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Rechtsprechung
   BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2020,13579
BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19 (https://dejure.org/2020,13579)
BGH, Entscheidung vom 18.03.2020 - XII ZB 380/19 (https://dejure.org/2020,13579)
BGH, Entscheidung vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19 (https://dejure.org/2020,13579)
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Volltextveröffentlichungen (13)

  • rechtsinformationen.bund.de

    Rechtsnatur und Formbedürftigkeit eines Brautgabeversprechens

  • rechtsprechung-im-internet.de

    § 125 BGB, § 516 Abs 1 BGB, § 518 BGB, § 1410 BGB, § 1585c BGB
    Rechtsnatur und Formbedürftigkeit eines Brautgabeversprechens

  • IWW

    Art. 14 Abs. 1 Nr. 2 EGBGB, §§ ... 145, 147 BGB, § 271 Abs. 1 BGB, § 243 Abs. 1 BGB, § 125 BGB, § 1585 c Satz 2 BGB, § 7 Abs. 1 VersAusglG, §§ 1378 Abs. 3 Satz 2, 1408 Abs. 1, 1410 BGB, § 518 BGB, Art. 229 § 47 Abs. 1 EGBGB, Art. 3 Nr. 1 EGBGB, Verordnung (EG) Nr. 593/2008, Art. 28 Rom I-VO, Art. 27 ff. EGBGB, Art. 27 EGBGB, Art. 28 Abs. 1 EGBGB, Art. 28 Abs. 2 EGBGB, Verordnung (EU) 2016/1103, Art. 15 EGBGB, Art. 15 Abs. 2 EGBGB, Art. 15 Abs. 1 EGBGB, Art. 15 der Verordnung (EG) Nr. 4/2009, Art. 17 Abs. 1 EGBGB, Art. 229 § 28 Abs. 1 EGBGB, Verordnung (EU) 1259/2010, § 157 BGB, § 1408 Abs. 1 BGB, § 1585 c Satz 1 BGB, § 1585 c BGB, § 780 BGB, § 516 Abs. 1 BGB, § 125 Satz 1 BGB, Art. 11 Abs. 1 EGBGB, § 518 Abs. 1 BGB, §§ 518 Abs. 1, 1378 Abs. 3 Satz 2, 1410, 1585 c Abs. 2 BGB, § 1410 BGB, § 518 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 518 Abs. 2 BGB, §§ 2247 Abs. 1, 2301 Abs. 1 BGB

  • Deutsches Notarinstitut

    BGB §§ 518 Abs. 1, 1410, 1585c
    Formbedürftigkeit eines Brautgabeversprechens

  • Wolters Kluwer

    Rechtsnatur und Formbedürftigkeit eines kollisionsrechtlich nach deutschem Sachrecht zu beurteilenden Brautgabeversprechens (hier: Mitgift Deckung: Pilgerfahrt)

  • recht-islam.de

    Rechtsnatur und Formbedürftigkeit eines Brautgabeversprechens

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Rechtsnatur und Formbedürftigkeit eines kollisionsrechtlich nach deutschem Sachrecht zu beurteilenden Brautgabeversprechens (hier: Mitgift Deckung: Pilgerfahrt)

  • datenbank.nwb.de

    Rechtsnatur und Formbedürftigkeit eines Brautgabeversprechens

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (3)

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Das Brautgabeversprechen

  • anwaltonline.com(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Kurzinformation)

    Pilgerfahrt nach Mekka als Brautgabeversprechen

  • iprspr.mpipriv.de (Auszüge)

