Rechtsprechung
| BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23 |
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Statthaftigkeit einer Nichtzulassungsbeschwerde in einer Familienstreitsache; Verfahrensrechtsanwendung bei einer rechtsfehlerhaften, aber bindenden Verweisung an das erstinstanzliche Gericht
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§ 17a Abs 2 S 3 GVG, § 17a Abs 5 GVG, § 17a Abs 6 GVG, § 23b GVG, § 119 Abs 1 GVG
Statthaftigkeit einer Nichtzulassungsbeschwerde in einer Familienstreitsache; Verfahrensrechtsanwendung bei einer rechtsfehlerhaften, aber bindenden Verweisung an das erstinstanzliche Gericht - IWW
§§ 112 Nr. 3, ... 266 Abs. 1 Nr. 3 FamFG, § 70 Abs. 1 FamFG, § 266 Abs. 1 Nr. 3 FamFG, § 266 FamFG, § 544 ZPO, § 119 Abs. 1 GVG, § 119 Abs. 1 Nr. 1 lit. a GVG, § 119 Abs. 1 Nr. 2 GVG, § 119 Abs. 2 GVG, § 23 b Abs. 1 GVG, § 529 Abs. 3 Satz 2 ZPO, § 621 e Abs. 4 Satz 1 ZPO, § 529 Abs. 3 ZPO, § 513 Abs. 2 ZPO, § 65 Abs. 4 FamFG, § 17 a Abs. 5, 6 FamFG, § 17 a Abs. 5 GVG, § 17 a Abs. 6 GVG, §§ 38 Abs. 1 Satz 1, 69 Abs. 3 FamFG, §§ 511 ff. ZPO, § 522 Abs. 2 ZPO, § 17 a Abs. 2 Satz 3, Abs. 6 GVG, § 17 a Abs. 2 Satz 3 GVG, §§ 17 bis 17 b GVG, § 17 a Abs. 2 GVG, § 17 a Abs. 4 Satz 3 bis 6 GVG, § 113 Abs. 1 Satz 2 FamFG, Art. 19 Abs. 4 GG, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO
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Durchgriff des Grundsatzes der formellen Anknüpfung in § 119 Abs. 1 GVG im Verhältnis von bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und Familiensachen auf die funktionelle Zuständigkeit der Senate bei dem Oberlandesgericht; Fehlerhafte Qualifikation des Verfahrensgegenstands durch ...
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Statthaftigkeit einer Nichtzulassungsbeschwerde in einer Familienstreitsache; Verfahrensrechtsanwendung bei einer rechtsfehlerhaften, aber bindenden Verweisung an das erstinstanzliche Gericht
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Kurzfassungen/Presse (4)
- beck-aktuell.de (Kurzinformation)
Sachliche Zuständigkeit von OLG-Senaten: Die erste Instanz entscheidet
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Entscheidung der ersten Instanz über sachliche Zuständigkeit der OLG-Senate
- famrz.de (Kurzinformation)
Grundsatz der formellen Anknüpfung - fehlerhafte Qualifikation des Verfahrensgegenstands
- arber-seminare.de (Kurzinformation)
Verfahrensrecht Grundsatz der formellen Anknüpfung - fehlerhafte Qualifikation des Verfahrensgegenstands
Verfahrensgang
- LG Leipzig, 27.10.2021 - 4 O 1610/21
- OLG Dresden, 14.07.2023 - 22 U 2509/21
- OLG Dresden, 14.08.2023 - 22 U 2509/21
- BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Papierfundstellen
- MDR 2024, 1535
- MDR 2024, 1565
- FamRZ 2025, 42
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (18)
- BGH, 10.07.2024 - XII ZR 63/23
Abgrenzung von sonstigen Familiensachen zu allgemeinen Zivilsachen; …
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Jedenfalls im Verhältnis zwischen bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und Familiensachen wird das Rechtsmittelgericht selbst durch eine fehlerhafte, aber nach § 17 a Abs. 5 und 6 GVG bindende Beurteilung der funktionellen Zuständigkeit durch das vorinstanzliche Gericht nicht daran gehindert, das Rechtsmittelverfahren nach den korrekten, d.h. für den familienrechtlichen oder bürgerlich-rechtlichen Verfahrensgegenstand tatsächlich einschlägigen Verfahrensvorschriften zu führen (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 10. Juli 2024 - XII ZR 63/23 - juris und Beschluss vom 29. Juni 2017 - IX ZB 98/16, BGHZ 215, 139 = FamRZ 2017, 1602).Auch in diesem Fall hat das Rechtsmittelgericht sein Verfahren nach den korrekten, d.h. für den familienrechtlichen oder bürgerlich-rechtlichen Verfahrensgegenstand tatsächlich einschlägigen Verfahrensvorschriften zu führen (vgl. Senatsbeschluss vom 10. Juli 2024 - XII ZR 63/23 - juris Rn. 17;… BGHZ 215, 139 = FamRZ 2017, 1602 Rn. 14; vgl. auch OLG Frankfurt FamRZ 2019, 1316, 1317 f.; Bergerfurth FamRZ 2001, 1493, 1494).
