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Weitere Entscheidung unten: BGH, 31.10.2024

Rechtsprechung
   BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2024,32259
BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24 (https://dejure.org/2024,32259)
BGH, Entscheidung vom 18.11.2024 - VI ZR 10/24 (https://dejure.org/2024,32259)
BGH, Entscheidung vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24 (https://dejure.org/2024,32259)
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Volltextveröffentlichungen (13)

  • bundesgerichtshof.de PDF
  • bundesgerichtshof.de PDF
  • rechtsinformationen.bund.de

    Immaterieller Schadensersatz wegen Verletzung der Datenschutz-Grundverordnung: Kurzzeitiger Verlust der Kontrolle über eigene personenbezogene Daten bei Facebook

  • rechtsprechung-im-internet.de

    Art 82 Abs 1 EUV 2016/679
    Immaterieller Schadensersatz wegen Verletzung der Datenschutz-Grundverordnung: Kurzzeitiger Verlust der Kontrolle über eigene personenbezogene Daten bei Facebook

  • IWW

    Art. 82 DSGVO, Art. ... 4 Nr. 7 DSGVO, Art. 82 Abs. 1 DSGVO, § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, Art. 3 Abs. 1 DSGVO, Art. 2 Abs. 1 DSGVO, Art. 99 Abs. 2 DSGVO, Art. 79 Abs. 2 Satz 2 DSGVO, Art. 82 Abs. 3 DSGVO, Art. 5 Abs. 1 Buchst. b, Art. 25 Abs. 2, Art. 32 Abs. 1 DSGVO, Art. 4 Nr. 2 DSGVO, Art. 5 bis 11 DSGVO, Art. 5 DSGVO, Art. 24 bis 43 DSGVO, Art. 32 DSGVO, Art. 26, 30 DSGVO, Art. 9 DSGVO, Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. a DSGVO, Art. 4 Nr. 11 DSGVO, Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 1 Abs. 1 GG, § 823 Abs. 1 BGB, Art. 1 Abs. 2 DSGVO, § 308 ZPO, § 322 ZPO, § 1004 BGB, Art. 7 Abs. 3 Satz 1 DSGVO, § 890 Abs. 2 ZPO, § 559 Abs. 2 ZPO, § 362 Abs. 1 BGB, Art. 15 Abs. 1 Buchst. c DSGVO, § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 823 BGB, § 280 Abs. 1, § 241 Abs. 2 BGB, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO, Art. 5 Abs. 1 Buchst. b und c, Art. 25 Abs. 2 Satz 1 und 3 DSGVO, Art. 5 Abs. 1 Buchst. c DSGVO, Art. 25 DSGVO, Art. 5, Art. 25 Abs. 2 DSGVO, Art. 25 Abs. 2 Satz 3 DSGVO, Art. 83 DSGVO, § 287 ZPO, Art. 9 Abs. 1 DSGVO

  • Betriebs-Berater

    Bloßer und kurzzeitiger Verlust der Kontrolle über eigene personenbezogene Daten als immaterieller Schaden i. S. d. Art. 82 Abs. 1 DSGVO (Scraping)

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    DS- GVO Art. 82 Abs. 1
    Bloßer und kurzzeitiger Verlust der Kontrolle über eigene personenbezogene Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung als immaterieller Schaden im Sinne des Art. 82 Abs. 1 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO); Schadensersatz-, Feststellungs-, ...

  • rechtsportal.de

    DS- GVO Art. 82 Abs. 1
    Bloßer und kurzzeitiger Verlust der Kontrolle über eigene personenbezogene Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung als immaterieller Schaden im Sinne des Art. 82 Abs. 1 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO); Schadensersatz-, Feststellungs-, ...

  • wrp (Wettbewerb in Recht und Praxis)(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Datenschutzrecht: Bloßer und kurzzeitiger Verlust der Kontrolle über eigene personenbezogene Daten als immaterieller Schaden i.S. d. Art. 82 Abs. 1 DSGVO

  • datenbank.nwb.de

    Immaterieller Schadensersatz wegen Verletzung der Datenschutz-Grundverordnung: Kurzzeitiger Verlust der Kontrolle über eigene personenbezogene Daten bei Facebook

Kurzfassungen/Presse (22)

  • bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)

    Ansprüche im Zusammenhang mit einem Datenschutzvorfall beim sozialen Netzwerk Facebook (sog. Scraping)

  • ferner-alsdorf.de (Kurzinformation)

    Voraussetzungen des immateriellen Schadensersatzes nach Art. 82 DSGVO konkretisiert

  • MIR - Medien Internet und Recht (Kurzmitteilung)

    Kontrollverlust als immaterieller Schaden - Leitentscheidung über Ansprüche im Zusammenhang mit einem Datenschutzvorfall bei Facebook (Scraping)

  • damm-legal.de (Kurzinformation)

    Bereits ein Kontrollverlust über Daten nach Facebook-Scraping berechtigt zum Schadensersatz

  • beckmannundnorda.de (Kurzinformation)

    100 EURO Schadensersatz in Facebook-Scraping-Fällen aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO wegen Kontrollverlustes sofern keine wirksame Einwilligung vorlag - dann auch Unterlassungsanspruch

  • urheberrecht.org (Kurzinformation)

    Datenscraping auf Facebook

  • lto.de (Kurzinformation)

    Scraping-Komplex: BGH senkt Hürden für immateriellen Schadensersatz

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Schadensersatz für das Facebook-Datenscraping

  • anwaltonline.com (Kurzinformation)

    Ansprüche im Zusammenhang mit einem Datenschutzvorfall bei einem sozialen Netzwerk Facebook ("Scraping")

  • beck-aktuell.de (Kurzinformation)

    Datenleck bei Facebook: Niedrige Hürden für Schadensersatz

  • gesellschaftsrechtskanzlei.com (Leitsatz/Kurzinformation)

    Immaterieller Schaden im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO kann au... ch der bloße und kurzzeitige Verlust der Kontrolle über eigene personenbezogene Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz- Grundverordnung
    DS-GVO Art. 82 Abs. 1

  • otto-schmidt.de (Kurzinformation)

    BGH entscheidet über Ansprüche im Zusammenhang mit dem Datenschutzvorfall beim sozialen Netzwerk Facebook (sog. Scraping)

  • Wolters Kluwer (Kurzinformation)

    Kurzzeitiger Kontrollverlust über eigene personenbezogene Daten als immaterieller Schaden

  • Verbraucherzentrale Bundesverband (Kurzinformation)

    Zum immateriellen Schadensersatz bei DSGVO-Verstößen

  • tp-presseagentur.de (Kurzinformation)

    Bundesgerichtshof über Ansprüche im Zusammenhang mit einem Datenschutzvorfall beim sozialen Netzwerk Facebook (sog. Scraping)

  • dr-bahr.com (Kurzinformation)

    Zu den Ansprüchen beim datenschutzwidrigen Scraping auf Facebook

  • delegedata.de (Kurzinformation)

    Nach dem BGH-Urteil zum DSGVO-Schadenersatz - Pauschal 100 EUR bei (angeblichem) Kontrollverlust?

  • juve.de (Kurzinformation)

    Tor für Sammelklagen gegen Freshfields-Mandantin Meta geöffnet

  • delegedata.de (Kurzinformation)

    DSGVO-Schadenersatz: Kein Schadenersatz für unverlangte Werbe-E-Mail ohne Kontrollverlust oder begründete Befürchtung

  • delegedata.de (Kurzinformation)

    Wie berechnet man immateriellen Schadenersatz nach Art. 82 DSGVO bei Datenschutzverstößen? erste Vorschläge - auch zu einem Sockelwert bei Scraping-Fällen

  • heise.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 11.11.2024)

    Kontrollverlust über Facebook-Daten kann Schadenersatz begründen

  • lto.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 11.11.2024)

    Anforderungen an immateriellen Schadensersatz: Kontrollverlust über Daten könnte genügen

Besprechungen u.ä.

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BGHZ 242, 180
  • NJW 2025, 298
  • ZIP 2024, 3006
  • GRUR 2024, 1910
  • WM 2024, 2301
  • MIR 2024, Dok. 098
 
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Wird zitiert von ... (231)Zitiert selbst (60)

  • EuGH, 11.04.2024 - C-741/21

    juris - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz natürlicher Personen bei der …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Er erfüllt keine Abschreckungs- oder gar Straffunktion, weshalb auch das Vorliegen mehrerer auf denselben Verarbeitungsvorgang bezogener Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (vgl. EuGH, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 f., 64 f. - juris).

    Rn. 21 4. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes erfordert ein Schadensersatzanspruch im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung, das Vorliegen eines materiellen oder immateriellen Schadens sowie einen Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verstoß, wobei diese drei Voraussetzungen kumulativ sind (…EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 24 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 34 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 58 - MediaMarktSaturn).

    Die Darlegungs- und Beweislast für diese Voraussetzungen trifft die Person, die auf der Grundlage von Art. 82 Abs. 1 DSGVO den Ersatz eines (immateriellen) Schadens verlangt (vgl. EuGH, Urteile vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 35 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 60 f. - MediaMarktSaturn).

    Art. 82 DSGVO sieht vielmehr eine Haftung für vermutetes Verschulden vor, die Exkulpation obliegt nach Art. 82 Abs. 3 DSGVO dem Verantwortlichen (vgl. EuGH, Urteile vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 44 ff. - juris;… vom 21. Dezember 2023 - C-667/21, EuZW 2024, 270 Rn. 94 - Krankenversicherung Nordrhein; vgl. ferner ErwG 146 Satz 2 DSGVO).

    Rn. 25 bb) Es kommt in diesem Zusammenhang auch nicht darauf an, ob einer oder mehrere Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung festgestellt werden können, da der in Art. 82 Abs. 1 DSGVO vorgesehene Schadensersatzanspruch ausschließlich eine Ausgleichsfunktion, jedoch keine Abschreckungs- oder Straffunktion erfüllt und daher das Vorliegen mehrerer Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (vgl. EuGH, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 f., 64 f. - juris; OLG Oldenburg…, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24).

    Der bloße Verstoß gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung reicht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs jedoch nicht aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen, vielmehr ist darüber hinaus - im Sinne einer eigenständigen Anspruchsvoraussetzung - der Eintritt eines Schadens (durch diesen Verstoß) erforderlich (…st. Rspr., vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 25 - PS GbR; vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 34 - juris;… vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 42 - Österreichische Post).

    Rn. 29 Weiter hat der Gerichtshof ausgeführt, dass Art. 82 Abs. 1 DSGVO einer nationalen Regelung oder Praxis entgegensteht, die den Ersatz eines immateriellen Schadens im Sinne dieser Bestimmung davon abhängig macht, dass der der betroffenen Person entstandene Schaden einen bestimmten Grad an Schwere oder Erheblichkeit erreicht hat (…EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 26 - PS GbR; vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 36 - juris;… vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 51 - Österreichische Post).

    Die Ablehnung einer Erheblichkeitsschwelle bedeutet nicht, dass eine Person, die von einem Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung betroffen ist, der für sie negative Folgen gehabt hat, vom Nachweis befreit wäre, dass diese Folgen einen immateriellen Schaden im Sinne von Art. 82 dieser Verordnung darstellen (…EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 27 - PS GbR; vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 36 - juris).

    Rn. 30 Schließlich hat der Gerichtshof in seiner jüngeren Rechtsprechung unter Bezugnahme auf ErwG 85 DSGVO (vgl. ferner ErwG 75 DSGVO) klargestellt, dass schon der - selbst kurzzeitige - Verlust der Kontrolle über personenbezogene Daten einen immateriellen Schaden darstellen kann, ohne dass dieser Begriff des "immateriellen Schadens" den Nachweis zusätzlicher spürbarer negativer Folgen erfordert (…EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145, 156 i.V.m. 137- Agentsia po vpisvaniyata;… vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 33 - PS GbR; vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 42 - juris;… vgl. zuvor bereits EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 66 - MediaMarktSaturn;… vom 14. Dezember 2023 - C-456/22, NZA 2024, 56 Rn. 17-23 - Gemeinde Ummendorf sowie - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Rn. 31 Freilich muss auch insoweit die betroffene Person den Nachweis erbringen, dass sie einen solchen - d.h. in einem bloßen Kontrollverlust als solchem bestehenden - Schaden erlitten hat (…vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 33 - PS GbR; vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 36 und 42 - juris).

    Rn. 37 Das Risiko der Nichterweislichkeit - auch in Bezug auf das konkrete Ausmaß eines etwaigen Schadens - verbleibt freilich beim Anspruchsteller (vgl. EuGH, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 35 - juris).

    Rn. 82 1. Hinsichtlich der Frage, ob der Kontrollverlust der betroffenen Person über ihre personenbezogenen Daten bereits für sich genommen einen immateriellen Schaden begründet, besteht aufgrund der Entscheidungen des Gerichtshofes vom 14. Dezember 2023 (C-340/21 und C-456/22), vom 25. Januar 2024 (C-687/21), vom 11. April 2024 (C-741/21), vom 20. Juni 2024 (C-590/22 und C-182/22) und vom 4. Oktober 2024 (C-200/23) kein Klärungsbedarf mehr.

    Insbesondere können aufgrund des unterschiedlichen Zwecks der Vorschriften nicht die in Art. 83 DSGVO genannten Kriterien herangezogen werden (…EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 39 ff. - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 57, 62 - juris).

    Die Bemessung richtet sich vielmehr entsprechend dem Grundsatz der Verfahrensautonomie nach den innerstaatlichen Vorschriften über den Umfang der finanziellen Entschädigung (EuGH, Urteile vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 58 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 53 - MediaMarktSaturn;… vom 21. Dezember 2023 - C-667/21, EuZW 2024, 270 Rn. 83 und 101 - Krankenversicherung Nordrhein; jeweils mwN).

    Rn. 96 bb) In Anbetracht der Ausgleichsfunktion des in Art. 82 DSGVO vorgesehenen Schadenersatzanspruchs, wie sie in ErwG 146 Satz 6 DSGVO zum Ausdruck kommt, ist eine auf Art. 82 DSGVO gestützte Entschädigung in Geld als "vollständig und wirksam" anzusehen, wenn sie es ermöglicht, den aufgrund des Verstoßes gegen diese Verordnung konkret erlittenen Schaden in vollem Umfang auszugleichen; eine Abschreckungs- oder Straffunktion soll der Anspruch aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO dagegen nicht erfüllen (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 42 - PS GbR;… vgl. auch EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 43 f. - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 23 - Scalable Capital; vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 47 - MediaMarktSaturn).

    Folglich darf weder die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung, durch den der betreffende Schaden entstanden ist, berücksichtigt werden, noch der Umstand, ob ein Verantwortlicher mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen (EuGH, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 60 und 64 f. - juris) und ob er vorsätzlich gehandelt hat (EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 29 f. - Scalable Capital).

    Rn. 97 Im Ergebnis soll die Höhe der Entschädigung zwar nicht hinter dem vollständigen Ausgleich des Schadens zurückbleiben, sie darf aber auch nicht in einer Höhe bemessen werden, die über den vollständigen Ersatz des Schadens hinausginge (vgl. EuGH, Urteile vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 60 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 48 - MediaMarktSaturn).

  • EuGH, 25.01.2024 - C-687/21

    MediaMarktSaturn - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz natürlicher Personen …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Rn. 21 4. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes erfordert ein Schadensersatzanspruch im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung, das Vorliegen eines materiellen oder immateriellen Schadens sowie einen Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verstoß, wobei diese drei Voraussetzungen kumulativ sind (…EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 24 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 34 - juris; vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 58 - MediaMarktSaturn).

    Die Darlegungs- und Beweislast für diese Voraussetzungen trifft die Person, die auf der Grundlage von Art. 82 Abs. 1 DSGVO den Ersatz eines (immateriellen) Schadens verlangt (…vgl. EuGH, Urteile vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 35 - juris; vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 60 f. - MediaMarktSaturn).

    Bedenken gegen die Anwendbarkeit des Art. 82 Abs. 1 DSGVO auf Verstöße gegen Art. 5 DSGVO bestehen daher nicht (vgl. auch bereits EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn;… vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Aber auch für Verstöße gegen Vorschriften aus dem vierten Kapitel der Datenschutz-Grundverordnung (Art. 24 bis 43 DSGVO) hat der Gerichtshof zu einzelnen Vorschriften bereits angenommen, dass ein Schadensersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO möglich ist (vgl. zu einem Verstoß gegen Art. 32 DSGVO EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn;… vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite;… für Verstöße gegen Art. 26 und 30 DSGVO Urteil vom 4. Mai 2023 - C-60/22, ZD 2023, 606 Rn. 66 f. - Bundesrepublik Deutschland [Elektronisches Gerichtsfach]).

    Rn. 28 aa) Der Begriff des "immateriellen Schadens" ist in Ermangelung eines Verweises in Art. 82 Abs. 1 DSGVO auf das innerstaatliche Recht der Mitgliedstaaten im Sinne dieser Bestimmung autonom unionsrechtlich zu definieren (…st. Rspr., EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 31 - PS GbR; vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 64 - MediaMarktSaturn;… vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 30 und 44 - Österreichische Post).

    Rn. 30 Schließlich hat der Gerichtshof in seiner jüngeren Rechtsprechung unter Bezugnahme auf ErwG 85 DSGVO (vgl. ferner ErwG 75 DSGVO) klargestellt, dass schon der - selbst kurzzeitige - Verlust der Kontrolle über personenbezogene Daten einen immateriellen Schaden darstellen kann, ohne dass dieser Begriff des "immateriellen Schadens" den Nachweis zusätzlicher spürbarer negativer Folgen erfordert (…EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145, 156 i.V.m. 137- Agentsia po vpisvaniyata;… vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 33 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 42 - juris; vgl. zuvor bereits EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 66 - MediaMarktSaturn;… vom 14. Dezember 2023 - C-456/22, NZA 2024, 56 Rn. 17-23 - Gemeinde Ummendorf sowie - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Rn. 32 Aber auch dann, wenn ein Kontrollverlust nicht nachgewiesen werden kann, reicht die begründete Befürchtung einer Person, dass ihre personenbezogenen Daten aufgrund eines Verstoßes gegen die Verordnung von Dritten missbräuchlich verwendet werden, aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen (vgl. EuGH, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 67 - MediaMarktSaturn;… vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 85 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Demgegenüber genügt die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten (…vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 35 - PS GbR; vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 68 - MediaMarktSaturn).

    Rn. 82 1. Hinsichtlich der Frage, ob der Kontrollverlust der betroffenen Person über ihre personenbezogenen Daten bereits für sich genommen einen immateriellen Schaden begründet, besteht aufgrund der Entscheidungen des Gerichtshofes vom 14. Dezember 2023 (C-340/21 und C-456/22), vom 25. Januar 2024 (C-687/21), vom 11. April 2024 (C-741/21), vom 20. Juni 2024 (C-590/22 und C-182/22) und vom 4. Oktober 2024 (C-200/23) kein Klärungsbedarf mehr.

    Die Bemessung richtet sich vielmehr entsprechend dem Grundsatz der Verfahrensautonomie nach den innerstaatlichen Vorschriften über den Umfang der finanziellen Entschädigung (…EuGH, Urteile vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 58 - juris; vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 53 - MediaMarktSaturn;… vom 21. Dezember 2023 - C-667/21, EuZW 2024, 270 Rn. 83 und 101 - Krankenversicherung Nordrhein; jeweils mwN).

    Rn. 96 bb) In Anbetracht der Ausgleichsfunktion des in Art. 82 DSGVO vorgesehenen Schadenersatzanspruchs, wie sie in ErwG 146 Satz 6 DSGVO zum Ausdruck kommt, ist eine auf Art. 82 DSGVO gestützte Entschädigung in Geld als "vollständig und wirksam" anzusehen, wenn sie es ermöglicht, den aufgrund des Verstoßes gegen diese Verordnung konkret erlittenen Schaden in vollem Umfang auszugleichen; eine Abschreckungs- oder Straffunktion soll der Anspruch aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO dagegen nicht erfüllen (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 42 - PS GbR;… vgl. auch EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 43 f. - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 23 - Scalable Capital;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 - juris; vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 47 - MediaMarktSaturn).

    Rn. 97 Im Ergebnis soll die Höhe der Entschädigung zwar nicht hinter dem vollständigen Ausgleich des Schadens zurückbleiben, sie darf aber auch nicht in einer Höhe bemessen werden, die über den vollständigen Ersatz des Schadens hinausginge (…vgl. EuGH, Urteile vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 60 - juris; vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 48 - MediaMarktSaturn).

  • EuGH, 20.06.2024 - C-590/22

    PS (Adresse erronée) - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz natürlicher …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Rn. 28 aa) Der Begriff des "immateriellen Schadens" ist in Ermangelung eines Verweises in Art. 82 Abs. 1 DSGVO auf das innerstaatliche Recht der Mitgliedstaaten im Sinne dieser Bestimmung autonom unionsrechtlich zu definieren (st. Rspr., EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 31 - PS GbR;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 64 - MediaMarktSaturn;… vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 30 und 44 - Österreichische Post).

    Der bloße Verstoß gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung reicht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs jedoch nicht aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen, vielmehr ist darüber hinaus - im Sinne einer eigenständigen Anspruchsvoraussetzung - der Eintritt eines Schadens (durch diesen Verstoß) erforderlich (st. Rspr., vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 25 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 34 - juris;… vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 42 - Österreichische Post).

    Rn. 29 Weiter hat der Gerichtshof ausgeführt, dass Art. 82 Abs. 1 DSGVO einer nationalen Regelung oder Praxis entgegensteht, die den Ersatz eines immateriellen Schadens im Sinne dieser Bestimmung davon abhängig macht, dass der der betroffenen Person entstandene Schaden einen bestimmten Grad an Schwere oder Erheblichkeit erreicht hat (EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 26 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 36 - juris;… vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 51 - Österreichische Post).

    Die Ablehnung einer Erheblichkeitsschwelle bedeutet nicht, dass eine Person, die von einem Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung betroffen ist, der für sie negative Folgen gehabt hat, vom Nachweis befreit wäre, dass diese Folgen einen immateriellen Schaden im Sinne von Art. 82 dieser Verordnung darstellen (EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 27 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 36 - juris).

    Rn. 30 Schließlich hat der Gerichtshof in seiner jüngeren Rechtsprechung unter Bezugnahme auf ErwG 85 DSGVO (vgl. ferner ErwG 75 DSGVO) klargestellt, dass schon der - selbst kurzzeitige - Verlust der Kontrolle über personenbezogene Daten einen immateriellen Schaden darstellen kann, ohne dass dieser Begriff des "immateriellen Schadens" den Nachweis zusätzlicher spürbarer negativer Folgen erfordert (…EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145, 156 i.V.m. 137- Agentsia po vpisvaniyata; vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 33 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 42 - juris;… vgl. zuvor bereits EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 66 - MediaMarktSaturn;… vom 14. Dezember 2023 - C-456/22, NZA 2024, 56 Rn. 17-23 - Gemeinde Ummendorf sowie - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Rn. 31 Freilich muss auch insoweit die betroffene Person den Nachweis erbringen, dass sie einen solchen - d.h. in einem bloßen Kontrollverlust als solchem bestehenden - Schaden erlitten hat (vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 33 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 36 und 42 - juris).

    Die Befürchtung samt ihrer negativen Folgen muss dabei ordnungsgemäß nachgewiesen sein (vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 36 - PS GbR;… vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 75-86 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Demgegenüber genügt die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten (vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 35 - PS GbR;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 68 - MediaMarktSaturn).

    Rn. 82 1. Hinsichtlich der Frage, ob der Kontrollverlust der betroffenen Person über ihre personenbezogenen Daten bereits für sich genommen einen immateriellen Schaden begründet, besteht aufgrund der Entscheidungen des Gerichtshofes vom 14. Dezember 2023 (C-340/21 und C-456/22), vom 25. Januar 2024 (C-687/21), vom 11. April 2024 (C-741/21), vom 20. Juni 2024 (C-590/22 und C-182/22) und vom 4. Oktober 2024 (C-200/23) kein Klärungsbedarf mehr.

    Auch insoweit geht der Senat aber davon aus, dass seine Frage durch die zwischenzeitliche Rechtsprechung des Gerichtshofs (EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 36 - PS GbR;… vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 75 ff. - Natsionalna agentsia za prihodite) überholt ist (so auch BAG, NZA 2024, 1499 Rn 14).

    Rn. 96 bb) In Anbetracht der Ausgleichsfunktion des in Art. 82 DSGVO vorgesehenen Schadenersatzanspruchs, wie sie in ErwG 146 Satz 6 DSGVO zum Ausdruck kommt, ist eine auf Art. 82 DSGVO gestützte Entschädigung in Geld als "vollständig und wirksam" anzusehen, wenn sie es ermöglicht, den aufgrund des Verstoßes gegen diese Verordnung konkret erlittenen Schaden in vollem Umfang auszugleichen; eine Abschreckungs- oder Straffunktion soll der Anspruch aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO dagegen nicht erfüllen (vgl. EuGH, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 42 - PS GbR;… vgl. auch EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 43 f. - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 23 - Scalable Capital;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 47 - MediaMarktSaturn).

  • EuGH, 14.12.2023 - C-340/21

    Natsionalna agentsia za prihodite - DSGVO: Bereits Angst vor Datenmissbrauch kann …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Bedenken gegen die Anwendbarkeit des Art. 82 Abs. 1 DSGVO auf Verstöße gegen Art. 5 DSGVO bestehen daher nicht (…vgl. auch bereits EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn; vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Aber auch für Verstöße gegen Vorschriften aus dem vierten Kapitel der Datenschutz-Grundverordnung (Art. 24 bis 43 DSGVO) hat der Gerichtshof zu einzelnen Vorschriften bereits angenommen, dass ein Schadensersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO möglich ist (…vgl. zu einem Verstoß gegen Art. 32 DSGVO EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn; vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite;… für Verstöße gegen Art. 26 und 30 DSGVO Urteil vom 4. Mai 2023 - C-60/22, ZD 2023, 606 Rn. 66 f. - Bundesrepublik Deutschland [Elektronisches Gerichtsfach]).

    Rn. 30 Schließlich hat der Gerichtshof in seiner jüngeren Rechtsprechung unter Bezugnahme auf ErwG 85 DSGVO (vgl. ferner ErwG 75 DSGVO) klargestellt, dass schon der - selbst kurzzeitige - Verlust der Kontrolle über personenbezogene Daten einen immateriellen Schaden darstellen kann, ohne dass dieser Begriff des "immateriellen Schadens" den Nachweis zusätzlicher spürbarer negativer Folgen erfordert (…EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145, 156 i.V.m. 137- Agentsia po vpisvaniyata;… vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 33 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 42 - juris;… vgl. zuvor bereits EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 66 - MediaMarktSaturn; vom 14. Dezember 2023 - C-456/22, NZA 2024, 56 Rn. 17-23 - Gemeinde Ummendorf sowie - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Aus dieser beispielhaften Aufzählung der "Schäden", die den betroffenen Personen entstehen können, geht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs hervor, dass der Unionsgesetzgeber unter den Begriff "Schaden" insbesondere auch den bloßen Verlust der Kontrolle ("the mere loss of control", "la simple perte de contrôle") über ihre eigenen Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung fassen wollte, selbst wenn konkret keine missbräuchliche Verwendung der betreffenden Daten zum Nachteil dieser Personen erfolgt sein sollte (…EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145 - Agentsia po vpisvaniyata; vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Rn. 32 Aber auch dann, wenn ein Kontrollverlust nicht nachgewiesen werden kann, reicht die begründete Befürchtung einer Person, dass ihre personenbezogenen Daten aufgrund eines Verstoßes gegen die Verordnung von Dritten missbräuchlich verwendet werden, aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen (vgl. EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 67 - MediaMarktSaturn; vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 85 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Die Befürchtung samt ihrer negativen Folgen muss dabei ordnungsgemäß nachgewiesen sein (…vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 36 - PS GbR; vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 75-86 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Rn. 82 1. Hinsichtlich der Frage, ob der Kontrollverlust der betroffenen Person über ihre personenbezogenen Daten bereits für sich genommen einen immateriellen Schaden begründet, besteht aufgrund der Entscheidungen des Gerichtshofes vom 14. Dezember 2023 (C-340/21 und C-456/22), vom 25. Januar 2024 (C-687/21), vom 11. April 2024 (C-741/21), vom 20. Juni 2024 (C-590/22 und C-182/22) und vom 4. Oktober 2024 (C-200/23) kein Klärungsbedarf mehr.

    Auch insoweit geht der Senat aber davon aus, dass seine Frage durch die zwischenzeitliche Rechtsprechung des Gerichtshofs (…EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 36 - PS GbR; vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 75 ff. - Natsionalna agentsia za prihodite) überholt ist (so auch BAG, NZA 2024, 1499 Rn 14).

  • EuGH, 20.06.2024 - C-182/22

    Scalable Capital - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz natürlicher Personen …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Rn. 82 1. Hinsichtlich der Frage, ob der Kontrollverlust der betroffenen Person über ihre personenbezogenen Daten bereits für sich genommen einen immateriellen Schaden begründet, besteht aufgrund der Entscheidungen des Gerichtshofes vom 14. Dezember 2023 (C-340/21 und C-456/22), vom 25. Januar 2024 (C-687/21), vom 11. April 2024 (C-741/21), vom 20. Juni 2024 (C-590/22 und C-182/22) und vom 4. Oktober 2024 (C-200/23) kein Klärungsbedarf mehr.

    Auch dürfen sie die Ausübung der durch das Unionsrecht verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsgrundsatz) (…vgl. EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 31 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 32 - Scalable Capital;… vom 4. Mai 2023 - C-300/21, NJW 2023, 1930 Rn. 53 - Österreichische Post).

    Rn. 96 bb) In Anbetracht der Ausgleichsfunktion des in Art. 82 DSGVO vorgesehenen Schadenersatzanspruchs, wie sie in ErwG 146 Satz 6 DSGVO zum Ausdruck kommt, ist eine auf Art. 82 DSGVO gestützte Entschädigung in Geld als "vollständig und wirksam" anzusehen, wenn sie es ermöglicht, den aufgrund des Verstoßes gegen diese Verordnung konkret erlittenen Schaden in vollem Umfang auszugleichen; eine Abschreckungs- oder Straffunktion soll der Anspruch aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO dagegen nicht erfüllen (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 42 - PS GbR;… vgl. auch EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 43 f. - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 23 - Scalable Capital;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 47 - MediaMarktSaturn).

    Folglich darf weder die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung, durch den der betreffende Schaden entstanden ist, berücksichtigt werden, noch der Umstand, ob ein Verantwortlicher mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen (EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 60 und 64 f. - juris) und ob er vorsätzlich gehandelt hat (EuGH, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 29 f. - Scalable Capital).