    BGB § 125; BGB § ... 145; BGB § 147; BGB § 157; BGB § 243; BGB § 271; BGB § 516; BGB § 518; BGB § 780; BGB § 1378; BGB § 1408; BGB § 1410; BGB § 1585c; BGB § 2247; BGB § 2301; EGBGB Art. 3; EGBGB Art. 4; EGBGB Art. 11; EGBGB Art. 14; EGBGB Art. 15; EGBGB Art. 17; EGBGB Art. 27; EGBGB Art. 28; EGBGB Art. 229; EuGüVO 2016/1103 Art. 3; EuGüVO 2016/1103 Art. 69; EuUntVO 4/2009 Art. 15; HUP 2007 Art. 3; Rom III-VO 1259/2010 Art. 5; Rom III-VO 1259/2010 Art. 8; VersAusglG § 7
    Ehe und andere familienrechtliche Lebens- und Risikogemeinschaften --> Güterrecht; Rechtsgeschäft und Verjährung --> Form

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW 2020, 2024
  • MDR 2020, 927
  • FamRZ 2020, 1073
 
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Wird zitiert von ... (11)Zitiert selbst (23)

  • BGH, 09.12.2009 - XII ZR 107/08

    Zahlung einer vereinbarten und nach Maßgabe des iranischen Rechts an die …

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Das Beschwerdegericht hat das Brautgabeversprechen im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats (vgl. Senatsurteil BGHZ 183, 287 = FamRZ 2010, 533 Rn. 14 ff.) zu den allgemeinen Ehewirkungen gezählt und gemäß Art. 14 Abs. 1 Nr. 2 EGBGB aF iVm Art. 229 § 47 Abs. 1 EGBGB an den gemeinsamen Aufenthaltsort der Beteiligten in Deutschland angeknüpft.

    Davon ist bei einem Brautgabeversprechen zumeist schon deshalb nicht auszugehen, weil weder das Bestehen einer besonderen Bedürfnislage aufseiten der Ehefrau noch deren Bedürftigkeit eine Rolle spielen (vgl. Senatsurteil BGHZ 183, 287 = FamRZ 2010, 533 Rn. 15).

    Rn. 23 Der Senat hat allerdings in seiner früheren Rechtsprechung erwogen, ein Brautgabeversprechen aus dem Blickwinkel des deutschen Sachrechts als ehevertragliche Regelung über die güterrechtlichen Verhältnisse zu behandeln (vgl. Senatsurteil vom 28. Januar 1987 - IVb ZR 10/86 - FamRZ 1987, 463, 466; vgl. auch Senatsurteil BGHZ 183, 287 = FamRZ 2010, 533 Rn. 23).

    Rn. 32 Der primäre Zweck der Brautgabe dürfte in der heutigen Zeit darin erblickt werden, der Frau - gegebenenfalls auch neben dem Unterhalts- und Güterrecht - eine zusätzliche finanzielle Absicherung für den Zeitraum nach Beendigung der Ehe zu verschaffen (vgl. Senatsurteil BGHZ 183, 287 = FamRZ 2010, 533 Rn. 12).

  • BGH, 28.01.1987 - IVb ZR 10/86

    Rechtsnatur eines Vertrages über eine Morgengabe nach islamischem Recht

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Es liegt deshalb fern, dass die Beteiligten mit der Vereinbarung der Brautgabe gleichzeitig eine Rechtswahl im Sinne von Art. 27 EGBGB aF zugunsten des libyschen Heimatrechts des Antragsgegners verbinden wollten (vgl. auch Senatsurteil vom 28. Januar 1987 - IVb ZR 10/86 - FamRZ 1987, 463, 464).

    Da die Brautgabe als Rechtsinstitut dem deutschen Recht unbekannt ist, hat sich eine unter deutschem Recht vorzunehmende Auslegung der Vereinbarung daran zu orientieren, was die Eheleute mit dem Versprechen einer Brautgabe nach Treu und Glauben (§ 157 BGB) zum Ausdruck bringen wollten (vgl. Senatsurteil vom 28. Januar 1987 - IVb ZR 10/86 - FamRZ 1987, 463, 466).

