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Rechtsprechung
   BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2022,13740
BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21 (https://dejure.org/2022,13740)
BGH, Entscheidung vom 13.06.2022 - VIa ZR 418/21 (https://dejure.org/2022,13740)
BGH, Entscheidung vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21 (https://dejure.org/2022,13740)
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Volltextveröffentlichungen (13)

  • rechtsinformationen.bund.de

    Zulässigkeit der Geltendmachung eines abgetretenen Schadensersatzanspruches für Schweizer Erwerber im sog. Dieselskandal auf Grundlage einer deutschen Inkassolizenz - financialright

  • rechtsprechung-im-internet.de

    Art 12 Abs 1 GG, § 1 Abs 1 S 1 RDG, § 1 Abs 1 S 2 RDG, § 2 Abs 2 S 1 RDG vom 12.12.2007, § 2 Abs 2 S 1 RDG
    Zulässigkeit der Geltendmachung eines abgetretenen Schadensersatzanspruches für Schweizer Erwerber im sog. Dieselskandal auf Grundlage einer deutschen Inkassolizenz - financialright

  • IWW

    § 2 Abs. 2 Satz 1, §§ ... 3, 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 RDG, 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 RDG, § 134 BGB, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG, § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG, § 3 RDG, Art. 9 der Verordnung (EG) Nr. 593/2008, § 1 Abs. 1 Satz 1 RDG, § 10 Abs. 1 Satz 1 RDG, § 260 ZPO, § 4 RDG, § 1 Abs. 1 Satz 1, §§ 78, 79 Abs. 1 Satz 2 Fall 2, Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 ZPO, § 1 Abs. 1 Satz 2 RDG, Art. 12 Abs. 1 GG, § 2 Absatz 2 Satz 1 RDG, § 91 Abs. 1 ZPO, § 242 BGB, § 10 Abs. 1 UWG, Art. 3, Art. 4 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 864/2007, § 11 Abs. 1 RDG, § 12 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 RDG, § 10 Abs. 1 RDG, § 823 Abs. 2 BGB, § 15a Abs. 1 InsO, § 13 Abs. 2, § 12 Abs. 5, § 2 Abs. 1 Satz 4 der Verordnung zum Rechtsdienstleistungsgesetz (Rechtsdienstleistungsverordnung, § 7 des Einführungsgesetzes zum Rechtsdienstleistungsgesetz, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 12 Abs. 1 Nr. 2 RDG, § 13 Abs. 2 Satz 1 und Satz 2 Nr. 1 RDG, § 2 Abs. 1 Satz 4 RDV, § 79 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 ZPO, § 78 ZPO, § 79 Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 79 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 ZPO, 79 Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 3 RDG, § 11 Abs. 1, Abs. 3, 5 RDG, § 2 Abs. 1, § 4 Abs. 1 RDV, § 561 ZPO, § 43a Abs. 4 BRAO, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO

  • Wolters Kluwer

    Einzug von dem ausländischen Sachrecht unterfallenden Forderungen durch die Inkassoerlaubnis; Schadensersatzansprüche wegen der Verwendung von unzulässigen Abschalteinrichtungen

  • Betriebs-Berater

    Financialright

  • BRAK-Mitteilungen

    Sammelklageninkasso im VW-Dieselskandal

  • anwaltsblatt-datenbank.de (Volltext und Entscheidungsanmerkung)

    § 2 RDG, § 3 RDG, § 10 RDG

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    RDG § 10 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 und 3
    Die Inkassoerlaubnis umfasst den Einzug von Forderungen, die ausländischem Sachrecht unterfallen.

  • rechtsportal.de

    RDG § 10 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 und 3
    Einzug von dem ausländischen Sachrecht unterfallenden Forderungen durch die Inkassoerlaubnis; Schadensersatzansprüche wegen der Verwendung von unzulässigen Abschalteinrichtungen

  • datenbank.nwb.de

    Zulässigkeit der Geltendmachung eines abgetretenen Schadensersatzanspruches für Schweizer Erwerber im sog. Dieselskandal auf Grundlage einer deutschen Inkassolizenz - financialright

Kurzfassungen/Presse (11)

  • bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)

    Zur Zulässigkeit eines "Sammelklageninkassos" für Schweizer Erwerber im sogenannten Dieselskandal

  • beckmannundnorda.de (Kurzinformation)

    Legal-Tech-Anbieter Financialright GmbH kann Schadensersatzansprüche eines Schweizers im VW-Dieselskandal auf Grundlage einer deutschen Inkassolizenz nach Abtretung einklagen

  • lto.de (Kurzinformation)

    Abtretung ausländischer Ansprüche: Myright ist im Dieselskandal klagebefugt

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Dieselskandal - und das "Sammelklageninkasso" für Schweizer Autokäufer

  • beck-aktuell.de (Kurzinformation)

    Sammelklageninkassos für Schweizer Erwerber im VW-Dieselskandal zulässig - Sammelklageninkassos für Schweizer Erwerber im VW-Dieselskandal zulässig

  • iprspr.mpipriv.de (Auszüge)

    BGB § 134; GG Art. ... 12; RBerG Art. 1 § 1; RDG § 1; RDG § 2; RDG § 3; RDG § 10; RDG § 11; RDG § 12; RDG § 13; RDGEG § 7; RDGEG § 13; RDV § 2; RDV § 4; RDV § 12; RDV § 13; Rom I-VO 593/2008 Art. 9; Rom II-VO 864/2007 Art. 3; Rom II-VO 864/2007 Art. 4; ZPO § 78; ZPO § 79
    Vertragliche Schuldverhältnisse --> Allgemeines Vertragsrecht; Außervertragliche Schuldverhältnisse --> Unerlaubte Handlungen, Gefährdungshaftung

  • haufe.de (Kurzinformation)

    Sammelinkasso für Schweizer Käufer von Schummeldieseln ist zulässig

  • dr-bahr.com (Kurzinformation)

    MyRight-Sammelklagen in Dieselskandal rechtlich zulässig

  • juve.de (Kurzinformation)

    Abtretungsmodell auch bei Porsche-Klagen auf dem Prüfstand

  • taylorwessing.com (Kurzinformation)

    Sammelklagen und das RDG - das Urteil des BGH i.S. financialright (Az.: VIa ZR 418/21) stärkt Rechte von Geschädigten

  • bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung - vor Ergehen der Entscheidung)

    "Dieselverfahren"; Sammelklageninkasso für Schweizer Erwerber

Besprechungen u.ä. (2)

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BGHZ 234, 125
  • NJW 2022, 3350
  • ZIP 2022, 2091
  • MDR 2022, 1152
  • WM 2022, 1835
  • BB 2022, 1409
  • DB 2022, 2144
  • AnwBl 2022, 556
  • AnwBl Online 2022, 600
  • NZG 2022, 1504
  • NZG 2022, 882
 
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Wird zitiert von ... (22)Zitiert selbst (28)

  • BGH, 13.07.2021 - II ZR 84/20

    Sammelklage-Inkasso nach Insolvenz von Air Berlin zulässig

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Der Inkassobegriff der § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG, § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG aF schließt Geschäftsmodelle ein, die ausschließlich oder vorrangig auf eine gerichtliche Einziehung von Forderungen im Wege des sogenannten "Sammelklage-Inkasso" abzielen (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 16).

    Im Umkehrschluss darf er sich im Rahmen des Inkassodienstleistungsvertrags gegenüber dem Auftraggeber hierzu auch verpflichten (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 18 f. mwN).

    Dies gilt regelmäßig auch dann, wenn das Geschäftsmodell eine Bündelung einer Vielzahl von Einzelforderungen vorsieht (BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 22).

    Der Senat schließt sich insoweit den Ausführungen des II. Zivilsenats in seinem Urteil vom 13. Juli 2021 (aaO Rn. 25 ff.) an.

    Soweit dem Urteil des II. Zivilsenats vom 13. Juli 2021 (II ZR 84/20, BGHZ 230, 255) eine Fallgestaltung zugrunde lag, in der lediglich sieben Ansprüche gebündelt geltend gemacht worden waren, wohingegen die Klägerin im Streitfall 2004 Ansprüche zusammengefasst hat, lässt sich aus den rechtlichen Erwägungen des II. Zivilsenats nicht entnehmen, dass die Zulässigkeit des "Sammelklage-Inkassos" von der Zahl der abgetretenen Forderungen abhängig ist.

