Rechtsprechung
| BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20 |
Volltextveröffentlichungen (9)
- Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Mit KI-Zusammenfassung und KI-Dialogfeld, um Fragen zur Entscheidung stellen.
Doctrine ist die neue umfassende Rechts-KI-Plattform in Kooperation mit dejure.org. Mehr Informationen - openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presseberichterstattung: Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung; Anspruch des Betroffenen auf eine Geldentschädigung
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 823 Abs 1 BGB, Art 1 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 5 GG, Art 8 Abs 1 MRK
Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presseberichterstattung: Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung; Anspruch des Betroffenen auf eine Geldentschädigung - IWW
- Wolters Kluwer
Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung (hier: Pressebericht über bevorstehende Hauptverhandlung im Strafverfahren); Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Wort- und Bildberichterstattungen; Bestimmung der Abwägung zwischen den ...
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 823 Abs. 1 ; GG Art. 5
Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung (hier: Pressebericht über bevorstehende Hauptverhandlung im Strafverfahren); Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Wort- und Bildberichterstattungen; Bestimmung der Abwägung zwischen den ... - datenbank.nwb.de
Kurzfassungen/Presse (4)
- Burhoff online Blog (Kurzinformation und Auszüge)
War es eine zulässige Verdachtsberichterstattung? - Pressebericht über anstehendes Strafverfahren
- beckmannundnorda.de (Kurzinformation)
Kein Anspruch auf Geldentschädigung aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO wegen identifizierender Verdachtsberichterstattung in Presseartikel
- computerundrecht.de (Kurzinformation)
Zu den Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung
- dr-bahr.com (Kurzinformation und Auszüge)
Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung (hier: Pressebericht über anstehendes Strafverfahren)
Besprechungen u.ä. (3)
- lhr-law.de (Entscheidungsbesprechung)
Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung
- jurafuchs.de (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
Anforderungen an eine zulässige Verdachtsberichterstattung
- wbs.legal (Entscheidungsbesprechung)
Verdachtsberichterstattung - Darf die BILD Beschuldigte mit Namen nennen?
Sonstiges
- anwalt.de (Äußerung von Verfahrensbeteiligten)
Presserecht - Verdachtsberichterstattung
Verfahrensgang
- LG Köln, 20.11.2019 - 28 O 110/19
- OLG Köln, 30.07.2020 - 15 U 313/19
- BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Papierfundstellen
- NJW 2022, 1751
- MDR 2022, 825
- GRUR 2022, 735
- VersR 2022, 830
- K&R 2022, 433
Wird zitiert von ... (101) Zitiert selbst (29)
- BGH, 16.11.2021 - VI ZR 1241/20
Persönlichkeitsrechtsverletzung: Voraussetzungen einer zulässigen …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Die den Beschuldigten identifizierenden Berichterstattungen über ein laufendes Strafverfahren beeinträchtigen zwangsläufig dessen Recht auf Schutz seiner Persönlichkeit und seines guten Rufs, weil sie sein mögliches Fehlverhalten öffentlich bekannt machen und seine Person in den Augen der Adressaten negativ qualifizieren (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 17. Dezember 2019 - VI ZR 249/18, VersR 2020, 567 Rn. 17; vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 14; jeweils mwN).Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 17. Dezember 2019 - VI ZR 249/18, VersR 2020, 567 Rn. 18; vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 15;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, juris Rn. 18; jeweils mwN).
Allerdings ist auch das Interesse der Öffentlichkeit an derartigen Äußerungen zu berücksichtigen (…vgl. Senatsurteile vom 16. Februar 2016 - VI ZR 367/15, VersR 2016, 606 Rn. 22, 24; vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 18; jeweils mwN).
Im Hinblick auf die aus dem Rechtsstaatsprinzip folgende und in Art. 6 Abs. 2 EMRK anerkannte Unschuldsvermutung ist aber die Gefahr in den Blick zu nehmen, dass die Öffentlichkeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens mit dem Nachweis der Schuld gleichsetzt und deshalb im Fall einer späteren Einstellung des Ermittlungsverfahrens oder eines Freispruchs vom Schuldvorwurf "etwas hängenbleibt" (…vgl. Senatsurteile vom 16. Februar 2016 - VI ZR 367/15, VersR 2016, 606 Rn. 23; vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 19; jeweils mwN).
Schließlich muss es sich um einen Vorgang von gravierendem Gewicht handeln, dessen Mitteilung durch ein Informationsbedürfnis der Allgemeinheit gerechtfertigt ist (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 7. Dezember 1999 - VI ZR 51/99, BGHZ 143, 199, 203 f., juris Rn. 20;… vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 26;… vom 16. Februar 2016 - VI ZR 367/15, VersR 2016, 606 Rn. 24; vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 20 mwN).
Dies setzt voraus, dass der Betroffene nicht nur Gelegenheit zur Stellungnahme erhält, sondern dass seine etwaige Stellungnahme auch zur Kenntnis genommen und der Standpunkt des Betroffenen in der Berichterstattung sichtbar wird (vgl. Senatsurteil vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 25 mwN).
Allerdings wird die Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts des Klägers durch die Bebilderung der Wortberichterstattungen verstärkt (vgl. Senatsurteil vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 36).
- BGH, 17.12.2013 - VI ZR 211/12
Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Internetveröffentlichung: Zurechnung bei …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Wahre Tatsachenbehauptungen müssen in der Regel hingenommen werden, auch wenn sie für den Betroffenen nachteilig sind, unwahre dagegen nicht (vgl. Senatsurteile vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 23 mwN;… vom 13. Januar 2015 - VI ZR 386/13, VersR 2015, 336 Rn. 15;… vom 17. Dezember 2019 - VI ZR 249/18, VersR 2020, 567 Rn. 19).Schließlich muss es sich um einen Vorgang von gravierendem Gewicht handeln, dessen Mitteilung durch ein Informationsbedürfnis der Allgemeinheit gerechtfertigt ist (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 7. Dezember 1999 - VI ZR 51/99, BGHZ 143, 199, 203 f., juris Rn. 20; vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 26;… vom 16. Februar 2016 - VI ZR 367/15, VersR 2016, 606 Rn. 24;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 20 mwN).
