Rechtsprechung
| BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23 |
Volltextveröffentlichungen (12)
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Wirksamkeit einer Verwahrentgeltklausel in Giroverträgen einer Sparkasse
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 307 Abs 1 S 1 BGB, § 307 Abs 1 S 2 BGB, § 307 Abs 3 S 1 BGB, § 307 Abs 3 S 2 BGB, § 1 UKlaG
Wirksamkeit einer Verwahrentgeltklausel in Giroverträgen einer Sparkasse - IWW
§ 1 UKlaG, §§ ... 307 bis 309 BGB, §§ 1, 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UKlaG, § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB, § 307 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 Satz 2 BGB, § 8 Abs. 1 Nr. 1 UKlaG, § 559 Abs. 1 Satz 1, § 314 ZPO, § 320 ZPO, § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 1 Abs. 1 UKlaG, § 307 Abs. 3 Satz 2 BGB, § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 890 Abs. 2 ZPO, § 5 UKlaG, § 13 Abs. 1, 3 UWG, § 291 BGB, § 562 Abs. 1 ZPO, § 563 Abs. 3 ZPO
- Betriebs-Berater
Unwirksamkeit von Klauseln zu Verwahrentgelten ("Negativzinsen")
- Verbraucherzentrale Bundesverband
Erfolgreiche Klagen der Verbraucherzentralen: Bundesgerichtshof erklärt Klauseln zu Negativzinsen für unzulässig
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Wirksamkeit einer Verwahrentgeltklausel in Giroverträgen einer Sparkasse
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Kurzfassungen/Presse (7)
- bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)
Unwirksamkeit von Klauseln zu Verwahrentgelten ("Negativzinsen") in Verträgen über Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten und von Klauseln zu Entgelten für eine Ersatz-BankCard und eine Ersatz-PIN
- lto.de (Kurzinformation)
Verwahrentgelt von Banken: Negativzinsen auf Einlagen teils unzulässig
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Verwahrentgelte ("Negativzinsen") bei Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten
- anwaltonline.com (Kurzinformation)
Keine Negativzinsen auf Tagesgeld- und Sparkonten!
- Verbraucherzentrale Bundesverband (Kurzinformation)
Erfolgreiche Klagen der Verbraucherzentralen: Bundesgerichtshof erklärt Klauseln zu Negativzinsen für unzulässig
- otto-schmidt.de (Kurzinformation)
Klauseln zu Negativzinsen auf Spareinlagen unwirksam
- tp-presseagentur.de (Kurzinformation)
Klauseln über Negativzinsen teilweise unzulässig
Verfahrensgang
- LG Leipzig, 08.07.2021 - 5 O 640/20
- OLG Dresden, 18.01.2022 - 8 U 1389/21
- OLG Dresden, 30.03.2023 - 8 U 1389/21
- BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Papierfundstellen
- NJW 2025, 1749
- NJW-RR 2025, 684
- ZIP 2025, 875
- ZIP 2025, 884
- MDR 2025, 531
- VersR 2025, 575
- WM 2025, 570
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (28)
- BGH, 05.11.1991 - XI ZR 246/90
Prüfungsmaßstab im Kontrollverfahren nach § 13 AGB im Hinblick auf das …
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Bei der Auslegung einer Klausel muss zwar auch der Inhalt anderer, mit der beanstandeten Klausel zu einer Einheit verbundener Formularbedingungen und ihr Zusammenwirken berücksichtigt werden (Senatsurteile vom 15. Oktober 1991 - XI ZR 192/90, BGHZ 116, 1, 4 und vom 5. November 1991 - XI ZR 246/90, WM 1991, 2055, 2056).Das gilt auch bei der Beurteilung der Transparenz einer AGB-Klausel im Verfahren nach dem Unterlassungsklagengesetz (vgl. Senatsurteil vom 5. November 1991, aaO S. 2056 zum Verbandsklageverfahren nach § 13 Abs. 2 AGBG in der bis zum 29. Juni 2006 geltenden Fassung, künftig: aF).
Sachverhaltsmerkmale, die nicht Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind, bleiben grundsätzlich außer Betracht (Senatsurteil vom 5. November 1991, aaO).
Auch das sonstige Verhalten des Verwenders vor und bei Vertragsabschluss darf nicht berücksichtigt werden (Senatsurteil vom 5. November 1991, aaO).
Eine intransparente Klausel ist ohne Rücksicht auf außerhalb der Klausel gegebene Zusatzinformationen im Verfahren nach § 1 UKlaG uneingeschränkt zu verbieten (…vgl. Senatsurteile vom 15. Oktober 1991, aaO und vom 5. November 1991, aaO S. 2056, jeweils zum Verfahren nach § 13 Abs. 2 AGBG aF).
- BGH, 15.10.1991 - XI ZR 192/90
Verstoß gegen das Transparenzgebot
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Bei der Auslegung einer Klausel muss zwar auch der Inhalt anderer, mit der beanstandeten Klausel zu einer Einheit verbundener Formularbedingungen und ihr Zusammenwirken berücksichtigt werden (Senatsurteile vom 15. Oktober 1991 - XI ZR 192/90, BGHZ 116, 1, 4 und vom 5. November 1991 - XI ZR 246/90, WM 1991, 2055, 2056).Eine intransparente Klausel ist ohne Rücksicht auf außerhalb der Klausel gegebene Zusatzinformationen im Verfahren nach § 1 UKlaG uneingeschränkt zu verbieten (vgl. Senatsurteile vom 15. Oktober 1991, aaO …und vom 5. November 1991, aaO S. 2056, jeweils zum Verfahren nach § 13 Abs. 2 AGBG aF).
- BGH, 09.05.2023 - XI ZR 544/21
Pflicht zur Zahlung von "Negativzinsen" aus einem Schuldscheindarlehen
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Wie der Senat mit heute verkündetem Urteil in der Sache XI ZR 65/23 (…Rn. 22 ff.) entschieden und eingehend begründet hat, stellt auch die hier vorliegende Klausel, die bei der gebotenen objektiven, nicht am Willen der Vertragsparteien zu orientierenden Auslegung, für die in erster Linie ihr Wortlaut maßgebend ist (vgl. Senatsurteil vom 9. Mai 2023 - XI ZR 544/21, BGHZ 237, 71 Rn. 18), dahin auszulegen ist, dass mit ihr Einlagen auf von Verbrauchern neu eröffneten Girokonten ab einem Guthaben von 5.000,01 EUR mit 0, 7% p.a. bepreist werden sollen, eine kontrollfreie Preisabrede dar.Mit dem Begriff "Verzinsung" ist die Gegenleistung für die Zurverfügungstellung eines Geldbetrages gemeint (vgl. Senatsurteil vom 9. Mai 2023 - XI ZR 544/21, BGHZ 237, 71 Rn. 56).
- BGH, 03.07.1996 - VIII ZR 221/95
Hinweis auf Taschenkontrollen als AGB
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Rn. 16 Der Begriff der Allgemeinen Geschäftsbedingung setzt gemäß § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB eine Vertragsbedingung, das heißt eine Erklärung des Verwenders voraus, die den Vertragsinhalt regeln soll (Senatsurteil vom 8. März 2005 - XI ZR 154/04, BGHZ 162, 294, 297; BGH, Urteil vom 3. Juli 1996 - VIII ZR 221/95, BGHZ 133, 184, 187).Eine Vertragsbedingung liegt danach vor, wenn ein allgemeiner Hinweis nach seinem objektiven Wortlaut bei den Empfängern den Eindruck hervorruft, es solle damit der Inhalt eines vertraglichen oder vorvertraglichen Rechtsverhältnisses bestimmt werden (BGH, Urteile vom 3. Juli 1996, aaO, vom 4. Februar 2009 - VIII ZR 32/08, BGHZ 179, 319 Rn. 11…, vom 9. April 2014 - VIII ZR 404/12, BGHZ 200, 362 Rn. 23 ff. …und vom 21. November 2023 - XI ZR 290/22, BGHZ 239, 52 Rn. 14).
- BGH, 25.07.2017 - XI ZR 260/15
Preisklausel für sogenannte smsTAN
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Diese Vorgabe dient der zweifelsfreien Festlegung des Streitgegenstands (Senatsurteil vom 25. Juli 2017 - XI ZR 260/15, BGHZ 215, 292 Rn. 18 mwN).Rn. 13 Die Berechnungsmethode zur Höhe des Verwahrentgelts, wie sie in Ziffer 1.2 der Anlage B1 sowie in Anlage B2 enthalten ist, ist entgegen der Auffassung der Revision nicht streitgegenständlich, da der Wortlaut dieser Klauseln nicht gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 UKlaG im Klageantrag wiedergegeben ist (vgl. Senatsurteil vom 25. Juli 2017 - XI ZR 260/15, BGHZ 215, 292 Rn. 35).
