Rechtsprechung
| OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- Entscheidungsdatenbank Brandenburg
- rabüro.de
Zur Rechtswidrigkeit einer Vergütungsvereinbarung mit Mandanten, denen PKH bewilligt wurde
- anwaltsblatt-datenbank.de (Volltext und Entscheidungsanmerkung)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Unwirksamkeit einer anwaltlichen Vergütungsvereinbarung; Zusätzliche Rechtsanwaltsvergütung auf Grundlage einer Vergütungsvereinbarung nach Bewilligung von Prozesskostenhilfe; Voraussetzungen einer Gebührenüberhebung; Wettbewerbsrechtlicher Unterlassungsanspruch
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Unwirksamkeit einer anwaltlichen Vergütungsvereinbarung; Zusätzliche Rechtsanwaltsvergütung auf Grundlage einer Vergütungsvereinbarung nach Bewilligung von Prozesskostenhilfe; Voraussetzungen einer Gebührenüberhebung; Wettbewerbsrechtlicher Unterlassungsanspruch
Besprechungen u.ä.
- anwaltsblatt-datenbank.de (Volltext und Entscheidungsanmerkung)
Verfahrensgang
- LG Cottbus, 12.05.2021 - 1 O 56/21
- OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Papierfundstellen
- NJW-RR 2022, 856
- AnwBl 2022, 370
- AnwBl Online 2022, 350
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (16)
- BGH, 30.09.2004 - I ZR 261/02
Telekanzlei
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Diese Vorschrift ist eine Marktverhaltensregelung im Sinne des § 3a UWG (…vgl. BGH, Urteile vom 26.09.2002 - I ZR 44/00 (Anwaltshotline), juris Rn. 41 und vom 30.09.2004 - I ZR 261/02 (Telekanzlei), juris Rn. 47;… Köhler in Bornkamm/Feddersen/Köhler, 40. Auflage, § 3a UWG Rn. 1.258).Durch die darin liegende Geltendmachung einer gesetzlich unzulässigen Vergütung hat er zugleich den Rechtsbruchtatbestand des § 3a UWG i.V.m. § 352 Abs. 1 StGB verwirklicht (vgl. zu § 1 UWG a.F. bzw. § 4 Nr. 11 UWG a.F. i.V.m. § 352 Abs. 1 StGB bereits BGH, Urteile vom 30.09.2004, aaO Rn. 47 …und vom 26.09.2002, aaO Rn. 41).
Zwar kann die vorgenannte Regelung als lauterkeitsrechtlich relevante "Höchstpreisvorschrift" im Sinne des § 3a UWG verstanden werden, denn bei zwingenden berufsrechtlichen Vergütungsvorschriften der Bundesrechtsanwaltsordnung und des Rechtsanwalts-vergütungsgesetzes handelt es sich um Marktverhaltensregelungen (vgl. zu § 4 Nr. 11 UWG a.F. BGH, Urteil vom 30.09.2004, aaO Rn. 42;… Köhler, aaO, § 3a UWG Rn. 1.258).
Zum anderen kann es nach der speziell auf anwaltsvergütungsrechtliche Vorschriften bezogenen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs "ungeachtet der Wirksamkeit der getroffenen Gebührenvereinbarung […] auch generell unlauter sein, wenn der Anwalt eine höhere als die gesetzliche Vergütung vereinbart, ohne auf den Umstand der Gebührenüberschreitung hinzuweisen" (Urteil vom 30.09.2004, aaO Rn. 47)." Es kann deshalb wettbewerbsrechtlich schon zu beanstanden sein, sich vor Beginn der Tätigkeit und vor Eintritt der die etwaige Fälligkeit der Vergütungsforderung begründenden Umstände eine überhöhte Vergütung vertraglich einräumen zu lassen (…vgl. BGH, aaO …und Urteil vom 26.09.2002, aaO Rn. 41).
Die Regelung in § 122 Abs. 1 Nr. 3 ZPO ist zwar keine unmittelbar vergütungsrechtliche Mindest- oder Höchstpreisvorschrift, die nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs als berufsausübungsbezogene Marktverhaltensregelungen anzusehen sind (vgl. BGH, Urteil vom 30.09.2004, aaO Rn. 42;… Köhler, aaO, § 3a UWG Rn. 1.258), sie steht mit dem dort gegenüber bedürftigen Mandanten angeordneten "Liquidationsverbot" (…Musielak/Voit, ZPO, 18. Auflage, § 122 Rn. 7) einer solchen aber gleich.
