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Weitere Entscheidung unten: OLG Hamm, 05.02.2003

Rechtsprechung
   BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2004,87
BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03 (https://dejure.org/2004,87)
BGH, Entscheidung vom 17.02.2004 - XI ZR 140/03 (https://dejure.org/2004,87)
BGH, Entscheidung vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03 (https://dejure.org/2004,87)
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Volltextveröffentlichungen (16)

  • Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)

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  • lexetius.com

    BGB § 308 Nr. 4

  • openjur.de

Kurzfassungen/Presse (15)

  • bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)

    Zur Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen

  • lexetius.com (Pressemitteilung)

    Bundesgerichtshof zur Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen

  • IWW (Kurzinformation)

    Zinsänderungsklausel ist unwirksam

  • IWW (Kurzinformation)

    Kapitalanlagen - Zinsänderungsklausel ist unwirksam

  • nomos.de PDF, S. 5 (Kurzinformation)

    Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen

  • zbb-online.com (Leitsatz)

    BGB § 308 Nr. 4
    Unwirksamkeit einer unbegrenzten Zinsänderungsbefugnis bei "Combispar-Verträgen"

  • onlineurteile.de (Kurzmitteilung)

    Zinsänderungsklausel - Kreditinstitut darf bei Prämiensparverträgen die Höhe des Zinssatzes nicht frei bestimmen

  • Verbraucherzentrale Bundesverband (Kurzinformation)

    Zinsänderungsklauseln auch in Sparverträgen unwirksam

  • jurawelt.com (Pressemitteilung)

    Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen

  • urteilsrubrik.de (Kurzinformation)

    Unwirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen

  • rechtsanwalt.com (Kurzinformation)

    Zur Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen

  • wettbewerbszentrale.de (Kurzinformation)

    Unbeschränkte Zinsanpassungsklauseln der Bank unzulässig

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Einseitige Zinsänderungsklausel zu Gunsten der Bank auch in Sparverträgen unwirksam

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Kündigung von Prämiensparverträgen durch Sparkassen und die Abrechnung zu geringer Zinsen

  • 123recht.net (Pressemeldung, 3.5.2004)

    Verbraucherschützer: Millionen Sparer können Zusatzzinsen einfordern // Experten empfehlen Überprüfung von Verträgen bis 1977

Besprechungen u.ä. (2)

  • msg-gillardon.de PDF (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Angemessenheit der Höhe von Vorschusszinsen (RA Dr. Patrick Rosier und Prof. Dr. Konrad Wimmer)

  • dr-schulte.de (Entscheidungsbesprechung)

    Die Unwirksamkeit von Zinsanpassungsklauseln bezieht sich auch auf Sparverträge

Papierfundstellen

  • BGHZ 158, 149
  • NJW 2004, 1588
  • ZIP 2003, 1142
  • ZIP 2004, 798
  • MDR 2004, 764 (Ls.)
  • WM 2004, 825
  • BB 2004, 1070
  • DB 2004, 1360
 
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Wird zitiert von ... (130)Zitiert selbst (16)

  • BGH, 07.10.1981 - VIII ZR 229/80

    Wirksamkeit einer Haftungsfreizeichnung

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Die formularmäßige Vereinbarung eines solchen Leistungsbestimmungsrechts unterliegt deshalb der Inhaltskontrolle (vgl. BGHZ 82, 21, 23; 94, 335, 337 f.; 97, 212, 215; 118, 126, 130 f.; BGH, Urteil vom 19. November 2002 - X ZR 243/01, NJW 2003, 507, 508).

    Ob an dieser Rechtsprechung, die vor allem in den letzten Jahren zunehmend erhebliche Kritik erfahren hat (…vgl. Soergel/Stein, BGB 12. Aufl. AGBG § 9 Rdn. 68;… Metz in Bruchner/Metz, Variable Zinsklauseln, Rdn. 305 ff.; ders. BKR 2001, 21, 22 ff.; Habersack WM 2001, 753, 755 ff.; Schimansky WM 2001, 1169, 1172; ders. WM 2003, 1449, 1450; Derleder WM 2001, 2029, 2031) und die von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Preis- oder Tarifänderungsklauseln (vgl. BGHZ 82, 21, 25; 90, 69, 72 f.; 94, 335, 339 f.; 136, 394, 401 f.) abweicht, für Kreditverträge festgehalten werden kann, braucht hier nicht entschieden zu werden.

    Das für formularmäßige Leistungsänderungsvorbehalte insbesondere bei langfristigen Vertragsverhältnissen wesentliche Erfordernis der Wahrung des vertraglichen Äquivalenzverhältnisses (vgl. BGHZ 82, 21, 25; 94, 335, 339) beschränkt sich nicht auf Fälle einer existentiellen Notlage des von der Änderung Betroffenen.

