Rechtsprechung
| BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17 |
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- Bundesverwaltungsgericht
AufenthG § 11 Abs. 1 und 5, § ... 54 Abs. 1 Nr. 2, §§ 58a, 59 Abs. 2 und 3, § 60 Abs. 1 bis 9; GG Art. 1 Abs. 3, Art. 2 Abs. 1, Art. 6, 19 Abs. 4, Art. 20 Abs. 2 und 3, Art. 38 Abs. 1, Art. 42 Abs. 1, Art. 77, 83, 84; EMRK Art. 8; RL 2008/115/EG Art. 7 Abs. 4, Art. 11 Abs. 2
"Islamischer Staat"; Abschiebezielstaat; Abschiebung; Abschiebungsanordnung; Abschiebungsverbot; Algerien; Anhörung; Anschlag; Ermessen; Gefahr; Gefahrenbewertung; Gefährder; RADAR-iTE; Rückkehrentscheidung; Terrorismus; Verhältnismäßigkeit; Zusage des Leiters der ...
- rechtsinformationen.bund.de
Abschiebungsanordnung gegen einen radikal-islamistischen Gefährder
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 11 AufenthG, § 58a AufenthG, § 60 AufenthG, § 72 AufenthG, Art 2 GG
Abschiebungsanordnung gegen einen radikal-islamistischen Gefährder - Wolters Kluwer
Abschiebung eines radikal-islamistischen Gefährders nach Algerien; Drohen einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung bei Rückkehr in das Heimatland
- doev.de
Abschiebungsanordnung gegen einen radikal-islamistischen Gefährder
- ra.de
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Abschiebung eines radikal-islamistischen Gefährders nach Algerien; Drohen einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung bei Rückkehr in das Heimatland
- datenbank.nwb.de
Abschiebungsanordnung gegen einen radikal-islamistischen Gefährder
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (9)
- Bundesverwaltungsgericht (Pressemitteilung)
Bundesverwaltungsgericht bestätigt Bremer Abschiebungsanordnung gegen einen algerischen Gefährder
- Bundesverwaltungsgericht (Pressemitteilung)
Bundesverwaltungsgericht bestätigt Bremer Abschiebungsanordnung gegen einen algerischen Gefährder
- lto.de (Kurzinformation)
Abschiebung von Gefährdern bestätigt: Vertrauen auf die Menschlichkeit
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Abschiebung radikal-islamistischer Gefährder - und keine Frist zur freiwilligen Ausreise
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Abschiebung radikal-islamistischer Gefährder - und die Gefahrenprognose
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Abschiebung radikal-islamistischer Gefährder - und die unzureichende Anhörung
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Abschiebung radikal-islamistischer Gefährder - und das zielstaatsbezogene Abschiebungsverbot
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Bremer Abschiebungsanordnung gegen einen algerischen Gefährder
- beck-aktuell.de (Kurzinformation)
BVerwG bestätigt Bremer Abschiebungsanordnung gegen algerischen Gefährder - BVerwG bestätigt Bremer Abschiebungsanordnung gegen algerischen Gefährder
Verfahrensgang
- BVerwG, 31.05.2017 - 1 VR 4.17
- BVerfG, 24.07.2017 - 2 BvR 1487/17
- BVerwG, 26.07.2017 - 1 VR 6.17
- BVerwG, 13.11.2017 - 1 VR 13.17
- BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Papierfundstellen
- NVwZ 2018, 1322
- DÖV 2018, 723
Wird zitiert von ... (66) Zitiert selbst (25)
- BVerwG, 22.08.2017 - 1 A 3.17
Bundesverwaltungsgericht bestätigt Abschiebungsanordnungen gegen zwei …
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Maßgeblich für die gerichtliche Beurteilung einer vollzogenen Abschiebungsanordnung ist die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der Abschiebung (wie BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - juris Rn. 14).Sie bildet unter anderem die Grundlage für die Rechtmäßigkeit der Abschiebung und darauf aufbauende Rechtsfolgen, etwa die Haftung des Klägers für die durch seine Abschiebung entstandenen Kosten nach §§ 66, 67 AufenthG (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 12).
Dies steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), der hinsichtlich der Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung im Zielstaat einer Abschiebung auf den Zeitpunkt der Abschiebung abstellt und nachträglich bekannt werdende Tatsachen nur ergänzend heranzieht (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 14 unter Hinweis auf EGMR…, Urteil vom 14. März 2017 - Nr. 47287/15, Ilias u. Ahmed/Ungarn - Rn. 105 m.w.N.).
Rn. 19 2.1 Diese Regelung ist formell und materiell verfassungsgemäß (vgl. BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 16;… BVerfG, Kammerbeschlüsse vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 20 ff. …und vom 26. Juli 2017 - 2 BvR 1606/17 - NVwZ 2017, 1530 Rn. 18).
In diesem Sinne richten sich auch Gewaltanschläge gegen Unbeteiligte zum Zwecke der Verbreitung allgemeiner Unsicherheit gegen die innere Sicherheit des Staates (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 21).
Erfasst sind grundsätzlich auch Zwischenstufen lose verkoppelter Netzwerke, (virtueller oder realer) Kommunikationszusammenhänge oder "Szeneeinbindungen", die auf die Realitätswahrnehmung einwirken und die Bereitschaft im Einzelfall zu wecken oder zu fördern geeignet sind (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 22).