    Es sei kein Wille des Gesetzgebers erkennbar, bestimmte Teilgebiete der in § 11 Abs. 1 RDG genannten Rechtsmaterien für "nicht inkassofähig" zu erklären (BGH…, Urteil vom 27. November 2019, aaO Rn. 219, 222 f.; Freitag/Lang, ZIP 2020, 1201, 1202; vgl. auch BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 zu einer Inkassoerlaubnis bei der Einziehung von Forderungen nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 15a Abs. 1 InsO).

    Setzt der Inkassodienstleister diese von ihm verlangte, überprüfte und für genügend befundene Sachkunde dann bei der Einziehung fremder oder zu Einziehungszwecken abgetretener Forderungen ein, ist nicht ersichtlich, dass damit eine Gefahr für den Rechtsuchenden verbunden ist (BVerfG, NJW 2002, 1190 f.; BGH…, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 121;… Urteil vom 8. April 2020 - VIII ZR 130/19, NJW-RR 2020, 779 Rn. 36;… Urteil vom 27. Mai 2020 - VIII ZR 45/19, BGHZ 225, 352 Rn. 45; Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 27).

    Rn. 36 (b) Der Schutz des Rechtsverkehrs, der immer dann betroffen ist, wenn die Tätigkeit des Rechtsdienstleisters Dritte berührt, etwa den Anspruchsgegner des Rechtsuchenden, sonstige Beteiligte wie Drittschuldner oder Behörden, aber auch Gerichte, auf deren Tätigkeit außergerichtliche Rechtsdienstleistungen ausstrahlen (…BT-Drucks. 16/3655, S. 45; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 31), macht es ebenfalls nicht erforderlich, das Geschäftsmodell der Klägerin aus dem Begriff der Inkassodienstleistung auszunehmen.

    Rn. 37 Der Schutz der Gerichte vor unsachgemäßer Prozessführung, insbesondere durch offensichtlich unzulässige oder unbegründete Klagen, wird durch die zwingende Beteiligung eines Rechtsanwalts, und zwar auch bei niedrigen Streitwerten (§§ 78, 79 Abs. 1 Satz 2 ZPO), sichergestellt (BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 32).

    Der hierin liegende erleichterte "Zugang zum Recht" rechtfertigt keinen Eingriff in Art. 12 Abs. 1 GG (BGH, Urteil vom 13. Juli 2021, aaO Rn. 33).

    Das Rechtsdienstleistungsgesetz bezweckt indessen nicht den Schutz der Schuldner vor den Folgen zutreffend erteilten Rechtsrats und wirkungsvoller Rechtsbesorgung (BVerfG, NJW 2002, 1190, 1192; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 34).

    Eine Freigabe der beruflichen Anforderungen hätte negative Auswirkungen auf die Rechtskultur und könnte die Funktionsfähigkeit der Rechtspflege insgesamt gefährden (…BT-Drucks. 16/3655, S. 45; BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 36).

    Zudem sind im gerichtlichen Verfahren mit dem zwingend zu mandatierenden Rechtsanwalt und dem Gericht weitere hinreichend qualifizierte Personen mit der Anwendung der Rechtsvorschriften auf die konkreten Sachverhalte befasst (BGH, Urteil vom 13. Juli 2021, aaO Rn. 37).

    Auch ein Interessenkonflikt, der eine entsprechende Anwendung des § 4 RDG aF auf den vorliegenden Fall rechtfertigen könnte, lässt sich auf der Grundlage der vom Berufungsgericht getroffenen Feststellungen nicht begründen (vgl. BGH…, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 187 ff., 195; Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 45 ff.).

    Nach der konkreten Ausgestaltung der Vertragsverhältnisse mit den Auftraggebern ist nicht feststellbar, dass die von der Klägerin zu erbringende Rechtsdienstleistung unmittelbar gestaltenden Einfluss auf den Inhalt der gegenüber den übrigen Auftraggebern zu erbringenden Leistungspflichten dergestalt ausüben kann, dass hierdurch die ordnungsgemäße Erfüllung der Rechtsdienstleistungspflicht gefährdet wäre (BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 49 ff.).

    Verbleibenden Unterschieden hinsichtlich der Durchsetzungsaussichten lässt sich darüber hinaus durch entsprechende Gruppierung der Ansprüche Rechnung tragen (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 55).

    Der Senat schließt sich auch insoweit den überzeugenden Ausführungen des VIII. und II. Zivilsenats an (BGH…, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 206; Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 58 ff.).

  • BGH, 27.11.2019 - VIII ZR 285/18

    Zur Vereinbarkeit der Tätigkeit des registrierten Inkassodienstleisters "Lexfox" …

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Dem sind der Gesetzgeber (…vgl. BT-Drucks. 16/3655, S. 27) und der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 141, 144) für das Rechtsdienstleistungsgesetz gefolgt.

    Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 110 mwN) erfordert die Beurteilung, ob die Tätigkeit eines registrierten Inkassodienstleisters sich innerhalb des durch § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG i.V.m. § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG aF bestimmten Rahmens bewegt oder ob sie diesen überschreitet, stets eine am Schutzzweck des Rechtsdienstleistungsgesetzes orientierte (…BT-Drucks. 16/3655, S. 37 f.) Würdigung der Umstände des Einzelfalls einschließlich einer Auslegung der hinsichtlich der Forderungseinziehung getroffenen Vereinbarungen, wobei einer veränderten Lebenswirklichkeit Rechnung zu tragen ist.

    Rn. 28 Auch nach der Rechtsprechung des VIII. Zivilsenats (Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89) muss die im Sachkundenachweis belegte Sachkunde nicht mit der späteren Inkassotätigkeit übereinstimmen.

    Es sei kein Wille des Gesetzgebers erkennbar, bestimmte Teilgebiete der in § 11 Abs. 1 RDG genannten Rechtsmaterien für "nicht inkassofähig" zu erklären (BGH, Urteil vom 27. November 2019, aaO Rn. 219, 222 f.; Freitag/Lang, ZIP 2020, 1201, 1202; vgl. auch BGH, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 zu einer Inkassoerlaubnis bei der Einziehung von Forderungen nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 15a Abs. 1 InsO).

    Setzt der Inkassodienstleister diese von ihm verlangte, überprüfte und für genügend befundene Sachkunde dann bei der Einziehung fremder oder zu Einziehungszwecken abgetretener Forderungen ein, ist nicht ersichtlich, dass damit eine Gefahr für den Rechtsuchenden verbunden ist (BVerfG, NJW 2002, 1190 f.; BGH, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 121;… Urteil vom 8. April 2020 - VIII ZR 130/19, NJW-RR 2020, 779 Rn. 36;… Urteil vom 27. Mai 2020 - VIII ZR 45/19, BGHZ 225, 352 Rn. 45;… Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 27).

    Bei der Auslegung des Inkassobegriffs im Sinne der § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG aF, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG ist daher auch mit Blick auf die Gesetzgebungsgeschichte eine großzügige Betrachtung geboten (vgl. BGH, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 141), zumal der Gesetzgeber ähnlich wie zu Art. 1 § 1 RBerG in der Fassung vom 18. August 1980 in § 10 Abs. 1 RDG auf verfestigte Berufsbilder abstellt (…BT-Drucks. 16/3655, S. 40 ff.).

    Mit dem zum 1. Oktober 2021 in Kraft getretenen Gesetz zur Förderung verbrauchergerechter Angebote im Rechtsdienstleistungsmarkt vom 10. August 2021 (BGBl I S. 3415) hat der Gesetzgeber als Reaktion auf das Urteil des VIII. Zivilsenats vom 27. November 2019 (VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89) die Befugnisse und Pflichten von nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG registrierten Inkassodienstleistern präzisiert.

    Auch ein Interessenkonflikt, der eine entsprechende Anwendung des § 4 RDG aF auf den vorliegenden Fall rechtfertigen könnte, lässt sich auf der Grundlage der vom Berufungsgericht getroffenen Feststellungen nicht begründen (vgl. BGH, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 187 ff., 195;… Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 45 ff.).

    Der Senat schließt sich auch insoweit den überzeugenden Ausführungen des VIII. und II. Zivilsenats an (BGH, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 206;… Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 58 ff.).

  • BVerfG, 20.02.2002 - 1 BvR 423/99

    Rechtsberatung durch Inkassounternehmen

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Rn. 13 b) Daneben erfordert es der in § 1 Abs. 1 Satz 2 RDG genannte Schutzzweck des Rechtsdienstleistungsgesetzes, insbesondere unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz der Berufsausübungsfreiheit des Inkassodienstleisters (Art. 12 Abs. 1 GG; vgl. BVerfG, NJW 2002, 1190 f.), den Begriff der Inkassodienstleistung so auszulegen, dass Geschäftsmodelle, die ausschließlich oder vorrangig auf die gerichtliche Einziehung der Forderung abzielen, umfasst sind.

