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Rechtsprechung
   BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2022,5049
BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20 (https://dejure.org/2022,5049)
BGH, Entscheidung vom 25.01.2022 - VIII ZR 359/20 (https://dejure.org/2022,5049)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 (https://dejure.org/2022,5049)
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Volltextveröffentlichungen (10)

  • rechtsinformationen.bund.de

    Wiedereinsetzung in den vorigen Stand: Versäumung der Anschlussberufungsfrist

  • IWW

    § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO, § ... 544 Abs. 2 Nr. 1 ZPO, § 544 Abs. 2 Nr. 2, § 522 Abs. 1 Satz 2 ZPO, §§ 233 ff. ZPO, § 233 Satz 1 ZPO, § 521 Abs. 2 ZPO, § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 233 ZPO, § 139 ZPO, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 103 Abs. 1 GG, § 60 VwGO, § 67 SGG, § 56 FGO, § 44 StPO, § 234 Abs. 1 ZPO, § 320 Abs. 2 ZPO, § 321 Abs. 2 ZPO, § 234 Abs. 3 ZPO, § 66 Abs. 2 ZPO, § 556 ZPO, § 544 Abs. 3 Satz 1, § 575 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 524 ZPO, § 524 Abs. 4 ZPO, § 524 Abs. 2 ZPO, § 17 FamFG, Art. 29 Nr. 9 FGG-RG, § 232 ZPO, Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 3 Abs. 1 GG, § 224 Abs. 2 ZPO, § 524 Abs. 2 Satz 3 ZPO, § 521 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 554 ZPO, § 521 Abs. 1 ZPO, § 554 Abs. 2 Satz 2 ZPO, § 551 Abs. 4, § 550 Abs. 2 ZPO, § 551 Abs. 2 Satz 5 und 6 ZPO, § 544 Abs. 6 Satz 2 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Alt. 2 ZPO, § 544 Abs. 9 ZPO, § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 345 BGB

  • Wolters Kluwer

    Wiedereinsetzung in die versäumte Frist zur Einlegung der Anschlussberufung; Erforderlichkeit der technischen Informationen zum Umgehen der Diebstahlsperre für die Vornahme von Reparaturen der Navigationsgeräte

  • familienrecht-deutschland.de PDF

    ZPO §§ 233 ff, 524; GG Art. 2, Art. 3, Art. 20, Art. 103
    Verfahrensrecht; Rechtsmittel; Versäumung der Anschlußberufungsfrist; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    ZPO § 233 S. 1-2; ZPO § 524 Abs. 2 S. 2
    Wiedereinsetzung in die versäumte Frist zur Einlegung der Anschlussberufung; Erforderlichkeit der technischen Informationen zum Umgehen der Diebstahlsperre für die Vornahme von Reparaturen der Navigationsgeräte

  • datenbank.nwb.de

    Wiedereinsetzung in den vorigen Stand: Versäumung der Anschlussberufungsfrist

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)

    Frist zur Einlegung der Anschlussberufung versäumt: Keine Wiedereinsetzung!

Kurzfassungen/Presse

  • beck-aktuell.de (Kurzinformation)

    Keine Wiedereinsetzung bei Anschlussberufung - Keine Wiedereinsetzung bei Anschlussberufung

Besprechungen u.ä.

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)

    Anschlussberufung nicht fristgerecht eingelegt: Keine Wiedereinsetzung! (IBR 2022, 330)

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BGHZ 232, 284
  • NJW 2022, 1620
  • MDR 2022, 717
  • FamRZ 2022, 969
  • WM 2023, 484
 
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Wird zitiert von ... (34)Zitiert selbst (66)

  • BGH, 07.05.2015 - VII ZR 145/12

    Vergütungsklage nach Bestellerkündigung eines Werklieferungsvertrages: Behandlung …

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Rn. 17 a) Eine direkte Anwendung der Vorschriften zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§§ 233 ff. ZPO) auf die versäumte Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (§ 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO) scheidet aus (BGH, Urteil vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, NJW 2015, 2812 Rn. 36).

    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 521 Abs. 2 ZPO gesetzte Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH, Urteil vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, aaO).

    Rn. 20 Der Bundesgerichtshof hat diese Frage bislang offengelassen (BGH, Urteil vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, NJW 2015, 2812 Rn. 38; vgl. auch BGH, Urteil vom 6. Juli 2005 - XII ZR 293/02, BGHZ 163, 324, 329).

    Denn die Neuregelung der Anschließung an die Berufung in § 524 ZPO, insbesondere die neu geschaffene Bindung der Anschlussberufung an eine Einlegungsfrist und die nun in jedem Fall gegebene Abhängigkeit der Anschlussberufung von der Berufung (vgl. § 524 Abs. 4 ZPO) war ein wichtiges Element der Neugestaltung des Berufungsrechts mit dem Ziel der Vereinfachung und Beschleunigung (…vgl. BT-Drucks. 14/4722, S. 70;… BT-Drucks. 15/3482, S. 17 f.; BGH, Urteil vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, NJW 2015, 2812 Rn. 32).

    Dennoch hat sich der Gesetzgeber durch diese Kritik lediglich veranlasst gesehen, mit dem 1. Justizmodernisierungsgesetz vom 24. August 2004 (BGBl. I S. 2198) die Ausgestaltung der Anschließungsfrist des § 524 Abs. 2 ZPO zu ändern und in Satz 2 an die Stelle der starren, nicht verlängerbaren Monatsfrist, die mit der Zustellung der Berufungsbegründung begann, eine Anknüpfung an die dem Berufungsbeklagten gesetzte, verlängerbare Berufungserwiderungsfrist zu setzen und in Satz 3 für den Fall der wiederkehrenden Leistung eine Sonderregelung einzuführen (…vgl. BT-Drucks. 15/3482, S. 17 f.;… hierzu auch BGH, Urteile vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, NJW 2008, 1953 Rn. 20 f.; vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, NJW 2015, 2812 Rn. 32).

    Rn. 42 (b) Weiter ist zu berücksichtigen, dass das Erfordernis, eine Anschlussberufung innerhalb der für die Berufungserwiderung gesetzten Frist einzulegen und zu begründen, die Erledigung des Rechtsmittelverfahrens fördern soll (…vgl. BGH, Urteile vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, NJW 2008, 1953 Rn. 31; vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, NJW 2015, 2812 Rn. 32;… siehe auch BT-Drucks. 15/3482, S. 17 f.).

    Rn. 43 (c) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht eine solche Frist - wirksam (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, aaO Rn. 41;… Senatsbeschluss vom 23. September 2008 - VIII ZR 85/08, NJW 2009, 515 Rn. 5 f.; jeweils mwN) - gesetzt wird.

  • BGH, 28.01.2020 - VIII ZR 57/19

    Missachtung substantiierten Vorbringens zum Sachmangel betreffend …

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Die Angabe näherer Einzelheiten ist nicht erforderlich, soweit diese für die Rechtsfolgen nicht von Bedeutung sind (st. Rspr.;… vgl. BGH, Urteile vom 17. Dezember 2014 - VIII ZR 88/13, NJW 2015, 934 Rn. 43;… vom 29. Januar 2020 - VIII ZR 80/18, BGHZ 224, 302 Rn. 55;… vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, WM 2021, 1609 Rn. 20; Beschlüsse vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, NJW 2020, 1740 Rn. 7;… vom 22. Juni 2021 - VIII ZR 134/20, NJW-RR 2021, 1093 Rn. 33).