Hierbei sind insbesondere die Bedeutung und Tragweite des Eingriffs, also das Ausmaß der Verbreitung der Veröffentlichung, die Nachhaltigkeit und Fortdauer der Interessen- oder Rufschädigung des Verletzten, ferner Anlass und Beweggrund des Handelnden sowie der Grad seines Verschuldens zu berücksichtigen (…vgl. Senatsurteile vom 24. November 2009 - VI ZR 219/08, BGHZ 183, 227 Rn. 11; vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 38;… vom 21. April 2015 - VI ZR 245/14, VersR 2015, 898 Rn. 33).
Zudem soll die Geldentschädigung der Prävention dienen (vgl. Senatsurteil vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 38 mwN).
Es hat berücksichtigt, dass der Vorwurf der Berichterstattungen nicht gegen die Grundlagen der Persönlichkeit des Klägers gerichtet und nicht geeignet ist, ihn gesellschaftlich zu vernichten (vgl. Senatsurteile vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 39;… vom 15. September 2015 - VI ZR 175/14, BGHZ 206, 347 Rn. 39).
Rechtsfehlerfrei hat das Berufungsgericht angenommen, dass mit der strafbewehrten Unterlassungsverpflichtungserklärung des Beklagten zu 1 und der einstweiligen Unterlassungsverfügung und Abschlusserklärung der Beklagten zu 2 unter den Umständen des Streitfalls dem Präventionsgedanken Genüge getan ist, da sich der Kläger vor einer erneuten Berichterstattung effektiv mithilfe der Unterlassungstitel schützen kann (anders für einen Eingriff, der sich gegen die Grundlagen der Persönlichkeit richtet: Senatsurteil vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 43).
- BGH, 16.02.2016 - VI ZR 367/15
Rechtmäßigkeit der Abrufbarkeit von Altmeldungen im Online-Archiv einer …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Allerdings ist auch das Interesse der Öffentlichkeit an derartigen Äußerungen zu berücksichtigen (vgl. Senatsurteile vom 16. Februar 2016 - VI ZR 367/15, VersR 2016, 606 Rn. 22, 24;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 18; jeweils mwN).Im Hinblick auf die aus dem Rechtsstaatsprinzip folgende und in Art. 6 Abs. 2 EMRK anerkannte Unschuldsvermutung ist aber die Gefahr in den Blick zu nehmen, dass die Öffentlichkeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens mit dem Nachweis der Schuld gleichsetzt und deshalb im Fall einer späteren Einstellung des Ermittlungsverfahrens oder eines Freispruchs vom Schuldvorwurf "etwas hängenbleibt" (vgl. Senatsurteile vom 16. Februar 2016 - VI ZR 367/15, VersR 2016, 606 Rn. 23;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 19; jeweils mwN).
Schließlich muss es sich um einen Vorgang von gravierendem Gewicht handeln, dessen Mitteilung durch ein Informationsbedürfnis der Allgemeinheit gerechtfertigt ist (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 7. Dezember 1999 - VI ZR 51/99, BGHZ 143, 199, 203 f., juris Rn. 20;… vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 26; vom 16. Februar 2016 - VI ZR 367/15, VersR 2016, 606 Rn. 24;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 20 mwN).
Zwar genügt die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens für die Annahme des Vorliegens eines Mindestbestands an Beweistatsachen nicht, da die Staatsanwaltschaft schon beim Vorliegen eines Anfangsverdachts Ermittlungen aufzunehmen hat und die Schwelle für die Annahme eines Anfangsverdachts niedrig liegt (vgl. Senatsurteil vom 16. Februar 2016 - VI ZR 367/15, VersR 2016, 606 Rn. 26 mwN).
- BGH, 18.12.2018 - VI ZR 439/17
Anspruch auf Unterlassen der Bereitsstellung einer identifizierende …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn die Aussagen geeignet sind, eine erhebliche Breitenwirkung zu entfalten und eine besondere Stigmatisierung des Betroffenen nach sich zu ziehen, so dass sie zum Anknüpfungspunkt für eine soziale Ausgrenzung und Isolierung zu werden drohen (vgl. Senatsurteile vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 12 mwN;… vom 9. März 2021 - VI ZR 73/20, NJW 2021, 1756 Rn. 23;… BVerfG, AfP 2009, 365 Rn. 17).Die Verletzung der Rechtsordnung begründet grundsätzlich ein anzuerkennendes Interesse der Öffentlichkeit an näherer Information über Tat und Täter (vgl. Senatsurteil vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 13 mwN;… BVerfG, AfP 2010, 365 Rn. 32;… EGMR, NJW 2012, 1058 Rn. 96).
Dieses wird umso stärker sein, je mehr sich die Tat in Begehungsweise, Schwere oder wegen anderer Besonderheiten von der gewöhnlichen Kriminalität abhebt (vgl. Senatsurteil vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 13 mwN).
Rn. 31 (a) Die Berichterstattungen über die bevorstehende Hauptverhandlung wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs waren aber nicht schon deswegen rechtswidrig, weil die durch sie hervorgerufene Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts des Klägers außer Verhältnis zur Bedeutung seines Verhaltens für die Öffentlichkeit gestanden hätte (…vgl. hierzu Senatsurteile vom 30. Oktober 2012 - VI ZR 4/12, VersR 2013, 63 Rn. 13; vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 12 f.; jeweils mwN).
