Rechtsprechung
| EGMR, 30.06.2008 - 22978/05 |
Volltextveröffentlichungen (6)
- HRR Strafrecht
Art. 3 EMRK; Art. 6 EMRK; Art. 34 EMRK; § 136a StPO
Recht auf ein faires Strafverfahren (Fortwirkung von Verstößen gegen die Selbstbelastungsfreiheit; Fernwirkung von Beweisverwertungsverboten im Einzelfall bei Verstößen gegen Art. 3 EMRK; Abwägungslösung; qualifizierte Belehrung; freie Verteidigung); Folterverbot ... - Wolters Kluwer
- Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
GÄFGEN v. GERMANY
Art. 3, Art. 6, Art. 6 Abs. 1, Art. 6 Abs. 3, Art. 34 MRK
No longer a victim of a violation of Art. 3 No violation of Art. 6 (englisch)
- Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
GÄFGEN c. ALLEMAGNE
Art. 3, Art. 6, Art. 6 Abs. 1, Art. 6 Abs. 3, Art. 34 MRK
Plus victime sous l'angle de l'art. 3 Non-violation de l'art. 6 (französisch) - Österreichisches Institut für Menschenrechte
(englisch)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- RIS Bundeskanzleramt Österreich (Ausführliche Zusammenfassung)
- kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)
Menschenrechtsgerichtshof: Kindermörder Gäfgen scheitert mit Beschwerde gegen Deutschland - Kein Verstoß gegen Folterverbot - Kein Verstoß gegen das Recht auf ein faires Verfahren
Besprechungen u.ä. (2)
- Alpmann Schmidt | RÜ(Abo oder Einzelheftbestellung) (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
Art. 3, 6 EMRK; § 136 a StPO
Gäfgen kein Opfer einer Menschenrechtsverletzung trotz Androhung von Folter im Ermittlungsverfahren - spiegel.de (Entscheidungsbesprechung)
Gäfgen-Urteil: Keine Niederlage für den Rechtsstaat
In Nachschlagewerken
- Wikipedia(Wikipedia-Eintrag mit Bezug zur Entscheidung)+8Weitere Entscheidungen mit demselben BezugBGH, 27.09.2012 - IX ZB 12/12
Statthaftigkeit eines Rechtsmittels bei fehlender Zulassung des Rechtsmittels
EGMR, 01.06.2010 - 22978/05Gäfgen - Folter bei polizeilicher Vernehmung; Kindesentführung; Geständnis trotz
EGMR, 30.06.2008 - 22978/05Recht auf ein faires Strafverfahren (Fortwirkung von Verstößen gegen die
BVerfG, 19.02.2008 - 1 BvR 1807/07Gebot der Rechtschutzgleichheit; Auslegung und Anwendung der Vorschriften über
LG Frankfurt/Main, 28.08.2006 - 4 O 521/05Keine Prozesskostenhilfe für einen Rechtsstreit eines Straftäters gegen das
LG Koblenz, 02.06.2006 - 13 O 4/06Ausstrahlung eines Films über einen Straftäter
LG Frankfurt/Main, 20.12.2004 - 27 KLs 4/04Folter-Androhung - Polizeipräsident Daschner zu Geldstrafe verurteilt
BGH, 21.05.2004 - 2 StR 35/04Urteil gegen Magnus Gäfgen im Entführungsfall Jakob von Metzler rechtskräftig
LG Frankfurt/Main, 28.07.2003 - 22 Ks 2/03Magnus Gäfgen zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt
Magnus Gäfgen
Verfahrensgang
- LG Frankfurt/Main, 09.04.2003 - 22 Ks 2/03
- LG Frankfurt/Main, 28.07.2003 - 22 Ks 2/03
- BGH, 21.05.2004 - 2 StR 35/04
- BVerfG, 14.12.2004 - 2 BvR 1249/04
- EGMR, 10.04.2007 - 22978/05
- EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
- EGMR, 01.06.2010 - 22978/05
- LG Darmstadt, 09.11.2011 - 1032 Js 60705/10
- OLG Frankfurt, 29.06.2012 - 1 Ws 3/12
- EGMR, 17.12.2014 - 22978/05
Papierfundstellen
- NStZ 2008, 699
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (18)
- EGMR, 12.07.1988 - 10862/84
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
Artikel 6 garantiert zwar das Recht auf ein faires Verfahren, enthält aber keine Vorschriften über die Zulässigkeit von Beweismitteln an sich; diese richtet sich in erster Linie nach dem innerstaatlichem Recht (siehe Schenk ./. die Schweiz , Urteil vom 12. Juli 1988, Serie A, Bd. 140, S. 29, Rdnr. 45 und 46; Teixeira de Castro ./. Portugal , Urteil vom 9. Juni 1998, Urteils- und Entscheidungssammlung 1998-IV, S. 1462, Rdnr 34;… und Heglas , a.a.O., Rdnr. 84). - EGMR, 15.06.1992 - 12433/86
