Rechtsprechung
| BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24 |
Volltextveröffentlichungen (8)
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- Bundesverwaltungsgericht
VwVfG § 28 Abs. 2 Nr. 1; VereinsG § ... 2 Abs. 1, § 3 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2, § 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, § 3 Abs. 3, § 17 Nr. 1 Alt. 1, § 32; GG Art. 3 Abs. 3, Art. 5, 9 Abs. 2 Alt. 2, Art. 18, Art. 20 Abs. 1 und 2, Art. 21 Abs. 2 und 3, Art. 73 Abs. 1 Nr. 2 und 7, Art. 74 Abs. 1 Nr. 3, Art. 79 Abs. 3
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Vereinsrechtliches Verbot eines Presse- und Medienunternehmens; Prägung einer Vereinigung durch verfassungsfeindliche Inhalte; COMPACT
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Kurzfassungen/Presse (8)
- Bundesverwaltungsgericht (Pressemitteilung)
Bundesverwaltungsgericht hebt COMPACT-Verbot auf
- urheberrecht.org (Kurzinformation)
»Compact«-Verbot
- lto.de (Kurzinformation)
Compact-Verbot aufgehoben
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Das COMPACT-Magazin - und kein Vereinsverbot
- beck-aktuell.de (Kurzinformation)
Verbot des "Compact"-Magazins aufgehoben
- otto-schmidt.de (Kurzinformation)
BVerwG hebt COMPACT-Verbot auf
- lto.de (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Nach Vereinsverbot durchs Bundesinnenministerium: Compact klagt
- lto.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 10.06.2025)
Compact-Prozessauftakt: Warten auf die "Blattschüsse"
Besprechungen u.ä. (11)
- verfassungsblog.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung/Presseberichte)
Nur gelbes Licht?
- verfassungsblog.de (Entscheidungsbesprechung)
Ist das Presse oder kann das weg? - Die COMPACT-Entscheidung des BVerwG zwischen Pressefreiheit, den neuen Medien und Vereinsverboten
- lto.de (Pressekommentar)
Compact-Verbot: Ein bisschen Grundsatzentscheidung
- lto.de (Entscheidungsbesprechung)
Urteilsgründe zum Compact-Verbot: BVerwG lässt wenig Raum für vereinsrechtliche Medienverbote
- Alpmann Schmidt | RÜ(Abo oder Einzelheftbestellung) (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
§§ 2, 3, 17 VereinsG; Art. 5, Art. 9, Art. 18, Art. 21, Art. 74 GG
- verfassungsblog.de (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Verbotene Vereinsmedien
- verfassungsblog.de (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Vereinsverbote zum Schutze der Menschenwürde
- verfassungsblog.de (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Zeitungsverbot durch die Hintertür?
- verfassungsblog.de (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Warum das Compact-Verbot auf Grundlage des Vereinsrechts ergehen konnte
- verfassungsblog.de (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Vereinsverbote und wehrhafte Demokratie
- lto.de (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Hauptsacheverfahren zum Compact-Verbot am BVerwG: Vereinsverbot oder Zensurverbot?
Verfahrensgang
- BVerwG, 14.08.2024 - 6 VR 1.24
- BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
- BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24
Papierfundstellen
- NJW 2025, 3650
Wird zitiert von ... (18) Zitiert selbst (65)
- BVerfG, 13.07.2018 - 1 BvR 1474/12
Verfassungsbeschwerden gegen Vereinsverbote erfolglos
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Aus der kollektiven Grundrechtsausübung kann aber auch kein weitergehender Grundrechtsschutz folgen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 93, 113; BVerwG…, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 120).Rn. 41 Art. 9 Abs. 2 GG ist - neben Art. 21 Abs. 2 und Art. 18 GG - Ausdruck des Bekenntnisses des Grundgesetzes zu einer "streitbaren Demokratie" (BVerfG, Beschlüsse vom 15. Juni 1989 - 2 BvL 4/87 - BVerfGE 80, 244 sowie vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 101).
Mit dieser zwingenden Verbotsnorm soll jedweder politisch einseitigen Ausübung der Verbotsbefugnis entgegengewirkt werden (BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 101).
Rn. 72 (1) Das Schutzgut der verfassungsmäßigen Ordnung i. S. d. Art. 9 Abs. 2 Alt. 2 GG umfasst - wie die freiheitliche demokratische Grundordnung in Art. 18 und Art. 21 Abs. 2 und 3 Satz 1 GG - die elementaren Grundsätze der Verfassung, namentlich die Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG, das Demokratieprinzip und den Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit (…BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 535 ff. …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 247 ff. sowie Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 107; BVerwG…, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 256).
Rn. 76 (a) Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts findet die verfassungsmäßige Ordnung im Sinne der zweiten Tatbestandsvariante des Art. 9 Abs. 2 GG - wie die freiheitliche demokratische Grundordnung in Art. 18 und Art. 21 GG (vgl. BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 107) - ihren Ausgangspunkt in der Würde des Menschen (Art. 1 Abs. 1 GG).
Denn andernfalls könnte - entgegen den verfassungsgerichtlichen Vorgaben (BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 93, 98 und 113) - der Schutz der Presse- und Medienfreiheit durch ein Vereinsverbot unterlaufen werden.
Schon wenn die Vereinigung als solche kämpferisch-aggressiv darauf ausgerichtet ist, wesentliche Elemente der verfassungsmäßigen Ordnung zu zerstören, rechtfertigt dies ihr Verbot (BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 108 f.; BVerwG…, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 256 m. w. N.).
Es genügt hierfür die Feststellung, dass die Vereinigung ihre verfassungsfeindlichen Ziele in die Tat umsetzen bzw. die verfassungsmäßige Ordnung fortlaufend aktiv untergraben will und zum Kampf gegen sie aufruft (…BVerwG, Urteile vom 23. März 1971 - 1 C 54.66 - BVerwGE 37, 344 , vom 5. August 2009 - 6 A 3.08 - BVerwGE 134, 275 Rn. 44…, vom 19. Dezember 2012 - 6 A 6.11 - Buchholz 402.45 VereinsG Nr. 59 Rn. 14 …und vom 14. Mai 2014 - 6 A 3.13 - Buchholz 402.45 VereinsG Nr. 62 Rn. 35; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 109, 144).
Hierbei handelt es sich um mehr als bloßen Verbalradikalismus, der für sich genommen nicht ausreicht, um die maßgebliche Gefahrenschwelle zu überschreiten (vgl. BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 143, 147 unter Bezugnahme auf den Beschluss vom 4. November 2009 - 1 BvR 2150/08 - BVerfGE 124, 300 ).
Rn. 154 (1) Mit der Prüfung, ob eine Vereinigung durch die einen Verbotsgrund - hier: des Sichrichtens gegen die verfassungsmäßige Ordnung - verwirklichende Zwecksetzung, Tätigkeit oder Ausrichtung geprägt wird, wird den grundrechtlichen Anforderungen an die Verhältnismäßigkeit eines Vereinsverbots Rechnung getragen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 102, 104 und 131).
Denn der Schutz durch andere Grundrechte darf von einem Vereinigungsverbot nicht unterlaufen werden; grundrechtliche Versprechungen sind auch hierbei ernst zu nehmen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 93 f.).
Rechtsradikales Gedankengut ist hiervon nicht per se ausgenommen, erst recht gilt dies für bloße Geschmacklosigkeiten oder wissenschaftliche Halbwahrheiten (vgl. zum Vorstehenden BVerfG, Beschlüsse vom 4. November 2009 - 1 BvR 2150/08 - BVerfGE 124, 300 und vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 108).
- BVerwG, 14.08.2024 - 6 VR 1.24
Bundesverwaltungsgericht setzt Sofortvollzug des COMPACT-Verbots teilweise aus
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Rn. 17 Der Senat hat mit Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - (NVwZ 2024, 1764) der Klägerin zu 1 vorläufigen Rechtsschutz gewährt und die aufschiebende Wirkung ihrer Klage mit bestimmten Maßgaben angeordnet.Denn die Organisation und Tätigkeit der Klägerin zu 1 erstreckt sich über das Gebiet eines Landes hinaus (näher BVerwG, Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 15).
Ob und in welchem Umfang in den COMPACT-Medien, namentlich im COMPACT-Magazin, ein "Markt der Meinungen" eröffnet wird, kann deshalb offenbleiben (vgl. dazu BVerwG, Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 37; BVerfG, Beschluss vom 24. Mai 2005 - 1 BvR 1072/01 - BVerfGE 113, 63 ).