  • BGH, 06.03.1986 - III ZR 195/84

    Auslegung einer Zinsänderungsklausel

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Die formularmäßige Vereinbarung eines solchen Leistungsbestimmungsrechts unterliegt deshalb der Inhaltskontrolle (vgl. BGHZ 82, 21, 23; 94, 335, 337 f.; 97, 212, 215; 118, 126, 130 f.; BGH, Urteil vom 19. November 2002 - X ZR 243/01, NJW 2003, 507, 508).

    Der Bundesgerichtshof hat allerdings bei Bankdarlehen inhaltlich unbeschränkte Zinsänderungsklauseln bisher einschränkend dahin ausgelegt, daß sie den darlehensgebenden Kreditinstituten Änderungen des Zinssatzes nur nach Maßgabe der kapitalmarktbedingten Veränderungen ihrer Refinanzierungskonditionen gestatten (BGHZ 97, 212, 217; Senatsurteile BGHZ 118, 126, 130 f. und vom 4. Dezember 1990 - XI ZR 340/89, WM 1991, 179, 181 sowie vom 12. Oktober 1993 - XI ZR 11/93, WM 1993, 2003, 2005; BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1142 f.).

    Ein berechtigtes Interesse der Kreditinstitute, ihre Zinssätze den veränderlichen Gegebenheiten des Kapitalmarktes nicht nur bei Neuabschlüssen, sondern auch bei bestehenden Verträgen anzupassen, ist vom Bundesgerichtshof für das Aktivgeschäft mehrfach anerkannt worden (BGHZ 97, 212, 216; Senatsurteil BGHZ 118, 126, 131; BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1142).

  • BGH, 20.05.1985 - VII ZR 198/84

    Formularmäßige Vereinbarung einer Preisanpassung bei verzögertem Baubeginn

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Die formularmäßige Vereinbarung eines solchen Leistungsbestimmungsrechts unterliegt deshalb der Inhaltskontrolle (vgl. BGHZ 82, 21, 23; 94, 335, 337 f.; 97, 212, 215; 118, 126, 130 f.; BGH, Urteil vom 19. November 2002 - X ZR 243/01, NJW 2003, 507, 508).

    Ob an dieser Rechtsprechung, die vor allem in den letzten Jahren zunehmend erhebliche Kritik erfahren hat (…vgl. Soergel/Stein, BGB 12. Aufl. AGBG § 9 Rdn. 68;… Metz in Bruchner/Metz, Variable Zinsklauseln, Rdn. 305 ff.; ders. BKR 2001, 21, 22 ff.; Habersack WM 2001, 753, 755 ff.; Schimansky WM 2001, 1169, 1172; ders. WM 2003, 1449, 1450; Derleder WM 2001, 2029, 2031) und die von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Preis- oder Tarifänderungsklauseln (vgl. BGHZ 82, 21, 25; 90, 69, 72 f.; 94, 335, 339 f.; 136, 394, 401 f.) abweicht, für Kreditverträge festgehalten werden kann, braucht hier nicht entschieden zu werden.

    Das für formularmäßige Leistungsänderungsvorbehalte insbesondere bei langfristigen Vertragsverhältnissen wesentliche Erfordernis der Wahrung des vertraglichen Äquivalenzverhältnisses (vgl. BGHZ 82, 21, 25; 94, 335, 339) beschränkt sich nicht auf Fälle einer existentiellen Notlage des von der Änderung Betroffenen.

  • BGH, 14.04.1992 - XI ZR 196/91

    Höhere Überziehungszinsen in AGB

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Die formularmäßige Vereinbarung eines solchen Leistungsbestimmungsrechts unterliegt deshalb der Inhaltskontrolle (vgl. BGHZ 82, 21, 23; 94, 335, 337 f.; 97, 212, 215; 118, 126, 130 f.; BGH, Urteil vom 19. November 2002 - X ZR 243/01, NJW 2003, 507, 508).

    Der Bundesgerichtshof hat allerdings bei Bankdarlehen inhaltlich unbeschränkte Zinsänderungsklauseln bisher einschränkend dahin ausgelegt, daß sie den darlehensgebenden Kreditinstituten Änderungen des Zinssatzes nur nach Maßgabe der kapitalmarktbedingten Veränderungen ihrer Refinanzierungskonditionen gestatten (BGHZ 97, 212, 217; Senatsurteile BGHZ 118, 126, 130 f. und vom 4. Dezember 1990 - XI ZR 340/89, WM 1991, 179, 181 sowie vom 12. Oktober 1993 - XI ZR 11/93, WM 1993, 2003, 2005; BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1142 f.).

    Ein berechtigtes Interesse der Kreditinstitute, ihre Zinssätze den veränderlichen Gegebenheiten des Kapitalmarktes nicht nur bei Neuabschlüssen, sondern auch bei bestehenden Verträgen anzupassen, ist vom Bundesgerichtshof für das Aktivgeschäft mehrfach anerkannt worden (BGHZ 97, 212, 216; Senatsurteil BGHZ 118, 126, 131; BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1142).

