Rechtsprechung
| BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24 |
Volltextveröffentlichungen (12)
- Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Mit KI-Zusammenfassung und KI-Dialogfeld, um Fragen zur Entscheidung stellen.
Doctrine ist die neue umfassende Rechts-KI-Plattform in Kooperation mit dejure.org. Mehr Informationen - openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
Nachweis der Erbfolge gegenüber dem Grundbuchamt bei nicht namentlich benannten Abkömmlingen
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 29 Abs 1 GBO, § 35 Abs 1 S 1 Halbs 1 GBO, § 1922 Abs 1 BGB
- IWW
§ 35 Abs. 1 Satz 1, 2 Halbsatz 2 GBO, §§ ... 156, 161 StGB, § 29 Abs. 1 GBO, § 78 Abs. 1 GBO, § 78 Abs. 3 GBO, § 71 FamFG, § 13 Abs. 1 Satz 2 GBO, § 35 Abs. 1 Satz 1 GBO, § 2232 BGB, § 35 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1 GBO, § 35 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 2 GBO, § 2247 BGB, §§ 10, 11, 28 BeurkG, § 17 BeurkG, § 26 FamFG, § 54 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2, § 55 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3, § 59 Abs. 1 Nr. 4 PStG, § 2069 BGB, § 352 Abs. 3 Satz 3 FamFG, § 29 GBO, § 35 Abs. 3 Satz 2 GBO, § 35 Abs. 1 GBO, Art. 103 Abs. 2 GG, § 22 Abs. 2 BNotO, § 38 Abs. 1 BeurkG, § 35 Abs. 1 Satz 2 GBO, § 415 Abs. 1 ZPO, § 263 StGB, § 271 Abs. 1 StGB, § 74 Abs. 5 FamFG, § 36 Abs. 1, 3 GNotKG
- Deutsches Notarinstitut
GBO §§ 29 Abs. 1, 35 Abs. 1 S. 1 Hs. 1; BGB § 1922 Abs. 1
Nachweis der Erbfolge im Grundbuchverfahren bei unbenannten (Nach-)Erben; Berücksichtigung einfacher Erklärungen in der Form des § 29 Abs. 1 GBO - notar-drkotz.de
Erbnachweis im Grundbuchverfahren: Wann ein notarielles Testament ausreicht
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- rechtsportal.de
- datenbank.nwb.de
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Kurzfassungen/Presse
- famrz.de (Kurzinformation)
Nachweis der Erbfolge
Besprechungen u.ä.
- heckschen-vandeloo.de (Entscheidungsbesprechung)
Nachweis der Erbfolge gegenüber dem Grundbuchamt bei nicht namentlich benannten Abkömmlingen
Verfahrensgang
Papierfundstellen
- NJW 2026, 608
- MDR 2026, 317
- NZM 2026, 381
- FGPrax 2026, 49
- FamRZ 2026, 489
- Rpfleger 2026, 328
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (28)
- BGH, 10.02.2022 - V ZB 87/20
Grundbuchverfahren: Tod eines Mitgesellschafters und Rechtsnachfolge in die …
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
Der Senat hat diese Frage zuletzt offengelassen (Beschluss vom 10. Februar 2022 - V ZB 87/20, NJW-RR 2022, 1241 Rn. 32 a.E.).Rn. 17 bb) Richtig ist auch die Prämisse des Beschwerdegerichts, dass eine gegenüber dem Grundbuchamt abzugebende eidesstattliche Versicherung der Beteiligten, sie seien die einzigen Kinder der Vorerbin, im Vergleich zu einer einfachen Erklärung in der Form des § 29 Abs. 1 GBO keine höhere Richtigkeitsgewähr bietet, weil eine falsche Abgabe nicht nach §§ 156, 161 StGB strafbewehrt ist (vgl. hierzu Senat, Beschluss vom 10. Februar 2022 - V ZB 87/20, NJW-RR 2022, 1241 Rn. 32).