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
b) Anwendung dieser Grundsätze auf die vorliegende Rechtssache 100. Da die Erfordernisse nach Artikel 6 Absatz 3 in Bezug auf die Rechte der Verteidigung und den Grundsatz der Selbstbelastungsfreiheit als Teilaspekte des Rechts auf ein faires Verfahren nach Artikel 6 Absatz 1 der Konvention anzusehen sind, wird der Gerichtshof die Rügen nach diesen beiden Bestimmungen im Zusammenhang prüfen (vgl. u. v. a. Windisch ./. Österreich…, Urteil vom 27. September 1990, Serie A Band 186, S. 9, Rdnr. 23, und Lüdi ./. Schweiz, Urteil vom 15. Juni 1992, Serie A Band 238, S. 20, Rdnr. 43). - EGMR, 27.09.1990 - 12489/86
Windisch ./. Österreich
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
b) Anwendung dieser Grundsätze auf die vorliegende Rechtssache 100. Da die Erfordernisse nach Artikel 6 Absatz 3 in Bezug auf die Rechte der Verteidigung und den Grundsatz der Selbstbelastungsfreiheit als Teilaspekte des Rechts auf ein faires Verfahren nach Artikel 6 Absatz 1 der Konvention anzusehen sind, wird der Gerichtshof die Rügen nach diesen beiden Bestimmungen im Zusammenhang prüfen (vgl. u. v. a. Windisch ./. Österreich, Urteil vom 27. September 1990, Serie A Band 186, S. 9, Rdnr. 23, und Lüdi ./. Schweiz…, Urteil vom 15. Juni 1992, Serie A Band 238, S. 20, Rdnr. 43).
- EGMR, 28.06.2007 - 36549/03
Recht auf ein faires Strafverfahren (Beweisverwertungsverbot; Verwertungsverbot …
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
Oktober 2006; und Harutyunyan ./. Armenien , Individualbeschwerde Nr. 36549/03, Rdnr. 63, ECHR 2007-...). - EGMR, 17.10.2006 - 72000/01
GÖÇMEN c. TURQUIE
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
Die Verwertung solcher Beweismittel, die infolge eines Verstoßes gegen eines der durch die Konvention garantierten Kernrechte erlangt wurden, wirft stets schwerwiegende Fragen in Bezug auf die Fairness des Verfahrens auf (siehe Içöz ./. Türkei (Entsch.), Individualbeschwerde Nr. 54919/00, 9. Januar 2003; Jalloh , a.a.O., Rdnr. 99, 104; Göçmen ./. Türkei , Individualbeschwerde Nr. 72000/01, Rdnr. 73, 17. - EGMR, 11.07.2006 - 54810/00
Einsatz von Brechmitteln; Selbstbelastungsfreiheit (Schutzbereich; faires …
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
Die Beurteilung dieses Mindestmaßes hängt von den gesamten Umständen des Falls ab, z.B. von der Dauer der Behandlung, ihren körperlichen oder seelischen Folgen und zuweilen dem Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand des Opfers (siehe Irland ./. Vereinigtes Königreich , Urteil vom 18. Januar 1978, Serie A Band 25, S. 65, Rdnr. 162, und Jalloh ./. Deutschland [GK], Individualbeschwerde Nr. 54810/00, Rdnr. 67, ECHR 2006-IX). - EGMR, 05.11.2002 - 48539/99
Selbstbelastungsfreiheit (Umgehungsschutz; Schweigerecht; materieller / …
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
In Betracht zu ziehen ist ferner die Qualität der Beweismittel einschließlich der Frage, ob die Umstände, unter denen sie gewonnen wurden, Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit oder Richtigkeit entstehen lassen (…siehe u.a. Khan ./. Vereinigtes Königreich , Individualbeschwerde Nr. 35394/97, Rdnr. 35 and 37, ECHR 2000-V; Allan ./. Vereinigtes Königreich , Individualbeschwerde Nr. 48539/99, Rdnr. 43, ECHR 2002-IX;… und Heglas , a.a.O., Rdnr. 86). - EGMR, 28.07.1999 - 25803/94
Einstufung des in französischer Haft zugefügten Übels als Folter - Verpflichtung …
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
