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   BSG, 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R   

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BSG, 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R (https://dejure.org/2018,41082)
BSG, Entscheidung vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R (https://dejure.org/2018,41082)
BSG, Entscheidung vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R (https://dejure.org/2018,41082)
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Volltextveröffentlichungen (9)

  • Sozialgerichtsbarkeit.de

    Grundsicherung für Arbeitsuchende

  • openjur.de
  • Bundessozialgericht

    Arbeitslosengeld II - Unterkunft und Heizung - Mietkautionsdarlehen - Tilgung durch monatliche Aufrechnung in Höhe von 10 % des Regelbedarfs - Ermächtigung zum Erlass eines Grundlagenverwaltungsakts - Verfassungsmäßigkeit - Vermeidung der Unterdeckung existenznotwendiger ...

  • Wolters Kluwer

    Anspruch auf Arbeitslosengeld II; Zulässigkeit der Aufrechnung von Mietkautionsdarlehen nach § 42a Abs. 2 SGB II; Kein Verstoß gegen Verfassungsrecht

  • rewis.io

    Arbeitslosengeld II - Unterkunft und Heizung - Mietkautionsdarlehen - Tilgung durch monatliche Aufrechnung in Höhe von 10 % des Regelbedarfs - Ermächtigung zum Erlass eines Grundlagenverwaltungsakts - Verfassungsmäßigkeit - Vermeidung der Unterdeckung existenznotwendiger ...

  • ra.de
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Anspruch auf Arbeitslosengeld II

  • datenbank.nwb.de

    Arbeitslosengeld II - Unterkunft und Heizung - Mietkaution - Darlehen - Tilgung durch monatliche Aufrechnung in Höhe von 10 % des Regelbedarfs

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (3)

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW 2019, 1970
 
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Wird zitiert von ... (39)

  • BSG, 11.07.2019 - B 14 AS 44/18 R

    Grundsicherung für Arbeitsuchende - abschließende Entscheidung über zunächst

    aa) Die Korrektur einer Vorschrift durch einschränkende Auslegung im Wege einer teleologischen Reduktion ist vorzunehmen, wenn die auszulegende Vorschrift auf einen Teil der vom Wortlaut erfassten Fälle nicht angewandt werden soll, weil Sinn und Zweck der Norm, ihre Entstehungsgeschichte und der Gesamtzusammenhang der einschlägigen Regelungen gegen eine uneingeschränkte Anwendung sprechen (zu den Voraussetzungen und Grenzen dieses methodischen Vorgehens vgl BVerfG vom 19.6.1973 - 1 BvL 39/69, 1 BvL 14/72 - BVerfGE 35, 263, 279 f; BVerfG vom 30.3.1993 - 1 BvR 1045/89, 1 BvR 1381/90, 1 BvL 11/90 - BVerfGE 88, 145, 166 ff; vgl letztens etwa BVerfG vom 31.10.2016 - 1 BvR 871/13, 1 BvR 1833/13 - RdNr 22; vgl aus der Rechtsprechung des Senats letztens BSG vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 42a Nr. 2, RdNr 25 ff) .
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 17.12.2019 - L 9 AS 238/19
    Die bislang umstrittene Frage, ob diese Regelung auch bei Mietkautionsdarlehen im Sinne des § 22 Abs. 6 SGB II anzuwenden ist, sei vom Bundessozialgericht (BSG) mit Urteil vom 28. November 2018 (B 14 AS 31/17 R) bejaht worden unter Hinweis darauf, dass diese Regelung auch keinen verfassungsrechtlichen Bedenken begegne.

    Vor allem aber hat der 14. Senat des BSG zwischenzeitlich in zwei Hauptsacheentscheidungen klargestellt, dass es sich bei der Erklärung der Aufrechnung um einen sog. Grundlagenverwaltungsakt handelt (BSG, Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R - juris, Rn. 11, 29, zu § 43 SGB II sowie Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R - juris, Rn. 33-35), und dass § 42a Abs. 2 Satz 1 und 2 (seit 1. August 2016: Satz 3) SGB II die Aufrechnung von den Regelungen über den Leistungsanspruch für bestimmte Bewilligungszeiträume lösen.

    Es handelt sich bei diesem Verwaltungsakt um einen eigenständigen Streitgegenstand (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 10).

    Der Darlehensbescheid ist mithin bestandskräftig; daraus folgt zugleich, dass ein Anspruch der Klägerin auf Übernahme der Kaution als Zuschuss nicht streitgegenständlich ist (vgl. BSG, Urteil vom 27. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 10), ein derartiger Zuschuss war zudem zu keinem Zeitpunkt beantragt.

    Richtige Klageart gegen den die Aufrechnung erklärenden Verwaltungsakt ist die (reine) Anfechtungsklage nach § 54 Abs. 1 S. 1 SGG (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 11 mwN).

