Rechtsprechung
| OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- openjur.de
- Judicialis
ZPO § 287; ; ZPO § ... 511; ; ZPO § 513; ; ZPO § 517; ; ZPO § 519; ; ZPO § 520; ; ZPO § 520 Abs. 3; ; ZPO § 546; ; StVO § 1 Abs. 2; ; StVO § 5 Abs. 4; ; StVO § 7 Abs. 5; ; StVO § 41 Abs. 2 Nr. 6 Zeichen 264; ; StVG § 7 Abs. 1; ; StVG § 17 Abs. 1; ; StVG § 18 Abs. 1; ; PflVG § 3 Nr. 1; ; AuslPflVG § 6 Abs. 1; ; BGB § 823 Abs. 1; ; BGB § 823 Abs. 2; ; BGB § 286; ; BGB § 288 Abs. 1; ; BGB § 288 Abs. 1 Satz 1; ; BGB § 291
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Verursachungs- und Verschuldensanteile nach einem Verkehrsunfall
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Schadensersatzanspruch hinsichtlich der aufgrund eines Verkehrsunfalls entstandenen materiellen Schäden unter Berücksichtigung einer Mitverursachungsquote von 25 v.H.; Verstoß gegen ein Verkehrsverbot bei Befahren einer Fahrspur mit einer größeren als erlaubten ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Cottbus, 22.06.2007 - 3 O 390/05
- OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (7)
- BGH, 15.03.2005 - VI ZR 313/03
Anforderungen an die ärztliche Aufklärung über unterschiedliche …
Auszug aus OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07
Der für den Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens darlegungs- und beweisbelastete Kläger (vgl. hierzu BGH NJW 2005, S. 1718;… NJW 1993, S. 520), hat schon nicht vorgetragen, dass bei der vorliegenden Konstellation einer streifenden seitlichen Berührung - also des typischen Falles, der durch das Zeichen 264 verhindert werden soll - Schäden des gleichen Schweregrades aufgetreten wären, wenn das vom Zeugen St... geführte Fahrzeug weniger Raum beansprucht hätte. - BGH, 25.11.1992 - VIII ZR 170/91
Vorvertragliches Verschulden bei der Auftragsvergabe nach VOL/A
Auszug aus OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07
Der für den Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens darlegungs- und beweisbelastete Kläger (…vgl. hierzu BGH NJW 2005, S. 1718; NJW 1993, S. 520), hat schon nicht vorgetragen, dass bei der vorliegenden Konstellation einer streifenden seitlichen Berührung - also des typischen Falles, der durch das Zeichen 264 verhindert werden soll - Schäden des gleichen Schweregrades aufgetreten wären, wenn das vom Zeugen St... geführte Fahrzeug weniger Raum beansprucht hätte. - BGH, 23.10.2003 - IX ZR 249/02
Begriff des Schadens bei unrichtiger steuerlicher Beratung
Auszug aus OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07
Vorgerichtliche Anwaltskosten sind zu erstatten, soweit die Inanspruchnahme eines Rechtsanwalts im konkreten Fall zur Durchsetzung der Rechte erforderlich und zweckmäßig war (vgl. BGH NJW 2004, S. 444;… Heinrichs in Palandt, BGB, Kommentar, 67. Aufl., § 249, Rn. 39).
- BGH, 21.11.2006 - VI ZR 115/05
Abwägung der Verursachungsanteile bei Fehlen der Fahrerlaubnis; Umfang des …
Auszug aus OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07
Bei der Abwägung der Verursachungs- und Verschuldensanteile der Fahrer der beteiligten Fahrzeuge sind unter Berücksichtigung der von beiden Fahrzeugen ausgehenden Betriebsgefahr nur unstreitige bzw. zugestandene und bewiesene Umstände zu berücksichtigen (vgl. BGH NJW 2007, S. 506;… KG NZV 1999, S. 512;… NZV 2003, S. 291;… König in Hentschel, Straßenverkehrsrecht, Kommentar, 39. Aufl., § 17 StVG, Rn. 5, m. w. N.). - BGH, 13.02.1996 - VI ZR 126/95
Haftungsverteilung bei nicht nachgewiesenem Versagen des Grünpfeils für einen …
Auszug aus OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07
Jede Seite hat dabei die Umstände zu beweisen, die der anderen zum Verschulden gereichen und aus denen sie für die nach § 17 Abs. 1 StVG vorzunehmende Abwägung für sich günstige Rechtsfolgen herleiten will (BGH NZV 1996, S. 231). - KG, 11.02.2002 - 12 U 117/01
Haftungsverteilung von 50:50 nach einem Linksabbiegerunfall auf einer mit …
Auszug aus OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07
Bei der Abwägung der Verursachungs- und Verschuldensanteile der Fahrer der beteiligten Fahrzeuge sind unter Berücksichtigung der von beiden Fahrzeugen ausgehenden Betriebsgefahr nur unstreitige bzw. zugestandene und bewiesene Umstände zu berücksichtigen (…vgl. BGH NJW 2007, S. 506;… KG NZV 1999, S. 512; NZV 2003, S. 291;… König in Hentschel, Straßenverkehrsrecht, Kommentar, 39. Aufl., § 17 StVG, Rn. 5, m. w. N.). - KG, 10.05.1999 - 12 U 9612/98
Grundsätze der Haftungsverteilung zwischen Linksabbieger und Geradeausfahrer bei …
Auszug aus OLG Brandenburg, 13.03.2008 - 12 U 145/07
Bei der Abwägung der Verursachungs- und Verschuldensanteile der Fahrer der beteiligten Fahrzeuge sind unter Berücksichtigung der von beiden Fahrzeugen ausgehenden Betriebsgefahr nur unstreitige bzw. zugestandene und bewiesene Umstände zu berücksichtigen (…vgl. BGH NJW 2007, S. 506; KG NZV 1999, S. 512;… NZV 2003, S. 291;… König in Hentschel, Straßenverkehrsrecht, Kommentar, 39. Aufl., § 17 StVG, Rn. 5, m. w. N.).
