Rechtsprechung
| BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16 |
Volltextveröffentlichungen (14)
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- openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
Regressanspruch des Unfallversicherungsträgers bei Arbeitsunfall: Beginn der Verjährung
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 110 SGB 7, § 111 SGB 7, § 113 S 1 SGB 7, § 195 BGB, § 199 Abs 1 BGB
Regressanspruch des Unfallversicherungsträgers bei Arbeitsunfall: Beginn der Verjährung - IWW
§ 110 SGB VII, § ... 116 SGB X, §§ 823, 831 BGB, Art. 34 GG, § 839 BGB, § 823 BGB, § 50 des Straßen- und Wegegesetzes des Landes Mecklenburg-Vorpommern (im Folgenden: StrWG MV), § 199 Abs. 1 BGB, § 195 BGB, §§ 104, 105 SGB VII, §§ 110, 111 SGB VII, § 113 SGB VII, §§ 195, 199 Abs. 1, 2, § 203 BGB, § 37 Abs. 2 Satz 1 SGB X, § 106 SGB VII, §§ 104 ff. SGB VII, § 203 Satz 2 BGB, § 110 Abs. 1 SGB VII, § 113 Satz 1 SGB VII, §§ 104-107 SGB VII, § 106 Abs. 1 Nr. 3 SGB VII, § 105 Abs. 1 SGB VII, § 8 Abs. 2 Nr. 1-4 SGB VII, § 105 Abs. 1 Satz 3 SGB VII, § 104 Abs. 1 Satz 2 SGB VII, §§ 112, 108 Abs. 1 SGB VII, § 8 SGB VII, § 214 BGB, 203 BGB, § 77 SGG, § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB, § 199 BGB, § 642 Abs. 1 RVO, § 852 Abs. 1, 2 BGB, § 852 Abs. 1 BGB, 1997, Art. 9 Nr. 4 des Hüttenknappschaftlichen Zusatzversicherungs-Neuregelungsgesetzes, § 195, § 199 Abs. 1, §§ 823 Abs. 1 BGB, § 823 Abs. 1 BGB
- Wolters Kluwer
Haftung gegenüber den Sozialversicherungsträgern; Taggenaue Berechnung der Verjährungsfrist von Ansprüchen des Unfallversicherungsträgers unabhängig von der Kenntnis oder grobfahrlässigen Unkenntnis des Gläubigers; Bindende Feststellung der Leistungspflicht für den ...
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
(Volltext/Leitsatz)
Grundsatzurteil des BGH zu § 113 SGB VII - Unfall eines Kleinkindes in einer Kindertagesstätte - Anorak des Kindes verfängt sich in einer Rutsche - hypoxischer Hirnschaden des Kindes - Erzieherinnen der Kindertagesstätte sind haftungsprivilegiert - Anspruch gegen sie nach § ...
- ra.de
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Haftung gegenüber den Sozialversicherungsträgern; Taggenaue Berechnung der Verjährungsfrist von Ansprüchen des Unfallversicherungsträgers unabhängig von der Kenntnis oder grobfahrlässigen Unkenntnis des Gläubigers; Bindende Feststellung der Leistungspflicht für den ...
- datenbank.nwb.de
Regressanspruch des Unfallversicherungsträgers bei Arbeitsunfall: Beginn der Verjährung
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- schluender.info (Kurzinformation)
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Beginn der Verjährungsfrist gem. § 113 SGB VII
Verfahrensgang
- LG Neubrandenburg, 25.06.2013 - 4 O 911/12
- OLG Rostock, 26.08.2016 - 5 U 94/13
- BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Papierfundstellen
- NJW 2017, 3510
- MDR 2017, 1302
- VersR 2017, 1486
- VersR 2019, 566
Wird zitiert von ... (13) Zitiert selbst (23)
- BGH, 08.12.2015 - VI ZR 37/15
Verjährung von Regressansprüchen des Sozialversicherungsträgers: Anforderungen an …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Demnach hat stets eine taggenaue Berechnung der Verjährungsfrist - unabhängig von der Kenntnis oder grobfahrlässigen Unkenntnis des Gläubigers im Sinne von § 199 Abs. 1 BGB - ab der bindenden Feststellung der Leistungspflicht zu erfolgen (Fortführung von BGH, Urteil vom 8. Dezember 2015, VI ZR 37/15, VersR 2016, 551).In der zuletzt veröffentlichten Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu diesem Themenkomplex vom 8. Dezember 2015 (VI ZR 37/15, VersR 2016, 551) sei diese Frage offengelassen worden.
