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| BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24 |
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Zeitpunkt für das Vorliegen der Voraussetzungen für die Zuweisung eines landwirtschaftlichen Betriebes an einen Miterben
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§ 13 Abs 1 GrdstVG, § 14 Abs 1 S 1 GrdstVG, § 15 Abs 1 S 3 GrdstVG, § 16 Abs 1 GrdstVG
Zeitpunkt für das Vorliegen der Voraussetzungen für die Zuweisung eines landwirtschaftlichen Betriebes an einen Miterben - IWW
§§ 13 ff. GrdstVG, § ... 14 Abs. 1 Satz 1 GrdstVG, § 16 GrdstVG, § 13 Abs. 1 Satz 1 GrdstVG, § 14 Abs. 1 Satz 1 HS 1 GrdstVG, § 14 Abs. 1 Satz 1 HS 2 GrdstVG, §§ 13 bis 15 GrdstVG, § 15 Abs. 1 Satz 3 GrdstVG, Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG, Art. 64 EGBGB, § 4 HöfeO, § 1922 Abs. 1, §§ 2032 ff. BGB, § 2049 BGB, Art. 14 Abs. 1 GG, §§ 16 f. GrdstVG, § 14 GrdstVG, § 40 SGB XII, § 28 SGB XII, § 74 Abs. 2 FamFG, § 16 Abs. 1 GrdstVG, § 74 Abs. 6 Satz 2 FamFG, § 13 Abs. 3 GrdstVG, § 14 Abs. 1 Satz 2 GrdstVG, § 13 Abs. 1 Satz 2 GrdstVG, § 61 Abs. 1 Satz 1, § 36 Abs. 1 GNotKG, § 48 Abs. 1 GNotKG, § 48 Abs. 3 Nr. 2 GNotKG
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GrdstVG § 13 Abs. 1, § 14 Abs. 1 Satz 1, § 15 Abs. 1 Satz 3
Unterschiedliche Zeitpunkte für das Vorliegen der verschiedenen Voraussetzungen bei beantragter gerichtlicher Zuweisung eines landwirtschaftlichen Betriebs nach dem GrdstVG - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Gerichtliche Zuweisung von Betriebsgrundstücken aus einem Nachlass an einen Miterben; Vorliegen der sachlichen Voraussetzungen des § 14 Abs. 1 Satz 1 GrdstVG
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Zeitpunkt für das Vorliegen der Voraussetzungen für die Zuweisung eines landwirtschaftlichen Betriebes an einen Miterben
Verfahrensgang
- AG Frankfurt/Main, 08.11.2021 - 33 Lw 1/21
- OLG Frankfurt, 22.01.2024 - 20 WLw 1/22
- BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24
Papierfundstellen
- NJW 2025, 217
- DNotZ 2025, 142
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (7)
- OLG Köln, 06.02.2007 - 23 WLw 6/06
Zuweisung eines landwirtschaftlichen Betriebes nach Grundstückverkehrsgesetz
Auszug aus BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24
Rn. 8 bb) Die Gegenansicht stellt auf den Zeitpunkt des Erbfalls ab (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 6. Februar 2007 - 23 WLw 6/06, juris Rn. 34; so wohl auch OLG Koblenz, AgrarR 1988, 45: Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung nur für Bestimmung des Ertragswerts im Rahmen der Abfindung des weichenden Erben maßgeblich), während wieder andere differenzieren.Zweck des Zuweisungsverfahrens ist nicht generell, einen funktionierenden landwirtschaftlichen Betrieb zu erhalten; vielmehr muss ein solcher in den Nachlass gefallen sein (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 6. Februar 2007 - 23 WLw 6/06, juris Rn. 38).
