Landesbauordnung
| 2. Teil - Das Grundstück und seine Bebauung (§§ 4 - 10) |
(1) 1Die nichtüberbauten Flächen der bebauten Grundstücke müssen Grünflächen sein, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung benötigt werden. 2Ist eine Begrünung oder Bepflanzung der Grundstücke nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, so sind die baulichen Anlagen zu begrünen, soweit ihre Beschaffenheit, Konstruktion und Gestaltung es zulassen und die Maßnahme wirtschaftlich zumutbar ist.
(2) 1Bei der Errichtung von Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen, die jeweils mindestens zwei Aufenthaltsräume haben, ist auf dem Baugrundstück oder in unmittelbarer Nähe auf einem anderen geeigneten Grundstück, dessen dauerhafte Nutzung für diesen Zweck öffentlich-rechtlich gesichert sein muss, ein ausreichend großer Spielplatz für Kleinkinder anzulegen. 2Kinderspielplätze müssen in geeigneter Lage und von anderen Anlagen, von denen Gefahren oder erhebliche Störungen ausgehen können, ausreichend entfernt oder gegen sie abgeschirmt sein; sie müssen für Kinder gefahrlos zu erreichen sein. 3Die Art, Größe und Ausstattung der Kinderspielplätze bestimmt sich nach der Zahl und Größe der Wohnungen auf dem Grundstück. 4Es genügt auch, eine öffentlich-rechtlich gesicherte, ausreichend große Grundstücksfläche von baulichen Anlagen, Bepflanzung und sonstiger Nutzung freizuhalten, die bei Bedarf mit festen oder mobilen Spielgeräten für Kleinkinder belegt werden kann. 5Die Sätze 1 bis 4 gelten nicht, wenn die Art der Wohnungen einen Kinderspielplatz nicht erfordert.
(3) 1Die nutzbare Fläche der nach Absatz 2 erforderlichen Kinderspielplätze muss mindestens 30 m2 betragen. 2Diese Fläche erhöht sich
| 1. | 1ab der 11. bis zur 20. 2Wohnung um 2 m2, | |
| 2. | 1ab der 21. bis zur 30. 2Wohnung um 1,5 m2 und | |
| 3. | 1ab der 31. 2Wohnung um 1 m2 je weiterer Wohnung. |
3Diese Spielplätze müssen für Kinder bis zu sechs Jahren geeignet und entsprechend dem Spielbedürfnis dieser Altersgruppe angelegt und ausgestattet sein.
(4) 1Der Bauherr kann zur Erfüllung seiner Verpflichtung nach Absatz 2 einen Geldbetrag an die Gemeinde zahlen. 2Die Baurechtsbehörde legt im Benehmen mit der Gemeinde die Höhe des Geldbetrages fest. 3Dieser Geldbetrag soll vorrangig für die Errichtung und den Ausbau kommunaler Kinderspielplätze verwendet werden. 4Ausnahmsweise kann der Geldbetrag auch für die Instandhaltung kommunaler Kinderspielplätze verwendet werden.
Fassung aufgrund des Gesetzes für das schnellere Bauen vom 18.03.2025 (GBl. S. 25), in Kraft getreten am 28.06.2025.
Rechts-KI
Ihre dejure.org-Rechtsdaten — jetzt mit der Power der Doctrine-KI
Die Kombination aus den umfangreichen Inhalten von dejure.org und der spezialisierten KI von Doctrine hebt juristische Arbeit in Deutschland auf ein neues Level — von der Aktenanalyse bis zum Schriftsatz.
Rechtsprechung zu § 9 LBO
30 Entscheidungen zu § 9 LBO in unserer Datenbank:
- VG Freiburg, 02.03.2022 - 4 K 557/21
Zwangsgeld zur Durchsetzung einer Auflage zur Anlage eines Kinderspielplatzes
- VG Freiburg, 02.10.2020 - 4 K 1969/20
Bauverpflichtung zur Herstellung eines Kinderspielplatzes bei Rechtsänderung
- VGH Baden-Württemberg, 19.03.2025 - 3 S 1290/24
Brandschutzrechtliche Privilegierung einer Terrassenüberdachung i.S.d. § 7 Abs. 2 ...
- VG Stuttgart, 27.01.2025 - 6 K 4450/24
Bauaufsichtsrechtliches Einschreiten gegen sog. Schottergärten
Zum selben Verfahren:
- VGH Baden-Württemberg, 12.05.2025 - 8 S 388/25
Anordnung der Beseitigung und Renaturierung von Schottergärten
- VGH Baden-Württemberg, 12.05.2025 - 8 S 388/25
- VG Karlsruhe, 20.05.2010 - 6 K 2666/09
Herstellungsanordnung für Kinderspielplatz
- VG Karlsruhe, 21.05.2019 - 2 K 252/17
Nachbarschutz bei der Befreiung von der Festsetzung einer geschlossenen Bauweise; ...
- VG Karlsruhe, 13.07.2023 - 2 K 712/23
Nachbarrechtsbeeinträchtigung; Rücksichtslosigkeit der Bebauung
- VG Freiburg, 25.01.2021 - 4 K 3469/20
Standsicherheit nicht mehr prüfbar: Abrissanordnung rechtmäßig!
- VGH Baden-Württemberg, 02.04.1990 - 8 S 679/90
Zum Nachbarschutz bei Festsetzungen eines Bebauungsplans - größerer ...
Querverweise
Auf § 9 LBO verweisen folgende Vorschriften:
- Landesbauordnung (LBO)
- Einzelne Räume, Wohnungen und besondere Anlagen
- § 37 (Stellplätze für Kraftfahrzeuge und Fahrräder, Garagen)
- Verwaltungsverfahren, Baulasten
- § 56 (Abweichungen, Ausnahmen und Befreiungen)
- Naturschutzgesetz (NatSchG)
- Allgemeiner Schutz von Natur und Landschaft
- § 21a (Gartenanlagen)
Redaktionelle Querverweise zu § 9 LBO:
- Landesbauordnung (LBO)
- Einzelne Räume, Wohnungen und besondere Anlagen
- § 40 (Gemeinschaftsanlagen) (zu § 9 II)
- Baugesetzbuch (BauGB)
- Allgemeines Städtebaurecht
- Bauleitplanung
- Verbindlicher Bauleitplan (Bebauungsplan)
- § 9 I Nr. 25 (Inhalt des Bebauungsplans) (zu § 9 I)
- Besonderes Städtebaurecht
- Erhaltungssatzung und städtebauliche Gebote
- Städtebauliche Gebote
- § 178 (Pflanzgebot) (zu § 9 I)
- Naturschutzgesetz (NatSchG)
- Schutz bestimmter Teile von Natur und Landschaft
- Biotopverbund, geschützte Teile von Natur und Landschaft, gentechnisch veränderte Organismen
- § 33 (Gesetzlich geschützte Biotope (zu § 30 BNatSchG)) (zu § 9 I)