23.09.1994 - 15890/89
  • EGMR, 26.02.2002 - 29271/95
  • EGMR, 03.12.2013 - 64520/10

    UNGVARY AND IRODALOM KFT. v. HUNGARY

  • EGMR, 05.06.2007 - 12979/04

    GORELISHVILI v. GEORGIA

  • BGH, 06.02.2018 - VI ZR 76/17

    Veröffentlichung von Bildern des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff bei …

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte unterscheidet zwischen Politikern ("politicians/ personnes politiques"), sonstigen im öffentlichen Leben oder im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehenden Personen ("public figures/personnes publiques") und Privatpersonen ("ordinary person/personne ordinaire"), wobei einer Berichterstattung über letztere engere Grenzen als in Bezug auf den Kreis sonstiger Personen des öffentlichen Lebens gezogen seien und der Schutz der Politiker am schwächsten sei (vgl. EGMR, NJW 2015, 1501 Rn. 54; EGMR…, Urteil vom 30. März 2010, Beschwerde-Nr. 20928/05, BeckRS 2012, 18730 Rn. 55).
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 04.02.2021 - 4 B 1380/20

    Amtsgericht Düsseldorf durfte Pressemitteilung zu Strafverfahren nicht mit …

    Rn. 64 Vgl. BGH, Urteil vom 9.4.2019 - VI ZR 533/16 -, NJW-RR 2019, 1134 = juris, Rn. 14, m. w. N., EGMR, Urteile vom 10.7.2014 - 48311/10 -, NJW 2015, 1501 = juris, Tz. 54, und vom 7.2.2012 - 40660/08 u. a. -, NJW 2012, 1053 = juris, Tz. 110.
  • OLG Köln, 08.10.2018 - 15 U 110/18

    Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Veröffentlichung eines …

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte unterscheidet insofern zwischen Politikern ("politicians/ personnes politiques"), sonstigen im öffentlichen Leben oder im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehenden Personen ("public figures/personnes publiques") und Privatpersonen ("ordinary person/personne ordinaire"), wobei einer Berichterstattung über letztere engere Grenzen als in Bezug auf den Kreis sonstiger Personen des öffentlichen Lebens gezogen seien und der Schutz der Politiker am schwächsten ist (st. Rspr. vgl. EGMR v. 10.07.2014 - 48311/10, NJW 2015, 1501 Rn. 54 - Axel Springer AG/Deutschland Nr. 2).
  • BGH, 07.07.2020 - VI ZR 246/19

    Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presse: Zulässigkeit einer Wort- und …

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte unterscheidet zwischen Politikern ("politicians/personnes politiques"), sonstigen im öffentlichen Leben oder im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehenden Personen ("public figures/personnes publiques") und Privatpersonen ("ordinary person/personne ordinaire"), wobei einer Berichterstattung über letztere engere Grenzen als in Bezug auf den Kreis sonstiger Personen des öffentlichen Lebens gezogen sind und der Schutz der Politiker am schwächsten ist (vgl. EGMR, GRUR 2012, 745 Tz. 110 [Bild]; EGMR, NJW 2015, 1501 Rn. 54 [Wort]).
  • BGH, 02.05.2017 - VI ZR 262/16

    Persönlichkeitsrechtsverletzung: Presseberichterstattung über eine bisher vor der …

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte unterscheidet zwischen Politikern ("politicians/ personnes politiques"), sonstigen im öffentlichen Leben oder im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehenden Personen ("public figures/personnes publiques") und Privatpersonen ("ordinary person/personne ordinaire"), wobei einer Berichterstattung über letztere engere Grenzen als in Bezug auf den Kreis sonstiger Personen des öffentlichen Lebens gezogen seien und der Schutz der Politiker am schwächsten sei (vgl. EGMR, NJW 2015, 1501 Tz. 54 - Axel Springer gegen Deutschland; NJW 2010, 751 Tz. 47 f. - Standard Verlags GmbH gegen Österreich; EGMR, - 4. Sektion -, Urteil vom 30. März 2010, Beschwerde-Nr. 20928/05, Petrenco gegen Moldawien, Tz. 55; EGMR, - 2. Sektion -, Urteil vom 17. Oktober 2006, Beschwerde-Nr. 71678/01, Gourguenidze gegen Georgien, Tz. 59; EGMR, GRUR 2012, 745 Tz. 110 - von Hannover gegen Deutschland II).
  • OLG Köln, 29.05.2018 - 15 U 64/17

