Rechtsprechung
| BGH, 22.11.1991 - 2 StR 376/91 |
Geldautomat
§§ 242, 263a StGB, Abgrenzung Diebstahl - Computerbetrug
Volltextveröffentlichungen (5)
- HRR Strafrecht
§ 242 StGB; § 246 StGB; § 263a StGB; Art. 103 Abs. 2 GG
Computerbetrug durch Entnahme von Bargeld aus Bankautomaten mit einer gefälschten Codekarte (Einflussnahme auf einen Datenverarbeitungsvorgang; Abgrenzung zum Diebstahl und zur Unterschlagung; Bestimmtheitsgrundsatz) - Wolters Kluwer
Computerbetrug in Tateinheit mit Fälschung beweiserheblicher Daten - Diebstahl im besonders schweren Fall - Wegfall der Verurteilung wegen Diebstahls
- FIS Money Advice (Volltext/Auszüge)
- Juristenzeitung(kostenpflichtig)
Zum Computerbetrug bei Verwendung einer gefälschten Codekarte
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (3)
- RIS Bundeskanzleramt Österreich (Leitsatz)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz und Auszüge)
Computerbetrug bei Geldentnahme durch gefälschte Codekarte
- datenbank.nwb.de (Leitsatz)
§ 263a StGB
Strafrecht; Geldentnahme durch gefälschte Codekarte
Besprechungen u.ä. (2)
- jurafuchs.de (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
Unbefugte Datenverwendung bei manipulierter/gefälschter Girokarte
- JurPC-Archiv (Entscheidungsbesprechung)
Computerbetrug mittels gefälschter Codekarte
Papierfundstellen
- BGHSt 38, 120
- NJW 1992, 445
- ZIP 1992, 106
- MDR 1992, 168
- NStZ 1992, 180
- StV 1992, 115
- WM 1992, 515
- BB 1992, 96
- DB 1992, 267
- JR 1993, 512
Wird zitiert von ... (23) Zitiert selbst (3)
- BGH, 22.04.1952 - 2 StR 101/52
Inverkehrbringen von Falschgeld durch das Einwerfen von gefälschtem Kleingeld in …
Auszug aus BGH, 22.11.1991 - 2 StR 376/91
Rn. 16 Mit dem Argument, die unbefugte Verwendung richtiger, auf Blankette duplizierter Daten sei mit dem Einwerfen von Falschgeld in einen Warenautomaten vergleichbar, die Entnahme von Waren aus einem solchen Automaten mittels Falschgeld erfülle aber den Tatbestand des Diebstahls (BGH MDR 1952, 563), läßt sich die Bewertung des hier in Frage stehenden Vorganges als Gewahrsamsbruch nicht begründen.Es muß nicht entschieden werden, ob bei Warenautomaten das verwendete Falschgeld den die Warenausgabe bewirkenden Mechanismus funktionsgerecht auslöst, ob der dadurch bewirkte Gewahrsamswechsel nach den hier aufgezeigten Kriterien aufgrund einer vorangegangenen Entscheidung des Gewahrsamsinhabers erfolgt und nach dem äußeren Erscheinungsbild des Vorganges als Übergabe der Ware zu bewerten wäre (vgl. Dreher MDR 1952, 563 f).
- BGH, 16.12.1987 - 3 StR 209/87
Wegnahme einer Scheckkarte
Auszug aus BGH, 22.11.1991 - 2 StR 376/91
Rn. 13 Der Bundesgerichtshof hat - für Handlungen vor Inkrafttreten des § 263 a StGB - bei funktionsgerechter Bedienung eines Geldautomaten Diebstahl in den Fällen verneint, in denen die von der Bank ausgegebene Scheckkarte von einem Dritten unbefugt benutzt wurde (BGHSt 35, 152, 158 ff). - BVerfG, 30.11.1955 - 1 BvL 120/53
Privilegierter Ehrenschutz
Auszug aus BGH, 22.11.1991 - 2 StR 376/91
Ohne die Verwendung allgemeiner Begriffe, die einer Auslegung durch den Richter bedürfen, könnte der Gesetzgeber der Vielgestaltigkeit des Lebens nicht Rechnung tragen (BVerfGE 4, 352, 357).