- BGH, 17.12.2019 - VI ZR 249/18
Erkennbarmachung des Beschuldigten durch Wortberichterstattung über ein …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Die den Beschuldigten identifizierenden Berichterstattungen über ein laufendes Strafverfahren beeinträchtigen zwangsläufig dessen Recht auf Schutz seiner Persönlichkeit und seines guten Rufs, weil sie sein mögliches Fehlverhalten öffentlich bekannt machen und seine Person in den Augen der Adressaten negativ qualifizieren (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 17. Dezember 2019 - VI ZR 249/18, VersR 2020, 567 Rn. 17;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 14; jeweils mwN).Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 17. Dezember 2019 - VI ZR 249/18, VersR 2020, 567 Rn. 18;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, juris Rn. 15;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, juris Rn. 18; jeweils mwN).
Wahre Tatsachenbehauptungen müssen in der Regel hingenommen werden, auch wenn sie für den Betroffenen nachteilig sind, unwahre dagegen nicht (…vgl. Senatsurteile vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 23 mwN;… vom 13. Januar 2015 - VI ZR 386/13, VersR 2015, 336 Rn. 15; vom 17. Dezember 2019 - VI ZR 249/18, VersR 2020, 567 Rn. 19).
- BGH, 15.09.2015 - VI ZR 175/14
Persönlichkeitsverletzung eines minderjähriges Kindes: Buchveröffentlichung einer …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Bei der gebotenen Gesamtwürdigung ist auch ein erwirkter Unterlassungstitel zu berücksichtigen; der Titel und die mit ihm verbundenen Vollstreckungsmöglichkeiten können den Geldentschädigungsanspruch beeinflussen und im Zweifel sogar ausschließen (vgl. Senatsurteile vom 15. September 2015 - VI ZR 175/14, BGHZ 206, 347 Rn. 38;… vom 24. Mai 2016 - VI ZR 496/15, VersR 2016, 1001 Rn. 9; jeweils mwN).Es hat berücksichtigt, dass der Vorwurf der Berichterstattungen nicht gegen die Grundlagen der Persönlichkeit des Klägers gerichtet und nicht geeignet ist, ihn gesellschaftlich zu vernichten (…vgl. Senatsurteile vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 39; vom 15. September 2015 - VI ZR 175/14, BGHZ 206, 347 Rn. 39).
- BGH, 30.10.2012 - VI ZR 4/12
Meldung im "Online-Archiv" über Ermittlungsverfahren wegen falscher …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Rn. 31 (a) Die Berichterstattungen über die bevorstehende Hauptverhandlung wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs waren aber nicht schon deswegen rechtswidrig, weil die durch sie hervorgerufene Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts des Klägers außer Verhältnis zur Bedeutung seines Verhaltens für die Öffentlichkeit gestanden hätte (vgl. hierzu Senatsurteile vom 30. Oktober 2012 - VI ZR 4/12, VersR 2013, 63 Rn. 13;… vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 12 f.; jeweils mwN).Abgesehen davon, dass dieser Umstand zugleich die Bedeutung der Persönlichkeitsbeeinträchtigung mindert, ist bei der Gewichtung des Informationsinteresses jedoch nicht allein auf die Schwere des Tatvorwurfs abzustellen, sondern auch auf die weiteren Umstände des Sachverhalts, etwa die Person des Betroffenen (vgl. Senatsurteile vom 30. Oktober 2012 - VI ZR 4/12, VersR 2013, 63 Rn. 19;… vom 19. März 2013 - VI ZR 93/12, NJW 2013, 1681 Rn. 26;… BVerfG, AfP 2010, 365 Rn. 32;… EGMR, NJW 2012, 1058 Rn. 96).
- EGMR, 07.02.2012 - 39954/08
Axel Springer AG in Art. 10 EMRK (Freiheit der Meinungsäußerung) verletzt durch …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Die Verletzung der Rechtsordnung begründet grundsätzlich ein anzuerkennendes Interesse der Öffentlichkeit an näherer Information über Tat und Täter (…vgl. Senatsurteil vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 13 mwN;… BVerfG, AfP 2010, 365 Rn. 32; EGMR, NJW 2012, 1058 Rn. 96).Abgesehen davon, dass dieser Umstand zugleich die Bedeutung der Persönlichkeitsbeeinträchtigung mindert, ist bei der Gewichtung des Informationsinteresses jedoch nicht allein auf die Schwere des Tatvorwurfs abzustellen, sondern auch auf die weiteren Umstände des Sachverhalts, etwa die Person des Betroffenen (…vgl. Senatsurteile vom 30. Oktober 2012 - VI ZR 4/12, VersR 2013, 63 Rn. 19;… vom 19. März 2013 - VI ZR 93/12, NJW 2013, 1681 Rn. 26;… BVerfG, AfP 2010, 365 Rn. 32; EGMR, NJW 2012, 1058 Rn. 96).
- BVerfG, 09.03.2010 - 1 BvR 1891/05
Internet-Bericht über Hanf züchtenden Politikerinnen-Sohn erlaubt
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Die Verletzung der Rechtsordnung begründet grundsätzlich ein anzuerkennendes Interesse der Öffentlichkeit an näherer Information über Tat und Täter (…vgl. Senatsurteil vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 13 mwN; BVerfG, AfP 2010, 365 Rn. 32;… EGMR, NJW 2012, 1058 Rn. 96).Abgesehen davon, dass dieser Umstand zugleich die Bedeutung der Persönlichkeitsbeeinträchtigung mindert, ist bei der Gewichtung des Informationsinteresses jedoch nicht allein auf die Schwere des Tatvorwurfs abzustellen, sondern auch auf die weiteren Umstände des Sachverhalts, etwa die Person des Betroffenen (…vgl. Senatsurteile vom 30. Oktober 2012 - VI ZR 4/12, VersR 2013, 63 Rn. 19;… vom 19. März 2013 - VI ZR 93/12, NJW 2013, 1681 Rn. 26; BVerfG, AfP 2010, 365 Rn. 32;… EGMR, NJW 2012, 1058 Rn. 96).