    Keine Geldentschädigung für Erbin von Helmut Kohl für Kohl-Protokolle - …

    Bei der notwendigen Gesamtwürdigung ist zudem zu berücksichtigen, dass sich Politiker - wie der Erblasser - in einer Demokratie wissentlich der genauen Prüfung ihrer Handlungen und Verhaltensweisen durch die Öffentlichkeit und auch durch die Presse aussetzen und deswegen Einschränkungen beim Schutz ihres Persönlichkeitsrechts - sei es postmortal - hinzunehmen haben (vgl. allgemein EGMR v. 17.05.2016 - 33677/10 und 52340/10, NJOZ 2017, 1691 Tz. 46 - Fürst-Pfeifer/Österreich; v. 02.02.2016 - 22947/13, NJW 2017, 2091 Tz. 55 - Magyar Tartalomszolgáltatók Egyesülete u. Index.hu Zrt/Ungarn; v. 10.11.2015 - 40454/07, NJOZ 2017, 346 Tz. 121 sowie vor allem EGMR v. 10.07.2014 - 48311/10, NJW 2015, 1501 Tz. 54 f., 68 f. - Axel Springer AG/Deutschland Nr. 2 jeweils m.w.N.).
  • BGH, 07.07.2020 - VI ZR 250/19

    Rechtsstreit um die Zulässigkeit einer Wort- und Bildberichterstattung über ein …

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte unterscheidet zwischen Politikern ("politicians/personnes politiques"), sonstigen im öffentlichen Leben oder im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehenden Personen ("public figures/personnes publiques") und Privatpersonen ("ordinary person/personne ordinaire"), wobei einer Berichterstattung über letztere engere Grenzen als in Bezug auf den Kreis sonstiger Personen des öffentlichen Lebens gezogen sind und der Schutz der Politiker am schwächsten ist (vgl. EGMR, GRUR 2012, 745 Tz. 110 [Bild]; EGMR, NJW 2015, 1501 Rn. 54 [Wort]).
  • BVerfG, 09.11.2022 - 1 BvR 523/21

    Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde einer Zeitungsherausgeberin gegen die …

    Bei Schlussfolgerungen über Beweggründe oder etwaige Absichten Dritter handele es sich eher um Werturteile als um dem Beweis zugängliche Tatsachenbehauptungen, wobei es auch für eine einem Werturteil gleichkommende Erklärung eine ausreichende Tatsachengrundlage geben müsse (vgl. EGMR, Axel Springer AG v. Deutschland (Nr. 2), Urteil vom 10. Juli 2014, Nr. 48311/10, §§ 63-64;… BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 4. August 2016 - 1 BvR 2619/13 -, Rn. 13).

    Rn. 30 (1) Wie ausgeführt, ist bei Meinungsäußerungen, in denen sich wertende und tatsächliche Elemente so vermengen, dass sie insgesamt als Werturteil anzusehen sind, im Rahmen der Abwägung die Richtigkeit der tatsächlichen Bestandteile von Bedeutung (vgl. BVerfGE 99, 185 ; auch EGMR, Axel Springer AG v. Deutschland (Nr. 2), Urteil vom 10. Juli 2014, Nr. 48311/10, § 63).

    Zwar zielt die Frage nach einer ausreichenden Tatsachengrundlage darauf ab, ob die Zuschreibung von Beweggründen, Absichten oder Standpunkten eines anderen im Einzelfall übermäßig ist, womit auch das Gewicht der geäußerten Einschätzung von Bedeutung ist (vgl. EGMR, Axel Springer AG v. Deutschland (Nr. 2), Urteil vom 10. Juli 2014, Nr. 48311/10, §§ 61, 65; EGMR, Annen v. Deutschland (Nr. 2), Urteil vom 20. September 2018, Nr. 3682/10, § 34).

