Rechtsprechung
   BVerfG, 21.07.2015 - 1 BvF 2/13   

Volltextveröffentlichungen (6)

  • lexetius.com
  • Bundesverfassungsgericht

    Keine Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Betreuungsgeld

  • rechtsprechung-im-internet.de

    Art 72 Abs 2 GG, Art 74 Abs 1 Nr 7 GG, § 4a BEEG vom 15.02.2013, § 4b BEEG vom 15.02.2013, § 4c BEEG vom 15.02.2013
    Bundesrechtliche Regelungen des Betreuungsgeldes (§§ 4a - 4d BEEG) mit Art 72 Abs 2 GG unvereinbar und nichtig - Leistungen an Eltern mit Kleinkindern als öffentliche Fürsorge iSd Art 74 Abs 1 Nr 7 GG - Betreuungsgeld jedoch nicht zur Herstellung gleicher Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder aus anderen Gründen iSd Art 72 Abs 2 GG erforderlich

  • Jurion

    Voraussetzungen der Erforderlichkeit der Bundesgesetzgebung im Sinne des Art. 72 Abs. 2 GG hinsichtlich eines Instruments der öffentlichen Fürsorge am Beispiel des Betreuungsgeldes; Nichterforderlichkeit des Betreuungsgeldgesetzes für Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    GG Art. 72 Abs. 2; GG Art. 74 Abs. 1 Nr. 7
    Voraussetzungen der Erforderlichkeit der Bundesgesetzgebung im Sinne des Art. 72 Abs. 2 GG hinsichtlich eines Instruments der öffentlichen Fürsorge am Beispiel des Betreuungsgeldes; Nichterforderlichkeit des Betreuungsgeldgesetzes für Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (24)

  • Bundesverfassungsgericht (Pressemitteilung)

    Keine Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Betreuungsgeld

  • faz.net (Pressebericht, 21.07.2015)

    Familienpolitik: Betreuungsgeld gekippt

  • faz.net (Pressebericht, 21.07.2015)

    Darum darf der Bund das Betreuungsgeld nicht zahlen

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Das Ende des Betreuungsgeldes

  • rechtsindex.de (Kurzinformation)

    BVerfG-Urteil zum Betreuungsgeld: Keine Gesetzgebungskompetenz des Bundes

  • lto.de (Pressebericht)

    Keine Gesetzgebungskompetenz des Bundes - Betreuungsgeld gekippt

  • Jurion (Kurzinformation)

    Kernregelungen zum Betreuungsgeld sind verfassungswidrig

  • Jurion (Kurzinformation)

    Keine Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Betreuungsgeld

  • otto-schmidt.de (Kurzinformation)

    Regelungen zum Betreuungsgeld sind nichtig

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Betreuungsgeld gescheitert

  • anwaltauskunft.de (Kurzinformation)

    Karlsruhe stoppt umstrittenes Betreuungsgeld

  • bayrvr.de (Pressemitteilung)

    Keine Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Betreuungsgeld

  • soziale-schuldnerberatung-hamburg.de (Kurzinformation)

    Betreuungsgeld

  • taz.de (Pressebericht, 21.07.2015)

    Betreuungsgeld: Einheitliche Regelung nicht notwendig

  • juraforum.de (Kurzinformation)

    Betreuungsgeld gekippt

  • taz.de (Pressebericht, 21.07.2015)

    Herdprämie gekippt

  • haufe.de (Kurzinformation)

    Bundesverfassungsgericht kippt Betreuungsgeld wegen formaler Rechtsfehler

  • schneideranwaelte.de (Kurzinformation)

    Regelungen zum Betreuungsgeld sind nichtig

  • kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)

    Bundesverfassungsgericht erklärt Betreuungsgeld für nichtig - Bundesgesetzgeber fehlt Gesetzgebungskompetenz für Betreuungsgeld


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • zeit.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 14.04.2015)

    Verfassungsgericht zweifelt an Rechtmäßigkeit von Betreuungsgeld

  • zeit.de (Pressemeldung zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 15.02.2013)

    Familienpolitik: SPD will gegen Betreuungsgeld klagen

  • taz.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 07.04.2015)

    Klage gegen Betreuungsgeld: Schwesig gegen Schwesig

  • spiegel.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 14.04.2015)