Da es um die Verhinderung derartiger Straftaten geht, ist nicht erforderlich, dass mit deren Vorbereitung oder Ausführung in einer Weise begonnen wurde, die einen Straftatbestand erfüllt und etwa bereits zur Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen geführt hat (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 23).
Die mit dieser Ausgestaltung des Verfahrens verbundenen Abweichungen gegenüber einer Ausweisung lassen sich nur mit einer direkt vom Ausländer ausgehenden terroristischen und/oder dem gleichzustellenden Bedrohungssituation für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland rechtfertigen (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 24).
Eine Abschiebungsanordnung ist daher schon dann möglich, wenn aufgrund konkreter tatsächlicher Anhaltspunkte ein beachtliches Risiko dafür besteht, dass sich eine terroristische Gefahr und/oder eine dem gleichzustellende Gefahr für die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland in der Person des Ausländers jederzeit aktualisieren kann, sofern nicht eingeschritten wird (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 25).
Angesichts der Schwere aufenthaltsbeendender Maßnahmen ist eine Verlagerung der Eingriffsschwelle in das Vorfeldstadium dagegen verfassungsrechtlich nicht hinnehmbar, wenn nur relativ diffuse Anhaltspunkte für mögliche Gefahren bestehen, etwa allein die Erkenntnis, dass sich eine Person zu einem fundamentalistischen Religionsverständnis hingezogen fühlt (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 26;… BVerfG, Kammerbeschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 45).
Vielmehr genügt angesichts der besonderen Gefahrenlage, der § 58a AufenthG durch die tatbestandliche Verselbstständigung begegnen soll, dass sich aus den festgestellten Tatsachen ein beachtliches Risiko dafür ergibt, dass die von einem Ausländer ausgehende Bedrohungssituation sich jederzeit aktualisieren und in eine konkrete terroristische Gefahr und/oder eine dem gleichzustellende Gefahr für die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland umschlagen kann (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 27).
Dabei kann sich - abhängig von den Umständen des Einzelfalls - in der Gesamtschau ein beachtliches Risiko, das ohne ein Einschreiten jederzeit in eine konkrete Gefahr umschlagen kann, auch schon daraus ergeben, dass sich ein im Grundsatz gewaltbereiter und auf Identitätssuche befindlicher Ausländer in besonderem Maße mit dem radikal-extremistischen Islamismus in seinen verschiedenen Ausprägungen bis hin zum ausschließlich auf Gewalt setzenden jihadistischen Islamismus identifiziert, über enge Kontakte zu gleichgesinnten, möglicherweise bereits anschlagsbereiten Personen verfügt und sich mit diesen in "religiösen" Fragen regelmäßig austauscht (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 28).
Der hohe Rang der geschützten Rechtsgüter und die Eilbedürftigkeit der Entscheidung erfordern ebenfalls keine Einschätzungsprärogative der Behörde (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 29;… BVerfG, Kammerbeschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 42).
Denn in den Fällen des § 58a AufenthG liegt bereits in der einzelfallbezogenen Prüfung und Feststellung des Tatbestands die vom EuGH (…ebenda Rn. 50 und 57) verlangte einzelfallbezogene Beurteilung, ob das persönliche Verhalten des betreffenden Drittstaatsangehörigen eine tatsächliche und gegenwärtige Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellt, die so gravierend ist, dass von der Fristsetzung zur freiwilligen Ausreise ganz abgesehen werden muss (vgl. BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 35).
Denn das Einreiseverbot soll zwar im Zusammenhang mit einer Rückkehrentscheidung angeordnet werden (vgl. Art. 11 Abs. 1a Richtlinie 2008/115/EG: "gehen ... einher"), stellt aber gleichwohl eine eigenständige Entscheidung dar, für die vorliegend eine andere Behörde zuständig ist (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 22. August 2017 - 1 A 10.17 - NVwZ 2018, 345 Rn. 3 f.) und die gesondert anfechtbar ist (vgl. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 Richtlinie 2008/115/EG; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 36).
Liegen die Tatbestandsvoraussetzungen des § 58a AufenthG vor, hat die oberste Landesbehörde zu prüfen, ob sie eine Abschiebungsanordnung erlässt oder ggf. anderweitige Maßnahmen durch die Ausländerbehörde - etwa der Erlass einer sofort vollziehbaren Ausweisung nebst Abschiebungsandrohung - oder Maßnahmen auf der Grundlage des allgemeinen Polizeirechts ausreichen (Entschließungsermessen); ein Auswahlermessen kommt hingegen nur bei mehreren möglichen Zielstaaten in Betracht, was hier nicht der Fall ist (BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 39).
Dies ist unter den hier gegebenen Umständen und angesichts der an anderer Stelle festgestellten Bereitschaft des Klägers zur Begehung eines mit einfachsten Mitteln jederzeit realisierbaren Terroranschlags in Deutschland und der allenfalls begrenzten Wirksamkeit auch aufwändigerer Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen nicht zu beanstanden (vgl. BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 40).
- BVerfG, 24.07.2017 - 2 BvR 1487/17
Erfolglose Verfassungsbeschwerde eines sogenannten Gefährders gegen die …
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Die hiergegen eingelegte Verfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - nicht zur Entscheidung angenommen, hat aber in den Gründen gefordert, dass die einzuholende Zusicherung mit spezifischen Garantien verbunden sein müsse.Rn. 19 2.1 Diese Regelung ist formell und materiell verfassungsgemäß (vgl. BVerwG…, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 16; BVerfG, Kammerbeschlüsse vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 20 ff. …und vom 26. Juli 2017 - 2 BvR 1606/17 - NVwZ 2017, 1530 Rn. 18).