    Rn. 23 Der Senat hat allerdings in seiner früheren Rechtsprechung erwogen, ein Brautgabeversprechen aus dem Blickwinkel des deutschen Sachrechts als ehevertragliche Regelung über die güterrechtlichen Verhältnisse zu behandeln (vgl. Senatsurteil vom 28. Januar 1987 - IVb ZR 10/86 - FamRZ 1987, 463, 466;… vgl. auch Senatsurteil BGHZ 183, 287 = FamRZ 2010, 533 Rn. 23).

    Eine solche Bedeutung kann einer Brautgabevereinbarung insbesondere dann zukommen, wenn die Eheleute nicht lediglich die Verpflichtung des Mannes zur Leistung der Brautgabe begründen, sondern darüber hinaus die Regelung ihrer gesamten auf der Ehe beruhenden Rechtsbeziehungen an den Vorstellungen einer islamisch geprägten Rechtsordnung ausrichten wollten (vgl. Senatsurteil vom 28. Januar 1987 - IVb ZR 10/86 - FamRZ 1987, 463, 466).

  • AG München, 09.08.2018 - 527 F 12575/17

    Brautgabeversprechen bedarf notarieller Beurkundung

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Eine unter deutschem Recht zu beurteilende Brautgabevereinbarung, die nicht ausnahmsweise güterrechtlich oder unterhaltsrechtlich eingeordnet werden kann, wird deshalb als familienrechtlicher Vertrag sui generis einzuordnen sein (vgl. AG München FamRZ 2019, 866, 867; Yassari Die Brautgabe im Familienvermögensrecht S. 348; Koch FF 2018, 351, 354; Obermann NZFam 2015, 894, 898), der allerdings wegen seiner Ehebezogenheit zumindest grundsätzliche Übereinstimmungen mit dem in der Rechtsprechung des Senats entwickelten Rechtsinstitut der unbenannten Zuwendung aufweist.

    Andere Stimmen in der Rechtsprechung und im Schrifttum sind demgegenüber der Ansicht, dass solche Brautgabeversprechen unter deutschem Recht der notariellen Beurkundung bedürfen, was teilweise aus einer entsprechenden Anwendung von § 518 Abs. 1 BGB (vgl. AG München FamRZ 2019, 866, 867;… Andrae Internationales Familienrecht 4. Aufl. Rn. 327;… vgl. auch BeckOGK/Hecht BGB [Stand: 1. Januar 2020] § 125 Rn. 43) und teilweise - mit dem Beschwerdegericht - aus einer Gesamtanalogie aller Formvorschriften des Schenkungs-, Güter- und Scheidungsfolgenrechts (§§ 518 Abs. 1, 1378 Abs. 3 Satz 2, 1410, 1585 c Abs. 2 BGB, § 7 Abs. 1 VersAusglG) hergeleitet wird (zustimmend Papadopoulos jurisPR-IWR 4/2019 Anm. 3; ähnlich bereits Wurmnest JZ 2010, 736, 738 f.).

  • BGH, 06.03.1970 - V ZR 57/67

    Auslegung eines "Familienvertrages" - Gemeinsamer Zweck beim Gesellschaftsvertrag …

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Darüber hinaus soll mit dem Beurkundungszwang auch eine Umgehung der Formerfordernisse für letztwillige Verfügungen und Schenkungen auf den Todesfall (§§ 2247 Abs. 1, 2301 Abs. 1 BGB) verhindert werden (Mot. II S. 293; vgl. auch BGH Urteil vom 6. März 1970 - V ZR 57/67 - NJW 1970, 941, 942).

    Das Beurkundungserfordernis des § 518 Abs. 1 BGB dient insoweit nicht nur dem Schutz des Zuwendenden, sondern soll - auch im Interesse des Zuwendungsempfängers - Zweifel am Willen zur rechtsgeschäftlichen Bindung des Zuwendenden beseitigen (vgl. BGH Urteil vom 6. März 1970 - V ZR 57/67 - NJW 1970, 941, 942).