- BGH, 26.09.2002 - I ZR 44/00
Anwalts-Hotline
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Diese Vorschrift ist eine Marktverhaltensregelung im Sinne des § 3a UWG (vgl. BGH, Urteile vom 26.09.2002 - I ZR 44/00 (Anwaltshotline), juris Rn. 41 …und vom 30.09.2004 - I ZR 261/02 (Telekanzlei), juris Rn. 47;… Köhler in Bornkamm/Feddersen/Köhler, 40. Auflage, § 3a UWG Rn. 1.258).Durch die darin liegende Geltendmachung einer gesetzlich unzulässigen Vergütung hat er zugleich den Rechtsbruchtatbestand des § 3a UWG i.V.m. § 352 Abs. 1 StGB verwirklicht (…vgl. zu § 1 UWG a.F. bzw. § 4 Nr. 11 UWG a.F. i.V.m. § 352 Abs. 1 StGB bereits BGH, Urteile vom 30.09.2004, aaO Rn. 47 und vom 26.09.2002, aaO Rn. 41).
Eine Vergütungsvereinbarung dieser Art ist ungeachtet der Wirksamkeit der getroffenen Gebührenvereinbarung jedenfalls dann im Sinne des § 3a UWG unlauter, wenn der Rechtsanwalt damit eine höhere als die ihm gesetzlich zustehende Vergütung vereinbart, und dies geeignet ist, den Mandanten zu einer den Rechtsanwalt gegenüber Mitbewerbern bevorteilenden (Zusatz-)Zahlung anzuhalten (vgl. BGH, Urteile vom 26.09.2002 - I ZR 44/00 (Anwalts-Hotline), juris Rn. 41 …und vom 26.09.2002 - I ZR 21/02 (Telekanzlei), juris Rn. 47).
Zum anderen kann es nach der speziell auf anwaltsvergütungsrechtliche Vorschriften bezogenen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs "ungeachtet der Wirksamkeit der getroffenen Gebührenvereinbarung […] auch generell unlauter sein, wenn der Anwalt eine höhere als die gesetzliche Vergütung vereinbart, ohne auf den Umstand der Gebührenüberschreitung hinzuweisen" (…Urteil vom 30.09.2004, aaO Rn. 47)." Es kann deshalb wettbewerbsrechtlich schon zu beanstanden sein, sich vor Beginn der Tätigkeit und vor Eintritt der die etwaige Fälligkeit der Vergütungsforderung begründenden Umstände eine überhöhte Vergütung vertraglich einräumen zu lassen (…vgl. BGH, aaO und Urteil vom 26.09.2002, aaO Rn. 41).
- BGH, 31.05.2012 - I ZR 45/11
Missbräuchliche Vertragsstrafe
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
So hat der Bundesgerichtshof in der Vergangenheit die Abmahnung eines Mitbewerbers wegen Klauseln in der Widerrufsbelehrung auf Verstöße nach § 307 BGB geprüft (Urteil vom 31.05.2012 - I ZR 45/11, juris Rn. 44).bb) Die Voraussetzungen für einen AGB-rechtlichen Verstoß gegen § 307 Abs. 1 BGB, der auch nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung eine Marktverhaltensregelung im Sinne des § 3a UWG darstellt (vgl. BGH, Urteil vom 31.05.2012 - I ZR 45/11, juris Rn. 44;… Köhler, aaO, § 3a Rn. 1.288), liegen gleichwohl nicht vor.
- BGH, 12.06.2006 - II ZB 21/05
Erstattung der Mehrwertsteuer auf die Gebühren des beigeordneten Rechtsanwalts …
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Die bedürftige Partei soll nicht mit Kosten belastet werden, zu deren Aufbringung sie nicht in der Lage ist" (Beschluss vom 12.06.2006 - II ZB 21/05, juris Rn. 8).Der Gesetzgeber wollte mit der Regelung des § 122 Abs. 1 Nr. 3 ZPO gerade sicherstellen, dass kein Bürger an der gerichtlichen Durchsetzung seiner Rechte deshalb gehindert wird, weil er nicht zur Aufbringung seiner Rechtsanwaltskosten in der Lage ist (…BT-Drucks. 8/3068, S. 17; BGH, Beschluss vom 12.06.2006 - II ZB 21/05, juris Rn. 8).
