Rechtsprechung
| BFH, 28.06.2006 - I R 92/05 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- lexetius.com
AO 1977 § 8; DBA-Bulgarien Art. 13, Art. 22 Abs. 1 Buchst. a; DBA-Jugoslawien Art. 15, Art. 24 A... bs. 1 Buchst. a; DBA-Kasachstan Art. 14, Art. 23 Abs. 2 Buchst. a; EStG § 2 Abs. 1 Nr. 3, § 18; OECDMustAbk Art. 5 Abs. 1, Art. 7, Art. 14
- Judicialis
AO 1977 § 8; ; DBA-Bulgarien Art. 13; ; DBA-Bulgarien Art. 22 Abs. 1 Buchst. a; ; DBA-Jugoslawie... n Art. 15; ; DBA-Jugoslawien Art. 24 Abs. 1 Buchst. a; ; DBA-Kasachstan Art. 14; ; DBA-Kasachstan Art. 23 Abs. 2 Buchst. a; ; EStG § 2 Abs. 1 Nr. 3; ; EStG § 18; ; OECDMustAbk Art. 5 Abs. 1; ; OECDMustAbk Art. 7; ; OECDMustAbk Art. 14
- IWW
- Simons & Moll-Simons
AO 1977 § 8; DBA-Bulgarien Art. 13, Art. 22 Abs. 1 Buchst. a; DBA-Jugoslawien Art. 15, Art. 24 Abs. 1 Buchst. a; DBA-Kasachstan Art. 14, Art. 23 Abs. 2 Buchst. a; EStG § 2 Abs. 1 N... r. 3, § 18; OECDMustAbk Art. 5 Abs. 1, Art. 7, Art. 14
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AO 1977 § 8; DBA-Bulgarien Art. 13, Art. 22; DBA-Jugoslawien Art. 15, Art. 24; DBA-Kasachstan Art. 14, Art. 23; EStG § 2, § 18; OECDMustAbk Art. 5, Art. 7, Art. 14
Besteuerungsrecht für im Ausland erbrachte Beratungsleistungen - Zurechnung einer festen Einrichtung zur Tätigkeitsausübung - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Zurechnung einer festen Geschäftseinrichtung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (5)
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Feste Geschäftseinrichtung im Ausland
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
"Feste Einrichtung" eines Selbstständigen im Ausland mit Doppelbesteuerungsabkommen; Annahme einer festen Einrichtung bei Nutzung überlassener Räumlichkeiten über mehr als ein halbes Jahr hinweg jeweils für mehrere Tage; "Betriebstätte" i.S.d. Art. 5 Abs. 1 ...
- ebnerstolz.de (Kurzinformation)
Besteuerung selbstständig Tätiger im Ausland von Aufenthaltsdauer oder "fester Einrichtung" abhängig
- steuer-schutzbrief.de (Kurzinformation)
Selbstständige Arbeit im Ausland kostet weniger Steuern
- datenbank.nwb.de (Kurzinformation)
Zurechnung einer festen Geschäftseinrichtung
Besprechungen u.ä.
- IWW (Entscheidungsanmerkung)
Zur festen Geschäftseinrichtung eines Selbstständigen im anderen Vertragsstaat
Sonstiges
Verfahrensgang
- FG Düsseldorf, 14.09.2005 - 7 K 6293/04
- BFH, 28.06.2006 - I R 92/05
Papierfundstellen
- BFHE 214, 295
- BB 2007, 155
- BB 2007, 91
- DB 2007, 1065
- BStBl II 2007, 100
- StB 2007, 46
Wird zitiert von ... (23) Zitiert selbst (7)
- BFH, 11.10.1989 - I R 77/88
Eine Geschäftseinrichtung ist nur dann die Betriebsstätte eines …
Auszug aus BFH, 28.06.2006 - I R 92/05
Allein ein sachlicher Zusammenhang zwischen seinen Beraterverträgen und der dort ausgeübten Tätigkeit genügt für die Zurechnung einer festen Geschäftseinrichtung ebenso wenig wie ein gelegentliches Verweilen in Räumen, die dem Unternehmer von seinem Auftraggeber zur Verfügung gestellt wurden (vgl. Senatsurteil vom 11. Oktober 1989 I R 77/88, BFHE 158, 499, BStBl II 1990, 166). - BFH, 19.11.2003 - I R 3/02
Bau- und Montagearbeiten als Betriebsstätte i.S. des DBA-Luxemburg
Auszug aus BFH, 28.06.2006 - I R 92/05
Dabei ist zu beachten, dass ein Teil des erzielten Gewinns stets dem Bereich der Geschäftsleitung zuzuordnen ist (Senatsurteile vom 19. November 2003 I R 3/02, BFHE 204, 145, BStBl II 2004, 932 a.E.;… vom 9. Juli 2003 I R 4/02, BFH/NV 2004, 83). - BFH, 19.05.1993 - I R 80/92
Annahme eines festen Mittelpunktes bei selbständiger Arbeit i. S. des DBA-Italien …
Auszug aus BFH, 28.06.2006 - I R 92/05
Nach der Rechtsprechung des Senats ist hierfür eine Zeitspanne von mindestens sechs Monaten anzusetzen (Senatsurteil vom 19. Mai 1993 I R 80/92, BFHE 171, 297, BStBl II 1993, 655 hinsichtlich des gleichbedeutenden Merkmals "fester Mittelpunkt" in Art. 7 Abs. 1 des Abkommens zwischen dem Deutschen Reiche und Italien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Regelung anderer Fragen auf dem Gebiete der direkten Steuern vom 31. Oktober 1925 --DBA-Italien 1925--, RGBl 1925, 1145; zustimmend Österreichischer Verwaltungsgerichtshof, Erkenntnis vom 21. Mai 1997 96/14/0084, IStR 1999, 633 zum DBA-Österreich-Schweiz; OECD-MK zu Art. 5 Nr. 6;… Wassermeyer in Debatin/Wassermeyer, a.a.O., Art. 14 MA Rz. 70; Züger in Gassner/Lang/Lechner, Die Betriebsstätte im Recht der Doppelbesteuerung, S. 51 f.: Richtwert 12 Monate;… Prokisch in Vogel/ Lehner, DBA, 4. Aufl., Art. 14 Rz. 24; Krüger, IStR 1998, 104, 108, jeweils weniger als sechs Monate).
- BFH, 09.07.2003 - I R 4/02
Wiedereinsetzung - verzögerte Postbeförderung
Auszug aus BFH, 28.06.2006 - I R 92/05
Dabei ist zu beachten, dass ein Teil des erzielten Gewinns stets dem Bereich der Geschäftsleitung zuzuordnen ist (Senatsurteile vom 19. November 2003 I R 3/02, BFHE 204, 145, BStBl II 2004, 932 a.E.; vom 9. Juli 2003 I R 4/02, BFH/NV 2004, 83). - BFH, 02.12.1992 - I R 77/91
Auslegung der ständigen Einrichtung in Art. 12 Abs. 2 Satz 1 DBA Frankreich
Auszug aus BFH, 28.06.2006 - I R 92/05
Wie aus der Definition des Begriffs der Betriebsstätte in Art. 5 Abs. 1 OECDMustAbk ersichtlich, liegt eine feste Einrichtung demnach vor, wenn eine bestimmte selbständige unternehmerische Tätigkeit durch eine Geschäftseinrichtung mit einer festen örtlichen Bindung ausgeübt wird (Senatsurteile vom 2. Dezember 1992 I R 77/91, BFHE 170, 126, zum Begriff der "ständigen" Einrichtung in Art. 12 Abs. 2 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und über gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen sowie der Gewerbesteuern und Grundsteuern vom 21. Juli 1959, BGBl II 1961, 398, i.d.F. vom 9. Juni 1969, BGBl II 1970, 719, --DBA-Frankreich--, und vom 3. Februar 1993 I R 80-81/91, BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462). - BFH, 12.10.1978 - I R 69/75
Zur Frage der beschränkten Steuerpflicht von nachträglich erzielten inländischen …
Auszug aus BFH, 28.06.2006 - I R 92/05
Sie muss jedoch --auch während seiner Abwesenheit-- dazu bestimmt sein, der jeweiligen Berufstätigkeit zu dienen (Senatsurteil vom 12. Oktober 1978 I R 69/75, BFHE 126, 209, BStBl II 1979, 64;… Wassermeyer in Debatin/Wassermeyer, a.a.O., Art. 14 MA Rz. 67;… anderer Ansicht Prokisch in Vogel/Lehner, a.a.O., Art. 14 Rz. 26). - FG Düsseldorf, 14.09.2005 - 7 K 6293/04
Freiberufliche Tätigkeit; Ausland; Inländische unbeschränkte Steuerpflicht; Feste …
Auszug aus BFH, 28.06.2006 - I R 92/05
Das Finanzgericht (FG) Düsseldorf gab der gegen den entsprechend geänderten Einkommensteuerbescheid erhobenen Klage mit Urteil vom 14. September 2005 7 K 6293/04 E, veröffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2006, 52, statt.
- FG Sachsen, 30.11.2017 - 1 K 123/17
Unbeschränkte Steuerpflicht - feste Geschäftseinrichtung eines Flugzeugingenieurs
Dies gilt jedoch nur insoweit, als die Einkünfte dieser festen Einrichtung zugerechnet werden können (vgl. BFH-Urteil vom 28. Juni 2006 - I R 92/05, BFHE 214, 295 , BStBl II 2007, 100 Rz. 15).(2) Eine feste Einrichtung erfordert nicht nur eine Einrichtung, die Grundlage einer Unternehmertätigkeit sein kann, sie muss auch in zeitlicher Hinsicht von gewisser Dauer sein (BFH-Urteile vom 28. Juni 2006 - I R 92/05, BFHE 214, 295 , BStBl II 2007, 100 Rz. 18;… in BStBl II 1993, 462 Rz. 48).
Eine Einrichtung, die nur vorübergehend der selbständigen Tätigkeit zu dienen bestimmt ist, ist nicht "fest" (BFH in BStBl II 2007, 100 Rz. 18; FG Düsseldorf…, Urteil vom 24. Juni 1992 - 13 K 560/88 E, EFG 1993, 42 Rz. 37).
Nach der Rspr. des BFH ist hierfür i.d.R. eine Zeitspanne von mindestens sechs Monaten anzusetzen, da es anderenfalls an einer intensiven wirtschaftlichen Bindung mittels einer festen örtlichen Einrichtung zu dem anderen Vertragsstaat fehlt (BFH in BStBl II 2007, 100 Rz. 18 f.).
(4) Da dem anderen Vertragsstaat das Besteuerungsrecht schon dann zusteht, wenn der Person die feste Einrichtung "gewöhnlich" zur Verfügung steht, ist für die Annahme einer festen Einrichtung nicht erforderlich, dass sie dauernd benutzt wird (BFH in BStBl II 2007, 100 Rz. 20;… FG Köln in EFG 2014, 2115 Rz. 51).
