Rechtsprechung
| BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16 |
Volltextveröffentlichungen (13)
- Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)
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- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
Ausgleichsanspruch nach der Fluggastrechteverordnung: Anspruchsgegner im Fall des Code-Sharing; Nebenpflicht des vertraglichen Luftfahrtunternehmens zur Unterrichtung des Fluggastes über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens
- rechtsprechung-im-internet.de
Art 2 Buchst b EGV 261/2004, Art 3 Abs 5 S 1 EGV 261/2004, Art 5 Abs 1 Buchst c EGV 261/2004, Art 7 Abs 1 EGV 261/2004, Art 12 EGV 261/2004
Ausgleichsanspruch nach der Fluggastrechteverordnung: Anspruchsgegner im Fall des Code-Sharing; Nebenpflicht des vertraglichen Luftfahrtunternehmens zur Unterrichtung des Fluggastes über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens - IWW
Art. 11 der Verordnung (EG) Nr. 2111/2005, Art. 9 der Richtlinie 2004/36/EG, Verordnung (EG) Nr. 2111/2005, § ... 280 Abs. 1, § 286 BGB, § 280 Abs. 1 BGB, §§ 2 Abs. 2, 13 RVG, §§ 286, 288 BGB, § 286 Abs. 2 Nr. 3 BGB, § 92 Abs. 1 ZPO
- Wolters Kluwer
Ausgleichsanspruch des Fluggastes nach Art. 7 Fluggastrechteverordnung (FluggastrechteVO) im Fall des Code-Sharing; Unterrichtung des Fluggastes über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens durch das vertragliche Luftfahrtunternehmen; Ausgleichs- und ...
- ra.de
- reise-recht-wiki.de
Anspruchsgegner im Fall des Code-Sharing
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Ausgleichsanspruch des Fluggastes nach Art. 7 Fluggastrechteverordnung (FluggastrechteVO) im Fall des Code-Sharing; Unterrichtung des Fluggastes über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens durch das vertragliche Luftfahrtunternehmen; Ausgleichs- und ...
- datenbank.nwb.de
Ausgleichsanspruch nach der Fluggastrechteverordnung: Anspruchsgegner im Fall des Code-Sharing; Nebenpflicht des vertraglichen Luftfahrtunternehmens zur Unterrichtung des Fluggastes über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Code-Sharing: Ausführendes Unternehmen zum Ausgleich verpflichtet
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (3)
- anwaltonline.com (Kurzinformation)
Ausgleichsanspruch nach der Fluggastrechteverordnung: Anspruchsgegner bei Code-Sharing
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Ausgleichsanspruch wegen Flugverspätung richtet sich bei Code-Sharing gegen Flug durchführendes Luftfahrtunternehmen
- iprspr.mpipriv.de (Auszüge)
Fluggastrechte-VO 261/2004 Art. 12; Rom I-VO 593/2008 Art. 5
Handels- und Transportrecht --> Land- und Lufttransport
Verfahrensgang
- AG Berlin-Wedding, 17.09.2015 - 17 C 642/14
- LG Berlin, 19.05.2016 - 52 S 96/15
- BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
- BGH, 15.01.2018 - X ZR 64/16
Papierfundstellen
- NJW 2018, 1249
- MDR 2018, 514
- VersR 2018, 508
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (12)
- BGH, 26.11.2009 - Xa ZR 132/08
Tatsächlich ausführendes Luftfahrtunternehmen i.S.d. Art. 2 Buchst. b …
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Rn. 9 b) Ein Ausgleichsanspruch gemäß Art. 7 FluggastrechteVO infolge der Verspätung bei Erreichen des Endziels ist nach Art. 3 Abs. 5 Satz 1, Art. 5 Abs. 1 Buchst. c FluggastrechteVO nur gegen das ausführende Luftfahrtunternehmen gerichtet (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. Mai 2017 - C-302/16 - Krijgsman, juris Rn. 27; BGH, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08 , NJW 2010, 1522;… Urteil vom 8. August 2017 - X ZR 101/16, juris Rn. 16).Diese Vorschrift bildet auch die Grundlage dafür, dass in ihrem Geltungsbereich in den Buchungsunterlagen das Luftfahrtunternehmen anzugeben ist, das im Rahmen des Code-Sharing den Flug auf dem betreffenden Streckenabschnitt tatsächlich durchführt (BGH, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08, NJW 2010, 1522 Rn. 11).