- BGH, 19.12.2007 - XII ZR 61/05
Unangemessene Benachteiligung der Mieter und Käufer von …
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Nur wenn der Verwender durch das Gesetz eröffnete rechtsgeschäftliche Gestaltungsmöglichkeiten nutzt, sind entsprechende Klauselbestimmungen der AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle unterworfen (…BGH, Urteile vom 20.03.2014 - VII ZR 248/13, juris Rn. 29; und vom 19.12.2007 - XII ZR 61/05, juris Rn. 17). - BGH, 20.03.2014 - VII ZR 248/13
Generalunternehmervertrag: Wirksamkeit von Regelungen zur …
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Nur wenn der Verwender durch das Gesetz eröffnete rechtsgeschäftliche Gestaltungsmöglichkeiten nutzt, sind entsprechende Klauselbestimmungen der AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle unterworfen (BGH, Urteile vom 20.03.2014 - VII ZR 248/13, juris Rn. 29; …und vom 19.12.2007 - XII ZR 61/05, juris Rn. 17). - BGH, 08.11.2007 - I ZR 60/05
Nachlass bei der Selbstbeteiligung
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Der Rechtsbruchtatbestand setzt zwar grundsätzlich eine Zuwiderhandlung gegen die gesetzliche Vorschrift voraus, das inkriminierte Verhalten muss also den Tatbestand dieser Norm vollständig erfüllen (BGH, Urteil vom 08.11.2007 - I ZR 60/05, juris Rn. 11). - BGH, 21.02.2008 - I ZR 142/06
Aufhebung der Beiordnung eines Rechtsanwalts wegen Störung des …
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Auch der Anwalt, der vor der Beiordnung Wahlanwalt war, kann daher eine vor der Beiordnung entstandene Verfahrensgebühr nach der Beiordnung gegenüber dem Mandanten nicht mehr geltend machen" (Beschluss vom 21.02.2008 - I ZR 142/06, juris Rn. 5; ebenso bereits OLG Köln, NJW-RR 1995, 634; OLG München, MDR 1991, 62;OLG Karlsruhe…, Urteil vom 30.11.2006 - 19 U 76/06, juris Rn. 17). - OLG Karlsruhe, 30.11.2006 - 19 U 76/06
Zulässigkeit der Verrechnung von durch den beigeordneten Anwalt eingezogenen …
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Auch der Anwalt, der vor der Beiordnung Wahlanwalt war, kann daher eine vor der Beiordnung entstandene Verfahrensgebühr nach der Beiordnung gegenüber dem Mandanten nicht mehr geltend machen" (…Beschluss vom 21.02.2008 - I ZR 142/06, juris Rn. 5; ebenso bereits OLG Köln, NJW-RR 1995, 634; OLG München, MDR 1991, 62;OLG Karlsruhe, Urteil vom 30.11.2006 - 19 U 76/06, juris Rn. 17). - OLG Köln, 02.08.1994 - 10 WF 131/94
Bewilligung von Prozeßkostenhilfe; Beigeordneter Rechtsanwalt; …
Auszug aus OLG Brandenburg, 08.02.2022 - 6 U 34/21
Auch der Anwalt, der vor der Beiordnung Wahlanwalt war, kann daher eine vor der Beiordnung entstandene Verfahrensgebühr nach der Beiordnung gegenüber dem Mandanten nicht mehr geltend machen" (…Beschluss vom 21.02.2008 - I ZR 142/06, juris Rn. 5; ebenso bereits OLG Köln, NJW-RR 1995, 634; OLG München, MDR 1991, 62;OLG Karlsruhe…, Urteil vom 30.11.2006 - 19 U 76/06, juris Rn. 17). - OLG München, 21.09.1990 - 11 W 2427/90
- BGH, 06.09.2006 - 5 StR 64/06
Gebührenüberhebung durch Rechtsanwälte (Honorarvereinbarungen; Sittenwidrigkeit; …
- OLG Hamm, 12.01.2018 - 7 W 21/17
Zulässigkeit der isolierten Aufhebung der Beiordnung eines …
- BGH, 22.04.2004 - I ZR 21/02
Klinikpackung II
- OLG Düsseldorf, 15.09.2008 - 24 U 223/07
Maßgebende Kriterien für die Bemessung der Geschäftsgebühr
- LG Cottbus, 12.05.2021 - 1 O 56/21
- LG Cottbus, 22.06.2022 - 1 O 174/21 Vor diesem Hintergrund trifft die Erwägung des Beklagten, dass es für eine nicht nach § 3a Abs. 3 S. 1 RVG a.F. bzw. Abs. 4 S. 1 RVG n.F. unwirksame Vergütungsvereinbarung von vornherein keinen sinnvollen Anwendungsbereich gebe, in dieser Totalität selbst dann nicht zu, wenn diese Regelung entgegen den oben dargelegten Zweifeln auf Vergütungsvereinbarungen anwendbar ist, die vor Prozesskostenhilfebewilligung geschlossen worden sind (vgl. zum Ganzen Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil vom 08.02.2022 - 6 U 34/21 -).