Sie muss jedoch - auch während seiner Abwesenheit - dazu bestimmt sein, seiner Berufstätigkeit zu dienen, was nicht der Fall ist, wenn die Geschäftseinrichtung während der Abwesenheit des selbständig Tätigen der gewerblichen oder freien Tätigkeit eines anderen Unternehmers zuzuordnen ist (BFH in BStBl II 2007, 100 Rz. 20;… FG Köln in EFG 2014, 2115 Rz. 51).
Die Einkünfte sind auch der festen Einrichtung des Kl. zuzurechnen, da der Kl. mit ihrer Hilfe seine Leistung erbracht hat (vgl. BFH in BStBl II 2007, 100 Rz. 28).
- BFH, 07.06.2023 - I R 47/20
Betriebsstätte/feste Einrichtung im Dienstleistungsbereich
Rn. 20 aa) Das in Art. XI Abs. 1 Satz 1 DBA-Großbritannien 1964/1970 verwendete (aber nicht ausdrücklich definierte) Tatbestandsmerkmal der festen Einrichtung korrespondiert mit dem dort definierten Betriebsstättenbegriff (Art. 11 Abs. 1 Buchst. l DBA-Großbritannien 1964/1970; s. allgemein z.B. Senatsurteil vom 28.06.2006 - I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100) --für die späteren Streitjahre siehe Art. 5 DBA-Großbritannien 2010-- und der auf eine "feste Geschäftseinrichtung" bezogenen Begrifflichkeit des § 12 Satz 1 AO (s. z.B. allgemein Senatsurteil vom 03.02.1993 - I R 80-81/91, BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462; Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 30.10.1996 - II R 12/92, BFHE 181, 356, BStBl II 1997, 12). - FG Baden-Württemberg, 14.10.2021 - 3 K 589/19
Betriebsstätte im Sinne des DBA-Schweiz eines Taxiunternehmens in den Räumen der …
Denn für die Begründung einer Betriebsstätte ist letztlich entscheidend, ob eine unternehmerische Tätigkeit in einer Geschäftseinrichtung mit fester örtlicher Bindung ausgeübt wird und sich in der Bindung eine gewisse "Verwurzelung" des Unternehmens mit dem Ort der Ausübung der unternehmerischen Tätigkeit ausdrückt (…vgl. zu alledem: BFH-Urteile vom 14. Juli 2004 I R 106/03, BFH/NV 2005, 154; vom 28. Juni 2006 I R 92/05, BStBl II 2007, 100; vom 4. Juni 2008 I R 30/07, BStBl II 2008, 922;… vom 18. März 2009 III R 2/06, BFH/NV 2009, 1457).Auch der von der Rechtsprechung als Anhaltspunkt für eine zeitliche Verfestigung der Geschäftseinrichtung entwickelte Mindestzeitraum der Nutzung von sechs Monaten ist bei dem Kläger, der die Einrichtung seit 2003 als Genossenschaftsmitglied nutzt, ohne weiteres gegeben (dazu vgl. BFH-Urteile in BStBl II 1993, 462, und in BStBl II 2007, 100).
- BFH, 18.12.2024 - I R 39/21
Zeitliche Voraussetzungen einer abkommensrechtlichen Betriebsstätte
Eine "feste" Geschäftseinrichtung setzt in ihrem Zeitbezug grundsätzlich eine Mindestdauer von sechs Monaten voraus (Bestätigung der Senatsrechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 28.06.2006 - I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100).Rn. 19 Der Senat ist bereits in der Vergangenheit von einer solchen Mindestdauer ausgegangen (z.B. Senatsurteil vom 28.06.2006 - I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100, m.w.N.; vgl. auch Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 24.12.1999, Betriebsstätten-Verwaltungsgrundsätze, BStBl I 1999, 1076, Tz. 1.2.1.1; Wassermeyer/Kaeser in Wassermeyer MA Art. 5 Rz 37a;… Hruschka in Schönfeld/Ditz, DBA, 2. Aufl., Art. 5 (2014) Rz 56).
In diesem Fall könnten die Tätigkeiten zu einer weiteren Verwurzelung im Betriebsstättenstaat beitragen, zumal auch andere Unterbrechungen der unternehmerischen Tätigkeit für die Berechnung der 6-Monats-Frist unschädlich sein können (vgl. hierzu Senatsurteil vom 28.06.2006 - I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100; Wassermeyer/Kaeser in Wassermeyer MA Art. 5 Rz 58;… ähnlich auch Haase in Haase, AStG/DBA, 4. Aufl., Art. 5 MA Rz 76).
- FG Düsseldorf, 19.01.2016 - 13 K 952/14
Anwendung des deutschen oder des niederländischen Steuerrechts bei …
Rn. 44 Darüber hinaus hat der BFH entschieden, dass die feste Einrichtung dem Unternehmer für seine Tätigkeit ständig zur Verfügung stehen und auch während seiner Abwesenheit dazu bestimmt sein müsse, der jeweiligen Berufstätigkeit zu dienen (BFH-Urteil vom 28.6.2006 I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100).Hierzu hat der BFH entschieden, dass es für die Annahme einer festen Einrichtung nicht erforderlich sei, dass sie dauernd benutzt werde (vgl. BFH-Urteil vom 28.6.2006 I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100).
Dies sei der Fall, wenn die Einrichtung entweder ausschließlich für ihn vorgehalten werde oder wenn die Einkünfte, die dort während seiner Abwesenheit erwirtschaftet würden, seiner selbständigen Arbeit zuzurechnen seien (vgl. BFH-Urteil vom 28.6.2006 I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100).
- FG München, 15.07.2020 - 7 K 770/18
Einkünfte aus Goldhandel als Progressionseinkünfte
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, der sich der Senat anschließt, ist hierfür eine Zeitspanne von mindestens sechs Monaten anzusetzen (BFH-Urteil vom 28. Juni 2006 - I R 92/05 -, BStBl II 2007, 100 m.w.N. sowie zum Meinungsstand Wassermeyer, in: Wassermeyer, DBA, MA Art. 5 Rz. 37a).Die vom Bundesfinanzhof geforderte besonders intensive Verwurzelung der selbständigen Arbeit mit dem Ort ihrer Ausübung (BFH in BStBl II 2007, 100, Rn. 18) liegt im Streitfall nicht vor, da der Bezug der Tätigkeit zum Ort ihrer Ausübung nicht auf eine gewisse Mindestdauer angelegt war.
- FG Saarland, 27.08.2009 - 2 K 1406/07
Steuerpflicht von (ausländischen) Einnahmen eines Kameramannes
Eine Einrichtung, die nur vorübergehend der selbständigen Tätigkeit zu dienen bestimmt ist, ist nicht "fest" (BFH vom 28. Juni 2006 I R 92/05, BStBl II 2007, 100).Nach der Rechtsprechung des BFH ist hierfür eine Zeitspanne von mindestens sechs Monaten anzusetzen (BFH vom 19. Mai 1993 I R 80/92, BStBl II 1993, 655 hinsichtlich des gleichbedeutenden Merkmals "fester Mittelpunkt" in Art. 7 Abs. 1 des Abkommens DBA-Italien 1925; BFH vom 28. Juni 2006 I R 92/05, BStBl II 2007, 100).
Das ist nicht der Fall, wenn die Geschäftseinrichtung während der Abwesenheit des selbständig Tätigen der gewerblichen oder freien Tätigkeit eines anderen Unternehmers zuzuordnen ist (BFH vom 28. Juni 2006 I R 92/05, BStBl II 2007, 100).
- BFH, 18.12.2024 - I R 47/21
Abkommensrechtliche Betriebsstätte eines Taxiunternehmens in den Räumen einer …
Nach der Rechtsprechung des Senats ist hierfür eine Zeitspanne von mindestens sechs Monaten anzusetzen (Senatsurteile vom 19.05.1993 - I R 80/92, BFHE 171, 297, BStBl II 1993, 655, unter II.2.b; vom 28.06.2006 - I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100, unter II.3.a; zu weiteren Einzelheiten der zeitlichen Komponente s. das Senatsurteil vom 18.12.2024 - I R 39/21, zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt). - FG München, 29.09.2022 - 11 K 539/18
Aufwendungen für die Anschaffung von Gold als dem Progressionsvorbehalt …
Zum Teil wird eine Mindestdauer von sechs Monaten als maßgebliche Zeitgrenze angesehen (BFH-Urteil vom 28. Juni 2006 I R 92/05, BStBl II 2007, 100;… Wassermeyer/Kaeser, in: Wassermeyer, MA Art. 5 Rz. 37a).Dieses setzt voraus, dass die Nutzungsdauer mindestens sechs Monate beträgt, wobei es nicht auf die tatsächliche, sondern auf die voraussichtliche Dauer der Geschäftseinrichtung ankommt (vgl. BFH-Urteil vom 28. Juni 2006 I R 92/05, BStBl II 2007, 100).
- FG Köln, 18.09.2014 - 4 K 1753/11
DBA Belgien: Inländische Betriebsstätte eines "Submaklers" bei Tätigwerden in …
Das sei nach den Ausführungen im BFH-Urteil vom 28.6.2006 I R 92/05 (BFHE 214, 295, BStBl 2007, 100) nicht der Fall, wenn die Geschäftseinrichtung während der Abwesenheit des selbstständig Tätigen der gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit eines anderen Unternehmers zuzuordnen sei.Das ist nicht der Fall, wenn die Geschäftseinrichtung während der Abwesenheit des Steuerpflichtigen der gewerblichen oder freien Tätigkeit eines anderen Unternehmers zuzuordnen ist (BFH-Urteil vom 28. Juni 2006 I R 92/05, BFHE 214, 295, BStBl II 2007, 100).
- FG Baden-Württemberg, 19.12.2008 - 3 V 2830/07
Keine feste Einrichtung im Sinne des Art. 14 DBA Schweiz bei sog. Room-Sharing
- FG München, 03.06.2016 - 1 K 848/13
Berücksichtigung negativer Einkünfte aus einer festen Einrichtung einer …
- FG München, 31.05.2017 - 9 K 3041/15
Rechtmäßigkeit eines Einkommensteuerbescheides
- FG Hessen, 02.06.2024 - 8 K 501/21
Berücksichtigung von negativen ausländischen Einkünften aus Gewerbebetrieb für …
- FG Münster, 13.05.2025 - 2 K 2954/17
Doppelbesteuerung - Besteuerungsrecht Deutschlands für betriebliche Gewinne und …
- FG Düsseldorf, 11.10.2013 - 13 K 4438/12
Besteuerungsrecht für Arbeitslohn im Rahmen der OSZE-Mission im Kosovo - …
- FG Hessen, 02.07.2024 - 8 K 501/21
- FG Düsseldorf, 01.12.2025 - 14 K 1581/22
Deutsches Besteuerungsrecht an Vergütungen für eine Tätigkeit als "Verwalter" …
- FG Bremen, 14.06.2012 - 1 K 122/10
Kein Betriebsausgabenabzug einer Ärzte-Personengesellschaft für die Kosten der …
- FG Köln, 26.08.2008 - 1 K 6096/04
Gesonderte Feststellung von Einkünften aus selbstständiger schriftstellerischer …
- FG München, 22.07.2008 - 6 V 554/08
Betriebsstätte in Spanien - nicht dauernd benutzte feste Einrichtung - …
- FG Berlin-Brandenburg, 11.12.2012 - 8 K 8084/10
Abkommensrechtlicher Begriff der "festen Einrichtung" im DBA Portugal …
- FG Niedersachsen, 06.10.2011 - 6 K 333/09
Begründung einer Betriebsstätte durch die leihweise Nutzung von Schlachtbänken …
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Rechtsprechung
| BFH, 26.09.2006 - X R 39/05 |
Volltextveröffentlichungen (6)
- lexetius.com
AO 1977 § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3, § 363 Abs. 2; FGO § 102 Satz 2
- Judicialis
AO 1977 § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3; ; AO 1977 § 363 Abs. 2; ; FGO § 102 Satz 2
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- Simons & Moll-Simons
AO 1977 § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3, § 363 Abs. 2; FGO § 102 Satz 2
- rechtsportal.de
Fortsetzung eines kraft Gesetzes ruhenden Einspruchsverfahrens durch Entscheidung der Finanzbehörde; Voraussetzung der sog. gesetzlichen Zwangsruhe; keine Teileinspruchsentscheidungen; Ergänzung einer Ermessensentscheidung; Geltendmachung der Rechtswidrigkeit des ...