Damit ist diesem gegenüber im März 2009 die Leistungspflicht für die Klägerin bindend festgestellt worden (vgl. zu den Voraussetzungen einer bindenden Feststellung Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 12).
Den Beklagten zu 3 bis 5 gegenüber waren die im Februar 2009 ergangenen Bescheide von Anfang an unanfechtbar, weil sie durch die Anerkennung des Versicherungsfalls nicht nachteilig in ihrer Rechtsstellung betroffen wurden (vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 aaO).
Auch nach ihrem Sinn und Zweck kommt es nur darauf an, dass die für den Anspruch aus § 110 Abs. 1 SGB VII bedeutsame Frage, ob ein Versicherungsfall vorliegt, endgültig geklärt ist, nicht aber darauf, dass die vom Unfallversicherungsträger zu gewährende Leistung auch der Höhe nach endgültig feststeht (vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, aaO Rn. 13).
Rn. 22 (1) Wie bereits im Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 (VI ZR 37/15, aaO Rn. 13) dargestellt, ist es umstritten, ob allein die bindende Feststellung der Leistungspflicht bzw. die Rechtskraft eines entsprechenden Urteils gemäß § 113 Satz 1 SGB VII für den Verjährungsbeginn ausreicht oder ob wegen des Verweises auf § 199 Abs. 1 BGB zusätzlich die dort normierten Voraussetzungen vorliegen müssen.
Weder ist notwendig, dass der Geschädigte alle Einzelumstände kennt, die für die Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben, noch muss er bereits hinreichend sichere Beweismittel in der Hand haben, um einen Rechtsstreit im Wesentlichen risikolos führen zu können (vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 14;… BGH, Urteile vom 27. Mai 2008 - XI ZR 132/07, VersR 2009, 685 Rn. 32 …und vom 9. November 2007 - V ZR 25/07, NJW 2008, 506 Rn. 15).
- BGH, 10.05.2017 - VIII ZR 292/15
BGH führt seine Rechtsprechung zur Anwendung der Generalklausel bei …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Zwar kann sich auch in einem solchen Fall aus den Entscheidungsgründen des Berufungsurteils eine Beschränkung des Rechtsmittels ergeben, sofern sich eine solche mit der erforderlichen Eindeutigkeit entnehmen lässt (st. Rspr.;… vgl. nur Senatsurteil vom 21. September 2014 - VI ZR 100/14, juris Rn. 11 f.; BGH, Urteil vom 10. Mai 2017 - VIII ZR 292/15, juris Rn. 17;… Urteil vom 22. September 2016 - VII ZR 298/14, ZIP 2016, 2015 Rn. 17;… Beschluss vom 10. Februar 2015 - II ZR 163/14, juris, Rn. 18 ff.;… Urteil vom 27. März 2013 - I ZR 9/12, GRUR 2013, 1213 Rn. 14).Dies ist anzunehmen, wenn die Rechtsfrage, zu deren Klärung das Berufungsgericht die Revision zugelassen hat, nur für einen eindeutig abgrenzbaren Teil des Streitstoffs von Bedeutung ist (BGH, Urteil vom 10. Mai 2017 - VIII ZR 292/15, juris, Rn. 17 mwN).