Insoweit haben die Rechtsmittelgerichte die ausdrücklich oder stillschweigend getroffene Entscheidung der Instanzgerichte über die eigene Rechtswegzuständigkeit als bindend hinzunehmen (vgl. Senatsbeschluss vom 10. Juli 2024 - XII ZR 63/23 - juris Rn. 17).
- BGH, 14.12.1989 - IX ZR 119/88
Rechtsweg für Klage gegen einen Notar auf Rückzahlung zu Unrecht von einem …
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Rn. 23 (2) Die wohl überwiegende Ansicht in Rechtsprechung und Schrifttum hält demgegenüber in diesen Fällen dafür, dass das Empfangsgericht bei der Fortführung des Verfahrens grundsätzlich die Prozess- oder Verfahrensordnung seiner eigenen Gerichtsbarkeit ("Hausverfahrensordnung") anzuwenden hat (…vgl. BGHSt 62, 22 = NJW 2017, 2631 Rn. 26 und BGH Beschluss vom 14. Dezember 1989 - IX ZB 40/89 - NJW 1990, 1794, 1795; BVerwG NJW 1967, 2128, 2130; BFH DStRE 2006, 440, 441 und RPfleger 1992, 82;… Stein/Jonas/Jacobs ZPO 23. Aufl. § 17 b GVG Rn. 5;… Sternal/Sternal FamFG 21. Aufl. § 1 Rn. 64;… Schoch/ Schneider/Ehlers GVG [Stand: März 2023] § 17 a Rn. 19;… Gräber/Herbert FGO 9. Aufl. Anh. zu § 33 Rn. 35;… Steinhauff in Hübschmann/Hepp/Spitaler AO/FGO [Stand: August 2019] § 34 FGO Rn. 145;… Sodan/Ziekow VwGO 5. Aufl. § 17 a GVG Rn. 21; Gummer DNotZ 1991, 689, 693 f.; Häfele Die Auswirkung der Neufassung der §§ 17 bis 17 b GVG auf das gerichtliche Verfahren einschließlich hierzu ergangener Rechtsprechung [2002] S. 111 f.;… offengelassen in Senatsbeschluss vom 26. Januar 2022 - XII ZB 227/21 - FamRZ 2022, 647 Rn. 5).Die streitbeendende Funktion der dem Verweisungsbeschluss beigelegten Bindungswirkung würde letztlich wieder in Frage gestellt werden, wenn sich ein vor dem Ausgangsgericht ausgetragener Streit der Parteien um die Zulässigkeit des von dem Anspruchsteller beschrittenen Rechtswegs vor dem Empfangsgericht in der Gestalt eines Streits um die anwendbare Verfahrensordnung fortsetzen könnte (…vgl. Sternal/Sternal FamFG 21. Aufl. § 1 Rn. 64; Gummer DNotZ 1991, 689, 693).