  • BGH, 29.05.2018 - VI ZR 56/17

    Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts bei Presseberichterstattung: …

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte unterscheidet zwischen Politikern ("politicians/personnes politiques"), sonstigen im öffentlichen Leben oder im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehenden Personen ("public figures/personnes publiques") und Privatpersonen ("ordinary person/personne ordinaire"), wobei einer Berichterstattung über letztere engere Grenzen als in Bezug auf den Kreis sonstiger Personen des öffentlichen Lebens gezogen seien und der Schutz der Politiker am schwächsten sei (vgl. EGMR, GRUR 2012, 745 Tz. 110 [Bild]; EGMR, NJW 2015, 1501 Rn. 54 [Wort]).
  • LG Berlin II, 18.11.2025 - 27 O 362/25

    Berichterstattung über Äußerungen von Politikern

    Deshalb hat der EGMR die gegenteilige nationale deutsche Rechtsprechung auch zutreffend für konventionswidrig befunden und die Bundesrepublik Deutschland wegen Verstoßes gegen Art. 10 Abs. 2 EMRK zur Zahlung einer gerechten Entschädigung an das betroffene Medienunternehmen verurteilt (vgl. EGMR, Urteil vom 10.7.2014 - 48311/10 (Axel Springer AG/Deutschland Nr. 2), BeckRS 2015, 2144 Rn. 83 (französische Sprachfassung)).

    Rn. 48 Davon ausgehend sind die Medien wegen der fundamentalen Bedeutung des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung und der Pressefreiheit grundsätzlich befugt, das politische Geschehen ungefiltert und vollständig abzubilden und zu bewerten (vgl. EGMR, Urteil vom 10.07.2014 - 48311/10 (Axel Springer AG/Deutschland Nr. 2), NJW 2015, 1501 Rn. 53 ff.).

    Denn politische Parteien und Politiker setzen sich anders als Private unausweichlich und bewusst einer aufmerksamen Kontrolle ihres Tuns und Treibens durch die Presse und die Bürger aus und müssen schon deshalb eine größere Toleranz an den Tag legen (st. Rspr., vgl. nur EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 54).

    Deshalb haben die Medien nach der von der Kammer geteilten Rechtsprechung des EGMR nicht lediglich das Recht, sondern als unverzichtbarer "Wachhund" der Demokratie sogar die Pflicht, den Bürgern unter Beachtung ihrer Pflichten und Verantwortung Informationen und Ideen zu sämtlichen Fragen von allgemeinem Interesse mitzuteilen (vgl. EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 55).

    Zu Fragen von besonders hohem öffentlichem Interesse zählt jedoch - anders bei als einer Berichterstattung, die sich auf das Privatleben eines Politikers mit dem ausschließlichen Ziel bezieht, die Neugier eines bestimmten Publikums zu befriedigen - der gesamte öffentliche politische Prozess einschließlich aller Äußerungen der an diesem Prozess Beteiligten (vgl. EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 60, 68 m.w.N.).

    Bei einem solchen Berichtsgegenstand ist das Recht auf freie Meinungsäußerung - ähnlich wie bei einer Berichterstattung über wahre Tatsachen - besonders weit auszulegen (vgl. EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 60, 68; BVerfG…, Beschluss vom 09.11.2022 - 1 BvR 523/21, NJW 2023, 510, Rn. 17).

    Rn. 54 Die Presse in diesem Fall gleichwohl zur Unterlassung ihrer Berichterstattung zu verpflichten, nur weil sie an der Verbreitung von im Rahmen des politischen Prozesses gemachten ehrabträglichen Erklärungen eines Politikers über andere Politiker mitgewirkt und dabei die formalen Voraussetzungen der Verdachtsberichterstattung nicht eingehalten hat, würde den Beitrag der Presse zu Diskussionen von Fragen öffentlichen Interesses unverhältnismäßig behindern (vgl. EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 69).

