Rechtsprechung
| BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19 |
Volltextveröffentlichungen (11)
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- Bundesfinanzhof
ZK Art 28, EWGV 2913/92 Art 28, ZK Art 29, EWGV 2913/92 Art 29, ZK Art 30, EWGV 2913/92 Art 30, ZK Art 31, EWGV 2913/92 Art 31, ZK Art 78 Abs 1, EWGV 2913/92 Art 78 Abs 1, ZK Art 2... 01, EWGV 2913/92 Art 201, ZK Art 214 Abs 1, EWGV 2913/92 Art 214 Abs 1, ZK Art 236 Abs 1 UAbs 1, EWGV 2913/92 Art 236 Abs 1 UAbs 1, ZKDV Art 143 Abs 1, EWGV 2454/93 Art 143 Abs 1, ZKDV Art 145 Abs 2, EWGV 2454/93 Art 145 Abs 2, ZKDV Art 148, EWGV 2454/93 Art 148, ZKDV Art 878 ff, ZKDV Art 878, EWGV 2454/93 Art 878ff, EWGV 2454/93 Art 878, GATTAbkArtVIIDVÜbk Art 8 Abs 3, AEUV Art 267
Zollwertermittlung - Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen - Vorabverständigung über Verrechnungspreise (Advance Pricing Agreement)
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Zollwertermittlung - Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen - Vorabverständigung über Verrechnungspreise (Advance Pricing Agreement
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Art 28 ZK, Art 28 EWGV 2913/92, Art 29 ZK, Art 29 EWGV 2913/92, Art 30 ZK
Zollwertermittlung - Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen - Vorabverständigung über Verrechnungspreise (Advance Pricing Agreement) - IWW
§ 74 der Finanzgerichtsordnung (FGO), Art. 28 ff. der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92, Verordnung (EG) Nr... . 2700/2000, Art. 28 bis 31 der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92, Verordnung (EG) Nr. 82/97, Art. 267 AEUV, § 126 Abs. 2 FGO, § 101 Satz 1 FGO, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1430/79, Verordnung (EG) Nr. 444/2002, Verordnung (EWG) Nr. 2454/93, Verordnung (EWG) Nr. 2913/92, Verordnungen (EG) Nr. 2787/2000, (EG) Nr. 993/2001, § 135 Abs. 2 FGO
- Wolters Kluwer
Erstattung von Zoll für eingeführten Waren; Zollwert von Waren; Wertermittlung nach der Schlussmethode
- Betriebs-Berater
Zollwertermittlung - Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen - Vorabverständigung über Verrechnungspreise (Advance Pricing Agreement)
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Zollwertermittlung - Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen - Vorabverständigung über Verrechnungspreise (Advance Pricing Agreement)
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Erstattung von Zoll für eingeführten Waren; Zollwert von Waren; Wertermittlung nach der Schlussmethode
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Zollwertermittlung - Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen - Vorabverständigung über Verrechnungspreise (Advance Pricing Agreement)
Kurzfassungen/Presse (2)
- die-aktiengesellschaft.de (Leitsatz)
Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen; Verhältnis Zollwert und Verrechnungspreise
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Fehlerhafte Ermittlung eines Zollwertes
Sonstiges (3)
- IWW (Verfahrensmitteilung)
ZK Art 29, ZKDV Art 144
Zollwert, Erstattung, Verrechnungspreis, Transaktionswert, Berichtigung - Bundesfinanzhof (Verfahrensmitteilung)
ZK Art 29 ; ZKDV Art 144 ; EWGV 2913/92 Art 29 ; EWGV 2454/93 Art 144
- Bundesfinanzhof (Terminmitteilung)
Ist bei der Einfuhr von Waren, die von einem verbundenen Unternehmen (hier
Verfahrensgang
- FG München, 13.11.2012 - 6 K 676/12
- FG Berlin-Brandenburg, 27.08.2013 - 8 K 8289/10
- FG Münster, 16.09.2014 - 9 K 1600/12
- BFH, 10.12.2014 - I R 65/13
- BFH, 25.02.2015 - I R 86/12