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (3)
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Ende der Zwangsruhe
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Pflicht zur Offenlegung der Ermessensentscheidung der Finanzbehörde bei Fortsetzung des Einspruchverfahrens; Voraussetzung einer gesetzlichen Zwangsruhe des Steuerverfahrens; Abwarten auf den Ausgang eines Musterverfahrens als Zweck der gesetzlichen Zwangsruhe
- datenbank.nwb.de (Kurzinformation)
Fortsetzung eines kraft Gesetzes ruhenden Einspruchsverfahrens durch Entscheidung der Finanzbehörde
Sonstiges
Verfahrensgang
- FG Düsseldorf, 20.10.2005 - 15 K 4546/03
- BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Papierfundstellen
- BFHE 215, 1
- NVwZ-RR 2007, 69
- BB 2007, 202
- DB 2007, 268
- BStBl II 2007, 222
- StB 2007, 46
Wird zitiert von ... (27) Zitiert selbst (19)
- BFH, 06.07.1999 - IV B 14/99
Einspruch als bloßes Mittel zur Offenhaltung eines Steuerfalles
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
a) Der erkennende Senat folgt der herrschenden Meinung, wonach § 363 Abs. 2 Satz 4 AO 1977 auch in den Fällen der gesetzlichen Zwangsruhe zum Tragen kommt (so bereits beiläufig BFH-Beschluss vom 6. Juli 1999 IV B 14/99, BFH/NV 1999, 1587; AEAO zu § 363 Nr. 3;… Birkenfeld in HHSp, a.a.O., § 363 AO Rz. 202;… Klein/ Brockmeyer, a.a.O., § 363 Rz. 25;… Tipke in Tipke/Kruse, a.a.O., § 363 AO Tz. 27; a.A. FG Niedersachsen, Urteil vom 2. März 1999 I 36/98, juris Nr: STRE997097070; Löhlein, DStR 1998, 282; Tiedchen, BB 1996, 1033; Thouet/Thouet, Deutsche Steuer-Zeitung 1999, 87).Der Einspruchsführer hat zwar kein subjektives Recht darauf, dass die Finanzbehörde von einer Fortsetzung des Einspruchsverfahrens vor Beendigung der gesetzlichen Zwangsruhe absieht (BFH-Beschluss in BFH/NV 1999, 1587).
Der erkennende Senat weicht mit seiner Entscheidung nicht vom BFH-Beschluss in BFH/NV 1999, 1587 ab.
- FG Münster, 04.05.2000 - 3 K 8622/97
Kostentragung bei Fortsetzung eines gesetzlich ruhenden Einspruchsverfahrens …
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Er hat aber einen Anspruch auf rechtmäßige Ausübung des pflichtgemäßen Ermessens (ebenso FG Hamburg, Urteil vom 28. November 2005 VII 126/02, EFG 2006, 786; FG Münster, Urteil vom 4. Mai 2000 3 K 8622/97 VSt, EFG 2000, 911; FG Niedersachsen, Beschluss vom 20. August 1998 I 76/98, juris Nr: STRE997058970;… Klein/Brockmeyer, a.a.O., § 363 Rz. 23;… Pahlke/Koenig/Pahlke, a.a.O., § 363 Rz. 54;… Tipke in Tipke/Kruse, a.a.O., § 363 AO Tz. 28; a.A. FG München, Urteil vom 12. Dezember 2002 15 K 4395/00, Die Information über Steuer und Wirtschaft --Inf-- 2003, 202; von Wedelstädt, DB 1994, 1260).Für das weitere Verfahren weist der erkennende Senat --ohne allerdings die Beteiligten binden zu wollen-- darauf hin, dass sich aus Sinn und Zweck der Regelung des § 363 Abs. 2 Satz 2 AO 1977 nicht die grundsätzliche Pflicht der Finanzbehörde ergibt, den Ausgang des Musterverfahrens abzuwarten (so aber FG Münster in EFG 2000, 911).
- BFH, 25.11.2003 - II B 68/02
Aussetzung nach § 74 FGO
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
a) Voraussetzung dieser sog. gesetzlichen Zwangsruhe gemäß § 363 Abs. 2 Satz 2 AO 1977 ist mithin, dass sich ein Einspruchsführer zur Begründung seines Einspruchs auf ein bei einem der oben genannten Gerichte anhängiges Verfahren beruft, das noch nicht abgeschlossen ist (BFH-Beschluss vom 25. November 2003 II B 68/02, BFH/NV 2004, 462).b) Entgegen der Auffassung des FA folgt aus dem BFH-Beschluss in BFH/NV 2004, 462 nicht, dass es auf das Vorliegen der Voraussetzungen dieses Satzes 4 nicht ankäme.
- BFH, 08.11.2006 - X R 45/02
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung vor 2005 sind trotz Inkrafttretens …
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Hiervon sei derzeit noch das zuletzt unter dem Az. X R 45/02 geführte Verfahren offen.Ihren Einspruch hat die Klägerin u.a. auf das beim BFH anhängige Revisionsverfahren XI R 20/02 (derzeitiges Az. beim BFH: X R 45/02) gestützt.
- BFH, 27.09.1994 - VIII R 36/89
Verpflichtungsklage gegen Ablehnung eines Antrags auf schlichte Änderung mangels …
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Diese Vorschrift lässt daher grundsätzlich Teileinspruchsentscheidungen über einzelne entscheidungserhebliche Sach- oder Rechtsfragen oder über Teile des Streitgegenstands nicht zu (BFH-Urteil vom 27. September 1994 VIII R 36/89, BFHE 176, 289, BStBl II 1995, 353, m.w.N.). - BFH, 14.07.2004 - IX R 13/01
Keine Berücksichtigung von Spekulationsverlusten der Jahre 1997 und 1998
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Denn dieses Begehren hat sie nur für den Fall der Abweisung ihres Antrags auf isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung geltend gemacht (BFH-Urteil vom 14. Juli 2004 IX R 13/01, BFHE 206, 316, BStBl II 2005, 125). - BFH, 06.10.1995 - III R 52/90
Kostenentscheidung, wenn das BVerfG eine Norm für verfassungswidrig, aber für …
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Denn auch die Regelung des § 363 Abs. 2 Satz 2 AO 1977 dient nicht dem Zweck, den Steuerfall möglichst lange offenzulassen (BFH-Urteil vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20). - BVerfG, 05.08.1998 - 1 BvR 472/98
Verfassungsrechtliche Prüfung einer letztinstanzlichen, nur knapp begründenen …
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Denn auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht müssen staatliche Einrichtungen das Gleichbehandlungsgebot des Art. 3 Abs. 1 GG beachten (BVerfG, Kammerbeschluss vom 5. August 1998 1 BvR 472/98, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1999, 207). - FG Hamburg, 28.11.2005 - VII 126/02
Verfahrensrecht, Einkommensteuerrecht: Zwangsruhe des Einspruchsverfahrens, …
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Er hat aber einen Anspruch auf rechtmäßige Ausübung des pflichtgemäßen Ermessens (ebenso FG Hamburg, Urteil vom 28. November 2005 VII 126/02, EFG 2006, 786; FG Münster, Urteil vom 4. Mai 2000 3 K 8622/97 VSt, EFG 2000, 911; FG Niedersachsen, Beschluss vom 20. August 1998 I 76/98, juris Nr: STRE997058970;… Klein/Brockmeyer, a.a.O., § 363 Rz. 23;… Pahlke/Koenig/Pahlke, a.a.O., § 363 Rz. 54;… Tipke in Tipke/Kruse, a.a.O., § 363 AO Tz. 28; a.A. FG München, Urteil vom 12. Dezember 2002 15 K 4395/00, Die Information über Steuer und Wirtschaft --Inf-- 2003, 202; von Wedelstädt, DB 1994, 1260). - BFH, 02.06.2004 - IV B 56/02
Ermessensentscheidung - nachträgliche Ergänzung
Auszug aus BFH, 26.09.2006 - X R 39/05
Eine zulässige Ergänzung einer Ermessensentscheidung kommt jedoch dann nicht in Betracht, wenn das Ermessen im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens erstmals ausgeübt wird (BFH-Beschlüsse vom 2. Juni 2004 IV B 56/02, BFH/NV 2004, 1536, …und vom 9. November 2004 VI B 39/02, BFH/NV 2005, 378). - BFH, 09.11.2004 - VI B 39/02
Erstmalige Ermessenserwägung im finanzgerichtlichen Verfahren
- BFH, 19.08.1982 - IV R 185/80
Vorverfahren - Beiladung - Wiederholung des Vorverfahrens - Aufhebung der …
- BFH, 19.12.1995 - III R 100/90
Rechtsbehelfe - Einspruch - Rechtsbehelfsentscheidung - Rechtsbehelfseinlegung
- FG München, 12.12.2002 - 15 K 4395/00
Kein Anspruch des Einspruchsführers gegen das Finanzamt auf Ruhen seines …
- BVerfG, 06.03.2002 - 2 BvL 17/99
Pensionsbesteuerung
- BFH, 27.11.1996 - X R 20/95
Vorläufigkeit wegen anhängiger Verfassungsbeschwerde
- BFH, 21.07.2004 - X R 72/01
Kinderbetreuungskosten; Rentenversicherungsbeiträge keine vorweggenommenen WK
- FG Düsseldorf, 20.10.2005 - 15 K 4546/03
Einspruchsverfahren; Zwangruhe; Entscheidungsbefugnis; …
- BFH, 14.05.1998 - X R 38/93
Beiträge eines Arbeitnehmers - Gesetzliche Rentenversicherung - Vorab entstandene …
- BFH, 30.09.2010 - III R 39/08
Inhaltliche Bestimmtheit eines Vorläufigkeitsvermerks nach § 165 Abs. 1 Satz 2 …
Auch Art. 19 Abs. 4 GG gebietet es nicht, Einspruchsverfahren möglichst lange offen zu halten, damit der Steuerpflichtige an künftigen Änderungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu derzeit nicht streitigen Rechtsfragen teilhaben kann (z.B. BFH-Urteile vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20; vom 26. September 2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter 6.;… BFH-Beschluss vom 6. Juli 1999 IV B 14/99, BFH/NV 1999, 1587).Der Einspruchsführer muss in der Begründung seines Einspruchs die Rechtsfragen darlegen und sich auf dazu anhängige konkrete Verfahren berufen (BFH-Urteile vom 27. April 2006 IV R 18/04, BFH/NV 2006, 2017, und in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222).