Es kommt für diese Beurteilung auf den Realakt der Durchführung an (vgl. BGH, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08, NJW 2010, 1522 Rn. 11).
Rn. 13 Auch die etwa aus den Erwägungsgründen 12 und 13 FluggastrechteVO zu entnehmende Lenkungsabsicht des Verordnungsgebers, mit der Statuierung eines pauschalierten Ausgleichsanspruchs das in den Erwägungsgründen 2 bis 4 angesprochene Ärgernis der Flugannullierungen zu verringern, greift nur gegenüber den Luftfahrtunternehmen, die einen Flug selbst in eigener Verantwortung ausführen und damit auf die tatsächliche Durchführung überhaupt unmittelbar Einfluss haben (BGH, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08, NJW 2010, 1522 Rn. 11).
Im Fall eines Code-Sharing-Flugs wird dem Fluggast durch die in Rede stehende Unterrichtung die Wahrnehmung seiner Rechte gegen das tatsächlich ausführende Luftfahrtunternehmen ermöglicht (BGH, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08, NJW 2010, 1522 Rn. 11).
Namentlich die Entstehungsgeschichte des Regelwerks steht aber der Annahme einer diesbezüglichen ungewollten Regelungslücke entgegen (vgl. BGH, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08, NJW 2010, 1522 Rn. 16 ff.;… Urteil vom 8. August 2017 - X ZR 101/16, juris Rn. 19).
- BGH, 08.08.2017 - X ZR 101/16
Berufungsbeschwer: Abweisung einer Klage gegen eine Fluggesellschaft auf …
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Rn. 9 b) Ein Ausgleichsanspruch gemäß Art. 7 FluggastrechteVO infolge der Verspätung bei Erreichen des Endziels ist nach Art. 3 Abs. 5 Satz 1, Art. 5 Abs. 1 Buchst. c FluggastrechteVO nur gegen das ausführende Luftfahrtunternehmen gerichtet (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. Mai 2017 - C-302/16 - Krijgsman, juris Rn. 27; BGH, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08 , NJW 2010, 1522; Urteil vom 8. August 2017 - X ZR 101/16, juris Rn. 16).Indem sie auf die Durchführung des Flugs abstellt und hiervon die zugrunde liegende Vertragsbeziehung abgrenzt, die der Fluggast auch zu einem anderen Unternehmen begründet haben kann, macht die Legaldefinition deutlich, dass für den Begriff des ausführenden Luftfahrtunternehmens allein maßgeblich ist, welches Unternehmen mit dem von ihm bereitgestellten Flugzeug und Personal die Beförderungsleistung tatsächlich erbringt, und nicht, mit welchem Luftfahrtunternehmen der Vertrag über die Flugreise geschlossen worden ist (BGH, Urteil vom 8. August 2017 - X ZR 101/16, juris Rn. 17).
Der Bundesgerichtshof hat bereits eingehend begründet, dass die grammatikalische und systematische wie auch die historische und teleologische Auslegung zu dem Ergebnis führen, dass auch bei Kooperationen von Luftfahrtunternehmen wie etwa dem Code-Sharing nur das jeweilige ausführende Luftfahrtunternehmen Ansprüchen aus der Fluggastrechteverordnung ausgesetzt ist (BGH, Urteil vom 8. August 2017 - X ZR 101/16, juris Rn. 18).
Namentlich die Entstehungsgeschichte des Regelwerks steht aber der Annahme einer diesbezüglichen ungewollten Regelungslücke entgegen (vgl. BGH…, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08, NJW 2010, 1522 Rn. 16 ff.; Urteil vom 8. August 2017 - X ZR 101/16, juris Rn. 19).
- BGH, 19.07.2016 - X ZR 138/15
Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union zu Ausgleichsansprüchen wegen …
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Dieser Anspruch setzt die Einhaltung einer Abflugverspätung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Buchst. a bis c FluggastrechteVO nicht voraus (EuGH…, Urteil vom 26. Februar 2013 - C-11/11, NJW 2013, 1291 = RRa 2013, 78 Rn. 37 - Folkerts; BGH, Beschluss vom 19. Juli 2016 - X ZR 138/15, RRa 2016, 286 Rn. 14).Anders als in dem der Entscheidung vom 19. Juli 2016 (X ZR 138/15) zugrunde liegenden Fall ist die hier in Anspruch genommene Beklagte nicht das tatsächlich ausführende Luftfahrtunternehmen des die Verspätung verursachten Zubringerflugs.