    Die Regelung gilt, wie das BSG zwischenzeitlich klargestellt hat, auch für Mietkautionsdarlehen (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 12, 15 ff.).

    In besonderen Härtefällen lassen sich zudem auch Sachleistungen erwägen (s. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, Rn. 41, 48, 49 mwN).

    Insbesondere ist die Klägerin vor Bekanntgabe des Aufrechnungsbescheids mit der Übersendung des Darlehensantrags im Sinne des § 24 SGB X angehört worden (vgl. zur grundsätzlichen Erforderlichkeit einer Anhörung vor der Aufrechnung BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 51).

    Dieser Verwaltungsakt beinhaltet zwei Regelungen: Zum einen erklärt der Beklagte in Form eines Grundverwaltungsakts die Tilgung der Darlehensforderung abgelöst von einem Bewilligungszeitraum ab dem 1. Oktober 2017 in Höhe von 10 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs, zum anderen im Sinne eines Ausführungsverwaltungsakts die Aufrechnung in Höhe von 40, 90 Euro monatlich (vgl. BSG, Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R, juris Rn. 11; Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 11, 35, 52; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 31. August 2017 - L 19 AS 787/17, juris Rn. 53 ff.).

    aa) Unter § 42a SGB II fallen - wie bereits oben ausgeführt (C.) - auch Darlehen zur Hinterlegung einer Mietkaution nach § 22 Abs. 6 SGB II, was sich bereits aus dem Verweis auf § 22 Abs. 6 SGB II in § 42a Abs. 3 S. 1 SGB II ergibt (s. BSG, Urteil v. 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 15-32; LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 31. Mai 2018 - L 29 AS 1514/17, juris Rn. 42 ff.; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 11. Mai 2017 - L 6 AS 111/14; juris Rn. 18 ff.; Kemper, in: Eicher/Luik, SGB II, 4. Aufl. 2017, § 42a Rn. 18).

    Dieser Vorgabe entsprechend hat der Beklagte im Sinne eines Grundlagenverwaltungsakts (s. hierzu BSG, Urteil vom 9. März 2016, B 14 AS 20/15 R, Rn. 11; Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 33-35) die monatliche Aufrechnung ab dem 1. Oktober 2017 in Höhe von 10 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs erklärt und im Sinne eines Ausführungsverwaltungsakts die Aufrechnung in Höhe von 40, 90 Euro (10 % von 409, 00 Euro Regelbedarf) verfügt.

    Dies gilt nicht nur für den laufenden Bewilligungsabschnitt (BSG, Urteil vom 9. März 2016, a.a.O., Rn. 24), sondern auch für zukünftige Bewilligungszeiträume, für die die Klägerin noch keinen Leistungsantrag im Sinne des § 37 Abs. 1 SGB II gestellt und der Beklagte dementsprechend noch keine Leistungen bewilligt hatte (vgl. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 53; Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R, juris Rn. 24 mwN).

    Die Rechtsfrage, dass für künftige Bewilligungsabschnitte eine Hauptforderung der Klägerin noch nicht entstanden war, hat der für das Grundsicherungsrecht zuständige 14. Senat des BSG dadurch gelöst, dass er im Rahmen der Aufrechnungen nach den §§ 42a, 43 SGB II die rechtliche Konstruktion des oben bereits erwähnten sog. Grundlagenverwaltungsaktes (s.o. A. sowie C.3.a) zulässt (Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 33-35, vgl. auch Bittner, in: jurisPK-SGB II, a.a.O., § 42a Rn. 45, 2 und 45.3).

    Die Aufrechnungshöhe kann dann in Abhängigkeit vom jeweils maßgebenden Regelbedarf durch den Ausführungsverwaltungsakt geändert werden (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 34; Bittner, a.a.O., Rn. 45, 3).

    Satz 2 sieht eine eigenständige Regelung über die Aufrechnung vor (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 34).

    Daraus folgert das BSG ausdrücklich, dass eine Aufrechnungslage auch für künftige Bewilligungsabschnitte gegeben ist (Urteil vom 28. November 2018, a.a.O., Rn. 53).

    Das BSG hat in diesem Zusammenhang auch nur eine Korrekturmöglichkeit dahingehend aufgezeigt, dass eine zeitliche Begrenzung von Aufrechnungen auf drei Jahre möglich wäre (Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 46), was im Ergebnis bedeutet, dass jedenfalls bis zu drei Jahren aufgerechnet werden kann.

    Sollte das Mietkautionsdarlehen also nach 36 Monaten tatsächlich nicht getilgt sein, müsste der Beklagte (gegebenenfalls auf Antrag der Klägerin) den Erlass der Restforderung nach § 44 SGB II prüfen (vgl. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 49).