- BFH, 14.10.2005 - VI S 17/05
Zuständiges Gericht: Bestimmung durch BFH
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Rn. 23 (2) Die wohl überwiegende Ansicht in Rechtsprechung und Schrifttum hält demgegenüber in diesen Fällen dafür, dass das Empfangsgericht bei der Fortführung des Verfahrens grundsätzlich die Prozess- oder Verfahrensordnung seiner eigenen Gerichtsbarkeit ("Hausverfahrensordnung") anzuwenden hat (…vgl. BGHSt 62, 22 = NJW 2017, 2631 Rn. 26 und BGH Beschluss vom 14. Dezember 1989 - IX ZB 40/89 - NJW 1990, 1794, 1795; BVerwG NJW 1967, 2128, 2130; BFH DStRE 2006, 440, 441 und RPfleger 1992, 82;… Stein/Jonas/Jacobs ZPO 23. Aufl. § 17 b GVG Rn. 5;… Sternal/Sternal FamFG 21. Aufl. § 1 Rn. 64;… Schoch/ Schneider/Ehlers GVG [Stand: März 2023] § 17 a Rn. 19;… Gräber/Herbert FGO 9. Aufl. Anh. zu § 33 Rn. 35;… Steinhauff in Hübschmann/Hepp/Spitaler AO/FGO [Stand: August 2019] § 34 FGO Rn. 145;… Sodan/Ziekow VwGO 5. Aufl. § 17 a GVG Rn. 21; Gummer DNotZ 1991, 689, 693 f.; Häfele Die Auswirkung der Neufassung der §§ 17 bis 17 b GVG auf das gerichtliche Verfahren einschließlich hierzu ergangener Rechtsprechung [2002] S. 111 f.;… offengelassen in Senatsbeschluss vom 26. Januar 2022 - XII ZB 227/21 - FamRZ 2022, 647 Rn. 5).Stehen dem Empfangsgericht nach seiner eigenen Verfahrensordnung mehrere Verfahrensarten zur Verfügung, muss es diejenige auswählen, die dem Rechtsschutzbedürfnis des Anspruchstellers und dem Wesen des Rechtsstreits am ehesten gerecht wird (vgl. BFH DStRE 2006, 440, 441 und RPfleger 1992, 82; BVerwG NJW 1967, 2128, 2130;… Stein/Jonas/Jacobs ZPO 23. Aufl. § 17 b GVG Rn. 5;… Zöller/Lückemann ZPO 35. Aufl. § 17 b GVG Rn. 2;… Sternal/Sternal FamFG 21. Aufl. § 1 Rn. 64).
- BFH, 23.04.1991 - VII B 221/90
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Rn. 23 (2) Die wohl überwiegende Ansicht in Rechtsprechung und Schrifttum hält demgegenüber in diesen Fällen dafür, dass das Empfangsgericht bei der Fortführung des Verfahrens grundsätzlich die Prozess- oder Verfahrensordnung seiner eigenen Gerichtsbarkeit ("Hausverfahrensordnung") anzuwenden hat (…vgl. BGHSt 62, 22 = NJW 2017, 2631 Rn. 26 und BGH Beschluss vom 14. Dezember 1989 - IX ZB 40/89 - NJW 1990, 1794, 1795; BVerwG NJW 1967, 2128, 2130; BFH DStRE 2006, 440, 441 und RPfleger 1992, 82;… Stein/Jonas/Jacobs ZPO 23. Aufl. § 17 b GVG Rn. 5;… Sternal/Sternal FamFG 21. Aufl. § 1 Rn. 64;… Schoch/ Schneider/Ehlers GVG [Stand: März 2023] § 17 a Rn. 19;… Gräber/Herbert FGO 9. Aufl. Anh. zu § 33 Rn. 35;… Steinhauff in Hübschmann/Hepp/Spitaler AO/FGO [Stand: August 2019] § 34 FGO Rn. 145;… Sodan/Ziekow VwGO 5. Aufl. § 17 a GVG Rn. 21; Gummer DNotZ 1991, 689, 693 f.; Häfele Die Auswirkung der Neufassung der §§ 17 bis 17 b GVG auf das gerichtliche Verfahren einschließlich hierzu ergangener Rechtsprechung [2002] S. 111 f.;… offengelassen in Senatsbeschluss vom 26. Januar 2022 - XII ZB 227/21 - FamRZ 2022, 647 Rn. 5).Stehen dem Empfangsgericht nach seiner eigenen Verfahrensordnung mehrere Verfahrensarten zur Verfügung, muss es diejenige auswählen, die dem Rechtsschutzbedürfnis des Anspruchstellers und dem Wesen des Rechtsstreits am ehesten gerecht wird (vgl. BFH DStRE 2006, 440, 441 und RPfleger 1992, 82; BVerwG NJW 1967, 2128, 2130;… Stein/Jonas/Jacobs ZPO 23. Aufl. § 17 b GVG Rn. 5;… Zöller/Lückemann ZPO 35. Aufl. § 17 b GVG Rn. 2;… Sternal/Sternal FamFG 21. Aufl. § 1 Rn. 64).