- BGH, 14.01.2014 - XI ZR 355/12
Zur Wirksamkeit einer klauselmäßigen Behaltensvereinbarung für …
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Das Transparenzgebot verpflichtet den Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen nach Treu und Glauben, den Regelungsgehalt einer Klausel möglichst klar und überschaubar darzustellen (Senatsurteil vom 14. Januar 2014 - XI ZR 355/12, BGHZ 199, 355 Rn. 23).Dabei ist auf die Erwartungen und Erkenntnismöglichkeiten eines durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders im Zeitpunkt des Vertragsschlusses abzustellen (Senatsurteil vom 14. Januar 2014 - XI ZR 355/12, BGHZ 199, 355 Rn. 23 mwN und Senatsbeschluss vom 24. April 2018 - XI ZR 335/17, juris).
- BGH, 20.03.2018 - XI ZR 309/16
Unwirksame Klausel zur Aufrechnung durch Bankkunden
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Rn. 32 f) Eine Wiederholungsgefahr ist auf der Grundlage der Feststellungen des Berufungsgerichts zu bejahen, da die Beklagte die Wirksamkeit der Klausel verteidigt und die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung abgelehnt hat (vgl. Senatsurteil vom 20. März 2018 - XI ZR 309/16, BGHZ 218, 132 Rn. 23; BGH, Urteile vom 18. April 2002 - III ZR 199/01, WM 2002, 1355 f. …und vom 25. Juli 2012 - IV ZR 201/10, BGHZ 194, 208 Rn. 80). - BGH, 15.11.2022 - XI ZR 551/21
Unwirksamkeit der Klausel zu einem Jahresentgelt in der Ansparphase von …
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Rn. 24 bb) Diesen Anforderungen wird die angegriffene Entgeltklausel, die der Senat selbst auslegen kann (Senatsurteil vom 15. November 2022 - XI ZR 551/21, BGHZ 235, 102 Rn. 19 mwN), entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts nicht gerecht. - BGH, 05.05.2015 - XI ZR 214/14
Zur Wirksamkeit einer Klausel zum ordentlichen Kündigungsrecht der Sparkassen
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Rn. 34 g) Die vom Kläger mit dem Klageantrag zu 1b geltend gemachte Rechtsfolge, der Beklagten die Erhebung eines Entgelts auf der Grundlage der angegriffenen Klausel zu untersagen, ist ebenfalls auszusprechen, wenngleich der Ausspruch nur klarstellende Wirkung hat, da in der Erhebung eines auf die Klausel gestützten Entgelts eine Verwendung liegt (vgl. Senatsurteil vom 5. Mai 2015 - XI ZR 214/14, BGHZ 205, 220 Rn. 23), die bereits vom Unterlassungsantrag zu 1a umfasst ist. - BGH, 13.09.2012 - I ZR 230/11
Biomineralwasser
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Dass die Abmahnung der Beklagten nur teilweise berechtigt war, steht dem nicht entgegen (vgl. BGH, Urteile vom 10. Dezember 2009 - I ZR 149/07, WRP 2010, 1023, 1029 und vom 13. September 2012 - I ZR 230/11, BGHZ 194, 314 Rn. 72). - BGH, 25.07.2012 - IV ZR 201/10
Zur Unwirksamkeit von Klauseln in Lebens- und Rentenversicherungsverträgen
- BGH, 10.06.2020 - VIII ZR 289/19
Einbeziehung von Gesamtklauselwerken in die Auslegung Allgemeiner …
- BGH, 10.12.2009 - I ZR 149/07
Sondernewsletter
- BGH, 18.04.2002 - III ZR 199/01
Formularmäßige Vereinbarung einer Deaktivierungsgebühr in AGB eines …
- BGH, 10.07.1990 - XI ZR 275/89
Funktion, Reichweite und Kriterien des Transparenzgebots bei Preisnebenabreden
- BGH, 08.05.2018 - XI ZR 790/16
Preisklauseln für eine sogenannte Zinscap-Prämie bzw. Zinssicherungsgebühr
- BGH, 04.02.2009 - VIII ZR 32/08
Von einem Verbraucherverband beanstandete Hinweise im Katalog eines …
- BGH, 31.07.2013 - VIII ZR 162/09
Zur Unwirksamkeit von Klauseln zur Änderung des Gaspreises in …
- BGH, 08.03.2005 - XI ZR 154/04
Zum Schadenersatzanspruch einer Bank nach Rückgabe einer Lastschrift mangels …
- BGH, 09.04.2014 - VIII ZR 404/12
AGB-Kontrollklage gegen eine Kraftfahrzeugleasinggesellschaft: Abgrenzung …
- BGH, 21.11.2023 - XI ZR 290/22
Wirksamkeit einer Klausel zu Abschluss- und Vermittlungskosten in einem …
- BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Unwirksamkeit von Klauseln zu Verwahrentgelten ("Negativzinsen") in Verträgen …
- BGH, 19.10.2022 - IV ZR 185/20
Wirksamkeit der Formulierung "unerwartete und schwere" Erkrankung in den …
- BGH, 14.07.2010 - VIII ZR 246/08
Zu Preiserhöhungen in Erdgas-Sonderverträgen
- OLG Dresden, 30.03.2023 - 8 U 1389/21
Verwahrentgelte für Guthaben auf Girokonten
- OLG Stuttgart, 23.09.2015 - 9 U 48/15
Sparvertrag: Einbeziehung von Angaben aus einem Werbeflyer in die vertragliche …
- BGH, 08.10.2015 - I ZR 136/14
Allgemeine Marktnachfrage - Verteilungsplan der GEMA im Bereich U-Musik: …
- BGH, 24.04.2018 - XI ZR 335/17
Inhaltskontrolle bei Agio-Klausel in Bauspardarlehen
- BGH, 07.07.2026 - XI ZR 129/24
Entgeltinformation der Bank als AGB auf dem Prüfstand
Der Begriff der Allgemeinen Geschäftsbedingung setzt damit eine Erklärung des Verwenders voraus, die den Vertragsinhalt regeln soll (BGH, Urteile vom 3. Juli 1996 - VIII ZR 221/95, BGHZ 133, 184, 187 mwN …und vom 4. Februar 2009 - VIII ZR 32/08, BGHZ 179, 319 Rn. 11; Senatsurteile vom 8. März 2005 - XI ZR 154/04, BGHZ 162, 294, 297…, vom 21. November 2023 - XI ZR 290/22, BGHZ 239, 52 Rn. 14 mwN und vom 4. Februar 2025 - XI ZR 61/23, WM 2025, 570 Rn. 16).Maßgebend für die Beantwortung der Frage, ob ein solcher Eindruck besteht, sind - ebenso wie bei der Auslegung des Inhalts von Allgemeinen Geschäftsbedingungen - die Sicht eines rechtlich nicht vorgebildeten Durchschnittskunden und die dabei typischerweise gegebenen Verhältnisse (BGH…, Urteil vom 3. Juli 1996, aaO S. 188 …und vom 4. Februar 2009, aaO;… Senatsurteile vom 21. November 2023, aaO und vom 4. Februar 2025, aaO).
Die ausdrückliche Bezugnahme auf den Preisaushang sowie auf das Preis- und Leistungsverzeichnis unter dem zweiten Aufzählungszeichen versteht der Durchschnittskunde allerdings zugleich dahin, dass die in der Entgeltinformation konkret genannten Entgelte mit denjenigen des Preisaushangs und/oder des Preis- und Leistungsverzeichnisses - bei denen es sich jeweils um Allgemeine Geschäftsbedingungen handelt (…vgl. Senatsurteile vom 25. Juli 2017 - XI ZR 260/15, BGHZ 215, 292 Rn. 19 ff. und vom 4. Februar 2025 - XI ZR 61/23, WM 2025, 570 Rn. 17) - übereinstimmen und auch so Vertragsbestandteil werden sollen.
Das ist der Fall, wenn sie nach ihrem Wortlaut bei potentiellen Vertragspartnern den Eindruck vermitteln, dass sie Vertragsinhalt werden sollen (vgl. Senatsurteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 61/23, WM 2025, 570 Rn. 17; vgl. auch BGH, Urteil vom 2. Juli 1987 - III ZR 219/86, BGHZ 101, 271, 275 zu § 13 AGBG und OLG Stuttgart, WM 2016, 1340, 1342).