  • BGH, 09.07.2008 - XII ZR 179/05

    Gegenseitige Ansprüche der Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft nach …

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Rn. 41 Auch zwischen Ehegatten ist eine echte Schenkung im Sinne des § 516 Abs. 1 BGB möglich, wenn die Zuwendung im Sinne echter Freigiebigkeit erfolgt und nicht an die Erwartung des Fortbestehens der Ehe geknüpft, sondern zur freien Verfügung des Empfängers geleistet wird (vgl. Senatsurteil BGHZ 177, 193 = FamRZ 2008, 1822 Rn. 15;… BGH Urteil vom 6. Mai 2014 - X ZR 135/11 - FamRZ 2014, 1547 Rn. 9).
  • BGH, 28.06.2016 - X ZR 65/14

    Schenkungsvertrag: Heilung des Formmangels durch Vollzug bei Übertragung des …

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    In diesen Fällen soll der Rechtsfrieden nicht durch eine Rückforderung des hingegebenen Schenkungsgegenstands belastet werden (vgl. BGH Urteil vom 28. Juni 2016 - X ZR 65/14 - FamRZ 2016, 1923 Rn. 12).
  • BGH, 06.11.2013 - XII ZB 434/12

    Zugewinnausgleich: Tatsächliche Vermutung für das Vorliegen einer gemischten …

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Die insoweit eine Unentgeltlichkeit ausschließende Verknüpfung der Zuwendung mit einer Gegenleistung kann dabei nach Art eines gegenseitigen Vertrags als auch durch Setzung einer Bedingung oder eines bestimmten Rechtszwecks erfolgen, wobei die Gegenleistung auch einen immateriellen Charakter haben kann (vgl. Senatsbeschluss vom 6. November 2013 - XII ZB 434/12 - FamRZ 2014, 98 Rn. 18 mwN).
  • BGH, 06.05.2014 - X ZR 135/11

    Zur Rückforderung einer Zuwendung an den Lebensgefährten

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Rn. 41 Auch zwischen Ehegatten ist eine echte Schenkung im Sinne des § 516 Abs. 1 BGB möglich, wenn die Zuwendung im Sinne echter Freigiebigkeit erfolgt und nicht an die Erwartung des Fortbestehens der Ehe geknüpft, sondern zur freien Verfügung des Empfängers geleistet wird (…vgl. Senatsurteil BGHZ 177, 193 = FamRZ 2008, 1822 Rn. 15; BGH Urteil vom 6. Mai 2014 - X ZR 135/11 - FamRZ 2014, 1547 Rn. 9).
  • BFH, 02.03.1994 - II R 59/92

    Schenkungsteuerpflicht unbenannter Zuwendungen an Ehegatten (§ 7 ErbStG )

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Die Ehe als solche könne demgegenüber ohne zusätzliche vertragliche Vereinbarung nur solche Leistungsansprüche begründen, zu denen die Ehegatten bereits kraft Gesetzes verpflichtet seien (vgl. BFH NJW 1994, 2044, 2046).
  • BGH, 17.01.1990 - XII ZR 1/89

    Abgrenzung von Schenkung und ehebedingter Zuwendung; Rückforderung wegen Wegfalls …

    Auszug aus BGH, 18.03.2020 - XII ZB 380/19
    Nach ständiger Rechtsprechung des Senats stellt eine Zuwendung unter Ehegatten, der die Vorstellung oder Erwartung zugrunde liegt, dass die eheliche Lebensgemeinschaft Bestand haben werde, oder die sonst um der Ehe willen und als Beitrag zur Verwirklichung oder Ausgestaltung, Erhaltung oder Sicherung der ehelichen Lebensgemeinschaft erbracht wird und die hierin ihre Geschäftsgrundlage hat, keine Schenkung, sondern eine unbenannte Zuwendung dar (vgl. Senatsurteile vom 2. Oktober 1991 - XII ZR 132/90 - FamRZ 1992, 293, 294 und vom 17. Januar 1990 - XII ZR 1/89 - FamRZ 1990, 600, 601 mwN).
  • BGH, 14.10.1998 - XII ZR 66/97