Rn. 120 So liegt es zunächst beim Kläger zu 3. Bereits in seinem Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - (NVwZ 2024, 1764 Rn. 35) hat der Senat hierfür auf die Definitionen abgestellt, die der Kläger zu 3 im Editorial des COMPACT-Magazins 10/2023 unter der Überschrift "Etwas zum Auswendiglernen" als Chefredakteur vorgegeben hat (S. 3):.
Rn. 128 Auch die Beiträge von Manfred Kleine-Hartlage durchzieht ein völkisches Weltbild, wie schon im Eilverfahren hervorgehoben worden ist (vgl. BVerwG, Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 34).
Für die Zugehörigkeit zum deutschen Volk und den sich daraus ergebenden staatsbürgerlichen Status ist vielmehr die Staatsangehörigkeit von entscheidender Bedeutung (BVerwG, Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 33).
Vielmehr ist die drastische Sprache unmittelbar an die Zugewanderten adressiert und macht diese als nach ethnischen Kriterien ausgegrenzte Bevölkerungsgruppe verächtlich (BVerwG, Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 36).
Exemplarisch hierfür steht das bereits im Beschluss des Senats vom 14. August 2024 (- 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 36) herangezogene Zitat aus einem Bericht von Arne Schimmer alias "Sven Reuth" auf COMPACT-Online vom 22. September 2023 "Unfassbar! 246 Gruppen-Vergewaltigungen in NRW":.
Rn. 151 (3) Hinzu kommt die Unterstützung, die das realweltliche Handeln durch die bereits im Beschluss des Senats vom 14. August 2024 im Eilverfahren - 6 VR 1.24 - (NVwZ 2024, 1764 Rn. 41) aufgezeigte agitatorische Rhetorik insbesondere in den Publikationen der Vereinigung erfährt.
Damit stellt sich die im Eilverfahren angesprochene Frage nach milderen Mitteln nicht, die ein Vereinsverbot im Hinblick auf Zweck, Tätigkeit oder Ausrichtung entbehrlich machen könnten (vgl. BVerwG, Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 49).
In weiten Teilen erfolgt zudem eine neutrale Berichterstattung in den COMPACT-Medien, die völlig unverfängliche Themen betrifft und keinerlei verfassungsfeindliche Aussagen enthält, wie bereits im Eilbeschluss ausgeführt (BVerwG, Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 43) und auch in der Verbotsverfügung hervorgehoben worden ist.
- BVerwG, 19.04.2024 - 2 WD 9.23
Disziplinarmaßnahme gegen Anhänger der Identitären Bewegung
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Die Ablehnung weiterer Zuwanderung offenbart jedenfalls dann eine verfassungsfeindliche Haltung, wenn deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund allen Deutschen zustehende Rechte abgesprochen und wohlerworbene Rechte rechtsstaatswidrig aberkannt bzw. ihnen mit rechtsstaatswidrigen Mitteln begegnet, sie also ausgegrenzt oder vertrieben werden sollen (vgl. BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 47).Ihnen müssen in hinreichendem Umfang eigene Hoheitsrechte - insbesondere im Staatsangehörigkeitsrecht - verbleiben, damit die Staatsvölker dem, was sie - relativ homogen - geistig sozial und politisch verbindet, rechtlichen Ausdruck geben könnten (BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 48 unter Verweis auf BVerfG, Urteil vom 12. Oktober 1993 - 2 BvR 2134/92 u. a. - BVerfGE 89, 155 und vom 30. Juni 2009 - 2 BvE 2/08 u. a. - BVerfGE 123, 267 ).
Sellner verbreitet seine Ideen schon seit 2015 (dazu bereits BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 44).
Rn. 99 Ausgehend von dem von der Identitären Bewegung verfolgten Konzept des sogenannten "Ethnopluralismus" (zu diesem: BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 28) bestehe - so Sellner - das Hauptziel im "Erhalt der ethnokulturellen Identität".
Nach alledem erweist sich das auf die Bewahrung einer "ethnokulturellen Identität" ausgerichtete sogenannte "Remigrationskonzept" Martin Sellners in Bezug auf die deutschen Staatsangehörigen als nicht egalitär und daher als menschenwürdewidrig (ebenso BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 44 f.).
Das Vokabular und auch das Gedankengut der Identitären Bewegung haben erhebliche Übereinstimmung mit der Programmatik der für verfassungswidrig erklärten NPD (so bereits BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 49).
In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass weder der Ruf nach konsequenter Abschiebung ausreisepflichtiger Ausländer noch die Forderung nach Begrenzung der Zuwanderung oder das Motto "keine Einbürgerung ohne vollständige Integration in Staat, Sprache und Kultur" gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung verstoßen (BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 47).
Auch auf Art. 116 GG lässt sich dies nicht stützen (BVerfG…, Urteil vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 693; BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 46).
Das widerspricht dem Anspruch aller deutschen Staatsangehörigen auf gleichberechtigte Teilhabe an der politischen Willensbildung und ist mit dem menschenrechtlichen Kern des Demokratieprinzips nicht zu vereinbaren (zur Identitären Bewegung ebenso BVerwG, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 51 ff.).
- BVerfG, 17.01.2017 - 2 BvB 1/13
Kein Verbot der NPD wegen fehlender Anhaltspunkte für eine erfolgreiche …
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Rn. 72 (1) Das Schutzgut der verfassungsmäßigen Ordnung i. S. d. Art. 9 Abs. 2 Alt. 2 GG umfasst - wie die freiheitliche demokratische Grundordnung in Art. 18 und Art. 21 Abs. 2 und 3 Satz 1 GG - die elementaren Grundsätze der Verfassung, namentlich die Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG, das Demokratieprinzip und den Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit (BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 535 ff. …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 247 ff. …sowie Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 107; BVerwG…, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 256).Der Regelungsgehalt des Art. 79 Abs. 3 GG geht demgegenüber - etwa durch die Bezugnahme auf die Prinzipien der Republik und des Bundesstaates - über den für einen freiheitlichen demokratischen Verfassungsstaat unverzichtbaren Mindestgehalt hinaus (BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 535, 537 …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 249).
Entscheidend ist vielmehr, dass sich die Organisation gezielt insgesamt, in ihrer charakteristischen Grundtendenz, gegen diejenigen fundamentalen Prinzipien wendet, die für ein freiheitliches und demokratisches Zusammenleben unverzichtbar sind (vgl. zu Art. 21 Abs. 2 GG: BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 548 ff., 556 …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 260 f.).
Antisemitische oder auf rassistische Diskriminierung zielende Konzepte sind damit nicht vereinbar und verstoßen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung (zu Vorstehendem: BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 538 ff. …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 250 ff.).
Ebenso wenig ist es erforderlich, dass sich das der Organisation zurechenbare Handeln - unabhängig von der strafrechtlichen Beurteilung - als gesetzeswidrig darstellt (vgl. zu Art. 21 Abs. 2 GG: BVerfG, Urteil vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 578).
Auch auf Art. 116 GG lässt sich dies nicht stützen (BVerfG, Urteil vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 693; BVerwG…, Urteil vom 19. April 2024 - 2 WD 9.23 - BVerwGE 182, 151 Rn. 46).
Diese belegen die bereits festgestellte Befürwortung eines rechtlich abgewerteten Status deutscher Staatsangehöriger mit Migrationshintergrund und deren damit einhergehende demütigende Ungleichbehandlung (vgl. BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 541 …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 253).
Wie diesen Anforderungen entsprochen wird, ist für die Frage der Vereinbarkeit eines politischen Konzepts mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung jedoch nicht entscheidend (BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 542 ff. …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 211 ff., 254 ff.).
Denn der Grundsatz der Volkssouveränität (Art. 20 Abs. 2 Satz 1 GG) erfordert, dass sich alle Akte der Ausübung der Staatsgewalt auf den Willen des Volkes zurückführen lassen (BVerfG, Urteil vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 546).
- BVerfG, 23.01.2024 - 2 BvB 1/19
Die Partei Die Heimat (vormals NPD) ist für die Dauer von sechs Jahren von der …
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Rn. 72 (1) Das Schutzgut der verfassungsmäßigen Ordnung i. S. d. Art. 9 Abs. 2 Alt. 2 GG umfasst - wie die freiheitliche demokratische Grundordnung in Art. 18 und Art. 21 Abs. 2 und 3 Satz 1 GG - die elementaren Grundsätze der Verfassung, namentlich die Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG, das Demokratieprinzip und den Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit (…BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 535 ff. und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 247 ff. …sowie Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 107; BVerwG…, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 256).Der Regelungsgehalt des Art. 79 Abs. 3 GG geht demgegenüber - etwa durch die Bezugnahme auf die Prinzipien der Republik und des Bundesstaates - über den für einen freiheitlichen demokratischen Verfassungsstaat unverzichtbaren Mindestgehalt hinaus (…BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 535, 537 und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 249).