- LG München I, 20.04.2026 - 29 O 15948/25
Negativzinsen, Verwahrentgelt, Hauptleistungspflicht, Transparenzgebot, …
Rn. 9 Am 4. Februar 2025 entschied der BGH in vier Urteilen mit den Aktenzeichen XI ZR 61/23, XI ZR 65/23, XI ZR 161/23 und XI ZR 183/23, dass Klauseln, mit denen Banken Verwahrentgelte für Sparverträge und Girokonten erhoben hatten, unwirksam sind.Anders als in den beiden "Kapitalanlageentscheidungen" des BGH betreffend Tagesgeld (Az. XI ZR 161/23, Rn. 38) und Spareinlagen (Az. XI ZR 183/23, Rn. 45) ergäbe sich die Unwirksamkeit der Regelung zu Erhebung von Negativzinsen aufgrund des Verstoßes gegen das gesetzliche Leitbild des § 488 Abs. 1 Satz 2 BGB.
Entscheidend ist allein, dass die Negativverzinsung als solche - unabhängig von ihrer Höhe - gerade nicht verhandelbar war (vgl.BGH, Urteil vom 4.2.2025 - XI ZR 183/23, NJW-RR 2025, 687 Rn. 32).
Ob eine Klausel nach diesen Grundsätzen eine kontrollfähige Preisnebenabrede oder eine kontrollfreie Preisabrede enthält, ist durch Auslegung zu ermitteln, BGH Urteil vom 4.2.2025 - XI ZR 65/23.).
Hierzu führt der BGH (Urteil vom 4.2.2025 - XI ZR 65/23) aus:.
Rn. 37 a. Die gesetzliche Vermutung des § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB ist als widerlegt anzusehen, wenn die Klausel auf der Grundlage einer umfassenden Interessenabwägung den Kunden gleichwohl nicht unangemessen benachteiligt (BGHZ 199, 355, BGH 04.02.2025, Az. XI ZR 183/23 und XI ZR 161/23).
- LG Hanau, 05.06.2026 - 7 O 1455/25
Keine unangemessene Benachteiligung nach AGB durch Negativzinsen
Die Klägerin ist unter Berücksichtigung der Urteile des Bundesgerichtshofes zu Az.: XI ZR 61/23, XI ZR 65/23, XI ZR 161/23 und XI ZR 183/23 der Auffassung, dass die als Allgemeine Geschäftsbedingungen zu qualifizierenden Klauseln zu Verwahrentgelten unwirksam seien.Der Hinterleger geht keine Verpflichtung zur Hinterlegung ein (BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 65/23 -, BGHZ 243, 9-28).
Dies gilt insbesondere auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. v.a. BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 161/23 -, BGHZ 243, 29-51).
Im Lichte dessen ist auch zu berücksichtigen, dass der Bundesgerichtshof in einem weiteren Fall betreffend die nach Treu und Glauben geschuldete Leistung explizit dahingehend argumentiert, dass es der vom historischen Gesetzgeber vorgegebene Zweck von Spareinlagen sei, das Vermögen von natürlichen Personen mittel- bis langfristig aufzubauen (BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 183/23 -, BGHZ 243, 52-71).
- LG Frankfurt/Main, 23.06.2026 - 27 O 58/26 Diese unterscheiden ihn fundamental von den Fallkonstellationen, die Gegenstand der Entscheidungen des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 04.02.2025 zu Az. XI ZR 61/23, XI ZR 65/23 sowie XI ZR 161/23 waren, aber auch von solchen, in denen sog. Verwahrentgeltklauseln zwischen Geschäftsbanken und Unternehmern geschlossen wurden.
Dass Bankzinsen kaufmännisch nicht stunden-, sondern tageweise berechnet werden, darf bei professionalen Marktteilnehmern vorausgesetzt werden (vgl. auch Piekenbrock, WuB 2025, 181, 182).
- LG Essen, 30.04.2026 - 6 O 415/25 Denn der Begriff der "Allgemeinen Geschäftsbedingung" gemäß § 305 Abs. 1 S. 1 BGB setzt eine Vertragsbedingung, d.h. eine Erklärung des Verwenders voraus, die den Vertragsinhalt regeln soll (vgl. BGH, Urteil vom 04.02.2025, Az. XI ZR 61/23, m.w.N., zitiert nach juris).
- LG Köln, 28.04.2026 - 21 O 480/25 In den vom BGH zu entscheidenden Fällen (XI ZR 61/23 und XI ZR 65/23) waren die Klauseln der Höhe nach unbestimmt, weil sie Verwahrentgelte erst nach einem bestimmten Freibetrag vorsahen und nicht darüber informierten, auf welches Guthaben sich das Verwahrentgelt bezieht.
- LG Regensburg, 14.08.2026 - 83 O 2312/25
Negativzinsen, Darlehensvertrag, Inhaltskontrolle, Unangemessene Benachteiligung, …
Diese unterscheiden sich damit signifikant von den den vier Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 04.02.2025 (Az.: XI ZR 61/23, Az.: XI ZR 65/23, Az.: XI ZR 161/23 und Az.: XI ZR 183/23) zugrundeliegenden Giroverträgen, Tagesgeldern bzw. Sparverträgen, die im Ergebnis als unregelmäßige Verwahrung zu qualifizieren sind, § 700 Abs. 1 BGB bzw. jedenfalls maßgeblich die Elemente derselben aufweisen.
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Wirksamkeit einer Verwahrentgeltklausel in Giroverträgen einer Volksbank
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§ 145 BGB, §§ 145 ff BGB, § 305 Abs 2 BGB, § 307 Abs 1 S 1 BGB, § 307 Abs 1 S 2 BGB
Wirksamkeit einer Verwahrentgeltklausel in Giroverträgen einer Volksbank - IWW
§ 305 Abs. 1 BGB, §§ ... 675f ff. BGB, §§ 488 ff. BGB, § 700 BGB, § 675f Abs. 5 Satz 2 BGB, § 675f Abs. 5 BGB, § 675f BGB, § 700 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 488 BGB, § 307 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 Satz 2 BGB, §§ 1, 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UKlaG, § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB, § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 305c Abs. 2 BGB, § 675f Abs. 2 BGB, § 1 Abs. 17 ZAG, § 675f Abs. 2 Satz 2 BGB, §§ 504, 505 BGB, §§ 675c ff. BGB, § 4 Abs. 1 Nr. 2 Liquiditätsverordnung, § 669 BGB, § 1 Abs. 1 Nr. 1 ZAG, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG, § 3 Abs. 1 ZAG, § 700 Abs. 1 BGB, § 700 Abs. 1 Satz 1, § 488 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 488 Abs. 3 BGB, § 307 Abs. 3 Satz 2 BGB, § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 305 Abs. 2, § 311 Abs. 1, §§ 145 ff. BGB, § 1 Abs. 1 UKlaG, § 314 ZPO, § 890 Abs. 2 ZPO, § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, § 242 BGB, § 8 Abs. 1 Satz 1 Fall 1 UWG, §§ 3, 3a UWG, § 307 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB, § 5 UKlaG, § 13 Abs. 1, 3 UWG, § 291 BGB, § 562 Abs. 1 ZPO, § 561 ZPO, § 563 Abs. 3 ZPO
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Unwirksamkeit von Klauseln zu Verwahrentgelten ("Negativzinsen") und Änderungsvertrag-Erfordernis
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Wirksamkeit einer Verwahrentgeltklausel in Giroverträgen einer Volksbank
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Unwirksamkeit von Klauseln zu Verwahrentgelten ("Negativzinsen") in Verträgen über Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten und von Klauseln zu Entgelten für eine Ersatz-BankCard und eine Ersatz-PIN
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Unwirksame Negativzinsen-Klauseln (Verwahrentgelt für Guthaben) in AGB von Banken und Sparkassen - Klausel zu Entgelt für Ersatz-BankCard und Ersatz-PIN ebenfalls unwirksam
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Verwahrentgelt von Banken: Negativzinsen auf Einlagen teils unzulässig
Verfahrensgang
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- OLG Düsseldorf, 30.03.2023 - 20 U 16/22
- BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Papierfundstellen
- BGHZ 243, 9
- NJW 2025, 1743
- ZIP 2025, 1004
- ZIP 2025, 693
- MDR 2025, 528
- VersR 2025, 569
- WM 2025, 509
Wird zitiert von ... (18) Zitiert selbst (43)
- KG, 09.08.2023 - 26 U 129/21
Zulässigkeit der Erhebung von Verwahrentgelt bei Bankkonten und Kosten für die …
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Rn. 18 (2) Die Gegenauffassung hält solche Vereinbarungen im Rahmen neu abgeschlossener Giroverträge mit unterschiedlicher Begründung für wirksam (OLG Dresden, WM 2023, 1262; KG, ZIP 2024, 286; LG Leipzig, BKR 2021, 499; LG München I, ZIP 2024, 226;… Grüneberg/Grüneberg, BGB, 84. Aufl., § 307 Rn. 69;… BeckOGK BGB/C. Weber, Stand: 1.10.2024, § 488 Rn. 226.2;… MünchKommBGB/Fornasier, 9. Aufl., § 307 Rn. 234;… MünchKommBGB/Berger, 9. Aufl., vor § 488 Rn. 69;… Staudinger/Rodi, BGB, Neubearb.Ist demgegenüber auf dem Girokonto ein Guthaben vorhanden, liegt neben dem Zahlungsdiensterahmenvertrag eine unregelmäßige Verwahrung nach § 700 i.V.m. §§ 488 ff. BGB vor (vgl. Senatsurteile vom 28. Juli 2015 - XI ZR 434/14, BGHZ 206, 305 Rn. 33
…und vom 18. Juni 2019 aaO, Rn. 26; KG, ZIP 2024, 286, 289;… Schmieder, aaO).Rn. 27 (d) Die Verwahrung von Guthaben auf Girokonten stellt neben der Erbringung von Zahlungsdiensten eine den Girovertrag prägende Leistung und damit eine Hauptleistung aus dem Girovertrag dar (vgl. OLG Dresden, WM 2023, 1262, 1263 f.