- BGH, 17.04.2012 - VI ZR 108/11
Regress des Sozialversicherungsträgers: Beginn der Verjährungsfrist
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Für den Beginn der Verjährungsfrist ist bei den auf den Sozialversicherungsträger übergegangenen Ansprüchen auf die Kenntnis oder grobfahrlässige Unkenntnis der Mitarbeiter der für den Regress zuständigen Organisationseinheit abzustellen (vgl. Senatsurteil vom 17. April 2012 - VI ZR 108/11, BGHZ 193, 67 Rn. 10).
- BGH, 09.11.2007 - V ZR 25/07
Beginn der Verjährung von Schadensersatzansprüchen wegen Beratungsfehlern; …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Weder ist notwendig, dass der Geschädigte alle Einzelumstände kennt, die für die Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben, noch muss er bereits hinreichend sichere Beweismittel in der Hand haben, um einen Rechtsstreit im Wesentlichen risikolos führen zu können (…vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 14;… BGH, Urteile vom 27. Mai 2008 - XI ZR 132/07, VersR 2009, 685 Rn. 32 und vom 9. November 2007 - V ZR 25/07, NJW 2008, 506 Rn. 15). - BGH, 27.05.2008 - XI ZR 132/07
Verjährung von Schadensersatzansprüchen wegen vorvertraglichen …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Weder ist notwendig, dass der Geschädigte alle Einzelumstände kennt, die für die Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben, noch muss er bereits hinreichend sichere Beweismittel in der Hand haben, um einen Rechtsstreit im Wesentlichen risikolos führen zu können (…vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 14; BGH, Urteile vom 27. Mai 2008 - XI ZR 132/07, VersR 2009, 685 Rn. 32 …und vom 9. November 2007 - V ZR 25/07, NJW 2008, 506 Rn. 15). - BGH, 17.06.2016 - V ZR 134/15
Haftung wegen fehlerhafter Beratung bei finanziertem Immobilienerwerb: …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Die Frage, wann eine für den Beginn der Verjährung hinreichende Kenntnis vorhanden ist, ist jedoch nicht ausschließlich Tatfrage, sondern wird maßgeblich durch den der Beurteilung des Revisionsgerichts unterliegenden Begriff der Zumutbarkeit der Klageerhebung geprägt (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juni 2016 - V ZR 134/15, NJW 2017, 248 Rn. 11). - BGH, 10.02.2011 - III ZR 37/10
Amtshaftungsanspruch wegen verzögerter Zulassung als Vertragsarzt: Beweislast für …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Auch musste den Bediensteten der Regressabteilung der Klägerin der einzelne Bedienstete des Amtes, der eine etwaige Pflichtverletzung begangen hat, nicht bereits bekannt sein, sondern es genügte, dass der Haftungstatbestand in der Person eines der Bediensteten des verwaltenden Amtes erfüllt sein konnte (vgl. zum Amtshaftungsanspruch BGH, Urteile vom 10. Februar 2011 - III ZR 37/10, BGHZ 188, 302 Rn. 24; vom 12. Dezember 1991 - III ZR 18/91, BGHZ 116, 312, 314 f.). - BGH, 12.12.1991 - III ZR 18/91
Drittbezogenheit von Amtspflichten des Bediensteten eines …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Auch musste den Bediensteten der Regressabteilung der Klägerin der einzelne Bedienstete des Amtes, der eine etwaige Pflichtverletzung begangen hat, nicht bereits bekannt sein, sondern es genügte, dass der Haftungstatbestand in der Person eines der Bediensteten des verwaltenden Amtes erfüllt sein konnte (…vgl. zum Amtshaftungsanspruch BGH, Urteile vom 10. Februar 2011 - III ZR 37/10, BGHZ 188, 302 Rn. 24; vom 12. Dezember 1991 - III ZR 18/91, BGHZ 116, 312, 314 f.). - OLG Brandenburg, 09.12.2014 - 3 U 48/13