- AG Brandenburg, 13.01.2017 - 31 C 71/16
Streifunfall zwischen zu breitem überholenden Pkw mit Lkw in Autobahnbaustelle
Eine Haftung der Beklagtenseite über die allgemeine Betriebsgefahr (20%) des Lkws der Beklagten hinaus ist somit hier bereits deshalb gerechtfertigt, weil der Unfall entsprechend dem Ergebnis der Beweisaufnahme in ganz überwiegendem Maße von dem vom Erstbeklagten geführten Lkw der Marke Scania verursacht worden ist (BGH, VersR 1970, Seite 89; OLG Karlsruhe, Schaden-Praxis 2009, Seiten 66 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 21.06.2007, Az.: 12 U 2/07, u.a. in: "juris"; OLG Jena, NZV 2006, Seiten 147 f.; OLG München, DAR 2005, Seiten 684 f., Nr. 290; OLG Saarbrücken, Schaden-Praxis 2004, Seite 316; KG Berlin, VRS Band 106, Seite 23; OLG Düsseldorf, Schaden-Praxis 2003, Seiten 335 f.; OLG Hamm, NZV 2000, Seiten 85 f. = ZfSch 2000, Seite 57; OLG Bremen, VersR 1997, Seiten 253 f.; OLG Hamm, VRS Band 81, Seiten 342 f.; OLG Frankfurt/Main, NZV 1989, Seiten 75 f.; OLG Celle, VersR 1972, Seite 1145; OLG Köln, MDR 1965, Seite 43, Nr. 43; LG Berlin, Beschluss vom 12.06.2006, Az.: 24 S 43/06, u.a. in: "juris"; LG Berlin, Schaden-Praxis 2002, Seite 51; AG Berlin-Mitte, Schaden-Praxis 2009, Seite 142; AG Hamburg-Blankenese, VersR 2005, Seite 1549).Zulasten der Beklagten steht im Ergebnis der vom hiesigen Gericht durchgeführten Beweisaufnahme nämlich ein Verstoß des Beklagten zu 1.) gegen § 1 und § 7 StVO fest, da dieser mit seinem Lkw von der rechten Fahrspur teilweise auf die von dem Zeugen S. genutzte linke Fahrspur geraten ist und dabei gegen den Pkw des Klägers stieß (OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.).
Die geringe Durchfahrtsbreite war aufgrund dieses Verkehrsschildes und den Fahrbahnmarkierungen, aber auch aufgrund der äußeren Umstände somit unübersehbar (OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.; LG Göttingen, Urteil vom 18.11.2009, Az.: 5 O 118/09, u.a. in: VersR 2010, Seiten 1490 ff.).
Schon die Verkürzung des vorgesehenen Sicherheitsabstandes zwischen den auf beiden Fahrspuren sich befindenden Fahrzeugen durch Befahren der linken Spur mit einem unzulässig breiten Fahrzeug stellt mithin einen auch im Hinblick auf eine Kollision kausalen Verstoß dar (OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.).
Der für den Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens darlegungs- und beweisbelastete Kläger, hat nämlich schon nicht vorgetragen, dass bei der vorliegenden Konstellation einer streifenden seitlichen Berührung - also des typischen Falles, der durch das Zeichen 264 der StVO verhindert werden soll - Schäden des gleichen Schweregrades aufgetreten wären, wenn der vom Zeugen S. geführte klägerische Pkw weniger Raum beansprucht hätte (OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.).