- BGH, 26.01.2017 - StB 26/14
Nachträglicher Rechtsschutz gegen erledigte polizeiliche Überwachungsmaßnahmen …
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Rn. 21 aa) Im rechtlichen Ausgangspunkt entfaltet der Verweisungsbeschluss des Ausgangsgerichts seine sich aus § 17 a Abs. 2 Satz 3 GVG ergebende Bindungswirkung für das Empfangsgericht zunächst nur hinsichtlich des eröffneten Rechtswegs (bzw. im Fall des § 17 a Abs. 6 GVG hinsichtlich der funktionellen Zuständigkeit im Verhältnis der Spruchkörper für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten und Familiensachen untereinander) sowie hinsichtlich der örtlichen und sachlichen Zuständigkeit des Ausgangsgerichts (vgl. BGHSt 62, 22 = NJW 2017, 2631 Rn. 26).Rn. 23 (2) Die wohl überwiegende Ansicht in Rechtsprechung und Schrifttum hält demgegenüber in diesen Fällen dafür, dass das Empfangsgericht bei der Fortführung des Verfahrens grundsätzlich die Prozess- oder Verfahrensordnung seiner eigenen Gerichtsbarkeit ("Hausverfahrensordnung") anzuwenden hat (vgl. BGHSt 62, 22 = NJW 2017, 2631 Rn. 26 und BGH Beschluss vom 14. Dezember 1989 - IX ZB 40/89 - NJW 1990, 1794, 1795; BVerwG NJW 1967, 2128, 2130; BFH DStRE 2006, 440, 441 und RPfleger 1992, 82;… Stein/Jonas/Jacobs ZPO 23. Aufl. § 17 b GVG Rn. 5;… Sternal/Sternal FamFG 21. Aufl. § 1 Rn. 64;… Schoch/ Schneider/Ehlers GVG [Stand: März 2023] § 17 a Rn. 19;… Gräber/Herbert FGO 9. Aufl. Anh. zu § 33 Rn. 35;… Steinhauff in Hübschmann/Hepp/Spitaler AO/FGO [Stand: August 2019] § 34 FGO Rn. 145;… Sodan/Ziekow VwGO 5. Aufl. § 17 a GVG Rn. 21; Gummer DNotZ 1991, 689, 693 f.; Häfele Die Auswirkung der Neufassung der §§ 17 bis 17 b GVG auf das gerichtliche Verfahren einschließlich hierzu ergangener Rechtsprechung [2002] S. 111 f.;… offengelassen in Senatsbeschluss vom 26. Januar 2022 - XII ZB 227/21 - FamRZ 2022, 647 Rn. 5).
- BGH, 29.06.2017 - IX ZB 98/16
Familienstreitsache: Prüfung des Vorliegens einer sonstigen Familiensache; Antrag …
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Jedenfalls im Verhältnis zwischen bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und Familiensachen wird das Rechtsmittelgericht selbst durch eine fehlerhafte, aber nach § 17 a Abs. 5 und 6 GVG bindende Beurteilung der funktionellen Zuständigkeit durch das vorinstanzliche Gericht nicht daran gehindert, das Rechtsmittelverfahren nach den korrekten, d.h. für den familienrechtlichen oder bürgerlich-rechtlichen Verfahrensgegenstand tatsächlich einschlägigen Verfahrensvorschriften zu führen (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 10. Juli 2024 - XII ZR 63/23 - juris und Beschluss vom 29. Juni 2017 - IX ZB 98/16, BGHZ 215, 139 = FamRZ 2017, 1602).Auch in diesem Fall hat das Rechtsmittelgericht sein Verfahren nach den korrekten, d.h. für den familienrechtlichen oder bürgerlich-rechtlichen Verfahrensgegenstand tatsächlich einschlägigen Verfahrensvorschriften zu führen (…vgl. Senatsbeschluss vom 10. Juli 2024 - XII ZR 63/23 - juris Rn. 17; BGHZ 215, 139 = FamRZ 2017, 1602 Rn. 14; vgl. auch OLG Frankfurt FamRZ 2019, 1316, 1317 f.; Bergerfurth FamRZ 2001, 1493, 1494).