- EuGH, 19.11.2009 - C-402/07
Sturgeon - Den Fluggästen verspäteter Flüge kann ein Ausgleichsanspruch zustehen
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH, Urteil vom 19. November 2009 - C-407/07 und C-432/07, Slg. 2009 I-10923, NJW 2010, 43 = RRa 2009, 282 Rn. 40 ff. - Sturgeon u.a.;… Urteil vom 23. Oktober 2012 - C-581/10 und C-629/10, NJW 2013, 671 = RRa 2012, 272 Rn. 28 ff. - Nelson u.a.) und des Bundesgerichtshofs (…Urteil vom 7. Mai 2013 - X ZR 127/11, NJW-RR 2013, 1065 = RRa 2013, 237 Rn. 9) können auch die Fluggäste verspäteter Flüge den Ausgleichsanspruch nach Art. 7 Fluggastrechteverordnung geltend machen, wenn sie infolge der Verspätung ihr Endziel nicht früher als drei Stunden nach der ursprünglich geplanten Ankunftszeit erreichen und dadurch einen Zeitverlust von drei Stunden oder mehr erleiden. - EuGH, 26.02.2013 - C-11/11
Die Fluggäste eines Flugs mit Anschlussflügen müssen entschädigt werden, wenn ihr …
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Dieser Anspruch setzt die Einhaltung einer Abflugverspätung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Buchst. a bis c FluggastrechteVO nicht voraus (EuGH, Urteil vom 26. Februar 2013 - C-11/11, NJW 2013, 1291 = RRa 2013, 78 Rn. 37 - Folkerts; BGH…, Beschluss vom 19. Juli 2016 - X ZR 138/15, RRa 2016, 286 Rn. 14). - BGH, 12.09.2017 - X ZR 102/16
Fluggastrechte bei "Wet Lease"
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Rn. 14 Die Unterrichtung nach Art. 11 Abs. 1 dieser Verordnung dient vornehmlich der Information der Fluggäste über mögliche Sicherheitsrisiken und damit anderen Belangen als die Fluggastrechteverordnung (BGH, Urteile vom 12. September 2017 - X ZR 102/16 und X ZR 106/16). - EuGH, 23.10.2012 - C-581/10
Nelson u.a. - Luftverkehr - Verordnung (EG) Nr. 261/2004 - Art. 5 bis 7 - …
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH…, Urteil vom 19. November 2009 - C-407/07 und C-432/07, Slg. 2009 I-10923, NJW 2010, 43 = RRa 2009, 282 Rn. 40 ff. - Sturgeon u.a.; Urteil vom 23. Oktober 2012 - C-581/10 und C-629/10, NJW 2013, 671 = RRa 2012, 272 Rn. 28 ff. - Nelson u.a.) und des Bundesgerichtshofs (…Urteil vom 7. Mai 2013 - X ZR 127/11, NJW-RR 2013, 1065 = RRa 2013, 237 Rn. 9) können auch die Fluggäste verspäteter Flüge den Ausgleichsanspruch nach Art. 7 Fluggastrechteverordnung geltend machen, wenn sie infolge der Verspätung ihr Endziel nicht früher als drei Stunden nach der ursprünglich geplanten Ankunftszeit erreichen und dadurch einen Zeitverlust von drei Stunden oder mehr erleiden. - EuGH, 11.05.2017 - C-302/16
Ein Luftfahrtunternehmen, das nicht beweisen kann, dass ein Fluggast über die …
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Rn. 9 b) Ein Ausgleichsanspruch gemäß Art. 7 FluggastrechteVO infolge der Verspätung bei Erreichen des Endziels ist nach Art. 3 Abs. 5 Satz 1, Art. 5 Abs. 1 Buchst. c FluggastrechteVO nur gegen das ausführende Luftfahrtunternehmen gerichtet (vgl. EuGH, Urteil vom 11. Mai 2017 - C-302/16 - Krijgsman, juris Rn. 27; BGH, Urteil vom 26. November 2009 - Xa ZR 132/08 , NJW 2010, 1522;… Urteil vom 8. August 2017 - X ZR 101/16, juris Rn. 16). - BGH, 07.05.2013 - X ZR 127/11
Ausgleichszahlung für verpassten Anschlussflug