    Ist der Schaden gering, ist daher auch ein Schadensersatz in nur geringer Höhe zuzusprechen (…vgl. EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 35 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 45 f. - Scalable Capital).

    Dies gilt auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der durch eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten verursachte immaterielle Schaden seiner Natur nach nicht weniger schwerwiegend ist als eine Körperverletzung (…vgl. dazu EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 151- Agentsia po vpisvaniyata; vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 39 - Scalable Capital).

  • EuGH, 04.10.2024 - C-507/23

    Patērētāju tiesību aizsardzības centrs - Vorlage zur …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Rn. 21 4. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes erfordert ein Schadensersatzanspruch im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung, das Vorliegen eines materiellen oder immateriellen Schadens sowie einen Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verstoß, wobei diese drei Voraussetzungen kumulativ sind (EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 24 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 34 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 58 - MediaMarktSaturn).

    Insbesondere können aufgrund des unterschiedlichen Zwecks der Vorschriften nicht die in Art. 83 DSGVO genannten Kriterien herangezogen werden (EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 39 ff. - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 57, 62 - juris).

    Auch dürfen sie die Ausübung der durch das Unionsrecht verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsgrundsatz) (vgl. EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 31 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 32 - Scalable Capital;… vom 4. Mai 2023 - C-300/21, NJW 2023, 1930 Rn. 53 - Österreichische Post).

    Rn. 96 bb) In Anbetracht der Ausgleichsfunktion des in Art. 82 DSGVO vorgesehenen Schadenersatzanspruchs, wie sie in ErwG 146 Satz 6 DSGVO zum Ausdruck kommt, ist eine auf Art. 82 DSGVO gestützte Entschädigung in Geld als "vollständig und wirksam" anzusehen, wenn sie es ermöglicht, den aufgrund des Verstoßes gegen diese Verordnung konkret erlittenen Schaden in vollem Umfang auszugleichen; eine Abschreckungs- oder Straffunktion soll der Anspruch aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO dagegen nicht erfüllen (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 42 - PS GbR; vgl. auch EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 43 f. - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 23 - Scalable Capital;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 - juris;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 47 - MediaMarktSaturn).

    Ist der Schaden gering, ist daher auch ein Schadensersatz in nur geringer Höhe zuzusprechen (vgl. EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 35 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 45 f. - Scalable Capital).

  • EuGH, 04.05.2023 - C-300/21

    Der bloße Verstoß gegen die DSGVO begründet keinen Schadenersatzanspruch

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Rn. 23 aa) Dabei bedarf es im Streitfall keiner Entscheidung, ob ein Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO nicht nur die unrechtmäßige Verarbeitung von personenbezogenen Daten erfasst, wie es Art. 82 Abs. 2 Satz 1 und ErwG 146 Satz 1 DSGVO nahelegen (vgl. auch EuGH, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 36 - Österreichische Post: "Verarbeitung personenbezogener Daten unter Verstoß gegen die Bestimmungen der DSGVO"), oder ob grundsätzlich auch bloße Verstöße gegen abstrakte Pflichten des Verantwortlichen außerhalb eines konkreten Verarbeitungsvorgangs haftungsbegründend sein können (zum Streitstand siehe Paal, ZfDR 2023, 325, 334 ff.; OLG Stuttgart…, Urteil vom 22. November 2023 - 4 U 20/23, juris Rn. 381 ff.; offengelassen auch von OLG Oldenburg…, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24; jeweils mwN).

    Rn. 28 aa) Der Begriff des "immateriellen Schadens" ist in Ermangelung eines Verweises in Art. 82 Abs. 1 DSGVO auf das innerstaatliche Recht der Mitgliedstaaten im Sinne dieser Bestimmung autonom unionsrechtlich zu definieren (…st. Rspr., EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 31 - PS GbR;… vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 64 - MediaMarktSaturn; vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 30 und 44 - Österreichische Post).

    Der bloße Verstoß gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung reicht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs jedoch nicht aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen, vielmehr ist darüber hinaus - im Sinne einer eigenständigen Anspruchsvoraussetzung - der Eintritt eines Schadens (durch diesen Verstoß) erforderlich (…st. Rspr., vgl. EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 25 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 34 - juris; vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 42 - Österreichische Post).

    Rn. 29 Weiter hat der Gerichtshof ausgeführt, dass Art. 82 Abs. 1 DSGVO einer nationalen Regelung oder Praxis entgegensteht, die den Ersatz eines immateriellen Schadens im Sinne dieser Bestimmung davon abhängig macht, dass der der betroffenen Person entstandene Schaden einen bestimmten Grad an Schwere oder Erheblichkeit erreicht hat (…EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 26 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 36 - juris; vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 51 - Österreichische Post).

    Auch dürfen sie die Ausübung der durch das Unionsrecht verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsgrundsatz) (…vgl. EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 31 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs;… vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 32 - Scalable Capital; vom 4. Mai 2023 - C-300/21, NJW 2023, 1930 Rn. 53 - Österreichische Post).

  • EuGH, 04.10.2024 - C-200/23

    Agentsia po vpisvaniyata - Datenschutz - Veröffentlichung eines …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Rn. 30 Schließlich hat der Gerichtshof in seiner jüngeren Rechtsprechung unter Bezugnahme auf ErwG 85 DSGVO (vgl. ferner ErwG 75 DSGVO) klargestellt, dass schon der - selbst kurzzeitige - Verlust der Kontrolle über personenbezogene Daten einen immateriellen Schaden darstellen kann, ohne dass dieser Begriff des "immateriellen Schadens" den Nachweis zusätzlicher spürbarer negativer Folgen erfordert (EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145, 156 i.V.m. 137- Agentsia po vpisvaniyata;… vom 20. Juni 2024 - C-590/22, DB 2024, 1676 Rn. 33 - PS GbR;… vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 42 - juris;… vgl. zuvor bereits EuGH, Urteile vom 25. Januar 2024 - C-687/21, CR 2024, 160 Rn. 66 - MediaMarktSaturn;… vom 14. Dezember 2023 - C-456/22, NZA 2024, 56 Rn. 17-23 - Gemeinde Ummendorf sowie - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Aus dieser beispielhaften Aufzählung der "Schäden", die den betroffenen Personen entstehen können, geht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs hervor, dass der Unionsgesetzgeber unter den Begriff "Schaden" insbesondere auch den bloßen Verlust der Kontrolle ("the mere loss of control", "la simple perte de contrôle") über ihre eigenen Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung fassen wollte, selbst wenn konkret keine missbräuchliche Verwendung der betreffenden Daten zum Nachteil dieser Personen erfolgt sein sollte (EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145 - Agentsia po vpisvaniyata;… vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, NJW 2024, 1091 Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite).

    Rn. 82 1. Hinsichtlich der Frage, ob der Kontrollverlust der betroffenen Person über ihre personenbezogenen Daten bereits für sich genommen einen immateriellen Schaden begründet, besteht aufgrund der Entscheidungen des Gerichtshofes vom 14. Dezember 2023 (C-340/21 und C-456/22), vom 25. Januar 2024 (C-687/21), vom 11. April 2024 (C-741/21), vom 20. Juni 2024 (C-590/22 und C-182/22) und vom 4. Oktober 2024 (C-200/23) kein Klärungsbedarf mehr.

    Dies gilt auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der durch eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten verursachte immaterielle Schaden seiner Natur nach nicht weniger schwerwiegend ist als eine Körperverletzung (vgl. dazu EuGH, Urteile vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 151- Agentsia po vpisvaniyata;… vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, NJW 2024, 2599 Rn. 39 - Scalable Capital).

  • BGH, 02.06.2022 - I ZR 140/15

    Zur Haftung der Diensteanbieter "YouTube" und "uploaded" für …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Dies bedeutet bei einem Unterlassungsantrag insbesondere, dass dieser nicht derart undeutlich gefasst sein darf, dass die Entscheidung darüber, was dem Beklagten verboten ist, letztlich dem Vollstreckungsgericht überlassen bleibt (…vgl. BGH, Urteile vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, VersR 2022, 1389 Rn. 12; vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, BGHZ 234, 56 Rn. 26).

    Rn. 53 Eine hinreichende Bestimmtheit ist bei einem Unterlassungsantrag für gewöhnlich gegeben, wenn eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungshandlung erfolgt oder die konkret angegriffene Verletzungsform antragsgegenständlich ist und der Klageantrag zumindest unter Heranziehung des Klagevortrags unzweideutig erkennen lässt, in welchen Merkmalen des angegriffenen Verhaltens die Grundlage und der Anknüpfungspunkt für den Rechtsverstoß und damit das Unterlassungsgebot liegen soll (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, BGHZ 234, 56 Rn. 26 mwN;… Senat, Urteile vom 9. März 2021 - VI ZR 73/20, VersR 2021, 795 Rn. 15;… vom 15. Januar 2019 - VI ZR 506/17, AfP 2019, 40 Rn. 12 mwN).

    Die Verwendung auslegungsbedürftiger Begriffe im Klageantrag ist zulässig, wenn über ihren Sinngehalt zwischen den Parteien kein Streit besteht und objektive Maßstäbe zur Abgrenzung vorliegen, oder wenn der Kläger den auslegungsbedürftigen Begriff hinreichend konkret umschreibt und gegebenenfalls mit Beispielen unterlegt oder sein Begehren an der konkreten Verletzungshandlung ausrichtet (BGH, Urteile vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, BGHZ 234, 56 Rn. 26;… vom 9. September 2021 - I ZR 113/20, GRUR 2021, 1425 Rn. 12 mwN).

  • OLG Oldenburg, 21.05.2024 - 13 U 100/23

    Anspruch gegen eine Social-Media-Plattform auf Schadensersatz in einem sog. …

    Auszug aus BGH, 18.11.2024 - VI ZR 10/24
    Rn. 23 aa) Dabei bedarf es im Streitfall keiner Entscheidung, ob ein Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO nicht nur die unrechtmäßige Verarbeitung von personenbezogenen Daten erfasst, wie es Art. 82 Abs. 2 Satz 1 und ErwG 146 Satz 1 DSGVO nahelegen (vgl. auch EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, VersR 2023, 920 Rn. 36 - Österreichische Post: "Verarbeitung personenbezogener Daten unter Verstoß gegen die Bestimmungen der DSGVO"), oder ob grundsätzlich auch bloße Verstöße gegen abstrakte Pflichten des Verantwortlichen außerhalb eines konkreten Verarbeitungsvorgangs haftungsbegründend sein können (zum Streitstand siehe Paal, ZfDR 2023, 325, 334 ff.; OLG Stuttgart…, Urteil vom 22. November 2023 - 4 U 20/23, juris Rn. 381 ff.; offengelassen auch von OLG Oldenburg, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24; jeweils mwN).

    Rn. 25 bb) Es kommt in diesem Zusammenhang auch nicht darauf an, ob einer oder mehrere Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung festgestellt werden können, da der in Art. 82 Abs. 1 DSGVO vorgesehene Schadensersatzanspruch ausschließlich eine Ausgleichsfunktion, jedoch keine Abschreckungs- oder Straffunktion erfüllt und daher das Vorliegen mehrerer Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 f., 64 f. - juris; OLG Oldenburg, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24).

    Hinreichende Feststellungen zu den zum Registrierungszeitpunkt des Klägers geltenden Nutzungsbedingungen und deren konkreter Einbindung in das Registrierungsverfahren hat das Berufungsgericht nicht getroffen (vgl. dagegen etwa die Darlegungen in OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - 7 U 19/23, juris Rn. 112, 117 ff.; OLG Oldenburg, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 30 ff.).

  • EuGH, 12.01.2023 - C-154/21

    Jeder hat das Recht zu erfahren, an wen seine personenbezogenen Daten …

  • OLG Hamm, 15.08.2023 - 7 U 19/23

    Facebook-Scraping

  • BGH, 08.11.1994 - VI ZR 3/94

    Anwaltskosten: Frage der Erforderlichkeit - einfach gelagerter Fall, feststehende …

  • BGH, 26.09.2023 - VI ZR 97/22

    BGH legt dem Gerichtshof der Europäischen Union Fragen zum Bestehen eines …

  • BGH, 29.09.2022 - I ZR 180/21

    Zulässigkeit einer Vollstreckungsabwehrklage bei Erhebung des Erfüllungseinwands

  • EuGH, 14.12.2023 - C-456/22

    Gemeinde Ummendorf - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz personenbezogener …

  • BGH, 09.03.2021 - VI ZR 73/20

    Vorbäugende Geltendmachung eines Anspruchs auf Unterlassung einer namentlichen …

  • BGH, 28.07.2022 - I ZR 205/20

    Flugbuchung im Internet: Erhebung eines zusätzlichen Entgelts für die Nutzung …

  • BGH, 14.03.1978 - VI ZR 68/76

    Sachentscheidung des Revisionsgerichts über eine vom Berufungsgericht als …

  • EuGH, 21.12.2023 - C-667/21

    Krankenversicherung Nordrhein - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz …

  • OLG Stuttgart, 22.11.2023 - 4 U 20/23

    Schadensersatz für Datenleck bei Facebook

  • EuGH, 04.05.2023 - C-60/22

    Bundesrepublik Deutschland - Vorlage zur Vorabentscheidung - Schutz natürlicher …

  • EuGH, 01.10.2019 - C-673/17

    Planet49 - Setzen von Cookies erfordert aktive Einwilligung des Internetnutzers - …

  • BGH, 29.07.2021 - III ZR 179/20

    Facebooks Regeln gegen "Hassrede" verstoßen gegen AGB-Recht

  • EuGH, 04.07.2023 - C-252/21

    Eine nationale Wettbewerbsbehörde kann im Rahmen der Prüfung, ob eine …

  • BGH, 09.09.2021 - I ZR 113/20

    Vertragsdokumentengenerator - Zulässigkeit eines digitalen …

  • BGH, 30.07.2020 - VI ZR 397/19

    Abgasskandal: Keine Deliktzinsen für geschädigte VW-Käufer

  • BGH, 13.07.2021 - VI ZR 128/20

    Weitere Entscheidung zum Daimler-Thermofenster

  • EuGH, 06.10.1982 - 283/81

    CILFIT / Ministero della Sanità

  • BGH, 05.10.2021 - VI ZR 136/20

    Feststellungsinteresse bei einer Klage auf Feststellung der Schadensersatzpflicht …

  • BGH, 17.10.2017 - VI ZR 423/16

    Haftung bei Kfz-Unfall: Aktivlegitimation eines geschädigten Beifahrers gegenüber …

  • BGH, 24.09.2019 - VI ZB 39/18

    Auskunftsansprüche gegen Portalbetreiber

  • BAG, 05.05.2022 - 2 AZR 363/21

    Höhe eines Anspruchs auf immateriellen Schadenersatz - Verstoß gegen die DSGVO

  • BGH, 15.01.2019 - VI ZR 506/17

    Zur Zulässigkeit presserechtlicher Informationsschreiben

  • BGH, 05.12.2023 - KZR 101/20

    Fernwärmenetz Stuttgart

  • BGH, 16.04.2024 - VI ZR 223/21

    Datenschutzgrundverordnung: Umfang des datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruchs

  • EuGH, 24.02.2022 - C-175/20

    Valsts ieņēmumu dienests (Traitement des données personnelles à des …

  • EuGH, 06.10.2021 - C-561/19

    Consorzio Italian Management e Catania Multiservizi und Catania Multiservizi - …

  • BGH, 22.07.2021 - I ZR 194/20

    Rundfunkhaftung - Prüfungspflicht eines Fernsehsenders beschränkt sich auf grobe …

  • BGH, 26.01.2017 - I ZR 207/14

    Zur Zulässigkeit der Mitwirkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei der …

  • EuGH, 11.12.2019 - C-708/18

    Asociaţia de Proprietari bloc M5A-ScaraA - Vorlage zur Vorabentscheidung - …

  • BGH, 02.05.2024 - I ZR 12/23

    Tierkrankenwagen - Unterlassungsanspruch gegen Äußerungen einer Vertragspartei …

  • BGH, 04.03.2008 - VI ZR 176/07

    Anwaltsgebühren bei Fertigung eines Abschlussschreibens nach Erwirkung einer …

  • BGH, 06.12.2012 - III ZR 66/12

    Haftung bei Kapitalanlageberatung: Anforderungen an die Schlüssigkeit und …

  • BGH, 04.12.2007 - VI ZR 277/06

    Getrennt erfolgte Abmahnungen wegen Verletzung des Allgemeinen …

  • BGH, 18.05.2021 - VI ZR 401/19

    Arzthaftungsprozess: Anforderungen an die Aufklärung des Patienten bei Anwendung …

  • BGH, 17.11.2015 - VI ZR 492/14

    Materiell-rechtlicher Kostenerstattungsanspruch nach …

  • BAG, 20.06.2024 - 8 AZR 124/23

    Datenschutz - Schadenersatz

  • BGH, 08.11.2022 - II ZR 91/21

    Anspruch eines GmbH-Gesellschafters auf Unterlassung der Einrichtung einer …

  • OLG Celle, 04.04.2024 - 5 U 31/23

    Anspruch auf Schadensersatz, Unterlassung, Feststellung und Auskunft gegen die …

  • BGH, 05.06.2012 - X ZR 161/11

    Zivilrechtlicher Anspruch eines potenziellen Bieters in einem künftigen …

  • BGH, 29.06.2021 - VI ZR 10/18

    Unterlassung der Veröffentlichung der Beiträge eines Bloggers im Internet wegen …

  • BGH, 22.02.2024 - III ZR 63/23

    Inanspruchnahme der Gemeinde durch Grundstückseigentümer betreffend die …

  • BGH, 15.05.2024 - VIII ZR 293/23

    Nachholung der Prüfung des Rechtswegs im Rechtsmittelverfahren

  • BGH, 06.02.2024 - VI ZR 526/20

    Diesel-Abgasskandal: Deliktische Haftung des Motorenherstellers; …

  • LG Freiburg, 15.09.2023 - 8 O 21/23

    Datenschutzrechtliche Ansprüche im Zusammenhang mit einem Datenscraping-Vorfall …

  • BGH, 21.03.2022 - VIa ZB 4/21

    Inhaltliche Anforderungen an eine Berufungsbegründung in einem sogenannten …

  • BGH, 14.05.2024 - XI ZR 51/23

    Feststellung des Fortbestandes eines mit der Sparkasse geschlossenen Sparvertrags …

  • BGH, 27.01.1978 - I ZR 68/76

    Geltendmachung eines Vergütungsanspruchs eines Speditionsunternehmen für …

  • BGH, 14.03.2017 - VI ZR 605/15

    Streitgegenstand bei Arzthaftung: Verschiedene Behandlungsfehler im Rahmen einer …

  • OLG Schleswig, 24.04.2025 - 5 U 59/23

    Schadensersatzanspruch nach Art. 82 DSGVO wegen des Verlusts der Kontrolle über …

    Die klägerische Partei macht nicht mehrere selbständige, auf verschiedene Datenschutzverstöße gestützte prozessuale Ansprüche alternativ geltend, sondern vielmehr einen einheitlichen Anspruch auf Ersatz eines immateriellen Schadens, der sich aus mehreren Datenschutzverstößen der Beklagten ergeben soll (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 16).

    Vom Streitgegenstand werden damit alle materiell-rechtlichen Ansprüche erfasst, die sich im Rahmen des gestellten Antrags aus dem zur Entscheidung unterbreiteten Lebenssachverhalt herleiten lassen (BGH…, Urteil vom 14. März 2017 - VI ZR 605/15, Rn. 17 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 17).

    Diese Wertung würde unterlaufen, wenn unterschiedliche, aber sämtlich auf den Scraping-Vorfall bezogene Datenschutzverstöße in gesonderte Lebenssachverhalte aufgespalten würden und damit kumulativ geltend gemacht werden könnten (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 18).

    Rn. 35 Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes erfordert ein Schadensersatzanspruch im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung, das Vorliegen eines materiellen oder immateriellen Schadens sowie einen Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verstoß, wobei diese drei Voraussetzungen kumulativ sind (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 24 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 58 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 36 Die Darlegungs- und Beweislast für diese Voraussetzungen trifft die Person, die auf der Grundlage von Art. 82 Abs. 1 DSGVO den Ersatz eines (immateriellen) Schadens verlangt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 60 f. - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Art. 82 DSGVO sieht vielmehr eine Haftung für vermutetes Verschulden vor, die Exkulpation obliegt nach Art. 82 Abs. 3 DSGVO dem Verantwortlichen (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 44 ff.; EuGH…, Urteil vom 21. Dezember 2023 - C-667/21, Rn. 94 - Krankenversicherung Nordrhein; vgl. ferner ErwG 146 Satz 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 37 Dessen zeitlicher, sachlicher und räumlicher Anwendungsbereich ist eröffnet (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56 ff., OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33); auch lassen sich Verstöße der Beklagten gegen die DSGVO im Zuge der Datenverarbeitung feststellen (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56, 84 ff.; letztlich offen gelassen ("Der Beklagten dürften Verstöße […] vorzuwerfen sein, […]") vom OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 35 f.; vgl. dazu BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 86 ff.).

    Dieser hat jedenfalls in Bezug auf die klägerische Partei nicht vor dem 25. Mai 2018 und damit dem Zeitpunkt stattgefunden, seit dem die Datenschutz-Grundverordnung gilt (Art. 99 Abs. 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 52 Die personenbezogenen Daten (konkret jedenfalls Telefonnummer, Facebook-ID, Familienname, Vorname sowie Geschlecht) hat die Beklagte auch im Sinne von Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Nr. 2 DSGVO automatisiert verarbeitet (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 77 ff.; OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 55 Sie hat ihren Sitz in Irland, betreibt jedenfalls für die Tätigkeit ihrer Datenverarbeitung eine Niederlassung in Irland, also innerhalb der Union (vgl. auch BGH…, Urteil vom 27. Juli 2020 - VI ZR 405/18, Rn. 15; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 81 - 83; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Denn angesichts des umfassenden Verarbeitungsbegriffs des Art. 4 Nr. 2 DSGVO (jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung) wäre auch bei einem engeren Verständnis des Art. 82 Abs. 1 DSGVO in Bezug auf den hier inmitten stehenden Scraping-Vorfall ohne Weiteres von einer Datenverarbeitung der Beklagten in Form der Speicherung, des Abfragens, der Offenlegung durch Übermittlung, der Bereitstellung und Verknüpfung auszugehen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 23).

    Aber auch für Verstöße gegen Vorschriften aus dem vierten Kapitel der Datenschutz-Grundverordnung (Art. 24 bis 43 DSGVO) hat der Gerichtshof zu einzelnen Vorschriften bereits angenommen, dass ein Schadensersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO möglich ist (vgl. zu einem Verstoß gegen Art. 32 DSGVO EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite; für Verstöße gegen Art. 26 und 30 DSGVO EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-60/22, Rn. 66 f. - Bundesrepublik Deutschland [Elektronisches Gerichtsfach]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 24).

    Rn. 61 Es kommt in diesem Zusammenhang auch nicht darauf an, ob einer oder mehrere Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung festgestellt werden können, da der in Art. 82 Abs. 1 DSGVO vorgesehene Schadensersatzanspruch ausschließlich eine Ausgleichsfunktion, jedoch keine Abschreckungs- oder Straffunktion erfüllt und daher das Vorliegen mehrerer Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 59 f., 64 f.; OLG Oldenburg…, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 25, 96).

    Rn. 69 Die von der Beklagten vorgenommene Voreinstellung der Suchbarkeitseinstellungen auf "alle" hat schon nicht dem Grundsatz der Datenminimierung entsprochen, wie er in Art. 5 Abs. 1 lit. b) und c), Art. 25 Abs. 2 Satz 1 und 3 DSGVO festgehalten ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 22, 86 ff.; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 127 f.).

    Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs müssen sich die Ausnahmen und Einschränkungen des Grundsatzes des Schutzes solcher Daten auf das absolut Notwendige beschränken (EuGH…, Urteil vom 24. Februar 2022 - C-175/20, Rn. 73 mwN; vgl. auch bereits EuGH…, Urteil vom 11. Dezember 2019 - C-708/18, Rn. 46 - Asociaţia de Proprietari bloc M5A-ScaraA; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 87;… Frenzel in: Paal/Pauly, DSGVO, 3. Aufl. 2021, Art. 5 Rn. 34 ff.;… Schantz in: BeckOK DatenschutzR, 49. Ed. [Stand: 1. November 2021], Art. 5 DSGVO Rn. 24 ff.).

    Damit beinhaltet Art. 25 Abs. 2 Satz 3 DSGVO die ausdrückliche Verpflichtung zu Voreinstellungen, die verhindern, dass die Daten ohne Weiteres, also ohne bewusste persönliche Änderung der Voreinstellung, der Öffentlichkeit oder sonst einem unbestimmten Adressatenkreis zugänglich gemacht werden (…Heberlein in: Ehmann/Selmayr, DSGVO, 3. Aufl. 2024, Art. 5 Rn. 31; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 88).

    Es soll daher verhindert werden, dass Nutzer durch Voreinstellungen, die eine über die erforderliche Verarbeitung hinausgehende extensive Datennutzung vorsehen, dazu verleitet werden, ihre Datenschutzrechte abzuwählen, ohne dies zu realisieren (vgl. auch das Arbeitspapier der Kommission zur Folgenabschätzung einer Datenschutzverordnung SEC(2012)72 final, Seite 21 f. zum unzureichenden Risikobewusstsein und der Unterschätzung von Risiken für die Privatsphäre bei Nutzern sozialer Netzwerke; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 89 mwN).

    Datenschutzfreundlichere Einstellungsoptionen - insbesondere die erst 2019 eingeführte Suchbarkeitsoption "nur ich" - wurden demgegenüber nur als opt out-Lösungen angeboten, obwohl die Nutzbarkeit des sozialen Netzwerks als solche hiervon nicht abhing, da eine Suche auch über die Eingabe des Namens möglich gewesen wäre (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 90).

    Die Vorgehensweise der Beklagten im Streitfall ist nicht durch eine - hier mangels Erforderlichkeit (vgl. Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. b) - f) DSGVO) zur Rechtfertigung allein in Betracht kommende - wirksame Einwilligung der klägerischen Partei in die Verwendbarkeit ihrer Telefonnummer im Rahmen der Suchbarkeitsfunktion gerechtfertigt (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. a) DSGVO; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 43 ff., 91; OLG Oldenburg, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 30 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 90 ff.).

    Hierbei ist auch die beherrschende Stellung der Beklagten auf dem Markt für soziale Netzwerke zu berücksichtigen (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Juli 2023 - C-252/21, NJW 2023, 2997 Rn. 140 ff. - Meta Platforms; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 44).

    Rn. 114 Dasselbe gilt für eine gerügte Verletzung von Art. 17 (Recht auf Löschung/"Recht auf Vergessenwerden") und 18 DSGVO (Recht auf Einschränkung der Verarbeitung) (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 147 ff.; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    Der bloße Verstoß gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung reicht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs jedoch nicht aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen, vielmehr ist darüber hinaus - im Sinne einer eigenständigen Anspruchsvoraussetzung - der Eintritt eines Schadens (durch diesen Verstoß) erforderlich (st. Rspr., vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 25 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 42 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 28 BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 12).

    Aus dieser beispielhaften Aufzählung der "Schäden", die den betroffenen Personen entstehen können, geht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs hervor, dass der Unionsgesetzgeber unter den Begriff "Schaden" insbesondere auch den bloßen Verlust der Kontrolle ("the mere loss of control", "la simple perte de contrôle") über ihre eigenen Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung fassen wollte, selbst wenn konkret keine missbräuchliche Verwendung der betreffenden Daten zum Nachteil dieser Personen erfolgt sein sollte (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145 - Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 30; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 16 f.).

    Rn. 126 Die Ablehnung einer Erheblichkeitsschwelle bedeutet nicht, dass eine Person, die von einem Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung betroffen ist, der für sie negative Folgen gehabt hat, vom Nachweis befreit wäre, dass diese Folgen einen immateriellen Schaden im Sinne von Art. 82 dieser Verordnung darstellen (EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 27 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 36; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 12).

    Ist dieser Nachweis erbracht, steht der Kontrollverlust also fest, stellt dieser selbst den immateriellen Schaden dar und es bedarf keiner sich daraus entwickelnden besonderen Befürchtungen oder Ängste der betroffenen Person; diese wären lediglich geeignet, den eingetretenen immateriellen Schaden noch zu vertiefen oder zu vergrößern (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 31; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 17).

    Demgegenüber genügt die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 35 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 68 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 32; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 19).

    Rn. 133 Der Betroffene, der Ersatz des immateriellen Schadens verlangt, muss folglich geltend machen (und ggf. nachweisen), dass der Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung negative Folgen für ihn gehabt hat, die einen immateriellen Schaden darstellen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 33).

    Rn. 134 Das Risiko der Nichterweislichkeit - auch in Bezug auf das konkrete Ausmaß eines etwaigen Schadens - verbleibt beim Anspruchsteller (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 37).

    Rn. 135 Diesen Darlegungserfordernissen genügt das Vorbringen der klägerischen Partei (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Insoweit unterscheidet sich der durch das Scraping und die dauerhafte Preisgabe der mit dem Namen der klägerischen Partei verknüpften Telefonnummer im Internet behauptete Kontrollverlust wesentlich von den Risiken, die mit einer bewussten und zielgerichteten Weitergabe der Telefonnummer an bestimmte Empfänger verbunden sind (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Rn. 151 Soweit der Beklagten möglicherweise ein Verstoß gegen die Meldepflicht nach Art. 33 Abs. 1 DSGVO, die Benachrichtigungspflicht nach Art. 34 Abs. 1 DSGVO wegen einer unterlassenen Meldung des Datenschutzvorfalls vorzuwerfen ist, hat die klägerische Partei jedenfalls keine immateriellen Schäden geltend gemacht, die auf diesen Verstoß zurückzuführen sind (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    In Deutschland ist somit insbesondere die Verfahrensvorschrift des § 287 ZPO anzuwenden (…BAG, NJW 2022, 2779 Rn. 14; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 93).

    Rn. 160 Die innerstaatliche Verfahrensautonomie bei der Ermittlung des nach Art. 82 DSGVO zu ersetzenden Schadens unterliegt indes mehreren aus dem Unionsrecht folgenden Einschränkungen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 94 ff.).

    Auch dürfen sie die Ausübung der durch das Unionsrecht verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsgrundsatz) (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 31 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 32 - Scalable Capital; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 53 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 95).