  • BGH, 01.02.1984 - VIII ZR 54/83

    Rechtsfolgen der Unwirksamkeit der Tagespreisklausel in den AGB des …

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Ein einseitiges Leistungsbestimmungsrecht nach § 315 BGB besteht daher nur, wenn es vertraglich vereinbart wurde (BGHZ 90, 69, 72).

    Ob an dieser Rechtsprechung, die vor allem in den letzten Jahren zunehmend erhebliche Kritik erfahren hat (…vgl. Soergel/Stein, BGB 12. Aufl. AGBG § 9 Rdn. 68;… Metz in Bruchner/Metz, Variable Zinsklauseln, Rdn. 305 ff.; ders. BKR 2001, 21, 22 ff.; Habersack WM 2001, 753, 755 ff.; Schimansky WM 2001, 1169, 1172; ders. WM 2003, 1449, 1450; Derleder WM 2001, 2029, 2031) und die von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Preis- oder Tarifänderungsklauseln (vgl. BGHZ 82, 21, 25; 90, 69, 72 f.; 94, 335, 339 f.; 136, 394, 401 f.) abweicht, für Kreditverträge festgehalten werden kann, braucht hier nicht entschieden zu werden.

  • BGH, 06.04.2000 - IX ZR 2/98

    Umfang einer Bürgschaftserklärung

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Der Bundesgerichtshof hat allerdings bei Bankdarlehen inhaltlich unbeschränkte Zinsänderungsklauseln bisher einschränkend dahin ausgelegt, daß sie den darlehensgebenden Kreditinstituten Änderungen des Zinssatzes nur nach Maßgabe der kapitalmarktbedingten Veränderungen ihrer Refinanzierungskonditionen gestatten (BGHZ 97, 212, 217; Senatsurteile BGHZ 118, 126, 130 f. und vom 4. Dezember 1990 - XI ZR 340/89, WM 1991, 179, 181 sowie vom 12. Oktober 1993 - XI ZR 11/93, WM 1993, 2003, 2005; BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1142 f.).

    Ein berechtigtes Interesse der Kreditinstitute, ihre Zinssätze den veränderlichen Gegebenheiten des Kapitalmarktes nicht nur bei Neuabschlüssen, sondern auch bei bestehenden Verträgen anzupassen, ist vom Bundesgerichtshof für das Aktivgeschäft mehrfach anerkannt worden (BGHZ 97, 212, 216; Senatsurteil BGHZ 118, 126, 131; BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1142).

  • BGH, 19.11.2002 - X ZR 243/01

    Zu Preiserhöhungsklauseln in Geschäftsbedingungen von Reiseveranstaltern

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Die formularmäßige Vereinbarung eines solchen Leistungsbestimmungsrechts unterliegt deshalb der Inhaltskontrolle (vgl. BGHZ 82, 21, 23; 94, 335, 337 f.; 97, 212, 215; 118, 126, 130 f.; BGH, Urteil vom 19. November 2002 - X ZR 243/01, NJW 2003, 507, 508).

    Ihr stünde bereits die genannte Unklarheitenregel entgegen, die sich jedenfalls im Verbandsprozeß dahin auswirkt, daß bei der Prüfung der Wirksamkeit einer Klausel die kundenfeindlichste Auslegung zugrunde zu legen ist (vgl. BGHZ 139, 190, 199; Senatsurteil BGHZ 150, 269, 275; BGH, Urteil vom 19. November 2002 - X ZR 243/01, NJW 2003, 507, 509 f.).

  • BGH, 08.10.1997 - IV ZR 220/96

    Inhaltskontrolle der Allgemeinen Versicherungsbedingungen in Satzungen von …

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Ob an dieser Rechtsprechung, die vor allem in den letzten Jahren zunehmend erhebliche Kritik erfahren hat (…vgl. Soergel/Stein, BGB 12. Aufl. AGBG § 9 Rdn. 68;… Metz in Bruchner/Metz, Variable Zinsklauseln, Rdn. 305 ff.; ders. BKR 2001, 21, 22 ff.; Habersack WM 2001, 753, 755 ff.; Schimansky WM 2001, 1169, 1172; ders. WM 2003, 1449, 1450; Derleder WM 2001, 2029, 2031) und die von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Preis- oder Tarifänderungsklauseln (vgl. BGHZ 82, 21, 25; 90, 69, 72 f.; 94, 335, 339 f.; 136, 394, 401 f.) abweicht, für Kreditverträge festgehalten werden kann, braucht hier nicht entschieden zu werden.
  • BGH, 09.04.2002 - XI ZR 245/01

    Zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen einer Bank für Scheckinkasso- und …

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Ihr stünde bereits die genannte Unklarheitenregel entgegen, die sich jedenfalls im Verbandsprozeß dahin auswirkt, daß bei der Prüfung der Wirksamkeit einer Klausel die kundenfeindlichste Auslegung zugrunde zu legen ist (vgl. BGHZ 139, 190, 199; Senatsurteil BGHZ 150, 269, 275; BGH, Urteil vom 19. November 2002 - X ZR 243/01, NJW 2003, 507, 509 f.).
  • BGH, 28.01.2003 - XI ZR 156/02

    BGH erklärt Zeichnungsgebühr bei Aktien-Neuemissionen für zulässig

    Auszug aus BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03
    Diese Ausführungen halten rechtlicher Überprüfung, der die im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung des Berufungsgerichts bereits geltenden §§ 305 ff. BGB in der Fassung des Gesetzes zur Modernisierung des Schuldrechts vom 26. November 2001 (BGBl. I, 3138; vgl. Art. 9 Abs. 1 Satz 3 des Gesetzes) zugrunde zu legen sind (vgl. Senatsurteil vom 28. Januar 2003 - XI ZR 156/02, WM 2003, 673, 674; zum Abdruck in BGHZ 153, 344 vorgesehen), im entscheidenden Punkt nicht stand.
  • BGH, 21.12.1983 - VIII ZR 195/82

    Formularmäßige Anpassung des Gebiets eines Vertragshändlers

  • BGH, 12.10.1993 - XI ZR 11/93

    Anteilige Rückerstattung des Disagios bei vorzeitiger Beendigung des Darlehens

  • BGH, 08.07.1998 - VIII ZR 1/98

    Formularmäßige Abwälzung der Nachnahmekosten im Versandhandel; Formularmäßige …

  • BGH, 04.12.1990 - XI ZR 340/89

    Sittenwidrigkeit eines Kontokorrentkredits mit variablen Zinssatz und festen …

  • OLG Hamm, 05.02.2003 - 31 U 101/02

    Zulässigkeit variabler Zinsanpassungsklausel im Passivgeschäft - Combisparen

  • LG Dortmund, 01.03.2002 - 8 O 449/01

    Keine Übertragbarkeit der zu Zinsanpassungsklauseln geltenden Grundsätze auf …

  • BGH, 06.10.2021 - XI ZR 234/20

    Revisionen im Musterfeststellungsverfahren zu Prämiensparverträgen

    % p.a. verzinst", nach der bei objektiver Auslegung eine Änderung des Zinssatzes mit der Änderung eines Aushangs im Kassenraum der Musterbeklagten in Kraft tritt, ist in Bezug auf die Ausgestaltung der Variabilität nach § 308 Nr. 4 BGB unwirksam, weil sie nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen aufweist (Bestätigung der Senatsurteile vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149, 153 ff. …und vom 13. April 2010 - XI ZR 197/09, BGHZ 185, 166 Rn. 15).

    Rn. 29 Das Oberlandesgericht hat in Übereinstimmung mit der gefestigten Senatsrechtsprechung zu Recht angenommen, dass die angegriffene Klausel wegen eines Verstoßes gegen den nach Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB anwendbaren § 308 Nr. 4 BGB in Bezug auf die Ausgestaltung der Variabilität unwirksam ist, da sie nicht das erforderliche Mindestmaß an Kalkulierbarkeit möglicher Zinsänderungen aufweist (vgl. Senatsurteile vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149, 153 ff., vom 10. Juni 2008 - XI ZR 211/07, WM 2008, 1493 Rn. 12 ff., vom 13. April 2010 - XI ZR 197/09, BGHZ 185, 166 Rn. 15…, vom 21. Dezember 2010 - XI ZR 52/08, WM 2011, 306 Rn. 11 …und vom 14. März 2017 - XI ZR 508/15, WM 2017, 808 Rn. 18, jeweils zu vergleichbaren Klauseln).

    Darüber hinaus ist bei den Sparverträgen der vorliegenden Art davon auszugehen, dass das Recht des Kunden, den Vertrag ordentlich mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen, angesichts der nach Jahren gestaffelten Sparprämie keine wirtschaftlich vernünftige Handlungsoption für den Kunden darstellt (Senatsurteile vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149, 157…, vom 13. April 2010 - XI ZR 197/09, BGHZ 185, 166 Rn. 22…, vom 21. Dezember 2010 - XI ZR 52/08, WM 2011, 306 Rn. 22 …und vom 14. März 2017 - XI ZR 508/15, WM 2017, 808 Rn. 33, jeweils zu vergleichbaren Sparverträgen) und dass dem Kunden das Recht zukommt, einseitig zu bestimmen, ob er bis zum Erreichen der höchsten Prämienstufe und damit bis Ablauf des 15. Sparjahres spart (…Senatsurteil vom 14. Mai 2019, aaO Rn. 38 f.).