    Das gilt insbesondere dann, wenn die Partei keine unmittelbare Kenntnis von den Vorgängen hat (…BGH, Beschlüsse vom 12. September 2012 - IV ZR 52/14, NJW-RR 2017, 22 Rn. 27; vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, aaO).

    Rn. 57 Dabei ist es einer Partei grundsätzlich nicht verwehrt, eine tatsächliche Aufklärung auch hinsichtlich solcher Umstände zu verlangen, über die sie selbst kein zuverlässiges Wissen besitzt und auch nicht erlangen kann, die sie aber nach Lage der Verhältnisse für wahrscheinlich oder möglich hält (…vgl. Senatsurteil vom 29. Januar 2020 - VIII ZR 385/18, NJW-RR 2020, 615 Rn. 83; Senatsbeschluss vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, aaO Rn. 8; jeweils mwN).

    Bei der Annahme von Willkür in diesem Sinne ist Zurückhaltung geboten; in der Regel wird sie nur beim Fehlen jeglicher tatsächlicher Anhaltspunkte gerechtfertigt sein können (BGH, Urteil vom 27. Mai 2003 - IX ZR 283/99, NJW-RR 2004, 337 unter II 1;… Beschlüsse vom 16. April 2015 - IX ZR 195/14, NJW-RR 2015, 829 Rn. 13; vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, aaO;… vom 29. September 2021 - VIII ZR 226/19, aaO Rn. 16).

  • BGH, 07.12.2007 - V ZR 210/06

    Frist für eine den Streitgegenstand verändernde Anschlussberufung mit dem Ziel …

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Dennoch hat sich der Gesetzgeber durch diese Kritik lediglich veranlasst gesehen, mit dem 1. Justizmodernisierungsgesetz vom 24. August 2004 (BGBl. I S. 2198) die Ausgestaltung der Anschließungsfrist des § 524 Abs. 2 ZPO zu ändern und in Satz 2 an die Stelle der starren, nicht verlängerbaren Monatsfrist, die mit der Zustellung der Berufungsbegründung begann, eine Anknüpfung an die dem Berufungsbeklagten gesetzte, verlängerbare Berufungserwiderungsfrist zu setzen und in Satz 3 für den Fall der wiederkehrenden Leistung eine Sonderregelung einzuführen (…vgl. BT-Drucks. 15/3482, S. 17 f.; hierzu auch BGH, Urteile vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, NJW 2008, 1953 Rn. 20 f.;… vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, NJW 2015, 2812 Rn. 32).

    Rn. 42 (b) Weiter ist zu berücksichtigen, dass das Erfordernis, eine Anschlussberufung innerhalb der für die Berufungserwiderung gesetzten Frist einzulegen und zu begründen, die Erledigung des Rechtsmittelverfahrens fördern soll (vgl. BGH, Urteile vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, NJW 2008, 1953 Rn. 31;… vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, NJW 2015, 2812 Rn. 32;… siehe auch BT-Drucks. 15/3482, S. 17 f.).

    Zugleich soll Klarheit und Sicherheit über die Zulässigkeit der Anschlussberufung bestehen (vgl. BGH, Urteil vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, aaO Rn. 29 aE).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (BGH, Urteile vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, aaO Rn. 25;… vom 12. März 2009 - VII ZR 26/06, aaO).

  • BGH, 13.07.2021 - VI ZR 128/20

    Weitere Entscheidung zum Daimler-Thermofenster

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Die Angabe näherer Einzelheiten ist nicht erforderlich, soweit diese für die Rechtsfolgen nicht von Bedeutung sind (st. Rspr.;… vgl. BGH, Urteile vom 17. Dezember 2014 - VIII ZR 88/13, NJW 2015, 934 Rn. 43;… vom 29. Januar 2020 - VIII ZR 80/18, BGHZ 224, 302 Rn. 55; vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, WM 2021, 1609 Rn. 20;… Beschlüsse vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, NJW 2020, 1740 Rn. 7;… vom 22. Juni 2021 - VIII ZR 134/20, NJW-RR 2021, 1093 Rn. 33).

    Das Gericht muss nur in die Lage versetzt werden, aufgrund des tatsächlichen Vorbringens der Partei zu entscheiden, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für das Bestehen des geltend gemachten Rechts vorliegen (st. Rspr.;… vgl. nur BGH, Urteile vom 29. Januar 2020 - VIII ZR 80/18, aaO; vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, aaO;… Senatsbeschluss vom 29. September 2021 - VIII ZR 226/19, juris Rn. 15).

    Eine Behauptung ist erst dann unbeachtlich, wenn sie ohne greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts willkürlich "aufs Geratewohl" oder "ins Blaue hinein" aufgestellt worden ist (st. Rspr.;… vgl. etwa BGH, Urteile vom 26. April 2018 - VII ZR 139/17, NJW 2019, 76 Rn. 34;… vom 7. Februar 2019 - III ZR 498/16, NJW 2019, 1137 Rn. 37;… vom 29. Januar 2020 - VIII ZR 385/18, aaO; vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, WM 2021, 1609 Rn. 22; jeweils mwN).

  • BVerfG, 06.06.1967 - 1 BvR 282/65

    Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach vorangegangenem …

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Rn. 26 (b) Der Gesetzgeber war von Anfang an bestrebt, die mit der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand verbundene Gefährdung der Rechtssicherheit möglichst gering zu halten (siehe auch BVerfGE 22, 83, 89).

    Nachdem das Bundesverfassungsgericht einen weitergehenden Schutz der bedürftigen Partei im Hinblick auf die Einlegung von Rechtsmitteln durch Ausweitung der Wiedereinsetzungsvorschriften als verfassungsrechtlich geboten angesehen hatte (BVerfGE 22, 83), nahm der Gesetzgeber die Wiedereinsetzungsfrist des § 234 Abs. 1 ZPO in die Vorschrift des § 233 ZPO auf und führte hierzu in der Begründung aus, das bis dahin geltende Recht habe die Wiedereinsetzung "nur" für die aufgezählten Fristen und somit nicht für die Wiedereinsetzungsfrist zugelassen, eine Wiedereinsetzung auch in diese Frist solle aber künftig im Hinblick auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts und wegen des allgemein nicht gerechtfertigten "Ausschlusses" der Wiedereinsetzung für diesen Fall "eröffnet" und "zugelassen" werden (…vgl. BT-Drucks. VI/790, S. 47;… BT-Drucks. 7/5250, S. 7).

    Die Wiedereinsetzung bezweckt, ungerechtfertigte Härten im Falle einer Versäumnis von Rechtsmitteleinlegungs- und -begründungsfristen zu vermeiden (vgl. BVerfGE 22, 83, 89).

