Rechtsprechung
| BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24 |
Volltextveröffentlichungen (10)
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§ 40 Abs. 2 JGG; § 41 Abs. 1 Nr. 2 JGG; Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG
Sachliche Zuständigkeit einer Jugendkammer (revisionsrechtliche Willkürkontrolle; Übernahme bei besonderem Umfang nach Vorlage durch das Jugendschöffengericht); gesetzlicher Richter - openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
Erstinstanzlich sachliche Zuständigkeit der Jugendkammer bei besonderem Umfang der Sache
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 40 Abs 2 JGG, § 41 Abs 1 Nr 2 JGG, § 108 Abs 1 JGG, § 108 Abs 3 S 2 JGG, Art 101 Abs 1 S 2 GG
Erstinstanzlich sachliche Zuständigkeit der Jugendkammer bei besonderem Umfang der Sache - IWW
§ 27 JGG, § ... 41 JGG, § 103 JGG, § 41 Abs. 1 Nr. 2 JGG, § 40 Abs. 2 JGG, § 269 StPO, § 2 Abs. 2 JGG, Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG, § 41 Abs. 1 Nr. 3 JGG, § 41 Abs. 1, § 108 Abs. 1, 3 Satz 2 JGG, § 34 JGG, § 103 Abs. 3, § 112 Satz 1 JGG, § 103 Abs. 1 JGG, §§ 2, 3 StPO, § 209 Abs. 1 StPO, § 225a Abs. 1 Satz 1 StPO, § 40 Abs. 2, § 47a Satz 1 JGG
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- rechtsportal.de
- datenbank.nwb.de
Kurzfassungen/Presse (2)
- ferner-alsdorf.de (Kurzinformation)
Zuständigkeitsbegründung im Jugendstrafverfahren
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Der "besondere Umfang der Sache" - und die Anklage vor der Jugendkammer
Verfahrensgang
- AG Trier, 11.04.2022 - 33 Ds 8027 Js 553/22
- LG Trier, 31.01.2024 - 2a KLs 8015 Js 6592/23
- BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Papierfundstellen
- NJW 2025, 2042
- NStZ 2026, 187
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (22)
- BGH, 02.09.1960 - 5 StR 297/60
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Rn. 25 Hierbei hat es sich hinsichtlich der analogen Anwendung des § 41 Abs. 1 Nr. 2 JGG an bereits ergangener obergerichtlicher Rechtsprechung orientiert (vgl. OLG Dresden…, Beschluss vom 11. Februar 2000 - 2 Ws 535/99, juris Rn. 18, 81 f.; BGH, Urteil vom 2. September 1960 - 5 StR 297/60, NJW 1960, 2203), ohne dass eine gegenteilige höchstrichterliche Entscheidung vorgelegen hat.Überdies ist diesem Beschluss mit dem ebenfalls angeführten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 2. September 1960 - 5 StR 297/60, NJW 1960, 2203) gemeinsam, dass sich wegen des besonderen Umfangs des Verfahrens jeweils eine Zuständigkeit der großen Jugendkammer anstatt derjenigen des Jugendschöffengerichts aufdrängte, aber angesichts des eindeutigen Wortlauts von § 40 Abs. 2 JGG in Verbindung mit § 41 Abs. 1 Nr. 2 JGG bei einer Eröffnung der Sache vor dem Jugendschöffengericht eine Vorlage auf dem gesetzlichen vorgesehenen Wege nicht mehr möglich gewesen wäre.
Der besondere Umfang zeigt sich auch daran, dass das Landgericht bereits mit seiner Ladung elf Verhandlungstage ansetzte (vgl. zu einer Verhandlungsdauer von zwei Tagen BGH, Urteil vom 2. September 1960 - 5 StR 297/60, NJW 1960, 2203).
- BGH, 06.10.2016 - 2 StR 330/16
Nachträgliche Verweisung der Sache an ein höheres Gericht (Zulässigkeit: …
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Daher bedarf es keiner Entscheidung, ob es sich dabei um eine von Amts wegen zu prüfende Verfahrensvoraussetzung handelt oder eine Prüfung lediglich auf eine zulässige Verfahrensrüge hin vorzunehmen ist (vgl. hierzu etwa einerseits BGH, Beschlüsse vom 21. April 1994 - 4 StR 136/94, BGHSt 40, 120, 123; vom 15. Dezember 2020 - 4 StR 445/20, juris;… vom 12. Juli 2022 - 3 StR 121/22, juris Rn. 3;… andererseits BGH, Urteile vom 10. Januar 1969 - 5 StR 682/68, GA 1970, 25; vom 22. April 1997 - 1 StR 701/96, BGHSt 43, 53, 56 ff.; s. zudem BGH, Beschluss vom 6. Oktober 2016 - 2 StR 330/16, BGHSt 61, 277 Rn. 8 mwN).Es erschließt sich nicht, dass in der gegebenen Konstellation eine derartige Zuständigkeitsänderung möglich ist, da § 40 Abs. 2, § 41 Abs. 1 Nr. 2 JGG eine Vorlage "bis zur Eröffnung des Hauptverfahrens" voraussetzt und im Übrigen allgemein die Pflicht zur Prüfung sowie Beachtung normativer Zuständigkeitsmerkmale wie des besonderen Umfangs mit der Eröffnungsentscheidung endet (vgl. BGH, Beschluss vom 6. Oktober 2016 - 2 StR 330/16, BGHSt 61, 277 Rn. 11, 17).