Im Unterschied zu den meisten materiellrechtlichen Bestimmungen der Konvention sieht Artikel 3 keine Ausnahmen vor und nach Artikel 15 Absatz 2 darf nicht einmal im Fall eines öffentlichen Notstands, der das Leben der Nation bedroht, von ihm abgewichen werden (siehe Labita ./. Italien [GK], Individualbeschwerde Nr. 26772/95, Rdnr. 119, ECHR 2000-IV, und Selmouni ./. Frankreich [GK], Individualbeschwerde Nr. 25803/94, Rdnr. 95, ECHR 1999-V). - EGMR, 15.07.1982 - 8130/78
Eckle ./. Deutschland
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
Eine Entscheidung oder Maßnahme zugunsten des Beschwerdeführers reicht nicht grundsätzlich aus, um ihm die Opfereigenschaft im Sinne von Artikel 34 der Konvention abzuerkennen, es sei denn, die innerstaatlichen Behörden haben die Konventionsverletzung ausdrücklich oder der Sache nach anerkannt und sodann Wiedergutmachung geleistet (siehe u. a. Eckle ./. Deutschland, Urteil vom 15. Juli 1982, Serie A Band 51, S. 30, Rdnr. 66;… Dalban ./. Rumänien [GK], Individualbeschwerde Nr. 28114/95, Rdnr. 44, ECHR 1999-VI;… und Siliadin, a.a.O., Rdnr. 62). - EGMR, 06.04.2000 - 26772/95
LABITA c. ITALIE
Auszug aus EGMR, 30.06.2008 - 22978/05
Im Unterschied zu den meisten materiellrechtlichen Bestimmungen der Konvention sieht Artikel 3 keine Ausnahmen vor und nach Artikel 15 Absatz 2 darf nicht einmal im Fall eines öffentlichen Notstands, der das Leben der Nation bedroht, von ihm abgewichen werden (siehe Labita ./. Italien [GK], Individualbeschwerde Nr. 26772/95, Rdnr. 119, ECHR 2000-IV, und Selmouni ./. Frankreich [GK], Individualbeschwerde Nr. 25803/94, Rdnr. 95, ECHR 1999-V). - EGMR, 26.07.2005 - 73316/01
Fall Siliadin ./. Frankreich
- EGMR, 25.02.1982 - 7511/76
- EGMR, 04.07.2006 - 59450/00
Ilich Ramírez Sánchez
- EGMR, 16.12.1999 - 24888/94
Mord an James Bulger
- EGMR, 28.09.1999 - 28114/95
- EGMR, 30.09.2004 - 50222/99
KRASTANOV v. BULGARIA
- EGMR, 28.11.2006 - 76973/01
MURILLO SALDIAS ET AUTRES c. ESPAGNE
- EKMR, 15.01.1997 - 28453/95
BUSA v. HUNGARY
- LG Frankfurt/Main, 04.08.2011 - 4 O 521/05
Amtshaftungsanspruch wegen Verletzung der Menschenwürde durch Androhung von …
Nachdem zunächst die 5. Sektion des EGMR mit Urteil vom 30.6.2008, Az.: 22978/05 (EuGRZ 2008, 466 f.) die Klage abgewiesen hatte, hat nachfolgend die Große Kammer des EGMR mit Urteil vom 1.6.2010 festgestellt, dass die Bundesrepublik Deutschland Art. 3 EMRK (Verbot der Folter und unmenschlicher Behandlung) verletzt hat.Dementsprechend hat auch der EGMR ausdrücklich festgestellt (EGMR, Urt.v. 1.6.2010, Az.: 22978/05), dass die beim Kläger angewandte Vernehmungsmethode unter den Umständen seines Falls schwerwiegend genug gewesen sei, um eine nach Art. 3 EMRK verbotene unmenschliche Behandlung darzustellen, auch wenn sie nicht das Maß an Grausamkeit erreicht, um als Folter zu gelten.
Auch der EGMR ist in seinem Urteil vom 1.6.2010 zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Verstoß gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens aus Art. 6 EMRK gerade nicht gegeben ist (EGMR, Urt.v. 1.6.2010, Az.: 22978/05, Rn. 188).
Vorab angemerkt sei, dass bei der Annahme einer Verletzung der Menschenwürde eine Abwägung mit anderen, auch verfassungsrechtlich geschützten Belangen nicht möglich ist (…BVerfG, Beschl. v. 27.12.2005, Az.: 1 BvR 1359/05, Rn. 18, zitiert nach juris); gleiches gilt für das Verbot der Folter oder erniedrigender Behandlung in Art. 3 EMRK, der ebenfalls keine Ausnahmen kennt (vgl. EGMR, Urt.v. 1.6.2010, Az.: 22978/05, Rn. 107).
Zwar sind die Straßburger Richter davon überzeugt, dass die innerstaatlichen Gerichte ausdrücklich und unmissverständlich anerkannt haben, dass die Vernehmung des Klägers gegen Art. 3 EMRK verstoßen hat (EGMR, Urt.v. 1.6.2010, Az.: 22978/05, Rn. 120).