  • BGH, 24.02.2021 - VIII ZR 36/20

    Kein Widerrufsrecht des Leasingnehmers bei Kilometerleasingverträgen

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Rn. 21 aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (st. Rspr.;… siehe nur Senatsurteile vom 18. Januar 2017 - VIII ZR 278/15, NVwZ-RR 2017, 372 Rn. 32;… vom 15. März 2017 - VIII ZR 5/16, NZM 2017, 697 Rn. 19; vom 24. Februar 2021 - VIII ZR 36/20, BGHZ 229, 59 Rn. 38; jeweils mwN).

    Rn. 22 Eine Analogie setzt daher voraus, dass die Übertragung der gesetzlichen Regelung auf den ungeregelten Fall nicht durch eine gesetzgeberische Entscheidung ausgeschlossen ist (…BGH, Urteile vom 28. November 2019 - IX ZR 239/18, BGHZ 224, 177 Rn. 16; vom 24. Februar 2021 - VIII ZR 36/20, BGHZ 229, 59 Rn. 39; jeweils mwN).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (…vgl. Senatsurteile vom 15. März 2017 - VIII ZR 5/16, aaO Rn. 21 f.; vom 24. Februar 2021 - VIII ZR 36/20, aaO Rn. 40; jeweils mwN).

  • BGH, 15.03.2017 - VIII ZR 5/16

    Heizkostenabrechnung bei Wohnraummiete: Berechnungsweise bei überwiegend …

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Rn. 21 aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (st. Rspr.;… siehe nur Senatsurteile vom 18. Januar 2017 - VIII ZR 278/15, NVwZ-RR 2017, 372 Rn. 32; vom 15. März 2017 - VIII ZR 5/16, NZM 2017, 697 Rn. 19;… vom 24. Februar 2021 - VIII ZR 36/20, BGHZ 229, 59 Rn. 38; jeweils mwN).

    Erst die Planwidrigkeit der Regelungslücke eröffnet die Möglichkeit einer Ausdehnung der Gesetzesvorschrift über ihren Wortlaut hinaus im Wege eines Analogieschlusses (vgl. Senatsurteil vom 15. März 2017 - VIII ZR 5/16, aaO Rn. 20).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. Senatsurteile vom 15. März 2017 - VIII ZR 5/16, aaO Rn. 21 f.;… vom 24. Februar 2021 - VIII ZR 36/20, aaO Rn. 40; jeweils mwN).

  • BGH, 12.03.2009 - VII ZR 26/06

    Anspruch des Erwerbers einer mangelhaften Eigentumswohnung auf Schadensersatz …

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Der Prozessstoff soll gestrafft und - mit Ausnahme für künftig fällig werdende wiederkehrende Leistungen gemäß § 524 Abs. 2 Satz 3 ZPO in der Fassung des 1. Justizmodernisierungsgesetzes - möglichst von neuem Vorbringen freigehalten werden (vgl. BGH, Urteil vom 12. März 2009 - VII ZR 26/06, NJW 2009, 1870 Rn. 22).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (…BGH, Urteile vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, aaO Rn. 25; vom 12. März 2009 - VII ZR 26/06, aaO).

  • BGH, 26.05.2020 - VIII ZR 64/19

    Kündigung eines Wohnraummietvertrags: Gerichtliche Berücksichtigung des Vortrags …

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Dem entspricht die Pflicht des Gerichts, tatsächliche und rechtliche Ausführungen der Prozessbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen (st. Rspr.;… vgl. etwa BVerfG, Beschlüsse vom 27. Mai 2016 - 1 BvR 1890/15, juris Rn. 14;… vom 25. September 2020 - 2 BvR 854/20, juris Rn. 26;… BGH, Beschlüsse vom 2. Juli 2019 - VI ZR 42/18, NJW-RR 2019, 1530 Rn. 5; vom 26. Mai 2020 - VIII ZR 64/19, NJW-RR 2020, 1019 Rn. 13;… vom 10. November 2020 - VIII ZR 18/20, juris Rn. 11; jeweils mwN).

    Der Senat macht dabei von der - auch auf den Fall einer Zurückverweisung nach § 544 Abs. 9 ZPO entsprechend anwendbaren - Möglichkeit Gebrauch, die Sache an einen anderen Senat des Berufungsgerichts zurückzuverweisen (§ 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO; vgl. Senatsbeschlüsse vom 26. Mai 2020 - VIII ZR 64/19, NJW-RR 2020, 1019 Rn. 29;… vom 10. November 2020 - VIII ZR 18/20, juris Rn. 22;… vom 7. Dezember 2021 - VIII ZR 280/20, juris Rn. 41; jeweils mwN).

  • BGH, 29.01.2020 - VIII ZR 80/18

    Erdgaslieferungsvertrag: Unmittelbare Anwendung der Transparenzanforderungen der …

    Auszug aus BGH, 25.01.2022 - VIII ZR 359/20
    Die Angabe näherer Einzelheiten ist nicht erforderlich, soweit diese für die Rechtsfolgen nicht von Bedeutung sind (st. Rspr.;… vgl. BGH, Urteile vom 17. Dezember 2014 - VIII ZR 88/13, NJW 2015, 934 Rn. 43; vom 29. Januar 2020 - VIII ZR 80/18, BGHZ 224, 302 Rn. 55;… vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, WM 2021, 1609 Rn. 20;… Beschlüsse vom 28. Januar 2020 - VIII ZR 57/19, NJW 2020, 1740 Rn. 7;… vom 22. Juni 2021 - VIII ZR 134/20, NJW-RR 2021, 1093 Rn. 33).

    Das Gericht muss nur in die Lage versetzt werden, aufgrund des tatsächlichen Vorbringens der Partei zu entscheiden, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für das Bestehen des geltend gemachten Rechts vorliegen (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteile vom 29. Januar 2020 - VIII ZR 80/18, aaO;… vom 13. Juli 2021 - VI ZR 128/20, aaO;… Senatsbeschluss vom 29. September 2021 - VIII ZR 226/19, juris Rn. 15).

  • BGH, 29.09.2021 - VIII ZR 226/19

    Rückabwicklungsklage wegen des Kaufs eines vom sog. Dieselskandal betroffenen …

  • BGH, 23.09.2008 - VIII ZR 85/08

    Beginn des Fristenlaufs für die Einlegung der Anschlussberufung

  • BGH, 02.07.2019 - VI ZR 42/18

    Gehörsverletzung im Schadensersatzprozess: Überspannte Anforderungen an die …

  • BGH, 29.01.2020 - VIII ZR 385/18

    Anforderungen an das Bestreiten des Vortrags eines Energieversorgungsunternehmens …

  • BGH, 20.10.2015 - XI ZR 532/14

    Schadensersatzklage gegen eine Bank wegen Kundenverlusten aus Swap-Geschäften: …

  • BGH, 10.11.2020 - VIII ZR 18/20

    Kündigung des Mietverhältnisses wegen Zahlungsverzugs: Gehörsverletzung bei …

  • BGH, 20.12.2007 - III ZR 27/06

    Notwendigkeit der gesonderten Revisionsbegründung nach Zulassung der Revision

  • BGH, 17.12.1951 - GSZ 2/51

    Unselbständige Anschlußrevision. Kosten

  • BGH, 22.11.1951 - III ZR 198/51

    Rechtsmittel

  • BGH, 06.07.2005 - XII ZR 293/02

    Zulässigkeit der Erweiterung der Anschlussberufung

  • BGH, 04.10.1990 - IX ZB 78/90

    Wiedereinsetzung bei Versäumung des Beitritts vor Rechtskraft des Urteils

  • BGH, 26.04.2018 - VII ZR 139/17

    Internationale Zuständigkeit: Überprüfung der Behauptung einer bestimmten Form …

  • BGH, 04.05.2017 - I ZR 208/15

    Luftentfeuchter - Wettbewerbsverstoß: Vorbehaltskäufer als Erfüllungsgehilfe des …