Ruht das Verfahren wie im Streitfall wegen einer durch den BFH zu klärenden Rechtsfrage, endet die Verfahrensruhe mit der Entscheidung des anhängigen Verfahrens, auf das sich der Einspruchsführer berufen hat (…vgl. BFH-Beschlüsse vom 25. November 2003 II B 68/02, BFH/NV 2004, 462;… vom 24. Oktober 2006 X B 39/04, BFH/NV 2007, 258; BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II.3.b).
Das FA kann über den noch offenen Teil des Einspruchs ohne vorherige Mitteilung entscheiden, z.B. auch durch Allgemeinverfügung; eine Mitteilung nach § 363 Abs. 2 Satz 4 AO ist nur erforderlich, wenn das FA das Einspruchsverfahren trotz andauernder Zwangsruhe fortsetzen will (BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222).
- BFH, 23.01.2013 - X R 32/08
Beendigung der Verfahrensruhe im Einspruchsverfahren durch Vorläufigkeitsvermerk …
Wie dem Senatsurteil vom 26. September 2006 X R 39/05 (BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222) zu entnehmen sei, umfasse § 363 Abs. 2 Satz 2 AO auch Parallelverfahren.Dieses Begehren haben sie ausdrücklich nur für den Fall der Abweisung ihres Antrags auf isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung geltend gemacht (siehe dazu Senatsurteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, m.w.N.).
Rn. 27 Die Verfahrensruhe beginnt und endet mit Eintritt und Fortfall ihrer Voraussetzungen automatisch (vgl. hierzu BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222).
Rn. 30 Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Senatsurteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222.
Die Fortsetzungsmitteilung ist eine Ermessensentscheidung; der Einspruchsführer hat zwar kein subjektives Recht darauf, dass die Finanzbehörde von einer Fortsetzung des Einspruchsverfahrens vor Beendigung der gesetzlichen Zwangsruhe absieht, er hat aber einen Anspruch auf rechtmäßige Ausübung des pflichtgemäßen Ermessens (so Senatsurteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, m.w.N.).
Rn. 37 Die Entscheidung des FA, das Einspruchsverfahren fortsetzen zu wollen, war ermessensgerecht; insbesondere hatte das FA zum Ausdruck gebracht, weshalb es im konkreten Einzelfall die gesetzliche Zwangsruhe beendet hat (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II.4.).
Mit dem Schreiben vom 2. Januar 2006 konnte das FA diese Erwägungen zulässigerweise präzisieren, da eine Finanzbehörde gemäß § 102 Satz 2 FGO ihre Ermessenserwägungen hinsichtlich eines Verwaltungsakts bis zum Abschluss der Tatsacheninstanz eines finanzgerichtlichen Verfahrens ergänzen kann (vgl. statt vieler Senatsurteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222).
Art. 19 Abs. 4 GG verpflichtet nicht dazu, Einspruchsverfahren möglichst lange offenhalten zu können, damit der Steuerpflichtige an künftigen Änderungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu derzeit nicht streitigen Rechtsfragen teilhaben kann (ständige BFH-Rechtsprechung, z.B. Urteile vom 6. Oktober 1995 III R 52/90, BFHE 178, 559, BStBl II 1996, 20; in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II.6.;… Beschluss vom 6. Juli 1999 IV B 14/99, BFH/NV 1999, 1587).
Auch § 363 Abs. 2 Satz 2 AO dient nicht diesem Zweck (vgl. Senatsurteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II.4.).
- FG Baden-Württemberg, 27.05.2008 - 4 K 340/06
Beendigung der gesetzlichen Verfahrensruhe durch vorläufige Steuerfestsetzung in …
Sie sind ergänzend der Auffassung, die vom BFH durch Urteil vom 26. September 2006 X R 39/05 (BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222) entschiedene Rechtsfrage sei mit dem ihrem Streitfall zugrundeliegenden Rechtsproblem identisch.Er widerspricht der Ansicht der Kl zu den aus der BFH-Entscheidung in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222 für den Streitfall zu gewinnenden Erkenntnissen.
Wie der BFH mit Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222 (unter II. 3. b.) explizit ausgeführt hat, endet in einem solchen Fall die gesetzliche Zwangsruhe "automatisch", weil es am Tatbestandsmerkmal der Anhängigkeit des Verfahrens fehlt.
Etwas anderes folgt auch nicht aus dem BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222 (unter II. 1. d.), auf das die Kl sich berufen.
Indessen übersehen die Kl, dass in dem dem BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222 zugrundeliegenden Sachverhalt die dortige Klägerin - anders als im Streitfall die Kl - ihren Einspruch explizit gerade auf das beim BFH noch anhängige Revisionsverfahren X R 45/02 (beim BFH zunächst geführt unter dem Az. XI R 20/02) gestützt hatte (vgl. ausdrücklich die Sachverhaltswiedergabe im BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II. 1. b.).
Einer solchen Ermessensbetätigung im Rahmen des § 363 Abs. 2 Satz 4 AO bedurfte es auf Seiten des Bekl nicht, da die gesetzliche Verfahrensruhe bereits "automatisch" (BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II. 3. b;… Pahlke in Pahlke/Koenig, AO, § 363 Rz. 49) beendet war.
Zwar ist die Finanzbehörde in den Fällen des § 363 Abs. 2 Satz 4 AO gehalten, nach pflichtgemäßem Ermessen unter angemessener Berücksichtigung der schützenswerten Belange des Einspruchsführers, das Einspruchsverfahren bis zum Abschluss des Musterverfahrens offenzuhalten, über die Verfahrensfortsetzung zu entscheiden (vgl. im Einzelnen BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II. 5. und II. 6.) und dem Einspruchsführer ihre Entscheidung, das Einspruchsverfahren fortzusetzen, anschließend zunächst förmlich mitzuteilen.
Ein solches "Entschleunigungsgebot" existiert nicht (BFH-Urteil in BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, unter II. 6.; möglicherweise anderer Auffassung: Niedersächsisches FG, Urteil vom 12. Dezember 2007 7 K 249/07, juris, unter 1.).
- BFH, 21.04.2026 - VIII R 27/23
Zur Revision einer bereits während des Klageverfahrens vollbeendeten …
Rn. 40 Mit dem Eintritt des B als prozessualem Rechtsnachfolger der Klägerin ist die im Einspruchsverfahren unterlassene Hinzuziehung jedoch geheilt worden (im Ergebnis ebenso BFH-Beschluss vom 25.04.2006 - VIII R 52/04, BFHE 214, 40, BStBl II 2006, 847, unter II.B.1. [Rz 55]; von Wedelstädt, AO-StB 2007, 46, 48; Bartone in Gosch, AO § 360 Rz 62 f.;… Koenig/Cöster, Abgabenordnung, 6. Aufl., § 360 Rz 49 f.; wohl auch Leipold in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 360 AO Rz 182 f., 186). - FG München, 27.01.2010 - 9 K 3140/09
Voraussetzungen für eine Verfahrensruhe - Isolierte Anfechtung der …
Darüber hinaus kann die Rechtswidrigkeit der Ablehnung bzw. des Widerrufs des Ruhens des Verfahrens nur durch Klage gegen die Einspruchsentscheidung geltend gemacht werden (vgl. § 363 Abs. 3 AO; BFH- Urteil vom 26. September 2006 - X R 39/05, BStBl II 2007, 222).Es muss daher eine auch in dem Einspruchsverfahren entscheidungserhebliche Rechtsfrage betreffen (BFH in BStBl II 2007, 222).
34 Unerheblich ist in diesem Zusammenhang auch, dass der BFH durch sein Urteil in BStBl II 2007, 222 bereits entschieden hat, dass die Fortsetzungsmitteilung einen Verwaltungsakt darstellt, der im pflichtgemäßen Ermessen des FA steht und dieses daher ihre Ermessenserwägungen offen legen muss.
Denn die Finanzbehörde kann in einem Fall, in dem die Rechtsfrage in einem Musterverfahren bereits höchstrichterlich geklärt ist und nur noch Parallelverfahren anhängig sind, im Rahmen seines pflichtgemäßen Ermessens, welches sie aber darzulegen hat, durch rechtsgestaltenden Verwaltungsakt entscheiden, dass das Einspruchsverfahren fortgesetzt wird (BFH in BStBl II 2007, 222 m.w.N.).
Ein solches "Entschleunigungsgebot" existiert nicht (BFH in BStBl II 2007, 222 m.w.N.).
Der bloße Hinweis im Schriftsatz vom 9. Oktober 2009, die engen Grenzen der Ermessensentscheidung, wie sie sich aus dem BFH-Urteil in BStBl II 2007, 222 ergäben, seien nicht einzuhalten, genügt dem nicht.
Dies entspricht den Grundsätzen des BFH-Urteils in BStBl II 2007, 222 und ist nicht zu beanstanden.
- FG Niedersachsen, 28.04.2010 - 2 K 77/09
Erheblichkeit der Entscheidung der Vorinstanz und die voraussichtliche …
Das besondere Rechtsschutzinteresse der Kläger beruht auf dem Umstand, dass gemäß § 363 Abs. 3 AO die Ablehnung des Ruhen des Verfahrens nur durch die Klage gegen die Einspruchsentscheidung geltend gemacht werden kann (vgl. BFH-Urteil vom 26. September 2006, X R 39/05, BStBl. II 2007, 222).Ferner muss dieses anhängige Musterverfahren für das Einspruchsverfahren von präjudizieller Bedeutung sein und daher eine auch in dem Einspruchsverfahren entscheidungserhebliche Rechtsfrage betreffen (BFH-Urteil vom 26. September 2006, X R 39/05, a.a.O.).
Die Fortsetzungsmitteilung ist ein rechtsgestaltender Verwaltungsakt, welcher im Ermessen der Finanzbehörde steht (BFH-Urteil vom 29. September 2006, X R 39/05, a.a.O.).
Das FA hätte aber begründen müssen, weshalb ein das Interesse der Kläger überwiegendes Interesse des FA an der Fortsetzung des Einspruchsverfahrens bestand (vgl. BFH-Urteil vom 29. September 2006, X R 39/05, a.a.O.).