- BFH, 28.10.2015 - I R 65/13
- FG München, 15.09.2016 - 14 K 1974/15
- EuGH, 20.12.2017 - C-529/16
- AGH Baden-Württemberg, 19.10.2018 - AGH 13/18
- FG München, 15.11.2018 - 14 K 2028/18
- BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
- BVerfG, 05.08.2022 - 1 BvL 8/18
- BVerfG, 24.11.2022 - 2 BvR 1424/15
- BVerfG, 06.12.2022 - 2 BvL 29/14
- BVerfG, 07.12.2022 - 2 BvR 988/16
- BFH, 17.05.2023 - I R 14/23
- BFH, 17.05.2023 - I R 7/23
- BFH - I R 1/24 (anhängig)
- BFH - I R 2/24 (anhängig)
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (14)
- EuGH, 20.12.2017 - C-529/16
Hamamatsu Photonics Deutschland - Vorlage zur Vorabentscheidung - Gemeinsamer …
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Nach der Rechtsprechung des EuGH (Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland vom 20.12.2017 - C-529/16, EU:C:2017:984, ZfZ 2018, 68) lassen es die Art. 28 bis 31 ZK nicht zu, als Zollwert einen vereinbarten Transaktionswert zugrunde zu legen, der sich teilweise aus einem zunächst in Rechnung gestellten und angemeldeten Betrag und teilweise aus einer pauschalen Berichtigung nach Ablauf des Abrechnungszeitraums zusammensetzt, ohne dass sich sagen lässt, ob am Ende des Abrechnungszeitraums diese Berichtigung nach oben oder nach unten erfolgen wird.Rn. 13 Der EuGH verneinte gleichwohl die erste Vorlagefrage mit Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland vom 20.12.2017 - C-529/16 (EU:C:2017:984, ZfZ 2018, 68) und stellte dazu im Tenor fest: "Die Art. 28 bis 31 der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates vom 12. Oktober 1992 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften in der durch die Verordnung (EG) Nr. 82/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Dezember 1996 geänderten Fassung sind dahin auszulegen, dass sie es nicht zulassen, als Zollwert einen vereinbarten Transaktionswert zugrunde zu legen, der sich teilweise aus einem zunächst in Rechnung gestellten und angemeldeten Betrag und teilweise aus einer pauschalen Berichtigung nach Ablauf des Abrechnungszeitraums zusammensetzt, ohne dass sich sagen lässt, ob am Ende des Abrechnungszeitraums diese Berichtigung nach oben oder nach unten erfolgen wird.".
Der Zollwert muss daher den tatsächlichen wirtschaftlichen Wert einer eingeführten Ware widerspiegeln und folglich alle Elemente dieser Ware, die einen wirtschaftlichen Wert haben, berücksichtigen (EuGH-Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland, EU:C:2017:984, Rz 24, m.w.N., ZfZ 2018, 68).
Rn. 35 (2) Kann der Zollwert nicht nach Art. 29 ZK bestimmt werden, kommen die bereits angesprochenen Folgemethoden zur Anwendung (s. EuGH-Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland, EU:C:2017:984, Rz 26, m.w.N., ZfZ 2018, 68).
Rn. 43 Dementsprechend hat auch der EuGH eine nachträgliche Berichtigung des Transaktionswerts nur in Sonderfällen zugelassen, um die Ermittlung eines willkürlichen oder fiktiven Zollwerts zu verhindern (s. EuGH-Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland, EU:C:2017:984, Rz 30, ZfZ 2018, 68; vgl. auch EuGH-Urteil Mitsui & Co. Deutschland vom 19.03.2009 - C-256/07, EU:C:2009:167, Rz 24 ff., m.w.N., ZfZ 2009, 101, unter Hinweis auf Art. 145 Abs. 2 ZKDVO und auf die Erwägungsgründe 4 und 5 der Verordnung (EG) Nr. 444/2002 der Kommission vom 11.03.2002 zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften sowie der Verordnungen (EG) Nr. 2787/2000 und (EG) Nr. 993/2001, ABlEG 2002, Nr. L 68, 11; ebenso EuGH-Urteil X vom 12.10.2017 - C-661/15, EU:C:2017:753, Rz 36, ZfZ 2018, 14).