    Betreuungsgeld vor dem Verfassungsgericht: Juristisch durchgefallen

  • anwaltauskunft.de (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Verfassungsgericht prüft Betreuungsgeld

Besprechungen u.ä. (7)

  • De-legibus-Blog (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Prostitution: Noch ein Potenzproblem des Bundes

  • juwiss.de (Entscheidungsbesprechung)

    Bundesbetreuungsgeld als Auslaufmodell

  • taz.de (Pressekommentar, 21.07.2015)

    Urteil zum Betreuungsgeld: Jetzt muss der Kitaausbau kommen

  • juwiss.de (Entscheidungsbesprechung)

    Die Entscheidung des BVerfG zum Betreuungsgeld: Kein Art. 3 Abs. 2 GG, nirgends?


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • verfassungsblog.de (Kurzaufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Betreuungsgeld in Karlsruhe: Wenn Bayern für mehr Zentralismus kämpfen

  • taz.de (Pressekommentar zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 13.04.2015)

    Betreuungsgeld: Dumme Gesetze sind nicht verfassungswidrig

  • tagesspiegel.de (Pressekommentar zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 11.04.2015)

    Herdprämie vor Gericht: Kindern ist egal, wer kocht - Frau Schwesig auch

Sonstiges (8)

  • Bundesverfassungsgericht (Terminmitteilung, 07.04.2015)

    Verhandlungsgliederung in Sachen "Betreuungsgeld"

  • Bundesverfassungsgericht (Terminmitteilung)

    Urteilsverkündung in Sachen "Betreuungsgeld" am Dienstag, 21. Juli 2015, 10:00 Uhr

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Folgen der Nichtigerklärung der gesetzlichen Grundlage von Verwaltungsakten und Verwaltungsverfahren" von Dr. Enrico Peuker, original erschienen in: DVBl 2015, 1233 - 1240.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Verfassungsgemäße Familienförderung nach dem Urteil zum Betreuungsgeld" von Prof. Dr. Stephan Rixen, original erschienen in: NJW 2015, 3136 - 3140.

  • taz.de (Sitzungsbericht, 14.04.2015)

    Betreuungsgeld vor dem BVerfG: Streitpunkt "Erforderlichkeit"

  • spiegel.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung, 04.08.2015)

    Nach dem Urteil aus Karlsruhe: Betreuungsgeld könnte noch bis ins nächste Jahr gezahlt werden

  • juwiss.de (Sitzungsbericht)

    Bundesgesetzgebungskompetenz qua Gesamtkonzept?

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Keine Gesetzgebungskompetenz des Bundes für Betreuungsgeld - Anmerkung zum Urteil des BVerfG vom 21.07.2015" von Silvia Pernice-Warnke, original erschienen in: NVwZ 2015, 1129 - 1131.

Papierfundstellen

  • BVerfGE 140, 65
  • NJW 2015, 2399
  • NVwZ 2015, 1129
  • NZS 2015, 704
  • FamRZ 2015, 1459
  • DVBl 2015, 1182



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Wird zitiert von ... (21)  

  • BGH, 20.10.2016 - III ZR 278/15  

    Mögliche Amtshaftungsansprüche von Eltern wegen nicht rechtzeitig zur Verfügung

    Die vorbezeichnete Amtspflicht besteht nicht nur im Rahmen der vorhandenen Kapazität; vielmehr ist der gesamtverantwortliche Jugendhilfeträger gehalten, eine ausreichende Zahl von Betreuungsplätzen selbst zu schaffen oder durch geeignete Dritte - freie Träger der Jugendhilfe oder Tagespflegepersonen - bereitzustellen (vgl. BVerfG, NJW 2015, 2399, 2401 Rn. 43; Bayerischer VGH aaO Rn. 25 f, 41; Grube in Hauck/Noftz, SGB VIII, Stand 01/14, § 24 Rn. 40; Kaiser in Kunkel/Kepert/Pattar, SGB VIII, 6. Aufl., § 24 Rn. 12; Lakies in Münder/Meysen/Trenczek, Frankfurter Kommentar zum SGB VIII, 7. Aufl., § 24 Rn. 67; Schübel-Pfister, NVwZ 2013, 385, 387; Meysen, DJI Impulse, 2/2012, 12, 13; Rixen aaO S. 2840 f; Mayer aaO S. 351 f, 365; s. auch Niedersächsisches OVG, NJW 2003, 1826, 1827 [zu § 24 Abs. 1 SGB VIII aF]; aA wohl Pauly/Beutel, DÖV 2013, 445, 446 f).