- OLG Hamm, 07.04.2020 - 4 RVs 12/20
EC-Karte; kontaktlose Zahlung; Point-of-sale-Verfahren; POS-Verfahren; PIN; …
Insofern gilt nichts anderes als bei einem Einsatz einer ec-Karte in Verbindung mit der PIN im POS-Verfahren (vgl. dazu BGH NJW 2002, 905; NStZ 1992, 180; NJW 1988, 979, 980; Altenhain JZ 1997, 752, 755 f.;… Fischer StGB, 67. Aufl. 2020, § 263a Rn. 12a;… Kindhäuser in NK-StGB, 5. Aufl. 2017, § 263a Rn. 52 f.;… Mühlbauer in MK-StGB, 3. Aufl. 2019, § 263a Rn. 75;… Perron in Schönke/Schröder-StGB, 30. Aufl. 2019, § 263a Rn. 13).Dem entspricht eine betrugsspezifische Auslegung, wie sie von der ganz überwiegenden Meinung in Rechtsprechung und Literatur vertreten wird (BGH NJW 2013, 2608, 2610; NJW 2002, 905, 906; NStZ 1992, 180; OLG Hamm NStZ 2014, 275, 276; OLG Düsseldorf NStZ-RR 1998, 137;… Fischer StGB, 67. Aufl. 2020, § 263a Rdnr. 11;… Heger in Lackner/Kühl-StGB, 29. Aufl. 2018, § 263a Rdnr. 13;… Perron in Schönke/Schröder-StGB, 30. Aufl. 2019, § 263a Rn. 9) und welcher sich der Senat anschließt.
- BGH, 16.11.2017 - 2 StR 154/17
Raub (fremde Sache: Fremdheit von an einem Geldautomaten ausgegebenen …
Dessen Gewahrsam wird nicht gebrochen (…vgl. BGH aaO, BGHSt 35, 152, 158 ff.; Senat, Urteil vom 22. November 1991 - BGHSt 38, 120, 122;… Fischer, StGB, 64. Aufl., § 242 Rn. 26;… NK-StGB/Kindhäuser, 5. Aufl., § 242 Rn. 51;… MünchKomm-StGB/Schmitz, 3. Aufl., § 242 Rn. 104; a.A. Jungwirth, MDR 1987, 537, 540). - OLG Hamm, 08.08.2013 - 5 RVs 56/13
Selbstbedienungskasse getäuscht - Diebstahl begangen
Rn. 21 Das Merkmal der unbefugten Verwendung von Daten (3. Var.) ist nach ganz überwiegender Ansicht in Rechtsprechung und Literatur, der sich der Senat anschließt, "betrugsspezifisch" auszulegen (vgl. BGHSt 38, 120, 121; BGH, NStZ 2005, 213; NJW 2008, 1394; OLG Köln, NJW 1992, 125, 126 f.); unbefugt ist die Verwendung danach dann, wenn sie gegenüber einer natürlichen Person Täuschungscharakter hätte.
- BGH, 21.03.2019 - 3 StR 333/18
Diebstahl (Wegnahme; Gewahrsam; Geldscheine im Ausgabefach eines Geldautomaten; …
(1) Bei der automatisierten Geldausgabe entspricht es dem Willen des Geldinstituts, den Gewahrsam an den Geldscheinen demjenigen zu übertragen, der den Geldautomaten technisch ordnungsgemäß bedient, indem er sich mittels Eingabe von Bankkarte und zugehöriger PIN legitimiert (BGH, Beschluss vom 16. Dezember 1987 - 3 StR 209/87, BGHSt 35, 152, 159 f.; Urteil vom 22. November 1991 - 2 StR 376/91, BGHSt 38, 120, 122 f.).Gleiches gilt, falls der Täter zuvor ausgespähte und auf Bankkarten-Blankette kopierte Daten unbefugt zur Geldabhebung verwendet (BGH, Urteil vom 22. November 1991 - 2 StR 376/91, BGHSt 38, 120, 122 ff.).