Rn. 22 (1) Der Senat hat bereits mehrfach anerkannt, dass die strengen Beweisregeln ausnahmsweise gelockert werden und einfache Erklärungen in der Form des § 29 Abs. 1 GBO im Grundbuchverfahren genügen können, wenn keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung bestehen und es insoweit praktisch unmöglich ist, Urkunden beizubringen (grundlegend Senat, Beschluss vom 24. September 1971 - V ZB 6/71, BGHZ 57, 84, 95; Beschluss vom 10. Februar 2022 - V ZB 87/20, NJW-RR 2022, 1241 Rn. 30 ff.;… vgl. auch Beschluss vom 17. Februar 2022 - V ZB 14/21, NJW-RR 2022, 657 Rn. 6 aE;… Beschluss vom 2. Juni 2016 - V ZB 3/14, FGPrax 2016, 244 Rn. 8 aE).
Dem Grundbuchamt ist eine freie Beweiswürdigung gestattet, sofern und soweit ein Nachweis in der Form des § 29 GBO nicht möglich ist; dabei hat es jedoch keine eigenen Nachforschungen und Ermittlungen anzustellen und darf nur bei konkreten Zweifeln weitere Nachweise verlangen (vgl. Senat, Beschluss vom 10. Februar 2022 - V ZB 87/20, aaO Rn. 30).
- OLG Frankfurt, 26.09.1985 - 20 W 442/85
Nachweis der Erbfolge im Falle der Löschung eines Nacherbenvermerks
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
2 Z 68/73">BayObLGZ 1974, 1, 6; 2000, 167, 170 f.; OLG Braunschweig, FamRZ 2020, 641, 642; OLG Bremen, FGPrax 2025, 203, 205; OLG Düsseldorf, FamRZ 2010, 928, 929; OLG Frankfurt am Main, OLGZ 1981, 30, 31 f.; OLGZ 1985, 411, 412 ff.; FamRZ 2021, 1673, 1674 f.; OLG Hamm, MittBayNot 1997, 105, 107; FamRZ 2012, 485, 486 f.; OLG München, FamRZ 2012, 1248, 1249; OLG Schleswig, NJW-RR 1999, 1530, 1531; OLG Zweibrücken, OLGZ 1985, 408, 410 f.; Bauer/Schaub/Schaub, GBO, 5. Aufl., § 35 Rn. 150; BeckOK GBO/Wilsch [1.12.2025] § 35 Rn. 127; Demharter, GBO, 33. Aufl., § 35 Rn. 41; KEHE/Volmer, Grundbuchrecht, 9. Aufl., § 35 Rn. 119 f., 126, 127; Schöner/Stöber, Grundbuchrecht, 16. Aufl., Rn. 790; Bestelmeyer, notar 2013, 147, 149 f.).Rn. 14 bb) Der Gegenansicht zufolge, der sich das Beschwerdegericht anschließt, soll einzig der Erbschein als unzweifelhafter Urkundsbeweis im Grundbuchverfahren anzusehen sein, wenn die Erben in der in einer öffentlichen Urkunde enthaltenen Verfügung von Todes wegen nicht namentlich genannt sind (vgl. OLG Köln, MittRhNotK 1988, 44;… Beschluss vom 15. August 2012 - 2 Wx 211/12, juris Rn. 3;… Meikel/Böttcher/Weber, GBO, 12. Aufl., § 35 Rn. 124 ff.; Jurksch, Rpfleger 2011, 665, 666; Meyer-Stolte, Rpfleger 1986, 51; Peißinger, Rpfleger 1992, 427, 428; Pöschl, BWNotZ 1984, 127).
Die Norm soll den durch notarielles Testament oder Erbvertrag bedachten Erben den mit der Ausstellung eines Erbscheins verbundenen finanziellen Aufwand ersparen und die Grundbuchberichtigung vereinfachen (vgl. OLG Frankfurt am Main, OLGZ 1981, 30, 31; OLGZ 1985, 411, 412 f.; OLG Zweibrücken, OLGZ 1985, 408, 410; OLG Hamm, MittBayNot 1997, 105, 1;… Meikel/Böttcher/Weber, GBO, 12. Aufl., § 35 Rn. 2).
Das Nachlassgericht wird die Nichtexistenz sonstiger Abkömmlinge ohne konkrete Anhaltspunkte für das Gegenteil ebenfalls nicht weiter aufklären können (vgl. OLG Frankfurt am Main, OLGZ 1981, 30, 32; OLGZ 1985, 411, 412 f.).