    Es sei aber unbegründet, weil den Verbrauchern spätestens seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 17. Februar 2004 (XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149) eine Klageerhebung zumutbar gewesen sei.

    Unter den Bezugsgrößen des Kapitalmarkts ist dabei diejenige oder eine Kombination derjenigen auszuwählen, die dem konkreten Geschäft möglichst nahe kommt (Senatsurteile vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 149, 158 …und vom 13. April 2010, aaO Rn. 21).

    Da die Marktzinsen zugleich die Wiederanlagemöglichkeiten der Institute angemessen reflektieren (…vgl. Staub in Staub, HGB, 5. Aufl., 2. Abschnitt Das Passivgeschäft Rn. 52;… Grundmann, Bankvertragsrecht, Band 1, 2. Abschnitt Rn. 54;… Ellenberger, aaO, S. 1758, zum Aktivgeschäft), wird mit ihnen als Referenz auch dem berechtigten Interesse der Musterbeklagten Rechnung getragen, nach dem die von ihr auf die Sparverträge zu zahlenden Zinsen an die sich verändernden Gegebenheiten des Kapitalmarkts anzupassen sind (vgl. Senatsurteile vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149, 156…, vom 10. Juni 2008 - XI ZR 211/07, WM 2008, 1493 Rn. 11 …und vom 21. April 2009 - XI ZR 78/08, BGHZ 180, 257 Rn. 24).

    Rn. 92 bb) Aus dem Senatsurteil vom 17. Februar 2004 (XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149) kann die Musterbeklagte ebenfalls nichts Günstiges für sich herleiten.

    Da die Sparprämien erstmals nach drei Sparjahren gezahlt und danach jeweils nur auf der Grundlage des jährlich erbrachten Sparbetrages berechnet werden, hat die laufende variable Verzinsung der gesamten (kapitalisierten) Einlage trotz der für die Sparprämien festgelegten beachtlichen Prozentsätze keine nur untergeordnete Bedeutung (vgl. Senatsurteil vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149, 157).

  • OLG Dresden, 22.04.2020 - 5 MK 1/19

    Musterfeststellungsklage gegen die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig …

    In seinem Urteil vom 17.2.2004 (XI ZR 140/03, BKR 2004, 247) formuliere der XI. Zivilsenat des BGH zwar konkrete Anforderungen an die Wirksamkeit von Zinsanpassungsklauseln.

    Der XI. Zivilsenat hat das in seinem Urteil vom 17.2.2004 - XI ZR 140/03 (NJW 2004, 1588, 1588 = BGHZ 158, 149, 153ff.) wie folgt begründet: "Zu Unrecht hat das Berufungsgericht die angegriffene Klausel jedoch auch insoweit gebilligt, als sie ein uneingeschränktes Leistungsbestimmungsrecht der Beklagten enthält.

    Spätestens nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 17.2.2004 (XI ZR 140/03, BKR 2004, 247) war den jeweiligen Verbraucher die Klageerhebung auch zumutbar (vgl. OLG Koblenz…, Urteil vom 24.2.2012 - 3 U 687/11, zitiert nach juris, Rn. 132).

  • OLG Frankfurt, 28.10.2020 - 29 U 146/19

    Zahlreiche Klauseln nach dem neuen Bauvertragsrecht unwirksam

    Das setzt eine Fassung der Klausel voraus, die nicht zur Rechtfertigung unzumutbarer Änderungen dienen kann, und erfordert im Allgemeinen auch, dass für den anderen Vertragsteil ein gewisses Maß an Kalkulierbarkeit der möglichen Leistungsänderungen besteht (BGHZ 158, 149, 154 f.).
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Rechtsprechung
   OLG Hamm, 05.02.2003 - 31 U 101/02   

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OLG Hamm, Entscheidung vom 05. Februar 2003 - 31 U 101/02 (https://dejure.org/2003,1992)
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Volltextveröffentlichungen (8)

  • openjur.de
  • NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
  • Judicialis

    ZPO § 540 Abs. 1 S. 1 Nr. 1; ; ZPO § ... 540 Abs. 1 S. 1 Nr. 2; ; AGBG § 2 Abs. 1 Nr. 1; ; AGBG § 6 Abs. 2; ; AGBG § 8; ; AGBG § 9; ; AGBG § 9 Abs. 2 Nr. 1; ; AGBG § 10 Nr. 4; ; AGBG § 13 Abs. 2 Nr. 1; ; AGBG § 22 a; ; BGB § 305 Abs. 2 Nr. 1 n. F.; ; BGB § 306 Abs. 2 n. F.; ; BGB § 307 Abs. 1 n. F.; ; BGB § 307 Abs. 1 S. 2 n. F.; ; BGB § 307 Abs. 2 n. F.; ; BGB § 307 Abs. 2 Nr. 1 n. F.; ; BGB § 307 Abs. 3 n. F.; ; BGB § 308 Nr. 4 n. F.; ; BGB § 315; ; BGB § 315 Abs. 1; ; BGB § 315 Abs. 2; ; BGB § 316; ; RechkredV § 21 Abs. 4; ; RechkredV § 21 Abs. 4 S. 2; ; KWG § 22 Abs. 4; ; PAnGV § 3 Abs. 1 S. 1; ; PAnGV § 3 Abs. 1 S. 2; ; PAnGV § 3 Abs. 1 S. 4