  • BGH, 16.05.2017 - X ZR 120/15

    Abdichtsystem - Patentverletzungsverfahren: Gerichtliche Belehrungspflicht über …

  • BGH, 17.12.2014 - VIII ZR 88/13

    Wohnraummiete: Voraussetzungen wirksamer Mieterhöhungserklärungen wegen der …

  • BGH, 26.10.2016 - IV ZR 52/14

    Nichtzulassungsbeschwerde im Prozess einer Wohngebäudeversicherung gegen die …

  • BVerfG, 17.05.1983 - 2 BvR 731/80

    Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Verfahrensgestaltung bei einem …

  • BGH, 16.04.2015 - IX ZR 195/14

    Beweisvorbringen im Zivilprozess: Nichtberücksichtigung wegen "ins Blaue hinein" …

  • BGH, 18.05.2021 - VI ZR 401/19

    Arzthaftungsprozess: Anforderungen an die Aufklärung des Patienten bei Anwendung …

  • BGH, 22.06.2021 - VIII ZR 134/20

    Räumungsprozess nach fristloser Kündigung des Wohnraummieters wegen nachhaltiger …

  • BGH, 27.05.2003 - IX ZR 283/99

    Bürgschaft - Freier Willensentschluß / Handeln aus emotionaler Verbundenheit

  • BGH, 25.01.1960 - II ZR 22/59

    Versäumung der Frist für die Berichtigung des Tatbestandes

  • BGH, 07.02.2019 - III ZR 498/16

    abgelehnte Prospektlektüre - Kapitalanlageberatung: Pflichtenumfang des …

  • BVerfG, 27.05.2016 - 1 BvR 1890/15

    Stattgebender Kammerbeschluss: Gericht muss ggf Parteivorbringen zu einem …

  • BVerfG, 25.09.2020 - 2 BvR 854/20

    Substantiierter Vortrag einer Asylsuchenden zur Sklaverei in ihrem Herkunftsstaat …

  • BGH, 22.06.2009 - II ZR 143/08

    Zur pflichtgemäßen Zahlung des Geschäftsführers an sich selbst

  • BVerfG, 08.02.1994 - 1 BvR 765/89

    Volljährigenadoption

  • BGH, 08.12.2021 - VIII ZR 280/20

    Zur Substantiierungspflicht des Käufers eines vom sogenannten Abgasskandal …

  • BGH, 03.07.2018 - XI ZR 572/16

    Anschlussberufung eines Darlehensnehmers eines Verbraucherdarlehensvertrags bei …

  • BGH, 05.10.2021 - VIII ZB 68/20

    Wert des Beschwerdegegenstands im Falle der Verurteilung zur Erteilung einer …

  • BGH, 11.09.2013 - IV ZR 259/12

    Wohngebäudeversicherung: Begriff des nicht versicherten Umbaus

  • BGH, 18.09.2018 - XI ZR 74/17

    Verletzung rechtlichen Gehörs durch fehlerhaft angenommene Präklusion eines …

  • BGH, 15.11.1973 - VII ZR 56/73

    Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen der Versäumung einer in einem …

  • BGH, 13.02.1997 - III ZR 285/95

    Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zur Ergänzung einer inhaltlich teilweise …

  • BGH, 09.11.2021 - VIII ZR 184/20

    Nichtzulassungsbeschwerde: Darlegung eines erheblichen Sachmangels in Form eines …

  • BGH, 05.06.2018 - XI ZR 388/16

    Bankenhaftung bei Kapitalanlageberatung: Darlegungs- und Beweislast für …

  • BGH, 20.11.2018 - II ZR 132/17

    Verstoß gegen rechtliches Gehör bei Nichtberücksichtigung eines Beweisangebots

  • BGH, 26.09.2012 - IV ZR 208/11

    Beschränkung der Revisionszulassung; Umdeutung der unzulässigen Revision in eine …

  • BGH, 24.09.1986 - VIII ZB 42/86

    Wiedereinsetzung - Versäumung - Frist - Wiedereinsetzungsfrist

  • BGH, 27.02.1970 - IV ZR 41/69

    Versäumung der Frist für die Anfechtungsklage (§ 664 ZPO)

  • BGH, 23.01.1980 - IV ZR 217/79

    Zulassung der Revision durch das Oberlandesgericht als Zulässigkeitsvoraussetzung …

  • BGH, 21.10.1976 - VII ZR 68/75

    Revisionsbegründungsfrist - Anschlußrevision - Wiedereinsetzung in den vorigen …

  • BGH, 06.07.1989 - IX ZB 52/89

    Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Vverspätung des Antrags auf …

  • RG, 24.03.1898 - VI 432/97

    Bleibt die Anschließung, welche der Revisionsbeklagte in einem dem Gegner …

  • RG, 24.06.1882 - I 269/82

    Kostentragung bei Rücknahme der Revision nach Anschließung des Beklagten und …

  • BGH, 28.11.2019 - IX ZR 239/18

    Qualifizierung der Ansprüche des Abwicklers einer Rechtsanwaltskanzlei auf …

  • BGH, 18.01.2017 - VIII ZR 278/15

    Anspruch auf Einspeisevergütung: Vorliegen eines Satzungsbeschlusses über den …

  • BGH, 10.10.2013 - IX ZB 229/11

    Restschuldbefreiungsverfahren: Wiedereinsetzung des Gläubigers in die Frist zur …

  • OLG Stuttgart, 27.06.2017 - 6 U 193/16

    Widerruf und Rückabwicklung eines Immobiliardarlehensvertrags: Zulässigkeit einer …

  • BVerfG, 11.01.1991 - 1 BvR 1435/89

    Effektivität des Rechtsschutzes und Anforderungen an die Wiedereinsetzung in den …

  • BVerfG, 15.01.1980 - 2 BvR 920/79

    Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand …

  • OLG Hamm, 19.09.2003 - 19 U 56/02

    Anschlußberufungsfrist bei Klageänderung infolge unrichtigen Antrags erster …

  • OLG Zweibrücken, 27.06.2003 - 2 UF 151/02

    Berufung in Unterhaltssachen: Versäumung der Anschließungsfrist; Verbot der …

  • OLG Karlsruhe, 21.10.2004 - 7 U 169/03

    Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Frist zur …

  • OLG Stuttgart, 04.05.2007 - 14 U 7/06

    GmbH; GbR; Leistungsstörungen bei Sacheinlagen: Anspruch eines …

  • OLG Düsseldorf, 03.08.2005 - 4 UF 47/05

    Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumung der Frist zur Anbringung …

  • LAG Hessen, 26.05.2025 - 17 Sa 1018/23
    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 66 Abs. 1 Satz 3 ArbGG laufende Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 17, BGHZ 232, 284)..

    aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 21 mwN, BGHZ 232, 284).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 22 mwN, aaO)..