Rn. 34 Diese Auslegung steht trotz der Schwere aufenthaltsbeendender Maßnahmen im Einklang mit dem Grundgesetz (BVerfG, Kammerbeschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 42).
Angesichts der Schwere aufenthaltsbeendender Maßnahmen ist eine Verlagerung der Eingriffsschwelle in das Vorfeldstadium dagegen verfassungsrechtlich nicht hinnehmbar, wenn nur relativ diffuse Anhaltspunkte für mögliche Gefahren bestehen, etwa allein die Erkenntnis, dass sich eine Person zu einem fundamentalistischen Religionsverständnis hingezogen fühlt (BVerwG…, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 26; BVerfG, Kammerbeschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 45).
Der hohe Rang der geschützten Rechtsgüter und die Eilbedürftigkeit der Entscheidung erfordern ebenfalls keine Einschätzungsprärogative der Behörde (BVerwG…, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 29; BVerfG, Kammerbeschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 42).
Es ist weder ersichtlich noch geltend gemacht worden, inwiefern die Beiziehung dieser Akten geeignet sein könnte, zu einer für den Kläger günstigeren Gefährdungsprognose zu führen (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 42).
Rn. 64 Der Beachtlichkeit dieses Schreibens bei der individuellen Risikoprognose für den Kläger steht nicht entgegen, dass es sich hierbei nicht um eine zwischen Ministerien und Botschaften ausgetauschte "Verbalnote", sondern "nur" um eine Erklärung eines algerischen Behördenleiters gegenüber einem deutschen Behördenleiter handelt, der Text der Erklärung des Leiters der algerischen Polizei vom Entwurf eines Schreibens des deutschen Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums abweicht und nicht ausdrücklich auf die vom Bundesverfassungsgericht im Beschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - geforderten spezifischen Garantien in bestimmten Situationen eingeht.
Vielmehr sei es von Verfassungs wegen erforderlich, sie mit spezifischen Garantien zu verbinden, die eine Überprüfung der (eventuellen) Haftbedingungen des Klägers im Falle seiner Inhaftierung und insbesondere den ungehinderten Zugang zu seinen Prozessbevollmächtigten erlaube; dies müsse sich auf eine Inhaftierung sowohl durch die Polizei als auch durch den Geheimdienst beziehen (BVerfG, Kammerbeschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 50).
Beide Gerichte anerkennen Zusicherungen unter bestimmten Voraussetzungen als ein geeignetes Instrument zur einzelfallbezogenen Ausräumung der Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung im Abschiebezielstaat (vgl. EGMR…, Urteil vom 17. Januar 2012 - Nr. 8139/09, Othmann/Vereinigtes Königreich - NVwZ 2013, 487 Rn. 193 - 204; BVerfG, Kammerbeschluss vom 24. Juli 2017 - 2 BvR 1487/17 - NVwZ 2017, 1526 Rn. 47 f.).
- BVerwG, 13.07.2017 - 1 VR 3.17
Abschiebungsanordnung; Gefährder; Islamischer Staat; Islamismus; Salafismus; …
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Besondere, atypische Umstände, die hier vor Erlass der Abschiebungsanordnung eine umfassende Anhörung ohne Gefährdung des Zwecks der Abschiebungsanordnung oder zumindest eine eingehendere Begründung der Ermessensentscheidung für den Verzicht auf eine Anhörung erfordert hätten, liegen nicht vor, zumal der Kläger in der Vergangenheit ein nicht unerhebliches Maß an Mobilität hat erkennen lassen (…BVerwG, Beschlüsse vom 31. Mai 2017 - 1 VR 4.17 - juris Rn. 13 und vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 17).Dieser im Gesetz ausdrücklich aufgeführte Fall einer nicht gebotenen Anhörung ("insbesondere wenn") ist hier nicht einschlägig, weil eine Abschiebungsanordnung nach § 58a AufenthG keine Maßnahme allein der Verwaltungsvollstreckung im Sinne dieser Regelung ist (BVerwG, Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 16).
Rn. 24 b) Das Vorgehen der Behörde ist auch mit den Vorgaben des Unionsrechts, wie sie vor dem Erlass einer Rückkehrentscheidung im Sinne der Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (ABl. L 348 S. 98) zu beachten sind, vereinbar (vgl. BVerwG, Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 18 ff.).
Dieses gilt aber als allgemeiner Grundsatz des Unionsrechts (vgl. näher EuGH…, Urteil vom 5. November 2014 - C-166/13 [ECLI:EU:C:2014:2336], Mukarubega - Rn. 40 - 45; BVerwG, Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 19).
Mit der grundsätzlichen Entbehrlichkeit einer Anhörung vor Erlass einer Abschiebungsanordnung nach § 58a AufenthG wird u.a. bezweckt zu verhindern, dass sich die vorausgesetzte besondere Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder terroristische Gefahr (die hier auch tatsächlich besteht, s.u.) in der Zwischenzeit realisiert (BVerwG, Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 21).