Kurzfassungen/Presse (3)

  • zbb-online.com (Leitsatz)

    AGBG §§ 8, 9, 6 Abs. 2, § 10 Nr. 4; RL 93/13/EWG; BGB §§ 315, 316; VerbrKrG §§ 5, 6; KWG § 22 Abs. 4; PAngV § 3; RechnungslegungsVO § 21 Abs. 4
    Zulässigkeit variabler Zinsanpassungsklausel im Passivgeschäft - Combisparen

  • Wolters Kluwer (Leitsatz)

    Anspruch auf Unterlassung der Verwendung einer Klausel im Geschäftsverkehr mit Verbrauchern ; Nichtverwendung einer Zusatzvereinbarung zum Kontoeröffnungsantrag durch eine Sparkasse; Rechtmäßigkeit einer variablen Zinsanpassungsklausel im Rahmen von Darlehensgeschäften ...

  • datenbank.nwb.de (Leitsatz)

    Bankrecht; Zulässigkeit von variablen Zinsklauseln im Passivgeschäft

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW-RR 2003, 630
  • NJW-RR 2004, 792 (Ls.)
  • ZIP 2001, 66
  • ZIP 2003, 1142
  • WM 2003, 1169
 
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Wird zitiert von ... (3)Zitiert selbst (4)

  • RG, 10.06.1913 - V 93/13

    Wer hat den Gewahrsam am Inhalt eines verschlossenen Behältnisses, das sich im …

    Auszug aus OLG Hamm, 05.02.2003 - 31 U 101/02
    Der in § 10 Nr. 4 AGBG bzw. § 308 Nr. 4 BGB n. F. genannte Zumutbarkeits- Maßstab deckt sich vollständig mit dem in Buchstabe 1 k des Klausel-Anhangs zur Richtlinie 93/13/EWG vom 05.04.1993 angesprochenen "triftigen Grund", so daß insofern für eine richtlinienkonforme Auslegung des § 10 Nr. 4 AGBG keinerlei Raum ist (…Schmidt in Ulmer - Brandner - Hensen "AGBG", 9. Aufl. 2000, § 10 Rdn. 15).

    Überdies beinhaltet die oben getroffene Feststellung der Wahrung des Transparenz-Gebotes nach § 9 AGBG - jetzt ausdrücklich geregelt in § 307 Abs. 1 S. 2 BGB n. F. - zugleich die Übereinstimmung mit Art. 4 Abs. 2 der Richtlinie 93/13/EWG vom 05.04.1993, mit Buchstabe 1 j und 1 k von deren Klauselanhang und sonach mit § 10 Nr. 4 AGBG bzw. § 308 Nr. 4 BGB n. F. (…Palandt-Heinrichs, 61. Aufl. 2002, § 24 a AGBG Rdn. 35).

  • LG Dortmund, 30.06.2000 - 8 O 559/99

    Unwirksamkeit einer variablen Zinsanpassungsklausel für Bankdarlehen

    Auszug aus OLG Hamm, 05.02.2003 - 31 U 101/02
    Das Landgericht Dortmund hat durch rechtskräftiges Urteil vom 30.06.2000 (ZIP 2001/66) eine variable Zinsanpassungsklausel im Rahmen von Darlehensgeschäften mit Verbrauchern - also im Bereich des sogenannten Aktivgeschäfts der Banken - wegen Verletzung des sich aus § 9 AGBG ergebenden Transparenzgebotes für unwirksam erklärt.

    Diesen gesetzlichen Anforderungen an einseitige Bestimmungsvorbehalte auf dem Darlehenssektor hat das Landgericht Dortmund in seinem - rechtskräftigen - Urteil vom 30.06.2000 (ZIP 2001/66) für den Aktivbereich zu Recht einen gesteigerten Transparenzbedarf entnommen.