    Die Vorschriften der § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG aF, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG gestatten Inkassodienstleistern eine umfassende rechtliche Prüfung der einzuziehenden Forderungen, wie das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof bereits zum Rechtsberatungsgesetz entschieden haben (BVerfG, NJW 2002, 1190, 1191 f.; NJW-RR 2004, 1570, 1571; BGH…, Urteil vom 14. November 2006 - XI ZR 294/05, BGHZ 170, 18 Rn. 27).

    Jede Einschränkung des Begriffs der Inkassodienstleistung im Sinne des § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG aF und damit der Inkassodienstleistungserlaubnis nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG greift in den Schutzbereich der nach Art. 12 Abs. 1 GG gewährten Berufsausübungsfreiheit ein (vgl. BVerfG, NJW 2002, 1190 f. zum RBerG;… BT-Drucks. 16/3655, S. 26 f.).

    Setzt der Inkassodienstleister diese von ihm verlangte, überprüfte und für genügend befundene Sachkunde dann bei der Einziehung fremder oder zu Einziehungszwecken abgetretener Forderungen ein, ist nicht ersichtlich, dass damit eine Gefahr für den Rechtsuchenden verbunden ist (BVerfG, NJW 2002, 1190 f.; BGH…, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 121;… Urteil vom 8. April 2020 - VIII ZR 130/19, NJW-RR 2020, 779 Rn. 36;… Urteil vom 27. Mai 2020 - VIII ZR 45/19, BGHZ 225, 352 Rn. 45;… Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 27).

    Das Rechtsdienstleistungsgesetz bezweckt indessen nicht den Schutz der Schuldner vor den Folgen zutreffend erteilten Rechtsrats und wirkungsvoller Rechtsbesorgung (BVerfG, NJW 2002, 1190, 1192; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 34).

  • OLG Braunschweig, 07.10.2021 - 8 U 40/21

    Schadensersatzansprüche eines in der Schweiz ansässigen Käufers eines Fahrzeugs …

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Rn. 7 Das Berufungsgericht hat seine Entscheidung (OLG Braunschweig, Urteil vom 7. Oktober 2021 - 8 U 40/21, juris), soweit für das Revisionsverfahren von Bedeutung, im Wesentlichen wie folgt begründet: Der Klägerin fehle für die Geltendmachung der Schadensersatzforderung des Zedenten die Aktivlegitimation.

    Andere Stimmen in der Literatur meinen, dass die Inkassoregistrierung nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG auch die Einziehung ausländischer Forderungen umfasst (…Rillig in Deckenbrock/Henssler, RDG, 5. Aufl., § 10 Rn. 46x-47; Deckenbrock, DB 2020, 321, 325; Deckenbrock, EWiR 2021, 703, 704).

    Rn. 25 (1) Dem Wortlaut der § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG aF, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG lässt sich keine Einschränkung auf die Einziehung von Forderungen entnehmen, die nach deutschem Sachrecht zu beurteilen sind (so auch Deckenbrock/Markworth, ZAP 2022, 103, 110; Deckenbrock, EWiR 2021, 703, 704).

  • BVerfG, 12.12.2006 - 1 BvR 2576/04

    Erfolgshonorare

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Derartige Eingriffe sind nur dann mit Art. 12 Abs. 1 GG vereinbar, wenn sie durch ausreichende Gründe des Gemeinwohls gerechtfertigt sind (vgl. BVerfGE 101, 331, 347; 117, 163, 181 ff.).

    Bei einer Gesamtabwägung zwischen der Schwere des Eingriffs und dem Gewicht der ihn rechtfertigenden Gründe muss die Grenze der Zumutbarkeit gewahrt sein (vgl. BVerfGE 30, 292, 316 f.; 101, 331, 347 ff.; 117, 163, 181 ff.; BGH…, Urteil vom 9. Juni 2008 - AnwSt (R) 5/05, NJW 2009, 534 Rn. 24).

  • BGH, 13.09.2018 - I ZR 26/17

    Wettbewerbsverstoß: Zulässigkeit einer von einem gewerblichen Prozessfinanzierer …

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Anderes ergibt sich - entgegen der Revisionserwiderung - nicht aus den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 13. September 2018 (I ZR 26/17, NJW 2018, 3581) und vom 9. Mai 2019 (I ZR 205/17, ZIP 2019, 1448), wonach die Gewinnabschöpfungsklage eines Verbraucherverbands, die von einem gewerblichen Prozessfinanzierer finanziert werde, dem eine Vergütung in Form eines Anteils am abgeschöpften Gewinn zugesagt werde, dem Verbot unzulässiger Rechtsausübung aus § 242 BGB widerspreche und unzulässig sei (BGH, Urteil vom 13. September 2018, aaO Rn. 38;… Urteil vom 9. Mai 2019, aaO Rn. 21 und 27; so aber Prütting, ZIP 2020, 49, 51 bei Fn. 8).

    Diese Entscheidungen beschränken sich auf den Sonderfall der Gewinnabschöpfungsklage im Sinne von § 10 Abs. 1 UWG, welche nach dem Willen des Gesetzgebers nicht aus dem sachfremden Motiv der Einnahmeerzielung heraus geltend gemacht werden sollte (BGH, Urteil vom 13. September 2018, aaO Rn. 42;… Urteil vom 9. Mai 2019, aaO Rn. 26).

  • BVerfG, 15.12.1999 - 1 BvR 1904/95

    Berufsbetreuer

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Derartige Eingriffe sind nur dann mit Art. 12 Abs. 1 GG vereinbar, wenn sie durch ausreichende Gründe des Gemeinwohls gerechtfertigt sind (vgl. BVerfGE 101, 331, 347; 117, 163, 181 ff.).

    Bei einer Gesamtabwägung zwischen der Schwere des Eingriffs und dem Gewicht der ihn rechtfertigenden Gründe muss die Grenze der Zumutbarkeit gewahrt sein (vgl. BVerfGE 30, 292, 316 f.; 101, 331, 347 ff.; 117, 163, 181 ff.; BGH…, Urteil vom 9. Juni 2008 - AnwSt (R) 5/05, NJW 2009, 534 Rn. 24).

  • BGH, 09.05.2019 - I ZR 205/17

    Prozessfinanzierer II - Zulässigkeit einer prozessfinanzierten …

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Anderes ergibt sich - entgegen der Revisionserwiderung - nicht aus den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 13. September 2018 (I ZR 26/17, NJW 2018, 3581) und vom 9. Mai 2019 (I ZR 205/17, ZIP 2019, 1448), wonach die Gewinnabschöpfungsklage eines Verbraucherverbands, die von einem gewerblichen Prozessfinanzierer finanziert werde, dem eine Vergütung in Form eines Anteils am abgeschöpften Gewinn zugesagt werde, dem Verbot unzulässiger Rechtsausübung aus § 242 BGB widerspreche und unzulässig sei (BGH…, Urteil vom 13. September 2018, aaO Rn. 38; Urteil vom 9. Mai 2019, aaO Rn. 21 und 27; so aber Prütting, ZIP 2020, 49, 51 bei Fn. 8).

    Diese Entscheidungen beschränken sich auf den Sonderfall der Gewinnabschöpfungsklage im Sinne von § 10 Abs. 1 UWG, welche nach dem Willen des Gesetzgebers nicht aus dem sachfremden Motiv der Einnahmeerzielung heraus geltend gemacht werden sollte (BGH…, Urteil vom 13. September 2018, aaO Rn. 42; Urteil vom 9. Mai 2019, aaO Rn. 26).