    Folglich darf weder die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung, durch den der betreffende Schaden entstanden ist, berücksichtigt werden, noch der Umstand, ob ein Verantwortlicher mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen (EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 60 und 64 f.) und ob er vorsätzlich gehandelt hat (…EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 29 f. - Scalable Capital; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 96).

    Dies gilt auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der durch eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten verursachte immaterielle Schaden seiner Natur nach nicht weniger schwerwiegend ist als eine Körperverletzung (vgl. dazu EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 151- Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 39 - Scalable Capital; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 97).

    Rn. 164 Daraus ergeben sich Vorgaben sowohl in Bezug auf die Untergrenze als auch auf die Obergrenze des nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu gewährenden Schadensersatzes, die das Schätzungsermessen des Tatgerichts (§ 287 ZPO) rechtlich begrenzen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 98 ff.).

    Als Anhalt für einen noch effektiven Ausgleich könnte in den Fällen, in denen die Wiedererlangung der Kontrolle mit verhältnismäßigem Aufwand möglich wäre, etwa der hypothetische Aufwand für die Wiedererlangung der Kontrolle (hier insbesondere eines Rufnummernwechsels) dienen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 99).

    Dagegen hat der Bundesgerichtshof von Rechts wegen keine Bedenken, den notwendigen Ausgleich für den eingetretenen Kontrollverlust als solchem in einem Fall wie dem streitgegenständlichen in einer Größenordnung von EUR 100, 00 (…so obiter OLG Hamm, GRUR-RS 2024, 16856 Rn. 40) zu bemessen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 100).

    Ausgehend davon wird es gegebenenfalls einen Betrag als Ausgleich festzusetzen haben, der über dem im Falle eines bloßen Kontrollverlustes zuzusprechenden Betrag liegt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 101).

    Rn. 181 Es reicht die bloße Möglichkeit des künftigen Eintritts der geltend gemachten Schäden für die Annahme eines Feststellungsinteresses; eine darüberhinausgehende hinreichende Schadenswahrscheinlichkeit ist nicht erforderlich (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Rn. 185 Die Möglichkeit künftiger Schäden reicht hier aus, weil es nicht um reine Vermögensschäden geht, sondern um Schäden, die aus der von der klägerischen Partei behaupteten Verletzung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung gemäß Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG, mithin ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts als einem sonstigen absolut geschützten Rechtsgut im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB, resultieren (vgl. BGH…, Urteil vom 5. Oktober 2021 - VI ZR 136/20, Rn. 28; BGH…, Urteil vom 29. Juni 2021 - VI ZR 10/18, Rn. 30; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Dabei kann die Möglichkeit ersatzpflichtiger künftiger Schäden ohne Weiteres zu bejahen sein, wenn ein deliktsrechtlich geschütztes absolutes Rechtsgut verletzt wurde und bereits ein Schaden eingetreten ist (BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 17. Oktober 2017 - VI ZR 423/16, Rn. 49 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    In Anbetracht des bereits eingetretenen und noch andauernden Kontrollverlusts über diese Daten ist eine künftige Schadensentwicklung auch nicht nur rein theoretischer Natur (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 49; OLG Stuttgart…, Urteil vom 22. November 2023 - 4 U 20/23, juris Rn. 236 ff.).

    Rn. 190 Auf Grundlage der genannten Feststellungen (schon eingetretener Schaden durch Kontrollverlust) kann der Feststellungsanspruch auch in der Sache nicht verneint werden (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 50).

    Rn. 192 Der ursprüngliche Klageantrag zu Ziffer 3a) ist unzulässig gewesen, da er nicht hinreichend bestimmt im Sinne des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 51 ff.).

    Dies bedeutet bei einem Unterlassungsantrag insbesondere, dass dieser nicht derart undeutlich gefasst sein darf, dass die Entscheidung darüber, was dem Beklagten verboten ist, letztlich dem Vollstreckungsgericht überlassen bleibt (vgl. BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 52).

    Rn. 195 Eine hinreichende Bestimmtheit ist bei einem Unterlassungsantrag für gewöhnlich gegeben, wenn eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungshandlung erfolgt oder die konkret angegriffene Verletzungsform antragsgegenständlich ist und der Klageantrag zumindest unter Heranziehung des Klagevortrags unzweideutig erkennen lässt, in welchen Merkmalen des angegriffenen Verhaltens die Grundlage und der Anknüpfungspunkt für den Rechtsverstoß und damit das Unterlassungsgebot liegen soll (st. Rspr.; vgl. BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26 mwN; BGH…, Urteil vom 9. März 2021 - VI ZR 73/20, Rn. 15; BGH…, Urteil vom 15. Januar 2019 - VI ZR 506/17, Rn. 12 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Die Verwendung auslegungsbedürftiger Begriffe im Klageantrag ist zulässig, wenn über ihren Sinngehalt zwischen den Parteien kein Streit besteht und objektive Maßstäbe zur Abgrenzung vorliegen, oder wenn der Kläger den auslegungsbedürftigen Begriff hinreichend konkret umschreibt und gegebenenfalls mit Beispielen unterlegt oder sein Begehren an der konkreten Verletzungshandlung ausrichtet (BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH…, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 113/20, Rn. 12 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Eine auslegungsbedürftige Antragsformulierung kann im Übrigen hinzunehmen sein, wenn dies zur Gewährleistung effektiven Rechtsschutzes erforderlich ist (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 22. Juli 2021 - I ZR 194/20, Rn. 34 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 54).

    Er lässt sich auch unter Heranziehung des Klagevorbringens nicht in einer Weise auslegen, dass die klägerische Partei ein hinreichend bestimmtes Unterlassen begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 55).

    Auch insoweit wäre es - auch mit Blick auf die Gewährung effektiven Rechtsschutzes (BGH…, Urteil vom 26. Januar 2017 - I ZR 207/14, Rn. 18) - der klägerischen Partei zumutbar gewesen, die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter zu konkretisieren (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Auch der Begriff der "unbefugten Personen" hätte durch eine Darlegung der konkreten Verletzungshandlung näher definiert werden können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 57).

    Auch eine nähere Darlegung, welche konkrete Verletzungshandlung durch die Beklagte zu unterlassen sei, fehlt ebenso wie eine Erläuterung, in welchen Fällen von einer "Ausnutzung" der Kontakt-Import-Funktion bzw. von einer Nutzung durch "unbefugte Personen" auszugehen sei (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 58).

    Hier hat die klägerische Partei die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter konkretisiert (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Rn. 212 Der Klageantrag zu 3b) ist zulässig (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 59 ff.).

    Er lässt sich unter Heranziehung des Klagevorbringens dahingehend auslegen, dass die klägerische Partei ein Unterlassen jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 62 ff.).

    Nach Ansicht der klägerischen Partei wurde diese "wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt […], namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf 'privat' noch durch Verwendung der Kontakt-Import-Funktion verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird" (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 63).

    Rn. 216 Der so verstandene Unterlassungsantrag ist hinreichend bestimmt, da der Beklagten ohne weiteres deutlich wird, für welche Zwecke sie die Telefonnummer der klägerischen Partei noch verarbeiten darf und für welche die klägerische Partei die Unterlassung der Datenverarbeitung begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 64).

    Rn. 217 Auch kann das Vorliegen eines Rechtsschutzbedürfnisses nicht verneint werden (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 65 ff.).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt jedoch, wenn eine Klage oder ein Antrag objektiv schlechthin sinnlos ist, wenn also der Kläger oder Antragsteller unter keinen Umständen mit seinem prozessualen Begehren irgendeinen schutzwürdigen Vorteil erlangen kann (BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 10 mwN; vgl. bereits BGH, Urteil vom 14. März 1978 - I ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 66).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt (oder entfällt) nur dann, wenn das Betreiben des Verfahrens eindeutig zweckwidrig ist und sich als Missbrauch der Rechtspflege darstellt (BGH…, Beschluss vom 24. September 2019 - VI ZB 39/18, Rn. 28; BGH, Urteil vom 14. März 1978 - VI ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Auch darf der Kläger nicht auf einen verfahrensmäßig unsicheren Weg verwiesen werden (vgl. BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 16 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Insbesondere würde sich die klägerische Partei der Möglichkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Anmeldung in ihrem Nutzerkonto begeben (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 68).

    Es ist nicht ersichtlich, über welche Einstellungen die klägerische Partei selbst insoweit Abhilfe schaffen könnte (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 69).

    Gegenstand ihres Begehrens ist demgegenüber nicht, die Kontakt-Import-Funktion aufgrund eines verständlichen Hinweises oder unter Wahrung der Sicherheitsanforderungen nutzen zu können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 70).

    Rn. 225 Jedenfalls bei einer Verletzung vertraglicher Rücksichtnahmepflichten im Sinne des § 241 Abs. 2 BGB, durch die die Erreichung des Vertragszwecks bedroht wird, kann aus § 280 Abs. 1 BGB nicht nur Schadensersatz, sondern im Falle des Bestehens einer Erstbegehungs- oder Wiederholungsgefahr auch Unterlassung verlangt werden (BGH…, Urteil vom 2. Mai 2024 - I ZR 12/23, Leitsatz 1 und Rn. 13 ff.; BGH…, Urteil vom 8. November 2022 - II ZR 91/21, Rn. 64; BGH…, Urteil vom 29. Juli 2021 - III ZR 179/20, Rn. 102; BGH…, Urteil vom 5. Juni 2012 - X ZR 161/11, Rn. 15 f.; jeweils mwN; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 83).

    Rn. 226 Der klägerischen Partei steht danach weder im Sinne des Antrags zu 3b) ein Anspruch auf Unterlassung jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, zu (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 71) bzw. darauf, dass ihre Telefonnummer auf Grundlage einer Einwilligung verarbeitet wird, die wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt wurde, namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf "privat" noch durch Verwendung des Kontaktimporttools verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird.

    Rn. 232 Die Kosten der Rechtsverfolgung und deshalb auch die Kosten eines mit der Sache befassten Rechtsanwalts gehören, soweit sie zur Wahrnehmung der Rechte erforderlich und zweckmäßig waren, grundsätzlich zu dem wegen einer unerlaubten Handlung zu ersetzenden Schaden (vgl. BGH…, Urteil vom 17. November 2015 - VI ZR 492/14, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 4. März 2008 - VI ZR 176/07, Rn. 5; BGH…, Urteil vom 4. Dezember 2007 - VI ZR 277/06, Rn. 13; BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 7; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    In derart einfach gelagerten Fällen kann der Geschädigte grundsätzlich den Schaden selbst geltend machen, so dass sich die sofortige Einschaltung eines Rechtsanwalts nur unter besonderen Voraussetzungen als erforderlich erweisen kann, wenn etwa der Geschädigte aus Mangel an geschäftlicher Gewandtheit oder sonstigen Gründen wie etwa Krankheit oder Abwesenheit nicht in der Lage ist, den Schaden selbst anzumelden (vgl. BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 9; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt des genannten Schreibens eine Vielzahl von Rechtsfragen in Zusammenhang mit Art. 82 DSGVO weder durch den Gerichtshof noch durch die nationalen Gerichte geklärt war (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 80).

    Rn. 247 Hier ist die Revision nicht zuzulassen, da die wesentlichen Rechtsfragen seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Urteil vom 18. November 2024 (VI ZR 10/24) geklärt sind und im Übrigen der Rechtsstreit seinen Schwerpunkt im Tatsächlichen hat (immaterieller Schaden).

    Denn auch die in diesem Verfahren vorgelegten Fragen sind bereits entschieden bzw. für den hiesigen Rechtsstreit nicht entscheidungserheblich, wie der Bundesgerichtshof selbst in der genannten Entscheidung (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24) auch ausdrücklich ausführt.

  • OLG Schleswig, 20.03.2025 - 5 U 101/23

    Schadensersatzanspruch nach Art. 82 DSGVO wegen des Verlusts der Kontrolle über …

    Die klägerische Partei macht nicht mehrere selbständige, auf verschiedene Datenschutzverstöße gestützte prozessuale Ansprüche alternativ geltend, sondern vielmehr einen einheitlichen Anspruch auf Ersatz eines immateriellen Schadens, der sich aus mehreren Datenschutzverstößen der Beklagten ergeben soll (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 16).

    Vom Streitgegenstand werden damit alle materiell-rechtlichen Ansprüche erfasst, die sich im Rahmen des gestellten Antrags aus dem zur Entscheidung unterbreiteten Lebenssachverhalt herleiten lassen (BGH…, Urteil vom 14. März 2017 - VI ZR 605/15, Rn. 17 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 17).

    Diese Wertung würde unterlaufen, wenn unterschiedliche, aber sämtlich auf den Scraping-Vorfall bezogene Datenschutzverstöße in gesonderte Lebenssachverhalte aufgespalten würden und damit kumulativ geltend gemacht werden könnten (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 18).

    Rn. 31 Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes erfordert ein Schadensersatzanspruch im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung, das Vorliegen eines materiellen oder immateriellen Schadens sowie einen Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verstoß, wobei diese drei Voraussetzungen kumulativ sind (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 24 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 58 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 32 Die Darlegungs- und Beweislast für diese Voraussetzungen trifft die Person, die auf der Grundlage von Art. 82 Abs. 1 DSGVO den Ersatz eines (immateriellen) Schadens verlangt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 60 f. - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Art. 82 DSGVO sieht vielmehr eine Haftung für vermutetes Verschulden vor, die Exkulpation obliegt nach Art. 82 Abs. 3 DSGVO dem Verantwortlichen (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 44 ff.; EuGH…, Urteil vom 21. Dezember 2023 - C-667/21, Rn. 94 - Krankenversicherung Nordrhein; vgl. ferner ErwG 146 Satz 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 33 Dessen zeitlicher, sachlicher und räumlicher Anwendungsbereich ist eröffnet (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56 ff., OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33); auch lassen sich Verstöße der Beklagten gegen die DSGVO im Zuge der Datenverarbeitung feststellen (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56, 84 ff.; letztlich offen gelassen ("Der Beklagten dürften Verstöße […] vorzuwerfen sein, […]") vom OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 35 f.; vgl. dazu BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 86 ff.).

    Dieser hat jedenfalls in Bezug auf die klägerische Partei nicht vor dem 25. Mai 2018 und damit dem Zeitpunkt stattgefunden, seit dem die Datenschutz-Grundverordnung gilt (Art. 99 Abs. 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 48 Die personenbezogenen Daten (konkret jedenfalls Telefonnummer, Facebook-ID, Familienname, Vorname sowie Geschlecht) hat die Beklagte auch im Sinne von Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Nr. 2 DSGVO automatisiert verarbeitet (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 77 ff.; OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 51 Sie hat ihren Sitz in Irland, betreibt jedenfalls für die Tätigkeit ihrer Datenverarbeitung eine Niederlassung in Irland, also innerhalb der Union (vgl. auch BGH…, Urteil vom 27. Juli 2020 - VI ZR 405/18, Rn. 15; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 81 - 83; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Denn angesichts des umfassenden Verarbeitungsbegriffs des Art. 4 Nr. 2 DSGVO (jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung) wäre auch bei einem engeren Verständnis des Art. 82 Abs. 1 DSGVO in Bezug auf den hier inmitten stehenden Scraping-Vorfall ohne Weiteres von einer Datenverarbeitung der Beklagten in Form der Speicherung, des Abfragens, der Offenlegung durch Übermittlung, der Bereitstellung und Verknüpfung auszugehen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 23).

    Aber auch für Verstöße gegen Vorschriften aus dem vierten Kapitel der Datenschutz-Grundverordnung (Art. 24 bis 43 DSGVO) hat der Gerichtshof zu einzelnen Vorschriften bereits angenommen, dass ein Schadensersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO möglich ist (vgl. zu einem Verstoß gegen Art. 32 DSGVO EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite; für Verstöße gegen Art. 26 und 30 DSGVO EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-60/22, Rn. 66 f. - Bundesrepublik Deutschland [Elektronisches Gerichtsfach]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 24).

    Rn. 57 Es kommt in diesem Zusammenhang auch nicht darauf an, ob einer oder mehrere Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung festgestellt werden können, da der in Art. 82 Abs. 1 DSGVO vorgesehene Schadensersatzanspruch ausschließlich eine Ausgleichsfunktion, jedoch keine Abschreckungs- oder Straffunktion erfüllt und daher das Vorliegen mehrerer Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 59 f., 64 f.; OLG Oldenburg…, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 25, 96).

    Rn. 65 Die von der Beklagten vorgenommene Voreinstellung der Suchbarkeitseinstellungen auf "alle" hat schon nicht dem Grundsatz der Datenminimierung entsprochen, wie er in Art. 5 Abs. 1 lit. b) und c), Art. 25 Abs. 2 Satz 1 und 3 DSGVO festgehalten ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 22, 86 ff.; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 127 f.).

    Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs müssen sich die Ausnahmen und Einschränkungen des Grundsatzes des Schutzes solcher Daten auf das absolut Notwendige beschränken (EuGH…, Urteil vom 24. Februar 2022 - C-175/20, Rn. 73 mwN; vgl. auch bereits EuGH…, Urteil vom 11. Dezember 2019 - C-708/18, Rn. 46 - Asociaţia de Proprietari bloc M5A-ScaraA; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 87;… Frenzel in: Paal/Pauly, DSGVO, 3. Aufl. 2021, Art. 5 Rn. 34 ff.;… Schantz in: BeckOK DatenschutzR, 49. Ed. [Stand: 1. November 2021], Art. 5 DSGVO Rn. 24 ff.).

    Damit beinhaltet Art. 25 Abs. 2 Satz 3 DSGVO die ausdrückliche Verpflichtung zu Voreinstellungen, die verhindern, dass die Daten ohne Weiteres, also ohne bewusste persönliche Änderung der Voreinstellung, der Öffentlichkeit oder sonst einem unbestimmten Adressatenkreis zugänglich gemacht werden (…Heberlein in: Ehmann/Selmayr, DSGVO, 3. Aufl. 2024, Art. 5 Rn. 31; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 88).

    Es soll daher verhindert werden, dass Nutzer durch Voreinstellungen, die eine über die erforderliche Verarbeitung hinausgehende extensive Datennutzung vorsehen, dazu verleitet werden, ihre Datenschutzrechte abzuwählen, ohne dies zu realisieren (vgl. auch das Arbeitspapier der Kommission zur Folgenabschätzung einer Datenschutzverordnung SEC(2012)72 final, Seite 21 f. zum unzureichenden Risikobewusstsein und der Unterschätzung von Risiken für die Privatsphäre bei Nutzern sozialer Netzwerke; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 89 mwN).

    Datenschutzfreundlichere Einstellungsoptionen - insbesondere die erst 2019 eingeführte Suchbarkeitsoption "nur ich" - wurden demgegenüber nur als opt out-Lösungen angeboten, obwohl die Nutzbarkeit des sozialen Netzwerks als solche hiervon nicht abhing, da eine Suche auch über die Eingabe des Namens möglich gewesen wäre (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 90).

    Die Vorgehensweise der Beklagten im Streitfall ist nicht durch eine - hier mangels Erforderlichkeit (vgl. Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. b) - f) DSGVO) zur Rechtfertigung allein in Betracht kommende - wirksame Einwilligung der klägerischen Partei in die Verwendbarkeit ihrer Telefonnummer im Rahmen der Suchbarkeitsfunktion gerechtfertigt (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. a) DSGVO; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 43 ff., 91; OLG Oldenburg, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 30 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 90 ff.).

    Hierbei ist auch die beherrschende Stellung der Beklagten auf dem Markt für soziale Netzwerke zu berücksichtigen (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Juli 2023 - C-252/21, NJW 2023, 2997 Rn. 140 ff. - Meta Platforms; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 44).

    Rn. 110 Dasselbe gilt für eine gerügte Verletzung von Art. 17 (Recht auf Löschung/ "Recht auf Vergessenwerden") und 18 DSGVO (Recht auf Einschränkung der Verarbeitung) (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 147 ff.; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    Der bloße Verstoß gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung reicht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs jedoch nicht aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen, vielmehr ist darüber hinaus - im Sinne einer eigenständigen Anspruchsvoraussetzung - der Eintritt eines Schadens (durch diesen Verstoß) erforderlich (st. Rspr., vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 25 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 42 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 28; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 12).

    Aus dieser beispielhaften Aufzählung der "Schäden", die den betroffenen Personen entstehen können, geht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs hervor, dass der Unionsgesetzgeber unter den Begriff "Schaden" insbesondere auch den bloßen Verlust der Kontrolle ("the mere loss of control", "la simple perte de contrôle") über ihre eigenen Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung fassen wollte, selbst wenn konkret keine missbräuchliche Verwendung der betreffenden Daten zum Nachteil dieser Personen erfolgt sein sollte (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145 - Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 30; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 16 f.).

    Rn. 122 Die Ablehnung einer Erheblichkeitsschwelle bedeutet nicht, dass eine Person, die von einem Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung betroffen ist, der für sie negative Folgen gehabt hat, vom Nachweis befreit wäre, dass diese Folgen einen immateriellen Schaden im Sinne von Art. 82 dieser Verordnung darstellen (EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 27 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 36; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 12).

    Ist dieser Nachweis erbracht, steht der Kontrollverlust also fest, stellt dieser selbst den immateriellen Schaden dar und es bedarf keiner sich daraus entwickelnden besonderen Befürchtungen oder Ängste der betroffenen Person; diese wären lediglich geeignet, den eingetretenen immateriellen Schaden noch zu vertiefen oder zu vergrößern (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 31; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 17).

    Demgegenüber genügt die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 35 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 68 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 32; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 19).

    Rn. 129 Der Betroffene, der Ersatz des immateriellen Schadens verlangt, muss folglich geltend machen (und ggf. nachweisen), dass der Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung negative Folgen für ihn gehabt hat, die einen immateriellen Schaden darstellen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 33).

    Rn. 130 Das Risiko der Nichterweislichkeit - auch in Bezug auf das konkrete Ausmaß eines etwaigen Schadens - verbleibt beim Anspruchsteller (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 37).

    Rn. 131 Diesen Darlegungserfordernissen genügt das Vorbringen der klägerischen Partei (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Insoweit unterscheidet sich der durch das Scraping und die dauerhafte Preisgabe der mit dem Namen der klägerischen Partei verknüpften Telefonnummer im Internet behauptete Kontrollverlust wesentlich von den Risiken, die mit einer bewussten und zielgerichteten Weitergabe der Telefonnummer an bestimmte Empfänger verbunden sind (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Kontrolle über seine Daten - insbesondere seine Telefonnummer - hat, wer sie bewusst und ausgewählt offenlegt, d.h. sie nicht allgemein veröffentlicht (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 41).

    Rn. 148 Soweit der Beklagten möglicherweise ein Verstoß gegen die Meldepflicht nach Art. 33 Abs. 1 DSGVO, die Benachrichtigungspflicht nach Art. 34 Abs. 1 DSGVO wegen einer unterlassenen Meldung des Datenschutzvorfalls vorzuwerfen ist, hat die klägerische Partei jedenfalls keine immateriellen Schäden geltend gemacht, die auf diesen Verstoß zurückzuführen sind (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    In Deutschland ist somit insbesondere die Verfahrensvorschrift des § 287 ZPO anzuwenden (…BAG, NJW 2022, 2779 Rn. 14; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 93).

    Rn. 157 Die innerstaatliche Verfahrensautonomie bei der Ermittlung des nach Art. 82 DSGVO zu ersetzenden Schadens unterliegt indes mehreren aus dem Unionsrecht folgenden Einschränkungen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 94 ff.).

    Auch dürfen sie die Ausübung der durch das Unionsrecht verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsgrundsatz) (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 31 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 32 - Scalable Capital; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 53 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 95).

    Folglich darf weder die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung, durch den der betreffende Schaden entstanden ist, berücksichtigt werden, noch der Umstand, ob ein Verantwortlicher mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen (EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 60 und 64 f.) und ob er vorsätzlich gehandelt hat (…EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 29 f. - Scalable Capital; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 96).

    Dies gilt auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der durch eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten verursachte immaterielle Schaden seiner Natur nach nicht weniger schwerwiegend ist als eine Körperverletzung (vgl. dazu EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 151- Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 39 - Scalable Capital; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 97).

    Rn. 161 Daraus ergeben sich Vorgaben sowohl in Bezug auf die Untergrenze als auch auf die Obergrenze des nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu gewährenden Schadensersatzes, die das Schätzungsermessen des Tatgerichts (§ 287 ZPO) rechtlich begrenzen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 98 ff.).

    Als Anhalt für einen noch effektiven Ausgleich könnte in den Fällen, in denen die Wiedererlangung der Kontrolle mit verhältnismäßigem Aufwand möglich wäre, etwa der hypothetische Aufwand für die Wiedererlangung der Kontrolle (hier insbesondere eines Rufnummernwechsels) dienen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 99).

    Dagegen hat der Bundesgerichtshof von Rechts wegen keine Bedenken, den notwendigen Ausgleich für den eingetretenen Kontrollverlust als solchem in einem Fall wie dem streitgegenständlichen in einer Größenordnung von EUR 100, 00 (…so obiter OLG Hamm, GRUR-RS 2024, 16856 Rn. 40) zu bemessen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 100).

    Ausgehend davon wird es gegebenenfalls einen Betrag als Ausgleich festzusetzen haben, der über dem im Falle eines bloßen Kontrollverlustes zuzusprechenden Betrag liegt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 101).

    Rn. 178 Es reicht die bloße Möglichkeit des künftigen Eintritts der geltend gemachten Schäden für die Annahme eines Feststellungsinteresses; eine darüberhinausgehende hinreichende Schadenswahrscheinlichkeit ist nicht erforderlich (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Rn. 182 Die Möglichkeit künftiger Schäden reicht hier aus, weil es nicht um reine Vermögensschäden geht, sondern um Schäden, die aus der von der klägerischen Partei behaupteten Verletzung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung gemäß Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG, mithin ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts als einem sonstigen absolut geschützten Rechtsgut im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB, resultieren (vgl. BGH…, Urteil vom 5. Oktober 2021 - VI ZR 136/20, Rn. 28; BGH…, Urteil vom 29. Juni 2021 - VI ZR 10/18, Rn. 30; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Dabei kann die Möglichkeit ersatzpflichtiger künftiger Schäden ohne Weiteres zu bejahen sein, wenn ein deliktsrechtlich geschütztes absolutes Rechtsgut verletzt wurde und bereits ein Schaden eingetreten ist (BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 17. Oktober 2017 - VI ZR 423/16, Rn. 49 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    In Anbetracht des bereits eingetretenen und noch andauernden Kontrollverlusts über diese Daten ist eine künftige Schadensentwicklung auch nicht nur rein theoretischer Natur (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 49; OLG Stuttgart…, Urteil vom 22. November 2023 - 4 U 20/23, juris Rn. 236 ff.).

    Rn. 187 Auf Grundlage der genannten Feststellungen (schon eingetretener Schaden durch Kontrollverlust) kann der Feststellungsanspruch auch in der Sache nicht verneint werden (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 50).

    Rn. 189 Der ursprüngliche Klageantrag zu Ziffer 3a) ist unzulässig gewesen, da er nicht hinreichend bestimmt im Sinne des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 51 ff.).

    Dies bedeutet bei einem Unterlassungsantrag insbesondere, dass dieser nicht derart undeutlich gefasst sein darf, dass die Entscheidung darüber, was dem Beklagten verboten ist, letztlich dem Vollstreckungsgericht überlassen bleibt (vgl. BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 52).

    Rn. 192 Eine hinreichende Bestimmtheit ist bei einem Unterlassungsantrag für gewöhnlich gegeben, wenn eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungshandlung erfolgt oder die konkret angegriffene Verletzungsform antragsgegenständlich ist und der Klageantrag zumindest unter Heranziehung des Klagevortrags unzweideutig erkennen lässt, in welchen Merkmalen des angegriffenen Verhaltens die Grundlage und der Anknüpfungspunkt für den Rechtsverstoß und damit das Unterlassungsgebot liegen soll (st. Rspr.; vgl. BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26 mwN; BGH…, Urteil vom 9. März 2021 - VI ZR 73/20, Rn. 15; BGH…, Urteil vom 15. Januar 2019 - VI ZR 506/17, Rn. 12 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Die Verwendung auslegungsbedürftiger Begriffe im Klageantrag ist zulässig, wenn über ihren Sinngehalt zwischen den Parteien kein Streit besteht und objektive Maßstäbe zur Abgrenzung vorliegen, oder wenn der Kläger den auslegungsbedürftigen Begriff hinreichend konkret umschreibt und gegebenenfalls mit Beispielen unterlegt oder sein Begehren an der konkreten Verletzungshandlung ausrichtet (BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH…, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 113/20, Rn. 12 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Eine auslegungsbedürftige Antragsformulierung kann im Übrigen hinzunehmen sein, wenn dies zur Gewährleistung effektiven Rechtsschutzes erforderlich ist (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 22. Juli 2021 - I ZR 194/20, Rn. 34 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 54).

    Er lässt sich auch unter Heranziehung des Klagevorbringens nicht in einer Weise auslegen, dass die klägerische Partei ein hinreichend bestimmtes Unterlassen begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 55).

    Auch insoweit wäre es - auch mit Blick auf die Gewährung effektiven Rechtsschutzes (BGH…, Urteil vom 26. Januar 2017 - I ZR 207/14, Rn. 18) - der klägerischen Partei zumutbar gewesen, die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter zu konkretisieren (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Auch der Begriff der "unbefugten Personen" hätte durch eine Darlegung der konkreten Verletzungshandlung näher definiert werden können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 57).

    Auch eine nähere Darlegung, welche konkrete Verletzungshandlung durch die Beklagte zu unterlassen sei, fehlt ebenso wie eine Erläuterung, in welchen Fällen von einer "Ausnutzung" der Kontakt-Import-Funktion bzw. von einer Nutzung durch "unbefugte Personen" auszugehen sei (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 58).

    Hier hat die klägerische Partei die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter konkretisiert (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Rn. 209 Der Klageantrag zu 3b) ist zulässig (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 59 ff.).

    Er lässt sich unter Heranziehung des Klagevorbringens dahingehend auslegen, dass die klägerische Partei ein Unterlassen jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 62 ff.).

    Nach Ansicht der klägerischen Partei wurde diese "wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt […], namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf 'privat' noch durch Verwendung der Kontakt-Import-Funktion verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird" (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 63).

    Rn. 213 Der so verstandene Unterlassungsantrag ist hinreichend bestimmt, da der Beklagten ohne weiteres deutlich wird, für welche Zwecke sie die Telefonnummer der klägerischen Partei noch verarbeiten darf und für welche die klägerische Partei die Unterlassung der Datenverarbeitung begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 64).