    Das Bundesverfassungsgericht hat für das Kinderförderungsgesetz keine Bedenken gegen die konkurrierende Gesetzgebungskompetenz des Bundes aus Art. 74 Abs. 1 Nr. 7 GG (öffentliche Fürsorge) zu erkennen gegeben und zum Ausdruck gebracht, dass unter dem Gesichtspunkt der Wahrung der Rechts- und Wirtschaftseinheit (Art. 72 Abs. 2 GG) auf den Zusammenhang zwischen Kinderbetreuungsmöglichkeit und Möglichkeiten der Beteiligung der Eltern am Arbeitsleben abgestellt und damit an die Bedeutung der Regelungen als Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsfaktor angeknüpft werden darf (s. BVerfG, NJW 2015, 2399, 2403 Rn. 53; zutreffend Hahn aaO S. 546, 547).

    Auf allgemeine finanzielle Engpässe kann sie sich hierbei nicht mit Erfolg berufen (so aber wohl Pauly/Beutel, DÖV 2013, 445, 451, die unter Hinweis auf eine allgemeine finanzielle Notlage der Kommunen die Vermutung eines unverschuldeten Unvermögens der kommunalen Leistungsträger befürworten), weil der zuständige Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach der gesetzgeberischen Entscheidung für eine ausreichende Anzahl an Betreuungsplätzen grundsätzlich uneingeschränkt - insbesondere: ohne "Kapazitätsvorbehalt" (BVerfG, NJW 2015, 2399, 2401 Rn. 43) - einstehen muss.

  • BVerfG, 06.12.2016 - 1 BvR 2821/11  

    Die Dreizehnte Novelle des Atomgesetzes ist im Wesentlichen mit dem Grundgesetz

    Nur für lenkende Gesetze hat das Bundesverfassungsgericht insbesondere im Steuerrecht (vgl. BVerfGE 117, 1 unter Verweisung auf BVerfGE 93, 121 ; 99, 280 ; 105, 73 ; 110, 274 ) aber auch darüber hinaus (vgl. BVerfGE 140, 65 unter Verweisung auf BVerfGE 118, 79 ) gefordert, dass der Lenkungszweck von einer erkennbaren Entscheidung des Gesetzgebers getragen sein müsse.

    Ansonsten genügt es, wenn sich ein Gesetz im Ergebnis als verfassungsgemäß erweist (vgl. BVerfGE 140, 65 ).

  • OLG Dresden, 26.08.2015 - 1 U 319/15  

    Ersatz für Verdienstausfall bei fehlendem Kinderbetreuungsplatz?

    Der Anspruch besteht nicht nur im Rahmen der vorhandenen Kapazität, sondern "Kita-Plätze hat man zu haben" (wie es Mayer, "Kita-Plätze hat man zu haben", VerwArch 2013, 344, prägnant als Überschrift seines Aufsatzes formuliert; ausdrücklich auch BVerfG, Urt. v. 21.07.2015, Az: 1 BvF 2/13, Rn. 43).

    Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 21.07.2015 - Az: 1 BvF 2/13 - zur bundesrechtlichen Regelung des Betreuungsgeldes unmissverständlich klargestellt, dass sich "konkrete Ansprüche auf bestimmte staatliche Leistungen ... jedoch aus dem verfassungsrechtlichen Gebot des Art. 6 Abs. 1 und 2 GG die Pflege und Erziehungsleistung der Eltern zu unterstützen, nicht herleiten" lassen (aaO., Rn, 39).