  • BVerfG, 19.03.2013 - 2 BvR 2628/10

    Verständigungsgesetz

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Rn. 24 bb) Unter Anwendung dieses Maßstabs und nach den allgemeinen Grundsätzen der Gesetzesauslegung (vgl. BVerfGE 133, 168 Rn. 66 mwN;… BVerfG, NJW 2014, 3504 Rn. 15; BGH…, Beschluss vom 16. Mai 2013 - II ZB 7/11, NJW 2013, 2674 Rn. 27;… Urteil vom 20. März 2017 - AnwZ (Brfg) 33/16, BGHZ 214, 235 Rn. 19;… Urteil vom 15. Mai 2019 - VIII ZR 134/18, EnWZ 2019, 304 Rn. 30) ist der Einzug von ausländischem Sachrecht unterliegenden Forderungen entsprechend dem Geschäftsmodell der Klägerin von der Inkassodienstleistungsbefugnis gemäß § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG umfasst.
  • BGH, 12.05.2016 - IX ZR 241/14

    Anwaltsvertrag: Nichtigkeit bei Verstoß gegen das Verbot der Vertretung …

    Auszug aus BGH, 13.06.2022 - VIa ZR 418/21
    Hinzu kommt, dass für einen Rechtsanwalt entschieden ist, ein Anwaltsvertrag verstoße nicht deshalb gegen das Verbot aus § 43a Abs. 4 BRAO, widerstreitende Interessen zu vertreten, weil der Rechtsanwalt im Gebühreninteresse für den Mandanten nachteilige Maßnahmen treffen könnte (vgl. BGH, Urteil vom 12. Mai 2016 - IX ZR 241/14, NJW 2016, 2561 Rn. 19).
  • BGH, 27.05.2020 - VIII ZR 45/19

    Wohnraummietrecht: Rückzahllungs- und Auskunftsanspruch eines Mieters bei …

  • BVerfG, 16.03.1971 - 1 BvR 52/66

    Erdölbevorratung

  • BGH, 08.04.2020 - VIII ZR 130/19

    Inzidentprüfung einer unanfechtbaren Entscheidung über das Ablehnungsgesuch durch …

  • LG Braunschweig, 30.04.2020 - 11 O 3092/19

    Abgasskandal; Inkassodienstleistungserlaubnis; Forderungen nach ausländischem …

  • BGH, 20.03.2017 - AnwZ (Brfg) 33/16

    Verwaltungsrechtliche Anwaltssache: Beteiligung einer Partnerschaftsgesellschaft …

  • BGH, 16.05.2013 - II ZB 7/11

    Partnerschaftsregistersache: Vorlage an das Bundesverfassungsgericht zur Prüfung …

  • BGH, 09.06.2008 - AnwSt (R) 5/05

    Abgrenzung zwischen Anwalts- und Inkassotätigkeit; Erfolgshonorar nur bei …

  • BVerfG, 26.08.2014 - 2 BvR 2400/13

    Auch die "Negativmitteilung", dass keine Gespräche über eine Verständigung …

  • BGH, 15.05.2019 - VIII ZR 134/18

    Erneuerbare Energien: Förderungsfähigkeit einer Abgasturbine in einem …

  • BGH, 22.02.1972 - VI ZR 135/70

    Beratungsvertrag - Auslegung - Rechtsanwalt - Prüfungspflicht - Ausländisches …

  • BGH, 25.05.2020 - VI ZR 252/19

    Schadensersatzklage im sogenannten "Dieselfall" gegen die VW AG überwiegend …

  • BGH, 28.06.2011 - KZR 75/10

    ORWI - Kartellteilnehmer haften auch mittelbar Geschädigten auf Schadensersatz …

  • BGH, 26.06.2013 - IV ZR 39/10

    Lebensversicherung: Höhe des Rückkaufswerts bei Unwirksamkeit der Allgemeinen …

  • BGH, 16.12.2021 - I ZR 201/20

    ÖKO-TEST III - Markenverletzung: Verwendung einer ein Testlogo darstellenden …

  • BGH, 11.12.2013 - IV ZR 46/13

    Verkauf einer Lebensversicherung: Abgrenzung zwischen einer erlaubnisbedürftigen …

  • BGH, 14.11.2006 - XI ZR 294/05

    BGH bejaht Aktivlegitimation einer Verbraucherzentrale aus abgetretenem Recht bei …

  • BGH, 05.10.2006 - I ZR 7/04

    SchuldenHulp

  • BVerfG, 14.08.2004 - 1 BvR 725/03

    Umfang erlaubter Rechtsberatung im Rahmen einer nach dem Rechtsberatungsgesetz …

  • OLG München, 28.03.2024 - 29 U 1319/20

    Abtretung von Schadensersatzansprüchen, Unzulässige Rechtsausübung, …

    Rn. 270 aa) Durch die nach § 260 ZPO prozessual zulässige Anspruchsbündelung wird kein unzulässiger Druck auf die Anspruchsgegner ausgeübt (vgl. BGH, Urt. v. 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 17 - financialright (Diesel)), auch nicht durch vermeintliche Bündelung offensichtlich unbegründeter Ansprüche.

    Zudem hat ein Kläger, wenn er den Prozess verliert, gemäß § 91 Abs. 1 ZPO die Kosten des Rechtsstreits zu tragen, insbesondere die dem Gegner erwachsenen Kosten zu erstatten, soweit sie zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendig waren (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 17 - financialright (Diesel)).

    Denn der Zivilprozessordnung ist nicht zu entnehmen, dass eine Klageerhebung zur Einnahmeerzielung unzulässig wäre (vgl. BGH, Urt. v. 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 18 - financialright (Diesel)).

    Rn. 272 Die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 13. September 2018 (I ZR 26/17, NJW 2018, 3581 - Prozessfinanzierer I) und vom 9. Mai 2019 (I ZR 205/17, ZIP 2019, 1448 - Prozessfinanzierer II), wonach die Gewinnabschöpfungsklage eines Verbraucherverbands nach § 10 Abs. 1 UWG, die von einem gewerblichen Prozessfinanzierer finanziert wurde, dem eine Vergütung in Form eines Anteils am abgeschöpften Gewinn zugesagt wurde, dem Verbot unzulässiger Rechtsausübung aus § 242 BGB widerspreche und unzulässig sei (BGH…, Urteil vom 13. September 2018, a.a.O. Rn. 38;… Urteil vom 9. Mai 2019, a.a.O. Rn. 21 und 27), beschränken sich auf den Sonderfall der Gewinnabschöpfungsklage im Sinne von § 10 Abs. 1 UWG, welche nach dem Willen des Gesetzgebers nicht aus dem sachfremden Motiv der Einnahmeerzielung heraus geltend gemacht werden sollte (BGH…, Urteil vom 13. September 2018, a.a.O. Rn. 42;… Urteil vom 9. Mai 2019, a.a.O. Rn. 26; BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, BeckRS 2022, 20036 Rn. 18).

    Rn. 289 a) Es kann offenbleiben, ob § 134 BGB, § 3 RDG, § 4 RDG überhaupt zur Anwendung gelangen auf alle zwischen der Klägerin und den Zedenten geschlossenen Rechtsdienstleistungsverträge und auf alle Abtretungen durch Zedenten, obschon die Zedenten ihren Sitz teilweise außerhalb der Bundesrepublik Deutschland haben und diese Rechtsverhältnisse möglicherweise zum Teil einem anderen anwendbaren nationalem Sachrecht unterfallen als dem deutschen (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 13.06.2022, VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 8 für schweizerische Zedenten).

    Die von der Klägerin ausgeübte Tätigkeit weist einen hinreichenden territorialen Bezug zum Gebiet der Bundesrepublik Deutschland auf und der Schutz des Rechtsverkehrs erfordert die Anwendung des Rechtsdienstleistungsgesetzes (vgl. BGH, Urteil vom 13.06.2022, VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 9 - financialright (Diesel) für schweizerische Zedenten).

    Rn. 293 aa) Der Inkassobegriff der § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG, § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG a.F. schließt Geschäftsmodelle ein, die ausschließlich oder vorrangig auf eine gerichtliche Einziehung von Forderungen im Wege des sogenannten "Sammelklage-Inkasso" abzielen (vgl. BGH, Urteil vom 27.11.2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 = NJW 2020, 208 - lexfox I; BGH, Urteil vom 24.05.2023 - VIII ZR 373/21 - lexfox II; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 16 ff. - AirDeal; BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 11 ff. - financialright (Diesel) I; BGH, Urteil vom 10.10.2022 - VIa ZR 184/22 - financialright (Diesel) II; BGH, Urteil vom 24.10.2022 - VIa ZR 162/22 - financialright (Diesel) III; BGH, Urteil vom 05.12.2022 - financialright (Diesel) IV).

    Rn. 294 bb) Weder dem Wortlaut noch der Systematik der § 1 Abs. 1 Satz 1, § 3 RDG lässt sich ein Ausschluss eines solchen Geschäftsmodells entnehmen (BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 11 ff. - financialright (Diesel).

    Im Umkehrschluss darf er sich im Rahmen des Inkassodienstleistungsvertrags gegenüber dem Auftraggeber hierzu auch verpflichten (vgl. BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 18 f. m.w.N. - AirDeal; BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 11 ff. - financialright (Diesel)).