- BGH, 07.07.2020 - VI ZR 246/19
Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presse: Zulässigkeit einer Wort- und …
Auszug aus BGH, 22.02.2022 - VI ZR 1175/20
Aufgrund der Öffnungsklausel des Art. 85 Abs. 2 DS-GVO sind Datenverarbeitungen zu journalistischen Zwecken von den die Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung betreffenden Vorschriften in Art. 6 und Art. 7 DS-GVO durch Regelungen der Länder ausgenommen worden (…vgl. Senatsurteile vom 7. Juli 2020 - VI ZR 250/19, VersR 2021, 189 Rn. 10; - VI ZR 246/19, NJW 2020, 3715 Rn. 11; jeweils mwN).Es liegt auf der Hand, dass ein Schadensersatzanspruch gemäß § 82 Abs. 1 DS-GVO nicht auf die Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen durch eine journalistische Tätigkeit gestützt werden kann, wenn die Bestimmungen für die Tätigkeit gar nicht gelten (vgl. Senatsbeschluss vom 16. Februar 2021 - VI ZA 6/20, juris;… Senatsurteile vom 7. Juli 2020 - VI ZR 250/19, VersR 2021, 189 Rn. 10; - VI ZR 246/19, NJW 2020, 3715 Rn. 11).
- BGH, 07.07.2020 - VI ZR 250/19
Rechtsstreit um die Zulässigkeit einer Wort- und Bildberichterstattung über ein …
- BGH, 24.05.2016 - VI ZR 496/15
Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts: Geldentschädigungsanspruch bei …
- BGH, 19.03.2013 - VI ZR 93/12
Zulässigkeit einer Berichterstattung über ein laufendes Strafverfahren
- BGH, 07.12.1999 - VI ZR 51/99
Verdachtsberichterstattung: "Schleimerschmarotzerpack"
- BGH, 21.04.2015 - VI ZR 245/14
Unterlassungsanspruch bei zufälliger Mitabbildung in Boulevard-Blatt
- BGH, 24.11.2009 - VI ZR 219/08
Esra
- BGH, 27.05.2014 - VI ZR 153/13
Maßstab bei herabwürdigender Äußerung
- BGH, 18.05.2000 - III ZR 180/99
Amtspflichtverletzung durch Anklageerhebung
- BGH, 29.11.2018 - StB 34/18
Offenbaren von Staatsgeheimnissen (schwerer Nachteil für die äußere Sicherheit; …
- BGH, 30.06.2009 - VI ZR 339/08
Umfang des rechtlichen Gehörs im Zivilverfahren; Zurückweisung einer …
- BGH, 29.11.2021 - VI ZR 248/18
"Kohl-Protokolle": Helmut Kohl zu früh gestorben - Witwe bekommt …
- BGH, 09.03.2021 - VI ZR 73/20
Vorbäugende Geltendmachung eines Anspruchs auf Unterlassung einer namentlichen …
- BVerfG, 10.06.2009 - 1 BvR 1107/09
Individualisierende Medienberichterstattung auch bei Sexualstraftaten …
- BGH, 13.01.2015 - VI ZR 386/13
Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presseberichterstattung: Anspruch eines …
- BGH, 16.02.2021 - VI ZA 6/20
Prozesskostenhilfe: Erfolgsaussicht einer Klage auf Geldentschädigung nach der …
- BGH, 14.12.2021 - VI ZR 403/19
Zur Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch einen das Sexualleben …
- EuGH, 04.10.2018 - C-416/17
Zur Klärung der Frage, ob bei Dividenden, die von einer gebietsfremden …
- BGH, 19.04.2013 - V ZR 113/12
Schadensersatzprozess wegen einer fehlgeschlagenen Vorkaufsrechtsübertragung für …
- BGH, 13.08.2020 - III ZR 148/19
Eingrenzung der Rechtsmittelzulassung - in den Entscheidungsgründen
- OLG Frankfurt, 21.06.2022 - 9 U 92/20
Entschädigungsanspruch einer Person nicht-binärer Geschlechtszugehörigkeit
Ebenfalls offenbleiben kann, ob die Gewährung einer Geldentschädigung auch im Anwendungsbereich des § 21 Abs. 2 S. 3 AGG eine besondere oder jedenfalls gewisse Intensität bzw. Schwere voraussetzt (zum Erfordernis einer schwerwiegenden Persönlichkeitsverletzung für die Zuerkennung einer Geldentschädigung vgl. z.B. BGH, Urteil vom 22.02.2022, VI ZR 1175/20, NJW 2022, 1751, Rn. 48 f. - Traumfrau gesucht-, zitiert nach juris). - BGH, 26.09.2023 - VI ZR 97/22
BGH legt dem Gerichtshof der Europäischen Union Fragen zum Bestehen eines …
Nach dem nationalen Recht ist bei der Bemessung einer Geldentschädigung für ideelle Beeinträchtigungen bei der gebotenen Gesamtwürdigung auch ein erwirkter Unterlassungstitel zu berücksichtigen; der Titel und die damit verbundenen Vollstreckungsmöglichkeiten können den Geldentschädigungsanspruch beeinflussen und im Zweifel sogar ausschließen (vgl. zur diesbezüglichen ständigen Senatsrechtsprechung zur Geldentschädigung bei schuldhafter Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts nur Senatsurteil vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, ECLI:DE:BGH:2022:220222UVIZR1175.20.0, VersR 2022, 830 Rn. 44 mwN). - BGH, 16.05.2023 - VI ZR 116/22
Süddeutsche Zeitung durfte Tagebuch-Zitate aus Cum-ex-Ermittlungsakte …
Ihnen stehen Schadensersatz- und Unterlassungsansprüche aus § 823 Abs. 1, § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB analog, Art. 1, Art. 2 Abs. 1 GG zu, sofern sie durch eine Berichterstattung über den Inhalt amtlicher Schriftstücke in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt werden (vgl. Senatsurteile vom 31. Mai 2022 - VI ZR 95/21, AfP 2022, 337; vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, VersR 2022, 830; vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, AfP 2022, 142).Rn. 37 cc) Durch die - ausschließlich angegriffene - wortlautgetreue Wiedergabe von Auszügen aus seinen Tagebüchern hingegen nicht berührt ist das Recht des Klägers auf Schutz seiner Persönlichkeit in seiner Ausprägung, nicht durch identifizierende Berichterstattung über die Verfolgung einer Straftat in den Augen der Adressaten negativ qualifiziert zu werden (…vgl. Senatsurteile vom 31. Mai 2022 - VI ZR 95/21, AfP 2022, 337 Rn. 16; vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, VersR 2022, 830 Rn. 21;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, AfP 2022, 142 Rn. 14).