- OLG Frankfurt, 10.10.2012 - 1 U 201/11
Markus Gäfgen: Kindermörder erhält Entschädigung für Folterdrohung
Nach dem bereits erwähnten Urteil des EGMR vom 1. Juni 2010 (22978/05, juris) hat die streitgegenständliche Behandlung des Klägers die Erheblichkeitsschwelle des Art. 3 EMRK überschritten (siehe oben f. bb. (1)) und durch die zwischenzeitlich ergangenen innerstaatlichen Entscheidungen keine genügende Kompensation erfahren (…vgl. S. 36 ff. des Umdrucks, juris Rn. 109 ff.; anders noch das Urteil der Kammer der Fünften Sektion des EGMR vom 30. Juni 2008, Nr. 22978/05, NStZ 2008, S. 699 ff., juris).Rn. 163 (b) Soweit sich das beklagte Land auf eine dem Urteil des EGMR vom 1. Juni 2010 beigefügte abweichende Meinung (…von Richter Casadevall, dem sich weitere Richter angeschlossen haben, vgl. S. 79 ff. des Umdrucks, juris nach Rn. 199; ebenso das vorangegangene Urteil der Kammer der Fünften Sektion des EGMR vom 30. Juni 2008, NStZ 2008, S. 699 ff., juris) beruft, wonach die Beeinträchtigung des Klägers durch die bereits ergangenen innerstaatlichen Entscheidungen hinreichend ausgeglichen sei, hat die Mehrheit der Richter der Großen Kammer des EGMR dies ausdrücklich anders entschieden.
- OLG Hamm, 07.05.2009 - 3 Ss 85/08
Fair Trial, Nemo-Tenetur-Grundsatz, Belehrung, qualifizierte Belehrung, …
Aus der bloßen Unzulässigkeit oder Rechtswidrigkeit einer Beweiserhebung folgt nicht ohne weiteres ein Beweisverwertungsverbot (BVerfG NJW 2000, 3556, 3557; EGMR NStZ 2008, 699, 701).
- VG Düsseldorf, 16.01.2009 - 21 K 3263/07
Flüchtlingsschutz Abschiebungsschutz Mitgliedschaft terroristische Vereinigung Al …
Rn. 76 zuletzt nochmals ausdrücklich Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 30. Juni 2008 - 22978/05 -, H gegen Bundesrepublik Deutschland, abrufbar unter. - SG Frankfurt/Main, 26.09.2008 - S 33 AL 394/06
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Rücknahme der …
Ein Verfahrenshindernis wird auch im Strafprozessrecht - in dessen Zusammenhang die Annahme eines Verfahrenshindernisses vergleichsweise häufig diskutiert wird, für das sozialrechtliche Verwaltungsverfahren sind entsprechende Entscheidungen nicht ersichtlich - nur bei schwersten Verfahrensmängeln angenommen (abgelehnt etwa für Einsatz eines so genannten Lockspitzels, der den Beschuldigten mit List zur Tatbegehung oder Einreise in den Gerichtsstaat veranlasst hat, in: BVerfG, Kammerbeschl. v. 19.10.1994, Az.: 2 BvR 435/87; auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 30.06.2008, Az.: 22978/05 die Durchführung [sogar] eines Strafverfahrens nach einem Verstoß gegen das Verbot unmenschlicher Behandlung nach Art. 3 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten - es ging um die Androhung von Misshandlungen durch Polizeibeamte - nicht für ausgeschlossen gehalten). - VG Düsseldorf, 21.07.2011 - 21 K 8505/10
Anerkennung als Flüchtling und Abschiebungshindernis für einen syrischen …
Rn. 54 zuletzt nochmals ausdrücklich Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 30.06.2008 22978/05 -, Gäfgen gegen Bundesrepublik Deutschland, abrufbar unter. - LSG Hessen, 25.01.2013 - L 7 AL 4/09 Ein Verfahrenshindernis werde auch im Strafprozessrecht - in dessen Zusammenhang die Annahme eines Verfahrenshindernisses vergleichsweise häufig diskutiert werde, für das sozialrechtliche Verwaltungsverfahren seien entsprechende Entscheidungen nicht ersichtlich - nur bei schwersten Verfahrensmängeln angenommen (abgelehnt etwa für Einsatz eines so genannten Lockspitzels, der den Beschuldigten mit List zur Tatbegehung oder Einreise in den Gerichtsstaat veranlasst hat, in: BVerfG, Kammerbeschluss vom 19. Oktober 1994, Az.: 2 BvR 435/87; auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte habe in seiner Entscheidung vom 30. Juni 2008, Az.: 22978/05 die Durchführung [sogar] eines Strafverfahrens nach einem Verstoß gegen das Verbot unmenschlicher Behandlung nach Art. 3 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten - es ging um die Androhung von Misshandlungen durch Polizeibeamte - nicht für ausgeschlossen gehalten).
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