Rn. 44 Für den Fall, dass sich der vereinbarte Transaktionswert --wie im Streitfall-- teilweise aus einem zunächst in Rechnung gestellten und angemeldeten Betrag und teilweise aus einer pauschalen Berichtigung nach Ablauf des Abrechnungszeitraums zusammensetzt, ohne dass sich sagen lässt, ob am Ende des Abrechnungszeitraums diese Berichtigung nach oben oder nach unten erfolgt, hat der EuGH eine nachträgliche Berichtigung unter der Geltung des ZK ausdrücklich ausgeschlossen (EuGH-Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland, EU:C:2017:984, Rz 35, ZfZ 2018, 68).
- EuGH, 19.03.2009 - C-256/07
Mitsui & Co. Deutschland - Zollkodex der Gemeinschaften - Erstattung von Abgaben …
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Rn. 43 Dementsprechend hat auch der EuGH eine nachträgliche Berichtigung des Transaktionswerts nur in Sonderfällen zugelassen, um die Ermittlung eines willkürlichen oder fiktiven Zollwerts zu verhindern (s. EuGH-Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland, EU:C:2017:984, Rz 30, ZfZ 2018, 68; vgl. auch EuGH-Urteil Mitsui & Co. Deutschland vom 19.03.2009 - C-256/07, EU:C:2009:167, Rz 24 ff., m.w.N., ZfZ 2009, 101, unter Hinweis auf Art. 145 Abs. 2 ZKDVO und auf die Erwägungsgründe 4 und 5 der Verordnung (EG) Nr. 444/2002 der Kommission vom 11.03.2002 zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften sowie der Verordnungen (EG) Nr. 2787/2000 und (EG) Nr. 993/2001, ABlEG 2002, Nr. L 68, 11; ebenso EuGH-Urteil X vom 12.10.2017 - C-661/15, EU:C:2017:753, Rz 36, ZfZ 2018, 14). - BFH, 04.07.2013 - VII R 56/11
Zollwert von DVDs mit Spielfilmen - Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehör
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Rn. 45 (2) Erfolgt die Bestimmung des Zollwerts nach der Schlussmethode, ist grundsätzlich ebenfalls hinsichtlich der heranzuziehenden anderen zweckmäßigen Methoden auf den Zeitpunkt der Einfuhr abzustellen (vgl. etwa Senatsbeschluss vom 04.07.2013 - VII R 56/11, BFHE 242, 472, ZfZ 2013, 271, Rz 31;… s.a. Schwarz in Schwarz/Wockenfoth, Zollrecht, 3. Aufl., Art. 31 Rz 8).
- BFH, 23.03.2021 - VII R 24/19
Zollwertrechtliche Behandlung von Kosten für Schadstoff- und Qualitätsprüfungen
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Die Anwendung der Schlussmethode hat im Ergebnis die Grundzüge der Zollwertermittlung gemäß Art. 29 und Art. 30 ZK zu beachten (Senatsurteil vom 23.03.2021 - VII R 24/19, BFHE 273, 374, Rz 25, m.w.N.). - BFH, 12.12.2002 - VII R 43/01
Berücksichtigung einer Einkaufsprovision beim Zollwert; Auslegung des Begriffes …
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Diese Auslegungsvorschriften sind für die Anwendung des Art. 31 Abs. 1 ZK verbindlich (vgl. Senatsurteil vom 12.12.2002 - VII R 43/01, BFHE 200, 468, ZfZ 2003, 193, unter 1.a). - EuGH, 12.10.2017 - C-661/15
X - Vorlage zur Vorabentscheidung - Zollunion - Zollkodex der Gemeinschaften - …
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Rn. 43 Dementsprechend hat auch der EuGH eine nachträgliche Berichtigung des Transaktionswerts nur in Sonderfällen zugelassen, um die Ermittlung eines willkürlichen oder fiktiven Zollwerts zu verhindern (s. EuGH-Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland, EU:C:2017:984, Rz 30, ZfZ 2018, 68; vgl. auch EuGH-Urteil Mitsui & Co. Deutschland vom 19.03.2009 - C-256/07, EU:C:2009:167, Rz 24 ff., m.w.N., ZfZ 2009, 101, unter Hinweis auf Art. 145 Abs. 2 ZKDVO und auf die Erwägungsgründe 4 und 5 der Verordnung (EG) Nr. 444/2002 der Kommission vom 11.03.2002 zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften sowie der Verordnungen (EG) Nr. 2787/2000 und (EG) Nr. 993/2001, ABlEG 2002, Nr. L 68, 11; ebenso EuGH-Urteil X vom 12.10.2017 - C-661/15, EU:C:2017:753, Rz 36, ZfZ 2018, 14). - BFH, 12.07.2011 - VII R 65/10