    Rn. 214 Auch kann das Vorliegen eines Rechtsschutzbedürfnisses nicht verneint werden (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 65 ff.).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt jedoch, wenn eine Klage oder ein Antrag objektiv schlechthin sinnlos ist, wenn also der Kläger oder Antragsteller unter keinen Umständen mit seinem prozessualen Begehren irgendeinen schutzwürdigen Vorteil erlangen kann (BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 10 mwN; vgl. bereits BGH, Urteil vom 14. März 1978 - I ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 66).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt (oder entfällt) nur dann, wenn das Betreiben des Verfahrens eindeutig zweckwidrig ist und sich als Missbrauch der Rechtspflege darstellt (BGH…, Beschluss vom 24. September 2019 - VI ZB 39/18, Rn. 28; BGH, Urteil vom 14. März 1978 - VI ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Auch darf der Kläger nicht auf einen verfahrensmäßig unsicheren Weg verwiesen werden (vgl. BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 16 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Insbesondere würde sich die klägerische Partei der Möglichkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Anmeldung in ihrem Nutzerkonto begeben (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 68).

    Es ist nicht ersichtlich, über welche Einstellungen die klägerische Partei selbst insoweit Abhilfe schaffen könnte (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 69).

    Gegenstand ihres Begehrens ist demgegenüber nicht, die Kontakt-Import-Funktion aufgrund eines verständlichen Hinweises oder unter Wahrung der Sicherheitsanforderungen nutzen zu können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 70).

    Rn. 222 Jedenfalls bei einer Verletzung vertraglicher Rücksichtnahmepflichten im Sinne des § 241 Abs. 2 BGB, durch die die Erreichung des Vertragszwecks bedroht wird, kann aus § 280 Abs. 1 BGB nicht nur Schadensersatz, sondern im Falle des Bestehens einer Erstbegehungs- oder Wiederholungsgefahr auch Unterlassung verlangt werden (BGH…, Urteil vom 2. Mai 2024 - I ZR 12/23, Leitsatz 1 und Rn. 13 ff.; BGH…, Urteil vom 8. November 2022 - II ZR 91/21, Rn. 64; BGH…, Urteil vom 29. Juli 2021 - III ZR 179/20, Rn. 102; BGH…, Urteil vom 5. Juni 2012 - X ZR 161/11, Rn. 15 f.; jeweils mwN; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 83).

    Rn. 223 Der klägerischen Partei steht danach im Sinne des Antrags zu 3b) ein Anspruch auf Unterlassung jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, zu (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 71) bzw. darauf, dass ihre Telefonnummer auf Grundlage einer Einwilligung verarbeitet wird, die wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt wurde, namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf "privat" noch durch Verwendung des Kontaktimporttools verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird.

    Rn. 229 Die Kosten der Rechtsverfolgung und deshalb auch die Kosten eines mit der Sache befassten Rechtsanwalts gehören, soweit sie zur Wahrnehmung der Rechte erforderlich und zweckmäßig waren, grundsätzlich zu dem wegen einer unerlaubten Handlung zu ersetzenden Schaden (vgl. BGH…, Urteil vom 17. November 2015 - VI ZR 492/14, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 4. März 2008 - VI ZR 176/07, Rn. 5; BGH…, Urteil vom 4. Dezember 2007 - VI ZR 277/06, Rn. 13; BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 7; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    In derart einfach gelagerten Fällen kann der Geschädigte grundsätzlich den Schaden selbst geltend machen, so dass sich die sofortige Einschaltung eines Rechtsanwalts nur unter besonderen Voraussetzungen als erforderlich erweisen kann, wenn etwa der Geschädigte aus Mangel an geschäftlicher Gewandtheit oder sonstigen Gründen wie etwa Krankheit oder Abwesenheit nicht in der Lage ist, den Schaden selbst anzumelden (vgl. BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 9; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt des genannten Schreibens eine Vielzahl von Rechtsfragen in Zusammenhang mit Art. 82 DSGVO weder durch den Gerichtshof noch durch die nationalen Gerichte geklärt war (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 80).

    Rn. 238 Hier ist die Revision nicht zuzulassen, da die wesentlichen Rechtsfragen seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Urteil vom 18. November 2024 (VI ZR 10/24) geklärt sind und im Übrigen der Rechtsstreit seinen Schwerpunkt im Tatsächlichen hat (immaterieller Schaden).

    Denn auch die in diesem Verfahren vorgelegten Fragen sind bereits entschieden bzw. für den hiesigen Rechtsstreit nicht entscheidungserheblich, wie der Bundesgerichtshof selbst in der genannten Entscheidung (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24) auch ausdrücklich ausführt.

  • OLG Schleswig, 27.03.2025 - 5 U 61/23

    Schadensersatzanspruch nach Art. 82 DSGVO wegen des Verlusts der Kontrolle über …

    Die klägerische Partei macht nicht mehrere selbständige, auf verschiedene Datenschutzverstöße gestützte prozessuale Ansprüche alternativ geltend, sondern vielmehr einen einheitlichen Anspruch auf Ersatz eines immateriellen Schadens, der sich aus mehreren Datenschutzverstößen der Beklagten ergeben soll (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 16).

    Vom Streitgegenstand werden damit alle materiell-rechtlichen Ansprüche erfasst, die sich im Rahmen des gestellten Antrags aus dem zur Entscheidung unterbreiteten Lebenssachverhalt herleiten lassen (BGH…, Urteil vom 14. März 2017 - VI ZR 605/15, Rn. 17 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 17).

    Diese Wertung würde unterlaufen, wenn unterschiedliche, aber sämtlich auf den Scraping-Vorfall bezogene Datenschutzverstöße in gesonderte Lebenssachverhalte aufgespalten würden und damit kumulativ geltend gemacht werden könnten (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 18).

    Rn. 31 Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes erfordert ein Schadensersatzanspruch im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung, das Vorliegen eines materiellen oder immateriellen Schadens sowie einen Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verstoß, wobei diese drei Voraussetzungen kumulativ sind (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 24 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 58 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 32 Die Darlegungs- und Beweislast für diese Voraussetzungen trifft die Person, die auf der Grundlage von Art. 82 Abs. 1 DSGVO den Ersatz eines (immateriellen) Schadens verlangt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 60 f. - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Art. 82 DSGVO sieht vielmehr eine Haftung für vermutetes Verschulden vor, die Exkulpation obliegt nach Art. 82 Abs. 3 DSGVO dem Verantwortlichen (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 44 ff.; EuGH…, Urteil vom 21. Dezember 2023 - C-667/21, Rn. 94 - Krankenversicherung Nordrhein; vgl. ferner ErwG 146 Satz 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 33 Dessen zeitlicher, sachlicher und räumlicher Anwendungsbereich ist eröffnet (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56 ff., OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33); auch lassen sich Verstöße der Beklagten gegen die DSGVO im Zuge der Datenverarbeitung feststellen (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56, 84 ff.; letztlich offen gelassen ("Der Beklagten dürften Verstöße […] vorzuwerfen sein, […]") vom OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 35 f.; vgl. dazu BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 86 ff.).

    Dieser hat jedenfalls in Bezug auf die klägerische Partei nicht vor dem 25. Mai 2018 und damit dem Zeitpunkt stattgefunden, seit dem die Datenschutz-Grundverordnung gilt (Art. 99 Abs. 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 48 Die personenbezogenen Daten (konkret jedenfalls Telefonnummer, Facebook-ID, Familienname, Vorname sowie Geschlecht) hat die Beklagte auch im Sinne von Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Nr. 2 DSGVO automatisiert verarbeitet (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 77 ff.; OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 51 Sie hat ihren Sitz in Irland, betreibt jedenfalls für die Tätigkeit ihrer Datenverarbeitung eine Niederlassung in Irland, also innerhalb der Union (vgl. auch BGH…, Urteil vom 27. Juli 2020 - VI ZR 405/18, Rn. 15; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 81 - 83; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Denn angesichts des umfassenden Verarbeitungsbegriffs des Art. 4 Nr. 2 DSGVO (jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung) wäre auch bei einem engeren Verständnis des Art. 82 Abs. 1 DSGVO in Bezug auf den hier inmitten stehenden Scraping-Vorfall ohne Weiteres von einer Datenverarbeitung der Beklagten in Form der Speicherung, des Abfragens, der Offenlegung durch Übermittlung, der Bereitstellung und Verknüpfung auszugehen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 23).

    Aber auch für Verstöße gegen Vorschriften aus dem vierten Kapitel der Datenschutz-Grundverordnung (Art. 24 bis 43 DSGVO) hat der Gerichtshof zu einzelnen Vorschriften bereits angenommen, dass ein Schadensersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO möglich ist (vgl. zu einem Verstoß gegen Art. 32 DSGVO EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite; für Verstöße gegen Art. 26 und 30 DSGVO EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-60/22, Rn. 66 f. - Bundesrepublik Deutschland [Elektronisches Gerichtsfach]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 24).

    Rn. 57 Es kommt in diesem Zusammenhang auch nicht darauf an, ob einer oder mehrere Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung festgestellt werden können, da der in Art. 82 Abs. 1 DSGVO vorgesehene Schadensersatzanspruch ausschließlich eine Ausgleichsfunktion, jedoch keine Abschreckungs- oder Straffunktion erfüllt und daher das Vorliegen mehrerer Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 59 f., 64 f.; OLG Oldenburg…, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 25, 96).

    Rn. 65 Die von der Beklagten vorgenommene Voreinstellung der Suchbarkeitseinstellungen auf "alle" hat schon nicht dem Grundsatz der Datenminimierung entsprochen, wie er in Art. 5 Abs. 1 lit. b) und c), Art. 25 Abs. 2 Satz 1 und 3 DSGVO festgehalten ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 22, 86 ff.; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 127 f.).

    Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs müssen sich die Ausnahmen und Einschränkungen des Grundsatzes des Schutzes solcher Daten auf das absolut Notwendige beschränken (EuGH…, Urteil vom 24. Februar 2022 - C-175/20, Rn. 73 mwN; vgl. auch bereits EuGH…, Urteil vom 11. Dezember 2019 - C-708/18, Rn. 46 - Asociaţia de Proprietari bloc M5A-ScaraA; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 87;… Frenzel in: Paal/Pauly, DSGVO, 3. Aufl. 2021, Art. 5 Rn. 34 ff.;… Schantz in: BeckOK DatenschutzR, 49. Ed. [Stand: 1. November 2021], Art. 5 DSGVO Rn. 24 ff.).

    Damit beinhaltet Art. 25 Abs. 2 Satz 3 DSGVO die ausdrückliche Verpflichtung zu Voreinstellungen, die verhindern, dass die Daten ohne Weiteres, also ohne bewusste persönliche Änderung der Voreinstellung, der Öffentlichkeit oder sonst einem unbestimmten Adressatenkreis zugänglich gemacht werden (…Heberlein in: Ehmann/Selmayr, DSGVO, 3. Aufl. 2024, Art. 5 Rn. 31; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 88).

    Es soll daher verhindert werden, dass Nutzer durch Voreinstellungen, die eine über die erforderliche Verarbeitung hinausgehende extensive Datennutzung vorsehen, dazu verleitet werden, ihre Datenschutzrechte abzuwählen, ohne dies zu realisieren (vgl. auch das Arbeitspapier der Kommission zur Folgenabschätzung einer Datenschutzverordnung SEC(2012)72 final, Seite 21 f. zum unzureichenden Risikobewusstsein und der Unterschätzung von Risiken für die Privatsphäre bei Nutzern sozialer Netzwerke; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 89 mwN).

    Datenschutzfreundlichere Einstellungsoptionen - insbesondere die erst 2019 eingeführte Suchbarkeitsoption "nur ich" - wurden demgegenüber nur als opt out-Lösungen angeboten, obwohl die Nutzbarkeit des sozialen Netzwerks als solche hiervon nicht abhing, da eine Suche auch über die Eingabe des Namens möglich gewesen wäre (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 90).

    Die Vorgehensweise der Beklagten im Streitfall ist nicht durch eine - hier mangels Erforderlichkeit (vgl. Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. b) - f) DSGVO) zur Rechtfertigung allein in Betracht kommende - wirksame Einwilligung der klägerischen Partei in die Verwendbarkeit ihrer Telefonnummer im Rahmen der Suchbarkeitsfunktion gerechtfertigt (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. a) DSGVO; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 43 ff., 91; OLG Oldenburg, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 30 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 90 ff.).

    Hierbei ist auch die beherrschende Stellung der Beklagten auf dem Markt für soziale Netzwerke zu berücksichtigen (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Juli 2023 - C-252/21, NJW 2023, 2997 Rn. 140 ff. - Meta Platforms; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 44).

    Rn. 110 Dasselbe gilt für eine gerügte Verletzung von Art. 17 (Recht auf Löschung/ "Recht auf Vergessenwerden") und 18 DSGVO (Recht auf Einschränkung der Verarbeitung) (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 147 ff.; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    Der bloße Verstoß gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung reicht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs jedoch nicht aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen, vielmehr ist darüber hinaus - im Sinne einer eigenständigen Anspruchsvoraussetzung - der Eintritt eines Schadens (durch diesen Verstoß) erforderlich (st. Rspr., vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 25 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 42 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 28 BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 12).

    Aus dieser beispielhaften Aufzählung der "Schäden", die den betroffenen Personen entstehen können, geht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs hervor, dass der Unionsgesetzgeber unter den Begriff "Schaden" insbesondere auch den bloßen Verlust der Kontrolle ("the mere loss of control", "la simple perte de contrôle") über ihre eigenen Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung fassen wollte, selbst wenn konkret keine missbräuchliche Verwendung der betreffenden Daten zum Nachteil dieser Personen erfolgt sein sollte (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145 - Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 30; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 16 f.).

    Rn. 122 Die Ablehnung einer Erheblichkeitsschwelle bedeutet nicht, dass eine Person, die von einem Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung betroffen ist, der für sie negative Folgen gehabt hat, vom Nachweis befreit wäre, dass diese Folgen einen immateriellen Schaden im Sinne von Art. 82 dieser Verordnung darstellen (EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 27 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 36; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 12).

    Ist dieser Nachweis erbracht, steht der Kontrollverlust also fest, stellt dieser selbst den immateriellen Schaden dar und es bedarf keiner sich daraus entwickelnden besonderen Befürchtungen oder Ängste der betroffenen Person; diese wären lediglich geeignet, den eingetretenen immateriellen Schaden noch zu vertiefen oder zu vergrößern (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 31; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 17).

    Demgegenüber genügt die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 35 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 68 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 32; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 19).

    Rn. 129 Der Betroffene, der Ersatz des immateriellen Schadens verlangt, muss folglich geltend machen (und ggf. nachweisen), dass der Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung negative Folgen für ihn gehabt hat, die einen immateriellen Schaden darstellen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 33).

    Rn. 130 Das Risiko der Nichterweislichkeit - auch in Bezug auf das konkrete Ausmaß eines etwaigen Schadens - verbleibt beim Anspruchsteller (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 37).

    Rn. 131 Diesen Darlegungserfordernissen genügt das Vorbringen der klägerischen Partei (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Insoweit unterscheidet sich der durch das Scraping und die dauerhafte Preisgabe der mit dem Namen der klägerischen Partei verknüpften Telefonnummer im Internet behauptete Kontrollverlust wesentlich von den Risiken, die mit einer bewussten und zielgerichteten Weitergabe der Telefonnummer an bestimmte Empfänger verbunden sind (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Kontrolle über seine Daten - insbesondere seine Telefonnummer - hat, wer sie bewusst und ausgewählt offenlegt, d.h. sie nicht allgemein veröffentlicht (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 41).

    Rn. 148 Soweit der Beklagten möglicherweise ein Verstoß gegen die Meldepflicht nach Art. 33 Abs. 1 DSGVO, die Benachrichtigungspflicht nach Art. 34 Abs. 1 DSGVO wegen einer unterlassenen Meldung des Datenschutzvorfalls vorzuwerfen ist, hat die klägerische Partei jedenfalls keine immateriellen Schäden geltend gemacht, die auf diesen Verstoß zurückzuführen sind (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    In Deutschland ist somit insbesondere die Verfahrensvorschrift des § 287 ZPO anzuwenden (…BAG, NJW 2022, 2779 Rn. 14; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 93).

    Rn. 157 Die innerstaatliche Verfahrensautonomie bei der Ermittlung des nach Art. 82 DSGVO zu ersetzenden Schadens unterliegt indes mehreren aus dem Unionsrecht folgenden Einschränkungen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 94 ff.).

    Auch dürfen sie die Ausübung der durch das Unionsrecht verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsgrundsatz) (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 31 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 32 - Scalable Capital; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 53 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 95).

    Folglich darf weder die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung, durch den der betreffende Schaden entstanden ist, berücksichtigt werden, noch der Umstand, ob ein Verantwortlicher mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen (EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 60 und 64 f.) und ob er vorsätzlich gehandelt hat (…EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 29 f. - Scalable Capital; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 96).

    Dies gilt auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der durch eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten verursachte immaterielle Schaden seiner Natur nach nicht weniger schwerwiegend ist als eine Körperverletzung (vgl. dazu EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 151- Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 39 - Scalable Capital; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 97).

    Rn. 161 Daraus ergeben sich Vorgaben sowohl in Bezug auf die Untergrenze als auch auf die Obergrenze des nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu gewährenden Schadensersatzes, die das Schätzungsermessen des Tatgerichts (§ 287 ZPO) rechtlich begrenzen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 98 ff.).

    Als Anhalt für einen noch effektiven Ausgleich könnte in den Fällen, in denen die Wiedererlangung der Kontrolle mit verhältnismäßigem Aufwand möglich wäre, etwa der hypothetische Aufwand für die Wiedererlangung der Kontrolle (hier insbesondere eines Rufnummernwechsels) dienen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 99).

    Dagegen hat der Bundesgerichtshof von Rechts wegen keine Bedenken, den notwendigen Ausgleich für den eingetretenen Kontrollverlust als solchem in einem Fall wie dem streitgegenständlichen in einer Größenordnung von EUR 100, 00 (…so obiter OLG Hamm, GRUR-RS 2024, 16856 Rn. 40) zu bemessen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 100).

    Ausgehend davon wird es gegebenenfalls einen Betrag als Ausgleich festzusetzen haben, der über dem im Falle eines bloßen Kontrollverlustes zuzusprechenden Betrag liegt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 101).

    Rn. 178 Es reicht die bloße Möglichkeit des künftigen Eintritts der geltend gemachten Schäden für die Annahme eines Feststellungsinteresses; eine darüberhinausgehende hinreichende Schadenswahrscheinlichkeit ist nicht erforderlich (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Rn. 182 Die Möglichkeit künftiger Schäden reicht hier aus, weil es nicht um reine Vermögensschäden geht, sondern um Schäden, die aus der von der klägerischen Partei behaupteten Verletzung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung gemäß Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG, mithin ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts als einem sonstigen absolut geschützten Rechtsgut im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB, resultieren (vgl. BGH…, Urteil vom 5. Oktober 2021 - VI ZR 136/20, Rn. 28; BGH…, Urteil vom 29. Juni 2021 - VI ZR 10/18, Rn. 30; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Dabei kann die Möglichkeit ersatzpflichtiger künftiger Schäden ohne Weiteres zu bejahen sein, wenn ein deliktsrechtlich geschütztes absolutes Rechtsgut verletzt wurde und bereits ein Schaden eingetreten ist (BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 17. Oktober 2017 - VI ZR 423/16, Rn. 49 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    In Anbetracht des bereits eingetretenen und noch andauernden Kontrollverlusts über diese Daten ist eine künftige Schadensentwicklung auch nicht nur rein theoretischer Natur (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 49; OLG Stuttgart…, Urteil vom 22. November 2023 - 4 U 20/23, juris Rn. 236 ff.).

    Rn. 187 Auf Grundlage der genannten Feststellungen (schon eingetretener Schaden durch Kontrollverlust) kann der Feststellungsanspruch auch in der Sache nicht verneint werden (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 50).

    Rn. 189 Der ursprüngliche Klageantrag zu Ziffer 3a) ist unzulässig gewesen, da er nicht hinreichend bestimmt im Sinne des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 51 ff.).

    Dies bedeutet bei einem Unterlassungsantrag insbesondere, dass dieser nicht derart undeutlich gefasst sein darf, dass die Entscheidung darüber, was dem Beklagten verboten ist, letztlich dem Vollstreckungsgericht überlassen bleibt (vgl. BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 52).

    Rn. 192 Eine hinreichende Bestimmtheit ist bei einem Unterlassungsantrag für gewöhnlich gegeben, wenn eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungshandlung erfolgt oder die konkret angegriffene Verletzungsform antragsgegenständlich ist und der Klageantrag zumindest unter Heranziehung des Klagevortrags unzweideutig erkennen lässt, in welchen Merkmalen des angegriffenen Verhaltens die Grundlage und der Anknüpfungspunkt für den Rechtsverstoß und damit das Unterlassungsgebot liegen soll (st. Rspr.; vgl. BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26 mwN; BGH…, Urteil vom 9. März 2021 - VI ZR 73/20, Rn. 15; BGH…, Urteil vom 15. Januar 2019 - VI ZR 506/17, Rn. 12 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Die Verwendung auslegungsbedürftiger Begriffe im Klageantrag ist zulässig, wenn über ihren Sinngehalt zwischen den Parteien kein Streit besteht und objektive Maßstäbe zur Abgrenzung vorliegen, oder wenn der Kläger den auslegungsbedürftigen Begriff hinreichend konkret umschreibt und gegebenenfalls mit Beispielen unterlegt oder sein Begehren an der konkreten Verletzungshandlung ausrichtet (BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH…, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 113/20, Rn. 12 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Eine auslegungsbedürftige Antragsformulierung kann im Übrigen hinzunehmen sein, wenn dies zur Gewährleistung effektiven Rechtsschutzes erforderlich ist (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 22. Juli 2021 - I ZR 194/20, Rn. 34 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 54).

    Er lässt sich auch unter Heranziehung des Klagevorbringens nicht in einer Weise auslegen, dass die klägerische Partei ein hinreichend bestimmtes Unterlassen begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 55).

    Auch insoweit wäre es - auch mit Blick auf die Gewährung effektiven Rechtsschutzes (BGH…, Urteil vom 26. Januar 2017 - I ZR 207/14, Rn. 18) - der klägerischen Partei zumutbar gewesen, die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter zu konkretisieren (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Auch der Begriff der "unbefugten Personen" hätte durch eine Darlegung der konkreten Verletzungshandlung näher definiert werden können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 57).

    Auch eine nähere Darlegung, welche konkrete Verletzungshandlung durch die Beklagte zu unterlassen sei, fehlt ebenso wie eine Erläuterung, in welchen Fällen von einer "Ausnutzung" der Kontakt-Import-Funktion bzw. von einer Nutzung durch "unbefugte Personen" auszugehen sei (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 58).

    Hier hat die klägerische Partei die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter konkretisiert (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Rn. 209 Der Klageantrag zu 3b) ist zulässig (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 59 ff.).

    Er lässt sich unter Heranziehung des Klagevorbringens dahingehend auslegen, dass die klägerische Partei ein Unterlassen jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 62 ff.).

    Nach Ansicht der klägerischen Partei wurde diese "wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt […], namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf 'privat' noch durch Verwendung der Kontakt-Import-Funktion verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird" (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 63).

    Rn. 213 Der so verstandene Unterlassungsantrag ist hinreichend bestimmt, da der Beklagten ohne weiteres deutlich wird, für welche Zwecke sie die Telefonnummer der klägerischen Partei noch verarbeiten darf und für welche die klägerische Partei die Unterlassung der Datenverarbeitung begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 64).

    Rn. 214 Auch kann das Vorliegen eines Rechtsschutzbedürfnisses nicht verneint werden (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 65 ff.).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt jedoch, wenn eine Klage oder ein Antrag objektiv schlechthin sinnlos ist, wenn also der Kläger oder Antragsteller unter keinen Umständen mit seinem prozessualen Begehren irgendeinen schutzwürdigen Vorteil erlangen kann (BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 10 mwN; vgl. bereits BGH, Urteil vom 14. März 1978 - I ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 66).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt (oder entfällt) nur dann, wenn das Betreiben des Verfahrens eindeutig zweckwidrig ist und sich als Missbrauch der Rechtspflege darstellt (BGH…, Beschluss vom 24. September 2019 - VI ZB 39/18, Rn. 28; BGH, Urteil vom 14. März 1978 - VI ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Auch darf der Kläger nicht auf einen verfahrensmäßig unsicheren Weg verwiesen werden (vgl. BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 16 mwN; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Insbesondere würde sich die klägerische Partei der Möglichkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Anmeldung in ihrem Nutzerkonto begeben (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 68).

    Es ist nicht ersichtlich, über welche Einstellungen die klägerische Partei selbst insoweit Abhilfe schaffen könnte (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 69).

    Gegenstand ihres Begehrens ist demgegenüber nicht, die Kontakt-Import-Funktion aufgrund eines verständlichen Hinweises oder unter Wahrung der Sicherheitsanforderungen nutzen zu können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 70).

    Rn. 222 Jedenfalls bei einer Verletzung vertraglicher Rücksichtnahmepflichten im Sinne des § 241 Abs. 2 BGB, durch die die Erreichung des Vertragszwecks bedroht wird, kann aus § 280 Abs. 1 BGB nicht nur Schadensersatz, sondern im Falle des Bestehens einer Erstbegehungs- oder Wiederholungsgefahr auch Unterlassung verlangt werden (BGH…, Urteil vom 2. Mai 2024 - I ZR 12/23, Leitsatz 1 und Rn. 13 ff.; BGH…, Urteil vom 8. November 2022 - II ZR 91/21, Rn. 64; BGH…, Urteil vom 29. Juli 2021 - III ZR 179/20, Rn. 102; BGH…, Urteil vom 5. Juni 2012 - X ZR 161/11, Rn. 15 f.; jeweils mwN; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 83).

    Rn. 223 Der klägerischen Partei steht danach im Sinne des Antrags zu 3b) ein Anspruch auf Unterlassung jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, zu (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 71) bzw. darauf, dass ihre Telefonnummer auf Grundlage einer Einwilligung verarbeitet wird, die wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt wurde, namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf "privat" noch durch Verwendung des Kontaktimporttools verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird.

    Rn. 229 Die Kosten der Rechtsverfolgung und deshalb auch die Kosten eines mit der Sache befassten Rechtsanwalts gehören, soweit sie zur Wahrnehmung der Rechte erforderlich und zweckmäßig waren, grundsätzlich zu dem wegen einer unerlaubten Handlung zu ersetzenden Schaden (vgl. BGH…, Urteil vom 17. November 2015 - VI ZR 492/14, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 4. März 2008 - VI ZR 176/07, Rn. 5; BGH…, Urteil vom 4. Dezember 2007 - VI ZR 277/06, Rn. 13; BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 7; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    In derart einfach gelagerten Fällen kann der Geschädigte grundsätzlich den Schaden selbst geltend machen, so dass sich die sofortige Einschaltung eines Rechtsanwalts nur unter besonderen Voraussetzungen als erforderlich erweisen kann, wenn etwa der Geschädigte aus Mangel an geschäftlicher Gewandtheit oder sonstigen Gründen wie etwa Krankheit oder Abwesenheit nicht in der Lage ist, den Schaden selbst anzumelden (vgl. BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 9; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt des genannten Schreibens eine Vielzahl von Rechtsfragen in Zusammenhang mit Art. 82 DSGVO weder durch den Gerichtshof noch durch die nationalen Gerichte geklärt war (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 80).

    Rn. 238 Hier ist die Revision nicht zuzulassen, da die wesentlichen Rechtsfragen seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Urteil vom 18. November 2024 (VI ZR 10/24) geklärt sind und im Übrigen der Rechtsstreit seinen Schwerpunkt im Tatsächlichen hat (immaterieller Schaden).

    Denn auch die in diesem Verfahren vorgelegten Fragen sind bereits entschieden bzw. für den hiesigen Rechtsstreit nicht entscheidungserheblich, wie der Bundesgerichtshof selbst in der genannten Entscheidung (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24) auch ausdrücklich ausführt.

  • OLG Schleswig, 20.03.2025 - 5 U 96/23

    Ansprüche im Zusammenhang mit einem Datenschutzvorfall bei einem sozialen …

    Die klägerische Partei macht nicht mehrere selbständige, auf verschiedene Datenschutzverstöße gestützte prozessuale Ansprüche alternativ geltend, sondern vielmehr einen einheitlichen Anspruch auf Ersatz eines immateriellen Schadens, der sich aus mehreren Datenschutzverstößen der Beklagten ergeben soll (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 16).

    Vom Streitgegenstand werden damit alle materiell-rechtlichen Ansprüche erfasst, die sich im Rahmen des gestellten Antrags aus dem zur Entscheidung unterbreiteten Lebenssachverhalt herleiten lassen (BGH…, Urteil vom 14. März 2017 - VI ZR 605/15, Rn. 17 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 17).

    Diese Wertung würde unterlaufen, wenn unterschiedliche, aber sämtlich auf den Scraping-Vorfall bezogene Datenschutzverstöße in gesonderte Lebenssachverhalte aufgespalten würden und damit kumulativ geltend gemacht werden könnten (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 18).

    Rn. 46 Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes erfordert ein Schadensersatzanspruch im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung, das Vorliegen eines materiellen oder immateriellen Schadens sowie einen Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verstoß, wobei diese drei Voraussetzungen kumulativ sind (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 24 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 58 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 47 Die Darlegungs- und Beweislast für diese Voraussetzungen trifft die Person, die auf der Grundlage von Art. 82 Abs. 1 DSGVO den Ersatz eines (immateriellen) Schadens verlangt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 60 f. - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Art. 82 DSGVO sieht vielmehr eine Haftung für vermutetes Verschulden vor, die Exkulpation obliegt nach Art. 82 Abs. 3 DSGVO dem Verantwortlichen (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 44 ff.; EuGH…, Urteil vom 21. Dezember 2023 - C-667/21, Rn. 94 - Krankenversicherung Nordrhein; vgl. ferner ErwG 146 Satz 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 48 Dessen zeitlicher, sachlicher und räumlicher Anwendungsbereich ist eröffnet (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56 ff., OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33); auch lassen sich Verstöße der Beklagten gegen die DSGVO im Zuge der Datenverarbeitung feststellen (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56, 84 ff.; letztlich offen gelassen ("Der Beklagten dürften Verstöße [...] vorzuwerfen sein, [...]") vom OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 35 f.; vgl. dazu BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 86 ff.).