; KG, ZIP 2024, 286, 289; LG München I, ZIP 2024, 226, 228;… Staudinger/Omlor, BGB, Neubearb. 2020, § 675f Rn. 15;… BeckOK BGB/Schmalenbach, 72. Ed. Stand: 01.11.2024, § 675f Rn. 10b; aA LG Berlin, WM 2021, 2336, 2337;… MünchKommHGB/Herresthal, 5. Aufl., Bd. 6, Teil 1, A. Das Giroverhältnis, Rn. 207; Mülbert/Kopke, WM 2024, 1595, 1598 f.).Rn. 28 (e) Entgegen der Meinung der Revision ergibt sich aus der nach § 675c Abs. 1 i.V.m. § 669 BGB bestehenden Vorschusspflicht des Zahlungsdienstnutzers nichts Anderes (zutreffend KG, ZIP 2024, 286, 289).
Wie der Senat (aaO Rn. 25) bereits klargestellt hat, kann die unregelmäßige Verwahrung allerdings wie das Darlehen nach der gesetzlichen Regelung sowohl entgeltlich (§ 700 Abs. 1 Satz 1, § 488 Abs. 1 Satz 2 BGB) als auch unentgeltlich (§ 700 Abs. 1 Satz 1, § 488 Abs. 3 BGB) ausgestaltet sein (zutreffend KG, ZIP 2024, 286, 288).
Das Entgelt des Verwahrers, wie es der Gesetzgeber vor Augen hatte, besteht vielmehr darin, dass er nicht die gesamten mit dem verwahrten Kapital erwirtschafteten Erträge an den Hinterleger auskehrt, sondern hiervon einen Teil - das Entgelt - für seine Tätigkeit in Abzug bringt und die mit dem verwahrten Kapital gezogenen Nutzungen nur in einem um das Entgelt verringerten Umfang an den Hinterleger herausgibt (vgl. KG, ZIP 2024, 286, 288).
- BGH, 13.05.2014 - XI ZR 405/12
Allgemeine Geschäftsbedingungen über ein Bearbeitungsentgelt für Privatkredite …
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Preisnebenabreden, die keine echte (Gegen-)Leistung zum Gegenstand haben, sondern mit denen der Klauselverwender allgemeine Betriebskosten, Aufwand für die Erfüllung gesetzlich oder nebenvertraglich begründeter eigener Pflichten oder für sonstige Tätigkeiten auf den Kunden abwälzt, die der Verwender im eigenen Interesse erbringt, sind ebenfalls der Inhaltskontrolle unterworfen (…st. Rspr., Senatsurteile vom 21. April 2009 - XI ZR 78/08, BGHZ 180, 257 Rn. 16, vom 13. Mai 2014 - XI ZR 405/12, BGHZ 201, 168 Rn. 24…, vom 16. Februar 2016 - XI ZR 454/14, BGHZ 209, 71 Rn. 23…, vom 10. September 2019 - XI ZR 7/19, BGHZ 223, 130 Rn. 16 …und vom 18. Januar 2022 - XI ZR 505/21, BGHZ 232, 227 Rn. 11).Diese hat sich nach dem objektiven Inhalt und typischen Sinn der in Rede stehenden Klausel einheitlich danach zu richten, wie ihr Wortlaut von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der regelmäßig beteiligten Verkehrskreise verstanden wird (Senatsurteile vom 13. Mai 2014 - XI ZR 405/12, BGHZ 201, 168 Rn. 25 …und vom 18. Januar 2022, aaO, jeweils mwN).
Außer Betracht zu bleiben haben Verständnismöglichkeiten, die zwar theoretisch denkbar, praktisch aber fernliegend und nicht ernstlich in Erwägung zu ziehen sind (Senatsurteile vom 13. Mai 2014 - XI ZR 405/12, BGHZ 201, 168 Rn. 25 …und vom 4. Juli 2017 - XI ZR 562/15, BGHZ 215, 172 Rn. 25).
Rn. 34 Der Klauselverwender ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in der konkreten Ausgestaltung seines Preisgefüges grundsätzlich frei und kann seine Leistung entweder zu einem Pauschalpreis anbieten oder den Preis in mehrere Preisbestandteile oder Teilentgelte aufteilen (Senatsurteile vom 14. Oktober 1997 - XI ZR 167/96, BGHZ 137, 27, 30…, vom 7. Dezember 2010 - XI ZR 3/10, BGHZ 187, 360 Rn. 31…, vom 7. Juni 2011 - XI ZR 388/10, BGHZ 190, 66 Rn. 24 f. und vom 13. Mai 2014 - XI ZR 405/12, BGHZ 201, 168 Rn. 42; BGH, Urteil vom 8. Oktober 1998 - III ZR 278/97, WM 1998, 2432, 2434).
Aus dem Nebeneinanderstellen der Begriffe "Neuanlage" und "Neuvereinbarung" ergibt sich aus der Sicht eines durchschnittlichen, rechtlich nicht gebildeten, verständigen Kunden (vgl. Senatsurteil vom 13. Mai 2014 - XI ZR 405/12, BGHZ 201, 168 Rn. 27), dass einer "Neuanlage" ein anderes Verständnis als einer "Neuvereinbarung" beizumessen ist.
- BGH, 18.06.2019 - XI ZR 768/17
Entgelte für Bareinzahlungen und Barauszahlungen am Bankschalter
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Da Allgemeine Geschäftsbedingungen wie revisible Rechtsnormen zu behandeln sind, ist ihre Auslegung - nicht anders als die Überprüfung ihrer Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht - Rechtsfrage, die ohne Bindung an das Parteivorbringen zu erfolgen hat (…vgl. Senatsurteil vom 20. Juni 2017 - XI ZR 72/16, WM 2017, 1599 Rn. 28 und vom 18. Juni 2019 - XI ZR 768/17, BGHZ 222, 240 Rn. 39).Rn. 24 (b) Hauptleistungspflichten sind nach allgemeinen Grundsätzen nur die für die Eigenart des jeweiligen Schuldverhältnisses prägenden Bestimmungen, die für die Einordnung in die verschiedenen Typen der Schuldverhältnisse entscheidend sind (Senatsurteil vom 18. Juni 2019 - XI ZR 768/17, BGHZ 222, 240 Rn. 25).
Rn. 25 (c) Der Girovertrag ist ein Zahlungsdiensterahmenvertrag nach § 675f Abs. 2 BGB, soweit die Bank aus ihm verpflichtet ist, für den Kunden ein Zahlungskonto (§ 675c Abs. 3 i.V.m. § 1 Abs. 17 ZAG) zu führen und Zahlungsaufträge auszuführen (vgl. Senatsurteil vom 18. Juni 2019 - XI ZR 768/17, BGHZ 222, 240 Rn. 25 mwN).
Ist demgegenüber auf dem Girokonto ein Guthaben vorhanden, liegt neben dem Zahlungsdiensterahmenvertrag eine unregelmäßige Verwahrung nach § 700 i.V.m. §§ 488 ff. BGB vor (…vgl. Senatsurteile vom 28. Juli 2015 - XI ZR 434/14, BGHZ 206, 305 Rn. 33 und vom 18. Juni 2019 aaO, Rn. 26; KG, ZIP 2024, 286, 289;… Schmieder, aaO).