    Behandlung einer Vereinbarung über die Leistung einer Morgengabe; ... deutschen …

  • BGH, 02.10.1991 - XII ZR 132/90

    Abgrenzung zwischen ehebedingter Zuwendung und Schenkung

  • OLG Saarbrücken, 09.03.2005 - 9 UF 33/04

    Schriftliche Vereinbarung über Zahlung von Brautgeld; Funktion des Brautgeldes …

  • OLG Frankfurt, 11.03.2010 - 1 UF 146/08

    Rückabwicklung der "Morgengabe" bei Scheitern der Ehe

  • AG Büdingen, 06.03.2014 - 53 F 963/13

    Anwendbares Recht bzgl. Brautgabe nach marokkanischem Recht

  • OLG Bremen, 06.05.1999 - 5 U 35/98
  • BGH, 26.06.2019 - XII ZB 299/18

    Güterrechtlicher Ausgleich nach Scheidung einer Ehe zwischen einer polnischen …

  • OLG Frankfurt, 26.04.2019 - 8 UF 192/17

    Morgengabe nach deutschem Recht nicht einklagbar

  • BGH, 10.12.2014 - XII ZB 662/13

    Abänderungsverfahren für eine ausländische Kindesunterhaltsentscheidung: …

  • BGH, 22.02.2018 - I ZR 38/17

    Wohnungsvermittlung: Provisionsausschluss bei Verwaltung der Wohnung durch …

  • BGH, 05.06.2019 - XII ZB 44/19

    Der auf den Sozialhilfeträger übergegangene Unterhaltsanspruch - und der richtige …

  • EuGH, 06.03.1980 - 120/79

    De Cavel

  • EuGH, 27.02.1997 - C-220/95

    Van den Boogaard / Laumen

  • BGH, 09.03.2022 - XII ZB 233/21

    Kindesunterhalt: Berücksichtigung der vom Unterhaltspflichtigen auf ein Darlehen …

    Über sie ist daher, obwohl der Antragsgegner im Verhandlungstermin vor dem Senat nicht vertreten war, durch streitige Endentscheidung (unechter Versäumnisbeschluss) zu entscheiden (ständige Rechtsprechung; vgl. nur Senatsbeschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19 - FamRZ 2020, 1073 Rn. 5 mwN).
  • OLG Nürnberg, 14.04.2026 - 11 UF 940/25

    Herausgabeanspruch, Eigentumsübertragung, Haushaltsgegenstand, Besitzkonstitut, …

    Zwar ist dieser am 22.02.2022 geschlossene Vertrag nach deutschem (Geschäfts-)Recht sowohl als Schenkungsvertrag als auch als Versprechen einer unbenannten Zuwendung formunwirksam, da auch bei der unbenannten Zuwendung nach h.M. das Formerfordernis des § 518 BGB (analog) gilt (BGH FamRZ 2020, 1073 Rn 38ff, 40;… Koch in MünchKomm-BGB, 9. Aufl., § 518 BGB Rn. 3 m.w.N.; kritisch Wever FamRZ 2021, 329), das hier nicht erfüllt ist.
  • BGH, 18.02.2026 - XII ZB 254/25

