Rechtsprechung
| OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23 |
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DSGVO Art. 82 Abs. 1 ; DSGVO Art. 82 Abs. 2
Immaterielle Schadenersatzzahlung wegen Verarbeitung personenbezogener Daten i.R.e. sog. Scraping-Vorfalls; Suchbarkeit eines Nutzerprofils über die Mobilfunktelefonnummer per Suchfunktion und Kontaktimportfunktion als eine unrechtmäßige Datenverarbeitung
Verfahrensgang
- LG Dortmund, 11.10.2023 - 5 O 76/22
- OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Wird zitiert von ... (14) Zitiert selbst (9)
- OLG Hamm, 15.08.2023 - 7 U 19/23
Facebook-Scraping
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Rn. 12 (1) Die Beklagte hat als Verantwortliche (vgl. OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 82 m. w. N.) in mehrfacher Hinsicht gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoßen.Rn. 13 (a) In Bezug auf den streitgegenständlichen Scraping-Vorfall ist der Anwendungsbereich der DSGVO in sachlicher und räumlicher Hinsicht eröffnet (vgl. OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 77-83).
Da die hier streitgegenständlichen zum Scraping genutzten Funktionen unstreitig bereits vor der Einführung der DSGVO vorhanden waren, können diese von Art. 35 DSGVO ersichtlich nicht erfasst sein (vgl. insoweit auch OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 60-76;… BGH Urteil vom 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 19f).
Art. 5 Abs. 2 DSGVO regelt im Rahmen seines Anwendungsbereichs, also bei Verstößen gegen Art. 5 Abs. 1 DSGVO, auch die Beweislast im zivilrechtlichen Verfahren (…EuGH Urt. v. 11.07.2024 - C-757/22, GRUR-RS 2024, 16262 Rn. 52; OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 87 f. m. w. N.).
Die Beklagte hat keine der unter Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. a bis f DSGVO genannten Rechtfertigungsgründe substantiiert dargelegt und bewiesen (ausführlich dazu OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 92-126 m. w. N.;… vgl. auch EuGH Urt. v. 11.07.2024, - C-757/22, GRUR-RS 2024, 16262 Rn. 59 f.;… auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 43 f., 91).
Der Senat folgt insofern dem Urteil des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 127 f.; so auch obiter BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 87-90 m. w. N.
Rn. 17 (cc) Zudem ist - vom Bundesgerichtshof ebenfalls nur revisionsrechtlich unterstellt (…vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 22) - von einem Verstoß der Beklagten gegen Art. 5 Abs. 1 lit. f, Art. 32 DSGVO auszugehen, da die Beklagte weder substantiiert dargelegt noch bewiesen hat, die angemessenen Sicherheitsvorkehrungen - insbesondere gegen das sog. Scraping - eingehalten zu haben (vgl. OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 129-145).
Damit geht einher, dass die Beklagte auch einen Verstoß im Rahmen ihrer Datenverarbeitung gegen Art. 5 Abs. 1 lit. b, Art. 25 Abs. 1 DSGVO ("privacy by design") nicht ausgeräumt hat (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 146).
Den notwendigen Kausalitätsnachweis kann der Kläger daher mit seinem diesbezüglichen Vortrag nach dem Ergebnis seiner Anhörung nicht führen (vgl. auch OLG Hamm Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 189-200).
Dies gilt vor allem im Hinblick auf solche immateriellen Schäden, die auf etwaigen Verletzungen der Pflichten der Beklagten aus Art. 15, 17, 33 und 34 DSGVO beruhen könnten (vgl. auch OLG Hamm Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 147-149;… BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 26).
Rn. 43 Ein Anspruch aus § 7 BDSG a.F. oder § 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG wegen einer Persönlichkeitsrechtsverletzung kommt ebenfalls nicht in Betracht (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 202-204).
Rn. 46 Im Hinblick auf den Feststellungsantrag zu 2) fehlt - anders als im vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall und den dort revisionsrechtlich zu unterstellenden Tatsachen (…vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 48 f. m. w. N.) - im vorliegenden Einzelfall im Hinblick auf den nicht gegebenen Kontrollverlust und die in Bezug auf den Scraping-Vorfall nicht gegebenen Befürchtungen etc. bereits die praktische und nicht nur theoretische Möglichkeit des Eintritts eines zukünftigen materiellen oder immateriellen Schadens (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, Rn. 207-218;… siehe zur rein theoretischen Natur für den Fall fehlenden Kontrollverlustes auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 49 a. E.).
Soweit er gleichwohl die Funktion seiner Suchbarkeit trotz ausreichender Information mangels Änderung der Suchbarkeitseinstellung "alle" weitergenutzt hat, hat er objektiv betrachtet aktiv unter Berücksichtigung von Erwägungsgrund 62 Satz 1 Var. 1 DSGVO dazu eine Einwilligung erteilt (vgl. OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 236 f.;… wozu sich der BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 68 f. nicht verhalten musste).