Die Darlehens- und Verwahrungsfunktion des Girokontos ist für den Girovertrag charakteristisch (Senatsurteil vom 18. Juni 2019, aaO Rn. 26).
- OLG Dresden, 18.01.2022 - 8 U 1389/21
Wirksamkeit einer Klausel in den AGB einer Bank über ein Verwahrentgelt für …
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
2022, Anh zu §§ 305-310 Rn. F 95; PWW/Fehrenbacher, BGB, 18. Aufl., § 700 Rn. 4; Langner in Ellenberger/Bunte, Bankrechts-Handbuch, 6. Aufl., § 45 Rn. 84 ff.; Servatius in Langenbucher/Bliesener/Spindler, Bankrechts-Kommentar, 3. Aufl., Kap. 35, Rn. 25e; Peterek in Kümpel/Mülbert/Früh/Seyfried, Bankrecht und Kapitalmarktrecht, 7. Aufl., Rn. 9.120; Schwintowski, Bankrecht, 6. Aufl., Kap. 8 C., Rn. 46; Beyer, WuB 2022, 357 ff.; Binder/Ettensberger, WM 2015, 2069, 2072; Binder, ZBB 2023, 217, 222; Edelmann, WuB 2018, 248, 252; Freitag, JZ 2022, 132, 135 ff.; ders., ZBB 2018, 269, 277; Homberger, EWiR 2022, 163, 164; Kapoor, RdZ 2023, 202 f.; Langner/Brocker, WM 2017, 1917, 1922; Langner/Müller, WM 2015, 1979, 1984 f.; Manhardt, BKR 2023, 622, 625 f.; Mülbert/Kopke, WM 2024, 1595, 1598 ff.; Omlor, EWiR 2021, 547, 548; Placzek, RdZ 2022, 26, 31; Radke, BKR 2019, 178, 181; ders., Negative Nominalzinsen im Zins- und Bankvertragsrecht, 2019, S. 103; Strobel, NJW 2021, 881 Rn. 35; ders., BKR 2022, 96, 100; Suendorf-Bischof, BKR 2019, 279, 283 ff.; Thume, EWiR 2022, 67, 68; Vogel, BKR 2018, 45, 52 ff.; Wollgarten/Bohne, BKR 2022, 109, 113 ff.; wohl auch Erman/Graf v. Westphalen, BGB, 17. Aufl., § 675f Rn. 48).Sie können ihr Bargeld mithilfe des Girokontos - nach vorheriger Umwandlung in Giralgeld - sicher aufbewahren (…vgl. Senatsurteile vom 28. Juli 2015 - XI ZR 434/14, BGHZ 206, 305 Rn. 33 …und vom 14. Mai 2019 - XI ZR 345/18, BGHZ 222, 74 Rn. 26) und Guthaben auf Girokonten belassen, ohne sich um dessen Weiterverwendung zu kümmern (…vgl. Staudinger/Rodi, BGB, Neubearb. 2022, Anh zu §§ 305-310 Rn. F 92a; Beyer, WuB 2022, 357, 360;… Freitag, aaO S. 134; Langner/Brocker, WM 2017, 1917, 1922).
Die Aufbewahrung von für die Ausführung von Zahlungsvorgängen nicht benötigten Guthaben geht über die Vorschusspflicht hinaus und erfolgt nicht auf Verlangen der Bank (Beyer, WuB 2022, 357, 358).
Nach den gesetzlichen Regelungen können Zahlungsvorgänge damit auch ohne die gleichzeitige Verwahrung von (Sicht-)Einlagen abgewickelt werden (Beyer, WuB 2022, 357, 359; Pape, BKR 2023, 400, 401; aA Dehne-Niemann, jurisPR-BKR 1/2023 Anm. 1).
- LG Leipzig, 08.07.2021 - 5 O 640/20
Verwahrentgelte bei Girokonten
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Rn. 17 (1) Eine Meinung nimmt an, dass solche Vereinbarungen der Inhaltskontrolle unterliegen und den Verbraucher entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen (LG Tübingen, ZBB 2018, 332; LG Berlin, WM 2021, 2336;… MünchKommHGB/Fest, 5. Aufl., Bd. 6, N. Einlagengeschäft, Rn. 448 ff.; Dehne-Niemann, jurisPR-BKR 5/2022 Anm. 1; Feldhusen, VuR 2023, 323, 330 f.; Görner/Korff, VuR 2018, 337, 338; Knops, BKR 2021, 499, 504; Korff, jurisPR-BKR 2/2018 Anm. 4; Niebling, MDR 2018, 712, 713; Bode, VuR 2022, 20, 24; Sorge, jurisPR-BKR 11/2023 Anm. 1; wohl auch Guggenberger/Guggenberger, WM 2022, 1469, 1470 f.; Wagner, BKR 2017, 315, 318).Rn. 18 (2) Die Gegenauffassung hält solche Vereinbarungen im Rahmen neu abgeschlossener Giroverträge mit unterschiedlicher Begründung für wirksam (OLG Dresden, WM 2023, 1262; KG, ZIP 2024, 286; LG Leipzig, BKR 2021, 499; LG München I, ZIP 2024, 226;… Grüneberg/Grüneberg, BGB, 84. Aufl., § 307 Rn. 69;… BeckOGK BGB/C. Weber, Stand: 1.10.2024, § 488 Rn. 226.2;… MünchKommBGB/Fornasier, 9. Aufl., § 307 Rn. 234;… MünchKommBGB/Berger, 9. Aufl., vor § 488 Rn. 69;… Staudinger/Rodi, BGB, Neubearb.
2022, Anh zu §§ 305-310 Rn. F 95
;… PWW/Fehrenbacher, BGB, 18. Aufl., § 700 Rn. 4;… Langner in Ellenberger/Bunte, Bankrechts-Handbuch, 6. Aufl., § 45 Rn. 84 ff.;… Servatius in Langenbucher/Bliesener/Spindler, Bankrechts-Kommentar, 3. Aufl., Kap. 35, Rn. 25e;… Peterek in Kümpel/Mülbert/Früh/Seyfried, Bankrecht und Kapitalmarktrecht, 7. Aufl., Rn. 9.120;… Schwintowski, Bankrecht, 6. Aufl., Kap. 8 C., Rn. 46; Beyer, WuB 2022, 357 ff.; Binder/Ettensberger, WM 2015, 2069, 2072; Binder, ZBB 2023, 217, 222; Edelmann, WuB 2018, 248, 252; Freitag, JZ 2022, 132, 135 ff.; ders., ZBB 2018, 269, 277; Homberger, EWiR 2022, 163, 164; Kapoor, RdZ 2023, 202 f.; Langner/Brocker, WM 2017, 1917, 1922; Langner/Müller, WM 2015, 1979, 1984 f.; Manhardt, BKR 2023, 622, 625 f.; Mülbert/Kopke, WM 2024, 1595, 1598 ff.; Omlor, EWiR 2021, 547, 548; Placzek, RdZ 2022, 26, 31; Radke, BKR 2019, 178, 181;… ders., Negative Nominalzinsen im Zins- und Bankvertragsrecht, 2019, S. 103;… Strobel, NJW 2021, 881 Rn. 35; ders., BKR 2022, 96, 100; Suendorf-Bischof, BKR 2019, 279, 283 ff.; Thume, EWiR 2022, 67, 68; Vogel, BKR 2018, 45, 52 ff.; Wollgarten/Bohne, BKR 2022, 109, 113 ff.;… wohl auch Erman/Graf v. Westphalen, BGB, 17. Aufl., § 675f Rn. 48).Daraus kann entgegen teilweise vertretener Ansicht (LG Leipzig, ZIP 2021, 1533, 1536;… Staudinger/Rodi, BGB, Neubearb. 2022, Anh zu §§ 305-310 Rn. F 93) nicht abgeleitet werden, dass der Verwahrer auf die Nutzung des von ihm verwahrten Kapitals beschränkt sein soll und vom Hinterleger keine Vergütung für die Verwahrung verlangen darf.