  • BGH, 20.10.2016 - III ZR 302/15  

    Nicht rechtzeitige Bereitstellung eines Kinderbetreuungsplatzes

    Die vorbezeichnete Amtspflicht besteht nicht nur im Rahmen der vorhandenen Kapazität; vielmehr ist der gesamtverantwortliche Jugendhilfeträger gehalten, eine ausreichende Zahl von Betreuungsplätzen selbst zu schaffen oder durch geeignete Dritte - freie Träger der Jugendhilfe oder Tagespflegepersonen - bereitzustellen (vgl. BVerfG, NJW 2015, 2399, 2401 Rn. 43; Bayerischer VGH aaO Rn. 25 f, 41; Grube in Hauck/Noftz, SGB VIII, Stand 01/14, § 24 Rn. 40; Kaiser in Kunkel/Kepert/Pattar, SGB VIII, 6. Aufl., § 24 Rn. 12; Lakies in Münder/Meysen/Trenczek, Frankfurter Kommentar zum SGB VIII, 7. Aufl., § 24 Rn. 67; Schübel-Pfister, NVwZ 2013, 385, 387; Meysen, DJI Impulse, 2/2012, 12, 13; Rixen aaO S. 2840 f; Mayer aaO S. 351 f, 365; s. auch Niedersächsisches OVG, NJW 2003, 1826, 1827 [zu § 24 Abs. 1 SGB VIII aF]; aA wohl Pauly/Beutel, DÖV 2013, 445, 446 f).

    Das Bundesverfassungsgericht hat für das Kinderförderungsgesetz keine Bedenken gegen die konkurrierende Gesetzgebungskompetenz des Bundes aus Art. 74 Abs. 1 Nr. 7 GG (öffentliche Fürsorge) zu erkennen gegeben und zum Ausdruck gebracht, dass unter dem Gesichtspunkt der Wahrung der Rechts- und Wirtschaftseinheit (Art. 72 Abs. 2 GG) auf den Zusammenhang zwischen Kinderbetreuungsmöglichkeit und Möglichkeiten der Beteiligung der Eltern am Arbeitsleben abgestellt und damit an die Bedeutung der Regelungen als Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsfaktor angeknüpft werden darf (s. BVerfG, NJW 2015, 2399, 2403 Rn. 53; zutreffend Hahn aaO S. 546, 547).

    Auf allgemeine finanzielle Engpässe kann sie sich hierbei nicht mit Erfolg berufen (so aber wohl Pauly/Beutel, DÖV 2013, 445, 451, die unter Hinweis auf eine allgemeine finanzielle Notlage der Kommunen die Vermutung eines unverschuldeten Unvermögens der kommunalen Leistungsträger befürworten), weil der zuständige Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach der gesetzgeberischen Entscheidung für eine ausreichende Anzahl an Betreuungsplätzen grundsätzlich uneingeschränkt - insbesondere: ohne "Kapazitätsvorbehalt" (BVerfG, NJW 2015, 2399, 2401 Rn. 43) - einstehen muss.

  • VGH Bayern, 22.07.2016 - 12 BV 15.719  

    Aufwendungsersatz wegen Anspruchs auf einen Kindertagespflegeplatz

    d) Hat der Leistungsberechtigte seinen Bedarf den Anforderungen des Art. 45a AGSG entsprechend an die dort genannten Adressaten herangetragen, so trifft den örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe unter den Voraussetzungen des § 24 Abs. 2 SGB VIII eine unbedingte Garantie- und Gewährleistungshaftung, die unabhängig von der jeweiligen finanziellen Situation der Kommunen zur Bereitstellung eines bedarfsgerechten Angebots und damit - sofern entsprechende Betreuungsplätze fehlen - zu einer Kapazitätserweiterung zwingt; dem Rechtsanspruch aus § 24 Abs. 2 SGB VIII kann der Einwand der Kapazitätserschöpfung nicht entgegengehalten werden (vgl. BVerfG, U. v. 21.7.2015 - 1 BvF 2/13 -, NJW 2015, 2399 [2401] Rn. 43; siehe auch Grube, in: Hauck/Noftz, a. a. O., § 24 Rn. 40; Lakies, in: Münder/Meysen/Trenczek, Frankfurter Kommentar zum SGB VIII, 7. Aufl. 2013, § 24 Rn. 67; Schübel-Pfister, NVwZ 2013, 385 [387] jeweils m. w. N.).

    § 24 Abs. 2 SGB VIII begründet einen einklagbaren Leistungsanspruch, der nicht unter Kapazitätsvorbehalt gestellt ist (so ausdrücklich BVerfG, U. v. 21.7.2015 - 1 BvF 2/13 -, NJW 2015, 2399 [2401] Rn. 43).