    (1) Der Gesetzgeber hat die wiedereinsetzungsfähigen Fristen der Zivilprozessordnung im Hinblick auf den mit der Wiedereinsetzung verfolgten Regelungszweck und im Interesse der Rechtssicherheit in der Vorschrift des § 233 Satz 1 ZPO grundsätzlich abschließend festgelegt (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 24 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Auf eine nur versehentlich unterbliebene Abstimmung des Regelungskonzepts zur Wiedereinsetzung, insbesondere des abschließend ausgestalteten Fristenkatalogs des § 233 ZPO, mit der Neugestaltung des Rechtsmittelrechts im Rahmen des ZPO-Reformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) und dort vor allem mit der neu eingeführten Befristung der Anschlussberufung lassen weder die Gesetzgebungsmaterialien zu diesem Gesetz noch zu nachfolgenden gesetzlichen Änderungen schließen (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 30 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    Weder der aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitete Anspruch der Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz noch das Recht auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) erfordern in diesen Fällen eine generelle Ausdehnung des vom Gesetzgeber nur beschränkt eröffneten Anwendungsbereichs der Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 37 mwN, BGHZ 232, 284).

    Seine Anschlussberufung ist vom Fortbestand der Berufung abhängig (§ 524 Abs. 4 ZPO; BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 38 mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Die nur zeitlich befristete Eröffnung einer solchen Anschließung an ein fremdes Rechtsmittel erschwert dem Berufungsbeklagten den Zugang zur Berufungsinstanz auch dann nicht in unzumutbarer Weise, wenn er die nachteiligen Folgen einer Fristversäumung nicht durch eine Wiedereinsetzung beseitigen kann (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 39 mwN, BGHZ 232, 284).

    Hinsichtlich beider Fristen hat der Gesetzgeber im Falle einer unverschuldeten Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vorgesehen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 40 mwN, BGHZ 232, 284).

    Eine Verlängerung der Frist zur Berufungserwiderung gilt automatisch auch für die Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 41 mwN, BGHZ 232, 284BT-Drucks. 15/3482, S. 18).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 42 mwN, BGHZ 232, 284)..

    (d) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht den nach § 66 Abs. 1 Satz 4 ArbGG gebotenen Hinweis auf die Berufungsbeantwortungsfrist erteilt hat (…vgl. BAG 21. August 2019 - 7 AZR 563/17 - Rn. 68 mwN;… 24. Mai 2012 - 2 AZR 124/11 - Rn. 12 mwN; vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 43 mwN, BGHZ 232, 284).

  • LAG Hessen, 26.05.2025 - 17 SLa 209/24
    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 66 Abs. 1 Satz 3 ArbGG laufende Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 17, BGHZ 232, 284)..

    aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 21 mwN, BGHZ 232, 284).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 22 mwN, aaO)..

    (1) Der Gesetzgeber hat die wiedereinsetzungsfähigen Fristen der Zivilprozessordnung im Hinblick auf den mit der Wiedereinsetzung verfolgten Regelungszweck und im Interesse der Rechtssicherheit in der Vorschrift des § 233 Satz 1 ZPO grundsätzlich abschließend festgelegt (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 24 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Auf eine nur versehentlich unterbliebene Abstimmung des Regelungskonzepts zur Wiedereinsetzung, insbesondere des abschließend ausgestalteten Fristenkatalogs des § 233 ZPO, mit der Neugestaltung des Rechtsmittelrechts im Rahmen des ZPO-Reformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) und dort vor allem mit der neu eingeführten Befristung der Anschlussberufung lassen weder die Gesetzgebungsmaterialien zu diesem Gesetz noch zu nachfolgenden gesetzlichen Änderungen schließen (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 30 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    Weder der aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitete Anspruch der Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz noch das Recht auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) erfordern in diesen Fällen eine generelle Ausdehnung des vom Gesetzgeber nur beschränkt eröffneten Anwendungsbereichs der Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 37 mwN, BGHZ 232, 284).

    Seine Anschlussberufung ist vom Fortbestand der Berufung abhängig (§ 524 Abs. 4 ZPO; BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 38 mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Die nur zeitlich befristete Eröffnung einer solchen Anschließung an ein fremdes Rechtsmittel erschwert dem Berufungsbeklagten den Zugang zur Berufungsinstanz auch dann nicht in unzumutbarer Weise, wenn er die nachteiligen Folgen einer Fristversäumung nicht durch eine Wiedereinsetzung beseitigen kann (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 39 mwN, BGHZ 232, 284).

    Hinsichtlich beider Fristen hat der Gesetzgeber im Falle einer unverschuldeten Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vorgesehen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 40 mwN, BGHZ 232, 284).

    Eine Verlängerung der Frist zur Berufungserwiderung gilt automatisch auch für die Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 41 mwN, BGHZ 232, 284BT-Drucks. 15/3482, S. 18).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 42 mwN, BGHZ 232, 284)..

    (d) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht den nach § 66 Abs. 1 Satz 4 ArbGG gebotenen Hinweis auf die Berufungsbeantwortungsfrist erteilt hat (…vgl. BAG 21. August 2019 - 7 AZR 563/17 - Rn. 68 mwN;… 24. Mai 2012 - 2 AZR 124/11 - Rn. 12 mwN; vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 43 mwN, BGHZ 232, 284).

  • LAG Hessen, 26.05.2025 - 17 SLa 180/24
    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 66 Abs. 1 Satz 3 ArbGG laufende Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 17, BGHZ 232, 284)..

    aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 21 mwN, BGHZ 232, 284).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 22 mwN, aaO)..

    (1) Der Gesetzgeber hat die wiedereinsetzungsfähigen Fristen der Zivilprozessordnung im Hinblick auf den mit der Wiedereinsetzung verfolgten Regelungszweck und im Interesse der Rechtssicherheit in der Vorschrift des § 233 Satz 1 ZPO grundsätzlich abschließend festgelegt (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 24 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Auf eine nur versehentlich unterbliebene Abstimmung des Regelungskonzepts zur Wiedereinsetzung, insbesondere des abschließend ausgestalteten Fristenkatalogs des § 233 ZPO, mit der Neugestaltung des Rechtsmittelrechts im Rahmen des ZPO-Reformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) und dort vor allem mit der neu eingeführten Befristung der Anschlussberufung lassen weder die Gesetzgebungsmaterialien zu diesem Gesetz noch zu nachfolgenden gesetzlichen Änderungen schließen (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 30 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    Weder der aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitete Anspruch der Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz noch das Recht auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) erfordern in diesen Fällen eine generelle Ausdehnung des vom Gesetzgeber nur beschränkt eröffneten Anwendungsbereichs der Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 37 mwN, BGHZ 232, 284).

    Seine Anschlussberufung ist vom Fortbestand der Berufung abhängig (§ 524 Abs. 4 ZPO; BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 38 mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Die nur zeitlich befristete Eröffnung einer solchen Anschließung an ein fremdes Rechtsmittel erschwert dem Berufungsbeklagten den Zugang zur Berufungsinstanz auch dann nicht in unzumutbarer Weise, wenn er die nachteiligen Folgen einer Fristversäumung nicht durch eine Wiedereinsetzung beseitigen kann (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 39 mwN, BGHZ 232, 284).