- BGH, 02.06.2016 - V ZB 3/14
Grundbucheintragung der Erben: Erbfolgenachweis bei Verwirkungsklausel im …
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
Rn. 10 bb) Dabei ist dem Grundbuchamt sowohl auf Tatbestandsseite der Regelung über die Rückausnahme (§ 35 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 2 GBO) ein gewisser Beurteilungsspielraum ("erachtet") als auch auf der Rechtsfolgenseite ein Ermessen ("kann") eingeräumt (vgl. Senat…, Beschluss vom 19. Oktober 2023 - V ZB 8/23, NJW 2024, 580 Rn. 11;… Beschluss vom 17. Februar 2022 - V ZB 14/21, NJW-RR 2022, 657 Rn. 6; Beschluss vom 2. Juni 2016 - V ZB 3/14, ZEV 2016, 635 Rn. 8).Vielmehr ist das Grundbuchamt gehalten, nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung neben Personenstandsurkunden auch einfache Erklärungen der als Erben oder Nacherben eingesetzten Abkömmlinge in der Form des § 29 Abs. 1 GBO, wonach keine weiteren Kinder des Vorerben existieren oder existierten, zu berücksichtigen, bevor es die Vorlage eines Erbscheins verlangt (so auch OLG Schleswig, FamRZ 2025, 397, 399; vgl. auch Senat, Beschluss vom 2. Juni 2016 - V ZB 3/14, FGPrax 2016, 244 Rn. 8 aE).
Rn. 22 (1) Der Senat hat bereits mehrfach anerkannt, dass die strengen Beweisregeln ausnahmsweise gelockert werden und einfache Erklärungen in der Form des § 29 Abs. 1 GBO im Grundbuchverfahren genügen können, wenn keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung bestehen und es insoweit praktisch unmöglich ist, Urkunden beizubringen (grundlegend Senat, Beschluss vom 24. September 1971 - V ZB 6/71, BGHZ 57, 84, 95;… Beschluss vom 10. Februar 2022 - V ZB 87/20, NJW-RR 2022, 1241 Rn. 30 ff.;… vgl. auch Beschluss vom 17. Februar 2022 - V ZB 14/21, NJW-RR 2022, 657 Rn. 6 aE; Beschluss vom 2. Juni 2016 - V ZB 3/14, FGPrax 2016, 244 Rn. 8 aE).
- OLG Frankfurt, 01.09.1980 - 20 W 615/79
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
2 Z 68/73">BayObLGZ 1974, 1, 6; 2000, 167, 170 f.; OLG Braunschweig, FamRZ 2020, 641, 642; OLG Bremen, FGPrax 2025, 203, 205; OLG Düsseldorf, FamRZ 2010, 928, 929; OLG Frankfurt am Main, OLGZ 1981, 30, 31 f.; OLGZ 1985, 411, 412 ff.; FamRZ 2021, 1673, 1674 f.; OLG Hamm, MittBayNot 1997, 105, 107; FamRZ 2012, 485, 486 f.; OLG München, FamRZ 2012, 1248, 1249; OLG Schleswig, NJW-RR 1999, 1530, 1531; OLG Zweibrücken, OLGZ 1985, 408, 410 f.; Bauer/Schaub/Schaub, GBO, 5. Aufl., § 35 Rn. 150; BeckOK GBO/Wilsch [1.12.2025] § 35 Rn. 127; Demharter, GBO, 33. Aufl., § 35 Rn. 41; KEHE/Volmer, Grundbuchrecht, 9. Aufl., § 35 Rn. 119 f., 126, 127; Schöner/Stöber, Grundbuchrecht, 16. Aufl., Rn. 790; Bestelmeyer, notar 2013, 147, 149 f.).Die Norm soll den durch notarielles Testament oder Erbvertrag bedachten Erben den mit der Ausstellung eines Erbscheins verbundenen finanziellen Aufwand ersparen und die Grundbuchberichtigung vereinfachen (vgl. OLG Frankfurt am Main, OLGZ 1981, 30, 31; OLGZ 1985, 411, 412 f.; OLG Zweibrücken, OLGZ 1985, 408, 410; OLG Hamm, MittBayNot 1997, 105, 1;… Meikel/Böttcher/Weber, GBO, 12. Aufl., § 35 Rn. 2).