- BGH, 07.03.2012 - 1 StR 6/12
Rechtsfehlerhafte aber nicht willkürliche Annahme der Zuständigkeit durch eine …
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Dies erfährt jedoch vor dem Hintergrund des Rechts auf den gesetzlichen Richter aus Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG eine Einschränkung, wenn die Rechtsanwendung auf objektiver Willkür beruht (vgl. BVerfG, Beschluss vom 30. Juni 1970 - 2 BvR 48/70, BVerfGE 29, 45, 48; BGH, Beschluss vom 7. März 2012 - 1 StR 6/12, BGHSt 57, 165 Rn. 6; Urteil vom 13. Februar 1980 - 3 StR 5/80 (S), BGHSt 29, 216, 219;… Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 67. Aufl., § 338 Rn. 32).Unter diesen Umständen genügt selbst eine objektiv falsche Anwendung von Zuständigkeitsnormen regelmäßig nicht für eine Verletzung von Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG (s. BGH, Beschluss vom 7. März 2012 - 1 StR 6/12, BGHSt 57, 165 Rn. 11 ff. mwN).
- BVerfG, 19.03.1959 - 1 BvR 295/58
Anklage beim Landgericht
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Das Grundgesetz gebietet keine mehrstufige Gerichtsbarkeit und keinen Anspruch auf eine zweite Tatsacheninstanz, die von jeher in bestimmten Bereichen - zum Beispiel für die schwere Kriminalität - nicht vorgesehen ist (s. BVerfG, Urteil vom 19. März 1959 - 1 BvR 295/58, BVerfGE 9, 223, 230 mwN; BGH, Beschluss vom 26. September 2001 - 2 StR 340/01, BGHSt 47, 116, 119). - BGH, 26.09.2001 - 2 StR 340/01
Verfahrenstrennung nach Eröffnung des Hauptverfahrens; Zuständigkeit des …
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Das Grundgesetz gebietet keine mehrstufige Gerichtsbarkeit und keinen Anspruch auf eine zweite Tatsacheninstanz, die von jeher in bestimmten Bereichen - zum Beispiel für die schwere Kriminalität - nicht vorgesehen ist (s. BVerfG, Urteil vom 19. März 1959 - 1 BvR 295/58, BVerfGE 9, 223, 230 mwN; BGH, Beschluss vom 26. September 2001 - 2 StR 340/01, BGHSt 47, 116, 119). - BVerfG, 17.05.2024 - 2 BvR 1457/23
Stattgebender Kammerbeschluss: Verurteilung des KfZ-Halters wegen …
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Dies ist nicht gegeben, wenn sich das Gericht mit der Rechtslage eingehend auseinandergesetzt hat und seine Auffassung nicht jeden sachlichen Grundes entbehrt (vgl. BGH…, Urteil vom 10. August 2017 - 3 StR 549/16, juris Rn. 23; BVerfG, Beschluss vom 17. Mai 2024 - 2 BvR 1457/23, NJW 2024, 2243 Rn. 11). - BVerfG, 30.09.2022 - 2 BvR 2222/21
Verfassungsbeschwerde betreffend den NSU-Prozess erfolglos
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Eine gerichtliche Zuständigkeitsbestimmung darf sich deshalb bei Auslegung und Anwendung der Zuständigkeitsnormen nicht so weit von dem Grundsatz des gesetzlichen Richters entfernen, dass sie nicht mehr zu rechtfertigen ist (s. BGH, Urteil vom 8. Dezember 1992 - 1 StR 594/92, NJW 1993, 1607 f.; BVerfG, Beschluss vom 30. September 2022 - 2 BvR 2222/21, NJW 2022, 3413 Rn. 43; jeweils mwN). - BGH, 22.04.1997 - 1 StR 701/96
Berücksichtigung einer objektiv willkürlichen Zuständigkeitsbegründung durch das …