    Hinsichtlich beider Fristen hat der Gesetzgeber im Falle einer unverschuldeten Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vorgesehen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 40 mwN, BGHZ 232, 284).

    Eine Verlängerung der Frist zur Berufungserwiderung gilt automatisch auch für die Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 41 mwN, BGHZ 232, 284BT-Drucks. 15/3482, S. 18).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 42 mwN, BGHZ 232, 284)..

    (d) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht den nach § 66 Abs. 1 Satz 4 ArbGG gebotenen Hinweis auf die Berufungsbeantwortungsfrist erteilt hat (…vgl. BAG 21. August 2019 - 7 AZR 563/17 - Rn. 68 mwN;… 24. Mai 2012 - 2 AZR 124/11 - Rn. 12 mwN; vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 43 mwN, BGHZ 232, 284).

  • LAG Hessen, 26.05.2025 - 17 SLa 208/24
    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 66 Abs. 1 Satz 3 ArbGG laufende Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 17, BGHZ 232, 284)..

    aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 21 mwN, BGHZ 232, 284).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 22 mwN, aaO)..

    (1) Der Gesetzgeber hat die wiedereinsetzungsfähigen Fristen der Zivilprozessordnung im Hinblick auf den mit der Wiedereinsetzung verfolgten Regelungszweck und im Interesse der Rechtssicherheit in der Vorschrift des § 233 Satz 1 ZPO grundsätzlich abschließend festgelegt (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 24 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Auf eine nur versehentlich unterbliebene Abstimmung des Regelungskonzepts zur Wiedereinsetzung, insbesondere des abschließend ausgestalteten Fristenkatalogs des § 233 ZPO, mit der Neugestaltung des Rechtsmittelrechts im Rahmen des ZPO-Reformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) und dort vor allem mit der neu eingeführten Befristung der Anschlussberufung lassen weder die Gesetzgebungsmaterialien zu diesem Gesetz noch zu nachfolgenden gesetzlichen Änderungen schließen (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 30 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    Weder der aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitete Anspruch der Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz noch das Recht auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) erfordern in diesen Fällen eine generelle Ausdehnung des vom Gesetzgeber nur beschränkt eröffneten Anwendungsbereichs der Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 37 mwN, BGHZ 232, 284).

    Seine Anschlussberufung ist vom Fortbestand der Berufung abhängig (§ 524 Abs. 4 ZPO; BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 38 mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Die nur zeitlich befristete Eröffnung einer solchen Anschließung an ein fremdes Rechtsmittel erschwert dem Berufungsbeklagten den Zugang zur Berufungsinstanz auch dann nicht in unzumutbarer Weise, wenn er die nachteiligen Folgen einer Fristversäumung nicht durch eine Wiedereinsetzung beseitigen kann (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 39 mwN, BGHZ 232, 284).

    Hinsichtlich beider Fristen hat der Gesetzgeber im Falle einer unverschuldeten Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vorgesehen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 40 mwN, BGHZ 232, 284).

    Eine Verlängerung der Frist zur Berufungserwiderung gilt automatisch auch für die Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 41 mwN, BGHZ 232, 284BT-Drucks. 15/3482, S. 18).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 42 mwN, BGHZ 232, 284)..

    (d) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht den nach § 66 Abs. 1 Satz 4 ArbGG gebotenen Hinweis auf die Berufungsbeantwortungsfrist erteilt hat (…vgl. BAG 21. August 2019 - 7 AZR 563/17 - Rn. 68 mwN;… 24. Mai 2012 - 2 AZR 124/11 - Rn. 12 mwN; vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 43 mwN, BGHZ 232, 284).

  • LAG Hessen, 26.05.2025 - 17 SLa 179/24
    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 66 Abs. 1 Satz 3 ArbGG laufende Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 17, BGHZ 232, 284)..

    aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 21 mwN, BGHZ 232, 284).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 22 mwN, aaO)..

    (1) Der Gesetzgeber hat die wiedereinsetzungsfähigen Fristen der Zivilprozessordnung im Hinblick auf den mit der Wiedereinsetzung verfolgten Regelungszweck und im Interesse der Rechtssicherheit in der Vorschrift des § 233 Satz 1 ZPO grundsätzlich abschließend festgelegt (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 24 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Auf eine nur versehentlich unterbliebene Abstimmung des Regelungskonzepts zur Wiedereinsetzung, insbesondere des abschließend ausgestalteten Fristenkatalogs des § 233 ZPO, mit der Neugestaltung des Rechtsmittelrechts im Rahmen des ZPO-Reformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) und dort vor allem mit der neu eingeführten Befristung der Anschlussberufung lassen weder die Gesetzgebungsmaterialien zu diesem Gesetz noch zu nachfolgenden gesetzlichen Änderungen schließen (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 30 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    Weder der aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitete Anspruch der Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz noch das Recht auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) erfordern in diesen Fällen eine generelle Ausdehnung des vom Gesetzgeber nur beschränkt eröffneten Anwendungsbereichs der Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 37 mwN, BGHZ 232, 284).

    Seine Anschlussberufung ist vom Fortbestand der Berufung abhängig (§ 524 Abs. 4 ZPO; BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 38 mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Die nur zeitlich befristete Eröffnung einer solchen Anschließung an ein fremdes Rechtsmittel erschwert dem Berufungsbeklagten den Zugang zur Berufungsinstanz auch dann nicht in unzumutbarer Weise, wenn er die nachteiligen Folgen einer Fristversäumung nicht durch eine Wiedereinsetzung beseitigen kann (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 39 mwN, BGHZ 232, 284).

    Hinsichtlich beider Fristen hat der Gesetzgeber im Falle einer unverschuldeten Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vorgesehen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 40 mwN, BGHZ 232, 284).

    Eine Verlängerung der Frist zur Berufungserwiderung gilt automatisch auch für die Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 41 mwN, BGHZ 232, 284BT-Drucks. 15/3482, S. 18).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 42 mwN, BGHZ 232, 284)..

    (d) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht den nach § 66 Abs. 1 Satz 4 ArbGG gebotenen Hinweis auf die Berufungsbeantwortungsfrist erteilt hat (…vgl. BAG 21. August 2019 - 7 AZR 563/17 - Rn. 68 mwN;… 24. Mai 2012 - 2 AZR 124/11 - Rn. 12 mwN; vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 43 mwN, BGHZ 232, 284).

  • LAG Hessen, 26.05.2025 - 17 SLa 240/24
    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 66 Abs. 1 Satz 3 ArbGG laufende Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 17, BGHZ 232, 284)..

    aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 21 mwN, BGHZ 232, 284).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 22 mwN, aaO)..