- BFH, 01.07.2008 - II R 2/07
Begründung des Auswahlermessens bei Inanspruchnahme des Beschenkten trotz …
Die Finanzbehörde kann danach bereits an- oder dargestellte Ermessenserwägungen vertiefen, verbreitern und verdeutlichen; sie ist jedoch nicht befugt, Ermessenserwägungen im finanzgerichtlichen Verfahren erstmals anzustellen, die Ermessensgründe auszuwechseln oder vollständig nachzuholen (BFH-Urteile vom 11. März 2004 VII R 52/02, BFHE 205, 14, BStBl II 2004, 579, und vom 26. September 2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222;… BFH-Beschlüsse vom 2. Juni 2004 IV B 56/02, BFH/NV 2004, 1536, …und vom 9. November 2004 VI B 39/02, BFH/NV 2005, 378). - FG Hamburg, 31.07.2009 - 1 K 4/09
Berechtigtes Interesse an der isolierten Aufhebung einer Einspruchsentscheidung …
Die Vorschrift des § 363 Abs. 2 Satz 2 AO dient jedoch nicht einem Interesse des Einspruchsführers, von künftigen Rechtsprechungsänderungen zu derzeit nicht streitigen Fragen zu profitieren und allein deshalb den Steuerfall möglichst lange offenzuhalten (BFH-Urteil vom 26.09.2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222 m.w.N.;… Pahlke in Pahlke/Koenig, AO, 2. Auflage 2009, § 363 Rz. 3 und 45 m.w.N.;… Birkenfeld in Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO/FGO, § 363 AO Rz. 125 f.;… Tipke in Tipke/Kruse, AO/FGO, § 363 AO Rz. 19).Des Weiteren zeigt die Regelung in § 363 Abs. 2 Satz 4 AO, die auch im Fall der gesetzlichen Zwangsruhe anzuwenden wäre (BFH-Urteil vom 26.09.2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222), dass das Ruhen kraft Gesetzes auch vor dem Abschluss anhängiger Musterverfahren durch ein Verhalten des Steuerpflichtigen oder der Finanzbehörde beendet werden kann.
Ein solches "Entschleunigungsgebot" existiert nicht (BFH-Urteil vom 26.09.2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222).
Ein "Zurückversetzen" des Verfahrens in das Stadium des Einspruchsverfahrens kommt nach dem Vorgenannten nicht in Betracht (vergleiche auch FG Hamburg, Urteil vom 28.11.2005, VII 126/02, EFG 2006, 786; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 27.05.2008, 4 K 340/06, EFG 2008, 1352; FG Düsseldorf, Urteil vom 20.10.2005, 5 K 4546/03 E; BFH-Urteil vom 26.09.2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, zu II.6.).
- FG Hamburg, 31.07.2009 - 1 K 25/09
Berechtigtes Interesse an der isolierten Aufhebung einer Einspruchsentscheidung
Die Vorschrift des § 363 Abs. 2 Satz 2 AO dient jedoch nicht einem Interesse des Einspruchsführers, von künftigen Rechtsprechungsänderungen zu derzeit nicht streitigen Fragen zu profitieren und allein deshalb den Steuerfall möglichst lange offenzuhalten (BFH-Urteil vom 26.09.2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222 m.w.N.;… Pahlke in Pahlke/Koenig, AO, 2. Auflage 2009, § 363 Rz. 3 und 45 m.w.N.;… Birkenfeld in Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO/FGO, § 363 AO Rz. 125 f.;… Tipke in Tipke/Kruse, AO/FGO, § 363 AO Rz. 19).Des Weiteren zeigt die Regelung in § 363 Abs. 2 Satz 4 AO, die auch im Fall der gesetzlichen Zwangsruhe anzuwenden wäre (BFH-Urteil vom 26.09.2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222), dass das Ruhen kraft Gesetzes auch vor dem Abschluss anhängiger Musterverfahren durch ein Verhalten des Steuerpflichtigen oder der Finanzbehörde beendet werden kann.
Ein solches "Entschleunigungsgebot" existiert nicht (BFH-Urteil vom 26.09.2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222).
Ein "Zurückversetzen" des Verfahrens in das Stadium des Einspruchsverfahrens kommt nach dem Vorgenannten nicht in Betracht (vergleiche auch FG Hamburg, Urteil vom 28.11.2005, VII 126/02, EFG 2006, 786; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 27.05.2008, 4 K 340/06, EFG 2008, 1352; FG Düsseldorf, Urteil vom 20.10.2005, 5 K 4546/03 E; BFH-Urteil vom 26.09.2006 X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222, zu II.6.).
- BFH, 11.08.2023 - VI B 74/22
Übermittlung elektronischer Dokumente durch Steuerberater ab dem 01.01.2023
Denn die Beantwortung der Frage, ob das anhängige Musterverfahren für das Einspruchsverfahren von präjudizieller Bedeutung ist, das heißt, eine auch in dem Einspruchsverfahren entscheidungserhebliche Rechtsfrage betrifft (s. BFH-Urteil vom 26.09.2006 - X R 39/05, BFHE 215, 1, BStBl II 2007, 222), hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. - FG Hamburg, 31.07.2009 - 1 K 24/09
Kein Anspruch auf isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung, falls sich im …
- FG Hamburg, 31.07.2009 - 1 K 23/09
Kein Anspruch auf isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung, falls sich im …
- FG Hamburg, 31.07.2009 - 1 K 8/09
Kein Anspruch auf isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung, falls sich im …
- BFH, 14.03.2012 - X R 50/09
Teileinspruchsentscheidung bezüglich unstreitiger Bestandteile des Bescheids …
- BFH, 30.01.2007 - X B 1/06
Abziehbarkeit von Altersvorsorgeaufwendungen; Darlegung der grundsätzlichen …
- FG Köln, 09.05.2012 - 5 K 3528/11
Europäischer Gerichtshof, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, …
- FG Hamburg, 24.11.2022 - 6 K 207/21
Erste Tätigkeitsstätte bei fliegendem Personal - Rechtsmittelverfahren vor dem …
- BFH, 23.06.2017 - X B 152/16
Vorläufigkeitsvermerk - Teil-Einspruchsentscheidung und Zwangsruhe
- FG Köln, 09.05.2012 - 5 K 3607/11
Keine Zwangsruhe wegen Verfahren vor dem EGMR
- FG Baden-Württemberg, 12.02.2009 - 3 K 1217/07
Rückwirkende Verlängerung der Veräußerungsfrist für Grundstücke ist …
- FG Baden-Württemberg, 25.11.2008 - 4 K 4500/08
Hinreichende Bestimmtheit von Vorläufigkeitsvermerken - Begründung der …
- FG Niedersachsen, 16.11.2011 - 3 K 269/11
Anspruch auf Verfahrensruhe im Einspruchsverfahren wegen eines anhängigen …
- FG Sachsen, 16.12.2020 - 2 K 1710/19
Sachdienlichkeit des Erlasses der Teileinspruchsentscheidung hinsichtlich …
- BFH, 29.05.2007 - X B 66/06
Erledigung der Hauptsache; Entscheidung des BVerfG zum Halbteilungsgrundsatz
- FG Hamburg, 17.08.2009 - 5 K 208/08
Rechtmäßigkeit einer Teileinspruchsentscheidung über von den Einspruchsführern …
- FG Nürnberg, 20.07.2023 - 8 K 431/22
Steuerpflicht und Krankenversicherung
- FG Thüringen, 18.04.2012 - 3 K 257/11
Zweckmäßigkeit der Verfahrensruhe gemäß § 363 Abs. 2 Satz 1 AO - Keine …
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Rechtsprechung
| BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06 |
Volltextveröffentlichungen (7)
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GG Art. 80 Abs. 1 Satz 2, Art. 80 Abs. 1 Satz 3, VO Nr. 1788/2003 Art. 1 Abs. 1; MOG § 1 Abs. 2, § 12 Abs. 2; MilchAbgV § 19; AO 1977 § 150, § 168; FGO § 69 Abs. 3
- Judicialis
GG Art. 80 Abs. 1 Satz 2; ; GG Art. 80 Abs. 1 Satz 3; ; VO Nr. 1788/2003 Art. 1 Abs. 1; ; MOG § 1 Abs. 2; ; MOG § 12 Abs. 2; ; MilchAbgV § 19; ; AO 1977 § 150; ; AO 1977 § 168; ; FGO § 69 Abs. 3
- IWW
- rechtsportal.de
Milchabgabe: Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht
- datenbank.nwb.de
Milchabgabe: Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Milchabgabe
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Erhebung einer Abgabe für vermarktete, die einzelstaatliche Referenzmenge überschreitenden Mengen von Kuhmilch oder anderen Milcherzeugnissen aufgrund gemeinschaftsrechtlicher Grundlage; Nationale Rechtsgrundlage für die Festsetzung der Milchabgabe; Verstoß gegen das ...
Verfahrensgang
- FG Mecklenburg-Vorpommern, 10.02.2006 - 3 V 126/05
- BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
Papierfundstellen
- BFHE 215, 418
- BB 2007, 92
- StB 2007, 46
Wird zitiert von ... (17) Zitiert selbst (10)
- BFH, 25.09.2003 - VII B 309/02
Ausschluss der Saldierung auf Molkereiebene zwischen Erzeugern aus den alten und …
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
a) Der Senat hat bereits zur früheren Milch-Garantiemengen-Verordnung (MGV) entschieden, dass insoweit § 12 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 1 Abs. 2 MOG eine ausreichend bestimmte Ermächtigungsgrundlage i.S. des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG darstellt und dass die in jener Vorschrift enthaltene dynamische Verweisung auf das Gemeinschaftsrecht verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht (vgl. Senatsbeschluss vom 25. September 2003 VII B 309/02, BFHE 203, 243, m.w.N.).b) Des Weiteren hat sich der Senat in dem Beschluss in BFHE 203, 243 der Auffassung des BVerwG angeschlossen, dass ein Verstoß gegen das Zitiergebot des Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG nicht darin zu sehen ist, dass in einer Rechtsverordnung lediglich das zugrunde liegende einzelstaatliche förmliche Parlamentsgesetz, nicht jedoch auch die gemeinschaftsrechtliche Rechtsgrundlage angegeben ist (vgl. BVerwG-Urteil vom 20. März 2003 3 C 10.02, BVerwGE 118, 70).
- BVerfG, 11.10.1994 - 2 BvR 633/86
'Kohlepfennig'
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
Das BVerfG hat Kriterien entwickelt, nach denen sich außersteuerliche Abgaben von Steuern unterscheiden lassen, um die bundesstaatliche Finanzverfassung sowie die Budgethoheit des Parlaments vor Störungen zu schützen und den Erfordernissen des Individualschutzes der Steuerpflichtigen Rechnung zu tragen, und hat Sonderabgaben nur in engen verfassungsrechtlichen Grenzen für zulässig erachtet (BVerfG-Urteil vom 6. November 1984 2 BvL 19, 20/83, 2 BvR 363, 491/83, BVerfGE 67, 256; BVerfG-Beschluss vom 11. Oktober 1994 2 BvR 633/86, BVerfGE 91, 186). - BVerfG, 06.11.1984 - 2 BvL 19/83
Investitionshilfegesetz
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
Das BVerfG hat Kriterien entwickelt, nach denen sich außersteuerliche Abgaben von Steuern unterscheiden lassen, um die bundesstaatliche Finanzverfassung sowie die Budgethoheit des Parlaments vor Störungen zu schützen und den Erfordernissen des Individualschutzes der Steuerpflichtigen Rechnung zu tragen, und hat Sonderabgaben nur in engen verfassungsrechtlichen Grenzen für zulässig erachtet (BVerfG-Urteil vom 6. November 1984 2 BvL 19, 20/83, 2 BvR 363, 491/83, BVerfGE 67, 256; BVerfG-Beschluss vom 11. Oktober 1994 2 BvR 633/86, BVerfGE 91, 186).