Entscheidend ist vielmehr, dass sich die Organisation gezielt insgesamt, in ihrer charakteristischen Grundtendenz, gegen diejenigen fundamentalen Prinzipien wendet, die für ein freiheitliches und demokratisches Zusammenleben unverzichtbar sind (…vgl. zu Art. 21 Abs. 2 GG: BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 548 ff., 556 und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 260 f.).
Die Kläger meinen außerdem unter Bezugnahme auf die von ihnen so verstandene Rechtsprechung zu Art. 79 Abs. 3 GG (vgl. dazu BVerfG, Urteil vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 200 ff., 208 f.), dass ein Vereinsverbot erst gerechtfertigt sei, wenn die Menschenwürde, das Demokratieprinzip oder der Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit "im Kern" abgelehnt werde.
Antisemitische oder auf rassistische Diskriminierung zielende Konzepte sind damit nicht vereinbar und verstoßen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung (…zu Vorstehendem: BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 538 ff. und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 250 ff.).
Diese belegen die bereits festgestellte Befürwortung eines rechtlich abgewerteten Status deutscher Staatsangehöriger mit Migrationshintergrund und deren damit einhergehende demütigende Ungleichbehandlung (…vgl. BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 541 und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 253).
Wie diesen Anforderungen entsprochen wird, ist für die Frage der Vereinbarkeit eines politischen Konzepts mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung jedoch nicht entscheidend (…BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 542 ff. und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 211 ff., 254 ff.).
- BVerwG, 21.08.2023 - 6 A 3.21
Vereinsrechtliches Verbot von Ansaar International e. V. bestätigt
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Aus der kollektiven Grundrechtsausübung kann aber auch kein weitergehender Grundrechtsschutz folgen (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 93, 113; BVerwG, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 120).Er hat sich auf der Grundlage der festgestellten Indizien und nach umfassender Würdigung des schriftsätzlichen Vorbringens der Beteiligten, der von diesen vorgelegten und in das Verfahren einbezogenen Unterlagen, des ergänzenden Vortrags der Beteiligten in der mündlichen Verhandlung und einer gegebenenfalls durchgeführten Beweisaufnahme die Überzeugung darüber zu bilden, ob der klagende Verein mithilfe von Teilorganisationen in ihn prägender Weise Verbotsgründe verwirklicht hat (stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 81 m. w. N.).
Rn. 72 (1) Das Schutzgut der verfassungsmäßigen Ordnung i. S. d. Art. 9 Abs. 2 Alt. 2 GG umfasst - wie die freiheitliche demokratische Grundordnung in Art. 18 und Art. 21 Abs. 2 und 3 Satz 1 GG - die elementaren Grundsätze der Verfassung, namentlich die Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG, das Demokratieprinzip und den Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit (…BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 535 ff. …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 247 ff. …sowie Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 107; BVerwG, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 256).
Schon wenn die Vereinigung als solche kämpferisch-aggressiv darauf ausgerichtet ist, wesentliche Elemente der verfassungsmäßigen Ordnung zu zerstören, rechtfertigt dies ihr Verbot (BVerfG…, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 108 f.; BVerwG, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 256 m. w. N.).
Für die Beurteilung, ob die den Verbotstatbestand begründenden Tätigkeiten die Aktivitäten der Vereinigung prägen, kommt es nicht auf eine quantitative, sondern auf eine wertende Betrachtung an (BVerwG, Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 264).
Dadurch bestimmt die Verwirklichung lediglich eines normierten Verbotstatbestandes nicht das gesamte Handeln der Vereinigung (anders als etwa in dem vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 21. August 2023 - 6 A 3.21 - BVerwGE 180, 1 Rn. 262 ff. entschiedenen Fall).
- BVerfG, 10.10.1995 - 1 BvR 1476/91
"Soldaten sind Mörder"
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Da schon auf der Deutungsebene Vorentscheidungen über die rechtliche Zulässigkeit einer Äußerung fallen, ergeben sich aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG nicht nur spezifische Anforderungen an die Auslegung und Anwendung grundrechtsbeschränkender Gesetze, sondern bereits an die vorgelagerte Interpretation umstrittener Äußerungen (BVerfG, Beschluss vom 10. Oktober 1995 - 1 BvR 1476/91 u. a. - BVerfGE 93, 266 ; BVerwG…, Urteil vom 26. April 2023 - 6 C 8.21 - BVerwGE 178, 246 Rn. 29).Maßgeblich ist daher weder die subjektive Absicht des sich Äußernden noch das subjektive Verständnis der von der Äußerung Betroffenen, sondern der Sinn, den sie nach dem Verständnis eines unvoreingenommenen und verständigen Publikums objektiv hat (BVerfG, Beschluss vom 10. Oktober 1995 - 1 BvR 1476/91 u. a. - BVerfGE 93, 266 und Kammerbeschlüsse vom 25. März 2008 - 1 BvR 1753/03 - NJW 2008, 2907 …sowie vom 24. September 2009 - 2 BvR 2179/09 - NJW 2009, 3503 Rn. 7).
Der Wortlaut einer Äußerung legt ihren Sinn nicht abschließend fest, denn der objektive Sinn wird auch vom Kontext und den Begleitumständen einer Äußerung bestimmt, soweit diese für den Rezipienten erkennbar sind (BVerfG, Beschluss vom 10. Oktober 1995 - 1 BvR 1476/91 u. a. - BVerfGE 93, 266 ).
Auch die Kritik an den vorherrschenden politischen Verhältnissen ist legitim, ihrem besonderen Schutzbedürfnis dienen die Kommunikationsgrundrechte (vgl. BVerfG, Beschluss vom 10. Oktober 1995 - 1 BvR 1476/91 u. a. - BVerfGE 93, 266 ).
- BVerfG, 24.05.2005 - 1 BvR 1072/01
Junge Freiheit
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Die in den Pressegesetzen ausdrücklich geregelte Pflicht zum Impressum und darin unter anderem zur Angabe des Verlags und des verantwortlichen Redakteurs soll die Vereitelung einer straf- und zivilrechtlichen Haftung durch Flucht in die Anonymität verhindern (BVerfG, Beschluss vom 24. Mai 2005 - 1 BvR 1072/01 - BVerfGE 113, 63 ).Ob und in welchem Umfang in den COMPACT-Medien, namentlich im COMPACT-Magazin, ein "Markt der Meinungen" eröffnet wird, kann deshalb offenbleiben (vgl. dazu BVerwG…, Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 - NVwZ 2024, 1764 Rn. 37; BVerfG, Beschluss vom 24. Mai 2005 - 1 BvR 1072/01 - BVerfGE 113, 63 ).
Dem Staat ist grundsätzlich nicht verwehrt, aus Meinungsäußerungen Schlüsse zu ziehen und gegebenenfalls Maßnahmen zum Rechtsgüterschutz zu ergreifen (vgl. für die Anknüpfung an Presseinhalte durch Verfassungsschutzbehörden: BVerfG, Beschluss vom 24. Mai 2005 - 1 BvR 1072/01 - BVerfGE 113, 63 ).
Die Pressefreiheit schützt die Grundrechtsträger daher vor Einflussnahmen des Staates auf die mit Hilfe der Presse verbreiteten Informationen, insbesondere vor negativen oder positiven Sanktionen, die an Inhalt und Gestaltung des Presseerzeugnisses anknüpfen (BVerfG, Teilurteil vom 5. August 1966 - 1 BvR 586/62 u. a. - BVerfGE 20, 162 und Beschluss vom 24. Mai 2005 - 1 BvR 1072/01 - BVerfGE 113, 63 ).
- BVerfG, 28.11.1973 - 2 BvL 42/71
Journalisten
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Mit dem Bundesverfassungsgericht kommt es dann auf eine wesensmäßige Zugehörigkeit zum Pressewesen an; ein bloßer Sachbezug zur Presse genügt nicht (BVerfG, Beschlüsse vom 4. Juni 1957 - 2 BvL 17/56 u. a. - BVerfGE 7, 29 , vom 28. November 1973 - 2 BvL 42/71 - BVerfGE 36, 193 , vom 13. Februar 1974 - 2 BvL 11/73 - BVerfGE 36, 315 und vom 14. Juni 1978 - 2 BvL 2/78 - BVerfGE 48, 367 ).Entscheidend ist, ob der in Rede stehende Regelungsgegenstand pressespezifisch ist, mithin in besonderer Weise seinem Wesen nach gerade - personell - die Angehörigen oder - sachlich - die Eigenart der Institution der freien Presse betrifft (BVerfG, Beschlüsse vom 28. November 1973 - 2 BvL 42/71 - BVerfGE 36, 193 und vom 14. Juni 1978 - 2 BvL 2/78 - BVerfGE 48, 367 : "Wesen und Wert einer freien Presse";… Cornils, in: Löffler, Presserecht, 7. Aufl. 2023, Einl. Rn. 42).