Regressansprüche des Sozialversicherungsträgers aufgrund eines vorsätzlich oder …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Für diesen Zeitpunkt soll dann die Stichtagsregelung des § 113 Satz 1 SGB VII gelten (vgl. OLG Brandenburg, Urteil vom 9. Dezember 2014 - 3 U 48/13, BeckRS 2015, 00150;… KassKomm/Ricke, 93. EL März 2017, SGB VII § 113 Rn. 6 ff.;… Grüner in LPK, SGB VII, 4. Aufl., § 113 Rn. 3;… Nehls in: Hauck/Noftz, SGB, 08/12, § 113 SGB VII Rn. 5 ff.). - OLG Rostock, 04.04.2008 - 5 U 10/08
Amtshaftung: Passivlegitimation einer Gemeinde; Pflicht zum Streuen einer …
Auszug aus BGH, 25.07.2017 - VI ZR 433/16
Rn. 38 b) Es kann dahingestellt bleiben, ob - wie die Revision meint - das Amt nach der Regelung von § 127 Abs. 1 KV M-V selbst Träger von Verkehrssicherungspflichten aufgrund des Eigentums der verwalteten Gemeinde an Grundstücken, Gebäuden und Freifläche mit Spielgerät sein kann (so F. von Mutius in Kommunalverfassungsrecht Mecklenburg-Vorpommern, Stand März 2015, § 127 KV M-V, Anm. 8.1 f.) oder dies - so das Berufungsgericht unter Berufung auf seine Rechtsprechung zur Straßenverkehrssicherungspflicht und zur Verkehrssicherung an einem Strand - nur die amtsangehörige Gemeinde selbst sein kann (vgl. OLG Rostock, OLGR 2001, 235; OLG Rostock, MDR 2008, 974; OLG Rostock, Beschluss vom 20. April 2010 - 5 W 14/10, juris; VerkMitt 2011, Nr. 3). - OLG Dresden, 29.09.2011 - 8 U 374/11
Zur Haftung eines bauleitenden Obermonteur für Stromschlag wegen Nichtabschaltens …
- OLG Rostock, 20.04.2010 - 5 W 14/10
Passivlegitimation der Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern bei Verletzung der …
- BGH, 18.11.2014 - VI ZR 47/13
Grundsätze des gestörten Gesamtschuldverhältnisses; Zuordnung des Unfalls und …
- BGH, 22.09.2016 - VII ZR 298/14
Bauvertrag: Auslegung des in einem Bauvertrag vereinbarten Abtretungsverbots; …
- BGH, 15.07.2008 - VI ZR 212/07
Begriff des vorsätzlichen Verhaltens
- BAG, 22.04.2004 - 8 AZR 159/03
Haftungsausschluss bei Streit unter Arbeitskollegen
- BGH, 30.04.2013 - VI ZR 155/12
Haftungsprivileg beim Arbeitsunfall: Verfahrenaussetzung wegen unterlassener …
- BGH, 10.02.2015 - II ZR 163/14
Haustürgeschäft: Folgen der Verwendung einer inhaltlich bearbeiteten …
- BGH, 17.06.2008 - VI ZR 257/06
Begriff der gemeinsamen Betriebsstätte
- BGH, 27.03.2013 - I ZR 9/12
SUMO
- BGH, 24.01.2006 - VI ZR 290/04
Rechtsfolgen des Versicherungsschutzes für eine Hilfeleistung; Ausschluss der …
- BGH, 12.06.2007 - VI ZR 70/06
Bindung der Zivilgerichte an die Feststellung eines Versicherungsfalls in der …
- OLG Rostock, 26.08.2016 - 5 U 94/13
Gesetzliche Unfallversicherung - Verjährung von Schadenersatzansprüchen
- BGH, 26.05.2020 - VI ZR 186/17
Lauf der regelmäßigen Verjährungsfrist mangels grob fahrlässiger Unkenntnis von …
Ausreichend ist, wenn dem Gläubiger aufgrund der ihm grob fahrlässig unbekannt gebliebenen Tatsachen hätte zugemutet werden können, zur Durchsetzung seiner Ansprüche gegen eine bestimmte Person aussichtsreich, wenn auch nicht risikolos Klage - sei es auch nur in Form einer Feststellungsklage - zu erheben (vgl. Senatsurteile vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510 Rn. 34;… vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 14;… BGH, Urteile vom 27. Mai 2008 - XI ZR 132/07, VersR 2009, 685 Rn. 32;… vom 9. November 2007 - V ZR 25/07, NJW 2008, 506 Rn. 15). - BGH, 02.06.2026 - VI ZR 260/24