    Dieser hat jedenfalls in Bezug auf die klägerische Partei nicht vor dem 25. Mai 2018 und damit dem Zeitpunkt stattgefunden, seit dem die Datenschutz-Grundverordnung gilt (Art. 99 Abs. 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 62 Die personenbezogenen Daten (konkret jedenfalls Telefonnummer, Facebook-ID, Familienname, Vorname sowie Geschlecht) hat die Beklagte auch im Sinne von Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Nr. 2 DSGVO automatisiert verarbeitet (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 77 ff.; OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 65 Sie hat ihren Sitz in Irland, betreibt jedenfalls für die Tätigkeit ihrer Datenverarbeitung eine Niederlassung in Irland, also innerhalb der Union (vgl. auch BGH…, Urteil vom 27. Juli 2020 - VI ZR 405/18, Rn. 15; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 81 - 83; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Denn angesichts des umfassenden Verarbeitungsbegriffs des Art. 4 Nr. 2 DSGVO (jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung) wäre auch bei einem engeren Verständnis des Art. 82 Abs. 1 DSGVO in Bezug auf den hier inmitten stehenden Scraping-Vorfall ohne Weiteres von einer Datenverarbeitung der Beklagten in Form der Speicherung, des Abfragens, der Offenlegung durch Übermittlung, der Bereitstellung und Verknüpfung auszugehen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 23).

    Aber auch für Verstöße gegen Vorschriften aus dem vierten Kapitel der Datenschutz-Grundverordnung (Art. 24 bis 43 DSGVO) hat der Gerichtshof zu einzelnen Vorschriften bereits angenommen, dass ein Schadensersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO möglich ist (vgl. zu einem Verstoß gegen Art. 32 DSGVO EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite; für Verstöße gegen Art. 26 und 30 DSGVO EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-60/22, Rn. 66 f. - Bundesrepublik Deutschland [Elektronisches Gerichtsfach]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 24).

    Rn. 71 Es kommt in diesem Zusammenhang auch nicht darauf an, ob einer oder mehrere Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung festgestellt werden können, da der in Art. 82 Abs. 1 DSGVO vorgesehene Schadensersatzanspruch ausschließlich eine Ausgleichsfunktion, jedoch keine Abschreckungs- oder Straffunktion erfüllt und daher das Vorliegen mehrerer Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 9 f., 64 f.; OLG Oldenburg…, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 25, 96).

    Rn. 79 Die von der Beklagten vorgenommene Voreinstellung der Suchbarkeitseinstellungen auf "alle" hat schon nicht dem Grundsatz der Datenminimierung entsprochen, wie er in Art. 5 Abs. 1 lit. b) und c), Art. 25 Abs. 2 Satz 1 und 3 DSGVO festgehalten ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 22, 86 ff.; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 127 f.).

    Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs müssen sich die Ausnahmen und Einschränkungen des Grundsatzes des Schutzes solcher Daten auf das absolut Notwendige beschränken (EuGH…, Urteil vom 24. Februar 2022 - C-175/20, Rn. 73 m.w.N.; vgl. auch bereits EuGH…, Urteil vom 11. Dezember 2019 - C-708/18, Rn. 46 - Asociaţia de Proprietari bloc M5A-ScaraA; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 87;… Frenzel in: Paal/Pauly, DSGVO, 3. Aufl. 2021, Art. 5 Rn. 34 ff.;… Schantz in: BeckOK DatenschutzR, 49. Ed. [Stand: 1. November 2021], Art. 5 DSGVO Rn. 24 ff.).

    Damit beinhaltet Art. 25 Abs. 2 Satz 3 DSGVO die ausdrückliche Verpflichtung zu Voreinstellungen, die verhindern, dass die Daten ohne Weiteres, also ohne bewusste persönliche Änderung der Voreinstellung, der Öffentlichkeit oder sonst einem unbestimmten Adressatenkreis zugänglich gemacht werden (…Heberlein in: Ehmann/Selmayr, DSGVO, 3. Aufl. 2024, Art. 5 Rn. 31; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 88).

    Es soll daher verhindert werden, dass Nutzer durch Voreinstellungen, die eine über die erforderliche Verarbeitung hinausgehende extensive Datennutzung vorsehen, dazu verleitet werden, ihre Datenschutzrechte abzuwählen, ohne dies zu realisieren (vgl. auch das Arbeitspapier der Kommission zur Folgenabschätzung einer Datenschutzverordnung SEC(2012)72 final, Seite 21 f. zum unzureichenden Risikobewusstsein und der Unterschätzung von Risiken für die Privatsphäre bei Nutzern sozialer Netzwerke; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 89 m.w.N.).

    Datenschutzfreundlichere Einstellungsoptionen - insbesondere die erst 2019 eingeführte Suchbarkeitsoption "nur ich" - wurden demgegenüber nur als opt out-Lösungen angeboten, obwohl die Nutzbarkeit des sozialen Netzwerks als solche hiervon nicht abhing, da eine Suche auch über die Eingabe des Namens möglich gewesen wäre (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 90).

    Die Vorgehensweise der Beklagten im Streitfall ist nicht durch eine - hier mangels Erforderlichkeit (vgl. Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. b) - f) DSGVO) zur Rechtfertigung allein in Betracht kommende - wirksame Einwilligung der klägerischen Partei in die Verwendbarkeit ihrer Telefonnummer im Rahmen der Suchbarkeitsfunktion gerechtfertigt (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. a) DSGVO; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 43 ff., 91; OLG Oldenburg, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 30 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 90 ff.).

    Hierbei ist auch die beherrschende Stellung der Beklagten auf dem Markt für soziale Netzwerke zu berücksichtigen (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Juli 2023 - C-252/21, NJW 2023, 2997 Rn. 140 ff. - Meta Platforms; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 44).

    Rn. 124 Dasselbe gilt für eine gerügte Verletzung von Art. 17 (Recht auf Löschung/"Recht auf Vergessenwerden") und 18 DSGVO (Recht auf Einschränkung der Verarbeitung) (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 147 ff.; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    Der bloße Verstoß gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung reicht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs jedoch nicht aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen, vielmehr ist darüber hinaus - im Sinne einer eigenständigen Anspruchsvoraussetzung - der Eintritt eines Schadens (durch diesen Verstoß) erforderlich (st. Rspr., vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 25 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 42 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 28).

    Aus dieser beispielhaften Aufzählung der "Schäden", die den betroffenen Personen entstehen können, geht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs hervor, dass der Unionsgesetzgeber unter den Begriff "Schaden" insbesondere auch den bloßen Verlust der Kontrolle ("the mere loss of control", "la simple perte de contrôle") über ihre eigenen Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung fassen wollte, selbst wenn konkret keine missbräuchliche Verwendung der betreffenden Daten zum Nachteil dieser Personen erfolgt sein sollte (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145 - Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 30).

    Rn. 136 Die Ablehnung einer Erheblichkeitsschwelle bedeutet nicht, dass eine Person, die von einem Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung betroffen ist, der für sie negative Folgen gehabt hat, vom Nachweis befreit wäre, dass diese Folgen einen immateriellen Schaden im Sinne von Art. 82 dieser Verordnung darstellen (EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 27 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 36; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 29).

    Ist dieser Nachweis erbracht, steht der Kontrollverlust also fest, stellt dieser selbst den immateriellen Schaden dar und es bedarf keiner sich daraus entwickelnden besonderen Befürchtungen oder Ängste der betroffenen Person; diese wären lediglich geeignet, den eingetretenen immateriellen Schaden noch zu vertiefen oder zu vergrößern (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 31).

    Demgegenüber genügt die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 35 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 68 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 32).

    Rn. 143 Der Betroffene, der Ersatz des immateriellen Schadens verlangt, muss folglich geltend machen (und ggf. nachweisen), dass der Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung negative Folgen für ihn gehabt hat, die einen immateriellen Schaden darstellen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 33).

    Rn. 144 Das Risiko der Nichterweislichkeit - auch in Bezug auf das konkrete Ausmaß eines etwaigen Schadens - verbleibt beim Anspruchsteller (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 37).

    Rn. 145 Diesen Darlegungserfordernissen genügt das Vorbringen der klägerischen Partei (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Insoweit unterscheidet sich der durch das Scraping und die dauerhafte Preisgabe der mit dem Namen der klägerischen Partei verknüpften Telefonnummer im Internet behauptete Kontrollverlust wesentlich von den Risiken, die mit einer bewussten und zielgerichteten Weitergabe der Telefonnummer an bestimmte Empfänger verbunden sind (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Rn. 160 Soweit der Beklagten möglicherweise ein Verstoß gegen die Meldepflicht nach Art. 33 Abs. 1 DSGVO, die Benachrichtigungspflicht nach Art. 34 Abs. 1 DSGVO wegen einer unterlassenen Meldung des Datenschutzvorfalls vorzuwerfen ist, hat die klägerische Partei jedenfalls keine immateriellen Schäden geltend gemacht, die auf diesen Verstoß zurückzuführen sind (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    In Deutschland ist somit insbesondere die Verfahrensvorschrift des § 287 ZPO anzuwenden (…BAG, NJW 2022, 2779 Rn. 14; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 93).

    Rn. 169 Die innerstaatliche Verfahrensautonomie bei der Ermittlung des nach Art. 82 DSGVO zu ersetzenden Schadens unterliegt indes mehreren aus dem Unionsrecht folgenden Einschränkungen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 94 ff.).

    Auch dürfen sie die Ausübung der durch das Unionsrecht verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsgrundsatz) (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 31 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 32 - Scalable Capital; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 53 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 95).

    Folglich darf weder die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung, durch den der betreffende Schaden entstanden ist, berücksichtigt werden, noch der Umstand, ob ein Verantwortlicher mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen (EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 60 und 64 f.) und ob er vorsätzlich gehandelt hat (…EuGH, Urteile vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 29 f. - Scalable Capital; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 96).

    Dies gilt auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der durch eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten verursachte immaterielle Schaden seiner Natur nach nicht weniger schwerwiegend ist als eine Körperverletzung (vgl. dazu EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 151- Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-182/22 und C-189/22, Rn. 39 - Scalable Capital; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 97).

    Rn. 173 Daraus ergeben sich Vorgaben sowohl in Bezug auf die Untergrenze als auch auf die Obergrenze des nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu gewährenden Schadensersatzes, die das Schätzungsermessen des Tatgerichts (§ 287 ZPO) rechtlich begrenzen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 98 ff.).

    Als Anhalt für einen noch effektiven Ausgleich könnte in den Fällen, in denen die Wiedererlangung der Kontrolle mit verhältnismäßigem Aufwand möglich wäre, etwa der hypothetische Aufwand für die Wiedererlangung der Kontrolle (hier insbesondere eines Rufnummernwechsels) dienen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 99).

    Dagegen hat der Bundesgerichtshof von Rechts wegen keine Bedenken, den notwendigen Ausgleich für den eingetretenen Kontrollverlust als solchem in einem Fall wie dem streitgegenständlichen in einer Größenordnung von EUR 100, 00 (…so obiter OLG Hamm, GRUR-RS 2024, 16856 Rn. 40) zu bemessen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 100).

    Ausgehend davon wird es gegebenenfalls einen Betrag als Ausgleich festzusetzen haben, der über dem im Falle eines bloßen Kontrollverlustes zuzusprechenden Betrag liegt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 101).

    Rn. 189 Es reicht die bloße Möglichkeit des künftigen Eintritts der geltend gemachten Schäden für die Annahme eines Feststellungsinteresses; eine darüberhinausgehende hinreichende Schadenswahrscheinlichkeit ist nicht erforderlich (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Rn. 193 Die Möglichkeit künftiger Schäden reicht hier aus, weil es nicht um reine Vermögensschäden geht, sondern um Schäden, die aus der von der klägerischen Partei behaupteten Verletzung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung gemäß Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG, mithin ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts als einem sonstigen absolut geschützten Rechtsgut im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB, resultieren (vgl. BGH…, Urteil vom 5. Oktober 2021 - VI ZR 136/20, Rn. 28; BGH…, Urteil vom 29. Juni 2021 - VI ZR 10/18, Rn. 30; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Dabei kann die Möglichkeit ersatzpflichtiger künftiger Schäden ohne Weiteres zu bejahen sein, wenn ein deliktsrechtlich geschütztes absolutes Rechtsgut verletzt wurde und bereits ein Schaden eingetreten ist (BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 17. Oktober 2017 - VI ZR 423/16, Rn. 49 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    In Anbetracht des bereits eingetretenen und noch andauernden Kontrollverlusts über diese Daten ist eine künftige Schadensentwicklung auch nicht nur rein theoretischer Natur (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 49; OLG Stuttgart…, Urteil vom 22. November 2023 - 4 U 20/23, juris Rn. 236 ff.).

    Rn. 198 Auf Grundlage der genannten Feststellungen (schon eingetretener Schaden durch Kontrollverlust) kann der Feststellungsanspruch auch in der Sache nicht verneint werden (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 50).

    Rn. 200 Der ursprüngliche Klageantrag zu Ziffer 3a) ist unzulässig gewesen, da er nicht hinreichend bestimmt im Sinne des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 51 ff.).

    Dies bedeutet bei einem Unterlassungsantrag insbesondere, dass dieser nicht derart undeutlich gefasst sein darf, dass die Entscheidung darüber, was dem Beklagten verboten ist, letztlich dem Vollstreckungsgericht überlassen bleibt (vgl. BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 52).

    Rn. 203 Eine hinreichende Bestimmtheit ist bei einem Unterlassungsantrag für gewöhnlich gegeben, wenn eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungshandlung erfolgt oder die konkret angegriffene Verletzungsform antragsgegenständlich ist und der Klageantrag zumindest unter Heranziehung des Klagevortrags unzweideutig erkennen lässt, in welchen Merkmalen des angegriffenen Verhaltens die Grundlage und der Anknüpfungspunkt für den Rechtsverstoß und damit das Unterlassungsgebot liegen soll (st. Rspr.; vgl. BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 9. März 2021 - VI ZR 73/20, Rn. 15; BGH…, Urteil vom 15. Januar 2019 - VI ZR 506/17, Rn. 12 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Die Verwendung auslegungsbedürftiger Begriffe im Klageantrag ist zulässig, wenn über ihren Sinngehalt zwischen den Parteien kein Streit besteht und objektive Maßstäbe zur Abgrenzung vorliegen, oder wenn der Kläger den auslegungsbedürftigen Begriff hinreichend konkret umschreibt und gegebenenfalls mit Beispielen unterlegt oder sein Begehren an der konkreten Verletzungshandlung ausrichtet (BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH…, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 113/20, Rn. 12 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Eine auslegungsbedürftige Antragsformulierung kann im Übrigen hinzunehmen sein, wenn dies zur Gewährleistung effektiven Rechtsschutzes erforderlich ist (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 22. Juli 2021 - I ZR 194/20, Rn. 34 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 54).

    Er lässt sich auch unter Heranziehung des Klagevorbringens nicht in einer Weise auslegen, dass die klägerische Partei ein hinreichend bestimmtes Unterlassen begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 55).

    Auch insoweit wäre es - auch mit Blick auf die Gewährung effektiven Rechtsschutzes (BGH…, Urteil vom 26. Januar 2017 - I ZR 207/14, Rn. 18) - der klägerischen Partei zumutbar gewesen, die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter zu konkretisieren (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Auch der Begriff der "unbefugten Personen" hätte durch eine Darlegung der konkreten Verletzungshandlung näher definiert werden können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 57).

    Auch eine nähere Darlegung, welche konkrete Verletzungshandlung durch die Beklagte zu unterlassen sei, fehlt ebenso wie eine Erläuterung, in welchen Fällen von einer "Ausnutzung" der Kontakt-Import-Funktion bzw. von einer Nutzung durch "unbefugte Personen" auszugehen sei (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 58).

    Hier hat die klägerische Partei die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter konkretisiert (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Rn. 220 Der Klageantrag zu 3b) ist zulässig (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 59 ff.).

    Er lässt sich unter Heranziehung des Klagevorbringens dahingehend auslegen, dass die klägerische Partei ein Unterlassen jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 62 ff.).

    Nach Ansicht der klägerischen Partei wurde diese "wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt [...], namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf 'privat' noch durch Verwendung der Kontakt-Import-Funktion verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird" (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 63).

    Rn. 224 Der so verstandene Unterlassungsantrag ist hinreichend bestimmt, da der Beklagten ohne weiteres deutlich wird, für welche Zwecke sie die Telefonnummer der klägerischen Partei noch verarbeiten darf und für welche die klägerische Partei die Unterlassung der Datenverarbeitung begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 64).

    Rn. 225 Auch kann das Vorliegen eines Rechtsschutzbedürfnisses nicht verneint werden (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 65 ff.).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt jedoch, wenn eine Klage oder ein Antrag objektiv schlechthin sinnlos ist, wenn also der Kläger oder Antragsteller unter keinen Umständen mit seinem prozessualen Begehren irgendeinen schutzwürdigen Vorteil erlangen kann (BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 10 m.w.N.; vgl. bereits BGH, Urteil vom 14. März 1978 - I ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 66).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt (oder entfällt) nur dann, wenn das Betreiben des Verfahrens eindeutig zweckwidrig ist und sich als Missbrauch der Rechtspflege darstellt (BGH…, Beschluss vom 24. September 2019 - VI ZB 39/18, Rn. 28; BGH, Urteil vom 14. März 1978 - VI ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Auch darf der Kläger nicht auf einen verfahrensmäßig unsicheren Weg verwiesen werden (vgl. BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 16 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Insbesondere würde sich die klägerische Partei der Möglichkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Anmeldung in ihrem Nutzerkonto begeben (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 68).

    Es ist nicht ersichtlich, über welche Einstellungen die klägerische Partei selbst insoweit Abhilfe schaffen könnte (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 69).

    Gegenstand ihres Begehrens ist demgegenüber nicht, die Kontakt-Import-Funktion aufgrund eines verständlichen Hinweises oder unter Wahrung der Sicherheitsanforderungen nutzen zu können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 70).

    Rn. 233 Jedenfalls bei einer Verletzung vertraglicher Rücksichtnahmepflichten im Sinne des § 241 Abs. 2 BGB, durch die die Erreichung des Vertragszwecks bedroht wird, kann aus § 280 Abs. 1 BGB nicht nur Schadensersatz, sondern im Falle des Bestehens einer Erstbegehungs- oder Wiederholungsgefahr auch Unterlassung verlangt werden (BGH…, Urteil vom 2. Mai 2024 - I ZR 12/23, Leitsatz 1 und Rn. 13 ff.; BGH…, Urteil vom 8. November 2022 - II ZR 91/21, Rn. 64; BGH…, Urteil vom 29. Juli 2021 - III ZR 179/20, Rn. 102; BGH…, Urteil vom 5. Juni 2012 - X ZR 161/11, Rn. 15 f.; jeweils m.w.N.; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 83).

    Rn. 234 Der klägerischen Partei steht danach im Sinne des Antrags zu 3b) ein Anspruch auf Unterlassung jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, zu (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 71) bzw. darauf, dass ihre Telefonnummer auf Grundlage einer Einwilligung verarbeitet wird, die wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt wurde, namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf "privat" noch durch Verwendung des Kontaktimporttools verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird.

    Rn. 240 Die Kosten der Rechtsverfolgung und deshalb auch die Kosten eines mit der Sache befassten Rechtsanwalts gehören, soweit sie zur Wahrnehmung der Rechte erforderlich und zweckmäßig waren, grundsätzlich zu dem wegen einer unerlaubten Handlung zu ersetzenden Schaden (vgl. BGH…, Urteil vom 17. November 2015 - VI ZR 492/14, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 4. März 2008 - VI ZR 176/07, Rn. 5; BGH…, Urteil vom 4. Dezember 2007 - VI ZR 277/06, Rn. 13; BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 7; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    In derart einfach gelagerten Fällen kann der Geschädigte grundsätzlich den Schaden selbst geltend machen, so dass sich die sofortige Einschaltung eines Rechtsanwalts nur unter besonderen Voraussetzungen als erforderlich erweisen kann, wenn etwa der Geschädigte aus Mangel an geschäftlicher Gewandtheit oder sonstigen Gründen wie etwa Krankheit oder Abwesenheit nicht in der Lage ist, den Schaden selbst anzumelden (vgl. BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 9; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt des genannten Schreibens eine Vielzahl von Rechtsfragen in Zusammenhang mit Art. 82 DSGVO weder durch den Gerichtshof noch durch die nationalen Gerichte geklärt war (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 80).

    Rn. 256 Hier ist die Revision nicht zuzulassen, da die wesentlichen Rechtsfragen seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Urteil vom 18. November 2024 (VI ZR 10/24) geklärt sind und im Übrigen der Rechtsstreit seinen Schwerpunkt im Tatsächlichen hat (immaterieller Schaden).

    Denn auch die in diesem Verfahren vorgelegten Fragen sind bereits entschieden bzw. für den hiesigen Rechtsstreit nicht entscheidungserheblich, wie der Bundesgerichtshof selbst in der genannten Entscheidung (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24) auch ausdrücklich ausführt.

  • OLG Schleswig, 10.04.2025 - 5 U 99/23

    Scraping - Schadensersatz wegen Datenschutzverstoß bei einem Sozialen Netzwerk; …

    Die klägerische Partei macht nicht mehrere selbständige, auf verschiedene Datenschutzverstöße gestützte prozessuale Ansprüche alternativ geltend, sondern vielmehr einen einheitlichen Anspruch auf Ersatz eines immateriellen Schadens, der sich aus mehreren Datenschutzverstößen der Beklagten ergeben soll (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 16).

    Vom Streitgegenstand werden damit alle materiell-rechtlichen Ansprüche erfasst, die sich im Rahmen des gestellten Antrags aus dem zur Entscheidung unterbreiteten Lebenssachverhalt herleiten lassen (BGH…, Urteil vom 14. März 2017 - VI ZR 605/15, Rn. 17 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 17).

    Diese Wertung würde unterlaufen, wenn unterschiedliche, aber sämtlich auf den Scraping-Vorfall bezogene Datenschutzverstöße in gesonderte Lebenssachverhalte aufgespalten würden und damit kumulativ geltend gemacht werden könnten (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 18).

    Rn. 34 Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes erfordert ein Schadensersatzanspruch im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung, das Vorliegen eines materiellen oder immateriellen Schadens sowie einen Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verstoß, wobei diese drei Voraussetzungen kumulativ sind (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-507/23, juris Rn. 24 - Pateretāju tiesību aizsardzības centrs; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 58 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 35 Die Darlegungs- und Beweislast für diese Voraussetzungen trifft die Person, die auf der Grundlage von Art. 82 Abs. 1 DSGVO den Ersatz eines (immateriellen) Schadens verlangt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 60 f. - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Art. 82 DSGVO sieht vielmehr eine Haftung für vermutetes Verschulden vor, die Exkulpation obliegt nach Art. 82 Abs. 3 DSGVO dem Verantwortlichen (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 44 ff.; EuGH…, Urteil vom 21. Dezember 2023 - C-667/21, Rn. 94 - Krankenversicherung Nordrhein; vgl. ferner ErwG 146 Satz 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21).

    Rn. 36 Dessen zeitlicher, sachlicher und räumlicher Anwendungsbereich ist eröffnet (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56 ff., OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33); auch lassen sich Verstöße der Beklagten gegen die DSGVO im Zuge der Datenverarbeitung feststellen (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 56, 84 ff.; letztlich offen gelassen ("Der Beklagten dürften Verstöße [...] vorzuwerfen sein, [...]") vom OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 35 f.; vgl. dazu BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 86 ff.).

    Dieser hat jedenfalls in Bezug auf die klägerische Partei nicht vor dem 25. Mai 2018 und damit dem Zeitpunkt stattgefunden, seit dem die Datenschutz-Grundverordnung gilt (Art. 99 Abs. 2 DSGVO; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 51 Die personenbezogenen Daten (konkret jedenfalls Telefonnummer, Facebook-ID, Familienname, Vorname sowie Geschlecht) hat die Beklagte auch im Sinne von Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Nr. 2 DSGVO automatisiert verarbeitet (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 77 ff.; OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023 - I-15 U 67/23, juris Rn. 33; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Rn. 54 Sie hat ihren Sitz in Irland, betreibt jedenfalls für die Tätigkeit ihrer Datenverarbeitung eine Niederlassung in Irland, also innerhalb der Union (vgl. auch BGH…, Urteil vom 27. Juli 2020 - VI ZR 405/18, Rn. 15; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 81-83; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19).

    Denn angesichts des umfassenden Verarbeitungsbegriffs des Art. 4 Nr. 2 DSGVO (jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung) wäre auch bei einem engeren Verständnis des Art. 82 Abs. 1 DSGVO in Bezug auf den hier inmitten stehenden Scraping-Vorfall ohne Weiteres von einer Datenverarbeitung der Beklagten in Form der Speicherung, des Abfragens, der Offenlegung durch Übermittlung, der Bereitstellung und Verknüpfung auszugehen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 23).

    Aber auch für Verstöße gegen Vorschriften aus dem vierten Kapitel der Datenschutz-Grundverordnung (Art. 24 bis 43 DSGVO) hat der Gerichtshof zu einzelnen Vorschriften bereits angenommen, dass ein Schadensersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO möglich ist (vgl. zu einem Verstoß gegen Art. 32 DSGVO EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 42 f. - MediaMarktSaturn; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 52 f. - Natsionalna agentsia za prihodite; für Verstöße gegen Art. 26 und 30 DSGVO EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-60/22, Rn. 66 f. - Bundesrepublik Deutschland [Elektronisches Gerichtsfach]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 24).

    Rn. 60 Es kommt in diesem Zusammenhang auch nicht darauf an, ob einer oder mehrere Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung festgestellt werden können, da der in Art. 82 Abs. 1 DSGVO vorgesehene Schadensersatzanspruch ausschließlich eine Ausgleichsfunktion, jedoch keine Abschreckungs- oder Straffunktion erfüllt und daher das Vorliegen mehrerer Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 59 f., 64 f.; OLG Oldenburg…, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 24; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 25, 96).

    Rn. 68 Die von der Beklagten vorgenommene Voreinstellung der Suchbarkeitseinstellungen auf "alle" hat schon nicht dem Grundsatz der Datenminimierung entsprochen, wie er in Art. 5 Abs. 1 lit. b) und c), Art. 25 Abs. 2 Satz 1 und 3 DSGVO festgehalten ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 22, 86 ff.; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 127 f.).

    Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs müssen sich die Ausnahmen und Einschränkungen des Grundsatzes des Schutzes solcher Daten auf das absolut Notwendige beschränken (EuGH…, Urteil vom 24. Februar 2022 - C-175/20, Rn. 73 m.w.N.; vgl. auch bereits EuGH…, Urteil vom 11. Dezember 2019 - C-708/18, Rn. 46 - Asociaţia de Proprietari bloc M5A-ScaraA; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 87;… Frenzel in: Paal/Pauly, DSGVO, 3. Aufl. 2021, Art. 5 Rn. 34 ff.;… Schantz in: BeckOK DatenschutzR, 49. Ed. [Stand: 1. November 2021], Art. 5 DSGVO Rn. 24 ff.).

    Damit beinhaltet Art. 25 Abs. 2 Satz 3 DSGVO die ausdrückliche Verpflichtung zu Voreinstellungen, die verhindern, dass die Daten ohne Weiteres, also ohne bewusste persönliche Änderung der Voreinstellung, der Öffentlichkeit oder sonst einem unbestimmten Adressatenkreis zugänglich gemacht werden (…Heberlein in: Ehmann/Selmayr, DSGVO, 3. Aufl. 2024, Art. 5 Rn. 31; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 88).

    Es soll daher verhindert werden, dass Nutzer durch Voreinstellungen, die eine über die erforderliche Verarbeitung hinausgehende extensive Datennutzung vorsehen, dazu verleitet werden, ihre Datenschutzrechte abzuwählen, ohne dies zu realisieren (vgl. auch das Arbeitspapier der Kommission zur Folgenabschätzung einer Datenschutzverordnung SEC(2012)72 final, Seite 21 f. zum unzureichenden Risikobewusstsein und der Unterschätzung von Risiken für die Privatsphäre bei Nutzern sozialer Netzwerke; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 89 m.w.N.).

    Datenschutzfreundlichere Einstellungsoptionen - insbesondere die erst 2019 eingeführte Suchbarkeitsoption "nur ich" - wurden demgegenüber nur als opt out-Lösungen angeboten, obwohl die Nutzbarkeit des sozialen Netzwerks als solche hiervon nicht abhing, da eine Suche auch über die Eingabe des Namens möglich gewesen wäre (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 90).

    Die Vorgehensweise der Beklagten im Streitfall ist nicht durch eine - hier mangels Erforderlichkeit (vgl. Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. b) - f) DSGVO) zur Rechtfertigung allein in Betracht kommende - wirksame Einwilligung der klägerischen Partei in die Verwendbarkeit ihrer Telefonnummer im Rahmen der Suchbarkeitsfunktion gerechtfertigt (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. a) DSGVO; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 43 ff., 91; OLG Oldenburg, Urteil vom 21. Mai 2024 - 13 U 100/23, juris Rn. 30 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 90 ff.).

    Hierbei ist auch die beherrschende Stellung der Beklagten auf dem Markt für soziale Netzwerke zu berücksichtigen (vgl. EuGH…, Urteil vom 4. Juli 2023 - C-252/21, NJW 2023, 2997 Rn. 140 ff. - Meta Platforms; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 44).

    Rn. 113 Dasselbe gilt für eine gerügte Verletzung von Art. 17 (Recht auf Löschung/"Recht auf Vergessenwerden") und 18 DSGVO (Recht auf Einschränkung der Verarbeitung) (OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023 - I-7 U 19/23, juris Rn. 147 ff.; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    Der bloße Verstoß gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung reicht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs jedoch nicht aus, um einen Schadensersatzanspruch zu begründen, vielmehr ist darüber hinaus - im Sinne einer eigenständigen Anspruchsvoraussetzung - der Eintritt eines Schadens (durch diesen Verstoß) erforderlich (st. Rspr., vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 25 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 34; EuGH…, Urteil vom 4. Mai 2023 - C-300/21, Rn. 42 - Österreichische Post; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 28 BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 12).

    Aus dieser beispielhaften Aufzählung der "Schäden", die den betroffenen Personen entstehen können, geht nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs hervor, dass der Unionsgesetzgeber unter den Begriff "Schaden" insbesondere auch den bloßen Verlust der Kontrolle ("the mere loss of control", "la simple perte de contrôle") über ihre eigenen Daten infolge eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung fassen wollte, selbst wenn konkret keine missbräuchliche Verwendung der betreffenden Daten zum Nachteil dieser Personen erfolgt sein sollte (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024 - C-200/23, juris Rn. 145 - Agentsia po vpisvaniyata; EuGH…, Urteil vom 14. Dezember 2023 - C-340/21, Rn. 82 - Natsionalna agentsia za prihodite; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 30; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 16 f.).