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Daher bedarf es keiner Entscheidung, ob es sich dabei um eine von Amts wegen zu prüfende Verfahrensvoraussetzung handelt oder eine Prüfung lediglich auf eine zulässige Verfahrensrüge hin vorzunehmen ist (vgl. hierzu etwa einerseits BGH, Beschlüsse vom 21. April 1994 - 4 StR 136/94, BGHSt 40, 120, 123; vom 15. Dezember 2020 - 4 StR 445/20, juris;… vom 12. Juli 2022 - 3 StR 121/22, juris Rn. 3;… andererseits BGH, Urteile vom 10. Januar 1969 - 5 StR 682/68, GA 1970, 25; vom 22. April 1997 - 1 StR 701/96, BGHSt 43, 53, 56 ff.; s. zudem BGH…, Beschluss vom 6. Oktober 2016 - 2 StR 330/16, BGHSt 61, 277 Rn. 8 mwN). - BVerfG, 10.07.1990 - 1 BvR 984/87
Amtszeit eines Verfassungsrichters
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Ein allgemeines Analogieverbot im Bereich gerichtlicher Zuständigkeitsregelungen besteht nicht (s. BVerfG, Beschluss vom 10. Juli 1990 - 1 BvR 984/87 u.a., BVerfGE 82, 286, 304; BGH…, Beschluss vom 14. Januar 2025 - II ZR 131/23, juris Rn. 2). - BGH, 10.08.2017 - 3 StR 549/16
Zulässigkeit einer Verweisung bei sich nachträglich herausstellender …
Auszug aus BGH, 05.03.2025 - 3 StR 230/24
Dies ist nicht gegeben, wenn sich das Gericht mit der Rechtslage eingehend auseinandergesetzt hat und seine Auffassung nicht jeden sachlichen Grundes entbehrt (vgl. BGH, Urteil vom 10. August 2017 - 3 StR 549/16, juris Rn. 23; BVerfG…, Beschluss vom 17. Mai 2024 - 2 BvR 1457/23, NJW 2024, 2243 Rn. 11). - BGH, 10.05.2001 - 1 StR 504/00
Besondere Bedeutung des Falles (Ziel, einem Kind als Opfer einer Sexualstraftat …
- BVerfG, 30.06.1970 - 2 BvR 48/70
Verletzung des Anspruchs auf den gesetzlichen Richter
- BGH, 21.04.1994 - 4 StR 136/94
Recht auf den gesetzlichen Richter (willkürliche Zuständigkeitserklärung durch …
- BGH, 13.02.1980 - 3 StR 5/80
Bindungswirkung eines fehlerhaften Verweisungsbeschlusses - Zuständigkeit der …
- BGH, 19.08.1982 - 4 StR 387/82
Parteikreisverband - Sachbeschädigung durch Überkleben eines Wahlplakats einer …
- OLG Hamm, 10.12.2019 - 4 Ws 268/19
Zuständigkeit des Landgerichts bei besonderer Belastung der Zeugen
- BGH, 08.12.1992 - 1 StR 594/92
Revisionsrechtliche Überprüfung der sachlichen Zuständigkeit des Landgerichts
- BGH, 12.07.2022 - 3 StR 121/22
Verbindung von Strafsachen (örtliche und sachliche Zuständigkeit; Vereinbarung …
- KG, 06.01.2006 - 4 Ws 183/05
Jugendstrafverfahren: Voraussetzungen einer Verbindung von Strafsachen gegen …
- BGH, 14.01.2025 - II ZR 131/23
- OLG Dresden, 11.02.2000 - 2 Ws 535/99
Freiheitsberaubung; Anstiftung; Verjährung; Geheimdienst; Denunziation; …
- BGH, 15.12.2020 - 4 StR 445/20
Verwerfung der Revision als unbegründet
- BGH, 26.03.2026 - 5 StR 9/26
Beschränkung des Revisionsverfahrens auf Straftatbestände des BtMG und KCanG aus …
Es bedarf daher keiner Entscheidung, ob eine von Amts wegen zu prüfende Verfahrensvoraussetzung inmitten steht oder eine Prüfung lediglich auf eine zulässige Verfahrensrüge hin vorzunehmen ist (vgl. BGH, Beschluss vom 5. März 2025 - 3 StR 230/24 Rn. 9 mwN, NJW 2025, 2042). - LSG Berlin-Brandenburg, 14.08.2025 - L 1 KR 427/22
1. Die Ermächtigung zur Anpassung von Arzneimittelfestbeträgen nach § 35 Abs. 5 …
Rn. 58 Ein generelles Analogieverbot im Bereich richterlicher Zuständigkeitsregelungen gebietet Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG nicht (jüngst ausdrücklich BGH, Beschluss vom 14. Januar 2025 - II ZR 131/23; Beschluss vom 5. März 2025 - 3 StR 230/24 - Rn. 24 bei juris).
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