Anspruch der Trägerin der gesetzlichen Rentenversicherung gegenüber beklagtem …
Rn. 11 3. Der Senat hat bereits entschieden, dass die (Teil-)Verweisung des § 113 Satz 1 SGB VII auf die §§ 195, 199 Abs. 1 und 2 BGB insbesondere nach dessen Wortlaut und der Entstehungsgeschichte dahingehend auszulegen ist, dass die bindende Feststellung der Leistungspflicht bzw. die Rechtskraft eines entsprechenden Urteils gemäß § 113 Satz 1 SGB VII für den Verjährungsbeginn mit anschließender taggenauer Berechnung der Verjährungsfrist insofern ausreichend ist, als es auf das zusätzliche Erfordernis der Kenntnis oder grob fahrlässigen Unkenntnis des Gläubigers von den die Ansprüche aus §§ 110, 111 SGB VII begründenden Umständen und der Person des Schuldners nach § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB nicht ankommt (vgl. Senatsurteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510 Rn. 21, 27 ff.;… noch offen gelassen in Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 13 mwN).Von der Anwendbarkeit des Grundsatzes der Schadenseinheit ist der Senat schon bisher - wenn auch ohne ausdrückliche Erörterung - ausgegangen (vgl. Senatsurteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510, juris Rn. 4, 13 ff., 27 ff.;… vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 4, 7;… vom 18. November 2014 - VI ZR 141/13, VersR 2015, 193 Rn. 27).
Rn. 17 Nach dem Wortlaut und der Entstehungsgeschichte des § 113 Satz 1 SGB VII ist im Grundsatz davon auszugehen, dass die bindende Feststellung der Leistungspflicht bzw. die Rechtskraft eines entsprechenden Urteils gemäß § 113 Satz 1 SGB VII für den Verjährungsbeginn im Sinne einer taggenauen Berechnung der Verjährungsfrist ausreichend ist, es also auf das zusätzliche Erfordernis der Kenntnis oder grobfahrlässigen Unkenntnis des Gläubigers von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners nach § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB nicht ankommt (vgl. Senatsurteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510 Rn. 27 ff.).
Soweit Formulierungen in dem Senatsurteil vom 25. Juli 2017 (VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510 Rn. 18, 20, 27 ff., LS 2) nahelegen, dass die Verjährung unabhängig von der Entstehung des Regressanspruchs beginnt, wird daran nicht festgehalten.
- OLG Karlsruhe, 09.12.2025 - 14 U 61/24
Verjährung des Vermächtnisanspruchs des Vertragsvermächtnisnehmers; …
Rn. 63 Kenntnis von den anspruchsbegründenden Umständen im Sinne von § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB setzt nicht voraus, dass der Gläubiger alle Einzelumstände kennt, die für die rechtliche Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben (BGH, Urteil vom 25.07.2017 - VI ZR 433/16, Rn. 34, juris).Wann eine für den Beginn der Verjährung hinreichende Kenntnis vorhanden ist, ist nicht ausschließlich Tatfrage, sondern wird maßgeblich durch den Begriff der Zumutbarkeit der Klageerhebung geprägt (BGH, Urteil vom 25.07.2017 - VI ZR 433/16, Rn. 34, juris; BGH…, Urteil vom 17.06.2016 - V ZR 134/15, Rn. 11, juris; BGH…, Urteil vom 15.06.2010 - XI ZR 309/09, Rn. 13, juris).