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Rechtsprechung
| OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21 |
Volltextveröffentlichungen (2)
Verfahrensgang
- LG Köln, 28.01.2021 - 14 O 98/19
- OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (23)
- BGH, 16.08.2012 - I ZR 96/09
Urheberrechtsverletzung durch unberechtigte Veröffentlichung von Einzelbildern …
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Dabei ist unerheblich, ob und inwieweit der Verletzer selbst bereit gewesen wäre, für seine Nutzungshandlungen eine Vergütung zu zahlen (vgl. BGH…, Urteil vom 6. Oktober 2005 - I ZR 266/02, GRUR 2006, 136 Rn. 23 = WRP 2006, 274 - F.; Urteil vom 16. August 2012 - I ZR 96/09, ZUM 2013, 406 Rn. 30 - Y.).Im Rahmen der Ermittlung des objektiven Werts der Benutzungsberechtigung, der für die Bemessung der Lizenzgebühr maßgebend ist, müssen die gesamten relevanten Umstände des Einzelfalls in Betracht gezogen und umfassend gewürdigt werden (vgl. BGH…, Urteil vom 2. Oktober 2008 - I ZR 6/06, GRUR 2009, 407 Rn. 25 = WRP 2009, 319 - K.; BGH, ZUM 2013, 406 Rn. 30 - Y.).
Fehlt es daran, liegt es für die Festsetzung einer angemessenen Lizenzgebühr nahe, branchenübliche Vergütungssätze und Tarife als Maßstab heranzuziehen, wenn sich in dem maßgeblichen Zeitraum eine solche Übung herausgebildet hat (…vgl. BGH, GRUR 2006, 136 Rn. 27 - F.; BGH, ZUM 2013, 406 Rn. 30 - Y., st. Rspr.).
- BGH, 18.09.2014 - I ZR 76/13
CT-Paradies - Urheberschutz: Übliche Benennung des Urhebers bei …
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Maßgebend für die Reichweite einer vertraglichen Unterlassungsverpflichtung ist der wirkliche Wille der Vertragsparteien (§§ 133, 157 BGB), zu dessen Auslegung neben dem Inhalt der Vertragserklärungen auch die beiderseits bekannten Umstände, insbesondere die Art und Weise des Zustandekommens der Vereinbarung, ihr Zweck, die Beziehung zwischen den Vertragsparteien und ihre Interessenlage heranzuziehen sind (vgl. BGH, Urteil vom 18.09.2014 - I ZR 76/13, GRUR 2015, 258 - U.; BGH, Urteil vom 17.07.2008 - I ZR 168/05, GRUR 2009, 181 - B.; BGH, Urteil vom 25.10.2012 - I ZR 169/10, GRUR 2013, 531 - O. II; BGH, Urteil vom 17.07.1997 - I ZR 40/95, GRUR 1997, 931 - N.;… Kessen in Teplitzky aaO, Kap. 8 Rn. 14).Im Rahmen dieser Vereinbarung war der Beklagte auch verpflichtet, einen bestehenden Zustand zu beseitigen (vgl. BGH, GRUR 2015, 258 - U.), soweit dies für ihn sinnvoll möglich war.