- BGH, 28.02.2018 - XII ZR 87/17
Geltendmachung eines Zahlungsanspruchs gegen den getrennt lebenden Ehegatten: …
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Dies lässt es nunmehr sachgerecht erscheinen, den Grundsatz der formellen Anknüpfung auch auf die funktionelle Zuständigkeit der Senate bei dem Oberlandesgericht dergestalt durchgreifen zu lassen, dass selbst bei einer fehlerhaften Qualifikation des Verfahrensgegenstands durch die Vorinstanz eine vom Landgericht entschiedene Sache nur vom Senat für allgemeine Zivilsachen und umgekehrt eine von der Familienabteilung des Amtsgerichts entschiedene Sache nur vom Familiensenat entschieden werden kann (…vgl. Kissel/Mayer GVG 10. Aufl. § 119 Rn. 9;… Musielak/Voit/Wittschier ZPO 21. Aufl. § 119 GVG Rn. 4;… Zöller/Lückemann ZPO 35. Aufl. § 119 GVG Rn. 6;… Wieczorek/Schütze/Schreiber ZPO 5. Aufl. § 119 GVG Rn. 4;… MünchKommZPO/Pabst 6. Aufl. § 119 GVG Rn. 4; Bergerfurth FamRZ 2001, 1493, 1494; vgl. auch Bacher MDR 2018, 649, 650).Auch der Meistbegünstigungsgrundsatz soll die beschwerte Partei insoweit (nur) vor solchen Nachteilen schützen, die auf einer unrichtigen Entscheidungsform beruhen, nicht aber zu einer dem korrekten Verfahren widersprechenden Erweiterung des Instanzenzugs führen (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 21. Februar 2024 - XII ZR 41/22 - FamRZ 2024, 1135 Rn. 11 und vom 28. Februar 2018 - XII ZR 87/17 - FamRZ 2018, 839 Rn. 14;… vgl. auch BGH Beschluss vom 16. Mai 2024 - V ZR 213/23 - juris Rn. 9).
- BGH, 21.02.2024 - XII ZR 41/22
Abgrenzung von sonstigen Familiensachen zu allgemeinen Zivilsachen
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Auszuscheiden sind nur die Fälle, in denen ein vorhandener familienrechtlicher Bezug völlig untergeordnet ist, so dass eine Entscheidung durch das Familiengericht sachfremd erscheint (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 17. April 2024 - XII ZB 454/23 - FamRZ 2024, 1381 Rn. 12 mwN und vom 21. Februar 2024 - XII ZR 41/22 - FamRZ 2024, 1135 Rn. 7 mwN).Auch der Meistbegünstigungsgrundsatz soll die beschwerte Partei insoweit (nur) vor solchen Nachteilen schützen, die auf einer unrichtigen Entscheidungsform beruhen, nicht aber zu einer dem korrekten Verfahren widersprechenden Erweiterung des Instanzenzugs führen (vgl. Senatsbeschlüsse vom 21. Februar 2024 - XII ZR 41/22 - FamRZ 2024, 1135 Rn. 11 …und vom 28. Februar 2018 - XII ZR 87/17 - FamRZ 2018, 839 Rn. 14;… vgl. auch BGH Beschluss vom 16. Mai 2024 - V ZR 213/23 - juris Rn. 9).
- BGH, 14.07.1993 - XII ARZ 16/93
Zuständigkeit des Familiensenats nach fehlerhafter Verweisung an das Landgericht
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Der Grundsatz der formellen Anknüpfung in § 119 Abs. 1 GVG greift im Verhältnis von bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und Familiensachen auf die funktionelle Zuständigkeit der Senate bei dem Oberlandesgericht dergestalt durch, dass selbst bei einer fehlerhaften Qualifikation des Verfahrensgegenstands durch die erste Instanz eine vom Landgericht entschiedene Sache nur vom Senat für allgemeine Zivilsachen und umgekehrt eine von der Familienabteilung des Amtsgerichts entschiedene Sache nur vom Familiensenat entschieden werden kann (Aufgabe des Senatsbeschlusses vom 14. Juli 1993 - XII ARZ 16/93 - FamRZ 1994, 25).Rn. 14 bb) Nach der früheren Rechtsprechung des Senats erstreckte sich der Grundsatz der formellen Anknüpfung allerdings nicht auf das Verhältnis zwischen den allgemeinen Zivilsenaten des Oberlandesgerichts und den dort gebildeten Senaten für Familiensachen; diese Abgrenzung sollte gemäß § 119 Abs. 2 GVG iVm § 23 b Abs. 1 GVG ausschließlich davon abhängen, ob es sich bei dem Verfahrensgegenstand inhaltlich um eine Familiensache handelt oder nicht (sog. materielle Anknüpfung; vgl. Senatsbeschlüsse vom 14. Juli 1993 - XII ARZ 16/93 - FamRZ 1994, 25, 26 mwN und vom 13. Juli 1988 - IVb ARZ 35/88 - FamRZ 1988, 1035).