Der 2. Strafsenat hat die Auffassung des Landgerichts, wonach sich der Angeklagte einer räuberischen Erpressung, nicht dagegen eines Raubes schuldig gemacht hatte, unter ausdrücklicher Berufung auf die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 16. Dezember 1987 (3 StR 209/87, BGHSt 35, 152) und vom 22. November 1991 (2 StR 376/91, BGHSt 38, 120) bestätigt.
In den hier in Rede stehenden Fällen bediente im Gegensatz zu denjenigen, die den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 16. Dezember 1987 (3 StR 209/87, BGHSt 35, 152) und vom 22. November 1991 (2 StR 376/91, BGHSt 38, 120) zugrunde lagen, nicht ein materiell Unbefugter den Geldautomaten technisch ordnungsgemäß, indem er sich durch Eingabe von Bankkarte und zugehöriger PIN legitimierte, so dass sich das Einverständnis des Geldinstituts hinsichtlich des Gewahrsamsübergangs in personeller Hinsicht auf diese Person bezog.
- BGH, 16.07.2015 - 2 StR 16/15
Computerbetrug (unbefugte Verwendung von Daten: betrugsspezifische Auslegung, …
Das Tatbestandsmerkmal "unbefugt' erfordert daher eine betrugsspezifische Auslegung (vgl. Senat, Urteil vom 22. November 1991 - 2 StR 376/91, BGHSt 38, 120, 124; Beschluss vom 21. November 2001 - 2 StR 260/01, BGHSt 47, 160, 163;… LK/Tiedemann, StGB, 12. Aufl., § 263a Rn. 16a). - OLG Koblenz, 02.02.2015 - 2 OLG 3 Ss 170/14
Computerbetrug: Unberechtigte Nutzung einer vom Arbeitgeber überlassenen …
Es reicht aus, wenn der Vorgang - wie hier - überhaupt erst durch den Täter und die von ihm benutzte Codekarte in Gang gesetzt wird (BGH, 2 StR 376/91 v. 22.11.1991 - BGHSt 38, 120 ). - BGH, 21.11.2001 - 2 StR 260/01
Abhebung am Geldautomaten
Rn. 7 Von § 263 a Abs. 1 3. Alt. StGB erfaßt werden nach allgemeiner Ansicht Abhebungen an einem Geldautomaten durch einen Nichtberechtigten, der eine gefälschte, manipulierte oder mittels verbotener Eigenmacht erlangte Karte verwendet (vgl. BGHSt 38, 120, 121; OLG Stuttgart NJW 1988, 981, 982;… Cramer in Schönke/Schröder, StGB 26. Aufl. § 263 a Rdn. 11 m.w.N.;… Tröndle/Fischer, StGB 50. Aufl. § 263 a Rdn. 8 a).Dem entspricht eine betrugsnahe oder betrugsspezifische Auslegung, wie sie auch von der überwiegenden Meinung in Literatur und Rechtsprechung vertreten wird (so schon BGHSt 38, 120 f.; OLG Düsseldorf NStZ-RR 1998, 137;… Cramer aaO Rdn. 11, 19;… Lackner/Kühl, StGB 24. Aufl. § 263 a Rdn. 13;… Günther in SK-StGB § 263 a Rdn. 18;… Tröndle/Fischer aaO § 263 a Rdn. 8; Bernsau, Der Scheck- und Kreditkartenmißbrauch durch den berechtigten Karteninhaber S. 167 f., 174).
Ob allerdings eine Betrugsäquivalenz für die Abhebung von Geld am Geldautomaten mit der Abhebung am Schalter gegeben ist, ist ebenfalls streitig (…bejahend Lackner/Kühl aaO § 263 a Rdn. 14;… Tiedemann aaO Rdn. 51;… Tröndle/Fischer aaO § 263 a Rdn. 8 a;… ablehnend Günther aaO § 263 a Rdn. 19; Zielinski, Anmerkung zu BGHSt 38, 120 in CR 1992, 221 f. - jeweils m.w.N. -).