- BGH, 11.09.2024 - I ZR 168/23
Wettbewerbsrechtlicher Beseitigungsanspruch umfasst nicht die Rückzahlung zu …
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Wie der Bundesgerichtshof zu einem vergleichbaren Klageantrag entschieden und eingehend begründet hat, ist ein solcher Klageantrag nicht hinreichend bestimmt (BGH, Urteil vom 11. September 2024 - I ZR 168/23, WM 2024, 1822 Rn. 12 ff.).Voraussetzung für das Bestehen eines (unselbständigen) Auskunftsanspruchs aus § 242 BGB ist aber, dass der Hauptanspruch, der mit der Auskunftserteilung vorbereitet und durchgesetzt werden soll, grundsätzlich besteht (vgl. BGH, Urteil vom 11. September 2024 - I ZR 168/23, WM 2024, 1822 Rn. 20 mwN; vgl. auch BGH, Urteile vom 18. Februar 1972 - I ZR 82/70, BB 1972, 376, 377, vom 24. März 1994 - I ZR 42/93, BGHZ 125, 322, 330 und vom 6. März 2001 - KZR 32/98, GRUR 2001, 849, 851).
Wie der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 11. September 2024 - I ZR 168/23, WM 2024, 1822 Rn. 22 ff.) für eine unwirksame klauselmäßig erhobene "Payout Fee" bereits entschieden und eingehend begründet hat, steht einem klagenden qualifizierten Verbraucherverband im Rahmen eines Klageverfahrens nach dem Unterlassungsklagengesetz allerdings kein Beseitigungsanspruch auf Rückzahlung rechtsgrundlos vereinnahmter Entgelte an die betroffenen Verbraucher gemäß § 8 Abs. 1 Satz 1 Fall 1 UWG unter dem Gesichtspunkt des Rechtsbruchs gemäß §§ 3, 3a UWG i.V.m. § 307 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB zu.
- BGH, 09.05.2023 - XI ZR 544/21
Pflicht zur Zahlung von "Negativzinsen" aus einem Schuldscheindarlehen
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Rn. 23 (a) Die Klausel ist bei der gebotenen objektiven, nicht am Willen der Vertragsparteien zu orientierenden Auslegung, für die in erster Linie ihr Wortlaut maßgebend ist (vgl. Senatsurteil vom 9. Mai 2023 - XI ZR 544/21, BGHZ 237, 71 Rn. 18), dahin auszulegen, dass mit ihr Einlagen auf Girokonten mit der Bezeichnung "V. " in Höhe von mehr als 10.000 EUR mit 0, 5% p.a. bepreist werden sollen.Die Vertragsparteien sind vielmehr nach dem Grundsatz der Privatautonomie berechtigt, Leistung und Gegenleistung frei zu bestimmen (Senatsurteil vom 9. Mai 2023 - XI ZR 544/21, BGHZ 237, 71 Rn. 43).
Rn. 39 (a) Nach dem für die objektive Auslegung in erster Linie maßgebenden Wortlaut (Senatsurteil vom 9. Mai 2023 - XI ZR 544/21, BGHZ 237, 71 Rn. 18) unterscheidet die Klausel ausdrücklich zwischen "Neuanlage" und "Neuvereinbarung".
- OLG Dresden, 30.03.2023 - 8 U 1389/21
Verwahrentgelte für Guthaben auf Girokonten
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Rn. 18 (2) Die Gegenauffassung hält solche Vereinbarungen im Rahmen neu abgeschlossener Giroverträge mit unterschiedlicher Begründung für wirksam (OLG Dresden, WM 2023, 1262; KG, ZIP 2024, 286; LG Leipzig, BKR 2021, 499; LG München I, ZIP 2024, 226;… Grüneberg/Grüneberg, BGB, 84. Aufl., § 307 Rn. 69;… BeckOGK BGB/C. Weber, Stand: 1.10.2024, § 488 Rn. 226.2;… MünchKommBGB/Fornasier, 9. Aufl., § 307 Rn. 234;… MünchKommBGB/Berger, 9. Aufl., vor § 488 Rn. 69; Staudinger/Rodi, BGB, Neubearb.Rn. 26 Der Girovertrag ist danach ein typengemischter Vertrag (zutreffend OLG Dresden, WM 2023, 1262, 1263 f.), bei dem die von der Bank erbrachten Leistungen Elemente des Zahlungsdiensterechts, des Darlehnsrechts und der unregelmäßigen Verwahrung aufweisen können.
Rn. 27 (d) Die Verwahrung von Guthaben auf Girokonten stellt neben der Erbringung von Zahlungsdiensten eine den Girovertrag prägende Leistung und damit eine Hauptleistung aus dem Girovertrag dar (vgl. OLG Dresden, WM 2023, 1262, 1263 f.; KG, ZIP 2024, 286, 289; LG München I, ZIP 2024, 226, 228;… Staudinger/Omlor, BGB, Neubearb. 2020, § 675f Rn. 15;… BeckOK BGB/Schmalenbach, 72. Ed. Stand: 01.11.2024, § 675f Rn. 10b; aA LG Berlin, WM 2021, 2336, 2337;… MünchKommHGB/Herresthal, 5. Aufl., Bd. 6, Teil 1, A. Das Giroverhältnis, Rn. 207; Mülbert/Kopke, WM 2024, 1595, 1598 f.).
- LG München I, 10.03.2023 - 22 O 2030/21
Zulässigkeit von sog. Negativ-Zinsen bei Girokonten in AGB einer Bank
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Rn. 18 (2) Die Gegenauffassung hält solche Vereinbarungen im Rahmen neu abgeschlossener Giroverträge mit unterschiedlicher Begründung für wirksam (OLG Dresden, WM 2023, 1262; KG, ZIP 2024, 286; LG Leipzig, BKR 2021, 499; LG München I, ZIP 2024, 226;… Grüneberg/Grüneberg, BGB, 84. Aufl., § 307 Rn. 69;… BeckOGK BGB/C. Weber, Stand: 1.10.2024, § 488 Rn. 226.2;… MünchKommBGB/Fornasier, 9. Aufl., § 307 Rn. 234;… MünchKommBGB/Berger, 9. Aufl., vor § 488 Rn. 69;… Staudinger/Rodi, BGB, Neubearb.Rn. 27 (d) Die Verwahrung von Guthaben auf Girokonten stellt neben der Erbringung von Zahlungsdiensten eine den Girovertrag prägende Leistung und damit eine Hauptleistung aus dem Girovertrag dar (vgl. OLG Dresden, WM 2023, 1262, 1263 f.
; KG, ZIP 2024, 286, 289; LG München I, ZIP 2024, 226, 228;… Staudinger/Omlor, BGB, Neubearb. 2020, § 675f Rn. 15;… BeckOK BGB/Schmalenbach, 72. Ed. Stand: 01.11.2024, § 675f Rn. 10b; aA LG Berlin, WM 2021, 2336, 2337;… MünchKommHGB/Herresthal, 5. Aufl., Bd. 6, Teil 1, A. Das Giroverhältnis, Rn. 207; Mülbert/Kopke, WM 2024, 1595, 1598 f.).Nach den gesetzlichen Regelungen können Zahlungsvorgänge damit auch ohne die gleichzeitige Verwahrung von (Sicht-)Einlagen abgewickelt werden (Beyer, WuB 2022, 357, 359; Pape, BKR 2023, 400, 401; aA Dehne-Niemann, jurisPR-BKR 1/2023 Anm. 1).
- LG Berlin, 28.10.2021 - 16 O 43/21
Keine Verwahrentgelte auf Girokonten/Tagesgeldkonten
Auszug aus BGH, 04.02.2025 - XI ZR 65/23
Rn. 17 (1) Eine Meinung nimmt an, dass solche Vereinbarungen der Inhaltskontrolle unterliegen und den Verbraucher entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen (LG Tübingen, ZBB 2018, 332; LG Berlin, WM 2021, 2336;… MünchKommHGB/Fest, 5. Aufl., Bd. 6, N. Einlagengeschäft, Rn. 448 ff.; Dehne-Niemann, jurisPR-BKR 5/2022 Anm. 1; Feldhusen, VuR 2023, 323, 330 f.; Görner/Korff, VuR 2018, 337, 338; Knops, BKR 2021, 499, 504; Korff, jurisPR-BKR 2/2018 Anm. 4; Niebling, MDR 2018, 712, 713; Bode, VuR 2022, 20, 24; Sorge, jurisPR-BKR 11/2023 Anm. 1; wohl auch Guggenberger/Guggenberger, WM 2022, 1469, 1470 f.; Wagner, BKR 2017, 315, 318).2022, Anh zu §§ 305-310 Rn. F 95; PWW/Fehrenbacher, BGB, 18. Aufl., § 700 Rn. 4; Langner in Ellenberger/Bunte, Bankrechts-Handbuch, 6. Aufl., § 45 Rn. 84 ff.; Servatius in Langenbucher/Bliesener/Spindler, Bankrechts-Kommentar, 3. Aufl., Kap. 35, Rn. 25e; Peterek in Kümpel/Mülbert/Früh/Seyfried, Bankrecht und Kapitalmarktrecht, 7. Aufl., Rn. 9.120; Schwintowski, Bankrecht, 6. Aufl., Kap. 8 C., Rn. 46; Beyer, WuB 2022, 357 ff.; Binder/Ettensberger, WM 2015, 2069, 2072; Binder, ZBB 2023, 217, 222; Edelmann, WuB 2018, 248, 252; Freitag, JZ 2022, 132, 135 ff.; ders., ZBB 2018, 269, 277; Homberger, EWiR 2022, 163, 164; Kapoor, RdZ 2023, 202 f.; Langner/Brocker, WM 2017, 1917, 1922; Langner/Müller, WM 2015, 1979, 1984 f.; Manhardt, BKR 2023, 622, 625 f.; Mülbert/Kopke, WM 2024, 1595, 1598 ff.; Omlor, EWiR 2021, 547, 548; Placzek, RdZ 2022, 26, 31; Radke, BKR 2019, 178, 181; ders., Negative Nominalzinsen im Zins- und Bankvertragsrecht, 2019, S. 103; Strobel, NJW 2021, 881 Rn. 35; ders., BKR 2022, 96, 100; Suendorf-Bischof, BKR 2019, 279, 283 ff.; Thume, EWiR 2022, 67, 68; Vogel, BKR 2018, 45, 52 ff.; Wollgarten/Bohne, BKR 2022, 109, 113 ff.; wohl auch Erman/Graf v. Westphalen, BGB, 17. Aufl., § 675f Rn. 48).