Das Nachlassgericht wird die Nichtexistenz sonstiger Abkömmlinge ohne konkrete Anhaltspunkte für das Gegenteil ebenfalls nicht weiter aufklären können (vgl. OLG Frankfurt am Main, OLGZ 1981, 30, 32; OLGZ 1985, 411, 412 f.).
- BGH, 19.10.2023 - V ZB 8/23
Grundbuchsache: Nachweis der Verfügungsbefugnis des Testamentsvollstreckers durch …
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
Rn. 10 bb) Dabei ist dem Grundbuchamt sowohl auf Tatbestandsseite der Regelung über die Rückausnahme (§ 35 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 2 GBO) ein gewisser Beurteilungsspielraum ("erachtet") als auch auf der Rechtsfolgenseite ein Ermessen ("kann") eingeräumt (vgl. Senat, Beschluss vom 19. Oktober 2023 - V ZB 8/23, NJW 2024, 580 Rn. 11;… Beschluss vom 17. Februar 2022 - V ZB 14/21, NJW-RR 2022, 657 Rn. 6;… Beschluss vom 2. Juni 2016 - V ZB 3/14, ZEV 2016, 635 Rn. 8).Das Grundbuchamt darf daher nicht ohne nachvollziehbaren Grund einen Erbschein verlangen, sondern nur dann, wenn sich bei der Prüfung der Verfügung von Todes wegen Zweifel tatsächlicher Art ergeben, die nur durch weitere Ermittlungen über den Willen des Erblassers oder über die tatsächlichen Verhältnisse geklärt werden können (vgl. Senat, Beschluss vom 19. Oktober 2023 - V ZB 8/23, aaO Rn. 8, 11 mwN) und nicht bereits durch die von dem Grundbuchamt gemäß § 29 Abs. 1 GBO zu berücksichtigenden Dokumente (…vgl. Bauer/Schaub/Schaub, GBO, 5. Aufl., § 35 Rn. 150;… KEHE/Volmer, Grundbuchrecht, 9. Aufl., § 35 Rn. 91).
Denn zu solchen Ermittlungen ist nicht das Grundbuchamt, sondern allein das Nachlassgericht befugt (§ 26 FamFG; vgl. Senat, Beschluss vom 19. Oktober 2023 - V ZB 8/23, aaO Rn. 12 mwN).
- BGH, 24.09.1971 - V ZB 6/71
Schenkungen des Testamentsvollstreckers
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
Rn. 22 (1) Der Senat hat bereits mehrfach anerkannt, dass die strengen Beweisregeln ausnahmsweise gelockert werden und einfache Erklärungen in der Form des § 29 Abs. 1 GBO im Grundbuchverfahren genügen können, wenn keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung bestehen und es insoweit praktisch unmöglich ist, Urkunden beizubringen (grundlegend Senat, Beschluss vom 24. September 1971 - V ZB 6/71, BGHZ 57, 84, 95;… Beschluss vom 10. Februar 2022 - V ZB 87/20, NJW-RR 2022, 1241 Rn. 30 ff.;… vgl. auch Beschluss vom 17. Februar 2022 - V ZB 14/21, NJW-RR 2022, 657 Rn. 6 aE;… Beschluss vom 2. Juni 2016 - V ZB 3/14, FGPrax 2016, 244 Rn. 8 aE).Gleichwohl kann und muss das Grundbuchamt im Fall des § 35 Abs. 1 Satz 2 GBO - außer der öffentlichen Verfügung von Todes wegen - zum Nachweis urkundlich nicht belegbarer negativer Tatsachen im Zusammenhang mit der Erbfolge ausnahmsweise auch formgerechte einfache Erklärungen heranziehen und würdigen (vgl. Senat, Beschluss vom 24. September 1971 - V ZB 6/71, BGHZ 57, 84, 95).
- BGH, 08.10.2013 - XI ZR 401/12
BGH erklärt Erbnachweisklausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einer …
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
Dem liegt zugrunde, dass bei einer öffentlichen Verfügung von Todes wegen - anders als etwa bei einem eigenhändigen (§ 2247 BGB) Testament - vor der Beurkundung vom Notar die Identität und Geschäftsfähigkeit des Erblassers festgestellt (§§ 10, 11, 28 BeurkG), dessen letzter Wille erforscht und dieser klar und unzweideutig wiedergegeben wird (§ 17 BeurkG), was zu einem gesteigerten Beweiswert führt (vgl. BGH, Urteil vom 8. Oktober 2013 - XI ZR 401/12, BGHZ 198, 250 Rn. 37).Die Durchführung eines Erbscheinverfahrens verursacht zusätzliche Kosten und kann je nach Auslastung des zuständigen Nachlassgerichts längere Zeit beanspruchen, so dass die Nachlassregulierung verzögert wird (vgl. BGH, Urteil vom 8. Oktober 2013 - XI ZR 401/12, BGHZ 198, 250 Rn. 41).