    Zu Recht hat das BSG in seiner Entscheidung vom 28. November 2018 deshalb der Sache nach ausgeführt, dass die Vorschrift des § 22 Abs. 6 SGB II grundsätzlich nicht über ihren einschränkenden Wortlaut hinaus auszudehnen bzw. auszulegen ist und es beim Grundsatz der Darlehensgewährung bleibt (B 14 AS 31/17 R, a.a.O., Rn.40 f: "atypische Konstellationen", "ausnahmsweise").

    Dem Gesamtkontext der Entscheidung des BSG vom 28. November 2018 ist auch nicht zu entnehmen, dass der Beklagte von vornherein über einen Erlass zu entscheiden gehabt hätte, denn das Stichwort des Erlasses fällt nur im Zusammenhang mit - hier nicht vorliegenden - Aufrechnungen bei sehr hohen Rückzahlungspflichten aus Darlehen und mit zeitlich unmittelbar nacheinander erfolgenden Aufrechnungen nach § 42a SGB II aufgrund mehrerer Darlehen (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 45 f.; vgl. auch Kemper, in: Eicher/Luik, SGB 11, 4. Auflage 2017, § 44 Rn. 19 m.w.N.: gleichzeitige Entscheidung über die Gewährung eines Darlehens und den Erlass der Darlehensschuld in aller Regel unzulässig).

  • LSG Niedersachsen-Bremen, 29.10.2019 - L 9 AS 158/17
    Nach der Entscheidung des BSG vom 28. November 2018 (B 14 AS 31/17 R) leitet die Klägerin daraus ab, dass der Bescheid des Beklagten insgesamt rechtswidrig sei, weil die zeitliche Höchstgrenze für eine Aufrechnung 36 Monate betrage und die hier in Rede stehende Mietkaution bei Aufrechnung von 10 % des Regelbedarfes der Klägerin diese Dauer übersteige.

    Nach der während des Berufungsverfahrens ergangenen Entscheidung des BSG vom 28. November 2018 (B 14 AS 31/17 R) stehe nunmehr auch höchstrichterlich fest, dass Mietkautionsdarlehen nach § 42a Abs. 2 SGB II nicht von der Aufrechnung ausgenommen seien.

    Vor allem aber hat der 14. Senat des BSG zwischenzeitlich in zwei Hauptsacheentscheidungen klargestellt, dass es sich bei der Erklärung der Aufrechnung um einen sog. Grundlagenverwaltungsakt handelt (BSG, Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R - juris, Rn. 11, 29, zu § 43 SGB II sowie Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R - juris, Rn. 33-35), und dass § 42a Abs. 2 Satz 1 und 2 (seit 1. August 2016: Satz 3) SGB II die Aufrechnung von den Regelungen über den Leistungsanspruch für bestimmte Bewilligungszeiträume lösen.

    Es handelt sich bei diesem Verwaltungsakt um einen eigenständigen Streitgegenstand (s. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 10).

    Der Darlehensbescheid ist mithin bestandskräftig; daraus folgt zugleich, dass ein Anspruch der Klägerin auf Übernahme der Kaution als Zuschuss nicht streitgegenständlich ist (vgl. BSG, Urteil vom 27. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 10).

    Richtige Klageart gegen den die Aufrechnung erklärenden Verwaltungsakt ist die (reine) Anfechtungsklage nach § 54 Abs. 1 S. 1 SGG (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 11 mwN).

    Die Regelung gilt, wie das BSG zwischenzeitlich klargestellt hat, auch für Mietkautionsdarlehen (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 12, 15 ff.).

    In besonderen Härtefällen lassen sich zudem auch Sachleistungen erwägen (s. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, Rn. 41, 48, 49 mwN).

    Zwar wurde die Klägerin vor Bekanntgabe des Aufrechnungsbescheids nicht im Sinne des § 24 SGB X angehört (vgl. zur grundsätzlichen Erforderlichkeit einer Anhörung vor der Aufrechnung BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R - , juris Rn. 51).

    Dieser Verwaltungsakt beinhaltet zwei Regelungen: Zum einen erklärt der Beklagte in Form eines Grundverwaltungsakts die Tilgung der Darlehensforderung abgelöst von einem Bewilligungszeitraum ab dem 1. November 2016 in Höhe von 10 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs, zum anderen im Sinne eines Ausführungsverwaltungsakts die Aufrechnung in Höhe von 40, 40 Euro monatlich (vgl. BSG, Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R, juris Rn. 11; Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 11, 35, 52; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 31. August 2017 - L 19 AS 787/17, juris Rn. 53 ff.).

    aa) Unter § 42a SGB II fallen - wie bereits oben ausgeführt (C.) - auch Darlehen zur Hinterlegung einer Mietkaution nach § 22 Abs. 6 SGB II, was sich bereits aus dem Verweis auf § 22 Abs. 6 SGB II in § 42a Abs. 3 S. 1 SGB II ergibt (s. BSG, Urteil v. 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 15-32; LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 31. Mai 2018 - L 29 AS 1514/17, juris Rn. 42 ff.; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 11. Mai 2017 - L 6 AS 111/14; juris Rn. 18 ff.; Kemper, in: Eicher/Luik, SGB II, 4. Aufl. 2017, § 42a Rn. 18).