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH…, Urteil vom 19. November 2009 - C-407/07 und C-432/07, Slg. 2009 I-10923, NJW 2010, 43 = RRa 2009, 282 Rn. 40 ff. - Sturgeon u.a.;… Urteil vom 23. Oktober 2012 - C-581/10 und C-629/10, NJW 2013, 671 = RRa 2012, 272 Rn. 28 ff. - Nelson u.a.) und des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 7. Mai 2013 - X ZR 127/11, NJW-RR 2013, 1065 = RRa 2013, 237 Rn. 9) können auch die Fluggäste verspäteter Flüge den Ausgleichsanspruch nach Art. 7 Fluggastrechteverordnung geltend machen, wenn sie infolge der Verspätung ihr Endziel nicht früher als drei Stunden nach der ursprünglich geplanten Ankunftszeit erreichen und dadurch einen Zeitverlust von drei Stunden oder mehr erleiden. - BGH, 28.08.2012 - X ZR 128/11
Fluggäste müssen auf einem Anschlussflug auch dann mitgenommen werden, wenn das …
Auszug aus BGH, 24.10.2017 - X ZR 64/16
Rn. 18 a) Bei diesem Schadensersatz handelt es sich um einen weitergehenden Schaden im Sinn von Art. 12 FluggastrechteVO, der grundsätzlich nach dem jeweils für die Buchung anwendbaren nationalen Vertragsrecht zu beurteilen ist (BGH, Urteil vom 28. August 2012 - X ZR 128/11, RRa 2012, 285 Rn. 29). - EuGH, 11.12.2008 - C-407/07
Stichting Centraal Begeleidingsorgaan voor de Intercollegiale Toetsing - Sechste …
- LG Bremen, 10.09.2013 - 1 S 34/13
- LG Düsseldorf, 15.02.2021 - 22 S 103/19
Verordnung (EG) Nr. 261/2004 / Flugannullierung / Ersatzbeförderung / …
Auch nach der Rechtsprechung des BGH ist für den Begriff des ausführenden Luftfahrtunternehmens allein maßgeblich, welches Unternehmen mit dem von ihm bereitgestellten Flugzeug und Personal die Beförderungsleistung tatsächlich erbringt, und nicht, mit welchem Luftfahrtunternehmen der Vertrag über die Flugreise geschlossen worden ist (vgl. BGH…, Urteil vom 28.5.2009 - Xa ZR 113/08, NJW 2009, S. 2743 Rz. 9;… Urteil vom 26.11.2009 - Xa ZR 132/08, NJW 2010, S. 1522, 1523 Rz. 8 - Code-Sharing I;… Urteil vom 8.8.2017 - X ZR 101/16, NJW-RR 2017, S. 1453 Rz. 17;… Urteil vom 10.10.2017 - X ZR 73/16, NJW 2018, S. 616, 617 Rz. 12; Urteil vom 24.10.2017 - X ZR 64/16, NJW 2018, S. 1249 Rz. 9 - Code-Sharing II).Rn. 31 Die Beklagte haftet insoweit auch nicht unter allgemeinen Rechtsscheingesichtspunkten (analog § 179 BGB) als ausführendes Luftfahrtunternehmen, denn bei der Durchführung eines Flugs handelt es sich um einen Realakt (vgl. BGH, Urteil vom 24.10.2017 - X ZR 64/16, NJW 2018, S. 1249, 1250 Rz. 15).
Die Festlegung von Sanktionen für solche Verstöße wird durch Art. 13 VO (EG) Nr. #####/#### ausdrücklich den Mitgliedstaaten aufgegeben (vgl. BGH, Urteil vom 24.10.2017 - X ZR 64/16, NJW 2018, S. 1249 Rz. 12 ff.).
- LG Düsseldorf, 29.01.2021 - 22 S 103/19 Auch nach der Rechtsprechung des BGH ist für den Begriff des ausführenden Luftfahrtunternehmens allein maßgeblich, welches Unternehmen mit dem von ihm bereitgestellten Flugzeug und Personal die Beförderungsleistung tatsächlich erbringt, und nicht, mit welchem Luftfahrtunternehmen der Vertrag über die Flugreise geschlossen worden ist (vgl. BGH…, Urteil vom 28.5.2009 - Xa ZR 113/08, NJW 2009, S. 2743 Rz. 9;… Urteil vom 26.11.2009 - Xa ZR 132/08, NJW 2010, S. 1522, 1523 Rz. 8 - Code-Sharing I;… Urteil vom 8.8.2017 - X ZR 101/16, NJW-RR 2017, S. 1453 Rz. 17;… Urteil vom 10.10.2017 - X ZR 73/16, NJW 2018, S. 616, 617 Rz. 12; Urteil vom 24.10.2017 - X ZR 64/16, NJW 2018, S. 1249 Rz. 9 - Code-Sharing II).