Ermittlung des Zollwerts nach der Schlussmethode
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Zwar ist die Herkunft der Angaben, auf die sich die Ermittlung des Zollwerts stützt, für sich gesehen kein Ausschließungsgrund für die Anwendung der Schlussmethode; doch müssen die Zollbehörden in der Lage sein, sich von der Richtigkeit oder Genauigkeit dieser Angaben bei der Anwendung der Schlussmethode zu überzeugen (12.3 der Advisory Opinions des Technischen Ausschusses für den Zollwert bei Anwendung von Art. 7 des Übereinkommens zur Durchführung des Art. VII des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens von 1994 - deutsche Übersetzung bei Müller-Eiselt/Vonderbank, EU-Zollrecht, Zollwert, Fach 3320, A.12.3 Rz 2; s.a. Senatsurteil vom 12.07.2011 - VII R 65/10, ZfZ 2011, 300, Rz 14 ff.; Wäger in Hübschmann/Hepp/Spitaler --HHSp-- [Stand: 180. Lfg.], Art. 31 ZK Rz 10). - BFH, 10.11.2006 - VII B 342/05
Entstehung der Zollschuld; Zollwert eingeführter Ware; grundsätzliche Bedeutung
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Rn. 41 (1) Richtet sich die Bestimmung des Zollwerts nach Art. 29 ZK, so ist der maßgebliche Transaktionswert regelmäßig der für die Waren im Zeitpunkt der Annahme der Zollanmeldung tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis (Art. 144 Abs. 1 ZKDVO; s.a. Senatsbeschluss vom 10.11.2006 - VII B 342/05, BFH/NV 2007, 291; Wäger in HHSp [Stand: 180. Lfg.], Art. 29 ZK Rz 5). - BFH, 15.06.1993 - VII R 69/90
Zollwertbemessung bei schadhafter Ware
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Insbesondere ist eine nachträgliche Änderung des Kaufpreises nach Art. 145 Abs. 2 ZKDVO grundsätzlich nur dann zu berücksichtigen, wenn der Zollbehörde nachgewiesen wird, dass die Waren im Zeitpunkt der Annahme der Zollanmeldung schadhaft waren (vgl. Senatsurteil vom 15.06.1993 - VII R 69/90, BFH/NV 1994, 355, unter II., zu Art. 2 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1430/79 des Rates vom 02.07.1979 über die Erstattung oder den Erlaß von Eingangs- oder Ausfuhrabgaben, Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften --ABlEG-- 1979, Nr. L 175, 1, hinsichtlich eines bereits vor Lieferung eingetretenen Schadens; s.a. Deimel in HHSp [Stand: 217. Lfg.], Art. 235-236 ZK Rz 36;… Schwarz in Schwarz/Wockenfoth, Zollrecht, 3. Aufl., Art. 236 Rz 8a). - FG München, 15.11.2018 - 14 K 2028/18
Zollwert für die eingeführten Waren
Auszug aus BFH, 17.05.2022 - VII R 2/19
Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des Finanzgerichts München vom 15.11.2018 - 14 K 2028/18 wird als unbegründet zurückgewiesen. - FG München, 15.09.2016 - 14 K 1974/15
Europarechtliche Anforderungen an die Bemessung des Zollwerts bei …
- BFH, 02.07.2012 - VII B 104/11
Einfuhrabgaben: Maßgebender Zeitpunkt für die Gültigkeit eines …
- EuGH, 13.12.2007 - C-526/06
Road Air Logistics Customs - Zollkodex der Gemeinschaften und …
- EuGH, 20.10.2005 - C-247/04
Transport Maatschappij Traffic - Zollkodex der Gemeinschaften - Erstattung oder …
- BFH, 15.07.2025 - VII R 36/22
Zollwert - Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen
Dabei sei das Senatsurteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19 (BFHE 276, 279) nicht auf den vorliegenden Rechtsstreit anwendbar, da dort ein Erstattungsfall zugrunde gelegen habe, während es vorliegend um eine Nacherhebung gehe.Das FG habe zutreffend die Kernaussagen des Senatsurteils vom 17.05.2022 - VII R 2/19 (BFHE 276, 279) auf den Streitfall angewandt.