Hingegen ist die besondere Stellung der Presse für die kompetenzrechtliche Einordnung unerheblich (BVerfG, Beschluss vom 28. November 1973 - 2 BvL 42/71 - BVerfGE 36, 193 ).
Denn die Presse ist eines der wichtigsten Instrumente der Bildung der öffentlichen Meinung und genießt deshalb spezifischen Grundrechtsschutz (BVerfG, Beschlüsse vom 25. Januar 1961 - 1 BvR 9/57 - BVerfGE 12, 113 und vom 28. November 1973 - 2 BvL 42/71 - BVerfGE 36, 193 ).
- BVerfG, 05.08.1966 - 1 BvR 586/62
Spiegel-Affäre ("Bedingt abwehrbereit")
Auszug aus BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
Verfassungswidrig sind sowohl Ermessensregelungen wie auch solche Normen, die der Behörde sonstige Entscheidungsfreiräume eröffnen, welche eine inhaltliche Bewertung von Rundfunkprogrammen bzw. von Presseinhalten notwendig machen oder deren Ausfüllung zumindest mittelbare Auswirkungen auf den Programm- bzw. Presseinhalt nach sich zieht (vgl. BVerfG, Urteil vom 19. Juli 1966 - 2 BvF 1/65 - BVerfGE 20, 56 , Teilurteil vom 5. August 1966 - 1 BvR 586/62 u. a. - BVerfGE 20, 162 und Urteile vom 4. November 1986 - 1 BvF 1/84 - BVerfGE 73, 118 sowie vom 12. März 2008 - 2 BvR 4/03 - BVerfGE 121, 30 ; BGH…, Urteil vom 20. Dezember 2018 - I ZR 112/17 - NJW 2019, 763 Rn. 18).Die Pressefreiheit schützt die Grundrechtsträger daher vor Einflussnahmen des Staates auf die mit Hilfe der Presse verbreiteten Informationen, insbesondere vor negativen oder positiven Sanktionen, die an Inhalt und Gestaltung des Presseerzeugnisses anknüpfen (BVerfG, Teilurteil vom 5. August 1966 - 1 BvR 586/62 u. a. - BVerfGE 20, 162 und Beschluss vom 24. Mai 2005 - 1 BvR 1072/01 - BVerfGE 113, 63 ).
Die Presse hält diese ständige Diskussion in Gang, in ihr artikuliert sich die öffentliche Meinung (BVerfG, Teilurteil vom 5. August 1966 - 1 BvR 586/62 u. a. - BVerfGE 20, 162 ).
- BVerwG, 14.05.2014 - 6 A 3.13
Vereinsverbot; Klagebefugnis; Zuständigkeit; Anhörung; Vereinsbegriff; religiöser …
- BVerwG, 19.12.2012 - 6 A 6.11
Vereinsverbot; Verbotsgrund; gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtet; …
- BVerfG, 15.06.1989 - 2 BvL 4/87
Vereinsverbot
- BVerwG, 05.08.2009 - 6 A 3.08
Vereinsverbot, Vereinszeitschrift, Anhörung, Zuständigkeit als Verbotsbehörde, …
- BVerfG, 04.11.2009 - 1 BvR 2150/08
Wunsiedel - Neufassung des Volksverhetzungstatbestands verfassungsgemäß
- BVerfG, 19.05.2020 - 1 BvR 2397/19
Klarstellung verfassungsrechtlicher Maßgaben für strafrechtliche Verurteilungen …
- BVerfG, 12.03.2008 - 2 BvF 4/03
Parteibeteiligung an Rundunkunternehmen
- BVerwG, 26.04.2023 - 6 C 8.21
BVerwGE; Verbot eines Wahlplakats (Meinungsfreiheit: Kontexte des Wahlkampfs und …
- BVerfG, 13.02.1996 - 1 BvR 262/91
Flugblatt gegen "Humanes Sterben", Meinungsfreiheit, Deutung von Äußerungen
- BVerfG, 25.04.1972 - 1 BvL 13/67
Filmeinfuhrverbote aus der DDR
- BVerwG, 19.09.2023 - 6 A 12.21
Klagen gegen das vereinsrechtliche Verbot der "Bandidos Motorcycle Club …
- BVerwG, 29.01.2020 - 6 A 1.19
Klagen gegen Verbot der Vereinigung "linksunten.indymedia" bleiben erfolglos
- BVerwG, 07.01.2016 - 1 A 3.15
Anhörung; "Bad Standing"; Begründung; Belohnung; Chapter; Ehrenkodex; …
- BVerfG, 14.06.1978 - 2 BvL 2/78
Hessisches Pressegesetz
- BVerfG, 02.07.1974 - 2 BvA 1/69
Herausgeber der Deutschen National-Zeitung
- BVerwG, 23.03.1971 - I C 54.66
Verfassungsrecht - Recht der Vereinigungen - (Staatskirchenrecht), Allg. …
- BVerfG, 30.06.2009 - 2 BvE 2/08
Zustimmungsgesetz zum Vertrag von Lissabon mit Grundgesetz vereinbar; …
- BVerfG, 12.10.1993 - 2 BvR 2134/92
Maastricht
- BGH, 20.12.2018 - I ZR 112/17
Zum Anspruch auf Unterlassung der kostenlosen Verteilung eines kommunalen …
- BVerfG, 25.10.2005 - 1 BvR 1696/98
Stolpe - Unterlassungsanspruch bei mehrdeutigen Äußerungen
- BVerfG, 19.11.2021 - 1 BvR 781/21
Verfassungsbeschwerden betreffend Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Vierten …
- BVerfG, 09.10.1991 - 1 BvR 1555/88
Bayer-Aktionäre
- BVerwG, 20.02.2013 - 6 A 2.12
Auskunftsanspruch der Presse; Bundesnachrichtendienst; Gesetzgebungskompetenz des …
- BVerfG, 19.07.1966 - 2 BvF 1/65
Parteienfinanzierung I
- BVerfG, 27.02.2007 - 1 BvR 538/06
Informantenschutz
- BVerfG, 04.11.1986 - 1 BvF 1/84
4. Rundfunkentscheidung
- BVerfG, 24.10.2002 - 2 BvF 1/01
Altenpflege
- BVerfG, 11.07.2013 - 2 BvR 2302/11
Therapieunterbringungsgesetz entspricht bei verfassungskonformer Auslegung dem …
- BVerfG, 28.10.1975 - 2 BvR 883/73
Justizverwaltungsakt
- BVerfG, 19.04.1990 - 1 BvR 40/86
Anti-Strauß-Komitee
- BVerfG, 27.09.2022 - 1 BvR 2661/21
Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde gegen das ausnahmslose Verbot von …
- BVerfG, 28.01.1998 - 2 BvF 3/92
Bundesgrenzschutz
- BVerfG, 09.07.2020 - 1 BvR 2067/17
Verbot der Verwendung von Kennzeichen verbotener Vereine verfassungsgemäß - …
- BVerfG, 25.03.2008 - 1 BvR 1753/03
Volksverhetzung durch rechtsextremistische Liedtexte
- BVerfG, 24.09.2009 - 2 BvR 2179/09
Verfassungsbeschwerde gegen Untersagung einer Plakatierung im Rahmen der …
- BVerwG, 30.11.2022 - 6 C 12.20
MDR darf Kommentare ohne Sendungsbezug auf seiner Facebook-Seite löschen
- BVerfG, 25.01.1961 - 1 BvR 9/57
Richard Schmid ./. DER SPIEGEL
- BVerfG, 12.12.1984 - 1 BvR 1249/83
Bundesärzteordnung
- BVerfG, 02.07.2019 - 1 BvR 1099/16
Verfassungsbeschwerden gegen Vereinsverbote erfolglos
- BVerwG, 26.01.2022 - 6 A 7.19
Vereinsrechtliches Verbot von Teilorganisationen der PKK bestätigt
- BVerwG, 13.04.1999 - 1 A 3.94
Verbot der Wiking-Jugend bestätigt
- BVerfG, 26.05.1970 - 1 BvR 657/68
Zitiergebot bei allgemeinen Gesetzesn i.S. von Art. 5 Abs. 2 GG
- BVerwG, 01.09.2010 - 6 A 4.09
Vereinsverbot; Vereinszeitschrift; Anhörung; Verfassungswidrigkeit eines Vereins; …
- BVerfG, 01.12.2007 - 1 BvR 3041/07
NPD-Versammlung zum Thema "Todesstrafe für Kinderschänder/gegen …
- BVerfG, 15.11.2001 - 1 BvR 98/97
Verfassungsmäßigkeit eines vereinsrechtlichen Betätigungsverbots
- BVerwG, 07.07.2023 - 6 A 4.21
Vereinsrechtliches Verbot der Vereinigung WWR-Help. WorldWide Resistance-Help …
- BVerwG, 21.04.1995 - 1 VR 9.94
Wiking-Jugend - Art. 9 Abs. 2 GG
- BVerwG, 24.07.2024 - 6 A 5.22
Klage des Chapters "United Tribuns Northside" gegen sein Verbot als …
- BVerfG, 28.02.1961 - 2 BvG 1/60
1. Rundfunkentscheidung
- BVerfG, 19.10.1982 - 2 BvF 1/81
Amtshaftung - Staatshaftungsgesetz des Bundes nichtig
- BVerfG, 16.06.1954 - 1 PBvV 2/52
Baugutachten
- BVerfG, 10.02.2004 - 2 BvR 834/02
Nachträgliche Sicherungsverwahrung
- BVerfG, 04.06.1957 - 2 BvL 17/56
Pressedelikte
- BVerwG, 04.05.2017 - 1 VR 6.16
Vorläufiger Rechtsschutz gegen ein vom Bundesministerium des Innern (BMI) …
- BVerfG, 13.02.1974 - 2 BvL 11/73
Hamburgisches Pressegesetz
- VG Köln, 26.02.2026 - 13 L 1109/25
BfV darf AfD einstweilen nicht als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung" …
Rn. 125 Vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 62.Rn. 168 BVerfG, Urteil vom 17. August 1956 - 1 BvB 2/51 -, BVerfGE 5, 85 = juris Rn. 226; BVerwG, Urteil vom 18. Mai 2001 - 2 WD 42.00, 2 WD 43.00 -, juris Rn. 14, 32; Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 73; OVG NRW, Urteil vom 13. Mai 2024 - 5 A 1218/22 -, juris Rn. 173.