    Rn. 125 Die Ablehnung einer Erheblichkeitsschwelle bedeutet nicht, dass eine Person, die von einem Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung betroffen ist, der für sie negative Folgen gehabt hat, vom Nachweis befreit wäre, dass diese Folgen einen immateriellen Schaden im Sinne von Art. 82 dieser Verordnung darstellen (EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 27 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 36; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 12).

    Ist dieser Nachweis erbracht, steht der Kontrollverlust also fest, stellt dieser selbst den immateriellen Schaden dar und es bedarf keiner sich daraus entwickelnden besonderen Befürchtungen oder Ängste der betroffenen Person; diese wären lediglich geeignet, den eingetretenen immateriellen Schaden noch zu vertiefen oder zu vergrößern (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 31; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 17).

    Demgegenüber genügt die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024 - C-590/22, Rn. 35 - PS GbR; EuGH…, Urteil vom 25. Januar 2024 - C-687/21, Rn. 68 - MediaMarktSaturn; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 32; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025 - VI ZR 109/23, Rn. 19).

    Rn. 132 Der Betroffene, der Ersatz des immateriellen Schadens verlangt, muss folglich geltend machen (und ggf. nachweisen), dass der Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung negative Folgen für ihn gehabt hat, die einen immateriellen Schaden darstellen (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 33).

    Rn. 133 Das Risiko der Nichterweislichkeit - auch in Bezug auf das konkrete Ausmaß eines etwaigen Schadens - verbleibt beim Anspruchsteller (vgl. EuGH…, Urteil vom 11. April 2024 - C-741/21, Rn. 35; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 37).

    Rn. 134 Diesen Darlegungserfordernissen genügt das Vorbringen der klägerischen Partei (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Insoweit unterscheidet sich der durch das Scraping und die dauerhafte Preisgabe der mit dem Namen der klägerischen Partei verknüpften Telefonnummer im Internet behauptete Kontrollverlust wesentlich von den Risiken, die mit einer bewussten und zielgerichteten Weitergabe der Telefonnummer an bestimmte Empfänger verbunden sind (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 38 ff.).

    Rn. 152 Soweit der Beklagten möglicherweise ein Verstoß gegen die Meldepflicht nach Art. 33 Abs. 1 DSGVO, die Benachrichtigungspflicht nach Art. 34 Abs. 1 DSGVO wegen einer unterlassenen Meldung des Datenschutzvorfalls vorzuwerfen ist, hat die klägerische Partei jedenfalls keine immateriellen Schäden geltend gemacht, die auf diesen Verstoß zurückzuführen sind (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    Rn. 165 Es reicht die bloße Möglichkeit des künftigen Eintritts der geltend gemachten Schäden für die Annahme eines Feststellungsinteresses; eine darüberhinausgehende hinreichende Schadenswahrscheinlichkeit ist nicht erforderlich (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Rn. 169 Die Möglichkeit künftiger Schäden reicht hier aus, weil es nicht um reine Vermögensschäden geht, sondern um Schäden, die aus der von der klägerischen Partei behaupteten Verletzung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung gemäß Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG, mithin ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts als einem sonstigen absolut geschützten Rechtsgut im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB, resultieren (vgl. BGH…, Urteil vom 5. Oktober 2021 - VI ZR 136/20, Rn. 28; BGH…, Urteil vom 29. Juni 2021 - VI ZR 10/18, Rn. 30; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Dabei kann die Möglichkeit ersatzpflichtiger künftiger Schäden ohne Weiteres zu bejahen sein, wenn ein deliktsrechtlich geschütztes absolutes Rechtsgut verletzt wurde und bereits ein Schaden eingetreten ist (BGH…, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19, Rn. 29; BGH…, Urteil vom 17. Oktober 2017 - VI ZR 423/16, Rn. 49 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48).

    Rn. 176 Der ursprüngliche Klageantrag zu Ziffer 3a) ist unzulässig gewesen, da er nicht hinreichend bestimmt im Sinne des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 51 ff.).

    Dies bedeutet bei einem Unterlassungsantrag insbesondere, dass dieser nicht derart undeutlich gefasst sein darf, dass die Entscheidung darüber, was dem Beklagten verboten ist, letztlich dem Vollstreckungsgericht überlassen bleibt (vgl. BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 52).

    Rn. 179 Eine hinreichende Bestimmtheit ist bei einem Unterlassungsantrag für gewöhnlich gegeben, wenn eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungshandlung erfolgt oder die konkret angegriffene Verletzungsform antragsgegenständlich ist und der Klageantrag zumindest unter Heranziehung des Klagevortrags unzweideutig erkennen lässt, in welchen Merkmalen des angegriffenen Verhaltens die Grundlage und der Anknüpfungspunkt für den Rechtsverstoß und damit das Unterlassungsgebot liegen soll (st. Rspr.; vgl. BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 9. März 2021 - VI ZR 73/20, Rn. 15; BGH…, Urteil vom 15. Januar 2019 - VI ZR 506/17, Rn. 12 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Die Verwendung auslegungsbedürftiger Begriffe im Klageantrag ist zulässig, wenn über ihren Sinngehalt zwischen den Parteien kein Streit besteht und objektive Maßstäbe zur Abgrenzung vorliegen, oder wenn der Kläger den auslegungsbedürftigen Begriff hinreichend konkret umschreibt und gegebenenfalls mit Beispielen unterlegt oder sein Begehren an der konkreten Verletzungshandlung ausrichtet (BGH…, Urteil vom 2. Juni 2022 - I ZR 140/15, Rn. 26; BGH…, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 113/20, Rn. 12 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 53).

    Eine auslegungsbedürftige Antragsformulierung kann im Übrigen hinzunehmen sein, wenn dies zur Gewährleistung effektiven Rechtsschutzes erforderlich ist (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 28. Juli 2022 - I ZR 205/20, Rn. 12; BGH…, Urteil vom 22. Juli 2021 - I ZR 194/20, Rn. 34 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 54).

    Er lässt sich auch unter Heranziehung des Klagevorbringens nicht in einer Weise auslegen, dass die klägerische Partei ein hinreichend bestimmtes Unterlassen begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 55).

    Auch insoweit wäre es - auch mit Blick auf die Gewährung effektiven Rechtsschutzes (BGH…, Urteil vom 26. Januar 2017 - I ZR 207/14, Rn. 18) - der klägerischen Partei zumutbar gewesen, die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter zu konkretisieren (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Auch der Begriff der "unbefugten Personen" hätte durch eine Darlegung der konkreten Verletzungshandlung näher definiert werden können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 57).

    Auch eine nähere Darlegung, welche konkrete Verletzungshandlung durch die Beklagte zu unterlassen sei, fehlt ebenso wie eine Erläuterung, in welchen Fällen von einer "Ausnutzung" der Kontakt-Import-Funktion bzw. von einer Nutzung durch "unbefugte Personen" auszugehen sei (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 58).

    Hier hat die klägerische Partei die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung weiter konkretisiert (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 56).

    Rn. 196 Der Klageantrag zu 3b) ist zulässig (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 59 ff.).

    Er lässt sich unter Heranziehung des Klagevorbringens dahingehend auslegen, dass die klägerische Partei ein Unterlassen jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 62 ff.).

    Nach Ansicht der klägerischen Partei wurde diese "wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt [...], namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf 'privat' noch durch Verwendung der Kontakt-Import-Funktion verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird" (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 63).

    Rn. 200 Der so verstandene Unterlassungsantrag ist hinreichend bestimmt, da der Beklagten ohne weiteres deutlich wird, für welche Zwecke sie die Telefonnummer der klägerischen Partei noch verarbeiten darf und für welche die klägerische Partei die Unterlassung der Datenverarbeitung begehrt (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 64).

    Rn. 201 Auch kann das Vorliegen eines Rechtsschutzbedürfnisses nicht verneint werden (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 65 ff.).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt jedoch, wenn eine Klage oder ein Antrag objektiv schlechthin sinnlos ist, wenn also der Kläger oder Antragsteller unter keinen Umständen mit seinem prozessualen Begehren irgendeinen schutzwürdigen Vorteil erlangen kann (BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 10 m.w.N.; vgl. bereits BGH, Urteil vom 14. März 1978 - I ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 66).

    Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt (oder entfällt) nur dann, wenn das Betreiben des Verfahrens eindeutig zweckwidrig ist und sich als Missbrauch der Rechtspflege darstellt (BGH…, Beschluss vom 24. September 2019 - VI ZB 39/18, Rn. 28; BGH, Urteil vom 14. März 1978 - VI ZR 68/76, NJW 1978, 2031, 2032 [unter II. 2. a]; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Auch darf der Kläger nicht auf einen verfahrensmäßig unsicheren Weg verwiesen werden (vgl. BGH…, Urteil vom 29. September 2022 - I ZR 180/21, Rn. 16 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 67).

    Insbesondere würde sich die klägerische Partei der Möglichkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Anmeldung in ihrem Nutzerkonto begeben (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 68).

    Es ist nicht ersichtlich, über welche Einstellungen die klägerische Partei selbst insoweit Abhilfe schaffen könnte (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 69).

    Gegenstand ihres Begehrens ist demgegenüber nicht, die Kontakt-Import-Funktion aufgrund eines verständlichen Hinweises oder unter Wahrung der Sicherheitsanforderungen nutzen zu können (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 70).

    Rn. 209 Jedenfalls bei einer Verletzung vertraglicher Rücksichtnahmepflichten im Sinne des § 241 Abs. 2 BGB, durch die die Erreichung des Vertragszwecks bedroht wird, kann aus § 280 Abs. 1 BGB nicht nur Schadensersatz, sondern im Falle des Bestehens einer Erstbegehungs- oder Wiederholungsgefahr auch Unterlassung verlangt werden (BGH…, Urteil vom 2. Mai 2024 - I ZR 12/23, Leitsatz 1 und Rn. 13 ff.; BGH…, Urteil vom 8. November 2022 - II ZR 91/21, Rn. 64; BGH…, Urteil vom 29. Juli 2021 - III ZR 179/20, Rn. 102; BGH…, Urteil vom 5. Juni 2012 - X ZR 161/11, Rn. 15 f.; jeweils m.w.N.; vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 83).

    Rn. 210 Der klägerischen Partei steht danach im Sinne des Antrags zu 3b) ein Anspruch auf Unterlassung jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht, zu (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 71) bzw. darauf, dass ihre Telefonnummer auf Grundlage einer Einwilligung verarbeitet wird, die wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen durch die Beklagte erlangt wurde, namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf "privat" noch durch Verwendung des Kontaktimporttools verwendet werden kann, wenn nicht explizit hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der Facebook-Messenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird.

    Rn. 216 Die Kosten der Rechtsverfolgung und deshalb auch die Kosten eines mit der Sache befassten Rechtsanwalts gehören, soweit sie zur Wahrnehmung der Rechte erforderlich und zweckmäßig waren, grundsätzlich zu dem wegen einer unerlaubten Handlung zu ersetzenden Schaden (vgl. BGH…, Urteil vom 17. November 2015 - VI ZR 492/14, Rn. 9; BGH…, Urteil vom 4. März 2008 - VI ZR 176/07, Rn. 5; BGH…, Urteil vom 4. Dezember 2007 - VI ZR 277/06, Rn. 13; BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 7; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    In derart einfach gelagerten Fällen kann der Geschädigte grundsätzlich den Schaden selbst geltend machen, so dass sich die sofortige Einschaltung eines Rechtsanwalts nur unter besonderen Voraussetzungen als erforderlich erweisen kann, wenn etwa der Geschädigte aus Mangel an geschäftlicher Gewandtheit oder sonstigen Gründen wie etwa Krankheit oder Abwesenheit nicht in der Lage ist, den Schaden selbst anzumelden (vgl. BGH…, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94, juris Rn. 9; BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 79).

    Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt des genannten Schreibens eine Vielzahl von Rechtsfragen in Zusammenhang mit Art. 82 DSGVO weder durch den Gerichtshof noch durch die nationalen Gerichte geklärt war (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, Rn. 80).

    Rn. 231 Hier ist die Revision nicht zuzulassen, da die wesentlichen Rechtsfragen seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Urteil vom 18. November 2024 (VI ZR 10/24) geklärt sind und im Übrigen der Rechtsstreit seinen Schwerpunkt im Tatsächlichen hat (immaterieller Schaden).

    Denn auch die in diesem Verfahren vorgelegten Fragen sind bereits entschieden bzw. für den hiesigen Rechtsstreit nicht entscheidungserheblich, wie der Bundesgerichtshof selbst in der genannten Entscheidung (BGH, Urteil vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24) auch ausdrücklich ausführt.

  • OLG Köln, 10.04.2025 - 15 U 249/24

    Wirtschaftsauskunfteien (wie Schufa) müssen Einträge über Zahlungsstörungen bei …

    Daraus folgt, dass sich die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung nicht auf die Höhe des Schadensersatzes auswirken kann (…vgl. EuGH, Urteile vom 11. April 2024 - C-741/21, NJW 2024, 1561 Rn. 59 f.;… vom 20. Juni 2024 - C-590/22, ZD 2024, 519 Rn. 41; BGH, Urteile vom 18. November 2024 - VI ZR 10/24, NJW 2025, 298 Rn. 25;… vom 28. Januar 2025 - VI ZR 183/22, NJW 2025, 1059 Rn. 10 f.).
  • OLG Hamburg, 20.03.2025 - 5 U 93/24
    Entgegen der Ansicht des Landgerichts steht dem Kläger unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urt. v. 18.11.2024, VI ZR 10/24, GRUR 2024, 1910) ein Anspruch auf Ersatz immateriellen Schadens gem. Art. 82 Abs. 1 DSGVO i.H.v. 100,- EUR zu.

    Im Übrigen hat das Landgericht im Ergebnis auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urt. v. 18.11.2024, Az. VI ZR 10/24, GRUR 2024, 1910) zutreffend entschieden und die Klage zu Recht abgewiesen.

    Es handelt sich um einen einheitlichen Streitgegenstand, soweit der Kläger den geltend gemachten Schaden auf den behaupteten Scraping-Vorfall und die damit in unmittelbarem Zusammenhang stehende behauptete fehlerhafte Umsetzung der Benachrichtigungs- und Auskunftspflichten durch die Beklagte stützt (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 18).

    Auch dann, wenn sich der Kläger bereits vor dem Inkrafttreten der DSGVO zum 25.05.2018 (Art. 99 Abs. 2 DSGVO) auf der Plattform der Beklagten angemeldet hat, war die Beklagte jedenfalls ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der DSGVO verpflichtet, den dort statuierten Vorschriften gerecht zu werden (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 19).

    Rn. 44 (1) Die Beklagte hat durch die unstreitig bestehende Voreinstellung, wonach die Suchbarkeit nach der Telefonnummer des Klägers auf "alle" voreingestellt war, gegen den Grundsatz der Datenminimierung, Art. 5 Abs. 1 lit. b) und c), Art. 25 Abs. 2 Satz 1 und 3 DSGVO verstoßen (vgl. BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 86).

    Die Vorgabe, die Daten nicht "einer unbestimmten Zahl natürlicher Personen" zugänglich zu machen, ist nach ihrem Zweck darauf ausgelegt, dass der Personenkreis derjenigen, die Zugriff auf die Daten des Betroffenen haben können, für diesen überschaubar sein soll (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 89).

    Die Regelung des Art. 25 Abs. 2 DSGVO hat dabei gerade die Voreinstellungen von sozialen Netzwerken im Blick (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 89).

    Es soll daher verhindert werden, dass Nutzer durch Voreinstellungen, die eine über die erforderliche Verarbeitung hinausgehende extensive Datennutzung vorsehen, dazu verleitet werden, ihre Datenschutzrechte abzuwählen, ohne dies zu realisieren (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 89).

    Rn. 46 Diesen Anforderungen wurde das Vorgehen der Beklagten zum maßgeblichen Zeitpunkt des Scraping-Vorfalls nicht gerecht (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 90).

    Rn. 47 (b) Eine (Vor-)Einstellung, wonach ein Nutzerprofil über die Telefonnummer von "allen" Nutzern gefunden werden kann, ist zur Vertragszweckerfüllung entgegen der Ansicht der Beklagten nicht erforderlich und damit nicht gem. Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. b) DSGVO gerechtfertigt (vgl. BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 91).

    Rn. 54 (2) Darauf, ob noch weitere Verstöße gegen die DSGVO vorliegen, kommt es nicht an, da der in Art. 82 Abs. 1 DSGVO vorgesehene Schadensersatzanspruch ausschließlich eine Ausgleichsfunktion hat, jedoch keine Abschreckungs- oder Straffunktion erfüllt und daher das Vorliegen mehrerer Verstöße nicht zu einer Erhöhung des Schadensersatzes führt (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 25).

    Rn. 55 Soweit der Kläger seinen Anspruch zusätzlich auf einen Verstoß gegen Benachrichtigungs- und Meldepflichten stützt, fehlt es jedenfalls an der Ursächlichkeit für den geltend gemachten Schaden (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 26).

    Rn. 58 (a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs stellt der bloße Verlust der Kontrolle über personenbezogene Daten einen immateriellen Schaden i.S.v. Art. 82 Abs. 1 DSGVO dar (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 31).

    Aus dieser beispielhaften Aufzählung der "Schäden", die den betroffenen Personen entstehen können, geht nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hervor, dass der Unionsgesetzgeber unter den Begriff "Schaden" insbesondere auch den bloßen Verlust der Kontrolle ("the mere loss of control", "la simple perte de contrôle") über ihre eigenen Daten infolge eines Verstoßes gegen die DSGVO fassen wollte, selbst wenn konkret keine missbräuchliche Verwendung der betreffenden Daten zum Nachteil dieser Personen erfolgt sein sollte (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 30 unter Verweis auf die Rspr. des EuGH).

    Rn. 59 Steht ein Kontrollverlust fest, stellt dieser selbst den immateriellen Schaden dar und es bedarf keiner sich daraus entwickelnden besonderen Befürchtungen oder Ängste der betroffenen Person; diese wären lediglich geeignet, den eingetretenen immateriellen Schaden noch zu vertiefen oder zu vergrößern (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 31).

    Es genügt jedenfalls, wenn er angibt, dies zuvor bewusst und ausgewählt getan zu haben, d.h. die Daten nicht allgemein veröffentlicht zu haben (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 41).

    Rn. 62 Dass die Telefonnummer im Vergleich zu den in Art. 9 DSGVO genannten besonders sensiblen Daten weniger geheimhaltungsbedürftig ist, steht nicht dem Schadensersatzanspruch dem Grunde nach entgegen, sondern wirkt sich nur auf die Höhe eines etwaigen Schadensersatzanspruches aus (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 42).

    Rn. 64 Macht der Betroffene psychische Beeinträchtigungen geltend, die über die mit dem eingetretenen Kontrollverlust für jedermann unmittelbar zusammenhängenden Unannehmlichkeiten hinausgehen, so muss dies vom darlegungs- und beweisbelasteten Kläger dargetan und ggf. bewiesen werden (vgl. BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 101).

    Für eine ordnungsgemäße Darlegung muss das Gericht nach allgemeinen Grundsätzen anhand des Parteivortrags beurteilen können, ob die gesetzlichen Voraussetzungen der an eine Behauptung geknüpften Rechtsfolgen erfüllt sind (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 34).

    Das Gericht muss in die Lage versetzt werden, aufgrund des tatsächlichen Vorbringens der Partei zu entscheiden, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für das Bestehen des geltend gemachten Rechts vorliegen (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 34).

    Folglich darf weder die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung, durch den der betreffende Schaden entstanden ist, berücksichtigt werden noch der Umstand, ob ein Verantwortlicher mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen hat (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 96 m.w.N.).Ist der Schaden gering, ist daher auch ein Schadensersatz in nur geringer Höhe zuzusprechen (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 97).

    Als Anhalt für einen noch effektiven Ausgleich könnte in den Fällen, in denen die Wiedererlangung der Kontrolle mit verhältnismäßigem Aufwand möglich wäre, etwa der hypothetische Aufwand für die Wiedererlangung der Kontrolle (hier insbesondere eines Rufnummernwechsels) dienen (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 99).

    Rn. 70 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bestehen keine Bedenken, den notwendigen Ausgleich für den eingetretenen Kontrollverlust als solchem in einem Fall wie dem streitgegenständlichen in einer Größenordnung von 100,- EUR zu bemessen (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 100).

    Es genügt - im Hinblick auf das erforderliche Feststellungsinteresse - die bloße Möglichkeit des künftigen Eintritts der geltend gemachten Schäden (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 48).

    Der Kläger wurde durch den vorliegenden Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung in seinem Recht auf informationelle Selbstbestimmung gem. Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG bzw. in seinem Recht auf Schutz der personenbezogenen Daten gem. Art. 8 GRCh verletzt (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 49).

    In Anbetracht des gegebenen Kontrollverlusts über die Telefonnummer ist eine künftige Schadensentwicklung auch nicht nur rein theoretischer Natur (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 49).

    Es ist einem Kläger zumutbar, die künftig zu unterlassende Verletzungshandlung zu konkretisieren (vgl. BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 56-58).

    Dieser Unterlassungsantrag ist - unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - trotz seiner weiten Formulierung bestimmt i.S.v. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 62).

    Das Begehren des Klägers ist darauf gerichtet, dass die Beklagte seine Telefonnummer nicht - wie zur Zeit des Scraping-Vorfalls - auf Basis einer von ihm erteilten Einwilligung weiterverarbeitet, da diese Einwilligung nach seinem Verständnis mangels Transparenz unwirksam ist, weil ihm das Ausmaß der Datenverarbeitung betreffend seine Telefonnummer bei Erteilung der Einwilligung nicht verständlich war (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 63).

    Die Verletzungshandlung, die die Beklagte unterlassen soll, ist nach der Antragsformulierung eine Verarbeitung der mitgeteilten Telefonnummer aufgrund einer unwirksamen Einwilligung (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 63).

    Insofern ist sein Rechtsschutzziel - die Untersagung einer unrechtmäßigen Verarbeitung seiner Telefonnummer - mit dem dann erreichten Ergebnis der Löschung seiner Telefonnummer nicht identisch (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 68).

    Rn. 86 Auch die Möglichkeit des Klägers, seine Privatsphären-Einstellungen so zu ändern, dass sich seine Einwilligung zur Verarbeitung seiner Telefonnummer auf die Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung beschränkt, lässt das Rechtsschutzbedürfnis nicht entfallen (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 69).

    Dem Kläger steht kein Unterlassungsanspruch aus §§ 1004 analog, 823 Abs. 2 BGB i.V.m. Art. 6 Abs. 1, Art. 17 DSGVO oder aus §§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2 BGB (vgl. BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 83) zu.

    Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs kann in Fällen der vorliegenden Art die Erforderlichkeit der Beauftragung eines Rechtsanwalts nicht verneint werden; hierbei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt des anwaltlichen Schreibens eine Vielzahl von Rechtsfragen in Zusammenhang mit Art. 82 DSGVO weder durch den Europäischen Gerichtshof noch durch die nationalen Gerichte geklärt war (BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 80).

    Denn zwischen den Parteien besteht im Hinblick auf die Nutzung des sozialen Netzwerkes der Beklagten ein Vertragsverhältnis, so dass vertragliche Pflichtverletzungen grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch und in diesem Zusammenhang auch einen Auskunftsanspruch begründen können (vgl. zur Relevanz des Nutzungsvertrags: BGH GRUR 2024, 1910 Rn. 83).

  • OLG Naumburg, 26.06.2025 - 9 U 88/23

    Anwendungsbereich der Datenschutz-Grundverordnung; Kontrollverlust und Streitwert …

    Die Klagepartei stützt ihren Anspruch nicht auf mehrere angebliche Verstöße gegen die DSGVO und damit mehrere Streitgegenstände in Form einer unzulässigen alternativen Klagehäufung (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 16, juris), sondern entspricht den Anforderungen des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, wonach die Klageschrift neben einem bestimmten Antrag eine bestimmte Angabe des Gegenstandes und des Grundes des erhobenen Anspruchs enthalten muss (BGH, Urteil vom 17. Januar 2023, VI ZR 203/22; BGH, Beschluss vom 24. März 2011, I ZR 108/09; OLG Hamm…, Urteil vom 15. August 2023, I-7 U 19/23, Rn. 49; OLG Köln…, Urteil vom 7. Dezember 2023, I-15 U 67/23, Rn. 30, juris).

    Rn. 25 Angesichts des umfassenden Verarbeitungsbegriffs des Art. 4 Nr. 2 DSGVO (jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, der Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung) ist in Bezug auf den hier inmitten stehenden Scraping-Vorfall ohne Weiteres von einer Datenverarbeitung der Beklagten in Form der Speicherung, des Abfragens, der Offenlegung durch Übermittlung, der Bereitstellung und Verknüpfung i.S.d. Art. 82 Abs. 1 DSGVO auszugehen (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 23).

    Damit beinhaltet Art. 25 Abs. 2 Satz 3 DSGVO die ausdrückliche Verpflichtung zu Voreinstellungen, die verhindern, dass die Daten ohne Weiteres, also ohne bewusste persönliche Änderung der Voreinstellung, der Öffentlichkeit oder sonst einem unbestimmten Adressatenkreis zugänglich gemacht werden (…Heberlein in: Ehmann/Selmayr, DSGVO, 3. Aufl. 2024, Art. 5 Rn. 31; BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 86, 88; OLG Koblenz…, Urteil vom 11. Februar 2025, 3 U 145/24, Rn. 12; OLG Celle…, Urteil vom 5. März 2025, 5 U 129/24, Rn. 13; juris).

    Die in Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 lit. a) bis f) DSGVO vorgesehenen Rechtfertigungsgründe sind eng auszulegen (EuGH…, Urteil vom 4. Juli 2023, C-252/21, Rn. 93; BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 43 ff., 91, juris).

    Insofern schließt sich der Senat nach nochmaliger eigener Prüfung der Rechtsprechung des Gerichtshofs und dem vom Bundesgerichtshof hierzu vertretenen Verständnis an (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 30, juris).

    In einem solchen Fall sind die Daten noch nicht allgemein veröffentlicht (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 41; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 14. März 2025, I-16 U 94/24, Rn. 26, juris).

    Die Befürchtung samt ihrer negativen Folgen muss dabei ordnungsgemäß nachgewiesen sein (vgl. EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024, C-590/22, Rn. 36; BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 32 mwN, juris).

    Die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen reicht ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten (EuGH…, Urteil vom 4. Oktober 2024, C-200/23, Rn. 145; EuGH…, Urteil vom 20. Juni 2024, C-590/22, Rn. 33; BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 31 mwN; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025, VI ZR 109/23, Rn. 17, OLG Koblenz…, Urteil vom 11. Februar 2025, 3 U 145/24, Rn. 23).

    Ist dieser Nachweis erbracht, steht der Kontrollverlust also fest, stellt dieser selbst den immateriellen Schaden dar und es bedarf keiner sich daraus entwickelnden besonderen Befürchtungen oder Ängste der betroffenen Person; diese wären lediglich geeignet, den eingetretenen immateriellen Schaden noch zu vertiefen oder zu vergrößern (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 31; BGH…, Urteil vom 28. Januar 2025, VI ZR 109/23, Rn. 17, juris).

    Insofern reicht es aus, wenn ein Betroffener eine Veröffentlichung seiner Daten im Internet vorträgt und angibt, diese Daten nicht zuvor in einer vergleichbaren Weise allgemein veröffentlicht zu haben (siehe BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 39 ff.; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 14. März 2025, I-16 U 94/24, Rn. 27, juris).

    Rn. 49 Daher gilt im streitgegenständlichen Fall: Das nachvollziehbare und glaubhafte Ärgern über Spam-Kontakte stellt, die die Klagepartei in Anlage K 8 (Anlagenband Kläger) dargelegt hat und die mit nur zwei Seiten einen eher geringen Umfang haben - wie allgemein Beunruhigung, Ärger, Unmut und Zorn - zwar nach Auffassung des Bundesgerichtshofs, der sich der Senat anschließt, aufgrund der Vorgaben des EuGH einen immateriellen Schaden dar (vgl. obiter BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 84 mwN, juris).

    Rn. 53 aa) Die Datenschutz-Grundverordnung enthält keine Bestimmung über die Bemessung des aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO geschuldeten Schadensersatzes, so dass sich die Bemessung entsprechend dem Grundsatz der Verfahrensautonomie nach den innerstaatlichen Vorschriften über den Umfang der finanziellen Entschädigung, mithin § 287 ZPO richtet (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 93, juris).

    Dabei unterliegt die innerstaatliche Verfahrensautonomie bei der Ermittlung des nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu ersetzenden Schadens den sich aus dem unionsrechtlichen Äquivalenz- und Effektivitätsgrundsatz ergebenden Einschränkungen (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 94, juris).

    Infolgedessen darf bei der Bemessung einer Geldentschädigung weder die Schwere des Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung, durch den der betreffende Schaden entstanden ist, berücksichtigt werden, noch - wie bereits ausgeführt - der Umstand, ob ein Verantwortlicher mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen hat oder ob er vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 96, juris).

    Ist der Schaden gering, ist daher auch ein Schadensersatz in nur geringer Höhe zuzusprechen (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 97, juris).

    Dies gilt auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass der durch eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten verursachte immaterielle Schaden seiner Natur nach nicht weniger gewichtig ist als eine Körperverletzung (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 97, juris).

    In Fällen, in denen die Wiedererlangung der Kontrolle mit verhältnismäßigem Aufwand möglich ist, kann auch der hypothetische - insbesondere finanzielle - Aufwand für die Wiedererlangung der Kontrolle als Anhalt für einen effektiven Schadensausgleich dienen (siehe zum Ganzen BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 99, juris).

    Rn. 56 cc) Für die Bemessung eines Schadensersatzanspruches in Fällen wie dem vorliegenden orientiert sich der Senat an dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 18. November 2024 (VI ZR 10/24, dort Rn. 92 ff., juris) und nicht an dem Urteil des EuGH vom 8. Januar 2025, T 354/22, weil dort eine Verletzung der DSGVO aufgrund einer Datenübermittlung durch die Kommission selbst und nicht durch ein Scraping von Dritten erfolgte und noch nicht einmal die Anspruchsnorm in jenem Verfahren mit der in dem vorliegenden Verfahren identisch war.