    Kollisionsrechtliche Behandlung einer unter Geltung iranischen Rechts …

    Da es sich bei der aus dem islamischen Rechtskreis herrührenden Rechtsfigur der Brautgabe unzweifelhaft um eine vermögensrechtliche Folge der Eheschließung handelt, fällt die Brautgabe - zumindest in ihrer typischen, nicht überwiegend unterhaltsrechtlich geprägten Ausgestaltung - nach mittlerweile nahezu einhelliger und zutreffender Auffassung in deutschsprachiger Rechtsprechung und Literatur in den sachlichen Anwendungsbereich der Europäischen Güterrechtsverordnung (vgl. nur KG FF 2025, 499, 501;… OLG Stuttgart Beschluss vom 23. September 2025 - 17 UF 73/25 - juris Rn. 25; OLG Celle FamRZ 2023, 679, 680;… Grüneberg/Thorn BGB 85. Aufl. Art. 27 EuGüVO Rn. 1;… MünchKommBGB/Looschelders 9. Aufl. Art. 27 EuGüVO Rn. 15;… MünchKommFamFG/Mayer 4. Aufl. Art. 3 EheGüVO Rn. 11;… BeckOK BGB/Wiedemann [Stand: 1. November 2025] EuGüVO Art. 3 Rn. 3.2.;… Erman/Stürner BGB 17. Aufl. Art. 3 EuGüVO Rn. 3; Staudinger/Sprute FuR 2025, 294, 296; Kroll-Ludwigs GPR 2024, 133, 135; Budzikiewicz IPRax 2022, 40, 44 f.; Mankowski NZFam 2021, 757, 759; Ziereis NZFam 2019, 237, 238; Koch FF 2018, 351, 353; Erbarth NZFam 2018, 249, 252; Andrae IPRax 2018, 221, 223; Heiderhoff IPRax 2018, 1, 2; Martiny ZfPW 2017, 1, 8 f.; Dutta FamRZ 2016, 1973, 1974; Yassari Die Brautgabe im Familienvermögensrecht [2014] S. 320 f.; noch offengelassen in Senatsbeschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19 - FamRZ 2020, 1073 Rn. 15).

    Die vorrangige Funktion der Brautgabe in islamisch geprägten Rechtsordnungen wird im Aufbau von Vermögen zur finanziellen Versorgung der Ehefrau im Zeitraum nach der Beendigung der Ehe gesehen, weil die klassischen islamischen Rechtsordnungen seit jeher den Güterstand der Gütertrennung und nur eine eng begrenzte Verpflichtung des Ehemannes zur Zahlung von nachehelichem Unterhalt vorsehen (vgl. Senatsurteil BGHZ 183, 287 = FamRZ 2010, 533 Rn. 12 und Senatsbeschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19 - FamRZ 2020, 1073 Rn. 32).

    Denn die Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit folgt - vor allem betreuungsbedingt - oftmals weiterhin geschlechtsspezifischen Mustern, wobei sich das daraus folgende wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den Eheleuten überwiegend zulasten von Frauen auswirkt (vgl. Senatsbeschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19 - FamRZ 2020, 1073 Rn. 32).

  • OLG Celle, 24.01.2023 - 17 WF 8/23

    Auf Morgengabe anwendbares Recht; Verminderung der Morgengabe aufgrund …

    Es handelt sich vielmehr zumeist um eine zwischen den Ehegatten anlässlich der Heirat getroffene vermögensrechtliche Abrede eigener Art, die auf ehebezogene Übertragung des versprochenen Gegenstandes gerichtet ist und deshalb einer unbenannten Zuwendung im deutschen Recht ähnelt (BGH FamRZ 2020, 1073 Rn. 20, 29 f.).

    Kollisionsrechtlich unterfällt die Abrede - sofern sich das anzuwendende Recht nicht nach den Art. 20, 26 der Verordnung (EU) 2016/1103 (EUGüVO) richtet, die aufgrund der weitgefassten Definition in Art. 1, 3 Abs. 1 lit. a EUGüVO auch für die Morgengabe gelten (etwa Majer, NZFam 2022, 58, 58 m. w. N., offen gelassen von BGH FamRZ 2020, 1073 Rn. 15), nach Art. 69 EUGüVO aber bei fehlender Rechtswahl nur auf Ehen, die ab Ende Januar 2019 eingegangen sind, Anwendung finden - dem wandelbaren allgemeinen Ehewirkungsstatut des Art. 14 EGBGB (…BGH FamRZ 2010, 533 Rn. 14).