- EuGH, 20.06.2024 - C-590/22
PS (Adresse erronée) - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz natürlicher …
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Rn. 28 (b) Auch Befürchtungen der missbräuchlichen Verwendung seiner Daten seitens des Klägers, die einen - von ihm zu beweisenden - immateriellen Schaden darstellen können, wenn damit einhergehend negative Folgen vorliegen (vgl. EuGH, Urt. v. 20.06.2024 - C-590/22, juris Rn. 32, 35;… BGH, Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 32 m. w. N.), sind nicht feststellbar.Rn. 38 Dabei ist der Vortrag des Klägers insoweit schon nicht schlüssig, als der Empfang von Spam als solcher - ohne weitere negativen Folgen - bereits keinen immateriellen Schaden darstellt (vgl. hierzu EuGH Urt. v. 20.6.2024 - C-590/22, juris Rn. 34-36;… BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 32).
- EuGH, 11.07.2024 - C-757/22
Meta Platforms Ireland (Action représentative) - Vorlage zur Vorabentscheidung - …
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Art. 5 Abs. 2 DSGVO regelt im Rahmen seines Anwendungsbereichs, also bei Verstößen gegen Art. 5 Abs. 1 DSGVO, auch die Beweislast im zivilrechtlichen Verfahren (EuGH Urt. v. 11.07.2024 - C-757/22, GRUR-RS 2024, 16262 Rn. 52;… OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 87 f. m. w. N.).Die Beklagte hat keine der unter Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. a bis f DSGVO genannten Rechtfertigungsgründe substantiiert dargelegt und bewiesen (…ausführlich dazu OLG Hamm Urt. v. 15.08.2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 92-126 m. w. N.; vgl. auch EuGH Urt. v. 11.07.2024, - C-757/22, GRUR-RS 2024, 16262 Rn. 59 f.;… auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 43 f., 91).
- EuGH, 14.12.2023 - C-456/22
Gemeinde Ummendorf - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz personenbezogener …
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Rn. 24 Wie bereits dem Wortlaut des Begriffs "Kontrollverlust" zu entnehmen ist, setzt dieser voraus, dass der Betroffene zunächst die Kontrolle über das konkrete personenbezogene Datum - der Europäische Gerichtshof spricht insoweit von Datenhoheit (EuGH, Urt. v. 14.12.2023 - C-456/22, juris Rn. 22) - hatte und diese Kontrolle später gegen seinen Willen durch den (streitgegenständlichen) Datenschutzverstoß verloren hat. - BGH, 29.11.2016 - VI ZR 530/15
Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts: Vererblichkeit des gegen die …
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Während § 7 BDSG a.F. nur den Ersatz eines materiellen Schadens vorsieht (BGH, Urt. v. 29.11.2016 - VI ZR 530/15, NJW 2017, 800, Rn. 11 ff.;… OLG Köln, Urt. v. 16.12.2022 - 7 U 184/21, juris, Rn. 11 ff.), setzt ein Anspruch aus § 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG regelmäßig eine schwerwiegende Persönlichkeitsverletzung voraus, die hier offensichtlich nicht gegeben ist. - BGH, 25.10.2022 - VI ZR 382/21
Gehörsverletzung: Erforderlichkeit einer erneuten Parteianhörung durch das …
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Rn. 30 (bb) Der Senat hat den Kläger insoweit persönlich gemäß § 141 ZPO angehört und seine Erklärungen als "Inhalt der Verhandlungen" gemäß § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO in die richterliche Überzeugungsbildung einbezogen (vgl. BGH Beschl. v. 25.10.2022 - VI ZR 382/21, juris Rn. 13). - OLG Köln, 16.12.2022 - 7 U 184/21
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Während § 7 BDSG a.F. nur den Ersatz eines materiellen Schadens vorsieht (…BGH, Urt. v. 29.11.2016 - VI ZR 530/15, NJW 2017, 800, Rn. 11 ff.; OLG Köln, Urt. v. 16.12.2022 - 7 U 184/21, juris, Rn. 11 ff.), setzt ein Anspruch aus § 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG regelmäßig eine schwerwiegende Persönlichkeitsverletzung voraus, die hier offensichtlich nicht gegeben ist. - EuGH, 20.06.2024 - C-182/22
Scalable Capital - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz natürlicher Personen …
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Rn. 19 Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs muss ein Schaden neben den Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung treten, um einen Anspruch auf Schadensersatz auszulösen; der immaterielle Schaden besteht nicht schon in der Verletzung der Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung (vgl. nur zuletzt EuGH Urt. v. 20.06.2024 - C-182/22, C-189/22, juris Rn. 41 m. w. N, sowie schon BGH Beschl. v. 12.12.2023 - VI ZR 277/22, juris Rn. 5 und erneut BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 21, 28). - BGH, 12.12.2023 - VI ZR 277/22
Datenschutzgrundverordnung: Darlegungs- und Beweislast für datenschutzrechtlichen …
Auszug aus OLG Hamm, 18.12.2024 - 11 U 168/23
Rn. 19 Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs muss ein Schaden neben den Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung treten, um einen Anspruch auf Schadensersatz auszulösen; der immaterielle Schaden besteht nicht schon in der Verletzung der Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung (vgl. nur zuletzt EuGH Urt. v. 20.06.2024 - C-182/22, C-189/22, juris Rn. 41 m. w. N, sowie schon BGH Beschl. v. 12.12.2023 - VI ZR 277/22, juris Rn. 5 und erneut BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, juris Rn. 21, 28).