Rn. 27 (d) Die Verwahrung von Guthaben auf Girokonten stellt neben der Erbringung von Zahlungsdiensten eine den Girovertrag prägende Leistung und damit eine Hauptleistung aus dem Girovertrag dar (vgl. OLG Dresden, WM 2023, 1262, 1263 f.; KG, ZIP 2024, 286, 289; LG München I, ZIP 2024, 226, 228;… Staudinger/Omlor, BGB, Neubearb. 2020, § 675f Rn. 15;… BeckOK BGB/Schmalenbach, 72. Ed. Stand: 01.11.2024, § 675f Rn. 10b; aA LG Berlin, WM 2021, 2336, 2337;… MünchKommHGB/Herresthal, 5. Aufl., Bd. 6, Teil 1, A. Das Giroverhältnis, Rn. 207; Mülbert/Kopke, WM 2024, 1595, 1598 f.).
- BGH, 18.01.2022 - XI ZR 505/21
Rückzahlung von Verwaltungskosten im Zusammenhang mit zwei zwischen den Parteien …
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Wirksamkeit der Formulierung "unerwartete und schwere" Erkrankung in den …
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Zu Preiserhöhungen in Erdgas-Sonderverträgen
- OLG Frankfurt, 05.10.2023 - 3 U 286/22
Klausel über Verwahr- und Guthabenentgelte für Spareinlagen
- BGH, 14.10.1997 - XI ZR 167/96
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- BGH, 15.10.1991 - XI ZR 192/90
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- BGH, 08.10.2015 - I ZR 136/14
Allgemeine Marktnachfrage - Verteilungsplan der GEMA im Bereich U-Musik: …
- BGH, 06.03.2001 - KZR 32/98
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- BGH, 08.10.1998 - III ZR 278/97
Formularmäßige Vereinbarung einer Wildschadenspauschale in einem Vertrag über die …
- BGH, 24.04.2018 - XI ZR 335/17
Inhaltskontrolle bei Agio-Klausel in Bauspardarlehen
- BGH, 18.02.1972 - I ZR 82/70
Teerspritzmaschinen
- BGH, 05.11.1991 - XI ZR 246/90
Prüfungsmaßstab im Kontrollverfahren nach § 13 AGB im Hinblick auf das …
- BGH, 04.07.2017 - XI ZR 562/15
Zur Zulässigkeit formularmäßig vereinbarter Bearbeitungsentgelte bei …
- BGH, 21.04.2009 - XI ZR 78/08
BGH erklärt Nr. 17 Abs. 2 Satz 1 der AGB-Sparkassen für unwirksam
- LG Düsseldorf, 22.12.2021 - 12 O 34/21
Strafzinsen sind unzulässig
- LG Tübingen, 25.05.2018 - 4 O 225/17
Die Erhebung von Negativzinsen im Wege eines Preisaushangs bei Einlagen auf einem …
- BGH, 16.02.2016 - XI ZR 454/14
Zu Formularklauseln über Abzugsbeträge bei Förderdarlehen (KfW-Darlehen)
- BGH, 25.10.2016 - XI ZR 9/15
Zulässigkeit eines pauschalen Entgelts für geduldete Überziehungen
- BGH, 20.06.2017 - XI ZR 72/16
Verbraucherdarlehensvertrag: Zulässigkeit eines Teilurteils bei gleichzeitiger …
- BGH, 04.02.2025 - XI ZR 61/23
Unwirksamkeit von Klauseln zu Verwahrentgelten ("Negativzinsen") in Verträgen …
Wie der Senat mit heute verkündetem Urteil in der Sache XI ZR 65/23 (…Rn. 22 ff.) entschieden und eingehend begründet hat, stellt auch die hier vorliegende Klausel, die bei der gebotenen objektiven, nicht am Willen der Vertragsparteien zu orientierenden Auslegung, für die in erster Linie ihr Wortlaut maßgebend ist (…vgl. Senatsurteil vom 9. Mai 2023 - XI ZR 544/21, BGHZ 237, 71 Rn. 18), dahin auszulegen ist, dass mit ihr Einlagen auf von Verbrauchern neu eröffneten Girokonten ab einem Guthaben von 5.000,01 EUR mit 0, 7% p.a. bepreist werden sollen, eine kontrollfreie Preisabrede dar. - BGH, 04.02.2025 - XI ZR 161/23
Unwirksamkeit von Klauseln zu Verwahrentgelten ("Negativzinsen") in Verträgen …
Rn. 22 Wie der Senat mit heute verkündetem Urteil in der Sache XI ZR 65/23 (…Rn. 22 ff.) entschieden und eingehend begründet hat, stellt auch die hier vorliegende Klausel, die bei der gebotenen objektiven, nicht am Willen der Vertragsparteien zu orientierenden Auslegung, für die in erster Linie ihr Wortlaut maßgebend ist (…vgl. Senatsurteil vom 9. Mai 2023 - XI ZR 544/21, BGHZ 237, 71 Rn. 18), dahin auszulegen ist, dass mit ihr Einlagen auf von Verbrauchern neu eröffneten Girokonten ab einem Guthaben von über 25.000 EUR mit 0, 5% p.a. bepreist werden sollen, eine kontrollfreie Preisabrede dar.Wie der Senat mit heute verkündetem Urteil in der Sache XI ZR 65/23 (…Rn. 31) entschieden und eingehend begründet hat, wird der Hauptleistungsverpflichtung der Bank aus § 700 Abs. 1 BGB durch die Entgeltklausel keine gesetzlich nicht vorgesehene Gegenleistung des Kunden gegenübergestellt.
- BGH, 16.04.2026 - III ZR 152/25
Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Anbieters von Streamingdiensten …
Der Eigenart des Vertrags wird vielmehr grundsätzlich nur die Unterstellung unter ein einziges Vertragsrecht gerecht, nämlich dasjenige, in dessen Bereich der Schwerpunkt des Vertrags liegt (Senat, Beschluss vom 21. April 2005 - III ZR 293/04, NJW 2005, 2008, 2010; BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 65/23, BGHZ 243, 9 Rn. 26 mwN).
- BGH, 04.02.2025 - XI ZR 183/23
Unwirksamkeit von Klauseln zu Verwahrentgelten ("Negativzinsen") in Verträgen …
- BGH, 21.10.2025 - EnZR 97/23
Operative Gründe
Nur wenn dem Kläger die Empfänger dieser E-Mails bekannt sind, kann er kontrollieren, ob die Beklagte der Verpflichtung zur Versendung von Berichtigungsschreiben (…siehe Rn. 52) nachkommt (…vgl. BGH, Urteile vom 14. Dezember 2017 - I ZR 184/15, WM 2018, 436 Rn. 52, 54 - Klauselersetzung;… vom 25. April 2019 - I ZR 93/17, MDR 2019, 752 Rn. 15 f. - Prämiensparverträge;… vom 11. September 2024 - I ZR 168/23, WM 2024, 1822 Rn. 20, 41 - Payout Fee; vom 4. Februar 2025 - XI ZR 65/23, WM 2025, 509 Rn. 51). - LG Frankfurt/Main, 23.06.2026 - 27 O 58/26 Die Klägerin ist unter Verweis auf die Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 04.02.2025 (XI ZR 65/23, XI 61/23 und XI ZR 161/23) der Auffassung, die AGB-Klausel über die negative Verzinsung verstoße gegen das Transparenzgebot und sei deshalb unwirksam.