    Dazu fehlen den Medien jedoch in der Regel schon aus Gründen der Aktualität der erhaltenen Informationen und des Aufwandes für eine an den Anforderungen publizistischer Sorgfalt zu messende Recherche die ausreichende Zeit und die erforderlichen Mittel (vgl. EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 70).

    Die Öffentlichkeit hat aber einen Anspruch darauf, auch gerade solche Informationen zu empfangen (st. Rspr., vgl. nur EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 68).

    Rn. 56 Davon ausgehend kann eine Beschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit durch das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen im hier gegebenen Äußerungskontext nur im Ausnahmefall und aus besonders schwerwiegenden Gründen in Betracht zu ziehen sein (vgl. EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 69 m.w.N.).

    Ein solcher Ausnahmefall ist allenfalls dann gegeben, wenn die Berichterstattung zu einem besonders schwerwiegenden Eingriff in das Persönlichkeitsrechts des Betroffenen führt und für ihn keine erfolgversprechende Möglichkeit besteht, dem Eingriff in sein Persönlichkeitsrecht anderweitig zu begegnen (st. Rspr., vgl. nur EGMR, Urteil vom 10.07.2014, a.a.O., Rn. 70 m.w.N.).

  • BGH, 29.07.2025 - VI ZR 426/24

    Zur Namensnennung in Demonstrationsaufruf

  • BGH, 12.06.2018 - VI ZR 284/17

    Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Internet-Presseberichterstattung: …

  • LG Berlin II, 31.03.2026 - 27 O 102/26

    Identifizierende Berichterstattung über Politikeräußerungen zu engem Mitarbeiter

  • LG Frankfurt/Main, 14.12.2022 - 3 O 325/22

    Twitter muss bei einem konkreten Hinweis auf eine Persönlichkeitsverletzung auch …

  • BGH, 17.12.2019 - VI ZR 249/18

    Erkennbarmachung des Beschuldigten durch Wortberichterstattung über ein …

  • BGH, 21.07.2026 - VI ZR 93/25

    Zulässigkeit von Bildveröffentlichungen nach dem abgestuften Schutzkonzept bei …

  • BGH, 10.12.2024 - VI ZR 230/23

    Eingriff in das Persönlichkeitsrecht eines Journalisten durch Äußerung im …

  • VG Hannover, 22.02.2019 - 6 B 5193/18

    Allgemeines Persönlichkeitsrecht; Anhörung; einstweilige Anordnung; erweiterter …

  • BGH, 09.04.2019 - VI ZR 533/16

    Beurteilung der Zulässigkeit einer Bildberichterstattung nach dem abgestuften …

  • OLG Karlsruhe, 23.06.2021 - 6 U 190/20

    Erklärter Antisemit - Bezeichnung eines Politikers als "erklärter Antisemit und …

  • BGH, 21.07.2026 - VI ZR 400/24

    Zu den Voraussetzungen eines Anspruchs auf Zahlung einer Geldentschädigung eines …

  • BGH, 21.07.2026 - VI ZR 267/25

    Beurteilung des Vorliegens einer so schwerwiegenden Verletzung des …

  • BVerfG, 04.08.2016 - 1 BvR 2619/13

    Stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung der Meinungsfreiheit durch …

  • LG Offenburg, 15.11.2022 - 2 O 20/21

    Fake-Preis - Verletzung von Persönlichkeits- und Bildnisrechten: …

  • BVerfG, 09.12.2020 - 1 BvR 704/18

    Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde einer Verlegerin gegen Verpflichtung zur …

  • BGH, 28.04.2026 - VI ZR 113/25

    TAZ gegen Querdenker: Versehentliche Meinungsäußerungen sind anders zu behandeln …

  • BGH, 21.07.2026 - VI ZR 401/24

    Geldentschädigung wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch eine …