    Dieser Vorgabe entsprechend hat der Beklagte im Sinne eines Grundlagenverwaltungsakts (s. hierzu BSG, Urteil vom 9. März 2016, B 14 AS 20/15 R, Rn. 11; Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 33-35) die monatliche Aufrechnung ab dem 1. November 2016 in Höhe von 10 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs erklärt und im Sinne eines Ausführungsverwaltungsakts die Aufrechnung in Höhe von 40, 40 Euro (10 % von 404, 00 Euro Regelbedarf) verfügt.

    Dies gilt nicht nur für den laufenden Bewilligungsabschnitt (BSG, Urteil vom 9. März 2016, a.a.O., Rn. 24), sondern auch für zukünftige Bewilligungszeiträume, für die die Klägerin noch keinen Leistungsantrag im Sinne des § 37 Abs. 1 SGB II gestellt und der Beklagte dementsprechend noch keine Leistungen bewilligt hatte (vgl. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 53; Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R, juris Rn. 24 mwN).

    Die Rechtsfrage, dass für künftige Bewilligungsabschnitte eine Hauptforderung der Klägerin noch nicht entstanden war, hat der für das Grundsicherungsrecht zuständige 14. Senat des BSG dadurch gelöst, dass er im Rahmen der Aufrechnungen nach den §§ 42a, 43 SGB II die rechtliche Konstruktion des oben bereits erwähnten sog. Grundlagenverwaltungsaktes (s.o. A. sowie C.3.a) zulässt (Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 33-35, vgl. auch Bittner, in: jurisPK-SGB II, a.a.O., § 42a Rn. 45, 2 und 45.3).

    Die Aufrechnungshöhe kann dann in Abhängigkeit vom jeweils maßgebenden Regelbedarf durch den Ausführungsverwaltungsakt geändert werden (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 34; Bittner, a.a.O., Rn. 45, 3).

    Satz 2 sieht eine eigenständige Regelung über die Aufrechnung vor (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 34).

    Daraus folgert das BSG ausdrücklich, dass eine Aufrechnungslage auch für künftige Bewilligungsabschnitte gegeben ist (Urteil vom 28. November 2018, a.a.O., Rn. 53).

    Das BSG hat in diesem Zusammenhang auch nur eine Korrekturmöglichkeit dahingehend aufgezeigt, dass eine zeitliche Begrenzung von Aufrechnungen auf drei Jahre möglich wäre (Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 46), was im Ergebnis bedeutet, dass jedenfalls bis zu drei Jahren aufgerechnet werden kann.

    Zu Recht hat das BSG in seiner Entscheidung vom 28. November 2018 deshalb der Sache nach ausgeführt, dass die Vorschrift des § 22 Abs. 6 SGB II grundsätzlich nicht über ihren einschränkenden Wortlaut hinaus auszudehnen bzw. auszulegen ist und es beim Grundsatz der Darlehensgewährung bleibt (B 14 AS 31/17 R, a.a.O., Rn.40 f: "atypische Konstellationen", "ausnahmsweise").

    Dem Gesamtkontext der Entscheidung des BSG vom 28. November 2018 ist auch nicht zu entnehmen, dass der Beklagte von vornherein über einen Erlass zu entscheiden gehabt hätte, denn das Stichwort des Erlasses fällt nur im Zusammenhang mit - hier nicht vorliegenden - Aufrechnungen bei sehr hohen Rückzahlungspflichten aus Darlehen und mit zeitlich unmittelbar nacheinander erfolgenden Aufrechnungen nach § 42a SGB II aufgrund mehrerer Darlehen (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 45 f.; vgl. auch Kemper, in: Eicher/Luik, SGB 11, 4. Auflage 2017, § 44 Rn. 19 m.w.N.: gleichzeitige Entscheidung über die Gewährung eines Darlehens und den Erlass der Darlehensschuld in aller Regel unzulässig).

  • BSG, 29.08.2019 - B 14 AS 49/18 R

    Rechtmäßigkeit der Rücknahme einer Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des

    So hat das BSG ausgesprochen, dass auch ohne ausdrückliche gesetzliche Anordnung isoliert über die Umlagepflicht zur Produktiven Winterbauförderung entschieden (BSG vom 11.3.1987 - 10 RAr 5/85 - BSGE 61, 203, 205 = SozR 4100 § 186a Nr. 21 S 54 f) , die Abgabepflicht zur Künstlersozialabgabe dem Grunde nach festgestellt (grundlegend BSG vom 8.12.1988 - 12 RK 1/86 - BSGE 64, 221, 223 = SozR 5425 § 24 Nr. 2 S 5) , über die Übernahme von Kosten für eine Schulbegleitung je Schuljahr (BSG vom 9.12.2016 - B 8 SO 8/15 R - BSGE 122, 154 = SozR 4-3500 § 53 Nr. 5, RdNr 16) oder über die Tilgung von Rückzahlungsansprüchen aus Darlehen nach dem SGB II durch Aufrechnung (vgl BSG vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R - SozR 4-4200 § 42a Nr. 2 RdNr 33, auch zur Veröffentlichung in BSGE vorgesehen) befunden werden darf.