Rn. 170 BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 73.
Rn. 178 Vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 73 ff.
Rn. 193 vgl. BVerfG, Beschluss vom 24. Mai 2005 - 1 BvR 1072/01 -, BVerfGE 113, 63 (82, 85); BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 92; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 19. Juni 2020 - OVG 1 S 55.20 -, juris Rn. 32; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 6. April 2006 - OVG 3 B 3.99 -, juris Rn. 47; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof (BayVGH), Beschluss vom 7. Oktober 1993 - 5 CE 93.2327 -, juris Rn. 24; VG Berlin Urteil vom 21. Januar 2016 - VG 1 K 255.13 -, juris Rn. 32.
Rn. 199 Vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 78; BayVGH, Beschluss vom 14. September 2023 - 10 CE 23.796 -, juris Rn. 105; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 19. Juni 2020 - OVG 1 S 55/20 -, juris Rn. 34 ff.; OVG NRW, Urteil vom 13. Mai 2024 - 5 A 1218/22 -, juris Rn. 197, 202 ff. m.w.Nachw.
Rn. 242 Vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 73.
Rn. 261 Vgl. dazu im Einzelnen BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 97 ff.
Rn. 263 vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 94,.
Rn. 265 BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 94 ff.; OVG NRW, Urteil vom 13. Mai 2024 - 5 A 1218/22 -, juris Rn. 219; vgl. aber Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 4. Juli 2025 - 4 B 146/25 -, juris Rn. 4.
- BVerwG, 29.04.2026 - 6 A 18.23
Bundesverwaltungsgericht bestätigt Verbot der "Artgemeinschaft"
Schon diese Gefahr genügt (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 60).Nicht zuletzt der Ausnahmecharakter der Instrumente präventiven Verfassungsschutzes gebietet eine Konzentration auf wenige, zentrale Grundprinzipien, die für den freiheitlichen Verfassungsstaat schlechthin unentbehrlich sind (zu Vorstehendem: BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 72;… BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 535 ff. …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 247 ff.).
Entscheidend ist vielmehr, dass sich die Organisation gezielt insgesamt, in ihrer charakteristischen Grundtendenz, gegen diejenigen fundamentalen Prinzipien wendet, die für ein freiheitliches und demokratisches Zusammenleben unverzichtbar sind (BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 73;… BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 548 ff., 556 …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 260 f. zu Art. 21 Abs. 2 GG).
Es genügt hierfür die Feststellung, dass die Vereinigung ihre verfassungsfeindlichen Ziele in die Tat umsetzen bzw. die verfassungsmäßige Ordnung fortlaufend aktiv untergraben will und zum Kampf gegen sie aufruft (stRspr, vgl. zuletzt BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 149 m. w. N.).
Die Verbotsgründe sind deshalb in der Auslegung nach Maßgabe der Verhältnismäßigkeit insbesondere durch Beschränkung auf die Erforderlichkeit eines Verbots eng zu verstehen (BVerfG…, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 u. a. - BVerfGE 149, 160 Rn. 103 f. und Kammerbeschluss vom 2. Juli 2019 - 1 BvR 385/16 - NVwZ 2020, 226 Rn. 12;… BVerwG, Urteile vom 19. September 2023 - 6 A 12.21 - BVerwGE 180, 185 Rn. 83 und vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 154).
Antisemitische oder auf rassistische Diskriminierung zielende Konzepte sind damit nicht vereinbar und verstoßen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 78 m. w. N.).
Rn. 74 (cc) Ob sich die Klägerin gegen weitere Schutzgüter der verfassungsmäßigen Ordnung richtet, insbesondere ob sie sich mit dem "Leitbild der Artvölker" von Wilhelm Kusserow - dazu sogleich - als Entwurf einer rassistisch geprägten Gesellschaftsordnung gegen das Demokratieprinzip und die darin wurzelnde gleichberechtigte Teilhabe aller Staatsbürger an der politischen Willensbildung (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 144;… BVerfG, Urteile vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 542 ff. …und vom 23. Januar 2024 - 2 BvB 1/19 - BVerfGE 168, 193 Rn. 211 ff., 254 ff.) wendet, bedarf vor dem Hintergrund des klaren Befunds unter (bb) keiner abschließenden Entscheidung.
Dieser ideologische Hintergrund kennzeichnet das Handeln einer Führungsperson der Klägerin und kann dieser zugerechnet worden (…vgl. BVerwG, Urteile vom 14. Mai 2014 - 6 A 3.13 - Buchholz 402.45 VereinsG Nr. 62 Rn. 35 und vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 81).
- BVerwG, 11.06.2026 - 2 C 12.25
Annahme einer Verfassungstreuepflichtverletzung durch Chat-Beiträge setzt …
Rn. 18 In der jüngeren Rechtsprechung zum Parteiverbotsverfahren (Art. 21 Abs. 2 GG) hat das Bundesverfassungsgericht indes die Rückbindung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung an den Ausgangspunkt der Menschenwürde betont und den Ausschluss von Auffassungen "außerhalb jedes Streits" gestellt, mit denen eine "Verweigerung elementarer Rechtsgleichheit für alle, die nicht der ethnischen 'Volksgemeinschaft' angehören", verbunden sind (vgl. BVerfG…, Urteil vom 17. Januar 2017 - 2 BvB 1/13 - BVerfGE 144, 20 Rn. 535, 538 ff. und 635 ff.; hierzu auch BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 75 ff. für das Vereinsverbot).Nur wenn - in einer den Anforderungen aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG Rechnung tragenden Weise - zur tatrichterlichen Überzeugung i. S. d. § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO feststeht, dass die ihrem äußeren Anschein nach gegen die Verfassungstreuepflicht verstoßende Äußerung des Beamten auch von einer entsprechenden inneren Einstellung getragen ist (vgl. BVerwG…, Urteil vom 2. Dezember 2021 - 2 A 7.21 - BVerwGE 174, 219 Rn. 36 f.; hierzu auch Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 81 m. w. N. für das Vereinsverbot) und nicht auf einem "Überbietungswettbewerb" oder ähnlichen äußeren Einflussfaktoren der gruppenspezifischen Kommunikation beruht, kann eine Verletzung der Verfassungstreuepflicht aus § 33 Abs. 1 Satz 3 BeamtStG angenommen werden.