- BGH, 11.08.2021 - 3 StR 63/21
Abhebung von Bargeld durch abredewidrige Verwendung von Karte und PIN …
Denn anders als etwa bei dem Einsatz einer durch Diebstahl erlangten Karte oder der Nutzung ohne Wissen des berechtigten Karteninhabers abgefangener Daten (…vgl. zur Anwendbarkeit des § 263a Abs. 1 StGB in diesen Konstellationen BGH, Beschlüsse vom 16. Juli 2015 - 2 StR 16/15, NStZ 2016, 149 Rn. 12; vom 21. November 2001 - 2 StR 260/01, BGHSt 47, 160, 162; Urteil vom 22. November 1991 - 2 StR 376/91, BGHSt 38, 120, 121 ff.;… Fischer, StGB, 68. Aufl., § 263a Rn. 12a;… MüKoStGB/Mühlbauer, 3. Aufl., § 263a Rn. 58) war das Abheben von Bargeld an Geldautomaten durch die Angeklagten hier keine unbefugte Verwendung von Daten im Sinne des § 263a Abs. 1 StGB. - BGH, 30.01.2001 - 1 StR 512/00
Diebstahl einer Scheckkarte; Computerbetrug; Tatmehrheit; Gesetzeseinheit; …
Das durch den Geldautomaten ausgezahlte Bargeld wird aus dem Vermögen des Geldinstituts ausgefolgt (vgl. BGHSt 38, 120, 122 f.).Das verdeutlicht schon der Blick auf die bei solchen Delikten ebenfalls nicht seltene Vorgehensweise der Fälschung einer Scheckkarte (vgl. den BGHSt 38, 120 zugrundeliegenden Fall).
- BGH, 20.12.2012 - 4 StR 580/11
Betrug durch manipulierte Fußballwetten (konkludente Täuschung: …
Das Tatbestandsmerkmal "unbefugt" erfordert daher eine betrugsspezifische Auslegung (BGH, Urteil vom 22. November 1991 - 2 StR 376/91, BGHSt 38, 120, 124; Beschluss vom 21. November 2011 - 2 StR 260/01, BGHSt 47, 160, 163). - BGH, 18.07.2007 - 2 StR 69/07
Betrug (Vermögensverfügung; Inhaberscheck; Orderscheck); Diebstahl eines …
- BGH, 16.07.2015 - 2 StR 15/15
Computerbetrug (unbefugte Verwendung von Daten: betrugsspezifische Auslegung, …
- OLG Düsseldorf, 05.01.1998 - 2 Ss 437/97
Computerbetrug bei Abhebung mittels Scheckkarte mit Geheimzahl
- OLG Hamm, 03.09.2024 - 4 ORs 98/24
Versuchter Compterbetrug durch Verwendung eines Verrechnungskontos bei Nutzung …
- BGH, 19.10.2023 - 3 StR 181/23
Gewerbsmäßiger Bandenbetrug (modus operandi falsche Polizeibeamte; Bande; …
- OLG Karlsruhe, 03.03.2021 - 1 Rv 21 Ss 58/21
Strafbarkeit wegen missbräuchlicher Verwendung einer Tankkarte
- LG Freiburg, 23.07.2008 - 7 Ns 240 Js 11179/04
Strafbarkeit der Beschaffung entgeltlicher Leistungen im Internet unter …
- BayObLG, 10.02.1994 - 4St RR 145/93
- LG Freiburg, 19.11.2008 - 7 Ns 150 Js 4282/08
Betrugsstraftaten: Aufladen einer Handykarte am Ladeterminal ohne Entrichtung des …
- LG München I, 05.03.2021 - 12 KLs 267 Js 134614/18
Betrug durch Abschluss eines Mietvertrags trotz fehlender Zahlungsfähigkeit
- BayObLG, 24.06.1993 - 5St RR 5/93
- LG Saarbrücken, 09.04.2018 - 4 Qs 26/18
Abgrenzung von Diebstahl, Pfandkehr und Computerbetrug
- OLG Karlsruhe, 26.07.2003 - 3 Ws 134/02
Ausnutzen eines Software-Fehlers im Gebührenabrechnungssystem eines …
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Rechtsprechung