- BGH, 17.02.2022 - V ZB 14/21
Nachweis der Erbfolge des überlebenden Ehegatten; Schiedsklausel in letztwilliger …
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
Rn. 10 bb) Dabei ist dem Grundbuchamt sowohl auf Tatbestandsseite der Regelung über die Rückausnahme (§ 35 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 2 GBO) ein gewisser Beurteilungsspielraum ("erachtet") als auch auf der Rechtsfolgenseite ein Ermessen ("kann") eingeräumt (vgl. Senat…, Beschluss vom 19. Oktober 2023 - V ZB 8/23, NJW 2024, 580 Rn. 11; Beschluss vom 17. Februar 2022 - V ZB 14/21, NJW-RR 2022, 657 Rn. 6;… Beschluss vom 2. Juni 2016 - V ZB 3/14, ZEV 2016, 635 Rn. 8).Rn. 22 (1) Der Senat hat bereits mehrfach anerkannt, dass die strengen Beweisregeln ausnahmsweise gelockert werden und einfache Erklärungen in der Form des § 29 Abs. 1 GBO im Grundbuchverfahren genügen können, wenn keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung bestehen und es insoweit praktisch unmöglich ist, Urkunden beizubringen (grundlegend Senat, Beschluss vom 24. September 1971 - V ZB 6/71, BGHZ 57, 84, 95;… Beschluss vom 10. Februar 2022 - V ZB 87/20, NJW-RR 2022, 1241 Rn. 30 ff.; vgl. auch Beschluss vom 17. Februar 2022 - V ZB 14/21, NJW-RR 2022, 657 Rn. 6 aE;… Beschluss vom 2. Juni 2016 - V ZB 3/14, FGPrax 2016, 244 Rn. 8 aE).
- OLG München, 12.01.2012 - 34 Wx 501/11
Grundbuchverfahren: Erforderliche Beweismittel zum Nachweis der Erbenstellung
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
2 Z 68/73">BayObLGZ 1974, 1, 6; 2000, 167, 170 f.; OLG Braunschweig, FamRZ 2020, 641, 642; OLG Bremen, FGPrax 2025, 203, 205; OLG Düsseldorf, FamRZ 2010, 928, 929; OLG Frankfurt am Main, OLGZ 1981, 30, 31 f.; OLGZ 1985, 411, 412 ff.; FamRZ 2021, 1673, 1674 f.; OLG Hamm, MittBayNot 1997, 105, 107; FamRZ 2012, 485, 486 f.; OLG München, FamRZ 2012, 1248, 1249; OLG Schleswig, NJW-RR 1999, 1530, 1531; OLG Zweibrücken, OLGZ 1985, 408, 410 f.; Bauer/Schaub/Schaub, GBO, 5. Aufl., § 35 Rn. 150; BeckOK GBO/Wilsch [1.12.2025] § 35 Rn. 127; Demharter, GBO, 33. Aufl., § 35 Rn. 41; KEHE/Volmer, Grundbuchrecht, 9. Aufl., § 35 Rn. 119 f., 126, 127; Schöner/Stöber, Grundbuchrecht, 16. Aufl., Rn. 790; Bestelmeyer, notar 2013, 147, 149 f.).Kann eine Lücke im Nachweis der Erbfolge im Hinblick auf das Fehlen weiterer Abkömmlinge des Erblassers hierdurch geschlossen werden, wäre es daher ermessensfehlerhaft, wenn das Grundbuchamt zum Nachweis gleichwohl die Vorlage eines Erbscheins verlangte (vgl. OLG Braunschweig, FamRZ 2020, 641, 642; OLG München, FamRZ 2012, 1248).