Die Zumutbarkeit der Klageerhebung ist somit maßgebliches Kriterium für die Frage, ob eine den Beginn der Verjährungsfrist ausreichende Kenntnis im Sinne von § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB vorliegt (BGH, Urteil vom 25.07.2017 - VI ZR 433/16, Rn. 34, juris; BGH…, Urteil vom 17.06.2016 - V ZR 134/15, Rn. 11, juris).
- KG, 04.05.2023 - 27 U 111/21
Wann verjährt der Anspruch auf Ersatz der Fertigstellungsmehrkosten?
Rn. 287 aa) Die Verjährungsfrist beginnt dann zu laufen, wenn dem Geschädigten oder seinem Vertreter bei seinem Kenntnisstand die Erhebung einer Schadensersatzklage gegen eine bestimmte Person - sei es auch nur in Form der Feststellungsklage - zumutbar ist (BGH, Urteil vom 25.07.2017 - VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510-3514, Rn. 34 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 08.11.2016 - VI ZR 594/15, NJW 2017, 949-953, Rn. 11 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 27.05.2008 - XI ZR 132/07, NJW-RR 2008, 1495-1500, Rn. 32 jeweils nach juris;… Ellenberger in Grünewald, BGB, 82. Aufl. 2023, § 199 BGB, Rn. 28 m.w.N.;… Grothe in Münchener Kommentar, BGB, 9. Aufl. 2021, § 199 BGB, Rn. 28 m.w.N.).Es genügt, dass der Gläubiger aufgrund der ihm bekannten oder erkennbaren Tatsachen eine hinreichend aussichtsreiche, wenn auch nicht risikolose Klage - zumindest eine Feststellungsklage - erheben kann (BGH, Urteil vom 25.07.2017 - VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510-3514, Rn. 34 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 27.05.2008 - XI ZR 132/07, NJW-RR 2008, 1495-1500, Rn. 32 jeweils nach juris;… Ellenberger in Grünewald, BGB, 82. Aufl. 2023, § 199 BGB, Rn. 28 m.w.N.).
Weder ist notwendig, dass der Geschädigte alle Einzelumstände kennt, die für die Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben, noch muss er bereits hinreichend sichere Beweismittel in der Hand haben, um einen Rechtsstreit im Wesentlichen risikolos führen zu können (BGH, Urteil vom 25.07.2017 - VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510-3514, Rn. 34 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 27.05.2008 - XI ZR 132/07, NJW-RR 2008, 1495-1500, Rn. 32 jeweils nach juris).
- BVerwG, 10.04.2025 - 3 A 1.23
Schadensersatzanspruch des Bundes gegen das Land Brandenburg wegen Veruntreuung …
Wegen der fehlenden Bezifferung der Schadenssumme hätte sie zunächst eine Feststellungsklage erheben können (vgl. BGH, Urteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16 - NJW 2017, 3510 Rn. 34 m. w. N.). - OLG Schleswig, 16.07.2024 - 7 U 89/23
Verjährung des Regressanspruchs eines Rentenversicherungsträgers nach …
Rn. 28 Der Senat schließt sich der Auffassung an, dass die Verjährung nach § 113 S. 1 SGB VII kenntnisunabhängig ab dem Tag der Feststellung des Versicherungsfalles durch den Unfallversicherungsträger läuft (vgl. BGH, Urteil vom 25.07.2017, Az. VI ZR 433/16, Juris Rn. 26, 27; dort ging es im Rahmen eines Unfalls auf dem Außengelände einer Kindertagesstätte allerdings um Regressansprüche des gesetzlichen Unfallversicherungsträgers weitere aufsichtspflichtige Personen, die erst mehr als drei Jahre nach der bindenden Feststellung der Leistungspflicht vom 17.02.2009 bekannt geworden sind - Klage wurde erst am 21.12.2012 erhoben).Die taggenau zu berechnende Verjährungsfrist (vgl. BGH, Urteil vom 25.07.2017, Az. VI ZR 433/16, Juris Rn. 27) endete danach mit Ablauf des 23.05.2020.