- OLG Naumburg, 26.06.2025 - 9 U 88/23
Anwendungsbereich der Datenschutz-Grundverordnung; Kontrollverlust und Streitwert …
Insoweit fehlt es hier aber an dem Nachweis, warum das Ärgern bzw. die Sorge und die Unannehmlichkeiten jedenfalls mitursächlich auf die Datenschutzverstöße - und nicht nur auf die Spam-Anrufe und -Nachrichten, von denen nicht feststeht, dass sie ihrerseits auf Datenschutzverstößen beruhen - zurückzuführen sind (ebenso: OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024, I-11 U 168/23, Rn. 31, juris). - OLG Düsseldorf, 13.03.2025 - 16 U 135/23
Scraping; Schadensersatz für Kontrollverlust in Höhe von 100 Euro; …
Rn. 63 Da sich eine Ursächlichkeit des Scraping-Vorfalls nicht feststellen lässt, kann dahinstehen, ob schon der Erhalt von Spam-Anrufen und Spam-SMS ohne weitere Folgen einen immateriellen Schaden darstellen oder diesen vertiefen kann (ablehnend OLG Hamm, 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris, Rn. 33).Abweichungen von Entscheidungen der Oberlandesgerichte Dresden (z.B. Urteil vom 10. Dezember 2024 - 4 U 808/24, juris), Hamm (z.B. Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris) und Koblenz (Urteil vom 11. Februar 2025 - 3 U 145/24, juris) beruhen nach Auffassung des Senats auf unterschiedlichen tatrichterlichen Würdigungen.
- OLG Düsseldorf, 14.03.2025 - 16 U 157/24
Scraping
Rn. 63 Da sich eine Ursächlichkeit des Scraping-Vorfalls nicht feststellen lässt, kann dahinstehen, ob schon der Erhalt von Spam-Anrufen und Spam-SMS ohne weitere Folgen einen immateriellen Schaden darstellen oder diesen vertiefen kann (ablehnend OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris, Rn. 33).Abweichungen von Entscheidungen der Oberlandesgerichte Dresden (z.B. Urteil vom 10. Dezember 2024 - 4 U 808/24, juris), Hamm (z.B. Urteil vom 18. Dezember 2024 - 11 U 168/23, juris) und Koblenz (Urteil vom 11. Februar 2025 - 3 U 145/24, juris) beruhen nach Auffassung des Senats auf unterschiedlichen tatrichterlichen Würdigungen.
- OLG Düsseldorf, 22.05.2025 - 16 U 185/24
Schadensersatzansprüche aufgrund angenommener Datenschutzverstöße im Zusammenhang …
Rn. 63 Da sich eine Ursächlichkeit des Scraping-Vorfalls nicht feststellen lässt, kann dahinstehen, ob schon der Erhalt von Spam-Anrufen und Spam-SMS ohne weitere Folgen einen immateriellen Schaden darstellen oder diesen vertiefen kann (ablehnend OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris, Rn. 33).Abweichungen von Entscheidungen der Oberlandesgerichte Dresden (z.B. Urteil vom 10. Dezember 2024 - 4 U 808/24, juris), Hamm (z.B. Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris) und Koblenz (Urteil vom 11. Februar 2025 - 3 U 145/24, juris) beruhen nach Auffassung des Senats auf unterschiedlichen tatrichterlichen Würdigungen.