- VG Frankfurt/Main, 27.05.2026 - 5 L 2403/26
Ablehnung einer vereinsrechtlichen Durchsuchungsanordnung
Dies schließt freilich im Hinblick auf den Begriff des Vereins in § 2 Abs. 1 VereinsG (BVerwG…, Urteil vom 19. Dezember 2025 - 6 A 6.23, BeckRS 2025, 44090 "Hammerskins Deutschland" Rn. 66 m.w.N.) ein vereinsrechtliches Vorgehen nicht aus, nur müsste dann - entsprechend der Sichtweise des Bundesverwaltungsgerichts beim "Compact"-Verbot hinsichtlich des "Elsässer-Kreises" (BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4/24, NVwZ 2025, 1950 Rn. 48) - auf diesen Personenkreis abgestellt werden, auf den der Antragsteller auch erkennbar zielt.Schließlich darf der Wertungsspielraum, den Äußerungen wie die Maximalpositionierung mit der in der Satzung angeführten "Befreiung des gesamten historischen Palästinas von der zionistischen Besatzung vom Jordanfluss bis zum Mittelmeer" eröffnen (Verbotsverfügung S. 33), nicht einseitig im Sinne eines Vernichtungsantisemitismus ausgelegt werden, sondern ist bei mehrdeutigen Äußerungen diejenige Variante zugrunde zu legen, die noch von der Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt ist (BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - NVwZ 2025, 1950, Rn. 96).
Die verbotsrelevanten Äußerungen und Aktivitäten der Adressaten der Verbotsverfügung erreichen nämlich in der Gesamtwürdigung noch nicht die Schwelle der verfassungsfeindlichen Prägung (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - NVwZ 2025, 1950, Rn. 70).
Anders als die Verbotsverfügung meint, lassen die angeführten Äußerungen namentlich der Beteiligten des Verfahrens 5 L 2408/26.F, auf die der Antragsteller hauptsächlich rekurriert (Verbotsverfügung S. 33 ff., 58 ff.), nicht mit der erforderlichen Deutlichkeit erkennen, dass ein Interessenausgleich zwischen palästinensischen und israelischen Positionen schlechterdings abgelehnt und so hinsichtlich des friedlichen Zusammenlebens der Völker die Schwelle zur verfassungsfeindlichen Prägung überschritten wird (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - NVwZ 2025, 1950, Rn. 153).
Dabei kommt es - wegen der Maßgeblichkeit der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - NVwZ 2025, 1950, Rn. 58), hier also am 18. Mai 2026 - insbesondere darauf an, wie sich der Antragsgegner nach der Unanfechtbarkeit des HAMAS-Verbots seit dem 20. Dezember 2023 (BAnz AT 29.08.2024 B1) und des "Samidoun"-Verbots mit Rücknahme der vor dem Bundesverwaltungsgericht erhobenen Klagen am 22. Februar und 21. März 2025 sowie Verfahrenseinstellung am 25. März 2025 (BAnz AT 28.04.2025 B1) verhalten hat.
- VGH Bayern, 16.06.2026 - 10 ZB 24.2079
AfD darf vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet werden
Es ist geklärt, dass eine Äußerung, der "im politischen Kontext eine gegen das Menschenwürdegebot verstoßende politische Zielsetzung" (…BVerwG, B.v. 20.5.2025 - 6 B 23.24 - juris Rn. 25) dahingehend entnommen werden kann, bestimmte Menschen pauschal herabzuwürdigen, auszugrenzen, zu beschimpfen oder verächtlich zu machen, eine solche Manifestation bilden kann, obwohl sie sich gerade nicht auf eine konkrete Person bezieht (…vgl. BVerfG, U.v. 23.1.2024 - 2 BvB 1/19 - juris Rn. 326; BVerwG, B.v. 24.6.2025 - 6 A 4.24 - juris Rn. 133;… BVerwG, B.v. 20.5.2025 - 6 B 23.24 - juris Rn. 25).Rn. 63 a) Es ist geklärt, dass dieses Konzept Sellners - das für die Beurteilung des Verwaltungsgericht von zentraler Bedeutung ist (…UA Rn. 125 ff.) - nicht jeden Staatsbürger in der rechtlich verfassten Gemeinschaft als gleichberechtigt anerkennt, das durch die Menschenwürde geschützte egalitäre Verständnis der Staatsangehörigkeit missachtet und sich deshalb insoweit als menschenwürdewidrig erweist (BVerwG, B.v. 24.6.2025 - 6 A 4.24 - juris Rn. 75, 97 ff.;… zuvor bereits BVerwG, U.v. 19.4.2024 - 2 WD 9.23 - juris Rn. 44).
Die Annahme, dass die Verbreitung von Inhalten Sellners ebenso wie eine Nähe zur Identitären Bewegung auf eine Identifizierung mit dessen "Remigrationskonzept" hinweisen können, entspricht der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVerwG, U.v. 24.6.2025 - 6 A 4.24 - juris Rn. 104) und begründet daher keine ernstlichen Zweifel.
Die im Kontext des "Remigrationskonzepts" aufgeworfenen Wertungsfragen sind zudem - im maßgeblichen Zeitpunkt der Senatsentscheidung - durch die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24) geklärt und auch deshalb nicht mehr schwierig.
- VG Gera, 09.02.2026 - 1 K 1085/24
Anwendung von § 5 Abs. 2 Nr. 3 b und c WaffG 2002 auf Parteien; Verfolgen von …
Dem Staat ist es grundsätzlich nicht verwehrt, aus Meinungsäußerungen Schlüsse zu ziehen und gegebenenfalls Maßnahmen zum Rechtsgüterschutz zu ergreifen (BVerwG, Urteil vom 24.6.2025 - 6 A 4/24 -, Rn. 92).Welche Überzeugungskraft den aus einzelnen Äußerungen gewonnenen tatsächlichen Anhaltspunkten für die Bejahung einer "kämpferisch-aggressiven Gerichtetheit" zukommt, obliegt der Würdigung durch das Gericht (BVerwG…, Beschluss vom 20.5.2025 - 6 B 22/24 -, Juris Rn. 16; Urteil vom 24.6.2025 - 6 A 4/24 -, Rn. 94 f.).
Gerade bei der Auslegung von Äußerungen, die einen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung leisten, ist mit Blick auf das Gewicht des Grundrechts der Meinungsfreiheit in Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG und die grundsätzliche Vermutung für die Freiheit der Rede in der liberalen Demokratie nicht engherzig zu verfahren (BVerwG, Urteil vom 24.6.2025 - 6 A 4/24 -, Rn. 94 ff., m. w. N.).
Rn. 55 Soweit das AfV die im Vermerk vom 26. Juni 2024 zitierten Äußerungen von Funktionären des AfD-LVTh als "fremdenfeindlich" einstuft, ist zu berücksichtigen, dass weder der Ruf nach konsequenter Abschiebung ausreisepflichtiger Ausländer noch die Forderung nach Begrenzung der Zuwanderung oder das Motto "keine Einbürgerung ohne vollständige Integration in Staat, Sprache und Kultur" gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung verstoßen (BVerwG, Urteil vom 24.6.2025 - 6 A 4/24 -, Juris Rn. 130 m. w. N.).
Ebenso widersprechen politische Konzepte nicht der Verfassung, die etwa bei der Ausgestaltung des Staatsangehörigkeitsrechts nach Art. 73 Abs. 1 Nr. 2 GG allgemein die Bewahrung einer geistig-kulturellen Homogenität oder die Erhaltung des Abstammungsprinzips fordern (BVerwG, Urteil vom 24.6.2025 - 6 A 4.24 -, Juris Rn. 79 m. w. N.).
Entsprechendes gilt trotz polemischer Übersteigerungen und teils verschwörungstheoretischer Bezüge (vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 24.6.2025 - 6 A 4/24 -, Rn. 142; Pressemitteilung des BVerwG Nr. 48/2025 vom 24.6.2025 [www.bverwg.de/pm/2025/48, abgerufen am 25.1.2026]) für die Hinweise auf - angebliche - negative Folgen der Migrationspolitik, wie die Destabilisierung oder die Spaltung der Gesellschaft, dem Auftreten neuartiger migrationsbedingter Kriminalitätsphänomene (Belegstellen 21, 22, 22 a) sowie der - pauschal erhobenen - Forderung nach einer Umkehrung der Einwanderung (Belegstelle 28 "Einwanderung von minus einer Million in den nächsten vier Jahren").
- VG Köln, 20.05.2026 - 13 L 3120/25
Verfassungsschutz darf Jüdische Stimme vorläufig als gesichert extremistische …
Rn. 228 Vgl. BVerfG, Beschluss vom 13. Juli 2018 - 1 BvR 1474/12 -, juris Rn. 143; BVerwG, Urteile vom 21. Juli 2010 - 6 C 22.09 -, juris Rn. 61; vom 26. April 2023 - 6 C 8.21 -, juris Rn. 27; Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 -, juris Rn. 29; Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 92; ferner den Beschluss der Kammer vom 26. Februar 2026 - 13 L 1109/25 -, juris Rn. 142 ff.; Roth, a. a. O. Rn. 117.Rn. 230 Vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 93.