Es entspricht insoweit allgemeiner Auffassung, dass diejenigen Erträge entscheidend sind, die der landwirtschaftliche Betrieb nach seiner wirtschaftlichen Bestimmung und den anerkannten Regeln der Landwirtschaft bei durchschnittlichen Fähigkeiten des Betreibers nachhaltig erzielen kann (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 6. Februar 2007 - 23 WLw 6/06, juris Rn. 39; OLG Koblenz, AgrarR 1988, 45, 46; OLG München, AgrarR 1975, 158, 159;… Wöhrmann/Graß, Landwirtschaftserbrecht, 11. Aufl., § 14 GrdstVG Rn. 14;… Düsing/Martinez, Agrarrecht, 2. Aufl., § 14 Rn. 6;… Vorwerk/von Spreckelsen, GrdstVG, 1963, §§ 13-15 Rn. 27;… Ruby in: Groll/Steiner, Praxis-Handbuch Erbrechtsberatung, 6. Aufl., § 17 Landwirtschaftliches Sondererbrecht Rn. 17.93 f.;… Rißmann, Die Erbengemeinschaft, 3. Aufl., § 16 Rn. 51;… Pikalo/Bendel, GrdstVG, 1963, S. 767;… Ehrenfort, Reichssiedlungsgesetz und Grundstücksverkehrsgesetz, 1965, S. 476;… Booth in: Münchener Anwaltshandbuch Agrarrecht, 3. Aufl., § 8 Rn. 351).
Entsprechendes gilt für Eigenland, das dem Antragsteller bereits gehört (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 6. Februar 2007 - 23 WLw 6/06, juris Rn. 38;… aA Netz, GrdstVG, 9. Aufl., § 14 Rn. 3432).
- BGH, 09.07.1956 - V BLw 8/56
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24
Dies beruht auf der Erwägung, dass das Gericht auf Antrag eines Miterben nachholen soll, was der Erblasser, der es zu seinen Lebzeiten versäumt hat, eine Verfügung von Todes wegen zu errichten, verständigerweise angeordnet hätte, wenn er die weitere Entwicklung bedacht hätte (vgl. BT-Drucks. 3/119 S. 23; vgl. zu dem Zuweisungsverfahren nach der VO Nr. 84 Art. VI Ziff. 17 auch bereits Senat, Beschluss vom 9. Juli 1956 - V BLw 8/56, RdL 1956, 280, 281).Nur dann, wenn unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalls besondere Gründe vorliegen, die eine Zuweisung als ungerecht erscheinen lassen, kann sie vorläufig oder endgültig unterbleiben (…vgl. Pikalo/Bendel, GrdstVG, 1963, S. 748 ff.;… Vorwerk/von Spreckelsen, GrdstVG, 1963, §§ 13-15 Rn. 85 ff.; Graß, AuR 2010, 228, 229; zur VO Nr. 84 Art. VI Ziff. 17 bereits Senat, Beschluss vom 9. Juli 1956 - V BLw 8/56, RdL 1956, 280, 281;… restriktiv Düsing/Martinez, Agrarrecht, 2. Aufl., § 13 GrdstVG Rn. 14).
Dies ergibt sich schon daraus, dass die Frage, ob eine Zuweisung vorzunehmen oder abzulehnen ist, davon abhängt, ob der mit der Zuweisung vom Gesetz erstrebte Zweck erreicht wird oder nicht (vgl. Senat, Beschluss vom 9. Juli 1956 - V BLw 8/56, RdL 1956, 280).
- BVerfG, 14.12.1994 - 1 BvR 720/90
Verfassungsmäßigkeit der Zuweisung eines landwirtschaftlichen Betriebes an einen …
Auszug aus BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24
Die Beeinträchtigung, die die weichenden Miterben insoweit hinnehmen müssen, ist schon beim Erwerb der Miterbenstellung vorgegeben (vgl. zum Ganzen BVerfGE 91, 346, 356 ff.).Diesen steht nach §§ 16 f. GrdstVG nur ein anteilsmäßiger Zahlungsanspruch gegen den Erwerber auf der Grundlage des Ertragswerts des Betriebes zu, der deutlich geringer ist als der bei freihändigem Verkauf erzielbare Verkehrswert (vgl. zur Verfassungsmäßigkeit des Zuweisungsverfahrens BVerfGE 91, 346, 361 f.).
Es wird dadurch ermöglicht, den Übernehmer des landwirtschaftlichen Betriebes erst nach dem Eintritt des Erbfalls unter Berücksichtigung der dann gegebenen Umstände zu bestimmen, die bei einer Festlegung des Nachfolgers im Vorhinein nicht vorhersehbar wären und deshalb auch nicht zugrunde gelegt werden könnten (so auch BVerfGE 91, 346, 357).