- BVerwG, 22.08.2017 - 1 A 10.17
Abschiebungsanordnung; Ausnahme; Befristung; Behördenzuständigkeit; Einreise- und …
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Es kann daher offenbleiben, ob diese Richtlinie auf Rückkehrverfahren, die - wie hier - nicht zu migrationsbedingten Zwecken, sondern zum Schutz der öffentlichen Sicherheit bei einer terroristischen Gefahr durchgeführt werden, überhaupt Anwendung findet (vgl. zu der Problematik BVerwG, Beschluss vom 22. August 2017 - 1 A 10.17 - NVwZ 2018, 345 Rn. 6).Hierbei könnte es sich auch um ein neben der Rückführungsrichtlinie zulässiges nationales Einreiseverbot zu nicht migrationsbedingten Zwecken handeln (vgl. hierzu die Ausführungen des Senats im Verweisungsbeschluss vom 22. August 2017 - 1 A 10.17 - NVwZ 2018, 345 Rn. 6 m.w.N. und der neuerliche Hinweis in der Empfehlung 2017/2338 der Kommission vom 16. November 2017 für ein gemeinsames "Rückkehr-Handbuch" , das von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten bei der Durchführung rückkehrbezogener Aufgaben heranzuziehen ist).
Denn das Einreiseverbot soll zwar im Zusammenhang mit einer Rückkehrentscheidung angeordnet werden (vgl. Art. 11 Abs. 1a Richtlinie 2008/115/EG: "gehen ... einher"), stellt aber gleichwohl eine eigenständige Entscheidung dar, für die vorliegend eine andere Behörde zuständig ist (vgl. BVerwG, Beschluss vom 22. August 2017 - 1 A 10.17 - NVwZ 2018, 345 Rn. 3 f.) und die gesondert anfechtbar ist (vgl. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 Richtlinie 2008/115/EG; vgl. auch BVerwG…, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 36).
Auch in diesem Zusammenhang kann dahinstehen, ob das von der Beklagten zusammen mit der Abschiebungsanordnung angeordnete unbefristete Einreise- und Aufenthaltsverbot - formell und materiell - rechtmäßig ist (vgl. hierzu BVerwG, Beschluss vom 22. August 2017 - 1 A 10.17 - NVwZ 2018, 345 m.w.N.) und ob der Kläger möglicherweise unabhängig davon nach seiner zwischenzeitlichen Abschiebung einem gesetzlichen Einreise- und Aufenthaltsverbot unterliegt.
- BVerwG, 15.03.2005 - 1 C 26.03
Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis, Ausweisungsgründe, Verbrauch von …
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Das schließt den Schutz vor Einwirkungen durch Gewalt und Drohungen mit Gewalt auf die Wahrnehmung staatlicher Funktionen ein (BVerwG, Urteil vom 15. März 2005 - 1 C 26.03 - BVerwGE 123, 114 ).Wesentliche Kriterien können insbesondere aus der Definition terroristischer Straftaten in Art. 2 Abs. 1 Buchst. b des Internationalen Übereinkommens zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus vom 9. Dezember 1999 (BGBl. 2003 II S. 1923), aus der Definition terroristischer Straftaten auf der Ebene der Europäischen Gemeinschaft im Beschluss des Rates Nr. 2002/475/JI vom 13. Juni 2002 (ABl. L 164 S. 3) sowie dem Gemeinsamen Standpunkt des Rates Nr. 2001/931/GASP über die Anwendung besonderer Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus vom 27. Dezember 2001 (ABl. L 344 S. 93) gewonnen werden (vgl. BVerwG, Urteil vom 15. März 2005 - 1 C 26.03 - BVerwGE 123, 114 ).
- EuGH, 05.11.2014 - C-166/13
Drittstaatsangehörige, die zur Rechtswidrigkeit ihres Aufenthalts ordnungsgemäß …
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Dieses gilt aber als allgemeiner Grundsatz des Unionsrechts (vgl. näher EuGH, Urteil vom 5. November 2014 - C-166/13 [ECLI:EU:C:2014:2336], Mukarubega - Rn. 40 - 45; BVerwG…, Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 19).Soweit er sich auf das Recht auf eine gute Verwaltung nach Art. 41 GRC beruft, das nach Art. 41 Abs. 2 Spiegelstrich 1 GRC insbesondere das Recht jeder Person umfasst, gehört zu werden, bevor ihr gegenüber eine nachteilige individuelle Maßnahme getroffen wird, ist in der Rechtsprechung des EuGH geklärt, dass sich aus dem Wortlaut des Art. 41 GRC eindeutig ergibt, dass sich dieser nicht an die Mitgliedstaaten, sondern ausschließlich an die Organe, Einrichtungen und sonstigen Stellen der Union richtet (EuGH, Urteil vom 5. November 2014 - C-166/13 - Rn. 44 m.w.N.).
- EGMR, 01.02.2018 - 9373/15
M.A. c. FRANCE
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Dem steht nicht entgegen, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte noch in einer Entscheidung vom 1. Februar 2018 (Nr. 9373/15, M.A./Frankreich) zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die Abschiebung eines in Frankreich wegen terroristischer Aktivitäten verurteilten algerischen Staatsangehörigen gegen Art. 3 EMRK verstieß.Auf dieser Rechtsprechung beruht auch das Urteil des EGMR vom 1. Februar 2018 (Nr. 9373/15 - Rn. 52).