- BGH, 12.03.2024 - VI ZR 1370/20
Datenschutzrechtliche Zulässigkeit der Verwertung einer unzulässigen …
Hierbei sind insbesondere die Bedeutung und Tragweite des Eingriffs, ferner Anlass und Beweggrund des Handelnden sowie der Grad seines Verschuldens zu berücksichtigen (vgl. Senatsurteil vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, VersR 2022, 830 Rn. 44 mwN).Führt die Handlung, die eine Persönlichkeitsrechtsverletzung zur Folge hatte, auch zu einer Verletzung der Gesundheit, so muss die darin liegende Beeinträchtigung zum Gegenstand eines Schmerzensgeldanspruchs (§ 253 Abs. 2 BGB) gemacht werden und kann nicht stattdessen zur Begründung einer schwerwiegenden Persönlichkeitsrechtsverletzung herangezogen werden (…vgl. Senatsbeschluss vom 8. März 2022 - VI ZB 14/21, ZfSch 2022, 259 Rn. 10 ff.; s. auch Senatsurteil vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, VersR 2022, 830 Rn. 49).
- OLG Köln, 06.02.2024 - 15 U 314/19
Dr. Kohl-Richter gegen Dr. Schwan u.a.
Erst recht könnte - zumindest außerhalb des § 687 Abs. 2 BGB (dazu unten) - kein Anspruch auf eine Gewinnabschöpfung konstruiert werden, sondern neben einem etwaigen kompensatorischen materiellen Ersatzanspruch (§§ 249 ff. BGB) - der oft am Schaden oder an dessen Bezifferung scheitern wird - dürfte praktisch in solchen Fällen allenfalls ein Anspruch auf Geldentschädigung unter dem Gesichtspunkt einer Zwangskommerzialisierung schutzfähiger Bestandteile des allgemeinen Persönlichkeitsrechtsrechts angenommen werden, der dann aber nicht zugleich nicht bezifferbare materielle Schäden abdecken soll oder auch nur damit zu begründen wäre (deutlich BGH v. 22.02.2022 - VI ZR 1175/20, NJW 2022, 1751 Rn. 49 für mögliche wirtschaftliche Einbußen bei Einzelunternehmer im Nachgang zu Senat v. 30.07.2020 - 15 U 313/19, GRUR-RS 2020, 56319 Rn. 38). - BGH, 31.05.2022 - VI ZR 95/21
Persönlichkeitsrechtsverletzung: Voraussetzungen einer zulässigen …
Rn. 15 1. Der Anwendbarkeit der § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB analog, § 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG steht im hier betroffenen journalistischen Bereich die Datenschutz-Grundverordnung nicht entgegen (Art. 85 Abs. 2 DS-GVO, § 1 Abs. 1, § 23 Abs. 1 Satz 4 MedienStV; vgl. dazu Senat, Urteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 18;… vom 12. Oktober 2021 - VI ZR 489/19, BGHZ 231, 263 Rn. 12 f.;… vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 27).Eine den Beschuldigten (§ 157 StPO) identifizierende Berichterstattung über die Verfolgung einer Straftat beeinträchtigt zwangsläufig dessen Recht auf Schutz seiner Persönlichkeit und seines guten Rufes, weil sie sein mögliches Fehlverhalten öffentlich bekannt macht und seine Person in den Augen der Adressaten negativ qualifiziert (…vgl. BVerfG [K], NJW 2009, 3357 Rn. 15; Senat, Urteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 21;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, NJW 2022, 940 Rn. 14; jew. mwN).
Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (vgl. Senat, Urteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 22;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, NJW 2022, 940 Rn. 15; jew. mwN).
Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn die Aussagen geeignet sind, eine erhebliche Breitenwirkung zu entfalten und eine besondere Stigmatisierung des Betroffenen nach sich zu ziehen, so dass sie zum Anknüpfungspunkt für eine soziale Ausgrenzung und Isolierung zu werden drohen (vgl. Senat, Urteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 25;… vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 12; jew. mwN).
Dieses wird umso stärker sein, je mehr sich die Tat in Begehungsweise, Schwere oder wegen anderer Besonderheiten von der gewöhnlichen Kriminalität abhebt (…vgl. Senat, Urteile vom 18. Dezember 2018 - VI ZR 439/17, NJW 2019, 1881 Rn. 13; vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 26; jew. mwN).
Allerdings ist auch das Interesse der Öffentlichkeit an derartigen Äußerungen zu berücksichtigen (vgl. Senat, Urteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 27;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, NJW 2022, 940 Rn. 18; jew. mwN).
Im Hinblick auf die aus dem Rechtsstaatsprinzip folgende und in Art. 6 Abs. 2 EMRK anerkannte Unschuldsvermutung ist aber die Gefahr in den Blick zu nehmen, dass die Öffentlichkeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens oder Durchführung eines Strafverfahrens mit dem Nachweis der Schuld gleichsetzt und deshalb im Fall einer späteren Einstellung des Verfahrens oder eines Freispruchs vom Schuldvorwurf "etwas hängenbleibt" (vgl. Senat, Urteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 28;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, NJW 2022, 940 Rn. 19; jew. mwN).