    Denn wenn und soweit der Anbieter über die zur Registrierung nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG erforderliche Sachkunde verfügt und für das gerichtliche Verfahren einen Rechtsanwalt beauftragen muss, erhöht sich dadurch, dass die abgetretenen Ansprüche statt außergerichtlich in erster Linie gerichtlich durchgesetzt werden sollen, die Gefahr einer unqualifizierten Rechtsdienstleistung nicht in einem solchen Maße, dass dies den mit einem Verbot verbundenen Eingriff in seine Berufsausübungsfreiheit rechtfertigen könnte (vgl. BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 25 ff. - AirDeal; BGH, Urt. v. 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 113 - financialright (Diesel)).

    Rn. 296 dd) Die Zulässigkeit des Sammelklage-Inkassos hängt (de lege lata) nicht von der Anzahl der abgetretenen Forderungen ab (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 14 - financialright (Diesel) I: dort über 2.000 Forderungen; BGH, Urteil vom 10.10.2022 - VIa ZR 184/22 - financialright (Diese)II: über 18.000 Ansprüche nach Angaben der hiesigen Klägerin [Schriftsatz vom 27.09.2023, Rn. 137]; BGH, Urteil vom 24.10.2022 - VIa ZR 162/22 - financialright (Diesel) III: über 15.000 Ansprüche nach Angaben der hiesigen Klägerin [Schriftsatz vom 27.09.2023, Rn. 137]).

    Die Vorschriften der § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG a.F., § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG gestatten Inkassodienstleistern eine umfassende rechtliche Prüfung der einzuziehenden Forderungen, wie das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof bereits zum Rechtsberatungsgesetz entschieden haben (BVerfG, NJW 2002, 1190, 1191 f.; NJW-RR 2004, 1570, 1571; BGH…, Urteil vom 14. November 2006 - XI ZR 294/05, BGHZ 170, 18 Rn. 27; BGH, Urt. v. 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 15 - financialright (Diesel)).

    Dem sind der Gesetzgeber (…vgl. BT-Drucks. 16/3655, S. 27) und der Bundesgerichtshof (BGH…, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 = NJW 2020, 208 Rn. 141, 144 - lex fox I) für das Rechtsdienstleistungsgesetz gefolgt (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 15 - financialright (Diesel)).

    Damit werde die zum Teil bereits seit längerem bestehende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs auch im Wortlaut des § 2 Absatz 2 Satz 1 RDG nachvollzogen (…BTDrucks. 19/27673, S. 39) (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 15 - financialright (Diesel)).

    Die vom Bundesgerichtshof in den Entscheidungen verschiedener Senate (II, VIa und VIII) für die Ansprüche von Kfz-Erwerbern in Verfahren des sog. "Diesel-Skandals", für Ansprüche von Mietern aus der sog. Mietpreisbremse und für Ansprüche von Kunden einer insolvent gewordenen Fluggesellschaft gegen den Executive Director der Komplementär-Gesellschaft der Schuldnerin mit der Behauptung, diese habe den Insolvenzantrag für die Schuldnerin nicht rechtzeitig gestellt, angestellten Erwägungen, die der BGH auch auf Ansprüche der Versicherungs- und Energiebranche und auf dem öffentlichen Recht unterliegende Forderungen für übertragbar hält (vgl. BGH Urteil v. 13.06.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 29 - financialright), gelten gleichermaßen für ein Sammelklage-Inkasso von Schadensersatzansprüchen der potentiell Geschädigten eines Kartells gegen die Kartellanten.

    Senats des BGH an ((vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 24 ff. - financialright (Diesel)).

    Ein solcher Verstoß der Klägerin gegen § 4 RDG lässt sich weder darauf gründen, dass deren Geschäftsmodell auf die Bündelung und gesammelte Geltendmachung von Ansprüchen gegen die Beklagten ausgerichtet ist, noch folgt ein Verstoß daraus, dass sich die Klägerin zur Durchsetzung der abgetretenen Schadensersatzforderungen der Unterstützung eines externen Prozessfinanzierers bedient, noch daraus, dass die Klägerin zum Abschluss von Vergleichen berechtigt ist, die auch Ansprüche anderer Kunden umfassen (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 50 - financialright (Diesel)).

    Nach der konkreten Ausgestaltung der Vertragsverhältnisse mit den Auftraggebern ist nicht feststellbar, dass die von der Klägerin zu erbringende Rechtsdienstleistung unmittelbar gestaltenden Einfluss auf den Inhalt der gegenüber den übrigen Auftraggebern zu erbringenden Leistungspflichten dergestalt ausüben kann, dass hierdurch die ordnungsgemäße Erfüllung der Rechtsdienstleistungspflicht gefährdet wäre (vgl. BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 49 ff. - AirDeal; BGH, Urt. v. 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 51 ff. - financialright (Diesel)).

    Verbleibenden Unterschieden hinsichtlich der Durchsetzungsaussichten lässt sich darüber hinaus durch entsprechende Gruppierung der Ansprüche Rechnung tragen (vgl. BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 55 - AirDeal; BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 51 ff. - financialright (Diesel)).

    Die Beauftragung der Klägerin führte außerdem zu einer Verbesserung der Verhandlungsposition der einzelnen Auftraggeber gegenüber den Beklagten, da erst durch die Bündelung der Ansprüche von zahlreichen Anspruchstellern ein wirtschaftliches Gleichgewicht, auch im Hinblick auf die Ressourcen zur Inanspruchnahme von juristischer und/oder sachverständiger Beratung, erzielt wird (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 52 - financialright (Diesel)).

    Denn zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, welche Forderungen die Klägerin zusammenfassen würde, zumal sie sich nach ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen verpflichtet hatte, nur gleichartige Ansprüche zu bündeln (Ziff. 1.4 der AGB, Anlage GL 12) (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 53 - financialright (Diesel)).

    Erst recht lässt sich aus ihr nicht die Nichtigkeit der abstrakten Forderungsabtretung unter dem Gesichtspunkt eines Interessenkonflikts herleiten (vgl. BGH…, Urteil vom 10.10.2022 - VIa ZR 184/22, BeckRS 2022, 30637 Rn. 22; BGH, Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, WM 2022, 1835 Rn. 60 unter Verweis auf BGH…, Urteil vom 12. Mai 2016 - IX ZR 241/14, NJW 2016, 2561 Rn. 19).

    Rn. 321 (f) Dass die Klägerin nach Ziffer 1.7 ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Auftraggebern gegenüber berechtigt ist, einen (unwiderruflichen) Vergleich zu schließen, wenn ihr die Vergleichssumme als ausreichend erscheint, vermag - auch unter Berücksichtigung des vereinbarten Erfolgshonorars und der vereinbarten Kostenfreistellung für die Auftraggeber - einen Verstoß gegen § 4 RDG a.F. nicht zu begründen (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 58 - financialright (Diesel); BGH, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 206; Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 58 ff. - AirDeal).

    Rn. 322 (g) Schließlich ergibt sich auch aus der Höhe der Erfolgsprovision der Klägerin von 33 % keine Unzulässigkeit des Geschäftsmodells und kein Verstoß ihres Sammelklage-Inkassos gegen die Vorschriften des RDG (vgl. BGH, Urteil vom 13.06.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 - financialright (Diesel): dort 35 %; Urteil vom 13.07.2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 3 - AirDeal: dort 35 %).

    Vielmehr sind die Interessen der Klägerin, ihrer einzelnen Auftraggeber und des externen Prozessfinanzierers prinzipiell gleichgerichtet, nämlich darauf, eine möglichst hohe Befriedigung aller Forderungen zu erzielen (vgl. BGH, Urteil vom 13.06.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 55 - financialright (Diesel); Deckenbrock/Henssler, RDG, 5. Aufl., § 4 Rn. 28b).

    Auch der Prozessfinanzierer profitiert von einer möglichst erfolgreichen Durchsetzung der Forderungen, da er - grundsätzlich und so auch hier - einen bestimmten Anteil am Gewinn der Klägerin erhält (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 55 - financialright (Diesel); vgl. Deckenbrock/Henssler, RDG, 5. Aufl., § 4 Rn. 28b).