    Ist die Unterscheidung nicht implizit bereits im materiellen Recht angelegt (so zu § 24 KSVG BSG vom 8.12.1988 aaO und ähnlich zu § 42a Abs. 2 SGB II BSG vom 28.11.2018 aaO) , lässt sich die Rechtsprechung insbesondere davon leiten, ob eine isolierte Vorabentscheidung dem Bedürfnis von Leistungsberechtigten und Behörde gleichermaßen entspricht (vgl etwa BSG vom 9.12.2016 aaO; verneinend dagegen BSG vom 17.12.1997 - 11 RAr 103/96 - SozR 3-4100 § 128 Nr. 4 S 40 ) und die Vorfrage nicht ohne Weiteres anderweitig zu klären ist (vgl etwa BVerwG vom 9.5.2001 - 3 C 2.01 - BVerwGE 114, 226, 227 ) .

  • BSG, 12.05.2021 - B 4 AS 88/20 R

    Arbeitslosengeld II - Mehrbedarf - unabweisbarer laufender besonderer Bedarf -

    Besteht hingegen weiterhin Hilfebedürftigkeit, ist der Betroffene gegen eine übermäßige Belastung mit Rückzahlungsverpflichtungen durch § 42a Abs. 2 Satz 1 SGB II geschützt, der die Aufrechnung auch bei mehreren Darlehen auf insgesamt zehn Prozent begrenzt (zu Letzterem BSG vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R - BSGE 127, 63 = SozR 4-4200 § 42a Nr. 2, RdNr 44; Bittner in Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB II, 5. Aufl 2020, § 42a RdNr 58) .
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 29.10.2019 - L 9 AS 17/19
    In der Sache beruft er sich auf die Rechtsprechung zahlreicher Landessozialgerichte sowie des Bundessozialgerichts (BSG) in dessen Urteil vom 28. November 2018 (B 14 AS 31/17 R).

    Vor allem aber hat der 14. Senat des BSG zwischenzeitlich in zwei Hauptsacheentscheidungen klargestellt, dass es sich bei der Erklärung der Aufrechnung um einen sog. Grundlagenverwaltungsakt handelt (BSG, Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R - juris, Rn. 11, 29, zu § 43 SGB II sowie Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R - juris, Rn. 33-35), und dass § 42a Abs. 2 Satz 1 und 2 (seit 1. August 2016: Satz 3) SGB II die Aufrechnung von den Regelungen über den Leistungsanspruch für bestimmte Bewilligungszeiträume lösen.

    Es handelt sich hierbei um einen eigenständigen Streitgegenstand (s. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R - , juris Rn. 10).

    Das bedeutet zugleich, dass ein Anspruch der Klägerin auf Übernahme der Kaution als Zuschuss nicht streitgegenständlich ist (vgl. BSG, Urteil vom 27. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 10), ein derartiger Zuschuss war zudem zu keinem Zeitpunkt beantragt.

    Richtige Klageart gegen den die Aufrechnung erklärenden Verwaltungsakt ist die reine Anfechtungsklage nach § 54 Abs. 1 S. 1 SGG (s. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 11 mwN).

    Die Regelung gilt, wie das BSG zwischenzeitlich klargestellt hat, auch für Mietkautionsdarlehen (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 12, 15 ff.).

    Dieser Verwaltungsakt beinhaltet zwei Regelungen: Zum einen erklärt der Beklagte in Form eines Grundverwaltungsakts die Tilgung der Darlehensforderung abgelöst von einem Bewilligungszeitraum ab dem 1. Dezember 2015 in Höhe von 10 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs, zum anderen im Sinne eines Ausführungsverwaltungsakts die Aufrechnung in Höhe von 39, 90 Euro monatlich (vgl. BSG, Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R, juris Rn. 11; Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 11, 35, 52; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 31. August 2017 - L 19 AS 787/17, juris Rn. 53 ff.).

    aa) Unter § 42a SGB II fallen - wie bereits oben ausgeführt (B. II.) - auch Darlehen zur Hinterlegung einer Mietkaution nach § 22 Abs. 6 SGB II, was sich bereits aus dem Verweis auf § 22 Abs. 6 SGB II in § 42a Abs. 3 S. 1 SGB II ergibt (s. BSG, Urteil v. 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 15-32; LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 31. Mai 2018 - L 29 AS 1514/17, juris Rn. 42 ff.; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 11. Mai 2017 - L 6 AS 111/14; juris Rn. 18 ff.; Kemper in Eicher/Luik, SGB II, 4. Aufl. 2017, § 42a Rn. 18).