  • BGH, 19.10.1999 - XI ZR 8/99

    Unwirksamkeit der formularmäßigen Vereinbarung eines Entgelts für die Bearbeitung …

    Auszug aus OLG Hamm, 05.02.2003 - 31 U 101/02
    Bedenken könnten sich hier allerdings vor dem Hintergrund des BGH-Urteils vom 19.10.1999 (WM 1999/2545) ergeben, worin der XI. Zivilsenat in einem obiter dictum betont (Seite 2547), daß einseitige Bestimmungsvorbehalte für Entgelte - dort für die Bearbeitung von Pfändungen - mit dem Transparenzgebot nur vereinbar sind, wenn sie bei unsicherer Entwicklung der Verhältnisse als Instrument der Anpassung notwendig sind und Anlaß, Richtlinien und Grenzen der Ausübung möglichst konkret angeben.
  • BGH, 16.01.1985 - VIII ZR 153/83

    Wirksamkeit einer formularmäßigen Preisanpassungsklausel

    Auszug aus OLG Hamm, 05.02.2003 - 31 U 101/02
    So habe auch der Bundesgerichtshof in einer früheren Entscheidung (WM 1985/260) betont, daß ein einseitiges Preisänderungsrecht, das keinen Einschränkungen unterworfen sei, nicht stets gem. § 9 AGBG unzulässig sei, sondern vielmehr die Art des konkreten Vertrages, die typischen Interessen der Vertragschließenden sowie die die jeweilige Klausel begleitende Regelung berücksichtigt werden müßten.
  • BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03

    Zur Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen

    Das Oberlandesgericht hat die Berufung des Klägers zurückgewiesen (veröffentlicht in WM 2003, 1169 und BKR 2003, 300).
  • OLG Düsseldorf, 17.10.2003 - 16 U 197/02

    Abtretung der Forderung aus einem Sparvertrag an eine Verbraucherzentrale; …

    Ein Kreditinstitut, das seine Zinskonditionen durch einseitige Erklärung nach § 315 Abs. 2 BGB anpassen will, muss sich das Recht hierzu durch seinen Kunden einräumen lassen (vgl. OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, NJW-RR 2003, 630, 631 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142; Schimansky, WM 2001, 1169, 1173; Metz, BKR 2001, 21, 28).

    Rn. 58 Dahinstehen kann, ob - wie dies das Landgericht angenommen hat - im Falle einer Unwirksamkeit von Ziffer 2 des Sparvertrages über § 6 Abs. 2 AGBG (jetzt: § 306 Abs. 2 BGB) oder im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung die Regelungen der §§ 315, 316 BGB treten würden (vgl. hierzu Habersack, WM 2001, 753, 761; Bruchner, BRK 2001, 16, 20; vgl. a. Edelmann, BB 2001, 1272, 1273 f.) und die beanstandete Klausel damit quasi sogleich wieder "zu neuem Leben erwachen" würde (hiergegen: OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, NJW-RR 2003, 630, 631f = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142; Schimansky, WM 2001, 1169, 1175; Metz, BKR 2001, 21, 23).

    Ebenso kommt es nicht darauf an, ob im Hinblick auf diese Rechtsfolge die Klausel insgesamt nach § 8 AGBG von der Inhaltskontrolle ausgeschlossen wäre (vgl. LG Dortmund v. 1.3.2002 - 8 O 449/01, Anlage B 1, Bl. 70R GA ff; dagegen: OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, NJW-RR 2003, 630, 631f = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142; Schimansky, WM 2001, 1169, 1175) oder dieser Umstand jedenfalls einer Unwirksamkeit nach dem AGBG entgegenstünde (vgl. hierzu Edelmann, BB 2001, 1272, 1273 f).

    Insoweit muss hier nicht entschieden werden, ob bei ersatzlosem Wegfall des einseitigen Leistungsbestimmungsrechts der Sparkasse allenfalls beide Parteien einen Anspruch darauf hätten, dass die andere Seite in eine Zinsanpassung einwilligt (so OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, NJW-RR 2003, 630, 631f = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142; Schimansky, WM 2001, 1169, 1175; vgl. a. Metz, BKR 2001, 21, 23).

    Für die Einlage des Kunden kann ohne weiteres auch formularmäßig ein variabel zu entrichtender Zinssatz vereinbart werden (OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, NJW-RR 2003, 630 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142).

    Die diesbezüglich getroffene Entscheidung manifestiert sich als freie - nicht durch AGB vorgegebene - Vereinbarung zwischen Kunden und Kreditinstitut, die der Kontrolle nach dem AGB-Gesetz entzogen ist (OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, NJW-RR 2003, 630 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142; Schimansky, WM 2001, 1169, 1175).

    Rn. 69 Zwar sind in jüngerer Vergangenheit von Instanzgerichten variable Zinsanpassungsklauseln im Rahmen von Darlehensgeschäften mit Verbrauchern - also im Bereich des sog. Aktivgeschäfts der Banken - wegen Verletzung des sich aus § 9 AGBG ergebenden Transparenzgebots für unwirksam erklärt worden (vgl. LG Dortmund v. 30.6.2000 - 8 O 559/99, WM 200, 2095 = ZIP 2001, 66 = BB 2001, 1269; LG Köln v. 6.12.2000 - 26 O 29/00, BB 2001, 1271; vgl. a. LG Dortmund v. 1.3.2002 - 8 O 449/01, Anlage B 1, Bl. 71 GA ff).