- OLG Stuttgart, 26.05.2008 - 101 W 6/07
Anforderungen an den Nachweis der Fortführungsabsicht des Zuweisungserwerbers; …
Auszug aus BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24
Zum Teil wird vertreten, dass im Zeitpunkt des Erbfalls lediglich eine zur Bewirtschaftung geeignete Hofstelle vorhanden sein müsse, während die übrigen Zuweisungsvoraussetzungen im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung im Zuweisungsverfahren erfüllt sein müssten (vgl. OLG Stuttgart, FamRZ 2009, 80, 81;… Netz, GrdstVG, 9. Aufl., § 14 Rn. 3419;… wohl auch Düsing/Martinez, Agrarrecht, 2. Aufl., § 14 GrdstVG Rn. 3, § 15 GrdstVG Rn. 8).Dies folgt aus § 13 Abs. 1 Satz 1 GrdstVG, wonach das Gericht auf Antrag eines Miterben die Gesamtheit der Grundstücke, aus denen der Betrieb besteht, ungeteilt einem Miterben zuweisen "kann" (vgl. auch OLG Stuttgart, FamRZ 2009, 80, 83; OLG Karlsruhe, AgrarR 1995, 217, 218;… Vorwerk/von Spreckelsen, GrdstVG, 1963, §§ 13-15 Rn. 85;… Pikalo/Bendel, GrdstVG, 1963, S. 748 ff.).
- OLG Naumburg, 28.01.2004 - 2 Ww 78/03
Voraussetzungen für Zuweisung eines landwirtschaftlichen Betriebes gemäß §§ 13 …
Auszug aus BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24
Rn. 7 aa) Nach einer Ansicht genügt es, wenn sämtliche Zuweisungsvoraussetzungen der §§ 13 bis 15 GrdstVG zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung im Zuweisungsverfahren (vgl. OLG Naumburg, VIZ 2004, 538, 539;… Graß, Landwirtschaftserbrecht, 12. Aufl., § 14 GrdstVG Rn. 3 ff.) bzw. der Beschlussfassung (…vgl. v. Selle/Huth, LwVG, § 1 Rn. 125) erfüllt sind.Es entspricht daher allgemeiner Meinung, dass grundsätzlich eine bäuerliche Durchschnittsfamilie bestehend aus den Eltern und zwei minderjährigen Kindern maßgeblich ist (vgl. OLG Naumburg, VIZ 2004, 538, 539; OLG München, AgrarR 1995, 56;… Düsing/Martinez, Agrarrecht, 2. Aufl., § 14 Rn. 6;… Graß, Landwirtschaftserbrecht, 12. Aufl., § 14 GrdstVG Rn. 10;… Burandt/Rojahn/Ruby, Erbrecht, 4. Aufl., § 14 GrdstVG Rn. 9;… Netz, GrdstVG, 9. Aufl., § 14 Rn. 3440;… Booth in: Münchener Anwaltshandbuch Agrarrecht, 3. Aufl., § 8 Rn. 350;… Pikalo/Bendel, GrdstVG, 1963, S. 769).
- BGH, 09.02.1955 - V BLw 64/54
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24
Deshalb ist es grundsätzlich für die Zuweisung der landwirtschaftlichen Grundstücke erforderlich, dass diese einer einheitlichen Erbengemeinschaft gehören, ohne dass es darauf ankommt, ob ein Erbfall oder verschiedene Rechtsvorgänge zur Entstehung der Erbengemeinschaft geführt haben (ausdrücklich zur VO Nr. 84 Art. VI Ziff. 17 bereits Senat, Beschluss vom 9. Februar 1955 - V BLw 64/54, RdL 1955, 141, 142). - OLG München, 05.07.1994 - Lw W 1235/94
Auszug aus BGH, 22.11.2024 - BLw 1/24
Es entspricht daher allgemeiner Meinung, dass grundsätzlich eine bäuerliche Durchschnittsfamilie bestehend aus den Eltern und zwei minderjährigen Kindern maßgeblich ist (vgl. OLG Naumburg, VIZ 2004, 538, 539; OLG München, AgrarR 1995, 56;… Düsing/Martinez, Agrarrecht, 2. Aufl., § 14 Rn. 6;… Graß, Landwirtschaftserbrecht, 12. Aufl., § 14 GrdstVG Rn. 10;… Burandt/Rojahn/Ruby, Erbrecht, 4. Aufl., § 14 GrdstVG Rn. 9;… Netz, GrdstVG, 9. Aufl., § 14 Rn. 3440;… Booth in: Münchener Anwaltshandbuch Agrarrecht, 3. Aufl., § 8 Rn. 350;… Pikalo/Bendel, GrdstVG, 1963, S. 769).
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