So hat der BGH (Urteil vom 18.09.2014 - I ZR 76/13, GRUR 2015, 258 - U.) angenommen, dass der Beweis durch die Vorlage einer Originaldatei mit höherer Auflösung möglich sein kann.
- BGH, 17.07.1997 - I ZR 40/95
"Sekundenschnell"; Auslegung eines Unterlassungsvertrages
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Maßgebend für die Reichweite einer vertraglichen Unterlassungsverpflichtung ist der wirkliche Wille der Vertragsparteien (§§ 133, 157 BGB), zu dessen Auslegung neben dem Inhalt der Vertragserklärungen auch die beiderseits bekannten Umstände, insbesondere die Art und Weise des Zustandekommens der Vereinbarung, ihr Zweck, die Beziehung zwischen den Vertragsparteien und ihre Interessenlage heranzuziehen sind (vgl. BGH, Urteil vom 18.09.2014 - I ZR 76/13, GRUR 2015, 258 - U.; BGH, Urteil vom 17.07.2008 - I ZR 168/05, GRUR 2009, 181 - B.; BGH, Urteil vom 25.10.2012 - I ZR 169/10, GRUR 2013, 531 - O. II; BGH, Urteil vom 17.07.1997 - I ZR 40/95, GRUR 1997, 931 - N.;… Kessen in Teplitzky aaO, Kap. 8 Rn. 14).Rn. 67 Ein unmittelbarer Rückgriff auf die Grundsätze, die für die Auslegung eines in gleicher Weise formulierten Unterlassungstitels gelten, kommt dagegen nicht in Betracht, weil einem Unterlassungsvertrag der Charakter eines vollstreckbaren Titels fehlt (vgl. BGH, GRUR 1997, 931 - N.;… Kessen in Teplitzky aaO, Kap. 12 Rn. 13, jeweils mwN).
Die Auslegung des Unterlassungsvertrages kann auch ergeben, dass dieser bewusst eng auf die bezeichnete konkrete Verletzungsform bezogen ist (vgl. BGH, GRUR 1997, 931 - N., Kessen in Teplitzky aaO, Kap. 8 Rn. 16, jeweils mwN).
- BGH, 29.04.2010 - I ZR 68/08
Restwertbörse
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Im Zusammenhang mit der unberechtigten Nutzung einer Fotografie im Internet wird es dabei unter anderem auf die Intensität der Nutzung, insbesondere ihre Dauer, und die Qualität des Lichtbilds ankommen (vgl. BGH, Urteil vom 29. April 2010 - I ZR 68/08, GRUR 2010, 623 Rn. 39 f. = WRP 2010, 927 - T. I).Rn. 96 Es erscheint bereits fraglich, ob die von der Mittelstandsvereinigung Fotomarketing, einer Interessenvertretung der Anbieterseite, einseitig erstellten MFM-Empfehlungen branchenübliche Vergütungssätze enthalten (vgl. BGH, GRUR 2010, 623 Rn. 36 - T. I).
- BGH, 06.10.2005 - I ZR 266/02
Pressefotos
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Dabei ist unerheblich, ob und inwieweit der Verletzer selbst bereit gewesen wäre, für seine Nutzungshandlungen eine Vergütung zu zahlen (vgl. BGH, Urteil vom 6. Oktober 2005 - I ZR 266/02, GRUR 2006, 136 Rn. 23 = WRP 2006, 274 - F.;… Urteil vom 16. August 2012 - I ZR 96/09, ZUM 2013, 406 Rn. 30 - Y.).Fehlt es daran, liegt es für die Festsetzung einer angemessenen Lizenzgebühr nahe, branchenübliche Vergütungssätze und Tarife als Maßstab heranzuziehen, wenn sich in dem maßgeblichen Zeitraum eine solche Übung herausgebildet hat (vgl. BGH, GRUR 2006, 136 Rn. 27 - F.;… BGH, ZUM 2013, 406 Rn. 30 - Y., st. Rspr.).