| BGH, 05.11.1991 - 1 StR 600/91 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Schwere Körperverletzung - Dauernde Entstellung in erheblicher Weise - Schwere Folge - Gebrauchsfähigkeit der Hand - Verlust eines wichtigen Gliedes - Gebrauchsunfähigkeit
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- rechtsportal.de (Auszüge)
StGB § 15, § 224
Bedingter Tötungsvorsatz - Tatbestand der schweren Körperverletzung
Papierfundstellen
- StV 1992, 115
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (3)
- BGH, 25.11.1987 - 3 StR 449/87
Bedingter Vorsatz bei billigender Inkaufnahme des Erfolgseintritts - Vorliegen …
Auszug aus BGH, 05.11.1991 - 1 StR 600/91
Denn nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann es auch bei objektiv lebensgefährlichem Verhalten so liegen, daß der Täter - insbesondere bei einer spontanen, in affektiver Erregung ausgeführten Tat - die Gefahr eines Todeserfolg nicht erkennt (BGH StV 1984, 187, 188; vgl. auch BGH NStZ 1988, 175 ). - BGH, 11.01.1984 - 2 StR 615/83
Bedingter Tötungsvorsatz bei Drosselung, die zur Bewusstlosigkeit eines Opfers …
Auszug aus BGH, 05.11.1991 - 1 StR 600/91
Denn nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann es auch bei objektiv lebensgefährlichem Verhalten so liegen, daß der Täter - insbesondere bei einer spontanen, in affektiver Erregung ausgeführten Tat - die Gefahr eines Todeserfolg nicht erkennt (BGH StV 1984, 187, 188; vgl. auch BGH NStZ 1988, 175 ). - BGH, 03.05.1988 - 1 StR 167/88
Kniegelenk - Versteifung - Lähmung - Schwere Körperverletzung
Auszug aus BGH, 05.11.1991 - 1 StR 600/91
Diese sind in § 224 StGB jedoch vollständig aufgezählt: Dazu gehören nur grundlegende Fähigkeiten wie das Sehvermögen, das Gehör, die Sprache und die Fähigkeit zur Zeugung (vgl. hierzu auch BGH NJW 1988, 2622 = BGHR StGB § 224 Lähmung 1).
- BGH, 10.04.2025 - 4 StR 495/24
Schwere Körperverletzung (Tätowierung im Gesicht; erhebliche Entstellung: …
Rn. 10 aa) Eine erhebliche Entstellung i.S.d. § 226 Abs. 1 Nr. 3 Alt. 1 StGB setzt voraus, dass die Tat zu einer Beeinträchtigung des Aussehens des Geschädigten führt (vgl. BGH, Urteil vom 29. Februar 1972 - 5 StR 400/71, NJW 1972, 1143, 1144), die sich als eine Verunstaltung der Gesamterscheinung des Verletzten darstellt, welche in ihren Auswirkungen dem Gewicht der geringsten Fälle des § 226 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 StGB gleichkommt (vgl. BGH…, Beschluss vom 10. November 2015 - 5 StR 420/15 Rn. 10;… Urteil vom 14. August 2014 - 4 StR 163/14 Rn. 24;… Urteil vom 17. Juli 2013 - 2 StR 139/13 Rn. 16;… Urteil vom 20. April 2011 - 2 StR 29/11 Rn. 5;… Urteil vom 28. Juni 2007 - 3 StR 185/07 Rn. 7;… Beschluss vom 2. Mai 2007 - 3 StR 126/07 Rn. 2;… Beschluss vom 11. Juli 2006 - 3 StR 183/06 Rn. 3; Urteil vom 5. November 1991 - 1 StR 600/91, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Entstellung 2;… Fischer, StGB, 72. Aufl., § 226 Rn. 9;… MüKoStGB/Hardtung, 4. Aufl., § 226 Rn. 31;… Grünewald in LK-StGB, 13. Aufl., § 226 Rn. 18;… Knauer/Brose in Spickhoff, Medizinrecht, 4. Aufl., § 226 StGB Rn. 7). - BGH, 28.06.2007 - 3 StR 185/07