- BVerwG, 16.09.2004 - 3 C 35.03
Milch; Milchquote; Milch-Garantiemenge; Referenzmenge; staatliche Reserve; Abzug …
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
bb) Soweit sich die Beschwerde auf den vom BVerwG in seinem Urteil vom 16. September 2004 3 C 35.03 (BVerwGE 121, 382) festgestellten Paradigmenwechsel stützt, betrifft dieser --wie das BVerwG in dem Urteil ausdrücklich betont-- nur die Einführung eines neuen Systems für die Übertragung von Referenzmengen. - BVerwG, 20.03.2003 - 3 C 10.02
Zitiergebot bei Verordnungen; Milchquote; Anlieferungs-Referenzmenge; Abtretung …
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
b) Des Weiteren hat sich der Senat in dem Beschluss in BFHE 203, 243 der Auffassung des BVerwG angeschlossen, dass ein Verstoß gegen das Zitiergebot des Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG nicht darin zu sehen ist, dass in einer Rechtsverordnung lediglich das zugrunde liegende einzelstaatliche förmliche Parlamentsgesetz, nicht jedoch auch die gemeinschaftsrechtliche Rechtsgrundlage angegeben ist (vgl. BVerwG-Urteil vom 20. März 2003 3 C 10.02, BVerwGE 118, 70). - BFH, 31.05.2006 - VII B 48/05
Milchgarantiemengenabgabe; Verrechnung von Überlieferung bzw. Unterlieferung; …
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
Am Grundprinzip der Milchabgabenregelung, dass der Milcherzeuger für die Überschreitung der einzelbetrieblichen Referenzmenge durch Zahlung des auf ihn entfallenden Teils der Abgabe einzustehen hat (vgl. Senatsbeschluss vom 31. Mai 2006 VII B 48/05, zur Veröffentlichung bestimmt), hat sich durch die VO Nr. 1788/2003 und die Saldierungsregelungen ihres Art. 10 Abs. 3 nichts geändert. - BFH, 25.06.1998 - V B 104/97
Einspruchsfrist bei Steueranmeldungen
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
Die an das HZA gerichtete Steueranmeldung ist somit kein Verwaltungsakt, sondern eine Steuererklärung i.S. des § 150 AO 1977, die lediglich einem Verwaltungsakt gleichgestellt ist; die Wirkungen einer Steueranmeldung, die --wie im Streitfall-- keine Zustimmung der Finanzbehörde gemäß § 168 Satz 2 AO 1977 benötigt, treten mit ihrer Abgabe gegenüber der Finanzbehörde ein, einer gesonderten Bekanntgabe --wie sie die Beschwerde fordert-- bedarf es daher nicht (vgl. dazu: Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 25. Juni 1998 V B 104/97, BFHE 186, 297, BStBl II 1998, 649). - BFH, 14.12.1999 - VII R 9/99
Milchgarantiemengenabgaben - Fälligkeit - Verzinsung
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
Nach § 12 Abs. 1 Satz 1 MOG i.V.m. § 168 Satz 1 der Abgabenordnung (AO 1977) steht diese Abgabeanmeldung einer Abgabenfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung gleich (Senatsbeschluss vom 16. Juli 1985 VII B 53/85, BFHE 143, 523, BStBl II 1985, 553; Senatsurteil vom 14. Dezember 1999 VII R 9/99, BFHE 191, 162). - BFH, 16.07.1985 - VII B 53/85
Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung - Finanzrechtsweg - Milcherzeuger …
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
Nach § 12 Abs. 1 Satz 1 MOG i.V.m. § 168 Satz 1 der Abgabenordnung (AO 1977) steht diese Abgabeanmeldung einer Abgabenfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung gleich (Senatsbeschluss vom 16. Juli 1985 VII B 53/85, BFHE 143, 523, BStBl II 1985, 553; Senatsurteil vom 14. Dezember 1999 VII R 9/99, BFHE 191, 162). - BFH, 26.11.1998 - VII S 21/98
PKH; Rechtmäßigkeit der Milch-Garantiemengen-Abgabe
Auszug aus BFH, 28.11.2006 - VII B 54/06
Im Übrigen kann darauf verwiesen werden, dass die Milchabgabe sowohl vom beschließenden Senat als auch vom Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften mehrfach auf ihre Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht geprüft und bisher nicht grundsätzlich beanstandet worden ist (vgl. Senatsbeschluss vom 26. November 1998 VII S 21/98, BFH/NV 1999, 532, m.w.N.).
- FG Berlin-Brandenburg, 18.01.2012 - 1 K 1092/09
Erhebung der Milchabgabe verstößt nicht gegen höherrangiges Recht keine …
Der Bundesfinanzhof habe mit seinem Beschluss vom 28.11.2006 VII B 54/06 (BFHE 215, 418 , HFR 2007, 261, ZfZ 2007, 54) für einen Streitfall aus dem ZMZR 2004/2005 - also bei Geltung der VO (EG) Nr. 1788/2003 - seine frühere Rechtsprechung ausdrücklich bestätigt.Der Bundesfinanzhof habe zudem bereits mit Beschluss vom 10.02.2006 (VII B 54/06, BFHE 215, 418 , HFR 2007, 261, ZfZ 2007, 54) festgestellt, dass kein tatsächlicher und erst recht kein rechtlicher Zusammenhang zwischen der vom Milcherzeuger im Fall der Überlieferung zu zahlenden Milchabgabe und der Einführung des Börsensystems für die Übertragung der Referenzmengen erkennbar sei.
Wie der BFH bereits zur früheren MilchGarantiemengen-Verordnung - MGV - entschieden hat, stellt insoweit § 12 Abs. 2 Satz 1 i. V. m. § 1 Abs. 2 MOG eine ausreichend bestimmte Ermächtigungsgrundlage im Sinne des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG dar und entspricht die in jener Vorschrift enthaltene dynamische Verweisung auf das Gemeinschaftsrecht verfassungsrechtlichen Anforderungen (vgl. BFH-Beschlüsse vom 28.11.2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418 , HFR 2007, 261, ZfZ 2007, 54, und vom 25.09.2003 VII B 309/02, BFHE 203, 243 mit weiteren Nachweisen).
Darüber hinaus verweist der BFH in seinem Beschluss vom 28.11.2006 ( VII B 54/06, BFHE 215, 418 , HFR 2007, 261, ZfZ 2007, 54) auf die Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG -, dass ein Verstoß gegen das Zitiergebot des Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG nicht darin zu sehen sei, dass in einer Rechtsverordnung lediglich das zugrunde liegende einzelstaatliche förmliche Parlamentsgesetz, nicht jedoch auch die gemeinschaftsrechtliche Rechtsgrundlage angegeben sei (vgl. BVerwG-Urteil vom 20.03.2003 3 C 10.02, BVerwGE 118, 70 ).
Der BFH hat im Ergebnis in dem Umstand, dass die VO (EWG) Nr. 3950/92 des Rates vom 28.12.1992 über die Erhebung einer Zusatzabgabe im Milchsektor durch die VO (EG) Nr. 1788/2003 und die MGV durch die MilchAbgV abgelöst worden seien, keinen Anlass gesehen, von diesen Rechtsansichten abzugehen (BFH-Beschluss vom 28.11.2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418 , BFH/NV 2007, 381 ).
Auch wenn der vom BFH mit Beschluss vom 28.11.2006 ( VII B 54/06, BFHE 215, 418 , HFR 2007, 261, ZfZ 2007, 54) entschiedene Streitfall den ZMZR 2004/2005 - und damit nicht das vorliegend streitige Milchwirtschaftsjahr - betraf, sind Anhaltspunkte dafür, dass sich durch das Inkrafttreten der im ZMZR 2007/2008 geltenden MilchAbgV 2007 grundlegende Änderungen zur vorhergehenden Rechtslage ergeben hätten, nicht zu erkennen (vgl. hierzu auch VG Düsseldorf, Urteil vom 05.10.2011 10 K 4626/08, juris, zur MilchAbgV 2007).
Der BFH hat hierzu bereits mit Beschluss vom 28.11.2006 ( VII B 54/06, BFHE 215, 418 , HFR 2007, 261, ZfZ 2007, 54) festgestellt, dass der Paradigmenwechsel nur die Einführung eines neuen Systems für die Übertragung von Referenzmengen betreffe.
Damit lässt sich auch kein Grundrechtsverstoß oder ein Verstoß gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz bei der deutschen Umsetzung der gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben zur Erhebung einer Abgabe im Milchsektor feststellen (siehe auch Beschluss des FG Mecklenburg-Vorpommern vom 10.02.2006 3 V 126/05, juris; nachgehend BFH-Beschluss vom 28.11.2006 VII B 54/06).
- FG Hamburg, 20.03.2012 - 4 K 219/09
Marktordnungsrecht: Übereinstimmung der Milchabgabenregelungen mit Unionsrecht …
Diese Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof auch für die MilchAbgV und die für den Streitfall geltende VO Nr. 1788/2003 ausdrücklich bestätigt (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06).Die VO Nr. 1788/2003 regelt in Art. 1 Abs. 1 die Voraussetzungen für das Entstehen der Abgabenschuld, in Art. 2 die Höhe der Abgabe und in Art. 8 ff. die Berechnung der Abgabe, während die Durchführungsvorschriften der Verordnung (EG) Nr. 595/2004 der Kommission vom 30.03.2004 detaillierte Bestimmungen hin-sichtlich der Berechnung und der Zahlung der Abgabe enthalten - insofern wird den Anforderungen an den Bestimmtheitsgrundsatz Genüge getan (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06; FG Hamburg, Beschluss vom 25.01.2011, 4 V 177/10; FG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 12.11.2008, 3 K 416/07).
Der Bundesfinanzhof hat auf konkrete Regelungen der VO Nr. 1788/2003 als Regelung i. S. v. § 12 Abs. 2 MOG verwiesen, die er für die Bestimmung von Inhalt, Zweck und Ausmaß der gesetzlichen Ermächtigung als ausreichend ansieht (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06).
In seinem Beschluss vom 28.11.2006 (VII B 54/06) hat der Bundesfinanzhof eine Verfassungswidrigkeit der Milchquotenregelung verneint und u. a. ausgeführt, ein Milcherzeuger wisse, welche Referenzmenge von ihm beliefert werden könne und könne seine Produktion darauf einstellen und sie im Falle einer drohenden Überlieferung drosseln.