    Rn. 63 Ein Anspruch auf Schadensersatz folgt auch nicht aus § 280 Abs. 1, § 241 Abs. 2 BGB (vgl. zum Nutzungsvertrag auch BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 83 m. w. N., Rn. 50, juris), da es bereits an einem immateriellen Schaden der Klagepartei mangelt und insoweit im Rahmen von § 253 Abs. 2 BGB die Erheblichkeits-/Bagatellgrenze für den Ersatz immateriellen Schadens nicht überschritten ist (vgl. zur Gesundheitsverletzung: BGH…, Urteil vom 6. Dezember 2022, VI ZR 168/21, Rn. 18, juris).

    Rn. 65 Für die Bejahung der Zulässigkeit reicht die bloße Möglichkeit des künftigen Eintritts der geltend gemachten Schäden für die Annahme eines Feststellungsinteresses; eine darüberhinausgehende hinreichende Schadenswahrscheinlichkeit ist nicht erforderlich (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 48, juris).

    Dabei kann die Möglichkeit ersatzpflichtiger künftiger Schäden ohne Weiteres zu bejahen sein, wenn ein deliktsrechtlich geschütztes absolutes Rechtsgut verletzt wurde und bereits ein Schaden eingetreten ist (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 48, juris).

    Rn. 69 Die Möglichkeit künftiger Schäden reicht hier aus, weil es nicht um reine Vermögensschäden geht, sondern um Schäden, die aus der von der Klagepartei behaupteten Verletzung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung gemäß Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG, mithin ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts als einem sonstigen absolut geschützten Rechtsgut im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB, resultieren (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 48, juris).

    In Anbetracht des bereits eingetretenen und noch andauernden Kontrollverlusts über diese Daten ist eine künftige Schadensentwicklung auch nicht nur rein theoretischer Natur (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 49; OLG Stuttgart…, Urteil vom 22. November 2023, 4 U 20/23, Rn. 236 ff., juris).

    Ein Unterlassungsantrag darf nicht derart undeutlich gefasst sein, dass die Entscheidung darüber, was dem Beklagten verboten ist, letztlich dem Vollstreckungsverfahren überlassen bleibt (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 52, juris).

    Rn. 75 Erforderlich ist eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungsform und dass der Klageantrag zumindest unter Heranziehung des Klagevortrags unzweideutig erkennen lässt, in welchen Merkmalen des angegriffenen Verhaltens die Grundlage und der Anknüpfungspunkt für den Rechtsverstoß und damit das Unterlassungsgebot liegen soll (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, juris, Rn. 53).

    Denn er lässt sich unter Heranziehung des Klagevorbringens dahingehend auslegen, dass die Klagepartei ein Unterlassen jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte begehrt, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht (siehe auch BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 62, juris).

    Dafür gelten jedoch strenge Maßstäbe (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 67, juris).

    Aus der Verletzung von Vertragspflichten nach § 280 Abs. 1 BGB kann sich ein vorbeugender Unterlassungsanspruch ergeben, wenn, ebenso wie bei einem gesetzlichen Unterlassungsanspruch nach § 823 Abs. 1 BGB i.V.m. § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB analog, eine Erstbegehungs- beziehungsweise Wiederholungsgefahr besteht (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, juris, Rn. 83, mit Verweis auf BGH, Urteile vom 2. Mai 2024, I ZR 12/23, Rn. 14…, vom 29. Juli 2021 - III ZR 179/20, Rn. 102 f., …und vom 8. November 2022 - II ZR 91/21, Rn. 64, juris).

    Zum Zeitpunkt der vorgerichtlichen Beauftragung bzw. Tätigkeit der Prozessbevollmächtigten der Klagepartei (Aufforderungsschreiben vom 15. November 2021) stellten sich im Hinblick auf die geltend gemachten Schadensersatz- und Auskunftsansprüche zahlreiche Rechtsfragen, die höchstrichterlich nicht geklärt waren und den Bundesgerichtshof veranlasst haben, dem Europäischen Gerichtshof ein Vorabentscheidungsersuchen vorzulegen (Beschluss vom 26. September 2023, VI ZR 97/22), die erst nach Klageerhebung beantwortet wurden (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 79 juris).

    Soweit die Klagepartei gegen die Beklagte daneben vorgerichtlich einen Unterlassungsanspruch geltend gemacht hat, ist dieser Antrag mangels Bestimmtheit unzulässig gewesen (siehe hierzu BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 51 ff.) und daher zu Unrecht erhoben worden.

    Die im vorliegenden Rechtsstreit zu prüfenden, entscheidungserheblichen Rechtsfragen sind durch die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes und jetzt durch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Leitentscheidungsverfahren, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, hinreichend geklärt.

    Rn. 101 Diese Sichtweise hat der Bundesgerichtshof bestätigt (BGH, Urteil vom 18. November 2024, VI ZR 10/24, Rn. 30, 32, juris).

  • OLG Hamm, 05.11.2024 - 7 U 83/24

    Erfolglose Klage nach Scraping-Vorfall bei Facebook

    Weder muss eine konkrete missbräuchliche Verwendung dieser Daten zum Nachteil des Betroffenen erfolgt sein noch bedarf es sonstiger zusätzlicher spürbarer negativer Folgen (im Anschluss an BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, GRUR-RS 2024, 31967;… unter Aufgabe von OLG Hamm Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505;… OLG Hamm Urt. v. 21.6.2024 - 7 U 154/23, GRUR-RS 2024, 16856).

    Lassen sich Kontrollverlust und sonstige Beeinträchtigung als immaterielle Schäden sowie materielle Schäden im Einzelfall - wie hier - nicht feststellen, bleibt die Feststellungsklage im Hinblick auf die nur theoretische Möglichkeit des Eintritts eines zukünftigen materiellen oder immateriellen Schadens unzulässig (…in Festhaltung an OLG Hamm Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505; zur rein theoretischen Natur für den Fall fehlenden Kontrollverlustes auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 49 a. E.).

    Danach hat jede Person, der wegen eines Verstoßes gegen diese Verordnung oder auch nur - worauf es im vorliegenden Fall nicht ankommt, da dies im Hinblick auf die feststellbaren kausalen Verstöße gegen die DSGVO der Fall ist - wegen Verarbeitung personenbezogener Daten unter Verstoß gegen die Verordnung (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 23 f. m. w. N.) ein materieller oder immaterieller Schaden entstanden ist, Anspruch auf Schadensersatz gegen den Verantwortlichen oder gegen den Auftragsverarbeiter.

    Rn. 34 (1) Die Datenschutzgrundverordnung ist - mit Blick auf die vom Senat im Folgenden festgestellten Verstöße - in räumlicher, zeitlicher und sachlicher Hinsicht auf den streitgegenständlichen Scraping-Vorfall anwendbar (…vgl. Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 60-83; siehe auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 19 f.)..

    Zwar liegt die Beweislast für die tatbestandlichen Voraussetzungen einer Anspruchsgrundlage grundsätzlich beim Anspruchsteller; allein dies besagt die von der Beklagten zitierte Entscheidung des Gerichtshofs (…EuGH Urt. v. 21.12.2023 - C-667/21, GRUR-RS 2023, 36822 Rn. 99; so jetzt auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21 m. w. N.).

    Wegen der Einzelheiten wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf das Senatsurteil vom 15.8.2023 Bezug genommen (…Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 92-126 m. w. N.;… EuGH Urt. v. 11.7.2024, - C-757/22, GRUR-RS 2024, 16262 Rn. 59 f.; siehe dazu auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 43 f., 91). Soweit sich die Beklagte auf Art. 6 Abs. 1 UnterAbs.

    1 lit. b DSGVO beruft, trifft dies aus den Gründen des Senatsurteils vom 15.8.2023 (…Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 94-103; so auch obiter BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 91) nicht zu.

    Rn. 38 (b) Zudem hat die Beklagte - vom Bundesgerichtshof nur revisionsrechtlich unterstellt (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 22) - gegen Art. 5 Abs. 1 lit. b, Art. 25 Abs. 2 DSGVO verstoßen, indem sie datenunfreundliche Voreinstellungen vorgegeben hat oder - im Falle eines Beitritts der Klägerin vor dem 25.05.2018, dem Geltungsbeginn der Datenschutzgrundverordnung (Art. 99 Abs. 2 DSGVO) - nicht sichergestellt hat, dass unfreundliche Voreinstellungen zu diesem Datum unter Abkehr vom "Opt-Out"-System geändert wurden.

    Der Senat hält insofern an seiner Bewertung aus dem Senatsurteil vom 15.08.2023 fest (…Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 127 f.; so auch obiter BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 87-90 m. w. N.).

    Rn. 39 (c) Zudem ist - vom Bundesgerichtshof nur revisionsrechtlich unterstellt (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 22) - von einem Verstoß der Beklagten gegen Art. 5 Abs. 1 lit. f, Art. 32 DSGVO auszugehen, da die Beklagte weder substantiiert dargelegt noch bewiesen hat, die angemessenen Sicherheitsvorkehrungen - insbesondere gegen das sog. Scraping - eingehalten zu haben.

    Rn. 41 Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs muss ein Schaden neben den Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung treten, um einen Anspruch auf Schadensersatz auszulösen; der immaterielle Schaden besteht nicht schon in der Verletzung der Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung (vgl. nur zuletzt EuGH Urt. v. 20.6.2024 - C-182/22, C-189/22, BeckRS 2024, 13981 Rn. 41 m. w. N sowie entsprechend schon BGH Beschl. v. 12.12.2023 - VI ZR 277/22, BeckRS 2023, 40381 Rn. 5 sowie nunmehr erneut BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 21, 28)..

    Rn. 44 (a) Wie der Bundesgerichtshof nach Verkündung des vorliegenden Urteils entschieden hat, stellt der - selbst kurzzeitige - Verlust der Kontrolle über Daten einen "immateriellen Schaden" im Sinne von Art. 82 Abs. 1 DSGVO dar, ohne dass es sich daraus entwickelnder besonderer Befürchtungen oder Ängste der betroffenen Person bedarf; solche zusätzlichen spürbaren negativen Folgen wären lediglich geeignet, den eingetretenen immateriellen Schaden noch zu vertiefen oder zu vergrößern (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 30 f. m. w. N.).

    Ebensowenig ist erforderlich, dass es im konkreten Einzelfall zu einer missbräuchlichen Verwendung der betreffenden Daten gekommen ist (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 30 m. w. N.). Der Senat schließt sich dieser Auslegung der DSGVO und der Rechtsprechung des EuGH unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung an.

    Rn. 45 (b) Ein Anspruch scheitert im vorliegenden Einzelfall - im Hinblick auf den betroffenen Namen, das Geschlecht und die Mobilfunknummer - daran, dass die Klägerin einen Kontrollverlust - wenn auch pauschal - zwar ausreichend dargelegt (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 41; dazu auch näher sogleich), aber nicht bewiesen hat.

    Folglich muss der potentiell Geschädigte, eben weil ihn die Darlegungslast für durch den Verstoß gegen die DSGVO erlittene negative Folgen trifft (so BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 33, 37), darlegen, dass er die Hoheit über die Daten nicht schon zuvor verloren hatte.

    In solchen Fällen ist der Betroffene gehalten, dazu vorzutragen, wie er im Allgemeinen im privaten, geschäftlichen und/oder beruflichen Umfeld mit diesen Daten vor dem streitgegenständlichen Scraping-Vorfall umgegangen ist (vgl. hierzu BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 34 ff., insbesondere Rn. 39 a. E., und Rn. 41 f.).

    Rn. 52 (2) Auch Befürchtungen der missbräuchlichen Verwendung ihrer Daten seitens der Klägerin, die einen - von der Klägerin zu beweisenden - immateriellen Schaden darstellen können, wenn damit einhergehend negative Folgen vorliegen (…vgl. EuGH Urt. v. 20.6.2024 - C-590/22, BeckRS 2024, 13978 Rn. 32, 35; BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 32 m. w. N.), sind nicht feststellbar.

    Rn. 53 (a) Allerdings genügt - wie der Bundesgerichtshof nach Verkündung des vorliegenden Urteils entschieden hat - die pauschale und in einer Vielzahl von Fällen gleichlautende Behauptung von Angst, Sorge und Unwohlsein wegen Spam-SMS und -Anrufen sowie von aufgewandter Zeit und Mühe in der Auseinandersetzung mit dem Scraping-Vorfall sowie dem Schutz vor künftigem Missbrauch, den prozessualen Darlegungsanforderungen (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 30-42 m. w. N.).

    Rn. 54 (b) Ohnedies hatte der Senat die Klägerin aber auch insoweit persönlich gemäß § 141 ZPO angehört (siehe zur aus Sicht des Senats dann zwingenden Erforderlichkeit, jedenfalls soweit keine anderen Beweismittel zur Verfügung stehen oder positiv ergiebig sind: BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 101) und hat ihre Erklärungen als "Inhalt der Verhandlungen" gemäß § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO in die richterliche Überzeugungsbildung einbezogen (…vgl. BGH Beschl. v. 25.10.2022 - VI ZR 382/21, BeckRS 2022, 35153 Rn. 13 sowie weitere Angaben oben).

    Rn. 60 Demnach verbleibt in Würdigung der eigenen Angaben der Klägerin die bloße Behauptung einer Befürchtung ohne nachgewiesene negative Folgen, die aber ebenso wenig wie ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen Verwendung durch einen unbefugten Dritten einen immateriellen Schaden begründen kann (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 32 m. w. N.)..

    Rn. 62 Zudem ist der Vortrag der Klägerin auch insoweit schon nicht schlüssig, als der Empfang von Spam als solcher - ohne weitere negativen Folgen - bereits keinen immateriellen Schaden darstellt (…vgl. hierzu EuGH Urt. v. 20.6.2024 - C-590/22, BeckRS 2024, 13978 Rn. 34-36; BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 32).

    Rn. 63 Das nachvollziehbare und glaubhafte Ärgern über Spam-Kontakte stellt - wie allgemein Beunruhigung, Ärger, Unmut und Zorn - zwar nach Auffassung des Bundesgerichtshofs aufgrund der Vorgaben des EuGH einen immateriellen Schaden dar (vgl. obiter BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 84 m. w. N.).

    Dies gilt vor allem im Hinblick auf solche immateriellen Schäden, die auf etwaigen Verletzungen der Pflichten der Beklagten aus Art. 15, 17, 33 und 34 DSGVO beruhen könnten (…vgl. Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 147-149; siehe auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 26).

    Ein angemessener Anspruch auf Ersatz dieses immateriellen Schadens nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO beliefe sich unter Abwägung aller Umstände des Einzelfalls auf 100, 00 EUR (vgl. dies abstrakt für einen reinen Kontrollverlust für angemessen haltend BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 100).

    Rn. 67 Die Bemessung des Schadensersatzes richtet sich entsprechen dem Grundsatz der Verfahrensautonomie nach den innerstaatlichen Vorschriften über den Umfang der finanziellen Entschädigung, in Deutschland also nach § 287 ZPO unter Berücksichtigung mehrerer unionsrechtlicher Einschränkungen insbesondere nach der Ausgleichsfunktion des Art. 82 DSGVO (vgl. ausführlich BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 92-100 m. w. N.;… siehe schon Senat Urt. v. 21.6.2024 - 7 U 154/23, GRUR-RS 2024, 16856 = juris Rn. 55 ff. m. w. N.).

    Rn. 72 c) Ein Anspruch auf Schadensersatz folgt auch nicht aus § 280 Abs. 1, § 241 Abs. 2 BGB (vgl. zum Nutzungsvertrag auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 83 m. w. N., Rn. 50), da es bereits an einem immateriellen Schaden der Klägerin mangelt und insoweit im Rahmen von § 253 Abs. 2 BGB die Erheblichkeits- / Bagatellgrenze für den Ersatz immateriellen Schadens nicht überschritten ist (…vgl. zur Gesundheitsverletzung BGH Urt. v. 6.12.2022 - VI ZR 168/21, r+s 2023, 130 Rn. 18).

    Rn. 73 2. Im Hinblick auf den Klageantrag zu 2 fehlt - anders als im vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall und den dort revisionsrechtlich zu unterstellenden Tatsachen (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 48 f. m. w. N.) - im vorliegenden Einzelfall im Hinblick auf den nicht gegebenen Kontrollverlust und die nicht gegebenen Befürchtungen etc. bereits die - praktische und nicht nur theoretische - Möglichkeit des Eintritts eines zukünftigen materiellen oder immateriellen Schadens (…vgl. Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 207-218; siehe zur rein theoretischen Natur für den Fall fehlenden Kontrollverlustes auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 49 a. E.).

    Rn. 76 3. Der Antrag zu 3.a, der anders als in sonstigen gleichgelagerte Fällen nicht darauf gerichtet ist, eine Kontaktimportfunktion ohne die nach dem Stand der Technik möglichen Sicherheitsmaßnahmen zu unterbinden, sondern sich - ohne jede Begründung der Klägerin - auf die People-You-May-Know-Funktion bezieht, ist, wenn nicht schon im Hinblick auf § 890 Abs. 2 ZPO und § 259 ZPO unzulässig (…vgl. Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 219-226; die Ausführungen des BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 70 beziehen sich nur auf den Antrag zu 3.b), jedenfalls wegen fehlender Bestimmtheit im Sinne des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO unzulässig (…Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 228-231; so jetzt auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 51-58).

    Rn. 77 Der Antrag zu 3.b - ebenfalls ohne jede Begründung anders als in sonstigen Fällen - ist, wenn auch nicht im Hinblick auf § 890 Abs. 2 ZPO und § 259 ZPO (vgl. BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 70;… so noch Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 238-240), so doch weiterhin im Hinblick auf das fehlende Rechtsschutzbedürfnis unzulässig.

    Soweit sie gleichwohl die Funktion ihrer Suchbarkeit trotz ausreichender Information mangels Änderung der Suchbarkeitseinstellung "alle" weitergenutzt hat, hat sie objektiv betrachtet aktiv unter Berücksichtigung von Erwägungsgrund 62 Satz 1 Var. 1 DSGVO bereits vor Klageerhebung eine Einwilligung erteilt (…vgl. entsprechend bereits Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 236 f.; wozu sich der BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 68 f. nicht verhalten musste).

    Rn. 80 Damit kommt es vorliegend nicht darauf an, wie die Klägerin ohne ihre hier tatsächlich vorliegende Einwilligung selbstständig Abhilfe gegen sämtliche in Anl. B6 "Möglicherweise verwenden wir deine Mobilnummer für diese Zwecke" (eGA I-325) genannten Verwendungsarten der Mobilfunktelefonnummer schaffen kann (vgl. dazu BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 69).

    Rn. 81 4. Der dem Antrag zu 4 zugrundeliegende Auskunftsanspruch ist durch Erfüllung erloschen (§ 362 Abs. 1 BGB;… vgl. Senat Urt. v. 15.8.2023 - 7 U 19/23, GRUR-RS 2023, 22505 = juris Rn. 249-254; so jetzt auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 72-77), konkret durch das Schreiben der Beklagten vom 21.07.2023 (Anlage B16, eGA I-366 ff.).

    Unabhängig davon, dass der Gerichtshof alle entscheidungserheblichen Fragen - wie vorstehend dargestellt und i. Ü. bereits vom Senat entschieden (…vgl. Senat Urt. v. 17.11.2023 - 7 U 71/23, GRUR-RS 2023, 32739 = juris Rn. 7 ff.; so jetzt auch BGH Urt. v. 18.11.2024 - VI ZR 10/24, Rn. 81 ff.) - hinreichend geklärt hat, besteht nunmehr eine Vorlagepflicht auch insoweit nicht, als mit Blick auf die begrenzte Revisionszulassung der Senat nicht das letzte innerstaatliche Gericht zur Entscheidung des vorliegenden Falls ist.

  • OLG Frankfurt, 09.05.2025 - 6 U 53/24

    Scraping bei Facebook - Pseudonym als Benutzername

    Diese Verstöße bilden mit dem Scraping-Vorfall einen einheitlichen Streitgegenstand (vgl. BGH, Urt. v. 18.11.2024 - Az. VI ZR 10/24, GRUR 2024, 1910 Rn. 16, 18).

    Für die Beklagte wird deutlich, unter welchen Voraussetzungen die Klagepartei Unterlassung begehrt (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 64).

    Der Antrag lässt erkennen, durch welche konkrete Maßnahme (datenschutzwidrige Voreinstellungen) die Beklagte gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoßen hat (vgl. insofern BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 57).

    Außerdem enthält er eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungsform (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 58, 63).

    Er lässt sich unter Heranziehung des Klagevorbringens hinreichend bestimmt dahin auslegen, dass die Klagepartei ein Unterlassen jeglicher Verarbeitung ihrer Telefonnummer durch die Beklagte begehrt, die über die notwendige Verarbeitung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hinausgeht (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 62).

    Art. 82 DSGVO sieht eine Haftung für vermutetes Verschulden vor; die Exkulpation obliegt nach Art. 82 Abs. 3 DSGVO dem Verantwortlichen (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 21 mwN).

    Damit beinhaltet Art. 25 Abs. 2 Satz 3 DSGVO die ausdrückliche Verpflichtung zu Voreinstellungen, die verhindern, dass die Daten ohne Weiteres, also ohne bewusste persönliche Änderung der Voreinstellung, der Öffentlichkeit oder sonst einem unbestimmten Adressatenkreis zugänglich gemacht werden (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 88).

    Sie soll verhindern, dass Nutzer durch Voreinstellungen, die eine über die erforderliche Verarbeitung hinausgehende extensive Datennutzung vorsehen, dazu verleitet werden, ihre Datenschutzrechte abzuwählen, ohne dies zu realisieren (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 89 mwN).

    Diesen Anforderungen wurde das Vorgehen der Beklagten im Zeitraum des Scraping-Vorfalls nicht gerecht (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 90 mwN).

    Datenschutzfreundlichere Einstellungsoptionen - insbesondere die erst 2019 eingeführte Suchbarkeitsoption "nur ich" - wurden nur als Opt out-Lösungen angeboten, obwohl die Nutzbarkeit des sozialen Netzwerks als solche hiervon nicht abhing, da eine Suche auch über die Eingabe des Namens möglich gewesen wäre (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 90).

    Diese gegen Art. 5 Abs. 1 Buchst. c, Art. 25 Abs. 2 DSGVO verstoßenden Voreinstellungen waren weder erforderlich (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. b bis f DSGVO) noch von einer wirksamen Einwilligung der Klagepartei gedeckt (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. a DSGVO) (siehe insofern BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 91).

    Gegen eine freiwillige Einwilligung spricht auch, dass die Beklagte auf dem Markt für soziale Netzwerke eine beherrschende Stellung innehat (vgl. insgesamt BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 44 mwN).

    Schon der - selbst kurzzeitige - Verlust der Kontrolle über personenbezogene Daten stellt einen immateriellen Schaden dar, ohne dass der Nachweis zusätzlicher spürbarer negativer Folgen erforderlich ist (…vgl. z.B. EuGH, Urt. v. 04.10.2024 - C-200/23, juris Rn. 145, 156 i.V.m. 137 - Agentsia po vpisvaniyata; BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 30 f. mwN;… Urt. v 11.02.2025 - VI ZR 365/22, juris Rn. 14 f.;… siehe auch Urt. v. 28.01.2025 - VI ZR 183/22, NJW 2025, 1059 Rn. 12 f.).

    Allerdings muss die betroffene Person nachweisen, dass sie einen solchen in einem bloßen Kontrollverlust bestehenden Schaden erlitten hat (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 31 mwN).

    Das Risiko, auch Dritte könnten Daten der Klagepartei nicht datenschutzkonform verarbeiten, steht - solange es sich nicht vor dem Eintritt des Scraping-Vorfalls verwirklicht hatte - der Annahme eines Kontrollverlusts nicht entgegen (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 42).

    bb) Der Senat hält es - ohne dass es einer Beweisaufnahme bedarf - mit dem für die Schadenszumessung genügenden "Beweismaß" des § 287 ZPO für überwiegend wahrscheinlich, dass die Klagepartei jedenfalls die begründete Befürchtung, Dritte könnten ihre im Darknet veröffentlichten Daten, insbesondere ihre Telefonnummer, missbräuchlich verwenden (vgl. insofern BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 32 mwN), und damit korrespondierende psychische Beeinträchtigungen erlitten hat.

    Soweit es um die haftungsausfüllende Kausalität geht, ist aber die Verfahrensvorschrift des § 287 ZPO anwendbar (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 93 mwN).

    Diese gilt dann nicht nur für die Höhe des Schadens, sondern auch für die Frage, ob überhaupt ein (weiterer) Schaden entstanden ist (…vgl. z.B. BGH, Urt. v 12.07.2016 - KZR 25/14, NJW 2016, 3527 Rn. 42 mwN - Lottoblock II; GRUR 2024, 1910 Rn. 84).

    Die Beklagte hat das Recht der Klagepartei auf Schutz ihrer personenbezogenen Daten (Art. 8 GrCH, vgl. Art. 1 Abs. 2 DSGVO) bzw. auf informationelle Selbstbestimmung (Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG), und damit ihr allgemeinen Persönlichkeitsrecht als ein sonstiges absolut geschütztes Rechtsgut im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB, verletzt (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 48).

    Mit dem festgestellten Kontrollverlust über die abgeflossenen und im Darknet veröffentlichten personenbezogenen Daten ist auch bereits ein immaterieller Schaden eingetreten (vgl. z.B. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 31).

    ff) Soweit die Klagepartei ihren Anspruch zusätzlich auf einen Verstoß gegen Benachrichtigungs- und Meldepflichten stützt, fehlt es jedenfalls an der Ursächlichkeit für den geltend gemachten Schaden (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 26).

    Der Senat hält als notwendigen Ausgleich für den eingetretenen Kontrollverlust als solchen einen Schadensersatzbetrag in Höhe von 100 Euro für angemessen (siehe auch BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 100, der keine Bedenken gegen eine Entschädigung in dieser Größenordnung hat).

    Die vom Scraping betroffenen personenbezogenen Daten der Klagepartei gehören nicht zu den besonders sensiblen Daten im Sinne von Art. 9 Abs. 1 DSGVO (vgl. auch BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 42, 99).

    Allerdings hätte die Klagepartei die Kontrolle über ihre Daten mit verhältnismäßig geringem Aufwand wiedererlangen können, indem sie ihre Rufnummer wechselt (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 99).

    Sie hat keine Abschreckungs- oder Straffunktion (vgl. z.B. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 96 mwN).

    Daher dürfen etwa die Schwere des Verstoßes des Verantwortlichen gegen die Datenschutzgrundverordnung und der Umstand, dass dieser gegebenenfalls mehrere Verstöße gegenüber derselben Person begangen hat, nicht berücksichtigt werden (vgl. BGH; GRUR 2024, 1910 Rn. 96 mwN).

    Ist der Schaden - wie hier - gering, ist daher auch ein Schadensersatz in nur geringer Höhe zuzusprechen (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 97 mwN).

    Eine andere Bewertung ist nicht deshalb geboten, weil der Gerichtshof der Europäischen Union Art. 82 Abs. 1 DSGVO dahin auslegt, dass ein durch die Verletzung personenbezogener Daten verursachter Schaden "seiner Natur nach" nicht weniger schwerwiegend ist als eine Körperverletzung (vgl. auch BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 97 mwN).

    Aufgrund des Verstoßes gegen die Datenschutzgrundverordnung und die Verletzung der Klagepartei in ihrem Recht auf informationelle Selbstbestimmung (Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) bzw. auf Schutz ihrer personenbezogenen Daten (Art. 8 GRCh) besteht (insbesondere) bei fortdauernder Veröffentlichung der personenbezogenen Daten der Klagepartei (v.a. ihrer Telefonnummer) die nicht rein theoretische Möglichkeit künftiger Schäden (siehe insofern BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 48 f.).

    Der Schutz personenbezogener Daten bei der Datenverarbeitung ist ein Interesse des Einzelnen, bei dessen Verletzung ein in "seiner Natur" nicht weniger schwerwiegender Schaden als bei einer Körperverletzung entstehen kann (vgl. z.B. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 97 mwN).

    Wie oben bereits dargetan wurde, war die Verarbeitung der Telefonnummer der Klagepartei nicht von einer wirksamen Einwilligung gedeckt (Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. a DSGVO) (siehe insofern BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 91).

    Soweit die im Zusammenhang mit dem Unterlassungsantrag zu 3 b) aufgeworfenen Rechtsfragen nicht schon durch das Urteil des Bundesgerichtshofs entschieden sind (BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 59 bis 71), wird auf die obenstehenden Ausführungen Bezug genommen.

    Im Übrigen, d.h. soweit die Prozessbevollmächtigten der Klagepartei die Beklagte vorgerichtlich teilweise berechtigt zur Zahlung von Schadensersatz und Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert haben mögen, besteht ein Anspruch auf Schadensersatz aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO auch deshalb nicht, weil die Beauftragung eines Rechtsanwalts mit einem vorgerichtlichen Tätigwerden nicht zweckmäßig war (siehe insofern z.B. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 79 mwN).

    Zum Zeitpunkt des vorgerichtlichen Anwaltsschreibens war eine Vielzahl von Rechtsfragen in Zusammenhang mit Art. 82 DSGVO weder durch den Gerichtshof der Europäischen Union noch durch die nationalen Gerichte geklärt (vgl. BGH, GRUR 2024, 1910 Rn. 80).