- EGMR, 14.03.2017 - 47287/15
Ungarn wegen Inhaftierung von Flüchtlingen verurteilt
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Dies steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), der hinsichtlich der Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung im Zielstaat einer Abschiebung auf den Zeitpunkt der Abschiebung abstellt und nachträglich bekannt werdende Tatsachen nur ergänzend heranzieht (BVerwG…, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 3.17 - InfAuslR 2018, 11 Rn. 14 unter Hinweis auf EGMR, Urteil vom 14. März 2017 - Nr. 47287/15, Ilias u. Ahmed/Ungarn - Rn. 105 m.w.N.).Dies ist in erster Linie auf der Grundlage der Tatsachen zu beurteilen, die dem abschiebenden Staat im Zeitpunkt der Abschiebung bekannt waren oder hätten bekannt sein müssen, auch wenn sich der EGMR die Berücksichtigung nachträglich bekannt werdender Informationen zur Bestätigung oder Widerlegung dieser Einschätzung vorbehält (EGMR, Urteil vom 14. März 2017 - Nr. 47287/15 - Rn. 105 m.w.N.).
- BVerwG, 22.08.2017 - 1 A 2.17
Bundesverwaltungsgericht bestätigt Abschiebungsanordnungen gegen zwei …
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Die Gefahrenprognose im Rahmen eines zielstaatsbezogenen Abschiebungsverbots kann sich durch Erklärungen von Vertretern des Zielstaats bis zur Abschiebung soweit ändern, dass kein reales Risiko einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung (mehr) besteht (wie BVerwG, Urteil vom 22. August 2017 - 1 A 2.17 - juris Rn. 51).Da die Abschiebung hier wegen der Gefahr der Begehung einer terroristischen Tat in Deutschland erfolgte, der Kläger sich in den vergangenen Jahren mehrfach, auch für längere Zeit in Algerien aufhielt und zwei seiner Geschwister für den "IS" Selbstmordattentate begangen haben sollen, war im Zeitpunkt der Abschiebung nicht auszuschließen, dass er in diesem Zusammenhang zur Abklärung der von ihm ausgehenden Terrorismusgefahr - anders als der Kläger im Verfahren 1 A 2.17 - für einen längeren Zeitraum festgehalten würde.
- BVerwG, 31.05.2017 - 1 VR 4.17
Abschiebungsanordnung gegen einen der radikal-islamistischen Szene zuzuordnenden …
Auszug aus BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 5.17
Rn. 10 Mit Beschluss vom 31. Mai 2017 - 1 VR 4.17 - hat der Senat einen Antrag nach § 80 Abs. 5 VwGO mit der Maßgabe abgelehnt, dass der Kläger erst nach Erlangung einer Zusicherung einer algerischen Regierungsstelle abgeschoben werden darf, wonach ihm in Algerien keine Folter oder unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung droht (Art. 3 EMRK).Besondere, atypische Umstände, die hier vor Erlass der Abschiebungsanordnung eine umfassende Anhörung ohne Gefährdung des Zwecks der Abschiebungsanordnung oder zumindest eine eingehendere Begründung der Ermessensentscheidung für den Verzicht auf eine Anhörung erfordert hätten, liegen nicht vor, zumal der Kläger in der Vergangenheit ein nicht unerhebliches Maß an Mobilität hat erkennen lassen (BVerwG, Beschlüsse vom 31. Mai 2017 - 1 VR 4.17 - juris Rn. 13 …und vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 17).
- BVerfG, 20.04.2016 - 1 BvR 966/09
Bundeskriminalamtsgesetz - Teilweise erfolgreiche Verfassungsbeschwerden gegen …
- BVerfG, 24.01.1995 - 1 BvL 18/93
Feuerwehrabgabe
- EGMR, 17.01.2012 - 8139/09
Othman (Abu Qatada) ./. Vereinigtes Königreich
- BVerfG, 18.07.1973 - 1 BvR 23/73
Ausländerausweisung
- BVerwG, 25.10.2011 - 1 C 13.10
Ausweisung; Unterstützung des Terrorismus; individuelle Unterstützung; …
- BVerwG, 14.12.2016 - 1 C 11.15
Fehlende Zustimmung der Staatsanwaltschaft zur Abschiebung verletzt keine Rechte …
- BVerwG, 19.09.2017 - 1 VR 8.17
Keine Aussetzung der Abschiebung von zwei islamistischen Gefährdern
- EuGH, 11.12.2014 - C-249/13
Der Gerichtshof präzisiert den Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehör von …
- EuGH, 11.06.2015 - C-554/13
Zh. und O. - Vorlage zur Vorabentscheidung - Raum der Freiheit, der Sicherheit …
- BVerwG, 03.09.2013 - 10 B 14.13
Ehegattennachzug
- EGMR, 15.05.2012 - 33809/08
LABSI v. SLOVAKIA
- BVerfG, 26.07.2017 - 2 BvR 1606/17
Nichtannahmebeschluss: Abschiebung eines aus Dagestan stammenden "Gefährders" gem …
- BVerwG, 13.11.2017 - 1 VR 13.17
Antrag eines algerischen Staatsbürgers auf Erlass einer einstweiligen Anordnung …
- BVerwG, 03.01.2018 - 1 VR 16.17
Antrag eines Algerischen Staatsangehörigen auf Erlass einer einstweiligen …
- BVerwG, 27.03.2018 - 1 A 2.18
Einreise- und Aufenthaltsverbote für Gefährder - und die Zuständigkeit des BVerwG
- BVerfG, 24.07.2017 - 2 BvR 1487/17
Erfolglose Verfassungsbeschwerde eines sogenannten Gefährders gegen die …
den Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. Mai 2017 - 1 VR 4.17 (1 A 5.17) -. - BVerwG, 17.05.2023 - 1 VR 1.23
Abschiebungsanordnung in die Republik Irak
Bei der mit einer Anhörung verbundenen "Vorwarnung" des Ausländers bestand hier zumindest für die verbleibende Dauer der Inhaftierung des Antragstellers zwar nicht die Gefahr, dass sich dieser der Abschiebung durch Untertauchen entzieht oder sonst den mit der kraft Gesetzes sofort vollziehbaren Abschiebungsanordnung verfolgten Zweck vereitelt (vgl. auch § 62 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 AufenthG; ferner BVerwG, Urteil vom 27. März 2018 - 1 A 5.17 - juris Rn. 22 …und Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 17).Eine sofortige Entscheidung war indes deshalb im öffentlichen Interesse notwendig, weil von dem Antragsteller eine terroristische Gefahr ausgeht, die sich jederzeit aktualisieren kann (BVerwG, Urteil vom 27. März 2018 - 1 A 5.17 - juris Rn. 22 …und Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 17).