  • OLG Köln, 22.11.2018 - 15 U 96/18

    "Käptn Knutsch" erlaubt - Kussfotos verboten - Grenzen der Berichterstattung über …

  • LG Köln, 27.10.2022 - 14 O 266/21

    Lichtbild Internet Unterlassungsanspruch Lizenzschadensersatz Stufenklage …

  • BGH, 21.07.2026 - VI ZR 398/24

    Geldentschädigung wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch eine …

  • OLG Köln, 12.04.2018 - 15 U 112/17

    Unterlassungsansprüche einer prominenten Persönlichkeit hinsichtlich der …

  • OLG Köln, 18.04.2019 - 15 U 156/18

    Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Berichterstattung in der …

  • OLG Köln, 18.04.2019 - 15 U 215/18

    Unterlassungsansprüche wegen einer Wort- und Bildberichterstattung

  • OLG Dresden, 25.07.2023 - 4 U 125/23

    Umfang des Persönlichkeitsschutzes einer GmbH

  • OLG Köln, 12.11.2020 - 15 U 112/20

    Identifizierende Berichterstattung über sog. "Miethaie" zulässig?

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 29.07.2025 - 16 B 881/23

    Bundesamt für Verfassungsschutz; Anordnungsanspruch; Anordnungsgrund; …

  • OLG Köln, 13.06.2024 - 15 U 70/23

    Presseberichterstattung in Bezug auf Kardinal Woelki

  • OLG Köln, 21.05.2024 - 15 W 34/24

    Wettbewerbsrechtliche Verfügungsklage wegen der Veröffentlichung von Äußerungen …

  • LG Berlin II, 18.08.2026 - 27 O 298/26

    Correctiv hat zu Guttenberg verkürzt und verzerrend zitiert

  • OLG Dresden, 02.06.2020 - 4 U 51/20

    Zulässigkeit einer Bildberichterstattung über den Kämmerer einer Gemeinde

  • OLG Köln, 26.03.2020 - 15 U 193/19

    Unterlassungsansprüche in Bezug auf Bildberichterstattungen Anspruch auf Zahlung …

  • OLG Köln, 26.04.2018 - 15 U 120/17

    Zulässigkeit der Bildberichterstattung über die Auseinandersetzung eines …

  • OLG Düsseldorf, 21.02.2019 - 16 U 179/17

    Unterlassung einer veröffentlichten Wortberichterstattung

  • OLG Dresden, 02.06.2026 - 4 U 1532/25

    Unterlassungsklage - Wer eine Deutschlandflagge hisst, muss sich kritisieren …

  • OLG Köln, 21.11.2019 - 15 U 121/19

    Unterlassungsansprüche wegen Wortberichterstattungen

  • OLG Köln, 28.05.2019 - 15 U 196/18
  • LG Berlin II, 28.07.2026 - 27 O 244/26

    "Framing": Selektive Berichterstattung ist kein Journalismus

  • LG Hamburg, 30.10.2020 - 324 O 349/20

    Medienrecht: Verletzung des allgemeines Persönlichkeitsrecht durch …

  • OLG Frankfurt, 27.06.2024 - 16 W 21/22

    Online-Berichterstattung über ambivalente Motive eines "Fluthelfers"

  • OLG Dresden, 28.03.2023 - 4 U 944/22

    Unterlassungsansprüche hinsichtlich verschiedener Äußerungen in einem Buch über …

  • OLG Köln, 22.03.2018 - 15 U 121/17

    Verletzung des Rechts am eigenen Bild durch Berichterstattung über den privaten …

  • OLG Dresden, 21.08.2018 - 4 U 255/18

    Zulässigkeit und zulässiger Umfang einer Verdachtsberichterstattung in der Presse

  • VG Karlsruhe, 09.01.2025 - A 12 K 3586/24

    Gefahr der politisch motivierten Strafverfolgung eines Kurden, der einen …

  • VG Köln, 13.09.2024 - 9 K 2971/22
  • OLG Köln, 07.12.2017 - 15 U 74/17

    Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts bei sogenannter Selbstöffnung des …