  • OLG Hamm, 05.11.2024 - 7 U 52/24

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  • OLG Frankfurt, 02.05.2025 - 6 U 6/24

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  • OLG Frankfurt, 02.05.2025 - 6 U 14/24

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  • BGH, 11.11.2025 - VI ZR 396/24

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  • LG Aachen, 15.04.2025 - 15 40/24
  • OLG Frankfurt, 06.03.2026 - 6 U 63/25

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  • OLG Frankfurt, 08.04.2025 - 6 U 79/23

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  • BGH, 23.06.2026 - VI ZR 97/22

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  • OLG München, 26.09.2025 - 36 U 1368/24

    Schadensersatz, Schadensersatzanspruch, Mitverschulden, Berufung, Verletzung, …

  • BGH, 18.12.2025 - I ZR 97/25

    Von Vertragspartnern einer Wirtschaftsauskunftei eingemeldete Daten über …

  • OLG Braunschweig, 05.06.2025 - 2 U 71/24

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  • OLG Düsseldorf, 13.03.2025 - 16 U 135/23

    Scraping; Schadensersatz für Kontrollverlust in Höhe von 100 Euro; …

  • OLG München, 06.06.2025 - 36 U 1891/24

    Datenschutzgrundverordnung, Streitwertfestsetzung, Materielle Rechtskraft, …

  • OLG Düsseldorf, 22.05.2025 - 16 U 185/24

    Schadensersatzansprüche aufgrund angenommener Datenschutzverstöße im Zusammenhang …

  • OLG München, 06.06.2025 - 36 U 4233/23

    Datenschutzgrundverordnung, Streitwertfestsetzung, Materielle Rechtskraft, …

  • BGH, 28.01.2025 - VI ZR 183/22

    Haftung bei Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung: Immaterieller …

  • LG Kiel, 28.11.2024 - 6 O 255/24
  • OLG Düsseldorf, 14.03.2025 - 16 U 157/24

    Scraping

  • BAG, 08.05.2025 - 8 AZR 209/21

    Datenschutz - immaterieller Schadenersatz

  • OLG Naumburg, 05.02.2026 - 9 U 124/24

    Meta Business Tools - und der Schadensersatz wegen unerlaubter Datenverarbeitung

  • LG Leipzig, 04.07.2025 - 5 O 2351/23

    Facebook-Nutzer eine Entschädigung von 5.000 Euro wegen Datenschutzverstößen …

  • LG Düsseldorf, 22.05.2025 - 9a O 138/23
  • OLG Düsseldorf, 10.07.2025 - 16 U 83/24

    Zahlung eines immateriellen Schadensersatzes als Ausgleich für …

  • OLG München, 26.06.2026 - 36 U 1054/25

    Personenbezogene Daten, Business Tools, Feststellunganspruch, …

  • OLG Düsseldorf, 14.03.2025 - 16 U 94/24

    Scraping; Schadenersatz für Kontrollverlust über einen aus der Verknüpfung von …

  • BGH, 11.02.2025 - VI ZR 365/22

    Datenschutzverstoß durch Auslagerung des Personalwesens einer Bundesbehörde auf …

  • OLG Düsseldorf, 22.05.2025 - 16 U 99/24

    Anspruch auf Schadensersatz aufgrund eines Scraping-Vorfalls auf einer …

  • OLG Düsseldorf, 13.03.2025 - 16 U 173/23

    Zahlungsanspruch eines Geschädigten auf Schadensersatz für anfänglichen …

  • BAG, 20.02.2025 - 8 AZR 61/24

    Immaterieller Schadenersatz nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO - Darlegungslast - …

  • OLG Düsseldorf, 14.03.2025 - 16 U 184/23

    Scraping

  • OLG Naumburg, 05.02.2026 - 9 U 44/25
  • LG Hamburg, 09.05.2025 - 324 O 278/23

    OpenJur wird verklagt

  • OLG Jena, 21.05.2025 - 2 U 583/23

    Immaterieller Schadensersatzanspruch eines Nutzers wegen eines Kontrollverlusts …

  • OLG Stuttgart, 11.06.2025 - 4 U 151/23

    Scraping auf Social-Media-Plattform: Immaterieller Schaden bei einem …

  • BGH, 12.05.2026 - VI ZR 375/24

    Zulässigkeit der Übermittlung personenbezogener Daten i.R.d. Meldung einer …

  • BGH, 06.05.2025 - VI ZR 53/23

    EuGH-Vorlage zur DSGVO

  • OLG Dresden, 09.09.2025 - 4 U 464/25

    Falschparker-Melder muss 100 Euro DSGVO-Schadensersatz zahlen

  • BGH, 08.04.2025 - VI ZR 25/24

    Unfall: Fiktive Abrechnung des Unfallschadens, Feststellungsinteresse

  • OLG Dresden, 03.02.2026 - 4 U 292/25

    Meta Business Tools: Immaterieller Schadenersatz in Höhe von 1.500,- EUR

  • OLG Frankfurt, 10.07.2025 - 6 UKl 14/24

    Zwingende Angabe der E-Mail-Adresse oder Handynummer für den Fahrkartenerwerb …

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 808/24

    Teilerfolgreiche Klage nach Scraping-Vorfall bei Facebook

  • BGH, 13.05.2025 - VI ZR 67/23

    Datenschutzverstoß: Anforderungen an die Darlegung eines immateriellen Schadens

  • OLG Hamm, 24.06.2026 - 8 U 56/25

    Feststellungsinteresse; Zwischenfeststellungsklage; Zwischenfeststellungsantrag; …

  • LG Ellwangen/Jagst, 16.10.2025 - 3 O 480/24
  • OLG Jena, 02.03.2026 - 3 U 31/25

    Schadensersatz-, Auskunfts- und Löschungsansprüche gegen Betreiber sozialer …

  • BGH, 13.05.2025 - VI ZR 186/22

    Hypothetisches Risiko - Ein rein hypothetisches Risiko der missbräuchlichen …

  • OLG Koblenz, 11.02.2025 - 3 U 145/24

    Scraping - Kontrollverlust über persönliche Daten in einem sozialen Netzwerk …

  • SG Reutlingen, 16.04.2025 - S 4 SF 733/24

    Datenschutzklage, Befangenheit, Rechtsschutzbedürfnis, rechtsmissbräuchliches …

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 598/24

    Bloßer Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten infolge eines …

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 751/24

    Bloßer Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten infolge eines …

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 653/24

    Bloßer Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten infolge eines …

  • BGH, 11.06.2025 - IV ZR 83/24

    Versäumnisurteil im Rahmen des schriftlichen Vorverfahrens auf der Grundlage von …

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 813/24

    Bloßer Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten infolge eines …

  • LG Köln, 07.01.2025 - 14 O 472/23

    Kontrollverlust als immaterieller Schaden

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 732/24

    Bloßer Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten infolge eines …

  • OLG Hamm, 09.03.2026 - 8 U 21/25

    Meta Business Tools; Ansprüche auf Auskunft; Unterlassung; Löschung und …

  • OLG Nürnberg, 27.06.2025 - 15 U 2230/23

    Datenschutzgrundverordnung, Dieselbe Verletzungshandlung, Personenbezogene Daten, …

  • LG Bamberg, 26.03.2025 - 41 O 749/24

    Schufa darf Bonitätsscores nicht automatisch generieren

  • LG Nürnberg-Fürth, 20.02.2025 - 6 O 1485/24

    Datenschutzgrundverordnung, Auskunftserteilung, Sachlicher Anwendungsbereich, …

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 842/24

    Bloßer Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten infolge eines …

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 1200/24

    Bloßer Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten infolge eines …

  • OLG Hamm, 09.03.2026 - 8 U 13/25

    Meta Business Tools; Ansprüche auf Auskunft; Unterlassung; Löschung und …

  • OLG München, 18.12.2025 - 14 U 1068/25

    DSGVO-Verstoß durch Meta Business Tools im Zusammenhang mit Drittseiten und Apps …

  • OLG Stuttgart, 11.06.2025 - 4 U 56/23

    Schadensersatzansprüche eines Nutzers für immaterielle Schäden aus einem sog. …

  • BGH, 10.12.2024 - VI ZR 7/24

    EUR 750,00 - Zur Bestimmung des Streitwerts für den Unterlassungsanspruch in …

  • LG Aachen, 17.03.2025 - 15 O 88/24

    Übermittlung von Positivdaten; Datenverarbeitung; Einwilligung; Wahrung der …

  • OLG Dresden, 10.12.2024 - 4 U 815/24

    Zustehen eines Anspruchs eines Nutzers auf immateriellen Schadensersatz aufgrund …

  • LG Berlin II, 04.04.2025 - 39 O 56/24

    Datenschutzrechtliche Folgen der Implementierung eines sogenannten Social Plugins …

  • OLG Dresden, 31.03.2026 - 4 U 834/25
  • OLG Hamm, 29.11.2024 - 25 U 25/24

    Zum 2. Mal: Auch nach BGH-Urteil für Facebook-Scraping u.U. kein …

  • KG, 30.04.2026 - 20 VKl 1/25

    Datenschutzrechtliche Verbandsklage der niederländischen Stiftung SOMI gegen …

  • OLG Koblenz, 12.05.2025 - 11 U 1335/24

    Positivdaten - Datenschutzrecht: Zulässigkeit der Übermittlung von Positivdaten …

  • LG Stuttgart, 05.02.2025 - 27 O 190/23

    Speicherung von Off-Site-Daten durch Meta: Erforderliche Einwilligung des …

  • LG Lübeck, 24.01.2025 - 15 O 104/23

    Immaterieller Schaden nach Scrapingvorfall

  • LG Hof, 19.02.2025 - 12 O 144/24

    Auskunftserteilung, Nichtvermögensrechtliche Angelegenheit, …

  • LG Ellwangen/Jagst, 05.12.2025 - 6 O 80/25

    Nutzung von Tracking-Tools - Ansprüche auf Auskunft, Löschung, Unterlassung und …

  • OLG Dresden, 08.01.2025 - 4 U 812/24

    DSGVO: Schadensersatzansprüche wegen Verletzung von Benachrichtigungs- und …

  • OLG Celle, 20.03.2025 - 5 U 129/24

    Objektiver Kontrollverlust als ein immaterieller Schaden eines Nutzers bei einem …

  • OLG München, 18.12.2025 - 14 U 1314/25

    Löschungs- und Schadensersatzansprüche bei Verarbeitung personenbezogener Daten …

  • LG Aurich, 10.01.2025 - 3 O 50/24

    Anspruch gegen die Betreiberin einer Social-Media-Plattform gegen die Verwendung …

  • OLG Dresden, 26.08.2025 - 4 U 644/25
  • OLG Dresden, 11.02.2025 - 4 U 1283/24

    Darlegen und Beweisen eines Kontrollverlusts durch einen Nutzer infolge eines …

  • OLG München, 18.12.2025 - 14 U 881/25

    Berufung, Werbung, Schadensersatzanspruch, Unterlassungsanspruch, …

  • OLG Dresden, 28.01.2025 - 4 U 157/24

    Ersatz eines immateriellen Schadens als Anspruch eines Geschädigten wegen …

  • OLG Koblenz, 20.05.2025 - 4 U 779/23
  • LG Karlsruhe, 20.05.2026 - 8 O 266/25

    Überweisung auf ein Fremdkonto nach Manipulation einer Rechnung; Anforderungen an …

  • LG Erfurt, 03.04.2025 - 8 O 895/23

    Bloßer Kontrollverlust als Schaden - Vorlage von Fragen an den EuGH zum …

  • OLG Hamm, 27.12.2024 - 7 U 132/23

    Teilversäumnisurteil; Teilendurteil; Rechtskraft; Streitgegenstand; …

  • LG München I, 15.01.2025 - 44 O 16944/23

    Online-Coaching zu Kryptowährung

  • OLG Stuttgart, 29.04.2026 - 4 U 353/24

    Ansprüche von Nutzern sozialer Netzwerke (Meta) wegen der Verwendung von …

  • LG Augsburg, 04.02.2025 - 125 O 1155/24

    Personenbezogene Daten, Dsgvo, Feststellungsantrag, Immaterieller Schadensersatz, …

  • ArbG Düsseldorf, 04.12.2024 - 8 Ca 3409/24
  • OLG Koblenz, 11.03.2025 - 3 U 950/24

    Bestimmung des Streitwerts für einen Unterlassungsanspruch in einem …

  • OLG Köln, 03.04.2025 - 15 U 40/23

    Schadensersatzzahlung für immaterielle Schäden eines Betroffenen wegen eines sog. …

  • OLG Hamburg, 24.06.2026 - 11 VKl 1/24

    Aussetzung des Verfahrens zwecks Vorlageersuchens an EuGH; Klärung der Frage der …

  • OLG Stuttgart, 29.04.2026 - 4 U 372/24

    Ansprüche von Nutzern sozialer Netzwerke wegen der Verwendung von Business-Tools

  • OLG Zweibrücken, 09.12.2025 - 5 U 82/24

    Datenschutz von Mietern beim Verkauf der Immobilie

  • OLG Dresden, 29.04.2025 - 4 U 1385/24

    Bei Facebook-Scraping kein DSGVO-Schadensersatz, wenn Kläger seine Telefonnummer …

  • OLG Brandenburg, 24.03.2025 - 1 U 18/23

    Anspruch gegen eine Social Media-Plattform auf Schadensersatz im Zusammenhang mit …

  • OLG Dresden, 21.01.2025 - 4 U 738/24
  • BGH, 21.01.2026 - IV ZR 40/25

    Wirksamkeit eines von einem ausländischen Notar auf deutschem Staatsgebiet …

  • OLG Hamm, 06.06.2025 - 11 U 90/23

    Datenschutz; immaterieller Schaden; Kontrollverlust; hypothetische Möglichkeit

  • LG Lübeck, 04.09.2025 - 15 O 12/24

    Wirtschaftsauskunfteien - Vorabentscheidungsersuchen zur Auslegung der …

  • LG Traunstein, 17.07.2026 - 9 O 1560/24

    Stand der Technik, Darlegungslast, immaterieller Schaden, Kontrollverlust, …

  • LG Lübeck, 23.01.2025 - 15 O 262/23

    Übermittlung von Positivdaten - Rechtswidrigkeit von Datenverarbeitung beim …

  • LG Berlin II, 04.04.2025 - 39 O 97/24

    Begehren nach Auskunft, Löschung, Unterlassen und Schadensersatz im Rahmen einer …

  • LG Berlin II, 04.04.2025 - 39 O 67/24

    Begehren nach Löschung, Unterlassen und Schadensersatz im Rahmen einer …

  • LG Berlin II, 04.04.2025 - 39 O 57/24

    Begehren nach Auskunft, Löschung, Unterlassen und Schadensersatz im Rahmen einer …

  • LG München I, 27.08.2025 - 33 O 635/25

    Facebook überträgt nicht rechtswidrig Daten in die USA

  • OLG Naumburg, 30.06.2025 - 9 W 23/25

    Streitwertkontrolle bei datenschutzrechtlichen Klagezielen; Bewertungsmaßstäbe …

  • LG Magdeburg, 25.06.2026 - 10 O 1894/25

    Ansprüche wegen Verschwindens eines Aktenordners aus Papier mit personenbezogenen …

  • OLG München, 18.12.2025 - 14 U 2300/25

    Ansprüche aufgrund der Nutzung von Drittanbieter-Tools durch Plattformbetreiber

  • LG Freiburg, 05.08.2026 - 8 O 231/25
  • BGH, 07.07.2026 - XI ZR 71/25
  • LG Hamburg, 01.07.2025 - 301 O 20/24

    DSGVO-Verstoß durch Meta Business Tools - 3.000 EURO Schadensersatz aus Art. 82 …

  • LG Aschaffenburg, 02.04.2025 - 31 O 236/24

    Sittenwidriges Verhalten, Abschalteinrichtung, Thermofenster, Darlegungs- und …

  • OLG Dresden, 22.05.2025 - 4 U 68/25
  • LG Flensburg, 23.12.2024 - 8 O 100/23

    Datenschutzgrundverordnung: Schadensersatz- und Unterlassungsanspruch bei der …

  • BGH, 25.03.2025 - VI ZR 277/24
  • LG Berlin II, 04.04.2025 - 39 O 218/24

    Datenschutzrechtliche Folgen der Implementierung eines sogenannten Social Plugins …

  • LG Berlin II, 04.04.2025 - 39 O 184/24

    Datenschutzansprüche gegen soziales Netzwerk

  • BGH, 10.12.2024 - VI ZR 22/24

    Zurückweisung der Gegenvorstellung; Ansprüche auf Schadensersatz, Unterlassung …

  • BFH, 15.09.2025 - IX R 11/23

    Beschwer für die gerichtliche Geltendmachung eines Schadenersatzanspruchs nach …

  • LAG Hamburg, 15.01.2025 - 2 Sa 21/23

    Schadensersatzanspruch aufgrund einer verspätet erteilten Datenauskunft gegenüber …

  • OLG Dresden, 24.06.2025 - 4 U 424/25

    Datenschutz

  • OLG Braunschweig, 26.05.2025 - 2 U 10/24

    Diesel; Dieselskandal; spanisches Recht; internationales Privatrecht; …

  • LAG Köln, 19.02.2025 - 4 SLa 367/24

    Schadensersatz nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO ; verspätete Auskunft; Kontrollverlust

  • OLG Brandenburg, 07.07.2025 - 1 U 68/24

    Feststellung der Rechtswidrigkeit der Erstellung der Scorewerte eines …

  • OLG Dresden, 03.04.2025 - 4 U 1273/24

    Geltung einer gestuften Darlegungslast für die Betroffenheit von einem …

  • OLG Celle, 30.07.2026 - 5 U 79/25

    Auskunftsanspruch; Auskunftsantrag; Teilurteil; Indizumstände; Verjährung; …

  • ArbG München, 29.04.2026 - 35 Ca 3785/25

    Beweislastumkehr, Entschädigungsanspruch, Rechtsmissbrauchseinwand, …

  • OLG Jena, 17.11.2025 - 3 U 885/24

    Umfang des datenschutzrechtlichen Schadensersatzes bei Nutzung von …

  • OLG Dresden, 14.07.2025 - 4 U 198/25
  • AG Mainz, 27.03.2025 - 88 C 200/24

    Das Monieren von Webseiten-Datenschutzverstößen, um Neukunden zu gewinnen, ist …

  • OLG München, 03.02.2025 - 24 U 3326/24

    Datenschutzgrundverordnung, Dsgvo, Unterlassungsanspruch, Feststellungsantrag, …

  • SG Dresden, 22.10.2025 - S 15 SF 304/24
  • LAG Hessen, 10.04.2025 - 3 SLa 623/24
  • LG Cottbus, 06.03.2025 - 4 O 8/24
  • LG Neuruppin, 18.03.2026 - 4 S 59/25
  • LG Essen, 03.04.2025 - 3 O 298/23

    Datenverarbeitung

  • LG Essen, 13.03.2025 - 3 O 36/24
  • LG Essen, 04.03.2025 - 3 O 36/24
  • OLG Hamburg, 24.06.2026 - 3 W 22/26

    Auch bei Honorarvereinbarung: Streitwert bleibt für Anwalt angreifbar

  • OLG Saarbrücken, 04.02.2026 - 5 U 37/25

    Deckungsanfrage und Prüfungsfrist in der Rechtsschutzversicherung; …

  • OLG München, 25.09.2025 - 31 W 1130/25

    Streitwertbeschwerde, Herabsetzung des Streitwertes, Festsetzung des Streitwerts, …

  • LAG Rheinland-Pfalz, 13.08.2025 - 7 SLa 89/24

    Ansprüche wegen Mobbings und Weitergabe von personenbezogenen Daten

  • LG Stuttgart, 24.03.2025 - 4 S 159/24

    Fotos einer Wohnung veröffentlicht: Schadensersatz!

  • LG Berlin II, 19.06.2025 - 52 O 65/23

    Digitale Selbstauskünfte auf Immobilienportalen ohne aktive …

  • AG Wesel, 23.07.2025 - 30 C 138/21

    500 Euro Schadensersatz aus Art. 82 DSGVO wenn ein Steuerberater eine …

  • OLG München, 08.09.2025 - 24 U 1749/25

    Keine Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche wegen automatisierter …

  • OLG München, 18.07.2025 - 20 U 200/25

    Dsgvo, Berechtigtes Interesse, Unterlassungsantrag, Erstbegehungsgefahr, …

  • OLG Celle, 06.12.2024 - 5 U 33/23

    Höhe des Beschwerdewerts in einer Berufung wegen der Geltendmachung von …

  • OLG Köln, 03.04.2025 - 15 U 41/23

    Kontrollverlust eines Betroffenen über die Mobilfunknummer durch Veröffentlichung …

  • LG Hamburg, 05.02.2025 - 314 O 73/24

    Rechtsschutzversicherung: Zeitpunkt des Versicherungsfalls bei Scraping

  • LG Landshut, 10.01.2025 - 13 O 838/24

    Sekundäre Darlegungslast, Klagepartei, Zeitlicher Anwendungsbereich, …

  • OLG Hamburg, 19.12.2024 - 5 U 15/24
  • OLG Köln, 25.07.2025 - 6 U 11/25
  • OLG Stuttgart, 03.06.2025 - 9 U 67/25

    Datenschutzrecht: Erstellung eines Bonitätsscores als

  • AG Heilbronn, 23.07.2026 - 14 C 1593/26

    Deckungsschutz für Berufung: Kläger erhält nach Nichterscheinen nur 500 EUR

  • OLG München, 11.05.2026 - 21 U 3882/25

    Erfolglose Klage gegen Betreiber einer Social-Media-Plattform wegen …

  • LAG Rheinland-Pfalz, 08.01.2026 - 4 SLa 196/24

    Keine allgemeine DSGVO-Auskunft mit Schadensersatz mehr nach diesbezüglich …

  • LG Aachen, 30.01.2025 - 10 O 257/24
  • OLG Frankfurt, 14.01.2025 - 6 W 198/24

    Streitwert bei Weitergabe von Positivdaten an SCHUFA

  • OLG Düsseldorf, 17.12.2025 - 14 U 16/25

    Beabsichtigte Zurückweisung der Berufung mangels Erfolgsaussichten; Keine …

  • SG Nürnberg, 10.06.2026 - S 5 SF 65/24

    Hackerangriff, Verantwortlichkeit, Beweislast, Immaterieller Schaden, …

  • OLG Stuttgart, 25.03.2026 - 4 U 336/25

    Äußerungen zu einem laufenden Strafverfahren durch einen Strafverteidiger in …

  • LG Ansbach, 15.10.2025 - 3 O 560/24

    Klageantrag, Feststellungsinteresse, Unterlassungsanspruch, Auskunftsanspruch, …

  • LG Bielefeld, 01.04.2025 - 6 O 77/24
  • OLG Stuttgart, 04.12.2024 - 4 U 97/24

    Kein Anspruch wegen behaupteten Verstoßes gegen die Datenschutzgrundverordnung …

  • AG Erlangen, 16.10.2025 - 1 C 361/24

    Unbestimmter Klageantrag, Schadensnachweis, Immaterieller Schaden, Kausalität, …

  • LG Schwerin, 06.10.2025 - 5 O 48/24
  • OLG München, 25.02.2025 - 37 U 3586/24

    Klagepartei, Dsgvo, Datenschutzgrundverordnung, Feststellungsantrag, …

  • OLG Nürnberg, 17.07.2025 - 16 U 540/25

    Dsgvo, Berechtigtes Interesse, Mobilfunkvertrag, Schufa-Eintrag, Personenbezogene …

  • LG Aschaffenburg, 23.12.2024 - 62 O 194/23

    Dsgvo, Berechtigtes Interesse, Personenbezogene Daten, Telekommunikationsvertrag, …

  • FG Sachsen, 04.02.2026 - 8 K 793/24

    Datenschutzverstoß durch irrtümlichen Versand der Steuererklärung an einen …

  • LG Krefeld, 06.11.2025 - 3 O 93/24

    Kein Schadensersatz aus Art. 82 DSGVO bei Hackerangriff (hier: Zero-Day-Exploit) …

  • OLG Dresden, 07.10.2025 - 4 W 569/25

    Wert des Unterlassungsantrages bezüglich einer Meldung von Positivdaten an eine …

  • OLG Bamberg, 21.01.2026 - 10 U 61/25

    Keine Ansprüche gegen Auskunftei aufgrund der automatischen Erstellung eines …

  • OLG München, 14.07.2025 - 5 U 3606/24

    Dsgvo, Berufungsanträge, Datenschutzgrundverordnung, Feststellungsantrag, …

  • OLG Koblenz, 19.03.2025 - 4 U 194/24
  • OLG München, 09.01.2025 - 7 W 1979/24

    Streitwertbeschwerde in einem "Scraping"-Verfahren

  • OLG Hamm, 22.01.2026 - 10 U 10/25
  • KG, 19.01.2026 - 27 U 80/25

    Erfolglose Berufung des Klägers wegen Ablehnung datenschutzrechtlicher …

  • LG Magdeburg, 07.08.2025 - 10 O 74/24
  • OLG München, 29.07.2025 - 18 U 2190/24

    Datenschutzgrundverordnung, Berufungsanträge, Dsgvo, Rechtsschutzbedürfnis, …

  • OLG Koblenz, 23.03.2026 - 3 U 1135/25
  • OLG München, 23.10.2025 - 19 U 1468/25

    Bonitätsauskunft, Scoringverfahren, Berufung, Feststellungsantrag, …

  • LG Duisburg, 06.08.2025 - 2 O 109/24
  • LG Bochum, 18.07.2025 - 5 O 192/23
  • LG Bamberg, 13.05.2025 - 42 O 126/24
  • OLG Koblenz, 30.04.2025 - 6 U 44/24
  • LG Coburg, 20.12.2024 - 13 O 149/24

    Berechtigtes Interesse, Personenbezogene Daten, Dsgvo, Mobilfunkvertrag, …

  • OLG München, 23.05.2025 - 37 U 716/25

    Bonitätsscore, Scoringverfahren, Datenschutzverletzung, Unterlassungsanspruch, …

  • OLG Hamm, 06.11.2024 - 7 U 100/24

    Kontrollverlust, immaterieller Schaden

  • OLG Dresden, 14.04.2025 - 4 U 1498/24

    Möglichkeit des Eintritts künftiger materieller Schäden als Voraussetzung für ein …

  • OLG Stuttgart, 19.03.2025 - 4 U 194/24

    Ansprüche aufgrund eines Scraping-Vorfalls: Darlegungs- und Beweislast für einen …

  • LG Nürnberg-Fürth, 06.03.2025 - 13 O 59/24

    Dsgvo, Mobilfunkvertrag, Personenbezogene Daten, Feststellungsantrag, …

  • LG Bielefeld, 11.12.2024 - 6 O 129/24
  • OLG Bamberg, 21.01.2026 - 21 O 999/24

    Automatisierte Score-Ermittlung nach der DSGVO: Welche Rechte haben Betroffene?

  • OLG Bamberg, 02.10.2025 - 10 U 43/25

    Fristverlängerung, Berufungsbegründung, Unzulässigkeit der Berufung, …

  • LG Hildesheim, 01.07.2025 - 3 O 26/24
  • LG Köln, 09.04.2025 - 28 O 589/23
  • LG Hanau, 28.03.2025 - 9 O 1286/23
  • LG Dessau-Roßlau, 12.12.2024 - 2 O 19/24
  • OLG Bamberg, 13.11.2025 - 19 U 1468/25

    Berufung, Gehörsverletzung, Score-Werte, Datenschutz, Entschädigung, …

  • OLG München, 24.07.2025 - 21 U 924/25

    Scoringverfahren, Wirtschaftsauskunftei, Bonitätsauskunft, Automatisierte …

  • OLG Brandenburg, 24.03.2025 - 1 U 9/23

    Anspruch gegen eine Social Media-Plattform auf Schadensersatz im Zusammenhang mit …

  • LG Trier, 20.12.2024 - 2 O 66/24
  • LG Ellwangen/Jagst, 19.12.2024 - 6 O 173/23
  • OLG Hamm, 03.02.2026 - 4 W 65/25

    Begründungspflicht von geltend zu machender einstweilige Verfügung (hier wegen …

  • OLG München, 04.07.2025 - 21 U 3498/24

    Scoringverfahren, Bonitätsauskunft, Automatisierte Entscheidung, …

  • LG Bonn, 30.04.2025 - 13 O 39/24

    DSGVO, Off-Site-Daten, B Business Tools

  • AG Passau, 26.06.2025 - 18 C 221/24

    Internationale Zuständigkeit, Immaterieller Schaden, Beweislast, …

  • AG Frankenthal, 25.03.2025 - 3a C 317/24

    Datenschutzrechtliche Ansprüche gegen Plattformbetreiber wegen unbefugten …

  • LG Ingolstadt, 20.12.2024 - 83 O 81/24

    Datenschutzgrundverordnung, Unterlassungsantrag, Personenbezogene Daten, …

  • AG Königswinter, 02.12.2024 - 15 C 24/24
  • AG Königswinter, 19.11.2024 - 15 C 24/24
  • OLG Köln, 21.07.2025 - 6 W 49/25
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Rechtsprechung
   BGH, 31.10.2024 - VI ZR 10/24   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2024,29591
BGH, 31.10.2024 - VI ZR 10/24 (https://dejure.org/2024,29591)
BGH, Entscheidung vom 31.10.2024 - VI ZR 10/24 (https://dejure.org/2024,29591)
BGH, Entscheidung vom 31. Oktober 2024 - VI ZR 10/24 (https://dejure.org/2024,29591)
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Volltextveröffentlichungen (8)

Kurzfassungen/Presse (9)

  • bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)

    Bundesgerichtshof bestimmt Leitentscheidungsverfahren in dem sog. Scraping-Komplex (Ansprüche im Zusammenhang mit einem Datenschutzvorfall beim sozialen Netzwerk Facebook)

  • MIR - Medien Internet und Recht (Kurzmitteilung)

    Facebook-Scraping - Bundesgerichtshof bestimmt Leitentscheidungsverfahren im Zusammenhang mit einem Datenschutzvorfall bei Facebook

    Kostenlosen MIR-Newsletter abonnieren - Anzeige
  • cmshs-bloggt.de (Kurzinformation)

    Leitentscheidungsverfahren zum DSGVO-Schadensersatz

  • damm-legal.de (Kurzinformation)

    Erstes Leitentscheidungsverfahren / Schadensersatz gem. Art. 82 DSGVO nach Facebook-Scraping

  • beckmannundnorda.de (Kurzinformation)

    BGH bestimmt Rechtsstreit um möglichen Schadensersatz aus Art. 82 DSGVO in Facebook-Scraping-Fällen zum Leitentscheidungsverfahren nach § 552b ZPO

  • lto.de (Kurzinformation)

    Am ersten Geltungstag des Gesetzes: BGH bestimmt erstes Leitentscheidungsverfahren

  • beck-aktuell.de (Kurzinformation)

    Schluss mit Flucht aus der Revision: BGH macht Prozess gegen Meta zum Leitentscheidungsverfahren

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Scraping-Komplex (DS-GVO-Verstoß Facebook): Ansprüche verjähren zum 31.12.2024.

  • juve.de (Kurzinformation)

    Tor für Sammelklagen gegen Freshfields-Mandantin Meta geöffnet

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW 2024, 3595
  • ZIP 2024, 3039
  • GRUR 2024, 1747
  • WM 2024, 2300
 
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Wird zitiert von ...

  • BGH, 07.07.2026 - VIII ZR 329/25

    Unterlassung der Einbeziehung von Bestimmungen zur Berechnung eines …

    In seinem Beschluss vom 31. Oktober 2024 hat der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs diese Voraussetzung mit der Begründung bejaht, dass bei ihm 25 weitere Revisionsverfahren und bei den Tatsacheninstanzen bei unterschiedlichen Gerichten noch insgesamt mehrere tausend Verfahren anhängig seien (VI ZR 10/24, NJW 2024, 3595 Rn. 19 [Scraping]).
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