Rn. 232 Vgl. BVerwG, Urteile vom 26. April 2023 - 6 C 8.21 -, juris Rn. 29; vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 94; Beschluss vom 14. August 2024 - 6 VR 1.24 -, juris Rn. 30.
Rn. 234 Vgl. den Beschluss der Kammer vom 5. Februar 2024 - 13 L 1124/23 -, juris Rn. 187 f. m. w. Nachw.; offenlassend aber BVerwG, Beschluss vom 20. Mai 2025 - 6 B 23.24 -, juris Rn. 25; für ein Vereinsverbot - mit ebenfalls gefahrenabwehrender Zielrichtung - die genannten Grundsätze heranziehend BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 95.
- OVG Berlin-Brandenburg, 21.09.2026 - 1 S 45.26
Verfassungsschutzbericht darf den Verein "Jüdische Stimme" als gesichert …
Denn stammen Äußerungen von führenden Mitgliedern einer Vereinigung oder wird ihr Inhalt von ihnen erkennbar befürwortet, sind sie der Vereinigung auch dann zuzurechnen, wenn sie als solche nicht für die Vereinstätigkeit erstellt oder in ihr verwandt worden sind, jedoch den ideologischen Hintergrund kennzeichnen, vor dem die Verantwortlichen der Vereinigung handeln (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 75, 81, 91 m.w.N.).Selbst wenn daher die die Grundüberzeugung einer Vereinigung zum Ausdruck bringenden Äußerungen als solche weder strafbar noch rechtswidrig sind, können sie als Indizien herangezogen werden (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, juris Rn. 93).
- VG Hannover, 01.06.2026 - 10 B 1105/26
Einordnung des AfD-Landesverbandes Niedersachsen zum Beobachtungsobjekt von …
Anders als etwa beim Verbot eines Vereins oder eines Presse- oder Medienerzeugnisses (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, BVerwGE 186, 91, juris Rn. 96 ff.) oder einer Partei geht damit keine repressiv-sanktionierende Folge einher, vielmehr handelt es sich um eine präventive staatliche Maßnahme.Dass Teile der vertretenen Auffassungen gegen die Garantie der Menschenwürde verstoßen, insbesondere das Remigrationskonzept von Martin Sellner, mit welchen sich "COMPACT" identifiziere, hat bereits das Bundesverwaltungsgericht bestätigt (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, BVerwGE 186, 91, Rn. 75).
Die Maßstäbe, wann eine verfassungsfeindliche Prägung für ein Vereinsverbot nach § 3 Abs. 1 Satz 1 VereinsG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 GG anzunehmen ist (BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 -, BVerwGE 186, 91-159, juris Rn. 153 ff.), sind auf die nachrichtendienstliche Beobachtung nicht anzuwenden.
- BVerwG, 04.06.2026 - 10 A 2.25
Kein weitergehender Zugang zu Unterlagen des Bundesnachrichtendienstes
Denn dieses gilt nicht für die "allgemeinen Gesetze" im Sinne von Art. 5 Abs. 2 GG (vgl. BVerfG, Beschluss vom 26. Mai 1970 - 1 BvR 657/68 - BVerfGE 28, 282 < 289>; Kammerbeschluss vom 10. Juli 1992 - 2 BvR 1802/91 - NJW 1992, 2750 f.; BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2025 - 6 A 4.24 - BVerwGE 186, 91 Rn. 37). - OVG Sachsen-Anhalt, 07.08.2026 - 3 L 51/25
Waffenrechtliche Unzuverlässigkeit wegen Mitgliedschaft in der AfD
- VG Karlsruhe, 18.02.2026 - 14 K 1528/26
Überlassung von einer Gemeinde gehörenden Räumlichkeiten für eine …
- VGH Hessen, 28.07.2026 - 8 E 1814/26
Durchsuchungs- und Beschlagnahmeanordnung im vereinsrechtlichen Verbotsverfahren
- VG Karlsruhe, 06.03.2026 - 9 K 4719/24
Aufenthaltsverbot; Meinungsfreiheit; Strafbarkeit; Volksverhetzung; …
- OVG Rheinland-Pfalz, 01.07.2026 - 7 B 10508/26
Burschenschaft Germania Halle zu Mainz: Verfassungsschutz darf einzelne …
- VG Berlin, 30.10.2025 - 2 L 437.25
Kein personalisierter Bundestagsausweis für Mitarbeiter eines …
- VG Wiesbaden, 03.06.2026 - 6 K 1165/22
Einstufung des hessischen Landesverbands der AfD als sogenannter "Verdachtsfall"
- VerfG Brandenburg, 20.02.2026 - VfGBbg 73/21
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Rechtsprechung
| BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Doctrine
Mit KI-Zusammenfassung und KI-Dialogfeld, um Fragen zur Entscheidung stellen.
Doctrine ist die neue umfassende Rechts-KI-Plattform in Kooperation mit dejure.org. Mehr Informationen - Bundesverwaltungsgericht
- rechtsportal.de
Verfahrensgang
- BVerwG, 14.08.2024 - 6 VR 1.24
- BVerwG, 24.06.2025 - 6 A 4.24
- BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (6)
- BVerwG, 27.01.2022 - 9 A 10.20
Auszug aus BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24
Es soll verhindert werden, dass infolge dieser Beweiskraft ein unrichtig beurkundeter Prozessstoff Grundlage für die Entscheidung des Rechtsmittelgerichts wird (…stRspr, siehe etwa BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 9…, vom 10. Oktober 2018 - 6 A 3.16 - Buchholz 402.9 G 10 Nr. 7 Rn. 2 und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2 m. w. N.).Abweichendes gilt nur, soweit ein solches Urteil urkundliche Beweiskraft entfaltet, etwa bei der Wiedergabe der Anträge oder von Prozesserklärungen (BVerwG, Beschlüsse vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2 …und vom 30. Oktober 2023 - 4 A 10.21 - juris Rn. 3).
Kann dem Zweck einer Tatbestandsberichtigung nicht entsprochen werden, fehlt es dem Antrag an dem erforderlichen Rechtsschutzbedürfnis (…vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 20…, vom 10. Oktober 2018 - 6 A 3.16 - Buchholz 402.9 G 10 Nr. 7 Rn. 4 f. und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2; BFH…, Beschluss vom 21. September 2021 - X S 22/21 - juris Rn. 3 ff.;… Wöckel, in: Eyermann, VwGO, 16. Aufl. 2022, § 119 Rn. 1).
Selbst in einem etwaigen Verfahren über eine Verfassungsbeschwerde wäre das Bundesverfassungsgericht nicht an Feststellungen des Bundesverwaltungsgerichts gebunden (…siehe BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 22 und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 3).
- BVerwG, 10.10.2018 - 6 A 3.16
Antrag auf Berichtigung des Tatbestandes abgelehnt
Auszug aus BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24
Es soll verhindert werden, dass infolge dieser Beweiskraft ein unrichtig beurkundeter Prozessstoff Grundlage für die Entscheidung des Rechtsmittelgerichts wird (…stRspr, siehe etwa BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 9, vom 10. Oktober 2018 - 6 A 3.16 - Buchholz 402.9 G 10 Nr. 7 Rn. 2 …und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2 m. w. N.).Kann dem Zweck einer Tatbestandsberichtigung nicht entsprochen werden, fehlt es dem Antrag an dem erforderlichen Rechtsschutzbedürfnis (…vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 20, vom 10. Oktober 2018 - 6 A 3.16 - Buchholz 402.9 G 10 Nr. 7 Rn. 4 f. …und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2; BFH…, Beschluss vom 21. September 2021 - X S 22/21 - juris Rn. 3 ff.;… Wöckel, in: Eyermann, VwGO, 16. Aufl. 2022, § 119 Rn. 1).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass gemäß § 117 Abs. 3 Satz 1 VwGO der Sach- und Streitstand unter Hervorhebung der gestellten Anträge seinem wesentlichen Inhalt nach gedrängt darzustellen ist und nach Satz 2 wegen der Einzelheiten auf Schriftsätze, Protokolle und andere Unterlagen verwiesen werden soll, soweit sich aus ihnen der Sach- und Streitstand ausreichend ergibt (vgl. BVerwG, Beschluss vom 10. Oktober 2018 - 6 A 3.16 - Buchholz 402.9 G 10 Nr. 7 Rn. 7).