- BGH, 14.10.2025 - VI ZR 14/24
Haftungsprivileg gilt auch für österreichische Arbeitnehmer bei Arbeitsunfällen …
Wenn durch die Verletzung des Geschädigten ein dem deutschen Speditionsunternehmen D. zuzurechnender Versicherungsfall mittels einer betrieblichen Tätigkeit des Beklagten zu 2 für dieses Unternehmen (vgl. zum Begriff der betrieblichen Tätigkeit Senatsurteile vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16, NJW 2017, 3510 Rn. 17;… vom 30. April 2013 - VI ZR 155/12, NJW 2013, 2031 Rn. 12 ff.) verursacht worden wäre, könnte eine Haftungsprivilegierung eingreifen, ohne dass es auf die Versicherteneigenschaft des Schädigers, des Beklagten zu 2, ankäme. - OLG Hamm, 25.01.2022 - 13 U 130/21
Ansprüche des Käufers eines vom sog. Diesel-Abgasskandal betroffenen Pkw Beginn …
Rn. 36 Für eine Kenntnis im Sinne des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB ist im Allgemeinen ausreichend, wenn die dem Gläubiger bekannten Tatsachen eine Klage so aussichtsreich erscheinen lassen, dass ihm hätte zugemutet werden können, zur Durchsetzung seiner Ansprüche gegen eine bestimmte Person - wenn auch nicht risikolos - Klage zu erheben, sei es auch nur in Form einer Feststellungsklage (…st. Rspr., etwa BGH, Urteile vom 17. Dezember 2020 - VI ZR 739/20, juris Rn. 8;… vom 26. Mai 2020 - VI ZR 186/17, juris Rn. 20 mwN;… vom 10. Oktober 2019 - III ZR 227/18, juris Rn. 12; vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16, juris Rn. 34).Weder ist notwendig, dass der Geschädigte alle Einzelumstände kennt, die für die Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben, noch muss er bereits hinreichend sichere Beweismittel in der Hand haben, um einen Rechtsstreit im Wesentlichen risikolos führen zu können (BGH, Urteile vom 17. Dezember 2020 - VI ZR 739/20, juris; vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16, juris;… Beschluss vom 22. März 2017 - XII ZB 56/16, juris Rn. 20;… Urteil vom 11. September 2014 - III ZR 217/13, juris Rn. 15), noch ist erforderlich, dass der Gläubiger selbst keinerlei Zweifel mehr hat (BGH, Beschluss vom 22. März 2017 - XII ZB 56/16, juris).
- LG Berlin, 17.06.2019 - 28 O 457/15
Regressanspruch den Rentenversicherungsträgers nach einem Arbeitsunfall: …
Demnach hat, nach neuester Rechtsprechung des BGH, stets eine taggenaue Berechnung der Verjährungsfrist unabhängig von der Kenntnis oder grobfahrlässigen Unkenntnis des Gläubigers im Sinne von § 199 Abs. 1 BGB ab der bindenden Feststellung der Leistungspflicht zu erfolgen (vgl. BGH, Urteil vom 25.07.2017 - VI ZR 433/16; BGH Urteil vom 8.12.2015 - VI ZR 37/15). - OLG Frankfurt, 26.02.2026 - 1 U 32/24
Geldentschädigung für Veröffentlichung eines Tätigkeitsberichts eines kommunalen …
Weder ist es notwendig, dass der Geschädigte alle Einzelumstände kennt, die für die Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben, noch muss er bereits hinreichend sichere Beweismittel in der Hand haben, um einen Rechtsstreit im Wesentlichen risikolos führen zu können (BGH, Urteil vom 25. Juli 2017 - VI ZR 433/16 -, Rn. 34 m.w.N., juris). - BayObLG, 24.03.2026 - 203 VAs 510/25
Akteneinsicht, Ermittlungsverfahren, Regressansprüche, öffentliche Stelle, …
- VG Berlin, 19.11.2021 - 26 K 15.20
Verletzung der Fürsorgepflicht
- LG Itzehoe, 16.06.2023 - 7 O 407/22
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