Entgegen der Auffassung der Revisionserwiderung gilt im Grundsatz nichts Abweichendes für die identifizierende Berichterstattung über die öffentliche Hauptverhandlung eines Strafgerichts (…vgl. Senat, Urteile vom 19. März 2013 - VI ZR 93/12, NJW 2013, 1681 Rn. 32 f.;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, NJW 2022, 940 Rn. 23 ff. [Bericht über bevorstehende Hauptverhandlung]; siehe weiter zur jedenfalls begrifflichen Differenzierung zwischen Verdachts- und Gerichtsberichterstattung etwa Müller, NJW 2007, 1617;… Grabenwarter, in: Dürig/Herzog/Scholz, 95. EL Juli 2021, GG Art. 5 Abs. 1, Abs. 2 Rn. 450, 452;… Burkhardt/Pfeifer, in: Wenzel Recht der Wort- und Bildberichterstattung, 6. Aufl., Kap. 10, XI.; zur Berichterstattung über eine bevorstehende Hauptverhandlung im Strafverfahren Senat, Urteil vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 4, 28 ff.).
Schließlich muss es sich um einen Vorgang von gravierendem Gewicht handeln, dessen Mitteilung durch ein Informationsbedürfnis der Allgemeinheit gerechtfertigt ist (vgl. Senat, Urteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 29;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, NJW 2022, 940 Rn. 20; jew. mwN).
Dies setzte voraus, dass der Kläger zu 1 hinreichend verdächtig erschien (§ 203 StPO), also bei vorläufiger Tatbewertung auf Grundlage des Ermittlungsergebnisses die Verurteilung in einer Hauptverhandlung mit vollgültigen Beweismitteln wahrscheinlich war (vgl. Senat, Urteil vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 34 f.; BGH…, Beschluss vom 29. November 2018 - StB 34/18, BGHSt 63, 288 Rn. 16).
Dies setzt voraus, dass der Betroffene nicht nur Gelegenheit zur Stellungnahme erhält, sondern dass seine etwaige Stellungnahme auch zur Kenntnis genommen und der Standpunkt des Betroffenen in der Berichterstattung sichtbar wird (vgl. Senat, Urteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, juris Rn. 40;… vom 16. November 2021 - VI ZR 1241/20, NJW 2022, 940 Rn. 25 mwN).
- LG München I, 28.05.2026 - 26 O 869/26
Suchmaschinenbetreiber Google haftet für falsche Aussagen in KI-generierten …
Wahre Tatsachenbehauptungen müssen in der Regel hingenommen werden, auch wenn sie für den Betroffenen nachteilig sind, unwahre dagegen nicht (st. Rspr., vgl. z.B. BGH v. 22.02.2022 - Az.: VI ZR 1175/20 - Rz. 25;… OLG München v. 05.03.2024 - Az. 18 U 2827/23 - Rz. 45). - LG Hamburg, 09.05.2025 - 324 O 278/23
OpenJur wird verklagt
- BGH, 21.07.2026 - VI ZR 93/25
Zulässigkeit von Bildveröffentlichungen durch Telemedien richtet sich nach dem …
Hierbei sind insbesondere die Bedeutung und Tragweite des Eingriffs, also das Ausmaß der Verbreitung der Veröffentlichung, die Nachhaltigkeit und Fortdauer der Interessen- oder Rufschädigung des Verletzten, ferner Anlass und Beweggrund des Handelnden sowie der Grad seines Verschuldens zu berücksichtigen (…vgl. Senatsurteile vom 12. März 2024 - VI ZR 1370/20, BGHZ 240, 45 Rn. 70; vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, NJW 2022, 1751 Rn. 44;… vom 21. April 2015 - VI ZR 245/14, VersR 2015, 898 Rn. 33;… vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 38;… vom 21. April 2015 - VI ZR 245/14, VersR 2015, 898 Rn. 33).Bei der Entscheidung ist der besonderen Funktion der Geldentschädigung bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen Rechnung zu tragen, die sowohl in einer Genugtuung des Verletzten für den erlittenen Eingriff als auch der Prävention besteht (vgl. Senatsurteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, NJW 2022, 1751 Rn. 44;… vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, BGHZ 199, 237 Rn. 38).