- VG Gelsenkirchen, 16.01.2019 - 7a K 3425/18
Fall Sami A.: Kein Abschiebungsverbot nach Tunesien
Rn. 80 Vgl. zur Bewertung einer zwischenstaatlichen Erklärung, die keine Verbalnote ist: BVerwG, Urteil vom 27. März 2018 - 1 A 5.17 -, juris, Rn. 64 m. w. N.
- BVerwG, 28.11.2024 - 1 A 1.23
Bundesverwaltungsgericht bestätigt Berliner Abschiebungsanordnung gegen einen …
Bei der mit einer Anhörung verbundenen "Vorwarnung" des Ausländers bestand zwar zumindest für die Dauer der Inhaftierung des Klägers nicht die Gefahr, dass sich dieser der Abschiebung durch Untertauchen entzieht oder sonst den mit der kraft Gesetzes sofort vollziehbaren Abschiebungsanordnung verfolgten Zweck vereitelt (vgl. auch § 62 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 AufenthG; ferner BVerwG, Urteil vom 27. März 2018 - 1 A 5.17 - juris Rn. 22 …und Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 17).Eine sofortige Entscheidung war indes deshalb im öffentlichen Interesse notwendig, weil sich die von dem Kläger ausgehende terroristische Gefahr jederzeit hätte realisieren können (BVerwG, Urteil vom 27. März 2018 - 1 A 5.17 - juris Rn. 22 …und Beschluss vom 13. Juli 2017 - 1 VR 3.17 - Buchholz 402.242 § 58a AufenthG Nr. 5 Rn. 17).
- VG Magdeburg, 19.05.2020 - 8 A 138/19
Beurteilungszeitpunkt für Ausweisung und zielstaatsbezogene Abschiebungsverbote; …
Nachträglich bekanntwerdende Tatsachen sind auch nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nur ergänzend heranzuziehen (vgl. BVerwG, Urteil vom 27.03.2018 - 1 A 5.17 -, juris, Rn. 17 zu § 58a AufenthG).Nachträglich bekanntwerdende Tatsachen sind auch nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nur ergänzend heranzuziehen (vgl. BVerwG, Urteil vom 27.03.2018 - 1 A 5.17 -, juris, Rn. 17 zu § 58a AufenthG).
Nach der Abschiebung eingetretene (nachträgliche) Änderungen sind in dem Verfahren einer Verpflichtungsklage zu § 11 AufenthG zu berücksichtigen und für die Abschiebungsandrohung selbst nur ergänzend heranzuziehen (vgl. auch BVerwG, Urteil vom 27.03.2018 - 1 A 5.17 -, juris, Rn. 17 zu § 58a AufenthG).
- BVerwG, 21.08.2018 - 1 A 16.17
Bundesverwaltungsgericht bestätigt schleswig-holsteinische Abschiebungsanordnung …
Auch bei RADAR-iTE handelt es sich lediglich um ein Instrument zur strukturierten Erhebung der für eine Gefährdungsprognose relevanten Tatsachen, das der Priorisierung der polizeilichen Arbeit dient, eine eigenständige Gefahrenbewertung durch die Polizeibehörden aber nicht ersetzt (BVerwG, Urteil vom 27. März 2018 - 1 A 5.17 - juris Rn. 51). - OVG Hamburg, 06.07.2018 - 3 Bs 97/18
Eilantrag gegen die Untersagung der Abschiebung; Umstellung des Antrages nach …
Rn. 37 Maßgeblicher Zeitpunkt für die gerichtliche Beurteilung der Rechtmäßigkeit einer Abschiebung ist in den Fällen, in denen der Ausländer - wie hier - bereits abgeschoben ist, die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der Abschiebung (vgl. BVerwG, Urt. v. 27.3.2018, 1 A 5/17, juris Rn. 17).Nachträgliche Änderungen sind erst in einem (nachgelagerten) Verfahren nach § 11 AufenthG zu berücksichtigen (vgl. BVerwG, Urt. v. 27.3.2018, 1 A 5/17, juris Rn. 17).