  • EGMR, 10.05.2017 - 39954/08

    AXEL SPRINGER AG CONTRE L'ALLEMAGNE

  • VG Köln, 07.05.2026 - 13 K 1520/23
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 29.07.2025 - 16 B 830/23

    Bundesamt für Verfassungsschutz; Anordnungsanspruch; Anordnungsgrund; …

  • LG Berlin II, 17.06.2025 - 27 O 165/25

    Milieuschutzgebiet - Online-Dauerpublikation als Auslöser reaktiver Prüfpflicht; …

  • OLG Köln, 28.05.2019 - 15 U 39/18

    Unterlassunganspruch bzgl. der Veröffentlichung und Verbreitung von Bildnissen; …

  • OLG Köln, 15.10.2020 - 15 W 52/20
  • VG Köln, 13.09.2024 - 9 K 2938/22
  • OLG Dresden, 15.09.2021 - 4 U 1214/21

    1. Wird eine Behauptung von einem Presseorgan lediglich verbreitet, ohne dass ein …

  • KG, 12.09.2019 - 10 U 164/18

    Zulässigkeit von Namensnennung bei Öffentlichmachung von privaten Details durch …

  • OLG Frankfurt, 19.10.2023 - 16 U 193/21

    Bezeichnung eines Autors als "Antisemit" als nicht rechtswidriger Eingriff in das …

  • LG Karlsruhe, 23.11.2018 - 6 O 71/18

    Persönlichkeitsrechtsverletzung: Schonungslose Kritik an der Präsentation eines …

  • LG Köln, 18.07.2018 - 28 O 378/17

    Abwägung zwischen den Rechten der Abgebildeten und den Rechten der Presse i.R.d. …

  • OLG Köln, 25.06.2018 - 15 U 51/18
  • EGMR, 21.01.2016 - 29313/10

    DE CAROLIS ET FRANCE TELEVISIONS c. FRANCE

  • EGMR, 28.07.2020 - 53028/14

    MACOVEI c. ROUMANIE

  • OLG Frankfurt, 31.05.2024 - 16 W 14/14

    Keine Verletzung des Unternehmenspersönlichkeitsrechts durch substanzarme …

  • EGMR, 02.12.2014 - 27756/05

    [ENG]

  • EGMR, 19.03.2024 - 47238/19

    ALMEIDA ARROJA v. PORTUGAL

  • KG, 02.06.2023 - 10 U 20/23

    Hotelname - Unterlassungsanspruch einer prominenten Person gegen die Nennung des …

  • LG Hamburg, 21.12.2018 - 324 O 348/18

    Rechtmäßigkeit von nicht genehmigten Bildveröffentlichungen

  • OLG Frankfurt, 04.06.2024 - 16 W 61/21

    Berichterstattung über behauptete Lobby-Arbeit eines Unternehmers

  • KG, 01.03.2021 - 10 U 121/19

    Zulässige Berichterstattung über privaten Restaurantbesuch mit Schauspielerin

  • EGMR, 02.06.2016 - 61561/08

    [ENG]

  • EGMR, 13.10.2015 - 37428/06

    [FRE]

  • LG Köln, 22.11.2023 - 28 O 215/23
  • KG, 21.06.2023 - 10 U 80/21

    Unterlassung der Veröffentlichung und Verbreitung der Wortberichterstattung …

  • KG, 22.01.2021 - 10 U 121/19

    Zulässige Berichterstattung über privaten Restaurantbesuch mit Schauspielerin

  • LG Hamburg, 02.03.2018 - 324 O 497/17

    Verletzung des Rechts am eigenen Bild: Veröffentlich eines Fotos einer bekannten …

  • LG Köln, 25.10.2023 - 28 O 216/23
  • LG Köln, 16.08.2023 - 28 O 408/22
  • EGMR, 17.12.2019 - 18037/15

    TÖKÉS c. ROUMANIE

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