- BGH, 26.01.2022 - XII ZB 227/21
Glaubhaftmachung der rechtzeitigen Aufgabe des Schriftstücks zur Post durch den …
Auszug aus BGH, 18.09.2024 - XII ZR 116/23
Rn. 23 (2) Die wohl überwiegende Ansicht in Rechtsprechung und Schrifttum hält demgegenüber in diesen Fällen dafür, dass das Empfangsgericht bei der Fortführung des Verfahrens grundsätzlich die Prozess- oder Verfahrensordnung seiner eigenen Gerichtsbarkeit ("Hausverfahrensordnung") anzuwenden hat (…vgl. BGHSt 62, 22 = NJW 2017, 2631 Rn. 26 und BGH Beschluss vom 14. Dezember 1989 - IX ZB 40/89 - NJW 1990, 1794, 1795; BVerwG NJW 1967, 2128, 2130; BFH DStRE 2006, 440, 441 und RPfleger 1992, 82;… Stein/Jonas/Jacobs ZPO 23. Aufl. § 17 b GVG Rn. 5;… Sternal/Sternal FamFG 21. Aufl. § 1 Rn. 64;… Schoch/ Schneider/Ehlers GVG [Stand: März 2023] § 17 a Rn. 19;… Gräber/Herbert FGO 9. Aufl. Anh. zu § 33 Rn. 35;… Steinhauff in Hübschmann/Hepp/Spitaler AO/FGO [Stand: August 2019] § 34 FGO Rn. 145;… Sodan/Ziekow VwGO 5. Aufl. § 17 a GVG Rn. 21; Gummer DNotZ 1991, 689, 693 f.; Häfele Die Auswirkung der Neufassung der §§ 17 bis 17 b GVG auf das gerichtliche Verfahren einschließlich hierzu ergangener Rechtsprechung [2002] S. 111 f.; offengelassen in Senatsbeschluss vom 26. Januar 2022 - XII ZB 227/21 - FamRZ 2022, 647 Rn. 5). - BGH, 14.12.1989 - IX ZB 40/89
Zurückweisung der Beschwerde eines ehemaligen Notars gegen Anordnung von …
- BGH, 17.12.2008 - XII ZB 125/06
Zulässigkeit einer sofortigen Beschwerde gegen einen fehlerhaft geschlossenen …
- BGH, 19.07.1991 - LwZR 3/90
Entscheidung über einen Antrag auf Zahlung eines verwendungsbedingten Mehrwerts; …
- BGH, 17.04.2024 - XII ZB 454/23
Abgrenzung von sonstigen Familiensachen zu allgemeinen Zivilsachen; Prüfung der …
- OLG Frankfurt, 18.12.2018 - 2 UF 126/18
Umsetzung des rechtskräftigen Versorgungsausgleichs
- BGH, 16.05.2024 - V ZR 213/23
Nichtzulassungsbeschwerde in Wohnungseigentumssache: Wert der Beschwer
- BGH, 13.07.1988 - IVb ARZ 35/88
Rechtsmittel gegen Entscheidung des Familiengerichts in Nichtfamiliensache
- BGH, 24.11.1965 - VIII ZR 168/65
Gegenstandslosigkeit einer Kaufpreisklage - Erledigung des Rechtsstreits in der …
- BGH, 08.10.2025 - XII ZB 503/24
Zuständigkeitsstreit im Gewaltschutzverfahren: Familiengericht muss …
Es hat den geltend gemachten Anspruch - unter Anwendung der dem Rechtsschutzbedürfnis des Anspruchstellers und dem Verfahrensgegenstand am ehesten gerecht werdenden Verfahrensvorschriften seiner eigenen Gerichtsbarkeit - materiell-rechtlich zu prüfen und zu bescheiden (Fortführung des Senatsbeschlusses vom 18. September 2024 - XII ZR 116/23, FamRZ 2025, 42).Rn. 21 a) Wie der Senat bereits entschieden hat, führt eine fehlerhafte, aber gemäß § 17 a Abs. 2 Satz 3 und Abs. 6 GVG bindende Rechtswegverweisung jedenfalls im Verhältnis der für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten und Familiensachen zuständigen Spruchkörper der ordentlichen Gerichtsbarkeit untereinander dazu, dass das Empfangsgericht bei der Fortführung des Verfahrens grundsätzlich die Prozess- oder Verfahrensordnung seiner eigenen Gerichtsbarkeit ("Hausverfahrensordnung") anzuwenden hat, und zwar nicht nur in der ersten Instanz, sondern auch in den Rechtsmittelinstanzen (vgl. Senatsbeschluss vom 18. September 2024 - XII ZR 116/23 - FamRZ 2025, 42 Rn. 20 ff.).