- OLG Düsseldorf, 14.03.2025 - 16 U 94/24
Scraping; Schadenersatz für Kontrollverlust über einen aus der Verknüpfung von …
Rn. 63 Ob schon der Erhalt von Spam-Anrufen und Spam-SMS ohne weitere Folgen einen immateriellen Schaden darstellen oder diesen vertiefen kann (ablehnend OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris, Rn. 33), bedarf vorliegend keiner abschließenden Entscheidung seitens des Senats.Abweichungen von Entscheidungen der Oberlandesgerichte Dresden (z.B. Urteil vom 10. Dezember 2024 - 4 U 808/24, juris), Hamm (z.B. Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris) und Koblenz (Urteil vom 11. Februar 2025 - 3 U 145/24, juris) beruhen nach Auffassung des Senats auf unterschiedlichen tatrichterlichen Würdigungen.
- OLG Celle, 20.03.2025 - 5 U 129/24
Objektiver Kontrollverlust als ein immaterieller Schaden eines Nutzers bei einem …
Für die schlüssige Darlegung eines "objektiven Kontrollverlustes" ist es im Regelfall nicht erforderlich, dass die betroffene Person darlegt, dass sie die betreffenden Daten nicht zuvor schon anderweitig freiwillig preisgegeben hat (abweichend zu OLG Hamm…, Urteil vom 15. November 2024 - 25 U 33/24, juris Rn. 172; OLG Hamm…, Urteil vom 5. November 2024 - 7 U 52/24, juris Rn. 40 f.; OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024 - 11 U 168/23, juris Rn. 18 f.).Für ihre gegenteilige Auffassung beruft sich die Beklagte auf obergerichtliche Rechtsprechung (z.B. OLG Hamm…, Urteil vom 15. November 2024 - 25 U 33/24, juris Rn. 172; OLG Hamm…, Urteil vom 5. November 2024 - 7 U 52/24, juris Rn. 40 f.; OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024 - 11 U 168/23, juris Rn. 18 f.), die - so jedenfalls das Verständnis des Senats - argumentiert, dass ein "Kontrollverlust" voraussetze, dass der Betroffene zunächst die Kontrolle über die konkreten personenbezogenen Daten hatte und diese Kontrolle später gegen seinen Willen durch den streitgegenständlichen Datenschutzverstoß verloren hat.
- OLG Düsseldorf, 13.03.2025 - 16 U 173/23
Zahlungsanspruch eines Geschädigten auf Schadensersatz für anfänglichen …
Rn. 63 Da sich eine Ursächlichkeit des Scraping-Vorfalls nicht feststellen lässt, kann dahinstehen, ob schon der Erhalt von Spam-Anrufen und Spam-SMS ohne weitere Folgen einen immateriellen Schaden darstellen oder diesen vertiefen kann (ablehnend OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris, Rn. 33).Abweichungen von Entscheidungen der Oberlandesgerichte Dresden (z.B. Urteil vom 10. Dezember 2024 - 4 U 808/24, juris), Hamm (z.B. Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris) und Koblenz (Urteil vom 11. Februar 2025 - 3 U 145/24, juris) beruhen nach Auffassung des Senats auf unterschiedlichen tatrichterlichen Würdigungen.
- LG Düsseldorf, 22.05.2025 - 9a O 138/23 Rn. 97 Da sich eine Ursächlichkeit des Scraping-Vorfalls nicht feststellen lässt, kann dahinstehen, ob schon der Erhalt von Spam-Anrufen und Spam-SMS ohne weitere Folgen einen immateriellen Schaden darstellen oder diesen vertiefen kann (ablehnend OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris, Rn. 33).
Rn. 153 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris) und Koblenz (Urteil vom 11. Februar.
- OLG Jena, 21.05.2025 - 2 U 583/23
Immaterieller Schadensersatzanspruch eines Nutzers wegen eines Kontrollverlusts …
Bereits bei "üblichem" Umgang mit einer Telefonnummer liege eine Kontrolle nicht vor angesichts des Risikos, dass Dritte die Daten nicht datenschutzkonform behandelten (OLG Hamm, Urteil vom 05.11.2024 - 7 U 52/24 - Urteil vom 18.12.2024 - 11 U 168/23). - OLG Düsseldorf, 22.05.2025 - 16 U 99/24
Anspruch auf Schadensersatz aufgrund eines Scraping-Vorfalls auf einer …
Rn. 63 Da sich eine Ursächlichkeit des Scraping-Vorfalls nicht feststellen lässt, kann dahinstehen, ob schon der Erhalt von Spam-Anrufen und Spam-SMS ohne weitere Folgen einen immateriellen Schaden darstellen oder diesen vertiefen kann (ablehnend OLG Hamm, Urteil vom 18. Dezember 2024 - I-11 U 168/23, juris, Rn. 33). - LG Essen, 03.04.2025 - 3 O 298/23
Datenverarbeitung
- OLG Düsseldorf, 14.03.2025 - 16 U 184/23
Scraping
- LG Essen, 13.03.2025 - 3 O 36/24
- LG Essen, 04.03.2025 - 3 O 36/24
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