    In diesem Zusammenhang ist auch auf die Gesetzesbegründung zur Einfügung des Satzes 2 in § 4 RDG mit Wirkung zum 01.10.2021 zu verweisen, wonach gerade in Fällen, in denen ein prinzipieller Gleichlauf der Interessen von Prozessfinanzierer, Inkassodienstleister und Rechtsuchendem bestehe, eine konkrete Gefährdung der ordnungsgemäßen Erbringung der Rechtsdienstleistung nicht unbedingt naheliegend erscheine (…vgl. BT-Drs. 19/27673, S. 39 f.) An einer strukturellen Interessenkollision fehlt es, wenn dem Prozessfinanzierer mit Blick auf die Anspruchsdurchsetzung allenfalls theoretische oder unbedeutende Einflussmöglichkeiten zustehen und die Pflicht des Inkassodienstleisters gegenüber den einzelnen Auftraggebern zur möglichst effektiven Durchsetzung der Ansprüche nicht mit einer - über die faktische Möglichkeit zur Einflussnahme hinausgehenden - Vertragspflicht gegenüber dem Prozessfinanzierer zu einem möglichst gewinnbringenden Vorgehen kollidiert (vgl. BGH, Urteil vom 13.06.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 56 f. - financialright (Diesel)).

    Ohne eine solche Einflussmöglichkeit besteht kein Unterschied zu Konstellationen, in denen der Inkassodienstleister die Prozessfinanzierung selbst vornimmt und sich hierzu eigener Mittel oder eines externen Darlehens bedient (vgl. BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 56 f. - financialright (Diesel)).

    Rn. 350 (ffff) Die Pflicht, vor einem Vergleichsschluss an den Prozessfinanzierer zu berichten und sich mit ihm zu beraten, ohne dass aber der Finanzierer eine rechtliche Einflussmöglichkeit auf den Vergleichsschluss hat, schafft keinen strukturellen Konflikt (vgl. BGH, Urteil vom 13.06.2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 59 - financialright (Diesel).

    "Die Beklagte zu 1 bestreitet mit Nichtwissen, dass die Prozessfinanzierung identisch sei mit der aus dem Verfahren VIa ZR 418/21 zu financial right, es verbleibe bei den Feststellungen des Landgerichts, dass dem Prozessfinanzierer hier erheblicher Einfluss auf die Prozessführung der Klägerin zukomme (…Schriftsatz vom 15.9.2023, Rn. 714).

  • BGH, 12.05.2026 - KZR 6/24

    Sammelklage-Inkasso - Grenzen des "Sammelklage-Inkassos" beim LKW-Kartell

    Kartellschadensersatzansprüche können grundsätzlich im Wege der Sammelklage von einem Inkassodienstleister geltend gemacht werden (Fortführung von BGH, Urteile vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255; vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, BGHZ 234, 125 - financialright).

    Insbesondere wird durch die Bündelung der Ansprüche auch einer Vielzahl von Zedenten nicht generell unzulässiger Druck auf den Anspruchsgegner ausgeübt (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, BGHZ 234, 125 Rn. 17 - financialright).

    Das Berufungsgericht hat zutreffend angenommen, dass sich die Unzulässigkeit der Vergütung als prozentualem Anteil am Klageerfolg auf den Sonderfall der Gewinnabschöpfungsklage im Sinne von § 10 Abs. 1 UWG beschränkt (…vgl. BGH, NJW 2018, 3581 Rn. 42 - Prozessfinanzierer I;… NJW 2019, 3377 Rn. 25 ff. - Prozessfinanzierer II; BGHZ 234, 125 Rn. 18 - financialright), für die der Gesetzgeber in § 10 Abs. 5 und 6 UWG zwischenzeitlich besondere Aufwendungsersatzansprüche vorgesehen hat.

    Rn. 27 Die Zulässigkeit der Sammelklage eines Inkassounternehmens wurde daher bislang von der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht in Frage gestellt (vgl. BGH, Urteile vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 zu sieben gebündelten Ansprüchen; BGHZ 234, 125 Rn. 14 - financialright nach Abtrennung eines Teilanspruchs gemäß § 145 ZPO zu ursprünglich 2004 gebündelten Ansprüchen;… vom 24. Oktober 2022 - VIa ZR 162/22, juris Rn. 18 ff. zu mehreren tausend Klagen wegen des Erwerbs von Fahrzeugen mit dem Motor EA 189).

    Ein Inkassodienstleister ist sowohl im Interesse der ihm durch einen Dienstleistungsvertrag verbundenen rechtsuchenden Zedenten als auch des Prozessgegners und des Gerichts gemäß § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 2 Abs. 2, § 1 Abs. 1 Satz 2 RDG zur sachgemäßen Prozessführung verpflichtet (…vgl. BGH, Urteile vom 11. Januar 2017 - IV ZR 340/13, NJW-RR 2017, 410 Rn. 35; BGHZ 234, 125 Rn. 32 f., 37 - financialright).

    Denn der Zivilprozessordnung ist nicht zu entnehmen, dass die Klageerhebung zur Einnahmeerzielung ohne Weiteres unzulässig wäre (vgl. BGHZ 234, 125 Rn. 18 - financialright).

    Zudem rechtfertigt der Umstand, dass Geschäftsmodelle wie das im vorliegenden Fall zu Beurteilende bei den Zivilgerichten wegen der Prüfung einer Vielzahl von Einzelansprüchen zu sehr komplexen und zeitaufwändigen Rechtsstreitigkeiten führen können, für sich genommen noch keine Einschränkung der Inanspruchnahme prozessualer Befugnisse (vgl. BGHZ 234, 125 Rn. 37 - financialright).

    Es räumt seinem Interesse an möglichst geringen Kosten und Gebühren und damit seinen eigenen wirtschaftlichen Interessen an einer möglichst hohen Erfolgsprovision unter Missachtung der eigenen Mitverantwortung für die Funktionsfähigkeit einer geordneten Rechtspflege zu Lasten der Rechtsuchenden, des Prozessgegners und des Gerichts rechtsmissbräuchlich Vorrang vor einem sachgerechten Vorgehen ein, das in der Einreichung mehrerer Verfahren mit darin sachgerecht gebündelten und zudem auf Schlüssigkeit geprüften (vgl. BGHZ 234, 125 Rn. 34 - financialright) Ansprüchen bestanden und wirkungsvollen Rechtsschutz sowohl für die ihm durch einen Dienstleistungsvertrag verbundenen Zedenten als auch für die Beklagten in angemessener Zeit erlaubt hätte (…vgl. BVerfG, WM 2018, 2147 Rn. 15; EGMR…, Urteil vom 17. Oktober 2002 - 38365/97, juris Rn. 46;… siehe auch Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes vom 29. Februar 2012, BT-Drucks. 17/8799, S. 28).

    Insofern war der Schutz der Gerichte vor unsachgemäßer Prozessführung, insbesondere durch offensichtlich unzulässige oder unbegründete Klagen, auch nicht durch die zwingende Beteiligung eines Rechtsanwalts (vgl. BGHZ 234, 125 Rn. 37 - financialright) gewährleistet.

    Soweit die seit dem 1. Oktober 2021 geltenden Regelungen der § 13 Abs. 2, § 12 Abs. 5 RDG, § 2 Abs. 1 Satz 4 RDV und § 7 des Einführungsgesetzes zum Rechtsdienstleistungsgesetz nunmehr verlangen, dass zur Prüfung der Voraussetzungen nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 12 Abs. 1 Nr. 2 RDG der Antrag auf Registrierung als Inkassodienstleister nach § 13 Abs. 2 Satz 1 und Satz 2 Nr. 1 RDG Angaben dazu enthalten muss, auf welchen Rechtsgebieten die Tätigkeiten erbracht werden sollen, folgt daraus nichts anderes (BGHZ 234, 125 Rn. 27 ff. mwN - financialright).

    Danach ist für die Einziehung kartellrechtlicher Schadensersatzforderungen ebenso wenig wie für die Einziehung von Forderungen etwa des Versicherungs- oder Energierechts vom Inkassodienstleister besondere Sachkunde nachzuweisen (vgl. BGHZ 234, 125 Rn. 29 mwN - financialright).

    Unterschieden hinsichtlich der Durchsetzungsaussichten lässt sich durch eine entsprechende Gruppierung der Ansprüche Rechnung tragen (…vgl. BGHZ 230, 255 Rn. 55; BGHZ 234, 125 Rn. 51 - financialright).

    Entsprechendes kann sich zudem aus dem Umstand ergeben, dass die Klägerin derart heterogene Ansprüche gebündelt hat, dass die Erfolgsaussichten besonders aussichtsreicher Ansprüche durch die Verbindung mit weniger aussichtsreichen Ansprüchen insbesondere bei einem möglichen Vergleichsschluss (Ziffer 1.7 und 4.1 der Dienstleistungsvereinbarungen) gefährdet werden (…vgl. BGHZ 230, 255 Rn. 55; BGHZ 234, 125 Rn. 51 - financialright;… WM 2022, 2240 Rn. 22), sowie dass aufgrund der schieren Vielzahl an gebündelten Ansprüchen der Blick für die Besonderheiten des Einzelfalls verloren gehen kann (…vgl. BGHZ 230, 255 Rn. 29).