Rn. 46 In Bezug auf die MilchAbgV, der Vorgängervorschrift der MilchQuotV, hat der Bundesfinanzhof als ausreichend angesehen, dass die Voraussetzungen für das Entstehen der Abgabenschuld, die Höhe der Abgabe und die Berechnung der Abgabe in der VO Nr. 1788/2003 geregelt sind (Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06).
- FG Hamburg, 20.03.2012 - 4 K 204/09
Marktordnungsrecht: Übereinstimmung der Milchabgabenregelungen mit Unionsrecht …
Diese Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof auch für die MilchAbgV und die für den Streitfall geltende VO Nr. 1788/2003 ausdrücklich bestätigt (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06).Die VO Nr. 1788/2003 regelt in Art. 1 Abs. 1 die Voraussetzungen für das Entstehen der Abgabenschuld, in Art. 2 die Höhe der Abgabe und in Art. 8 ff. die Berechnung der Abgabe, während die Durchführungsvorschriften der Verordnung (EG) Nr. 595/2004 der Kommission vom 30.03.2004 detaillierte Bestimmungen hinsichtlich der Berechnung und der Zahlung der Abgabe enthalten - insofern wird den Anforderungen an den Bestimmtheitsgrundsatz Genüge getan (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06; FG Hamburg, Beschluss vom 25.01.2011, 4 V 177/10; FG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 12.11.2008, 3 K 416/07).
Der Bundesfinanzhof hat auf konkrete Regelungen der VO Nr. 1788/2003 als Regelung i. S. v. § 12 Abs. 2 MOG verwiesen, die er für die Bestimmung von Inhalt, Zweck und Ausmaß der gesetzlichen Ermächtigung als ausreichend ansieht (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06).
In seinem Beschluss vom 28.11.2006 (VII B 54/06) hat der Bundesfinanzhof eine Verfassungswidrigkeit der Milchquotenregelung verneint und u. a. ausgeführt, ein Milcherzeuger wisse, welche Referenzmenge von ihm beliefert werden könne und könne seine Produktion darauf einstellen und sie im Falle einer drohenden Überlieferung drosseln.
- FG Hamburg, 20.03.2012 - 4 K 29/08
Marktordnungsrecht: Übereinstimmung der Milchabgabenregelungen mit Unionsrecht …
Diese Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof auch für die MilchAbgV und die für den Streitfall geltende VO Nr. 1788/2003 ausdrücklich bestätigt (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 29.04.2010, 2 BvR 871/04).Die VO Nr. 1788/2003 regelt in Art. 1 Abs. 1 die Voraussetzungen für das Entstehen der Abgabenschuld, in Art. 2 die Höhe der Abgabe und in Art. 8 ff. die Berechnung der Abgabe, während die Durchführungsvorschriften der Verordnung (EG) Nr. 595/2004 der Kommission vom 30.03.2004 detaillierte Bestimmungen hinsichtlich der Berechnung und der Zahlung der Abgabe enthalten - insofern wird den Anforderungen an den Bestimmtheitsgrundsatz Genüge getan (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06; FG Hamburg, Beschluss vom 25.01.2011, 4 V 177/10, FG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 12.11.2008, 3 K 416/07).
Der Bundesfinanzhof hat auf konkrete Regelungen der VO Nr. 1788/2003 als Regelung i. S. v. § 12 Abs. 2 MOG verwiesen, die er für die Bestimmung von Inhalt, Zweck und Ausmaß der gesetzlichen Ermächtigung als ausreichend ansieht (BFH, Beschluss vom 28.11.2006, VII B 54/06).
In seinem Beschluss vom 28.11.2006 (VII B 54/06) hat der Bundesfinanzhof eine Verfassungswidrigkeit der Milchquotenregelung verneint und u. a. ausgeführt, ein Milcherzeuger wisse, welche Referenzmenge von ihm beliefert werden könne und könne seine Produktion darauf einstellen und sie im Falle einer drohenden Überlieferung drosseln.
- FG Bremen, 19.03.2015 - 4 K 21/14
Anforderungen an die Rechtmäßigkeit der Festsetzung einer Milchabgabe
a) So hat der beschließende Senat bereits zur früheren Milch-Garantiemengen-Verordnung -- MGV -- (i.d. Fassung der Bekanntmachung vom 21. März 1994, BGBl I 1994, 586) entschieden, dass § 8 Abs. 1 Satz 1 und § 12 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes zur Durchführung der Gemeinsamen Marktorganisationen -- MOG a.F.-- (i.d. Fassung der Bekanntmachung vom 27. August 1986, BGBl 1986, 1397) ausreichend bestimmte Ermächtigungsgrundlagen i.S. des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes ( GG ) sind und dass die in jenen Vorschriften über § 1 Abs. 2 MOG a.F. enthaltene dynamische Verweisung auf das Unionsrecht verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht (vgl. Senatsbeschluss vom 25. September 2003 VII B 309/02, BFHE 203, 243 , Zeitschrift für Zölle und Verbrauchsteuern --ZfZ-- 2004, 17, m.w.N.; ebenso Senatsbeschluss vom 28. November 2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418 , ZfZ 2007, 54).Auch die Rechtmäßigkeit der Vorgängerregelung der MilchAbgV, der Milchgarantiemengen-Verordnung, hat der BFH in verschiedenen Entscheidungen bestätigt (…vgl. Beschluss des BFH vom 11. November 2010 VII B 36/10 BFH/NV 2011, 1036; Beschluss des BFH vom 28. November 2006 VII B 54/06 BFHE 215, 418).
Diese Auffassung hat der BFH bereits in seinem Beschluss vom 28. November 2006 ( VII B 54/06 BFH/NV 2007, 381 ) vertreten und ausführlich begründet.
- BFH, 13.07.2017 - VII R 29/16
Festsetzung von Milchabgabe nach Ablauf des Zwölfmonatszeitraums 2014/2015
Die in § 40 Abs. 3 MilchQuotV beschriebene Abgabeanmeldung ist daher als eine Steueranmeldung i.S. des § 167 Abs. 1 Satz 1 AO anzusehen, die nach § 168 Satz 1 AO einer Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachprüfung gleichsteht (…ständige Rechtsprechung: vgl. Senatsurteil vom 25. Juli 1995 VII R 71/94, BFH/NV 1996, 92, ZfZ 1995, 388; Senatsbeschluss vom 28. November 2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418, ZfZ 2007, 54, jeweils m.w.N.). - FG Hamburg, 25.01.2011 - 4 V 177/10
Wirksamkeit der MilchAbgV - Wahlrecht zur Bestimmung des abrechnenden Käufers …
aa) Der BFH hatte bereits zur Vorgängervorschrift, der Milch-Garantiemengen-Verordnung (MGV) entschieden, dass insoweit § 12 Abs. 2 Satz 1 i. V. m. § 1 Abs. 2 MOG eine ausreichend bestimmte Ermächtigungsgrundlage i. S. des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG darstellt und dass die in jener Vorschrift enthaltene dynamische Verweisung auf das Gemeinschaftsrecht verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht (vgl. BFH, Beschluss vom 28.11.2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418, ZfZ 2007, 54, m. w. N.; Beschluss vom 25.09.2003 VII B 309/02, BFHE 203, 243, m. w. N.).Die - für den vorliegenden Streitfall geltende - VO (EG) Nr. 1788/2003 regelt in Art. 1 Abs. 1 die Voraussetzungen für das Entstehen der Abgabenschuld, in Art. 2 die Höhe der Abgabe und in Art. 8 ff. die Berechnung der Abgabe, während die Durchführungsvorschriften der VO (EG) Nr. 595/2004 der Kommission vom 30.03.2004 detaillierte Bestimmungen hinsichtlich der Berechnung und der Zahlung der Abgabe enthalten (BFH, Beschluss vom 28.11.2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418, ZfZ 2007, 54).
bb) Des Weiteren hat der BFH wiederholt entschieden, dass ein Verstoß gegen das Zitiergebot des Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG nicht darin zu sehen ist, dass in einer Rechtsverordnung lediglich das zugrunde liegende einzelstaatliche förmliche Parlamentsgesetz, nicht jedoch auch die gemeinschaftsrechtliche Rechtsgrundlage angegeben ist (BFH, Beschluss vom 28.11.2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418, ZfZ 2007, 54; Beschluss vom 25.09.2003 VII B 309/02, BFHE 203, 243; BVerwG, Urteil vom 20.03.2003 3 C 10.02, BVerwGE 118, 70).
- FG Düsseldorf, 20.02.2008 - 4 K 1058/06
Sachlage und Rechtslage im Zeitpunkt der Entscheidung des Finanzgerichts als …
Daher kann im Streitfall dahinstehen, ob die MilchAbgV 2007 deshalb nichtig ist, weil § 8 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes zur Durchführung der Gemeinsamen Marktorganisationen und der Direktzahlungen (MOG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. Juni 2005 (BGBl 1, 1847) - wie der Kläger geltend macht - keine hinreichend bestimmte gesetzliche Ermächtigung i.S. des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG darstellt (vgl. hierzu allerdings den § 12 Abs. 2 MOG betreffenden BFH-Beschluss vom 28. November 2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418).Entsprechendes gilt hinsichtlich des vom Kläger gerügten angeblichen Verstoßes der MilchAbgV gegen Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG (vgl. hierzu den BFH-Beschluss in BFHE 215, 418).
- BFH, 27.11.2013 - VII B 87/12
Marktordnungsrecht: Vereinbarkeit der Milchabgabenregelungen mit Unionsrecht und …
Rn. 6 a) So hat der beschließende Senat bereits zur früheren Milch-Garantiemengen-Verordnung --MGV-- (i.d. Fassung der Bekanntmachung vom 21. März 1994, BGBl I 1994, 586) entschieden, dass § 8 Abs. 1 Satz 1 und § 12 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes zur Durchführung der Gemeinsamen Marktorganisationen --MOG a.F.-- (i.d. Fassung der Bekanntmachung vom 27. August 1986, BGBl 1986, 1397) ausreichend bestimmte Ermächtigungsgrundlagen i.S. des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes (GG) sind und dass die in jenen Vorschriften über § 1 Abs. 2 MOG a.F. enthaltene dynamische Verweisung auf das Unionsrecht verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht (vgl. Senatsbeschluss vom 25. September 2003 VII B 309/02, BFHE 203, 243, Zeitschrift für Zölle und Verbrauchsteuern --ZfZ-- 2004, 17, m.w.N.; ebenso Senatsbeschluss vom 28. November 2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418, ZfZ 2007, 54). - BFH, 27.11.2013 - VII B 86/12
Gültigkeit der uniotären und nationalen Milchabgaberegelungen
Rn. 6 a) So hat der beschließende Senat bereits zur früheren Milch-Garantiemengen-Verordnung --MGV-- (i.d. Fassung der Bekanntmachung vom 21. März 1994, BGBl I 1994, 586) entschieden, dass § 8 Abs. 1 Satz 1 und § 12 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes zur Durchführung der Gemeinsamen Marktorganisationen --MOG a.F.-- (i.d. Fassung der Bekanntmachung vom 27. August 1986, BGBl I 1986, 1397) ausreichend bestimmte Ermächtigungsgrundlagen i.S. des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes (GG) sind und dass die in jenen Vorschriften über § 1 Abs. 2 MOG a.F. enthaltene dynamische Verweisung auf das Unionsrecht verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht (vgl. Senatsbeschluss vom 25. September 2003 VII B 309/02, BFHE 203, 243, Zeitschrift für Zölle und Verbrauchsteuern --ZfZ-- 2004, 17, m.w.N.; ebenso Senatsbeschluss vom 28. November 2006 VII B 54/06, BFHE 215, 418, ZfZ 2007, 54). - BFH, 16.07.2012 - VII B 167/11
Milchabgabe: Verbot der Ost-West-Saldierung; Vereinbarkeit der Milchabgabe mit …
- BFH, 07.10.2009 - VII B 253/08
Milchabgabe - Gemeinschaftsrechtliche Milchabgabenregelung mit höherrangigem …
- BFH, 11.11.2010 - VII B 36/10
MGV verletzt nicht das Zitiergebot und kann Saldierungsregeln aufstellen
- BFH, 13.07.2017 - VII R 31/16
Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Beschluss vom 13.7.2017 - VII R 29/16: …
- BFH, 29.10.2007 - VII B 339/06
Pächter als Milcherzeuger?