    Dieser Vorgabe entsprechend hat der Beklagte im Sinne eines Grundlagenverwaltungsakts (s. hierzu BSG, Urteil vom 9. März 2016, B 14 AS 20/15 R, Rn. 11; Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 33-35) die monatliche Aufrechnung ab dem 1. November 2016 in Höhe von 10 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs erklärt und im Sinne eines Ausführungsverwaltungsakts die Aufrechnung in Höhe von 39, 90 Euro (10 % von 399, 00 Euro Regelbedarf) verfügt.

    Dies gilt nicht nur für den laufenden Bewilligungsabschnitt (BSG, Urteil vom 9. März 2016, a.a.O., Rn. 24), sondern auch für zukünftige Bewilligungszeiträume, für die die Klägerin noch keinen Leistungsantrag im Sinne des § 37 Abs. 1 SGB II gestellt und der Beklagte dementsprechend noch keine Leistungen bewilligt hatte (vgl. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 53; Urteil vom 9. März 2016 - B 14 AS 20/15 R, juris Rn. 24 mwN).

    Die Rechtsfrage, dass für künftige Bewilligungsabschnitte (hier: ab Februar 2017) eine Hauptforderung der Klägerin noch nicht entstanden war, hat der für das Grundsicherungsrecht zuständige 14. Senat des BSG dadurch gelöst, dass er im Rahmen der Aufrechnungen nach den §§ 42a, 43 SGB II die rechtliche Konstruktion des oben bereits erwähnten sog. Grundlagenverwaltungsaktes (s.o. A. sowie B.II.2.a) zulässt (Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 33-35, vgl. auch Bittner, in: jurisPK-SGB II, a.a.O., § 42a Rn. 45, 2 und 45.3).

    Die Aufrechnungshöhe kann dann in Abhängigkeit vom jeweils maßgebenden Regelbedarf durch den Ausführungsverwaltungsakt geändert werden (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 34; Bittner, a.a.O., Rn. 45, 3).

    Satz 2 sieht eine eigenständige Regelung über die Aufrechnung vor (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris, Rn. 34).

    Daraus folgert das BSG ausdrücklich, dass eine Aufrechnungslage auch für künftige Bewilligungsabschnitte gegeben ist (Urteil vom 28. November 2018, a.a.O., Rn. 53).

    cc) Soweit die Klägerin einwendet, dass das BSG in dem Urteil vom 28. November 2018 (B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 40) darauf hingewiesen habe, dass ein Mietkautionsdarlehen nach § 22 Abs. 6 S. 3 SGB II auch als Zuschuss erbracht werden könne, ist dieser Einwand vorliegend unbeachtlich.

    Zu Recht hat das BSG in seiner Entscheidung vom 28. November 2018 deshalb der Sache nach ausgeführt, dass die Vorschrift des § 22 Abs. 6 SGB II grundsätzlich nicht über ihren einschränkenden Wortlaut hinaus auszudehnen bzw. auszulegen ist und es beim Grundsatz der Darlehensgewährung bleibt (B 14 AS 31/17 R, a.a.O., Rn.40 f: "atypische Konstellationen", "ausnahmsweise").

    Für den Fall, dass mehrere Darlehensverpflichtungen bestehen, stellt § 42a Abs. 2 Satz 1 SGB II sicher, dass die zeitgleiche Aufrechnung auf 10 % des maßgebenden Regelbedarfs begrenzt wird (vgl. hierzu BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 44).

    Dem Gesamtkontext der Entscheidung des BSG vom 28. November 2018 ist auch nicht zu entnehmen, dass der Beklagte von vornherein über einen Erlass zu entscheiden gehabt hätte, denn das Stichwort des Erlasses fällt nur im Zusammenhang mit - hier nicht vorliegenden - Aufrechnungen bei sehr hohen Rückzahlungspflichten aus Darlehen und mit zeitlich unmittelbar nacheinander erfolgenden Aufrechnungen nach § 42a SGB II aufgrund mehrerer Darlehen (BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 31/17 R -, juris Rn. 45 f.; vgl. auch Kemper, in: Eicher/Luik, SGB 11, 4. Auflage 2017, § 44 Rn. 19 m.w.N.: gleichzeitige Entscheidung über die Gewährung eines Darlehens und den Erlass der Darlehensschuld in aller Regel unzulässig).