Insbesondere hat das Empfangsgericht - im Rahmen seiner eigenen Verfahrensordnung - das für den Verfahrensgegenstand tatsächlich einschlägige materielle Recht anzuwenden (vgl. Senatsbeschluss vom 18. September 2024 - XII ZR 116/23 - FamRZ 2025, 42 Rn. 26; vgl. auch BVerwG NJW 1967, 2128, 2130; BFH Rpfleger 1992, 82; OLG Hamm OLGZ 1990, 291, 295 f.; OLG Karlsruhe OLGZ 1986, 129, 131).
Der Senat macht von der Möglichkeit Gebrauch, die Sache gemäß § 74 Abs. 6 Satz 2 FamFG an die Familienabteilung des Amtsgerichts zurückzuverweisen, um diesem Gelegenheit zu geben, das Verfahren nach den Regeln über die Familienstreitsachen unter weitgehender Anwendung von Vorschriften der Zivilprozessordnung (§ 113 Abs. 1 Satz 2 FamFG) zu führen, weil dies dem Wesen des Rechtsstreits bei einer irrtümlich an die Familiengerichte verwiesenen allgemeinen Zivilprozesssache am ehesten gerecht wird (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 18. September 2024 - XII ZR 116/23 - FamRZ 2025, 42 Rn. 23 und 26).
- BGH, 08.10.2025 - XII ZB 502/24
Ermittlung des Vorliegens einer Gewaltschutzsache oder allgemeinen Zivilsache …
Rn. 21 a) Wie der Senat bereits entschieden hat, führt eine fehlerhafte, aber gemäß § 17 a Abs. 2 Satz 3 und Abs. 6 GVG bindende Rechtswegverweisung jedenfalls im Verhältnis der für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten und Familiensachen zuständigen Spruchkörper der ordentlichen Gerichtsbarkeit untereinander dazu, dass das Empfangsgericht bei der Fortführung des Verfahrens grundsätzlich die Prozess- oder Verfahrensordnung seiner eigenen Gerichtsbarkeit ("Hausverfahrensordnung") anzuwenden hat, und zwar nicht nur in der ersten Instanz, sondern auch in den Rechtsmittelinstanzen (vgl. Senatsbeschluss vom 18. September 2024 - XII ZR 116/23 - FamRZ 2025, 42 Rn. 20 ff.).Insbesondere hat das Empfangsgericht - im Rahmen seiner eigenen Verfahrensordnung - das für den Verfahrensgegenstand tatsächlich einschlägige materielle Recht anzuwenden (vgl. Senatsbeschluss vom 18. September 2024 - XII ZR 116/23 - FamRZ 2025, 42 Rn. 26; vgl. auch BVerwG NJW 1967, 2128, 2130; BFH Rpfleger 1992, 82; OLG Hamm OLGZ 1990, 291, 295 f.; OLG Karlsruhe OLGZ 1986, 129, 131).