Zu diesen Bemessungsgrundlagen gehören die Beschaffenheit der Ware, ihre Menge, ihr Zollwert sowie der Zollsatz (Senatsurteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279, Rz 26; Senatsbeschluss vom 02.07.2012 - VII B 104/11, Rz 9).
Der Zollwert muss daher den tatsächlichen wirtschaftlichen Wert einer eingeführten Ware widerspiegeln und folglich alle Elemente dieser Ware, die einen wirtschaftlichen Wert haben, berücksichtigen (z.B. EuGH-Urteil Tauritus vom 15.05.2025 - C-782/23, EU:C:2025:353, Rz 51; vgl. auch Senatsurteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279, Rz 30).
Rn. 22 Zur Bestimmung des Zollwerts ist vorrangig die Transaktionswertmethode gemäß Art. 29 ZK / Art. 70 UZK anzuwenden (EuGH-Urteil Baltic Master vom 09.06.2022 - C-599/20, EU:C:2022:457, Rz 26; Senatsurteile vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279, Rz 29, und vom 23.03.2021 - VII R 24/19, BFHE 273, 374, Rz 18; Senatsbeschluss vom 17.09.2024 - VII R 28/21, zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt, Rz 32).
Falls der Zollwert auch danach nicht bestimmt werden kann, ist die Schlussmethode nach Art. 31 ZK / Art. 74 Abs. 3 UZK anzuwenden (Senatsurteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279, Rz 29).
Die Zollwertermittlung ist demnach eine waren- und stichtagsbezogene Wertermittlung (Senatsurteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279, Rz 40).
Rn. 36 aa) Auf die Prüfungsmöglichkeit nach Überlassung der Waren haben sowohl der EuGH (Urteile Hamamatsu Photonics Deutschland vom 20.12.2017 - C-529/16, EU:C:2017:984, Rz 29, und FAWKES vom 09.06.2022 - C-187/21, EU:C:2022:458, Rz 61) als auch der erkennende Senat (Urteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279, Rz 23) hingewiesen.
Rn. 46 Dabei hat sich das FG auf die Rechtsprechung des EuGH (Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland vom 20.12.2017 - C-529/16, EU:C:2017:984) und des erkennenden Senats (Urteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279) bezogen und gemeint, hieraus ergebe sich zwingend, dass unterjährig angemeldete Verrechnungspreise nicht nachträglich korrigiert werden könnten.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Konstellation der Preissenkung keinen Grund zu der Annahme einer Preisbeeinflussung gemäß Art. 29 Abs. 2 Buchst. a ZK nahelegt (vgl. Senatsurteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279, Rz 54).
Deshalb konnte in den entschiedenen Fällen die Transaktionswertmethode zur Anwendung gelangen, weil zum Zeitpunkt der Annahme der Zollanmeldungen keine Anhaltspunkte dafür bestanden, dass die Preise nicht den tatsächlichen wirtschaftlichen Wert der eingeführten Waren widerspiegelten (EuGH-Urteil Hamamatsu Photonics Deutschland vom 20.12.2017 - C-529/16, EU:C:2017:984, Rz 34; Senatsurteil vom 17.05.2022 - VII R 2/19, BFHE 276, 279, Rz 53).
- FG München, 27.10.2022 - 14 K 588/20
Zollwert von eingeführten Waren
Rn. 51 Wie der BFH in seinem Urteil vom 17. Mai 2022 VII R 2/19 (…a.a.O.) ausgeführt hat, ist der maßgebliche Zeitpunkt für die Bestimmung des Zollwerts gemäß Art. 214 Abs. 1 ZK/Art. 85 UZK der Zeitpunkt des Entstehens der Zollschuld, vorliegend also der Zeitpunkt, in dem die betreffenden Zollanmeldungen angenommen worden sind (Art. 67 i.V.m. Art. 201 Abs. 2 ZK;… s.a. Krüger in Dorsch, a.a.O., Art. 29 ZK Rz 43).
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