- OLG Braunschweig, 25.06.2019 - 1 W 73/17
Grundbuchberichtigung nach Erbfall; Beschwerde gegen eine Zwischenverfügung des …
Auszug aus BGH, 20.11.2025 - V ZB 40/24
2 Z 68/73">BayObLGZ 1974, 1, 6; 2000, 167, 170 f.; OLG Braunschweig, FamRZ 2020, 641, 642; OLG Bremen, FGPrax 2025, 203, 205; OLG Düsseldorf, FamRZ 2010, 928, 929; OLG Frankfurt am Main, OLGZ 1981, 30, 31 f.; OLGZ 1985, 411, 412 ff.; FamRZ 2021, 1673, 1674 f.; OLG Hamm, MittBayNot 1997, 105, 107; FamRZ 2012, 485, 486 f.; OLG München, FamRZ 2012, 1248, 1249; OLG Schleswig, NJW-RR 1999, 1530, 1531; OLG Zweibrücken, OLGZ 1985, 408, 410 f.; Bauer/Schaub/Schaub, GBO, 5. Aufl., § 35 Rn. 150; BeckOK GBO/Wilsch [1.12.2025] § 35 Rn. 127; Demharter, GBO, 33. Aufl., § 35 Rn. 41; KEHE/Volmer, Grundbuchrecht, 9. Aufl., § 35 Rn. 119 f., 126, 127; Schöner/Stöber, Grundbuchrecht, 16. Aufl., Rn. 790; Bestelmeyer, notar 2013, 147, 149 f.).Kann eine Lücke im Nachweis der Erbfolge im Hinblick auf das Fehlen weiterer Abkömmlinge des Erblassers hierdurch geschlossen werden, wäre es daher ermessensfehlerhaft, wenn das Grundbuchamt zum Nachweis gleichwohl die Vorlage eines Erbscheins verlangte (vgl. OLG Braunschweig, FamRZ 2020, 641, 642; OLG München, FamRZ 2012, 1248).
- OLG Zweibrücken, 02.09.1985 - 3 W 170/85
Berichtigung des Eigentümereintrags im Grundbuch wegen nachträglich eingetretener …
- BGH, 22.01.1953 - 4 StR 548/52
Rechtsmittel
- OLG Hamm, 05.04.2011 - 15 W 34/11
Anforderungen an den Nachweis der Nacherbfolge gegenüber dem Grundbuchamt
- OLG Stuttgart, 14.03.1985 - 3 Ss (14) 823/84
Verurteilung wegen Vermögensdelikten; Rüge sachlichen Rechts
- BVerfG, 06.05.1987 - 2 BvL 11/85
Verwaltungsakzessorietät im Umweltstrafrecht
- OLG Frankfurt, 12.09.2024 - 20 W 212/23
Nachweis Erbfolge gegenüber Grundbuchamt bei Pflichtteilsstrafklausel
- OLG Frankfurt, 23.05.1996 - 3 Ss 149/96
- BayObLG, 21.01.1993 - 2Z BR 109/92
Keine Beweisaufnahme durch eidesstattliche Versicherung im Antragsverfahren
- OLG Frankfurt, 11.03.2021 - 20 W 96/20
Beweis des Umstands, dass einzige Kind zu sein, durch eidesstattliche …
- BayObLG, 08.06.2000 - 2Z BR 29/00
Eidesstattliche Versicherung anstelle eines Erbscheins
- OLG Schleswig, 15.07.1999 - 2 W 113/99
Nachweis der Erbfolge durch eidesstattliche Versicherung
- OLG Düsseldorf, 04.01.2010 - 3 Wx 217/09
Anforderungen an die Sachverhaltsaufklärung durch das Grundbuchamts hinsichtlich …
- OLG Bremen, 03.07.2025 - 3 W 6/25
Beschluss Löschung eines Nacherbenvermerks; Feststellung der wirksamen …
- BGH, 10.06.1998 - V ZB 12/98
Statthaftigkeit einer weiteren Beschwerde gegen die Aufhebung einer …
- OLG München, 15.02.2024 - 34 Wx 36/24
Recht des Pflichtteilsberechtigten auf Einsicht in eine grundbuchrechtliche …
- BGH, 07.02.1989 - 5 StR 26/89
Rechtliche Folgen des Unterbleibens einer Begründung der Anordnung einer …
- OLG Köln, 04.11.1987 - 2 Wx 40/87
Namentliche Benennung der Nacherben im Nacherbenvermerk notwendig; Nachweis der …
- OLG Köln, 15.08.2012 - 2 Wx 211/12
- OLG Schleswig, 13.03.2026 - 2x W 65/25
Nachweis von negativen Tatsachen bei notariellen Testamenten mit …