- BGH, 13.09.2018 - I ZR 187/17
Urheberrechtsverletzung: Bemessung der Höhe des Schadensersatzes für die …
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Rn. 90 Zu einer vergleichbaren Frage hat der Bundesgerichtshof (Urteil vom 13.09.2018 - I ZR 187/17, GRUR 2019, 292 - P.) folgendes ausgeführt:. - BGH, 15.01.2015 - I ZR 148/13
Motorradteile - Schadensersatz bei Urheberrechtsverletzung: Beginn der Verjährung …
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Die Höhe der fiktiven Lizenzgebühr, die zum Ausgleich eines für die fehlende Urhebernennung verursachten Vermögensschadens geschuldet ist, kann in Form eines Zuschlags auf die (fiktive) Lizenzgebühr bemessen werden, die für die jeweilige Nutzung (hier das Vervielfältigen und öffentliche Zugänglichmachen der Fotografie) zu zahlen ist (vgl. BGH, Urteil vom 15. Januar 2015 - I ZR 148/13, GRUR 2015, 780 Rn. 36 bis 40 = WRP 2015, 972 - G., mwN). - BFH, 13.02.2019 - XI R 1/17
Abmahnungen im Bereich des Urheberrechts sind umsatzsteuerpflichtig
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Rn. 116 Aus der neueren Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 13.02.2019 - XI R 1/17, GRUR 2019, 825), wonach Zahlungen, die an einen Unternehmer als Aufwendungsersatz aufgrund von urheberrechtlichen Abmahnungen zur Durchsetzung seines Unterlassungsanspruchs geleistet werden, umsatzsteuerrechtlich als Entgelt im Rahmen eines umsatzsteuerbaren Leistungsaustauschs zwischen dem Unternehmer und den von ihm abgemahnten Rechtsverletzer zu qualifizieren sind, folgt für die Auslegung des § 288 BGB nichts anders (…vgl. Bornkamm in Köhler/Bornkamm/Feddersen aaO, § 12 Rn. 1.136 und 1.136a; einen Schluss auf § 288 BGB zulassend aber z.B. Pustovalov/Johnen, Auswirkungen der umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Abmahnungen durch den BFH auf die Praxis der Rechtsverfolgung im "grünen" Bereich und darüber hinaus, WRP 2019, 894, juris, Tz. 54). - BGH, 11.06.2015 - I ZR 7/14
Zur Schadensersatzpflicht wegen Teilnahme an einer Internet-Tauschbörse
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Überprüfbar ist lediglich, ob der Tatrichter Rechtsgrundsätze der Schadensbemessung verkannt, wesentliche Bemessungsfaktoren außer Acht gelassen oder seiner Schätzung unrichtige Maßstäbe zugrunde gelegt hat (vgl. BGH, Urteil vom 11. Juni 2015 - I ZR 7/14, GRUR 2016, 184 Rn. 44 = WRP 2016, 66 - Q. II, mwN). - BGH, 04.05.2017 - I ZR 208/15
Luftentfeuchter - Wettbewerbsverstoß: Vorbehaltskäufer als Erfüllungsgehilfe des …
Auszug aus OLG Köln, 10.09.2021 - 6 U 34/21
Rn. 115 Einem Anspruch auf Zahlung von Zinsen gestützt auf § 288 Abs. 2 BGB ist entgegenzuhalten, dass nach der ständigen Rechtsprechung des BGH unter Entgeltforderungen i.S.d. § 288 Abs. 2 BGB nur solche Forderungen zu verstehen sind, die auf Zahlung eines Entgelts als Gegenleistung für die vom Gläubiger erbrachte oder zu erbringende Leistung gerichtet sind; nicht als Entgeltforderung anzusehen sind danach u.a. Ansprüche auf Erstattung von Abmahnkosten (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 04.05.2017 - I ZR 208/15, GRUR 2017, 823 - E.; BGH, Urteil vom 17.11.2014 - I ZR 97/13, GRUR 2015, 187 - L.). - OLG Braunschweig, 08.02.2012 - 2 U 7/11
Unberechtigte Fotoverwendung bei privatem eBay-Verkauf - 20,00 Euro …
- BGH, 02.10.2008 - I ZR 6/06
Whistling for a train
- OLG Hamm, 13.06.2017 - 4 U 72/16
Ansprüche des Vertreibers einer Software wegen Verstoßes gegen Lizenzbestimmungen
- OLG München, 05.12.2013 - 6 U 1448/13