- BGH, 29.07.2025 - VI ZR 426/24
Zur Namensnennung in Demonstrationsaufruf
Ist dies der Fall, so muss sich der Datenverarbeitungsvorgang nicht an Art. 6 und Art. 7 DSGVO messen lassen mit der Folge, dass ein auf die Verletzung dieser Bestimmungen gestützter Schadensersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO nicht in Betracht kommt (vgl. Senatsurteile vom 22. Februar 2022 - VI ZR 1175/20, K&R 2022, 433 Rn. 18;… vom 7. Juli 2020 - VI ZR 250/19, VersR 2021, 189 Rn. 10;… - VI ZR 246/19, K&R 2020, 830 Rn. 11; Beschlüsse vom 15. Mai 2025 - VI ZR 5/24, juris; vom 16. Februar 2021 - VI ZA 6/20, juris). - OLG Stuttgart, 29.11.2023 - 4 U 58/23
Vorliegen einer Schmähkritik an einer Politikerin auf Facebook
- OLG Frankfurt, 07.11.2024 - 16 W 50/24
Berichterstattung über laufendes Strafverfahren setzt vorausgehende Konfrontation …
- OLG Frankfurt, 30.06.2022 - 16 U 229/20
Löschung von Post bei Facebook - Nachholung unterlassener Anhörung
- BGH, 21.07.2026 - VI ZR 400/24
Zu den Voraussetzungen eines Anspruchs auf Zahlung einer Geldentschädigung eines …
- BGH, 21.07.2026 - VI ZR 401/24
Helene Fischer: Fotos mit Baby kein schwerer Eingriff ins Persönlichkeitsrecht
- BGH, 21.07.2026 - VI ZR 267/25
- BGH, 20.06.2023 - VI ZR 262/21
Anspruch auf Unterlassung unzulässiger Verdachtsberichterstattungen
- BGH, 24.05.2022 - VI ZR 1215/20
Schadensersatz bei Kfz-Unfall: Ansprüche des berechtigten unmittelbaren Besitzers …
- BGH, 21.07.2026 - VI ZR 398/24
Anspruch auf Geldentschädigung nur bei schwerwiegender Verletzung des allgemeinen …
- BGH, 02.08.2022 - VI ZR 26/21
Anspruch auf Unterlassung einer Berichterstattung über Spekulationen betreffend …
- Generalanwalt beim EuGH, 20.03.2025 - C-655/23
Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz personenbezogener Daten - Verordnung (EU) …
- OLG Frankfurt, 27.03.2025 - 16 U 9/23
Berichterstattung auf Basis von html-Datei eines Hackers erfordert genaue Prüfung …
- OLG Köln, 18.08.2022 - 15 U 258/21
Unterlassungsansprüche wegen einer Wort- und Bildberichterstattung Zulässigkeit …
- OLG Zweibrücken, 26.10.2023 - 4 W 23/23
Bericht über eine nicht rechtskräftige Verurteilung eines regionalen …
- BVerfG, 03.11.2025 - 1 BvR 573/25
Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL zur …
- OLG München, 16.06.2026 - 18 U 217/25
ZDF Magazin Royale
- BGH, 16.12.2025 - VI ZR 142/24
Identifizierenden Presseberichterstattung über eine länger zurückliegende …
- OLG Köln, 30.11.2023 - 15 U 121/22
Unterlassungsansprüche wegen zweier Presseberichterstattungen über die …
- OLG Köln, 27.04.2023 - 15 U 143/22
- LG Hamburg, 07.05.2026 - 324 O 149/26
Verbreitung von Deepfake-Videos
- OLG Dresden, 01.10.2024 - 4 U 425/24
Unentgeltlicher Anspruch auf Überlassung einer ersten Kopie von ärztlichen …
- BGH, 27.05.2025 - VI ZR 337/22
Bebilderte identifizierende Verdachtsberichterstattung über Wirecard-Prozess …
- OLG Zweibrücken, 09.12.2025 - 5 U 82/24
Datenschutz von Mietern beim Verkauf der Immobilie
- BGH, 19.11.2024 - VI ZR 87/24
Zulässigkeit identifizierender Berichterstattung über Schlagstockeinsatz eines …
- OLG Frankfurt, 14.11.2024 - 16 U 52/23
Zur Berechtigung des Betreibers eines sozialen Netzwerkes, Posts mit …
- OLG Karlsruhe, 07.11.2023 - 19 U 23/23
Datenschutz-Verstoß: Nachweis eines konkreten Schadens als Folge einer …
- LG Berlin II, 28.01.2025 - 27 O 35/24
Strafverfahrensbegleitende Verdachtsberichtserstattung über einen Prominenten
- LG Berlin II, 01.09.2026 - 27 O 331/26
- OLG München, 05.03.2024 - 18 U 2827/23
Abgrenzung zwischen Verdachtsberichterstattung und Meinungsäußerung
- OLG Stuttgart, 13.11.2024 - 4 U 85/24
- OLG Köln, 08.11.2022 - 15 U 142/22
- OLG Hamburg, 22.06.2026 - 7 W 72/26
Deepfake-Video-Verdacht ohne Mindestbestand unzulässig
- OLG Frankfurt, 17.07.2025 - 16 U 7/24
Geldentschädigung wegen Veröffentlichung eines Fotos eines Models mit …
- BGH, 12.05.2026 - VI ZR 102/25
- KG, 17.02.2023 - 10 U 146/22
Zulässigkeit einer Nutzung von Daten für eine journalistisch-redaktionelle …
- LG Berlin II, 15.09.2026 - 27 O 341/26
- OLG München, 31.03.2026 - 18 U 3853/25
Persönlichkeitsrecht, Verdachtsberichterstattung, Namensnennung, …
- LG Ellwangen/Jagst, 05.12.2025 - 6 O 80/25
Nutzung von Tracking-Tools - Ansprüche auf Auskunft, Löschung, Unterlassung und …
- OLG Köln, 26.02.2026 - 15 W 7/26
Erfolreiche Beschwerde der Verfügüungskläger wegen Ansprüche auf Unterlassung …
- KG, 12.06.2025 - 10 U 73/24
Foto mit Baby - Bestimmtheit und Anspruchsvoraussetzungen bei Geldentschädigung …
- OLG Schleswig, 08.11.2024 - 1 U 70/22
Kreistagswahl - Ansprüche eines Nutzers einer Social-Media-Plattform im …
- BVerfG, 09.12.2025 - 1 BvR 584/25
Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL zur …
- BGH, 23.07.2024 - VI ZR 427/23
Revisionsverfahren im Schadensersatzprozess nach Verkehrsunfall: Teilweise …
- BGH, 14.10.2025 - VI ZR 14/24