    Das Brautgabeversprechen (das trotz seines kulturell-religiösen Hintergrundes und der nicht ausschließlich rechtsgeschäftlich zu verstehenden Erklärung auch nach deutschem Recht rechtlich bindend ist, vgl. BGH FamRZ 2020, 1073 Rn. 31) gehört nach afghanischem Recht zu den üblichen Voraussetzungen einer Heirat, an seiner grundsätzlichen Wirksamkeit besteht kein Zweifel.

    Damit ist die Grundlage für die vereinbarte Morgengabe zum Teil entfallen; ob dies eine Herabsetzung um mehr als die Hälfte der versprochenen Goldmünzen rechtfertigen kann, hält der Senat allerdings für zweifelhaft, weil der regelmäßig beabsichtigte Vermögensaufbau auf Seiten der Ehefrau (BGH FamRZ 2020, 1073 Rn. 32) durch die Anwendung deutschen (Unterhalts-) Rechts nicht gewährleistet werden kann.

    Dieses religiös und kulturell geprägte Versprechen ist Voraussetzung für die Ehe; trotz dieser kulturellen Prägung ist indessen von einer bindenden Verpflichtung auszugehen (so für das deutsche Recht BGH FamRZ 2020, 1073 Rn. 31).

  • OLG Stuttgart, 23.09.2025 - 17 UF 73/25
    Die Brautgabe steht in einem so engen Verhältnis zur Eingehung und als Vermögensabsicherung der Ehefrau bei Scheidung auch zur Auflösung der Ehe, dass sich eine vermögenswerte Regelung i.S.d. Art. 3 Abs. 1 lit. a EuGüVO aufdrängt (vgl. OLG Frankfurt FamRZ 2024, 268; OLG Celle FamRZ 2023, 679, 680;… Andrae, Internationales Familienrecht, 5. Aufl., § 4 Rn. 339; Budzikiewicz, IPRax 2022, 40, 44;… BeckOK BGB/Mörsdorf, 75. Ed. 01.11.2024, EGBGB, Art. 14 Rn. 22;… Hausmann, Internationales und Europäisches Familienrecht, 3. Aufl., B. Rn. 783 ff.;… MüKoBGB/Looschelders, 9. Aufl., EuGüVO, Art. 1 Rn. 13;… Sternal/Dimmler, FamFG, 21. Aufl., § 105 Rn. 53; Yassari, Die Brautgabe im Familienvermögensrecht, S. 305; Budzikiewicz, IPRax 2022, 40, 44; Heiderhoff, IPRax 2018, 1, 2; offen gelassen BGH FamRZ 2020, 1073 Rn. 15).

    Jedenfalls bis zur Anwendbarkeit der EuGüVO auf die vermögensrechtlichen Folgen einer Ehe ist nach der Rechtsprechung des BGH (…FamRZ 2010, 533 Rn. 14) bislang von der Einordnung der Brautgabe als eine allgemeine Wirkung der Ehe auszugehen, obwohl eine güterrechtliche Qualifikation näher liegen könnte (vorsichtiger inzwischen BGH FamRZ 2020, 1073).

  • KG, 13.10.2025 - 16 UF 160/24
    Rn. 22 (i) Zwar ist es richtig, dass das Brautgabeversprechen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs als allgemeine Ehewirkung qualifiziert wird und die Brautgabevereinbarung deshalb nach dem durch Art. 14 EGBGB berufenem Recht zu beurteilen ist (vgl. BGH, Beschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19, FamRZ 2020, 1073 [Rz. 12]; BGH…, Urteil vom 9. Dezember 2009 - XII ZR 107/08, BGHZ 183, 287 = FamRZ 2010, 533 [Rz. 14]).