Höhe des Schadensersatzes beim Fotoklau
- BGH, 17.11.2014 - I ZR 97/13
Annahme einer vertragsstrafebewehrten Unterlassungserklärung durch einen …
- LG Kassel, 04.11.2010 - 1 O 772/10
Urheberrechtsverletzung: Schadensermittlung im Rahmen eines …
- OLG München, 07.02.2008 - 29 U 3520/07
Urheberrechtsverletzung: Zugänglichmachen eines Computerprogramms im Internet in …
- BGH, 17.07.2008 - I ZR 168/05
Kinderwärmekissen
- BGH, 25.10.2012 - I ZR 169/10
Einwilligung in Werbeanrufe II
- BGH, 24.01.2013 - I ZR 60/11
Peek & Cloppenburg III
- BGH, 24.01.2013 - I ZR 58/11
Marken- und Wettbewerbsrecht: Erfordernis eines aufklärenden Hinweises bei …
- BGH, 13.02.2003 - I ZR 281/01
Hotelfoto
- BGH, 21.01.1999 - I ZR 135/96
Datenbankabgleich
- LG Köln, 03.03.2022 - 14 O 139/21 Rn. 32 Das für die Durchsetzung eines vertraglichen Unterlassungsanspruchs notwendige Rechtsschutzbedürfnis (vgl. dazu OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21 - unveröffentlicht; BGH, Urteil vom 21.01.1999, I ZR 135/96, GRUR 1999, 522 - Datenbankabgleich) liegt angesichts der Zuwiderhandlungen nach Abgabe der Unterlassungserklärung durch den Beklagten vor.
Vertretbar ist auch eine weitergehende Auslegung dahingehend, dass eine gesamte Löschung "aus dem Internet" geschuldet ist (vgl. OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21 - unveröffentlicht).
Er besteht jedoch nur in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz, weil es sich um Schadensersatz- und Vertragsstrafenforderungen handelt, nicht aber um Entgeltforderungen im Sinne von § 288 Abs. 2 BGB (vgl. OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21 - unveröffentlicht).
Eine 1, 5 Geschäftsgebühr kann gefordert werden, wenn die Angelegenheit umfangreich und schwierig war, was im Bereich des Lichtbildschutzes regelmäßig nicht der Fall ist, insbesondere nicht wenn bereits ein vertraglicher Unterlassungsanspruch besteht (vgl. OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21 - unveröffentlicht).
- LG Köln, 21.12.2023 - 14 O 292/22
Anwendbarkeit Deutschen Rechts nach Fotonutzung auf ausländischer Website
Rn. 68 Der Anspruch auf Zahlung von Verzugszinsen besteht jedoch nur in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz, weil es sich insoweit nicht um eine Entgeltforderung gem. § 288 Abs. 2 BGB handelt (vgl. OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21, GRUR-RS 2021, 62926, m.w.N.; Urteil der Kammer vom 13.7.2023 - 14 O 237/22, GRUR-RR 2023, 439). - LG Köln, 13.07.2023 - 14 O 237/22
Ghostwriterin hat Anspruch auf Nennung bei autobiographischem Buch
Rn. 66 Allerdings besteht der Anspruch auf Zinsen nur in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz, weil es sich insoweit nicht um eine Entgeltforderung gem. § 288 Abs. 2 BGB handelt (vgl. OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21, GRUR-RS 2021, 62926, m.w.N.; Urteil der Kammer vom 09.03.2023, 14 O 281/21 - unveröffentlicht; soweit die Kammer im Urteil vom 19.08.2021, 14 O 487/18, noch 9% über dem Basiszinssatz zugesprochen hatte, hält die Kammer an dieser Rechtsprechung unter Beachtung der obigen Rspr. auch des OLG Köln nicht mehr fest).Er entspricht demnach seiner Rechtsnatur den urheberrechtlichen Schadensersatzansprüchen sowie der Geschäftsführung ohne Auftrag, nicht aber einem Dienstvertrag (vgl. Teilurteil der Kammer vom 31.03.2022, Az. 14 O 447/20 - unveröffentlicht; OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021 - 6 U 34/21, GRUR-RS 2021, 62926 m.w.N.).