Haftungsprivileg gilt auch für österreichische Arbeitnehmer bei Arbeitsunfällen …
- KG, 07.06.2023 - 10 W 2/23
Strafverteidiger - Rechtmäßigkeit einer identifizierenden …
- LG München I, 06.06.2024 - 26 O 12795/23
Identifizierende Berichterstattung, Aktuelle Berichterstattung, Berechtigtes …
- LG Berlin II, 17.06.2025 - 27 O 165/25
Milieuschutzgebiet - Online-Dauerpublikation als Auslöser reaktiver Prüfpflicht; …
- LG Hamburg, 18.11.2025 - 324 O 540/25
- LG Berlin II, 24.02.2026 - 27 O 42/26
Rechtliche Beurteilung von Äußerungen einer Schauspielerin über eine …
- LG Berlin II, 21.04.2026 - 27 O 112/26
Zulässigkeit der Wort- und Bildberichterstattung über ein Strafverfahren im …
- LG Berlin II, 10.03.2026 - 27 O 51/26
Örtliche Zuständigkeit bei Unterlassungsanspruch wegen online abrufbarer Äußerung
- LG München I, 04.11.2025 - 26 O 11795/25
Meinungsäußerung, Persönlichkeitsrecht, Pressefreiheit, …
- KG, 07.10.2024 - 10 U 45/23
Einstweilige Verfügung gegen eine identifizierende Berichterstattung; Vorliegen …
- LG Düsseldorf, 23.11.2022 - 12 O 165/21
- LG München I, 08.08.2025 - 26 O 8302/25
Resozialisierungsinteresse, Berichterstattungsinteresse, Recht auf Vergessen, …
- OLG Köln, 15.06.2023 - 15 U 5/23
Anspruch auf Unterlassung bezüglich behauptetem Anlagebetrugs durch Unternehmer …
- LG München I, 27.11.2025 - 26 O 14257/25
Verdachtsberichterstattung, Unschuldsvermutung, Prangerwirkung, identifizierende …
- LG Flensburg, 03.11.2022 - 8 O 79/22
Allgemeines Persönlichkeitsrecht; Unterlassung von Teilen einer Berichterstattung
- LG Berlin II, 13.01.2026 - 27 O 340/25
Laienprivileg - Publizistische Sorgfaltspflichten bei Äußerungen eines …
- LG Berlin II, 06.01.2026 - 27 O 412/25
Zulässigkeit identifizierender Verdachtsberichterstattung über Rechtsanwalt und …
- LG Siegen, 11.07.2025 - 2 O 168/25
Berichterstattung in den Medien
- LG Berlin II, 24.06.2025 - 27 O 88/25
Unterlassungsanspruch gegen eine Wortberichterstattung mit Bezugnahme auf in der …
- VG Schleswig, 24.03.2026 - 6 B 27/25
Presserechtlicher Auskunftsanspruch über ein staatsanwaltschaftliches …
- LG Berlin II, 10.03.2026 - 27 O 54/26
Zulässigkeit mehrerer Äußerungen eines Influencers und Unternehmers im Internet
- LG Berlin II, 18.12.2025 - 27 O 393/25
Zulässigkeit einer strafprozessbegleitenden Verdachtsberichterstattung über …
- ArbG Trier, 06.09.2023 - 1 Ca 129/23
Klarname offengelegt - Bischof muss Missbrauchsopfer 20.000,00 EUR Schmerzensgeld …
- OLG Karlsruhe, 24.08.2023 - 19 U 28/23
Unterlassung der Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten an Dritte; …
- LG Berlin II, 24.03.2026 - 27 O 103/25
Aussetzung des Verfahrens auf Geldentschädigung wegen Verdachtsberichterstattung …
- OLG Dresden, 16.09.2025 - 4 U 634/25
- BGH, 15.05.2025 - VI ZR 5/24
Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerden
- VG Schleswig, 05.08.2025 - 6 B 20/25
Behörden entscheiden über Presseanfragen durch Verwaltungsakt
- LG Berlin II, 12.05.2026 - 27 O 136/26
Zulässigkeit einer identifizierenden Wort- und Bildberichterstattung
- LG Berlin II, 10.06.2025 - 27 O 17/25
Zulässigkeit einer wahrheitsgemäßen Presseberichterstattung über das Geburtsdatum …
- KG, 05.12.2024 - 10 U 20/24
- OLG Frankfurt, 20.11.2024 - 16 U 128/23
Verdachtsberichterstattung und Anspruch auf Löschung und Schadenersatz
- KG, 09.11.2023 - 10 U 129/22
Presserechtliche Berufung in einem Verfahren wegen der Geltendmachung eines …
- OLG Frankfurt, 17.06.2024 - 16 W 6/21
Verdachtsberichterstattung auf Basis einer Bundestagsdrucksache ohne eigene …
- KG, 27.02.2025 - 10 U 76/24
- VerfG Brandenburg, 16.06.2023 - VfGBbg 65/21
Verfassungsbeschwerde, unbegründet; allgemeines Persönlichkeitsrecht, …
- OLG München, 02.05.2023 - 18 U 300/23
Unzulässige identifizierende Verdachtsberichterstattung
- OLG München, 10.10.2025 - 18 W 1289/25
Einstweilige Verfügung, Persönlichkeitsrecht, Verdachtsberichterstattung, …
- OLG Frankfurt, 06.07.2023 - 16 U 9/22
Erstattungsfähigkeit der Kosten einer Abmahnung
- KG, 05.12.2024 - 10 U 192/23
- KG, 05.12.2024 - 10 U 186/23
- LG Berlin II, 03.03.2026 - 27 O 46/26
Wiederholungsgefahr bei persönlichkeitsrechtswidrigen Äußerungen nach …
- OLG Hamburg, 06.11.2025 - 15 W 23/25
Anspruch auf Unterlassung des Betroffenen bei ansehensbeeinträchtigender …
- LG Berlin II, 26.11.2024 - 27 O 507/23
Geldentschädigung wegen eines Zwangsoutings durch eine Presseberichterstattung
- OLG Frankfurt, 06.06.2024 - 16 U 126/23
Kein Anspruch auf Löschung eines beanstandeten Presseartikels
- OLG München, 09.09.2022 - 18 U 4534/22
Bildberichterstattung, Verdachtsberichterstattung, Abgestuftes Schutzkonzept, …
- OLG Zweibrücken, 24.05.2024 - 4 U 12/24
Unterlassungsanspruch gegen Äußerungen in einer Berichterstattung
- OLG Zweibrücken, 22.04.2024 - 4 U 12/24
Unterlassungsanspruch gegen Äußerungen in einer Berichterstattung
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