  • BSG, 29.08.2019 - B 14 AS 50/18 R

    Rechtmäßigkeit der Rücknahme einer Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des

    So hat das BSG ausgesprochen, dass auch ohne ausdrückliche gesetzliche Anordnung isoliert über die Umlagepflicht zur Produktiven Winterbauförderung entschieden (BSG vom 11.3.1987 - 10 RAr 5/85 - BSGE 61, 203, 205 = SozR 4100 § 186a Nr. 21 S 54 f) , die Abgabepflicht zur Künstlersozialabgabe dem Grunde nach festgestellt (grundlegend BSG vom 8.12.1988 - 12 RK 1/86 - BSGE 64, 221, 223 = SozR 5425 § 24 Nr. 2 S 5) , über die Übernahme von Kosten für eine Schulbegleitung je Schuljahr (BSG vom 9.12.2016 - B 8 SO 8/15 R - BSGE 122, 154 = SozR 4-3500 § 53 Nr. 5, RdNr 16) oder über die Tilgung von Rückzahlungsansprüchen aus Darlehen nach dem SGB II durch Aufrechnung (vgl BSG vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R - SozR 4-4200 § 42a Nr. 2 RdNr 33, auch zur Veröffentlichung in BSGE vorgesehen) befunden werden darf.

    Ist die Unterscheidung nicht implizit bereits im materiellen Recht angelegt (so zu § 24 KSVG BSG vom 8.12.1988 aaO und ähnlich zu § 42a Abs. 2 SGB II BSG vom 28.11.2018 aaO) , lässt sich die Rechtsprechung insbesondere davon leiten, ob eine isolierte Vorabentscheidung dem Bedürfnis von Leistungsberechtigten und Behörde gleichermaßen entspricht (vgl etwa BSG vom 9.12.2016 aaO; verneinend dagegen BSG vom 17.12.1997 - 11 RAr 103/96 - SozR 3-4100 § 128 Nr. 4 S 40 ) und die Vorfrage nicht ohne Weiteres anderweitig zu klären ist (vgl etwa BVerwG vom 9.5.2001 - 3 C 2.01 - BVerwGE 114, 226, 227 ) .

  • BSG, 21.03.2019 - B 14 AS 42/17 R

    Berücksichtigung des sog. Kindergeldüberhangs als Einkommen beim Anspruch auf

    d) Die durch das SGB II geregelte Berücksichtigung eines Kindergeldüberhangs wahrt entgegen der Revision die Grenzen der dem Gesetzgeber obliegenden Ausgestaltung des Grundrechts auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG iVm Art. 20 Abs. 1 GG (vgl dazu zuletzt BSG vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4 RdNr 37 f) , denn berücksichtigt werden nur dem hilfebedürftigen Elternteil tatsächlich zur Bedarfsdeckung zur Verfügung stehende bereite Mittel (vgl dazu und zur Nachrangsicherung bereits BSG vom 1.12.2016 - B 14 AS 28/15 R - RdNr 28 f, 33) .
  • BSG, 29.04.2020 - B 4 AS 55/20 B

    Aufrechnung eines Mietkautionsdarlehens mit dem Regelbedarf

    Der Kläger bezieht sich vielmehr auf einzelne Passagen aus der Begründung des BVerfG und macht geltend, dass bei den von ihm aufgeworfenen Fragen nunmehr andere rechtliche Maßstäbe als in der vom LSG herangezogenen Entscheidung des BSG vom 28.11.2018 (B 14 AS 31/17 R - SozR 4-4200 § 42a Nr. 2, zur Veröffentlichung vorgesehen auch in BSGE) zugrunde zu legen seien.

    Dass in diesem Sinne die von dem Kläger aufgeworfene Rechtsfrage zur Tilgung von Mietkautionsdarlehen nach dem Urteil des BSG vom 28.11.2018 (B 14 AS 31/17 R - SozR 4-4200 § 42a Nr. 2, zur Veröffentlichung vorgesehen auch in BSGE) durch das Urteil des BVerfG vom 5.11.2019 (1 BvL 7/16) erneut klärungsbedürftig geworden ist, hat der Kläger aber nicht ausreichend dargelegt.

    Allerdings bezieht sich das BVerfG hier nicht auf die Entscheidung des 14. Senats vom 28.11.2018 (aaO) , sondern auf diejenige vom 9.3.2016 (B 14 AS 20/15 R - BSGE 121, 55 - SozR 4-4200 § 43 Nr. 1) zur Aufrechnung mit Erstattungsansprüchen gegen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts in Höhe von 30 vH des Regelbedarfs.

    Hier bezieht er sich nicht auf bezeichnete Passagen in der Entscheidung des BVerfG, sodass nicht ausreichend konkret dargelegt ist, warum sich aus den Ausführungen des BVerfG zum Nachranggrundsatz bezogen auf Mitwirkungsobliegenheiten zur Überwindung der Hilfebedürftigkeit und eine Sanktion durch Minderung der Regelleistung um 30 vH ein erneuter Klärungsbedarf zur Minderung des Regelbedarfs um 10 vH insbesondere auch unter Berücksichtigung der vom BSG in seiner Entscheidung vom 28.11.2018 (aaO, RdNr 46) aufgenommenen Korrekturmöglichkeiten ergeben soll.