    Rn. 24 (ii) Indessen übersieht der Antragsgegner, dass die höchstrichterliche Rechtsprechung, wie der Bundesgerichtshof in der Entscheidung aus dem Jahr 2020 (BGH, Beschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19, a.a.O.; Leitsatz;… vgl. auch Wever, Vermögensauseinandersetzung der Ehegatten außerhalb des Güterrechts [8. Aufl. 2023], Rn. 877) klargestellt hat, nur für Brautgabeversprechen gilt, die kollisionsrechtlich nach deutschem Sachrecht zu beurteilen sind.

  • KG, 16.10.2025 - 16 UF 160/24

    Rechtliche Wirkungen einer islamischen Morgen- bzw. Brautgabevereinbarung

    Rn. 22 (i) Zwar ist es richtig, dass das Brautgabeversprechen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs als allgemeine Ehewirkung qualifiziert wird und die Brautgabevereinbarung deshalb nach dem durch Art. 14 EGBGB berufenem Recht zu beurteilen ist (vgl. BGH, Beschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19, FamRZ 2020, 1073 [Rz. 12]; BGH…, Urteil vom 9. Dezember 2009 - XII ZR 107/08, BGHZ 183, 287 = FamRZ 2010, 533 [Rz. 14]).

    Rn. 24 (ii) Indessen übersieht der Antragsgegner, dass die höchstrichterliche Rechtsprechung, wie der Bundesgerichtshof in der Entscheidung aus dem Jahr 2020 (BGH, Beschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19, a.a.O.; Leitsatz;… vgl. auch Wever, Vermögensauseinandersetzung der Ehegatten außerhalb des Güterrechts [8. Aufl. 2023], Rn. 877) klargestellt hat, nur für Brautgabeversprechen gilt, die kollisionsrechtlich nach deutschem Sachrecht zu beurteilen sind.

  • OLG Celle, 25.09.2020 - 10 WF 107/20

    Anerkennungsfähigkeit einer in einer iranischen Heiratsurkunde beurkundeten …

    Insbesondere von einer unterhaltsrechtlichen Anknüpfung könne zumeist schon deshalb nicht ausgegangen werden, weil weder das Bestehen einer besonderen Bedürfnislage auf Seiten der Ehefrau noch deren Bedürftigkeit eine Rolle spielten (vgl. BGH FamRZ 2010, 533 ff; NJW 2020, 2024 ff).
  • AG Neuss, 24.05.2022 - 46 F 35/22
    Ein Rechtsgeschäft ist gem. Art. 11 Abs. 1 EGBGB formgültig, wenn es die Formerfordernisse des Rechts, das auf das seinen Gegenstand bildende Rechtsverhältnis anzuwenden ist (Geschäftsrecht), oder das Recht des Staates erfüllt, in dem es vorgenommen wird (Ortsrecht) (vgl. BGH Beschluss vom 18.03.2020 - XII ZB 380/19).

    Dies ist auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Leistungsverpflichtung aus der Brautgabevereinbarung nur einen Mann treffen kann, mit einem modernen Eheverständnis nicht schlechthin unvereinbar, weil die Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit - vor allem betreuungsbedingt - oftmals weiterhin geschlechtsspezifischen Mustern folgt und sich das sich daraus ergebende wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den Eheleuten überwiegend zulasten von Frauen auswirkt (vgl. BGH NJW 2020, 2024 Rn. 32, beck-online).

  • VG Berlin, 24.06.2024 - 34 K 40.23

    Rückholung der Angehörigen von IS-Kämpfern aus Syrien; Erstattung von Auslagen …

    Bereits durch die Bezeichnung des Rechtsgrundes der Erstattungspflicht fehlt es aber an dem erforderlichen selbständigen Verpflichtungswillen (vgl. BGH, Beschluss vom 18. März 2020 - XII ZB 380/19 -, juris Rn. 27).
  • AG Flensburg, 17.09.2021 - 94 F 34/21

    Abgrenzung eines Vertrags zwischen Ehegatten über eine ehebedingte Zuwendung von …

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