Der Senat macht von der Möglichkeit Gebrauch, die Sache gemäß § 74 Abs. 6 Satz 2 FamFG an die Familienabteilung des Amtsgerichts zurückzuverweisen, um diesem Gelegenheit zu geben, das Verfahren nach den Regeln über die Familienstreitsachen unter weitgehender Anwendung von Vorschriften der Zivilprozessordnung (§ 113 Abs. 1 Satz 2 FamFG) zu führen, weil dies dem Wesen des Rechtsstreits bei einer irrtümlich an die Familiengerichte verwiesenen allgemeinen Zivilprozesssache am ehesten gerecht wird (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 18. September 2024 - XII ZR 116/23 - FamRZ 2025, 42 Rn. 23 und 26).
- BAG, 27.01.2026 - 3 AZR 84/25
Hinterbliebenenversorgung - Versorgungsausgleich
Bei einer Bindung des erstinstanzlichen Gerichts nach § 17a Abs. 2 Satz 3 GVG an den Verweisungsbeschluss hat das Empfangsgericht bei der Fortführung des Verfahrens grundsätzlich die Prozess- oder Verfahrensordnung seiner eigenen Gerichtsbarkeit ("Hausverfahrensordnung") anzuwenden (vgl. zum Verhältnis von bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und Familiensachen BGH 18. September 2024 - XII ZR 116/23 - Rn. 20 ff.).Da dem erstinstanzlichen Empfangsgericht in Verweisungsfällen in Bezug auf die Anwendung seiner "Hausverfahrensordnung" nicht der Vorwurf einer inkorrekten Verfahrensgestaltung gemacht werden kann, ist es konsequent, die Bindung an die Verfahrensordnung der eigenen Gerichtsbarkeit auch in den Rechtsmittelinstanzen eintreten zu lassen (vgl. ausführlich BGH 18. September 2024 - XII ZR 116/23 - Rn. 27).
- OLG Stuttgart, 18.12.2024 - 4 U 94/24
Anspruch auf Schadensersatz aus Amtshaftung im Zusammenhang mit einem …
Danach kann die vom Landgericht bejahte Zuständigkeit im Berufungsverfahren nicht mehr in Frage gestellt werden (…MüKo/Rimmelspacher, ZPO, 6. Aufl. 2020, § 513 Rn. 17; BGH, Beschluss vom 18.09.2024, XII ZR 116/23 Rn. 15; BGH…, Urteil vom 25.02.2022, V ZR 143/21 Rn. 8: "... die Bejahung der Zuständigkeit durch das erstinstanzliche Gericht der Nachprüfung entzieht";… BGH BeckRS 2015, 17498 Rn. 16;… BGH NJW-RR 2007, 1437 Rn. 2 zu § 545 Abs. 2 ZPO). - OLG Celle, 16.06.2025 - 7 U 10/25
Pilzzucht; Landpachtvertrag; Landwirtschaftssache; Räumung; Verwirkung; …
a) Zwar hat der Senat mit Beschluss vom 09.03.2025 (dort Ziff. 1, eOLG 30 ff.), auf den im Einzelnen Bezug genommen wird, darauf hingewiesen, dass sich der Grundsatz der formellen Anknüpfung, aufgrund dessen ihm der vorliegende Rechtsstreit als Landwirtschaftssenat zur Entscheidung angefallen ist, bezüglich der Frage, welches Verfahrensrecht der Entscheidung zugrunde zu legen ist, nicht fortsetzt, sondern insoweit das Verfahren in seinem Rechtszug so weiter zu betreiben ist, wie dies im Fall einer formell richtigen Entscheidung durch die Vorinstanz geschehen wäre (BGH, Beschluss vom 18.09.2024 - XII ZR 116/23, juris Rn. 17). - BayObLG, 27.01.2026 - 203 StObWs 491/25
Hausgeldkonto, Überweisungsauftrag, Strafvollstreckungskammer, …
Das Rechtsmittelgericht hätte den Rechtsstreit in der Regel nach der Verfahrensordnung seiner Gerichtsbarkeit fortzuführen (…Kissel/Mayer/Mayer, 11. Aufl. 2025, GVG § 17 Rn. 53; diff. BGH, Beschluss vom 18. September 2024 - XII ZR 116/23-, juris), wobei die Einzelheiten ebenfalls nicht geklärt sind (…Berg a.a.O. § 17c GVG Rn. 5).
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