- VG Gelsenkirchen, 21.11.2018 - 7a L 1947/18
Fall Sami A.: Keine Abschiebungsverbote mehr nach Vorlage einer Verbalnote der …
Rn. 38 Vgl. zur Bewertung einer zwischenstaatlichen Erklärung, die keine Verbalnote ist: BVerwG, Urteil vom 27. März 2018 - 1 A 5.17 -, juris, Rn. 64 m. w. N. - BVerwG, 22.05.2018 - 1 VR 3.18
Abschiebungsanordnung gegen einen türkischen Islamisten
Auch bei RADAR-iTE handelt es sich lediglich um ein Instrument zur strukturierten Erhebung der für eine Gefährdungsprognose relevanten Tatsachen, das der Priorisierung der polizeilichen Arbeit dient, eine eigenständige Gefahrenbewertung durch die Polizeibehörden aber nicht ersetzt (BVerwG, Urteil vom 27. März 2018 - 1 A 5.17 - Rn. 51). - VGH Baden-Württemberg, 17.11.2023 - 12 S 986/23
Verbrauch der Abschiebungsandrohung vor Abschluss des Asylverfahrens - …
So bildet sie beispielsweise den Geltungsgrund eines abschiebungsbedingten Einreise- und Aufenthaltsverbots und kann Grundlage für einen Kostenerstattungsanspruch sein (vgl. BVerwG, Urteile vom 27.03.2018 - 1 A 5.17 -, juris Rn. 15, …und vom 14.12.2016 - 1 C 11.15 -, juris Rn. 29; VGH Baden-Württemberg…, Beschluss vom 22.10.2020 - 11 S 1112/20 -, juris Rn. 39 ; OVG Bremen…, Beschluss vom 04.01.2022 - 2 LB 383/21 -, juris Rn. 32;… näher Funke-Kaiser in: GK-AufenthG, § 59 Rn. 264 ff. ; a.A. wohl VG Karlsruhe…, Beschluss vom 23.01.2023 - 19 K 4534/22 - juris Rn. 73 f. bei einer Rückkehr in das Herkunftsland nach bestandskräftigem Abschluss des Asylerstverfahrens;… differenzierend zwischen Abschiebung und freiwilliger Ausreise: Marx, Aufenthalts-, Asyl- und Flüchtlingsrecht, 8. Aufl. 2023, § 7 Rn. 344). - VG Gelsenkirchen, 13.08.2024 - 12a K 51/23
Tadschikistan, Islamischer Staat, IS, ISIS-K, Khorasan, Straftäter, Folter, …
- EGMR, 29.04.2019 - 12148/18
Abschiebung eines Terroristen: In Algerien geht es nicht unmenschlich zu
- BVerwG, 13.11.2017 - 1 VR 13.17
Antrag eines algerischen Staatsbürgers auf Erlass einer einstweiligen Anordnung …
- BGH, 10.06.2020 - 3 ZB 1/20
Richterliche Anordnung der Datenerhebung durch längerfristige Observation und den …
- VGH Bayern, 30.07.2018 - 10 CE 18.769
Vorläufiger Rechtsschutz gegen die Vollziehung einer Abschiebungsandrohung im …
- VGH Baden-Württemberg, 14.11.2023 - 12 S 2373/22
Elektronische Signatur; Ausweisung eines pädophilen Ausländers
- OVG Saarland, 14.04.2021 - 2 B 54/21
Rückgängigmachung der Abschiebung, Folgenbeseitigungsanspruch, …
- OVG Sachsen, 18.06.2025 - 5 A 446/17
Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates zur Durchführung des Asylverfahrens; …
- VGH Bayern, 21.07.2026 - 10 CS 26.890
Pflicht zur Anhörung vor Erlass eines Einreise- und Aufenthaltsverbots, …
- OVG Sachsen, 29.07.2024 - 3 B 113/24
Rechtswidrige Abschiebung; Rückholungsanspruch; maßgeblicher Zeitpunkt für die …
- VG Karlsruhe, 11.05.2020 - 4 K 8091/19
Eilrechtsschutz auf Rückholung eines Ausländers aus Serbien; Rechtswidrigkeit der …
- OVG Niedersachsen, 24.06.2026 - 13 ME 123/26
Anhörung; Nichtbestehen der Freizügigkeitsberechtigung; vorläufiger Rechtsschutz; …
- VG Bremen, 03.06.2022 - 2 K 2618/20
Asylrecht Türkei, Urteil vom 03.06.2022 - Grabmal S. C.; Grabmal S. C.; Verzicht …
- VG Berlin, 12.01.2021 - 24 L 347.20
- VG Berlin, 21.07.2022 - 28 K 126.20
Zweifel an charakterlicher Eignung für den Polizeivollzugsdienst aufgrund des …
- VG Würzburg, 11.01.2021 - W 8 K 20.31016
Rückkehr eines Säuglings mit Bruder und alleinstehender Mutter nach Algerien
- BVerwG, 03.01.2018 - 1 VR 16.17
Antrag eines Algerischen Staatsangehörigen auf Erlass einer einstweiligen …
- VG Saarlouis, 18.12.2025 - 5 K 1175/20
Asylrecht (Algerien): Kurdische Frau; humanitäre Verhältnisse in Algerien; …
- VG Bremen, 01.12.2020 - 6 K 3860/17
Asylrecht, Russische Föderation, Urteil vom 01.12.2020 - Ausschlussgrund; …
- VG Würzburg, 16.12.2019 - W 8 K 18.30553