    (1) Der Gesetzgeber hat die wiedereinsetzungsfähigen Fristen der Zivilprozessordnung im Hinblick auf den mit der Wiedereinsetzung verfolgten Regelungszweck und im Interesse der Rechtssicherheit in der Vorschrift des § 233 Satz 1 ZPO grundsätzlich abschließend festgelegt (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 24 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Auf eine nur versehentlich unterbliebene Abstimmung des Regelungskonzepts zur Wiedereinsetzung, insbesondere des abschließend ausgestalteten Fristenkatalogs des § 233 ZPO, mit der Neugestaltung des Rechtsmittelrechts im Rahmen des ZPO-Reformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) und dort vor allem mit der neu eingeführten Befristung der Anschlussberufung lassen weder die Gesetzgebungsmaterialien zu diesem Gesetz noch zu nachfolgenden gesetzlichen Änderungen schließen (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 30 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    Weder der aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitete Anspruch der Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz noch das Recht auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) erfordern in diesen Fällen eine generelle Ausdehnung des vom Gesetzgeber nur beschränkt eröffneten Anwendungsbereichs der Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 37 mwN, BGHZ 232, 284).

    Seine Anschlussberufung ist vom Fortbestand der Berufung abhängig (§ 524 Abs. 4 ZPO; BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 38 mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Die nur zeitlich befristete Eröffnung einer solchen Anschließung an ein fremdes Rechtsmittel erschwert dem Berufungsbeklagten den Zugang zur Berufungsinstanz auch dann nicht in unzumutbarer Weise, wenn er die nachteiligen Folgen einer Fristversäumung nicht durch eine Wiedereinsetzung beseitigen kann (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 39 mwN, BGHZ 232, 284).

    Hinsichtlich beider Fristen hat der Gesetzgeber im Falle einer unverschuldeten Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vorgesehen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 40 mwN, BGHZ 232, 284).

    Eine Verlängerung der Frist zur Berufungserwiderung gilt automatisch auch für die Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 41 mwN, BGHZ 232, 284BT-Drucks. 15/3482, S. 18).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 42 mwN, BGHZ 232, 284)..

    (d) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht den nach § 66 Abs. 1 Satz 4 ArbGG gebotenen Hinweis auf die Berufungsbeantwortungsfrist erteilt hat (…vgl. BAG 21. August 2019 - 7 AZR 563/17 - Rn. 68 mwN;… 24. Mai 2012 - 2 AZR 124/11 - Rn. 12 mwN; vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 43 mwN, BGHZ 232, 284).

  • LAG Hessen, 26.05.2025 - 17 SLa 247/24
    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 66 Abs. 1 Satz 3 ArbGG laufende Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 17, BGHZ 232, 284)..

    aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 21 mwN, BGHZ 232, 284).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 22 mwN, aaO)..

    (1) Der Gesetzgeber hat die wiedereinsetzungsfähigen Fristen der Zivilprozessordnung im Hinblick auf den mit der Wiedereinsetzung verfolgten Regelungszweck und im Interesse der Rechtssicherheit in der Vorschrift des § 233 Satz 1 ZPO grundsätzlich abschließend festgelegt (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 24 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Auf eine nur versehentlich unterbliebene Abstimmung des Regelungskonzepts zur Wiedereinsetzung, insbesondere des abschließend ausgestalteten Fristenkatalogs des § 233 ZPO, mit der Neugestaltung des Rechtsmittelrechts im Rahmen des ZPO-Reformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) und dort vor allem mit der neu eingeführten Befristung der Anschlussberufung lassen weder die Gesetzgebungsmaterialien zu diesem Gesetz noch zu nachfolgenden gesetzlichen Änderungen schließen (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 30 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    Weder der aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitete Anspruch der Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz noch das Recht auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) erfordern in diesen Fällen eine generelle Ausdehnung des vom Gesetzgeber nur beschränkt eröffneten Anwendungsbereichs der Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 37 mwN, BGHZ 232, 284).

    Seine Anschlussberufung ist vom Fortbestand der Berufung abhängig (§ 524 Abs. 4 ZPO; BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 38 mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Die nur zeitlich befristete Eröffnung einer solchen Anschließung an ein fremdes Rechtsmittel erschwert dem Berufungsbeklagten den Zugang zur Berufungsinstanz auch dann nicht in unzumutbarer Weise, wenn er die nachteiligen Folgen einer Fristversäumung nicht durch eine Wiedereinsetzung beseitigen kann (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 39 mwN, BGHZ 232, 284).

    Hinsichtlich beider Fristen hat der Gesetzgeber im Falle einer unverschuldeten Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vorgesehen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 40 mwN, BGHZ 232, 284).

    Eine Verlängerung der Frist zur Berufungserwiderung gilt automatisch auch für die Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 41 mwN, BGHZ 232, 284BT-Drucks. 15/3482, S. 18).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 42 mwN, BGHZ 232, 284)..

    (d) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht den nach § 66 Abs. 1 Satz 4 ArbGG gebotenen Hinweis auf die Berufungsbeantwortungsfrist erteilt hat (…vgl. BAG 21. August 2019 - 7 AZR 563/17 - Rn. 68 mwN;… 24. Mai 2012 - 2 AZR 124/11 - Rn. 12 mwN; vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 43 mwN, BGHZ 232, 284).

  • LAG Hessen, 26.05.2025 - 17 SLa 178/24
    Die dem Berufungsbeklagten gemäß § 66 Abs. 1 Satz 3 ArbGG laufende Frist zur Berufungserwiderung, bis zu deren Ablauf nach § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO die Anschließung zulässig ist, ist keine Notfrist im Sinne des § 224 Abs. 1 Satz 2 ZPO und wird auch nicht bei den sonstigen Fristen in § 233 ZPO aufgeführt (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 17, BGHZ 232, 284)..

    aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht soweit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 21 mwN, BGHZ 232, 284).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 22 mwN, aaO)..

    (1) Der Gesetzgeber hat die wiedereinsetzungsfähigen Fristen der Zivilprozessordnung im Hinblick auf den mit der Wiedereinsetzung verfolgten Regelungszweck und im Interesse der Rechtssicherheit in der Vorschrift des § 233 Satz 1 ZPO grundsätzlich abschließend festgelegt (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 24 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Auf eine nur versehentlich unterbliebene Abstimmung des Regelungskonzepts zur Wiedereinsetzung, insbesondere des abschließend ausgestalteten Fristenkatalogs des § 233 ZPO, mit der Neugestaltung des Rechtsmittelrechts im Rahmen des ZPO-Reformgesetzes vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) und dort vor allem mit der neu eingeführten Befristung der Anschlussberufung lassen weder die Gesetzgebungsmaterialien zu diesem Gesetz noch zu nachfolgenden gesetzlichen Änderungen schließen (vgl. ausf. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 30 ff. mwN, BGHZ 232, 284).

    Weder der aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitete Anspruch der Partei auf wirkungsvollen Rechtsschutz noch das Recht auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) erfordern in diesen Fällen eine generelle Ausdehnung des vom Gesetzgeber nur beschränkt eröffneten Anwendungsbereichs der Vorschriften der Zivilprozessordnung zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 37 mwN, BGHZ 232, 284).

    Seine Anschlussberufung ist vom Fortbestand der Berufung abhängig (§ 524 Abs. 4 ZPO; BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 38 mwN, BGHZ 232, 284).

    (2) Die nur zeitlich befristete Eröffnung einer solchen Anschließung an ein fremdes Rechtsmittel erschwert dem Berufungsbeklagten den Zugang zur Berufungsinstanz auch dann nicht in unzumutbarer Weise, wenn er die nachteiligen Folgen einer Fristversäumung nicht durch eine Wiedereinsetzung beseitigen kann (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 39 mwN, BGHZ 232, 284).