Rn. 31 Die Beklagte haftet insoweit auch nicht unter allgemeinen Rechtsscheingesichtspunkten (analog § 179 BGB) als ausführendes Luftfahrtunternehmen, denn bei der Durchführung eines Flugs handelt es sich um einen Realakt (vgl. BGH, Urteil vom 24.10.2017 - X ZR 64/16, NJW 2018, S. 1249, 1250 Rz. 15).
Die Festlegung von Sanktionen für solche Verstöße wird durch Art. 13 VO (EG) Nr. #####/#### ausdrücklich den Mitgliedstaaten aufgegeben (vgl. BGH, Urteil vom 24.10.2017 - X ZR 64/16, NJW 2018, S. 1249 Rz. 12 ff.).
- LG Köln, 04.06.2024 - 11 S 15/23
Materiell-rechtlicher Kostenerstattungsanspruch, Auskunftsanspruch, vertragliches …
Rn. 12 (1) Gemäß dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24.10.2017 (X ZR 64/16, juris Leitsatz zu 2. und Rn. 19) ist das vertragliche Luftfahrtunternehmen aufgrund einer Nebenpflicht aus dem Flugbeförderungsvertrag verpflichtet, den Fluggast über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens zu unterrichten, wenn der Fluggast ihm gegenüber Ansprüche aus der Fluggastrechteverordnung geltend macht.Rn. 14 (2) Die Auskunftspflicht besteht nicht ohne Weiteres bereits bei Buchung (missverständlich insoweit BGH, Urteil vom 24.10.2017 - X ZR 64/16, juris Rn. 19), sondern wird ihrem Sinn und Zweck nach erst dadurch in Gang gesetzt, dass der Fluggast dem Luftfahrtunternehmen gegenüber Ansprüche aus der Fluggastrechteverordnung geltend macht (…vgl. BGH aaO Leitsatz zu 2.).
Das war in dem vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall (Urteil vom 24.10.2017 - X ZR 64/16, juris) anders, denn dort ging es um einen Ausgleichsanspruch, der nur auf Grundlage der Fluggastrechteverordnung in Betracht kommt.
- AG Köln, 09.12.2022 - 134 C 358/20 Rn. 10 Der Kläger vertrat in der Folge die Ansicht, ihm stehe auf der Grundlage der Entscheidung des BGH vom 24.10.2017 (X ZR 64/16) ein materieller Kostenerstattungsanspruch hinsichtlich der Kosten des Rechtsstreits zu.
Der Kläger beruft sich insoweit maßgeblich auf die Entscheidung des BGH vom 24.10.2017 (X ZR 64/16).
- AG Hannover, 03.05.2019 - 510 C 12671/18
Verordnung (EG) Nr. 261/2004 / Ausgleichszahlung / Verspätung / Ausführendes …
Freilich erfolgt nach der überzeugenden Rechtsprechung des BGH, der das erkennende Gericht folgt, die Bestimmung des ausführenden Luftfahrtunternehmens allein auf Grundlage des Realaktes der Flugdurchführung und nicht nach dem evtl. von Irrtümern beeinflussten Vorstellungshorizont des Fluggastes (vgl. BGH, Urt. v. 24.10.2017 - X ZR 64/16, RRa 2018, 125, Rn. 12;… ablehnend Steinrötter in: BeckOGK [Stand 1.3.2019] Art. 2 Fluggastrechte-VO Rn. 26 f.). - AG Düsseldorf, 23.11.2022 - 19 C 64/22
Wenn der Reiseveranstalter eine falsche Fluggesellschaft und falsche Flugzeiten …
Nach hiesiger Auffassung kann diese Situation einer fehlerhaften Angabe in der Buchungsbestätigung ähnlich wie beim Codesharing behandelt werden, auch dort findet sich in der Buchungsbestätigung ein per IATA Code ausgewiesener Flug eines Unternehmens, welches letztlich aber nicht das ausführende Flugunternehmen im Sinne der Verordnung und damit Anspruchsgegner für etwaige Ausgleichsansprüche ist (vgl. BGH NJW 2018, 1249).
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