Gerade bei Benutzung eines ansonsten unbekannten Fahrzeugs kann dieses Fehlverhalten des Fahrers im Einzelfall aber auch lediglich nur eine einfache fahrlässig sein (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 17.09.2012, Az.: I-24 U 54/12, u.a. in: NJW-RR 2013, Seiten 142 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.; OLG München, Urteil vom 16.06.1999, Az.: 15 U 5773/98, u.a. in: DAR 1999, Seiten 506 f.; OLG Celle, Urteil vom 17.11.1983, Az.: 5 U 36/83, u.a. in: DAR 1984, Seiten 123 f.; LG Wuppertal, Urteil, Az: 7 O 101/11).
Auch in Anbetracht der Tatsache, dass dem Erstbeklagten nach rechts (wegen der Baustelle) und nach links (wegen der Fahrzeuge auf der Fahrspur) ggf. wohl nur ein geringer Toleranzbereich zur Verfügung stand, ist hier nicht eindeutig geklärt worden, ob ein Überholvorgang dessen ungeachtet ohne weiteres gefahrlos möglich war, so dass hier insgesamt eine Mithaftung des Klägers in Höhe von 40% angemessen, aber auch ausreichend erscheint (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 17.09.2012, Az.: I-24 U 54/12, u.a. in: NJW-RR 2013, Seiten 142 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2006, Az.: 3 U 107/05, u.a. in: VersR 2006, Seiten 920 f.; OLG Rostock, Urteil vom 15.04.2005, Az.: 8 U 34/04, u.a. in: BeckRS 2005, 10926 = "juris"; OLG Karlsruhe, Urteil vom 29.07.2004, Az.: 19 U 94/04, u.a. in: NJW-RR 2004, Seiten 1549 f.; OLG Dresden, Urteil vom 07.10.2003, Az.: 5 U 882/03, u.a. in: NJW-RR 2004, Seiten 387 f.; LG Wuppertal, Urteil, Az: 7 O 101/11; LG Göttingen, Urteil vom 18.11.2009, Az.: 5 O 118/09, u.a. in: VersR 2010, Seiten 1490 ff. LG Osnabrück, Urteil vom 02.06.2006, Az.: 5 O 1098/06, u.a. in: ADAJUR Dok.Nr. 69159).
Im Ergebnis der Abwägung der Verursachungsbeiträge sieht das erkennende Gericht zwar ein deutliches Überwiegen auf der Seite der Beklagten (vgl. u.a.: BGH, VersR 1970, Seite 89; OLG Karlsruhe, Schaden-Praxis 2009, Seiten 66 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 21.06.2007, Az.: 12 U 2/07, u.a. in: "juris"; OLG Jena, NZV 2006, Seiten 147 f.; OLG München, DAR 2005, Seiten 684 f., Nr. 290; OLG Saarbrücken, Schaden-Praxis 2004, Seite 316; KG Berlin, VRS Band 106, Seite 23; OLG Düsseldorf, Schaden-Praxis 2003, Seiten 335 f.; OLG Hamm, NZV 2000, Seiten 85 f. = ZfSch 2000, Seite 57; OLG Bremen, VersR 1997, Seiten 253 f.; OLG Hamm, VRS Band 81, Seiten 342 f.; OLG Frankfurt/Main, NZV 1989, Seiten 75 f.; OLG Celle, VersR 1972, Seite 1145; OLG Köln, MDR 1965, Seite 43, Nr. 43; LG Berlin, Beschluss vom 12.06.2006, Az.: 24 S 43/06, u.a. in: "juris"; LG Berlin, Schaden-Praxis 2002, Seite 51; AG Berlin-Mitte, Schaden-Praxis 2009, Seite 142; AG Hamburg-Blankenese, VersR 2005, Seite 1549).
Insofern ist hier nämlich zu berücksichtigen, dass das Einfahren in die Nachbarspur durch den Beklagten zu 1.) das - im Übrigen ordnungsgemäße - Befahren dieser Spur mit einem geringfügig zu breiten Pkw durch den Zeugen S. übersteigt und zugleich die primäre Unfallursache darstellt (OLG Brandenburg, Urteil vom 13.03.2008, Az.: 12 U 145/07, u.a. in: Schaden-Praxis 2008, Seiten 245 f.), auch wenn bei der Abwägung der Verursachungsbeiträge auf der Klägerseite die allgemeine Betriebsgefahr des Pkws und die Erhöhung dieser Gefahr durch das 2, 06 m breite Fahrzeug mit zu berücksichtigen ist.
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