Erfolglose Asylklage eines Algeriers
- VG Würzburg, 05.12.2024 - W 5 E 24.32386
Zulässiger Sofortantrag, Algerien, Folgeantrag, einstweiliger Rechtsschutz gegen …
- VG Würzburg, 28.09.2020 - W 8 K 20.30690
Keine Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft für kabylischen Volkszugehörigen - …
- VG Würzburg, 04.08.2022 - W 5 K 22.30297
Erfolglose Asylklage einer algerischen Familie mit minderjährigen Kindern
- VG Hamburg, 05.07.2021 - 3 E 2824/21
Zu den Voraussetzungen einer Vorwirkung von Art. 6 GG im Ausländerrecht bei …
- VG Würzburg, 06.10.2020 - W 8 S 20.31116
Familienflüchtlingsschutz
- VG Würzburg, 24.08.2020 - W 8 K 20.30714
Kein Abschiebungsverbot nach Algerien wegen angeblicher Blutrache
- VG Würzburg, 10.09.2018 - W 8 K 18.31094
Asyl, Algerien: Islamische Strafvorschriften hinsichtlich Ehebruch knüpfen nicht …
- VG Würzburg, 28.09.2020 - W 8 K 20.30307
Erfolglose Klage auf Flüchtlingsanerkennung (Algerien)
- VG Würzburg, 05.11.2018 - W 8 K 18.31898
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft
- VG Würzburg, 06.08.2020 - W 8 S 20.30912
Betreibung der Anerkennung der Vaterschaft für minderjährige Tochter in …
- VG Würzburg, 12.11.2018 - W 8 K 18.30616
Erfolglose Asylklage eines algerischen Staatsangehörigen
- VG Würzburg, 18.11.2022 - W 5 K 22.30378
Unbegründete Asylklage (Algerien - Einzelfall)
- VG Würzburg, 22.09.2020 - W 8 S 20.31066
Keine Abschiebeverbote für Wirtschaftsflüchtlinge aus Algerien
- VG Würzburg, 17.07.2020 - W 8 S 20.30824
Rückkehr nach Algerien auch unter Bedingungen der Covid 19-Pandemie zumutbar
- VG Würzburg, 17.06.2019 - W 8 K 19.30361
Erfolglose Asylklage eines algerischen Staatsangehörigen
- VG Würzburg, 10.09.2018 - W 8 K 18.31093
Einzelfall einer unbegründeten Asylklage wegen ersichtlich unwahren Vortrags
- VGH Bayern, 25.11.2022 - 10 CE 22.2336
Erfolgloser Eilantrag gegen eine Zurückschiebung nach Tschechien und auf …
- VG Köln, 06.04.2021 - 12 K 5963/20
- VG Würzburg, 21.12.2020 - W 8 K 20.30845
Familiäre Streitigkeiten nicht asylrechtlich relevant - Algerien
- VG Würzburg, 13.02.2020 - W 8 S 20.30216
Erfolgloser Eilantrag eines algerischen Asylbewerbers gegen die …
- VG Würzburg, 14.01.2020 - W 8 S 20.30008
Abschiebungsverbote nach Algerien für alleinstehende Frau mit unehelichem Kind
- VG Würzburg, 28.01.2019 - W 8 K 18.32312
Keine Anerkennung als Asylberechtigter
- VG Würzburg, 21.01.2019 - W 8 K 18.32353
Keine Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft
- VG Würzburg, 07.09.2018 - W 8 S 18.31889
Erfolgloser Antrag auf aufschiebende Wirkung gegen eine Ausreiseaufforderung und …
- VG Würzburg, 23.01.2023 - W 5 S 23.30041
Erfolgloses Eilverfahren bei Ablehnung eines Asylantrages als offensichtlich …
- VG Würzburg, 21.12.2020 - W 8 K 20.30733
Erfolglose Asylklage eines schwerbehinderten Algeriers
- VG Würzburg, 15.06.2020 - W 8 K 20.30281
Keine Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft oder subsidiären Schutzes
- VG Würzburg, 10.02.2020 - W 8 K 19.32100
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft
- VG Würzburg, 01.07.2019 - W 8 K 19.30072
Unbegründeter Asylantrag eines algerischen Asylbewerbers
- VG Würzburg, 28.01.2019 - W 8 K 18.32124
Rechtswidrige Befristungsentscheidung bei ansonsten unbegründetem Asylantrag …
- VG Köln, 21.07.2025 - 5 L 1483/25
- VG Augsburg, 10.07.2025 - Au 4 K 25.31131
- VG Würzburg, 26.09.2019 - W 8 S 19.31767
Offensichtlich unbegründeter Asylantrag
- VG Würzburg, 23.07.2019 - W 8 S 19.31343
Erfolgloses Eilverfahren gegen Abschiebungsandrohung nach Asylantragsrücknahme
- VG Würzburg, 05.07.2019 - W 8 S 19.31241
Kein Abschiebungsverbot nach Algerien aufgrund einer Erkrankung an Multipler …
- VG Würzburg, 24.09.2018 - W 8 K 18.31461
Keine Verfolgung oder ernsthafte Gefahr bei der Rückkehr nach Algerien zu …
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