  • BGH, 20.10.2016 - III ZR 303/15  

    Nicht rechtzeitige Bereitstellung eines Kinderbetreuungsplatzes

    Die vorbezeichnete Amtspflicht besteht nicht nur im Rahmen der vorhandenen Kapazität; vielmehr ist der gesamtverantwortliche Jugendhilfeträger gehalten, eine ausreichende Zahl von Betreuungsplätzen selbst zu schaffen oder durch geeignete Dritte - freie Träger der Jugendhilfe oder Tagespflegepersonen - bereitzustellen (vgl. BVerfG, NJW 2015, 2399, 2401 Rn. 43; Bayerischer VGH aaO Rn. 25 f, 41; Grube in Hauck/Noftz, SGB VIII, Stand 01/14, § 24 Rn. 40; Kaiser in Kunkel/Kepert/Pattar, SGB VIII, 6. Aufl., § 24 Rn. 12; Lakies in Münder/Meysen/Trenczek, Frankfurter Kommentar zum SGB VIII, 7. Aufl., § 24 Rn. 67; Schübel-Pfister, NVwZ 2013, 385, 387; Meysen, DJI Impulse, 2/2012, 12, 13; Rixen aaO S. 2840 f; Mayer aaO S. 351 f, 365; s. auch Niedersächsisches OVG, NJW 2003, 1826, 1827 [zu § 24 Abs. 1 SGB VIII aF]; aA wohl Pauly/Beutel, DÖV 2013, 445, 446 f).

    Das Bundesverfassungsgericht hat für das Kinderförderungsgesetz keine Bedenken gegen die konkurrierende Gesetzgebungskompetenz des Bundes aus Art. 74 Abs. 1 Nr. 7 GG (öffentliche Fürsorge) zu erkennen gegeben und zum Ausdruck gebracht, dass unter dem Gesichtspunkt der Wahrung der Rechts- und Wirtschaftseinheit (Art. 72 Abs. 2 GG) auf den Zusammenhang zwischen Kinderbetreuungsmöglichkeit und Möglichkeiten der Beteiligung der Eltern am Arbeitsleben abgestellt und damit an die Bedeutung der Regelungen als Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsfaktor angeknüpft werden darf (s. BVerfG, NJW 2015, 2399, 2403 Rn. 53; zutreffend Hahn aaO S. 546, 547).

    Auf allgemeine finanzielle Engpässe kann sie sich hierbei nicht mit Erfolg berufen (so aber wohl Pauly/Beutel, DÖV 2013, 445, 451, die unter Hinweis auf eine allgemeine finanzielle Notlage der Kommunen die Vermutung eines unverschuldeten Unvermögens der kommunalen Leistungsträger befürworten), weil der zuständige Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach der gesetzgeberischen Entscheidung für eine ausreichende Anzahl an Betreuungsplätzen grundsätzlich uneingeschränkt - insbesondere: ohne "Kapazitätsvorbehalt" (BVerfG, NJW 2015, 2399, 2401 Rn. 43) - einstehen muss.

  • VGH Baden-Württemberg, 08.12.2016 - 12 S 1782/15  

    Aufwendungsersatz für selbstgeschaffenen Betreuungsplatz für Kinder unter drei

    Insoweit besteht eine unbedingte Gewährleistungspflicht (vgl. Rixen, NJW 2012, 2839 f.; Kaiser, in: Kunkel/Kepert/Pattar, SGB VIII, 6. Aufl. 2016, § 24 Rn. 12 f.; Grube, in: Hauck/Noftz, SGB VIII, Lfg. 1/14, § 24 Rn. 40 m.w.N.), die nicht nur im Rahmen der vorhandenen Kapazität besteht, sondern den gesamtverantwortlichen Jugendhilfeträger - hier die Beklagte - vielmehr auch verpflichtet, eine ausreichende Zahl von Betreuungsplätzen selbst zu schaffen oder durch geeignete Dritte - freie Träger der Jugendhilfe oder Tagespflegepersonen - bereitzustellen (vgl. BVerfG [Erster Senat], Urteil vom 21.07.2015 - 1 BvF 2/13 - BVerfGE 140, 65 = NJW 2015, 2399 [Rn. 43]; Bayerischer VGH, Beschluss vom 17.11.2015 - 12 ZB 15.1191 - juris Rn. 25, 41; BGH, Urteil vom 20.10.2016 - III ZR 302/15 - juris Rn. 18 m.w.N.).
  • VG Münster, 20.07.2017 - 6 L 1177/17  