Rn. 14 Der Nachweis der negativen Tatsache kann in einem solchen Fall auch durch einfache Erklärungen in der Form des § 29 Abs. 1 GBO geführt werden (…vgl. Senatsbeschluss vom 16. August 2024 - 2x W 46/24 , juris Rn. 14 ff.; BGH, Beschluss vom 20. November 2025 - V ZB 40/24, juris Rn. 15ff.).Eine gegenüber dem Grundbuchamt oder einem Notar abgegebene eidesstattliche Versicherung vermag den Nachweis einer Erbfolge nach § 35 Abs. 1 GBO zwar grundsätzlich nicht zu erbringen (…vgl. Senatsbeschluss vom 16. August 2024 - 2x W 46/24 , juris Rn. 26 ff.; BGH, Beschluss vom 20. November 2025 - V ZB 40/24, juris Rn. 17ff.), als einfache Erklärung in der Form des § 29 GBO kommt sie zum Nachweis der negativen Tatsache aber in Betracht (…vgl. Senatsbeschluss vom 16. August 2024 - 2x W 46/24 , juris Rn. 26, 31).
Vielmehr hat das Grundbuchamt in freier Beweiswürdigung unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalls zu entscheiden, ob eine ihm vorgelegte einfache Erklärung in der Form des § 29 Abs. 1 GBO zum Nachweis der negativen Tatsache genügt (vgl. BGH, Beschluss vom 20. November 2025 - V ZB 40/24, juris Rn. 22 ff., 26).
Rn. 17 Verbleiben gleichwohl auf konkrete Anhaltspunkte gegründete Zweifel an der Erbfolge, darf das Grundbuchamt die Vorlegung eines Erbscheins oder eines Europäischen Nachlasszeugnisses verlangen (vgl. BGH, Beschluss vom 20. November 2025 - V ZB 40/24, a.a.O Rn. 15, 21ff.).
- OLG Karlsruhe, 08.06.2026 - 19 W 27/26
Zwischenverfügung; Erbschein; Ausweiskopie; Personalausweis; Testament
Die Privilegierung des öffentlichen gegenüber dem privatschriftlichen Testament beruht unter anderem darauf, dass bei einer öffentlichen Verfügung von Todes wegen vor der Beurkundung vom Notar die Identität und Geschäftsfähigkeit des Erblassers festgestellt wird (BGH, Beschluss vom 20. November 2025 - V ZB 40/24, juris Rn. 9). - OLG Frankfurt, 25.02.2026 - 20 W 185/24
Nachweis Erbfolge im Grundbuchberichtigungsverfahren bei Vorliegen Verfügung von …
Nur wenn dann konkrete Zweifel tatsächlicher Art an der Erbenstellung verbleiben und deswegen eine weitere Sachverhaltsaufklärung unumgänglich ist, muss ein Erbschein verlangt werden und kann die Berichtigung von dessen Vorlage abhängig gemacht werden (Anschluss an BGH, Beschluss vom 20.11.2025 - V ZB 40/24; Aufgabe von Senat, Beschluss vom 11.3.2021 - 20 W 96/20 ).Zutreffend weist die Beschwerde darauf hin, dass der erkennende Senat in ständiger Rechtsprechung (veröffentlicht etwa in OLGZ 1981, 30, 31; OLGZ 1985, 411; FGPrax 2021, 150, je zitiert nach juris) in Übereinstimmung mit der herrschenden Ansicht in der obergerichtlichen Rechtsprechung und der Literatur (vgl. dazu die vielfältigen Nachweise im Beschluss des BGH vom 20.11.2025, V ZB 40/24, Tz. 13 bei juris, nunmehr auch veröffentlicht in NJW 2026, 608) in diesen Fällen der - wie hier - fehlenden namentlichen Benennung der Abkömmlinge als Erben die Vorlage einer vor einem Notar abgegebenen eidesstattlichen Versicherung der Erben für zulässig und ausreichend erachtet hat.
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".