    Rn. 75 (2) Das kann aber im vorliegenden Fall schon deshalb nicht zur Nichtigkeit der Abtretungen führen, weil sich die Klägerin in Ziffer 1.3 der Dienstleistungsvereinbarungen zur Bündelung gleichartiger Ansprüche verpflichtet hat (vgl. BGHZ 234, 125 Rn. 53 - financialright) und daher die Gefahr von Interessenkollisionen bei der erforderlichen Aufteilung zur Vorbereitung der Verfahrenstrennung wird ausschließen müssen.

    Eine die Anwendung des § 4 RDG aF rechtfertigende strukturelle Interessenkollision kann aber vorliegen, wenn die dem Inkassodienstleister gegenüber den einzelnen Auftraggebern obliegende Pflicht zur möglichst effektiven Durchsetzung ihrer Ansprüche mit einer Vertragspflicht gegenüber dem Prozessfinanzierer zu einem möglichst gewinnbringenden Vorgehen kollidiert (BGHZ 234, 125 Rn. 49 ff, 57 - financialright).

    Auf den im Verfahren nachgereichten sogenannten Side Letter vom 13. Oktober 2021 kommt es dabei schon deshalb nicht an, weil für die Frage eines im Jahr 2017 bestehenden strukturellen Interessenkonflikts ausschließlich der Prozessfinanzierungsvertrag vom 25. April 2017 maßgeblich ist (vgl. BGHZ 234, 125 Rn. 53 - financialright).

    Eine Erfolgsprovision in Höhe von 33 % ist beim Sammelklage-Inkasso in Deutschland allgemein nicht marktunüblich (…vgl. BGHZ 224, 89 Rn. 5;… BGHZ 230, 255 Rn. 3; BGHZ 234, 125 Rn. 3 - financialright; Lieberknecht, ZIP 2024, 1421, 1426;… Domej, aaO, S. 40) und auch im vorliegenden Fall nicht zu beanstanden.

  • BGH, 07.12.2022 - VIII ZR 81/21

    Anspruch auf Erstattung vorgerichtlicher Inkassokosten

    Damit sind von dem Begriff der Inkassodienstleistung nach § 2 Abs. 2 Satz 1, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG auch solche Tätigkeiten erfasst, die auf eine umfangreiche außergerichtliche Rechtsbesorgung und -beratung gerichtet sind und letztlich auf einen unter Beteiligung eines Rechtsanwalts zu führenden Rechtsstreit hinauslaufen (…vgl. Senatsurteil vom 27. Mai 2020 - VIII ZR 45/19, aaO Rn. 54), sowie darüber hinaus solche Geschäftsmodelle, die ausschließlich oder vorrangig auf die gerichtliche Einziehung der Forderung abzielen (…vgl. BGH, Urteile vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 22; vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, juris Rn. 11, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).
  • OLG Stuttgart, 15.08.2024 - 2 U 30/22

    Rundholzkartell - Sammelklage-Inkasso bei Kartellschadensansprüchen; …

    Der Bundesgerichtshof hat ausdrücklich ausgeführt, dass die im Sachkundenachweis belegte Sachkunde nicht mit der späteren Inkassotätigkeit übereinstimmen muss und dass eine Überschreitung der Inkassoerlaubnis nicht deswegen anzunehmen ist, weil die mit der Registrierung nachzuweisende Sachkunde des Anbieters für die Durchsetzung der konkreten, eine komplexe Rechtsprüfung erfordernden Ansprüche (vermeintlich) nicht ausreicht (BGH, Urteil vom 13.06.2022, VIa ZR 418/21, Rn. 28 f. - financialright).

    Setzt der Inkassodienstleister diese von ihm verlangte, überprüfte und für genügend befundene Sachkunde dann bei der Einziehung fremder oder zu Einziehungszwecken abgetretener Forderungen ein, ist nicht ersichtlich, dass damit eine Gefahr für den Rechtsuchenden verbunden ist (BGH, Urteil vom 13.06.2022, VIa ZR 418/21, Rn. 34 - financialright).

    Ohne eine solche Einflussmöglichkeit besteht kein Unterschied zu Konstellationen, in denen der Inkassodienstleister die Prozessfinanzierung selbst vornimmt und sich hierzu eigener Mittel oder eines externen Darlehens bedient (BGH, Urteil vom 13. Juni 2022, VIa ZR 418/21, Rn. 57 - financialright).

    Nichts Anderes gilt für den Inkassodienstleister im Rahmen des § 4 RDG (BGH, Urteil vom 13.06.2022, VIa ZR 418/21, Rn. 60).

  • BGH, 10.10.2022 - VIa ZR 184/22

    VW-Dieselskandal: Hemmung der Verjährung durch Klageerhebung eines nach …

    Zur Hemmung der Verjährung durch Klageerhebung eines nach Forderungsabtretung berechtigten Inkassodienstleisters zugunsten des Zedenten im Falle der späteren Rückabtretung (Anschluss an BGH, Urteil vom 2. März 1982 - VI ZR 245/79, NJW 1982, 1761, 1762 unter II.2., insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 83, 162 und BGH, Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, BGHZ 234, 125).

    Der Inkassobegriff der § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG und § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG in der hier maßgeblichen, bis zum 30. September 2021 geltenden Fassung schließt Geschäftsmodelle ein, die ausschließlich oder vorrangig auf eine gerichtliche Einziehung von Forderungen im Wege des sogenannten "Sammelklage-Inkassos" abzielen (vgl. BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 16; Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, WM 2022, 1835 Rn. 11 ff., zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).

    Grundsätze des deutschen Prozessrechts stehen nicht entgegen (BGH, Urteil vom 13. Juni 2022, aaO, Rn. 17).

    Rn. 19 bb) Auch der Schutz des Rechtsverkehrs, der immer dann betroffen ist, wenn die Tätigkeit des Rechtsdienstleisters Dritte berührt, etwa den Anspruchsgegner des Rechtsuchenden, sonstige Beteiligte wie Drittschuldner oder Behörden, aber auch Gerichte, auf deren Tätigkeit außergerichtliche Rechtsdienstleistungen ausstrahlen (…BT-Drucks. 16/3655, S. 45; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 31), macht es, wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 13. Juni 2022 (VIa ZR 418/21, WM 2022, 1835 Rn. 36 ff.) näher ausgeführt hat, nicht erforderlich, das Geschäftsmodell der Klägerin aus dem Begriff der Inkassodienstleistung auszunehmen.

    Der hierin liegende erleichterte "Zugang zum Recht" rechtfertigt keinen Eingriff in Art. 12 Abs. 1 GG zulasten des Inkassodienstleisters (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, WM 2022, 1835 Rn. 37).

    Das Rechtsdienstleistungsgesetz bezweckt indessen nicht den Schutz der Schuldner vor den Folgen zutreffend erteilten Rechtsrats und wirkungsvoller Rechtsbesorgung (BGH, Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/22, WM 2022, 1835 Rn. 38).

    Im Übrigen bietet das deutsche Prozessrecht Sicherungen vor einer unberechtigten Inanspruchnahme (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 2022, aaO, Rn. 17).

    Ein Interessenkonflikt, der eine entsprechende Anwendung auf den vorliegenden Fall rechtfertigen könnte, lässt sich auf der Grundlage der vom Berufungsgericht getroffenen Feststellungen nicht begründen (vgl. BGH…, Urteil vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 187 ff., 195;… Urteil vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255 Rn. 45 ff.; Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, WM 2022, 1835 Rn. 49 ff.).

    Erst recht lässt sich aus ihr nicht die Nichtigkeit der abstrakten Forderungsabtretung unter dem Gesichtspunkt eines Interessenkonflikts herleiten (BGH, Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, WM 2022, 1835 Rn. 60 unter Verweis auf BGH…, Urteil vom 12. Mai 2016 - IX ZR 241/14, NJW 2016, 2561 Rn. 19).

  • BGH, 28.07.2026 - KZR 11/24

    Rundholz BW - Kartellrechtliche Beurteilung der gemeinsamen Rundholzvermarktung …

    Rn. 15 a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist die Zusammenfassung einer Vielzahl von Ansprüchen in einem Verfahren gemäß § 260 ZPO grundsätzlich zulässig; dies gilt auch für die von einem Inkassodienstleister erhobene Klage (vgl. BGH, Urteile vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255; vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, BGHZ 234, 125 Rn. 14 - financialright;… vom 24. Oktober 2022 - VIa ZR 162/22, juris Rn. 18 ff.;… vom 12. Mai 2026 - KZR 6/24, WRP 2026, 900 Rn. 26 - Sammelklage-Inkasso).