    Vergabe von Kita-Plätzen in Münster beanstandet

    vgl. BVerfG, Urteil vom 21. Juli 2015 - 1 BvF 2/13 -, juris, Rn. 43.
  • VGH Bayern, 17.11.2015 - 12 ZB 15.1191  

    Anspruch auf Kinderkrippenplatz; Sekundäranspruch; Aufwendungsersatz;

    Den örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe trifft unter diesen Voraussetzungen eine unbedingte Garantie- und Gewährleistungshaftung, die unabhängig von der jeweiligen finanziellen Situation der Kommunen zur Bereitstellung eines bedarfsgerechten Angebots und damit - sofern entsprechende Betreuungsplätze fehlen - zu einer Kapazitätserweiterung zwingt; dem Rechtsanspruch aus § 24 Abs. 2 SGB VIII kann der Einwand der Kapazitätserschöpfung nicht entgegengehalten werden (vgl. BVerfG, U.v. 21.7.2015 - 1 BvF 2/13 -, NJW 2015, 2399 [2401] Rn. 43; siehe auch Grube, in: Hauck/Noftz, a.a.O., § 24 Rn. 40; Lakies, in: Münder/Meysen/ Trenczek, Frankfurter Kommentar zum SGB VIII, 7. Aufl. 2013, § 24 Rn. 67; Schübel-Pfister, NVwZ 2013, 385 [387] jeweils m.w.N.).
  • BSG, 15.12.2015 - B 10 EG 2/15 R  

    Betreuungsgeld - Stichtagsregelung - vor dem 1. 8. 2012 geborene Kinder -

    Während des Revisionsverfahrens, in welchem der Kläger die Verfassungswidrigkeit dieser Stichtagsregelung rügt, hat das BVerfG am 21.7.2015 (1 BvF 2/13 - NJW 2015, 2399 bis 2405) entschieden, dass die §§ 4a bis 4d BEEG idF vom 15.2.2013 mit dem GG unvereinbar und nichtig sind.

    Das LSG hat im Ergebnis die Berufung zu Recht zurückgewiesen, weil die Klage nach der Entscheidung des BVerfG vom 21.7.2015 (1 BvF 2/13) keinen Erfolg mehr haben kann.

    Vertrauensschutzgesichtspunkten lasse sich nach § 79 Abs. 2 S 1 BVerfGG gegebenenfalls iVm § 45 Abs. 2 SGB X Rechnung tragen (Urteil vom 21.7.2015 - 1 BvF 2/13 - NJW 2015, 2399; siehe hierzu auch Dau, jurisPR-SozR 18/2015 Anm 1) .

  • OVG Sachsen, 07.06.2017 - 4 B 112/17  

    Kapazität; Jugendhilfe; Kindertageseinrichtung; Förderung

  • BVerwG, 17.12.2015 - 7 C 5.14  

    Feuerstättenschau; Feuerstättenbescheid; Anhörung; Begründung eines

  • OVG Berlin-Brandenburg, 28.08.2017 - 6 S 30.17  

    Kindertagesbetreuung; Kindertagesstätte; Krippenplatz; Anspruch; Wunsch- und

  • OVG Sachsen, 12.06.2017 - 4 B 116/17  

    Betreuungsplatz; Tageseinrichtung; Kindertagespflege; Kapazität; Betreuungszeit

  • LSG Nordrhein-Westfalen, 28.04.2016 - L 13 EG 10/16  

    Fehlende Rechtsgrundlage für Betreuungsgeld; Familienpolitische Subvention;

  • OVG Sachsen, 07.06.2017 - 4 B 100/17  

    Kapazität; Unmöglichkeit; Gewährleistungspflicht; Jugendhilfe; Förderung

  • OVG Berlin-Brandenburg, 10.02.2016 - 6 S 56.15  

    Kein Auskunftsanspruch der Presse gegenüber Bundespräsidenten zur Ausfertigung

  • OVG Berlin-Brandenburg, 01.09.2017 - 6 S 33.17  

    Kindertagesbetreuung

  • BSG, 06.04.2017 - B 10 EG 2/17 B  
  • SG Fulda, 31.05.2016 - S 4 EG 5/15  
  • VG Berlin, 05.04.2017 - 8 K 179.16  
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