Schwere Körperverletzung (erhebliche Entstellung)
Rn. 7 a) Da das Merkmal der erheblichen Entstellung in § 226 Abs. 1 StGB in einer Reihe mit sehr schwerwiegenden Folgen wie Siechtum, Lähmung, geistige Krankheit oder Behinderung, Verlust des Sehvermögens auf einem Auge, eines wichtigen Gliedes u. ä. steht, die für die Einstufung einer Körperverletzungstat als Verbrechen maßgeblich sind, ist eine Verunstaltung des Gesamterscheinungsbildes des Verletzten erforderlich, die in ihrer Bedeutung für den Menschen etwa der Benachteiligung entspricht, die mit den anderen in § 226 StGB genannten Folgen verbunden sind (…Horn/Wolters in SKStGB § 226 Rdn. 12 f.; BGH StV 1992, 115; NStZ 2006, 686). - OLG Jena, 22.11.2007 - 1 Ss 100/07
Schwere Körperverletzung
Da die Verwirklichung des Merkmals der erheblichen dauerhaften Entstellung in § 226 Abs. 1 Nr. 3 StGB nach dem Unrechtsgehalt die Anwendung des Strafrahmens des § 226 Abs. 1 StGB rechtfertigen können muss, dürfen nur solche Verunstaltungen des Gesamterscheinungsbildes des Verletzten als tatbestandsmäßig eingestuft werden, die im Maß ihrer beeinträchtigenden Wirkung zumindest der in ihrem Gewicht geringsten der übrigen in § 226 Abs. 1 StGB genannten Folgen (z.B. Verlust des Sehvermögens, des Sprechvermögens, Siechtum, Lähmung, geistige Krankheit, Behinderung) in etwa gleichkommen (BGH StV 1992, 115; NStZ 2006, 686; Urteil vom 28.06.2007, 3 StR 185/07, bei Juris). - LG Kiel, 07.07.2005 - VIII Ks 1/05
Strafrahmenverschiebung wegen verminderter Schuldfähigkeit: Auswirkungen eines …
Rn. 166 Einen zu berücksichtigenden Umstand kann es allerdings darstellen, wenn sich die Tat als spontane, unüberlegte und in affektiver Erregung ausgeführte Einzelhandlung darstellt (vgl. BGH NStZ 2003, 603 ff.; StV 1993, 307 ff.; StV 1992, 115 ff.).
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Rechtsprechung
| BGH, 23.07.1991 - 1 StR 374/91 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Vorliegen eines minder schweren Falls nach § 226 Abs. 2 Strafgesetzbuch (StGB)
- juris (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- StV 1992, 115
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (1)
- BGH, 29.08.1973 - 2 StR 268/73
Überprüfung der Versagung des Schwurgerichts auf mildernde Umstände nach § 228 …
- BGH, 14.07.1993 - 2 StR 352/93
Begründung eines Provokationsfalles durch einen auf Alkoholgenuß beruhenden …
Denn ein auf Alkoholgenuß beruhender Strafmilderungsgrund nach § 21 kann die Annahme eines Provokationsfalles im Sinne des § 213 1. Alternative StGB weder begründen noch mitbegründen (…vgl. BGHR StGB § 21 Strafrahmenverschiebung 1, 3, 6, 9, 20; StGB § 226 Strafrahmenwahl 1; BGHSt 35, 143; BGH, Beschl. v. 20. August 1991 - 5 StR 378/91; v. 23. Juli 1991 - 1 StR 374/91 = StV 1992, 115; v. 2. März 1993 - 1 StR 26/93).
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