- BVerwG, 12.03.2014 - 8 C 16.12
Amtshaftung; Dauerverwaltungsakt; Dienstleistung; Dienstleistungsfreiheit; …
Auszug aus BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24
Es soll verhindert werden, dass infolge dieser Beweiskraft ein unrichtig beurkundeter Prozessstoff Grundlage für die Entscheidung des Rechtsmittelgerichts wird (stRspr, siehe etwa BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 9…, vom 10. Oktober 2018 - 6 A 3.16 - Buchholz 402.9 G 10 Nr. 7 Rn. 2 …und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2 m. w. N.).Kann dem Zweck einer Tatbestandsberichtigung nicht entsprochen werden, fehlt es dem Antrag an dem erforderlichen Rechtsschutzbedürfnis (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 20…, vom 10. Oktober 2018 - 6 A 3.16 - Buchholz 402.9 G 10 Nr. 7 Rn. 4 f. …und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2; BFH…, Beschluss vom 21. September 2021 - X S 22/21 - juris Rn. 3 ff.;… Wöckel, in: Eyermann, VwGO, 16. Aufl. 2022, § 119 Rn. 1).
Selbst in einem etwaigen Verfahren über eine Verfassungsbeschwerde wäre das Bundesverfassungsgericht nicht an Feststellungen des Bundesverwaltungsgerichts gebunden (siehe BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 22 …und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 3).
- BFH, 21.09.2021 - X S 22/21
Behandlung von Anträgen auf Berichtigung des Tatbestands von BFH-Urteilen
Auszug aus BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24
Kann dem Zweck einer Tatbestandsberichtigung nicht entsprochen werden, fehlt es dem Antrag an dem erforderlichen Rechtsschutzbedürfnis (…vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 12. März 2014 - 8 C 16.12 - juris Rn. 20…, vom 10. Oktober 2018 - 6 A 3.16 - Buchholz 402.9 G 10 Nr. 7 Rn. 4 f. …und vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2; BFH, Beschluss vom 21. September 2021 - X S 22/21 - juris Rn. 3 ff.;… Wöckel, in: Eyermann, VwGO, 16. Aufl. 2022, § 119 Rn. 1). - BVerwG, 30.10.2023 - 4 A 10.21
Ablehnung des Antrags auf Berichtigung des Tatbestands
Auszug aus BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24
Abweichendes gilt nur, soweit ein solches Urteil urkundliche Beweiskraft entfaltet, etwa bei der Wiedergabe der Anträge oder von Prozesserklärungen (…BVerwG, Beschlüsse vom 27. Januar 2022 - 9 A 10.20 - juris Rn. 2 und vom 30. Oktober 2023 - 4 A 10.21 - juris Rn. 3). - BVerwG, 03.06.2020 - 3 C 6.18
Berichtigung des Tatbestands im Urteil auf Antrag bei Vorliegen von …
Auszug aus BVerwG, 03.12.2025 - 6 A 4.24
Hierbei ist das Gericht nicht gehalten, die Diktion der Beteiligten wörtlich zu übernehmen (BVerwG, Beschluss vom 3. Juni 2020 - 3 C 6.18 - juris Rn. 8 m. w. N.).
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Rechtsprechung
| OVG Berlin-Brandenburg, 04.02.2025 - 6 A 4.24 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Entscheidungsdatenbank Berlin
Art 3 Abs 1 GG, § 98 VwGO, § 485 ZPO, § 24 Abs 1 VwVfG, Anl 2 FluLärmBerlinBbgV BB
Flughafen Berlin-Brandenburg; Schallschutz; selbstständiges Beweisverfahren zur Ermittlung des Lärmschutzbereichs - Entscheidungsdatenbank Brandenburg
Art 3 Abs 1 GG, § 98 VwGO, § 485 ZPO, § 24 Abs 1 VwVfG, Anlage 2 FlugLärmSBBbgV, § 52 Abs 3 GKG
Flughafen Berlin-Brandenburg, Schallschutz, Lärmschutz, Selbständiges Beweisverfahren, Rechtliches Interesse (verneint), Amtsermittlungsgrundsatz, Behörde (verneint), Juristische Person des Privatrechts, Ermittlungspflicht, Planfeststellungsbeschluss, Lärmschutzbereich, ...
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (7)
- VGH Baden-Württemberg, 20.08.2019 - 5 S 2488/18
Rechtliches Interesse für die Durchführung eines selbständigen Beweisverfahrens …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 04.02.2025 - 6 A 4.24
Denn eine Untätigkeit soll nicht zu Lasten der jeweiligen Antragsteller gehen (vgl. VGH Mannheim, Beschluss vom 20. August 2019 - 5 S 2488/18 -, juris Rn. 12; VGH Kassel…, Beschluss vom 20. Juli 2023 - 9 E 809/22 -, juris Rn. 21; OVG Schleswig…, Beschluss vom 22. Januar 1998 - 2 M 36/97 -, juris Rn. 3, jeweils zur parallelen Frage einer Nichtbeachtung des Untersuchungsgrundsatzes des § 24 Abs. 1 VwVfG durch eine Behörde). - VGH Hessen, 20.07.2023 - 9 E 809/22
Selbständiges Beweisverfahren im Verwaltungsprozess wegen Lichtimmissionen einer …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 04.02.2025 - 6 A 4.24
Denn eine Untätigkeit soll nicht zu Lasten der jeweiligen Antragsteller gehen (vgl. VGH Mannheim…, Beschluss vom 20. August 2019 - 5 S 2488/18 -, juris Rn. 12; VGH Kassel, Beschluss vom 20. Juli 2023 - 9 E 809/22 -, juris Rn. 21; OVG Schleswig…, Beschluss vom 22. Januar 1998 - 2 M 36/97 -, juris Rn. 3, jeweils zur parallelen Frage einer Nichtbeachtung des Untersuchungsgrundsatzes des § 24 Abs. 1 VwVfG durch eine Behörde). - OVG Berlin-Brandenburg, 06.05.2021 - 6 A 9.20
Pflicht des Vorhabenträgers zur Einhaltung des Lärmschutzziels des …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 04.02.2025 - 6 A 4.24
Die Antragsgegnerin kann und muss die erforderliche "Beweisaufnahme" im Rahmen der ihr vom PFB zugewiesenen Aufgaben ohnehin durchführen (vgl. auch Senatsurteil vom 6. Mai 2021 - OVG 6 A 9/20 -, juris Rn. 37).
- OVG Berlin-Brandenburg, 13.12.2021 - 6 A 8.20
Schallschutz für ein denkmalgeschütztes im für den Flughafen Berlin-Brandenburg …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 04.02.2025 - 6 A 4.24
Kommt es zwischen der Antragsgegnerin und Lärmbetroffenen zu Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich des Vorliegens der materiellen Anspruchsvoraussetzungen, steht zur Klärung der Fragen der Verwaltungsrechtsweg offen (vgl. Senatsurteil vom 13. Dezember 2021 - OVG 6 A 8/20 -, juris, Rn. 171). - OVG Berlin-Brandenburg, 29.03.2022 - 4 I 1.22
Selbständiges Beweisverfahren; Begutachtung eines Sachverständigen; …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 04.02.2025 - 6 A 4.24
Von der Halbierung jenes Wertes wegen einer eilverfahrensähnlichen Konzeption des selbständigen Beweisverfahrens (…vgl. Schübel-Pfister, in: Eyermann, VwGO, 12. Aufl. 2022, § 98 Rn. 64 m.w.N.) oder einer Drittelung des Wertes (vgl. vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 29. März 2022 - OVG 4 I 1/22 -, juris Rn. 11) hat der Senat abgesehen, denn die von der Antragstellerin beantragte Beweiserhebung würde die Klärung der sich in einem Klageverfahren stellenden Fragen vorwegnehmen. - BVerwG, 07.11.1991 - 4 A 1.87
Gegenstandslosigkeit des Streitwertbeschlusses infolge einer Verweisung des …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 04.02.2025 - 6 A 4.24
Rn. 28 Die Streitwertfestsetzung durch das LG Cottbus vom 22. August 2024 ist infolge der Verweisung gegenstandslos (vgl. BVerwG, Beschluss vom 7. November 1991 - 4 A 1.87 -, juris Rn. 3). - OVG Schleswig-Holstein, 22.01.1998 - 2 M 36/97
Rechtliches Interesse; Selbständiges Beweisverfahren; Widerspruchsverfahren; …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 04.02.2025 - 6 A 4.24
Denn eine Untätigkeit soll nicht zu Lasten der jeweiligen Antragsteller gehen (vgl. VGH Mannheim…, Beschluss vom 20. August 2019 - 5 S 2488/18 -, juris Rn. 12; VGH Kassel…, Beschluss vom 20. Juli 2023 - 9 E 809/22 -, juris Rn. 21; OVG Schleswig, Beschluss vom 22. Januar 1998 - 2 M 36/97 -, juris Rn. 3, jeweils zur parallelen Frage einer Nichtbeachtung des Untersuchungsgrundsatzes des § 24 Abs. 1 VwVfG durch eine Behörde).
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