    Sie lässt sich, wie das Landgericht zutreffend ausgeführt hat, entgegen der Auffassung der Klägerin jedenfalls auf die hier zu beurteilende Zinsanpassungsklausel für Sparverträge der Beklagten mit Verbrauchern - also auf das sog. Passivgeschäft - nicht übertragen (vgl. a. OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, Anlage BE 1, Bl. 199 - 212 GA, NJW-RR 2003, 630, 631 ff = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142).

    Außerdem hat das Oberlandesgericht Hamm in seiner von der Beklagten in Bezug genommenen Entscheidung vom 5. Februar 2000 (31 U 101/02, Anlage BE 1, Bl. 199 - 212 GA, NJW-RR 2003, 630, 631 ff = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142) im Anschluss an Schimansky (WM 2001, 1169, 1171, 1172) mit Recht hervorgehoben, dass dieser Passus in dem Urteil des Bundesgerichtshofs nicht als konturenloses und unreflektiertes Transparenzdogma missverstanden werden darf, das seine Herleitung aus den Tatbestandsmerkmalen des § 9 AGBG (jetzt: § 307 BGB) vernachlässigt.

    Rn. 75 Zunächst fehlt es - worauf bereits das Landgericht hingewiesen und auch das Oberlandesgericht Hamm (NJW-RR 2003, 630, 631 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142) in der bereits zitierten Entscheidung überzeugend ausgeführt hat - im hier in Rede stehenden Passivgeschäft an wesentlichen rechtlichen Barrieren gegen eine formularmäßige Zinsanpassung, die allein dem Aktivgeschäft immanent sind.

    Aus diesen gesetzlichen Anforderungen an einseitige Bestimmungsvorbehalte auf dem Darlehenssektor ist für den Aktivbereich ein gesteigerter Transparenzbedarf abgeleitet worden (vgl. LG Dortmund v. 30.6.2000 - 8 O 559/99, WM 2000, 2095, 2096 = ZIP 2001, 66 = BB 2001, 1269; LG Dortmund v. 1.3.2002 - 8 O 449/01, Anlage B 1, Bl. 71 GA).

    Diese für den Bereich der Verbraucherkredite mögliche Argumentation ist auf das vorliegend in Rede stehende Einlagengeschäft indes nicht übertragbar (OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, NJW-RR 2003, 630, 631 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142).

    Das Zinsverhalten der Kreditinstitute auf der Aktivseite wird daher wesentlich durch die Passiverzinsung bestimmt (OLG Hamm v. 5.2.2003 - 31 U 101/02, NJW-RR 2003, 630, 631 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142).

    Rn. 79 Zu beachten ist ferner (vgl. OLG Hamm, NJW-RR 2003, 630, 631 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142), dass der Sparkassenkunde hier im Rahmen der Zinsvergütung so gestellt wird, als ob er am Tage der Zinsänderung eine neue Spareinlage tätigen würde.

    Rn. 81 Anders als Kreditnehmern, die ein langfristiges Darlehen zur Finanzierung ihres Wohnungsbaus aufgenommen haben, droht Sparern aus der ihnen der Höhe nach nicht genehmen Anpassung der Sparzinsen des Weiteren in der Regel nicht eine existenzielle Notlage (OLG Hamm, NJW-RR 2003, 630, 631 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142).

    Die Vorgabe präziser Anpassungsparameter zur Gewährleistung ausreichender Transparenz ist deshalb auch nach der Schutzbedürftigkeit der anlegenden Sparer nicht zwingend geboten (OLG Hamm, NJW-RR 2003, 630, 631 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142).

    Die Bekanntmachung des jeweils geltenden Zinse durch Aushang in den Geschäftsräumen stellt die Unterrichtung des Sparers über die maßgeblichen Einlagekonditionen ausreichend sicher (vgl. hierzu ausführlich OLG Hamm, NJW-RR 2003, 630, 631 = WM 2003, 1169 = ZIP 2003, 1142).

  • BGH, 10.06.2008 - XI ZR 211/07

    Rechtsfolgen der Unwirksamkeit einer Zinsänderungsklausel eines auf längere …

    Die Statuierung eines einseitigen Zinsänderungsrechts der Bank oder Sparkasse in Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei vereinbarter variabler Verzinsung von Spareinlagen ist für den Sparer danach nicht grundsätzlich unzumutbar (BGHZ 158, 149, 156; OLG Hamm WM 2003, 1169, 1172; OLG Düsseldorf NJW 2004, 1532, 1535).
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