    Hinsichtlich beider Fristen hat der Gesetzgeber im Falle einer unverschuldeten Fristversäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vorgesehen (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 40 mwN, BGHZ 232, 284).

    Eine Verlängerung der Frist zur Berufungserwiderung gilt automatisch auch für die Frist zur Einlegung der Anschlussberufung (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 41 mwN, BGHZ 232, 284BT-Drucks. 15/3482, S. 18).

    Die gesetzliche Regelung beruht damit auf einem sachlichen Grund und führt auch unter Beachtung des Gebots der prozessualen Waffengleichheit nicht zu einer einseitigen Bevorzugung des Berufungsklägers (vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 42 mwN, BGHZ 232, 284)..

    (d) Eine zeitliche Bindung der Anschließung an die Berufungserwiderungsfrist gilt zudem nur, sofern dem Berufungsbeklagten vom Berufungsgericht den nach § 66 Abs. 1 Satz 4 ArbGG gebotenen Hinweis auf die Berufungsbeantwortungsfrist erteilt hat (…vgl. BAG 21. August 2019 - 7 AZR 563/17 - Rn. 68 mwN;… 24. Mai 2012 - 2 AZR 124/11 - Rn. 12 mwN; vgl. BGH 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20 - Rn. 43 mwN, BGHZ 232, 284).

  • BGH, 21.01.2026 - VIII ZR 247/24

    Einbringung in Familien-GbR ändert nichts an Sperrfrist des § 577a BGB

    Rn. 38 (a) Eine richterliche Rechtsfortbildung im Wege der teleologischen Reduktion setzt ebenso wie die Analogie eine verdeckte Regelungslücke im Sinne einer planwidrigen Unvollständigkeit des Gesetzes voraus (st. Rspr.;… vgl. zur teleologischen Reduktion nur BGH, Urteile vom 1. Juli 2020 - VIII ZR 323/18, NZM 2020, 834 Rn. 31;… vom 17. Oktober 2023 - XI ZR 160/22, NJW-RR 2024, 49 Rn. 18;… Beschluss vom 4. September 2024 - IV ZB 37/23, BGHZ 241, 158 Rn. 19; zur Analogie BGH, Beschluss vom 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20, BGHZ 232, 284 Rn. 21;… Urteil vom 27. Oktober 2022 - IX ZR 145/21, NJW 2023, 1125 Rn. 13; jeweils mwN).
  • BGH, 18.10.2023 - VIII ZR 307/20

    Geltendmachung nichtexistenter Forderungen durch medizinisches …

    Rn. 35 (aa) Eine Analogie ist nur zulässig, wenn das Gesetz eine planwidrige Regelungslücke enthält und der zu beurteilende Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht so weit mit dem Tatbestand, den der Gesetzgeber geregelt hat, vergleichbar ist, dass angenommen werden kann, der Gesetzgeber wäre bei einer Interessenabwägung, bei der er sich von den gleichen Grundsätzen hätte leiten lassen wie bei dem Erlass der herangezogenen Gesetzesvorschrift, zu dem gleichen Abwägungsergebnis gekommen (st. Rspr.;… vgl. nur Senatsurteil vom 24. Februar 2021 - VIII ZR 36/20, BGHZ 229, 59 Rn. 38; Senatsbeschluss vom 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20, BGHZ 232, 284 Rn. 21; jeweils mwN).

    Das Vorliegen einer vom Gesetzgeber unbeabsichtigten Lücke und ihre Planwidrigkeit müssen dabei aufgrund konkreter Umstände positiv festgestellt werden können (vgl. zu allem Senatsbeschluss vom 25. Januar 2022 - VIII ZR 359/20, aaO Rn. 22 mwN).

  • BGH, 16.01.2025 - IX ZR 91/24

    Pfändbarkeit des Anspruchs auf Auszahlung eines Guthabens in einem …

  • BGH, 31.08.2022 - VIII ZR 233/21

    Wirksamkeit von Preisanpassungsklauseln in Fernwärmelieferungsverträgen; …

  • BGH, 05.07.2022 - VIII ZR 137/21

    Berufungsverfahren: Anforderungen an die Berufungsbegründung bei mehreren …

  • BVerwG, 01.06.2022 - 3 B 29.21

    Rechtsweg bei Geltendmachung eines auf § 56 IfSG analog gestützten …

  • OLG Saarbrücken, 12.08.2026 - 5 U 62/25
  • BGH, 23.02.2024 - V ZR 111/23

    Anschlussberufungsmöglichkeit und Umstellung von Grenzscheidungsantrag auf …

  • BGH, 12.09.2022 - AnwZ (Brfg) 41/21

    Ungültigerklärung der Wahl eines Rechtsanwalts zum Vorstand der …

  • OLG Karlsruhe, 24.04.2024 - 6 U 88/21

    Dieselskandal: Zulässigkeit einer Anschlussberufung des Fahrzeugkäufers bzw. …

  • OLG Braunschweig, 06.08.2024 - 2 W 35/24

    Eintragung einer aufgrund transmortaler Vollmacht bestellten Grundschuld; …

  • OLG Naumburg, 27.09.2024 - 7 U 30/24

    Frachtführerhaftung im internationalen Straßengüterverkehr: Aktivlegitimation; …

  • OLG Köln, 16.01.2026 - 26 W 14/25

    Personenstandsverfahren auf Berichtigung des Eheregisters nach einer von den …

  • BGH, 14.01.2025 - VIII ZR 100/24

    Verletzung des Anspruchs auf Gewährung rechtlichen Gehörs in …

  • BGH, 01.12.2022 - VII ZR 363/21

    Inanspruchnahme eines Fahrzeugherstellers wegen der Verwendung einer unzulässigen …

  • OLG Nürnberg, 09.05.2023 - 6 U 1035/22

    Klageänderung in der Berufungsinstanz - Grenzstreitigkeit

  • OLG Schleswig, 07.02.2024 - 9 U 91/23

    Paketverkauf von GmbH-Geschäftsanteilen: Separate Ausübung eines statutarischen …

  • OLG Schleswig, 24.02.2025 - 9x W 14/24

    Beschwerde gegen die Wertfestsetzung für die Jahresgebühr der Dauerbetreuung; …

  • OLG Frankfurt, 08.02.2024 - 26 U 49/22

    Notwendigkeit einer Anschlussberufung

  • OLG Köln, 06.02.2026 - 26 W 19/25

    Namensänderungsantrag einer volljährigen Tochter auf Annahme des Ehenamens der …

  • OLG Köln, 22.01.2026 - 26 W 16/25
  • LG Münster, 23.05.2024 - 115 O 249/23
  • OLG Saarbrücken, 10.04.2025 - 4 U 113/23

    Zur Aktivlegitimation des Klägers für Ansprüche gegen den Fahrzeughersteller aus …

  • OLG Rostock, 03.12.2024 - 1 U 4/22

    Vergütung für eine Erbenermittlung nach Widerruf

  • OLG Saarbrücken, 14.11.2024 - 4 U 94/23

    Streit um Differenzschadensersatz und "kleinen Schadensersatz" wegen unzulässiger …

  • OLG Düsseldorf, 09.07.2025 - 3 Kart 933/24
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