Diese unterscheiden ihn fundamental von den Fallkonstellationen, die Gegenstand der Entscheidungen des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 04.02.2025 zu Az. XI ZR 61/23, XI ZR 65/23 sowie XI ZR 161/23 waren, aber auch von solchen, in denen sog. Verwahrentgeltklauseln zwischen Geschäftsbanken und Unternehmern geschlossen wurden.
Dieser unterfällt hinsichtlich des auf dem Girokonto verbuchten Guthabens den Regelungen über die unregelmäßige Verwahrung, § 700 Abs. 1 i.V.m. §§ 488 BGB (vgl. BGH, NJW 2025, 1743, Rn. 25ff.).
Das Transparenzgebot verpflichtet den Verwender von AGB nach Treu und Glauben, den Regelungsgehalt einer Klausel möglichst klar und überschaubar darzustellen (BGH, NJW 2025, 1743, Rn. 36).
Ohne eine entsprechende Klarstellung in der Klausel seien für Kunden die mit dem Verwahrentgelt verbundenen finanziellen Belastungen der Höhe nach weder vorhersehbar noch überprüfbar (BGH, NJW 2025, 1743 Rn. 45).
Denn es ist auf die Erwartungen und Erkenntnismöglichkeiten eines durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders im Zeitpunkt des Vertragsschlusses abzustellen (BGH, NJW 2025, 1743 Rn. 44).
- OLG Frankfurt, 23.07.2025 - 17 U 188/23
Änderungen der AGB einer Bausparkasse mittels Zustimmungsfiktion
Bei der Auslegung einer Klausel ist auch der Inhalt anderer, mit der beanstandeten Klausel zu einer Einheit verbundenen Formularbedingungen und ihr Zusammenwirken zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 65/23 -, BGHZ 243, 9-28, Rn. 47 m.w.N.).Unrichtige oder irreführende Klauselinhalte sind daher unangemessen, wenn sie den Kunden über die wirkliche Rechtslage zu täuschen vermögen und ihn bei der Wahrnehmung seiner Rechte behindern oder ihm unberechtigte Pflichten abverlangt werden können, ohne dass es auf eine Täuschungsabsicht ankommt (BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 65/23 -, BGHZ 243, 9-28, Rn. 36).
- LG Karlsruhe, 21.05.2026 - 2 O 237/25
Wirksamkeit einer Negativzinsabrede bei einer Termineinlage im institutionellen …
Bestimmungen über den Preis der vertraglichen Hauptleistung unterliegen grundsätzlich keiner Inhaltskontrolle (vgl. BGH, Urteil vom 04.02.2025 - XI ZR 65/23 -, BGHZ 243, 9-28, Rn. 34, juris).Das Transparenzgebot verpflichtet den Verwender von AGB nach Treu und Glauben, den Regelungsgehalt einer Klausel möglichst klar und überschaubar darzustellen (BGH, Urteil vom 04.02.2025 - XI ZR 65/23 -, BGHZ 243, 9-28, Rn. 36, juris; BGH…, Urteil vom 14.01.2014 - XI ZR 355/12 -, BGHZ 199, 355, Rn. 23, juris).
Es dient insbesondere auch dem Schutz vor Klauseln, denen aufgrund ihrer unklaren Formulierung ein Element der Täuschung oder Eignung zur Irreführung des Kunden über seine Rechte oder Pflichten innewohnt, ohne dass dem Verwender ein subjektives Element anzulasten sein müsste (BGH, Urteil vom 04.02.2025 - XI ZR 65/23 -, BGHZ 243, 9-28, Rn. 36, juris).
Insoweit sollen vom Gesetz oder von der nach Treu und Glauben geschuldeten Leistung abweichende Hauptleistungsversprechen überprüfbar sein (BGH, Urteil vom 04.02.2025 - XI ZR 65/23 -, BGHZ 243, 9-28, Rn. 20, juris).
- OLG Frankfurt, 23.07.2025 - 17 U 192/23
Wirksamkeit einer Klausel in als Altersvorsorgevertrag zertifiziertem …
Preisnebenabreden, die Entgelte für die Erfüllung gesetzlich oder nebenvertraglich begründeter eigener Pflichten des Klauselverwenders zum Gegenstand haben oder die Aufwendungen für solche Tätigkeiten auf den Kunden abwälzen, die der Verwender im eigenen Interesse erbringt, sind hingegen der Inhaltskontrolle unterworfen (BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 65/23 -, Rn. 20, juris;… Urteil vom 15. November 2022 - XI ZR 551/21 -, Rn. 17, juris;… Beschluss vom 24. März 2020 - XI ZR 516/18 -, Rn. 9, juris;… Urteil vom 19. Januar 2016 - XI ZR 388/14 -, BGHZ 208, 290-302, Rn. 18;… Urteil vom 22. Mai 2012 - XI ZR 290/11 -, BGHZ 193, 238-260, Rn. 10).Diese hat sich nach dem objektiven Inhalt und typischen Sinn der in Rede stehenden Klausel einheitlich danach zu richten, wie ihr Wortlaut von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der regelmäßig beteiligten Verkehrskreise verstanden wird (BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 65/23 -, Rn. 21, juris;… Urteil vom 15. November 2022 - XI ZR 551/21 -, Rn. 19, juris).
Bei der Auslegung sind auch der Inhalt anderer, mit der beanstandeten Klausel zu einer Einheit verbundenen Formularbedingungen und ihr Zusammenwirken zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 4. Februar 2025 - XI ZR 65/23 -, BGHZ 243, 9-28, Rn. 47 m.w.N.).
- LG Essen, 30.04.2026 - 6 O 415/25 Rn. 73 Mit Urteilen vom 04.02.2025 zu Girokonten (vgl. BGH, Urteil vom 04.02.2025, Az. XI ZR 65/23, NJW 2025, 1743, zitiert nach beck-online) und Tagesgeldkonten (vgl. BGH, Urteil vom 04.02.2025, Az. XI ZR 161/23, NJW 2025, 1738, zitiert nach beck-online) entschied der Bundesgerichtshof, dass ein für die Verwahrung von Geldern durch die Bank formularmäßig vereinbartes Entgelt als solches nach § 307 Abs. 3 S. 1 BGB grundsätzlich nicht der Inhaltskontrolle unterliege.
Die Vertragsparteien seien vielmehr nach dem Grundsatz der Privatautonomie berechtigt, Leistung und Gegenleistung frei zu bestimmen (vgl. BGH, Urteil vom 04.02.2025, Az. XI ZR 65/23, NJW 2025, 1743, zitiert nach beck-online).
Da Verbraucher und Unternehmer aus Sicht der Kammer insoweit denselben Vertragszweck verfolgen, werden Unternehmer durch die Erhebung von Verwahrentgelten nach Auffassung der Kammer ebenso unangemessen benachteiligt wie Verbraucher (vgl. Grünwald/von Rechteren, jM 2025, 155, 157; Rodi, ZBB/JBB 3/2025, 290: Kropf, WM 2025, 1267, 1274; Linardatos, ZIP 2025, 1004, 1005; Jahn, BBP 2025, 104-110; Haug, BB 2025, 1539, 1545).
- BGH, 18.03.2026 - IV ZR 184/24
Klauseln in Allgemeinen Versicherungsbedingungen zum sogenannten …
- LG Stuttgart, 30.07.2026 - 7 O 240/23
Testamentsvollstreckerzeugnis als Legitimationsnachweis gegenüber einer Bank bei …
- BGH, 13.05.2025 - EnZR 24/24
E.ON Drive
- OLG Düsseldorf, 10.08.2023 - 20 U 102/22
Zulässigkeit und Begründetheit von Rückzahlungsansprüchen zu Unrecht aufgrund …
- LG Hamburg, 07.01.2025 - 305 O 88/25
Verstoß einer Klausel über die Zahlung von Kinderbetreuungskosten gegen das …
- LG Stuttgart, 25.03.2026 - 29 O 350/25
Verwahrentgelte bzw. negative Zinsen auf befristete Bankeinlagen (Termingelder) …
- LG Hanau, 05.06.2026 - 7 O 1455/25
Keine unangemessene Benachteiligung nach AGB durch Negativzinsen
- LG Karlsruhe, 22.06.2026 - 2 O 245/25
Negativzinsen auf Termineinlagen im Geldmarktgeschäft wirksam
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