- LG Köln, 14.12.2023 - 14 O 347/22
Keine Veräußerung von Nutzungsrechten an Lichtbildwerken an Dritte durch den …
Rn. 76 2. Der Kläger hat auch einen Anspruch auf Zahlung von Verzugszinsen, jedoch nur in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz, weil es sich insoweit nicht um eine Entgeltforderung gem. § 288 Abs. 2 BGB handelt (vgl. OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21, GRUR-RS 2021, 62926, m.w.N.; Urteil der Kammer vom 13.7.2023 - 14 O 237/22, GRUR-RR 2023, 439). - OLG Frankfurt, 20.03.2025 - 6 U 189/23
Vertraglicher Unterlassungsanspruch - Zustandekommen, Inhalt, Verhältnis zum …
a) In Rechtsprechung und Literatur ist anerkannt, dass ein vertraglicher Unterlassungsanspruch gerichtlich durchgesetzt werden kann, wenn ein Rechtsschutzbedürfnis besteht, weil ein Verstoß gegen die Unterlassungspflicht - wie hier - bereits erfolgt oder ernstlich zu besorgen ist (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 21.01.1999 - I ZR 135/96, NJW 1999, 1337, 1338 mwN [IV. 2;… juris Rn. 41] - Datenbankabgleich; OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021 - 6 U 34/21, juris Rn. 47; OLG Frankfurt am Main…, Urteil vom 23.02.2023 - 6 U 83/22 , juris Rn. 57 ;… Feddersen in Teplitzky/Peifer/Leistner, UWG, 3. Aufl., § 13 UWG Rn. 185, jeweils mwN).e) Ein Vertragsanspruch auf Unterlassung setzt keine Wiederholungs- oder Erstbegehungsgefahr voraus (vgl. z.B. BGH, NJW 1999, 1337, 1338 [IV. 2;… juris Rn. 41]; OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021 - 6 U 34/21, juris Rn. 47;… Feddersen aaO, § 13 UWG Rn. 185 mwN;… siehe hingegen BGH, GRUR 2021, 1433 Rn. 103 - Hassredevorwurf, zu einem Sekundäranspruch aus § 280 Abs. 1 BGB auf Unterlassung).
- LG Köln, 03.05.2024 - 14 S 2/23
Berechnung des lizenzanalogen Schadensersatzes bei der unautorisierten …
Es handelt sich insoweit nicht um eine Entgeltforderung, die der Wortlaut von § 288 Abs. 2 BGB ausdrücklich und unmissverständlich fordert (vgl. OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21, GRUR-RS 2021, 62926, m.w.N.; Urteil der Kammer vom 13.7.2023 - 14 O 237/22, GRUR-RR 2023, 439). - LG Köln, 15.05.2025 - 14 O 442/23
"Wie der Ukraine-Krieg den Rüstungskonzern auf Erfolgskurs bringt" - Änderungen …
Zinsen sind ab dem Folgetag der mit Klagezustellung am 15.3.2024 eingetretenen Rechtshängigkeit geschuldet, jedoch auch hier lediglich in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz, da es sich bei dem immateriellen Schadensersatzanspruch nicht um eine Entgeltforderung im Sinne des § 288 Abs. 2 BGB handelt (vgl. zum materiellen urheberrechtlichen Schadensersatz: OLG Köln, Urteil vom 10.09.2021, 6 U 34/21; Urteil der Kammer vom 09.03.2023, 14 O 281/21, jeweils m.w.N.; diese Erwägungen gelten erst recht, wenn wie hier keine Lizenzanalogie im Raum steht). - LG Köln, 04.10.2024 - 14 O 145/23
Keine Gegendarstellung bei Urheberrechtsverletzung!
Rn. 138 Dieser Betrag ist wegen der fehlenden Urheberbenennung nach der ständigen Rechtsprechung der Kammer, aber auch des zuständigen Berufungssenats (vgl. etwa Urteil vom 10.09.2021 - 6 U 34/21, GRUR-RS 2021, 62926) und des I. Zivilsenats des BGH (Fundstellen im nächsten Absatz), zu verdoppeln auf 10.000,- EUR.
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