- VGH Hessen, 14.09.2011 - 6 A 1312/11
Anlieferungs-Referenzmenge für Milch
- FG Mecklenburg-Vorpommern, 18.06.2008 - 3 K 148/07
Rechtmäßigkeit der zeitweiligen Überlassung einer Anlieferungs-Referenzmenge gem. …
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Rechtsprechung
| BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- Doctrine
Mit KI-Zusammenfassung und KI-Dialogfeld, um Fragen zur Entscheidung stellen.
Doctrine ist die neue umfassende Rechts-KI-Plattform in Kooperation mit dejure.org. Mehr Informationen - lexetius.com
VO Nr. 3665/87 Art. 11 Abs. 3; VO Nr. 32/82 Art. 2; VO Nr. 800/1999 Art. 52 Abs. 1, Art. 52 Abs. 4
- Judicialis
VO Nr. 3665/87 Art. 11 Abs. 3; ; VO Nr. 32/82 Art. 2; ; VO Nr. 800/1999 Art. 52 Abs. 1; ; VO Nr. 800/1999 Art. 52 Abs. 4
- IWW
- rechtsportal.de
Ausfuhrerstattung: Zinsen auf zurückgeforderte Ausfuhrerstattung
- datenbank.nwb.de
Ausfuhrerstattung; Zinsen auf zurückgeforderte Ausfuhrerstattung
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (3)
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Zinsen auf zurückgeforderte Ausfuhrerstattung
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Berechnung von Zinsen auf eine zurückgeforderte Ausfuhrerstattung bei Gewährung der Erstattung zu Unrecht durch einen Irrtum der zuständigen Behörde; Bedeutung einer Möglichkeit des Erkennens des Irrtums seitens des Begünstigten und der Einhaltung der ...
- ebnerstolz.de (Kurzinformation)
Hauptzollämter haben keinen Anspruch auf Verzinsung von irrtümlich ausgezahlten Ausfuhrerstattungen
Sonstiges
- nwb.de (Verfahrensmitteilung)
VO (EWG) Nr 3665/87 Art 11 Abs 3, VO (EWG) Nr 32/82, ZK Art 220 Abs 2, VO (EWG) Nr 2913/92 Art 220 Abs 2, VO (EWG) Nr 495/97
Ausfuhrerstattung; Rückforderung; Zinsen
Verfahrensgang
- FG Hamburg, 26.10.2004 - IV 428/02
- BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Papierfundstellen
- BFHE 215, 411
- BB 2007, 202
- StB 2007, 46
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (8)
- EuGH, 06.10.1982 - 283/81
CILFIT / Ministero della Sanità
Auszug aus BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Der Senat hat aus den dargelegten Gründen keine vernünftigen Zweifel an der Auslegung des Art. 11 Abs. 3 Unterabs. 3 VO Nr. 3665/87 und sieht deshalb keine Verpflichtung, eine Vorabentscheidung des EuGH einzuholen (vgl. dazu: EuGH-Urteil vom 6. Oktober 1982 Rs. 283/81, EuGHE 1982, 3415, 3430). - EuGH, 24.10.1996 - C-72/95
Kraaijeveld u.a.
Auszug aus BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Vielmehr ist von dem Willen des Verordungsgebers auszugehen, jegliche für die unrechtmäßige Erstattungsgewährung kausale falsche Rechtsanwendung durch die Behörde ausreichen zu lassen (vgl. zur Auslegung des Gemeinschaftsrechts bei voneinander abweichenden Sprachfassungen: Urteile des Gerichtshofes der Europäischen Gemeinschaften --EuGH-- vom 7. Dezember 1995 Rs. C-449/93, EuGHE 1995, I-4291; vom 24. Oktober 1996 Rs. C-72/95, EuGHE 1996, I-5403). - EuGH, 07.12.1995 - C-449/93
Rockfon / Specialarbejderforbundet i Danmark, acting on behalf of Søren Nielsen …
Auszug aus BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Vielmehr ist von dem Willen des Verordungsgebers auszugehen, jegliche für die unrechtmäßige Erstattungsgewährung kausale falsche Rechtsanwendung durch die Behörde ausreichen zu lassen (vgl. zur Auslegung des Gemeinschaftsrechts bei voneinander abweichenden Sprachfassungen: Urteile des Gerichtshofes der Europäischen Gemeinschaften --EuGH-- vom 7. Dezember 1995 Rs. C-449/93, EuGHE 1995, I-4291; vom 24. Oktober 1996 Rs. C-72/95, EuGHE 1996, I-5403).
- EuGH, 14.05.1996 - C-153/94
Faroe Seafood und Føroya Fiskasøla
Auszug aus BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Allerdings bedarf diese Frage auch keiner Klärung, denn nach der Rechtsprechung des EuGH zur nachträglichen buchmäßigen Erfassung von Einfuhrabgaben (EuGH-Urteile vom 14. Mai 1996 Rs. C-153/94 und C-204/94, EuGHE 1996, I-2465 Rz. 88; …und vom 14. November 2002 Rs. C-251/00, EuGHE 2002, I-10433 Rz. 40), die ebenso auf den Streitfall übertragbar ist, ist die "zuständige Behörde", die den ggf. vorliegenden Irrtum begangen hat, jede Behörde, die im Rahmen ihrer Zuständigkeit Gesichtspunkte beiträgt, die bei der Einfuhrabgabenerhebung --hier also entsprechend bei der Gewährung der Erstattung-- zu berücksichtigen sind. - EuGH, 27.06.1991 - C-348/89
Mecanarte-Metalurgica da Lagoa / Alfandega do Porto
Auszug aus BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Danach muss es sich um einen Irrtum handeln, der auf ein Handeln der zuständigen Behörde, nicht aber auf unrichtige Erklärungen des Abgabenschuldners zurückzuführen ist --sog. "aktiver Irrtum"-- (vgl. EuGH-Urteil vom 27. Juni 1991 Rs. C-348/89, EuGHE 1991, I-3277; Senatsurteil vom 23. März 1999 VII R 16/98, BFHE 188, 164). - EuGH, 14.11.2002 - C-251/00
Ilumitrónica - "Assoziierungsabkommen EWG-Türkei - Einfuhr von Fernsehgeräten mit …
Auszug aus BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Allerdings bedarf diese Frage auch keiner Klärung, denn nach der Rechtsprechung des EuGH zur nachträglichen buchmäßigen Erfassung von Einfuhrabgaben (…EuGH-Urteile vom 14. Mai 1996 Rs. C-153/94 und C-204/94, EuGHE 1996, I-2465 Rz. 88; und vom 14. November 2002 Rs. C-251/00, EuGHE 2002, I-10433 Rz. 40), die ebenso auf den Streitfall übertragbar ist, ist die "zuständige Behörde", die den ggf. vorliegenden Irrtum begangen hat, jede Behörde, die im Rahmen ihrer Zuständigkeit Gesichtspunkte beiträgt, die bei der Einfuhrabgabenerhebung --hier also entsprechend bei der Gewährung der Erstattung-- zu berücksichtigen sind. - BFH, 23.03.1999 - VII R 16/98
Nacherhebung von Einfuhrzoll bei irrtümlicher Nichterhebung
Auszug aus BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Danach muss es sich um einen Irrtum handeln, der auf ein Handeln der zuständigen Behörde, nicht aber auf unrichtige Erklärungen des Abgabenschuldners zurückzuführen ist --sog. "aktiver Irrtum"-- (vgl. EuGH-Urteil vom 27. Juni 1991 Rs. C-348/89, EuGHE 1991, I-3277; Senatsurteil vom 23. März 1999 VII R 16/98, BFHE 188, 164). - EuGH, 14.05.1996 - C-204/94
Auszug aus BFH, 08.11.2006 - VII R 52/05
Allerdings bedarf diese Frage auch keiner Klärung, denn nach der Rechtsprechung des EuGH zur nachträglichen buchmäßigen Erfassung von Einfuhrabgaben (EuGH-Urteile vom 14. Mai 1996 Rs. C-153/94 und C-204/94, EuGHE 1996, I-2465 Rz. 88; …und vom 14. November 2002 Rs. C-251/00, EuGHE 2002, I-10433 Rz. 40), die ebenso auf den Streitfall übertragbar ist, ist die "zuständige Behörde", die den ggf. vorliegenden Irrtum begangen hat, jede Behörde, die im Rahmen ihrer Zuständigkeit Gesichtspunkte beiträgt, die bei der Einfuhrabgabenerhebung --hier also entsprechend bei der Gewährung der Erstattung-- zu berücksichtigen sind.
- FG Hamburg, 16.12.2008 - 4 K 96/06
Ausfuhrerstattung: Sanktionsbescheid wegen fehlenden Ursprungsnachweises und …
Der Bundesfinanzhof sei im Urteil vom 08.11.2006, Aktenzeichen VII R 52/05 im vorliegenden Fall (Parallelverfahren wegen der Berechnung von Zinsen auf die zurückgeforderte Ausfuhrerstattung) davon ausgegangen, dass auf Seiten der Behörde ein aktiver Irrtum vorgelegen habe.Deshalb ist es nicht von Bedeutung, dass der Bundesfinanzhof unter Aufhebung des Urteils des erkennenden Senats vom 26.10.2004 (IV 428/02, Juris) in der Entscheidung vom 8.11.2006 (VII R 52/05, BGHE 215, S. 411) zu den im vorliegenden Fall ergangenen Zinsbescheiden die Ansicht vertreten hat, die zuständige Behörde habe sich in einem aktiven Irrtum befunden, was zur Aufhebung der Zinsbescheide führe.
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