    Eine die Anwendung des § 4 RDG rechtfertigende strukturelle Interessenkollision kann aber vorliegen, wenn die dem Inkassodienstleister gegenüber den einzelnen Auftraggebern obliegende Pflicht zur möglichst effektiven Durchsetzung ihrer Ansprüche mit einer Vertragspflicht gegenüber dem Prozessfinanzierer zu einem möglichst gewinnbringenden Vorgehen kollidiert (BGHZ 234, 125 Rn. 49 ff., 57 - financialright).

  • BGH, 07.03.2023 - VI ZR 180/22

    Zulässigkeit der Vereinbarung eines Erfolgshonorars bei einer …

    Rn. 10 2. Zutreffend ist das Berufungsgericht weiter davon ausgegangen, dass sich die Tätigkeit der Klägerin im Rahmen der ihr nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG erteilten Erlaubnis zur Erbringung von Inkassodienstleistungen hält (…vgl. BGH, Urteile vom 27. November 2019 - VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 18 ff.;… vom 8. April 2020 - VIII ZR 130/19, NJW-RR 2020, 779 Rn. 30 ff.; vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 15).

    Schließlich verstößt ein Inkassodienstleistungsvertrag nicht allein deshalb gegen § 4 RDG aF, weil der Inkassodienstleister im Gebühreninteresse für den Kunden nachteilige Maßnahmen treffen könnte (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, NJW 2022, 3350 Rn. 60).

  • OLG Koblenz, 19.02.2026 - U 1721/22

    Rundholzvermarktung Rheinland-Pfalz II - Kartellschadensersatz im Zusammenhang …

    Die aus Gründen des Gemeinwohls unumgänglichen Beschränkungen des Art. 12 Abs. 1 GG stehen ihrerseits unter dem Gebot der Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit (BGH, Urteil vom 13.06.2022 - VIa ZR 418/21, Rn. 22 f. m.w.N. - financialright I).

    Weder aus dem Wortlaut noch aus der Systematik des RDG lässt sich ein Ausschluss dieser Geschäftsmodelle entnehmen (vgl. BGH…, Urteil vom 13.07.2021 - II ZR 84/20 Rn. 12 ff. - Airdeal; BGH, Urteil vom 13.06.2022, a.a.O., Rn. 11 ff.; BGH…, Urteil vom 10.10.2022 - VIa ZR 184/22, Rn. 18 ff. - financialright II).

    Rn. 85 (dd) Eine massenhafte Bündelung von Ansprüchen (Sammelklagen-Inkasso) ist von § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG umfasst (BGH, Urteil vom 13.06.2022, a.a.O., Rn. 14).

    Auch nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs muss die im Sachkundenachweis nach § 11 RDG belegte Sachkunde nicht mit der späteren Inkassotätigkeit übereinstimmen (BGH, Urteil vom 13.06.2022, a.a.O., Rn. 28 f.).

    Ohne eine solche Einflussmöglichkeit besteht kein Unterschied zu Konstellationen, in denen der Inkassodienstleister die Prozessfinanzierung selbst vornimmt und sich hierzu eigener Mittel oder eines externen Darlehens bedient (BGH, Urteil vom 13.06.2022, a.a.O., Rn. 57 m.w.N.).

    Nichts Anderes gilt für den Inkassodienstleister im Rahmen des § 4 RDG (BGH, Urteil vom 13.06.2022, a.a.O., Rn. 60).

  • LG Dortmund, 13.03.2023 - 8 O 7/20
    In der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist aber anerkannt, dass Inkassodienstleister Forderungen grundsätzlich auch im gerichtlichen Verfahren einziehen dürfen, soweit sie dort anwaltlich vertreten sind (Vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 2022, Az.: VIa ZR 418/21, juris Rn. 11 ff. - financialright; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021, Az.: II ZR 84/20, juris Rn. 20 ff.- Airdeal; BGH…, Urteil vom 19. Januar 2022, Az.: VIII ZR 123/21, juris Rn. 39 ff. - Lexfox IX; BGH…, Beschluss vom 11. Juni 2013, Az.: II ZR 245/11, juris Rn. 6).

    (BGH, Urteil vom 13. Juni 2022, Az.: VIa ZR 418/21, juris Rn. 11 ff., 51 ff. - financialright; BGH…, Urteil vom 13. Juli 2021, Az.: II ZR 84/20, juris Rn. 20, 49 ff.- Airdeal).

    Rn. 147 Immenga/Mestmäcker, Wettbewerbsrecht, 6. Aufl. 2020, GWB § 33a Rn. 22; Kersting, NZKart 2022, 309, 311; Klumpe, NZKart 2019, 405; Klumpe/Thiede, BB 2016, 3011, 3012; Stadler, WuW 2018, 189, 190; so für entsprechende Konstellationen außerhalb des Kartellschadensersatzrechts auch BGH, Urteil vom 13. Juli 2021, Az.: II ZR 84/20, juris Rn. 29, 33 - Airdeal; BGH, Urteil vom 13. Juni 2022, Az.: VIa ZR 418/21, juris Rn. 37 - financialright; OLG München, Urteil vom 18. Juli 2022, Az.: 21 U 1200/22, juris Rn. 70, 78 - MyRight).

    Dieses die Rechtsdurchsetzung hindernde Ungleichgewicht kann nur durch die Bündelung der Kräfte auf Seiten der möglichen Geschädigten überwunden werden (…vgl. Franck, in: Immenga/Mestmäcker, Wettbewerbsrecht, 6. Aufl. 2020, GWB § 33a Rn. 22;… Kodek, in: Jarolim (Hrsg.), Beschleunigung von Verfahren als Gebot der Stunde, 2016, S. 19, 26; Stadler, VuR 2021, 123, 125; Stadler, JZ 2020, 321, 327; dazu außerhalb des Kartellschadensersatzrechts auch BGH, Urteil vom 13. Juni 2022, Az.: VIa ZR 418/21, juris Rn. 51 f. - financialright).

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 24.05.2023 - 4 B 1590/20

    Widerruf der Registrierung eines Inkassodienstleisters

    Rn. 40 Vgl. zur Prüfungspflicht des Inkassodienstleisters im Allgemeinen und beim Masseninkasso im Besonderen Goebel, Inkassodienstleistungen und Inkassokosten, 3. Aufl. 2021, § 1 Rn. 17 f., 76 f., 99 f.; hierauf Bezug nehmend auch BGH, Urteil vom 13.6.2022 - VIa ZR 418/21 -, BGHZ 234, 125 = juris, Rn. 21.
  • BGH, 24.05.2023 - VIII ZR 373/21

    Wohnraummiete: Wirksamkeit der Bevollmächtigung eines registrierten …

  • BGH, 07.08.2024 - VIa ZR 930/23

    Schadensersatzklage eines Inkassodienstleisters im Dieselskandal aus abgetretenem …

  • OLG Jena, 17.10.2023 - 7 U 1091/22

    Unerlaubtes Online-Glücksspiel: Rückzahlungsanspruch des Teilnehmers gegen den …

  • OLG Düsseldorf, 10.08.2023 - 6 U 133/22

    Hemmung der Verjährung durch Erhebung einer Sammelklage eines …

  • BGH, 05.12.2022 - VIa ZR 998/22

    Abtretung des Anspruchs auf Schadensersatz wegen der Verwendung von unzulässigen …

  • BGH, 07.08.2024 - VIa ZR 929/23

    Wirkung der Rechtskraft klageabweisender Urteile gegen den Rechtsnachfolger nach …

  • BGH, 24.10.2022 - VIa ZR 162/22

    Inanspruchnahme eines Automobilherstellers auf Schadenersatz wegen der Verwendung …

  • OLG Düsseldorf, 10.08.2023 - 6 U 147/22
  • OLG München, 25.01.2023 - 7 U 5074/21

    Verjährung von Schadensersatzansprüchen wegen Verwendung einer unzulässigen …

  • OLG Hamm, 18.11.2022 - 11 U 174/21

    Abgasskandal; Audi Q3; Motortyp EA 189; Verjährung

  • OLG Schleswig, 22.06.2023 - 10 U 91/23
  • LG Ravensburg, 17.03.2023 - 5 O 276/22

    Abgasskandal: Rückabwicklung eines Neuwagen-Kaufvertrages; Wirksamkeit einer …

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