    Die weitere, von dem Kläger formulierte Rechtsfrage zur Tilgungsdauer eines Mietkautionsdarlehens von 21 Monaten als atypische Fallgestaltung war nicht Streitgegenstand der Entscheidung des BSG vom 28.11.2018 (B 14 AS 31/17 R - SozR 4-4200 § 42a Nr. 2, zur Veröffentlichung auch in BSGE vorgesehen) .

    Der Kläger legt insoweit nicht ausreichend dar, weshalb sich aus der bereits vorhandenen, vom BSG in der Entscheidung vom 28.11.2018 (aaO, RdNr 40) auszugsweise zitierten Rechtsprechung des BSG zu atypischen Fallgestaltungen bzw Ermessenserwägungen des Jobcenters ein Klärungsbedarf hinsichtlich grundsätzlich bedeutsamer Rechtsfragen ergeben soll, es sich also nicht nur um eine Rechtsanwendung im Einzelfall handelt.

  • LSG Niedersachsen-Bremen, 26.01.2021 - L 8 AY 21/19

    Zur Verfassungswidrigkeit der für das Jahr 2018 festgesetzten Geldbeträge zur

    Nach der Rechtsprechung des BSG begegnet auch eine Aufrechnung mit lebensunterhaltssichernden Leistungen (nach dem SGB II) in Höhe von 10 % des jeweils maßgebenden Regelbedarfs keinen durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. BSG, Urteil vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R - juris Rn. 39 ff.).
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 09.07.2020 - L 8 AY 52/20

    Grundleistungen nach §§ 3, 3a AsylbLG entsprechend der Bedarfsstufe 2 für in

  • LSG Hamburg, 14.08.2020 - L 4 AS 13/20

    Gewährung von Leistungen des Grundsicherungsträgers für Genossenschaftsanteile

  • LSG Niedersachsen-Bremen, 17.04.2020 - L 11 AS 977/17
  • LSG Nordrhein-Westfalen, 14.02.2020 - L 21 AS 477/17

    SGB II: Schlüssiges Konzept in Wuppertal bestätigt

  • LSG Sachsen, 11.09.2019 - L 7 AS 857/19

    Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II

  • LSG Niedersachsen-Bremen, 07.10.2019 - L 15 AS 14/17
  • SG Kassel, 18.11.2021 - S 2 AS 97/21
  • LSG Hessen, 07.02.2022 - L 6 AS 587/21

    Grundsicherung für Arbeitsuchende

  • BSG, 21.12.2021 - B 4 AS 232/21 B
  • SG Neubrandenburg, 05.03.2021 - S 6 AY 3/21

    Sozialgerichtliches Verfahren - einstweiliger Rechtsschutz - Regelungsanordnung -

  • LSG Bayern, 24.09.2019 - L 7 AS 417/19

    Aufrechnungsbescheid, Krankheitskosten, Streitgegenstand, Gerichtsbescheid,

  • BSG, 26.02.2020 - B 4 AS 22/20 B

    Grundsatzrüge im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren

  • LSG Hessen, 10.03.2021 - L 6 AS 609/19

    Grundsicgerung für Arbeitsuchende

  • LSG Hamburg, 30.04.2020 - L 4 AAS 223/19

    Zulässigkeit einer Aufrechnung des Rückzahlungsanspruchs des

  • BSG, 31.03.2022 - B 7 AS 13/22 BH

    Kürzung von Leistungsansprüchen durch ein Jobcenter; Grundsatzrüge im

  • SG Nordhausen, 08.06.2022 - S 13 AS 1600/20
  • BSG, 29.08.2019 - B 14 AS 152/18 B

    Aufrechnung zur Tilgung von Mietkautionsdarlehen im SGB II

  • LSG Niedersachsen-Bremen, 28.03.2019 - L 8 SO 209/16
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 09.09.2020 - L 8 AY 54/20
  • LSG Nordrhein-Westfalen, 15.04.2021 - L 7 AS 268/21
  • LSG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2020 - L 7 AS 1948/19
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 11.06.2019 - L 13 AS 310/16
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 17.12.2018 - L 15 AS 255/17
  • SG Gelsenkirchen, 18.12.2020 - S 47 AS 1887/20
  • LSG Baden-Württemberg, 29.05.2019 - L 12 AS 4712/17
  • LSG Sachsen-Anhalt, 27.11.2019 - L 4 AS 385/17

    Arbeitslosengeld II - Unterkunft und Heizung - Wohnungsbeschaffungskosten -

  • LSG Niedersachsen-Bremen, 23.01.2018 - L 15 AS 172/17
  • LSG Baden-Württemberg, 24.11.2021 - L 3 AS 2253/21
  • SG Kassel, 27.11.2019 - S 7 AS 473/18
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